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Prof. Dr. René Paasch: Unter Druck richtige Entscheidungen treffen

Es sind oft nicht die lauten Momente, die über den weiteren Verlauf entscheiden, sondern die stillen Sekunden dazwischen. Ein Herzschlag trennt Handeln von Zögern, Klarheit von Überforderung, Präsenz von Kontrollverlust. Im Operationssaal, wenn das Team auf die Entscheidung der Chirurgin wartet. Am Elfmeterpunkt, wenn tausende Blicke auf den Spieler gerichtet sind. Im Cockpit, wenn eine plötzliche Störung höchste Konzentration verlangt. In der Notaufnahme, wenn wenige Sekunden über Leben und Tod entscheiden. Doch nicht nur dort stehen Menschen unter Druck. Auch Führungskräfte in Krisensituationen, Manager*innen in schwierigen Verhandlungen oder Einsatzkräfte in Extremsituationen erleben Momente, in denen Fachwissen allein nicht mehr ausreicht. Was dann zählt, ist die Fähigkeit, trotz innerer Anspannung klar, ruhig und handlungsfähig zu bleiben. Genau diese Fähigkeit lässt sich trainieren. Und genau hier kann die Sportpsychologie heute weit über den Leistungssport hinaus einen wichtigen Beitrag leisten.

Zum Thema: Verhalten in Drucksituationen

Viele Menschen berichten, dass ihnen in entscheidenden Situationen der Zugriff auf ihr Wissen entgleitet. Obwohl Erfahrung, Kompetenz und Vorbereitung vorhanden sind, entsteht plötzlich ein Gefühl innerer Leere – der bekannte „Blackout“. Daniel Kahnemans Modell der zwei Denksysteme hilft zu verstehen, was dabei geschieht.

  • System 1 arbeitet schnell, intuitiv und automatisch. Es ermöglicht rasche Reaktionen, ist jedoch anfällig für impulsive Entscheidungen und Verzerrungen.
  • System 2 hingegen analysiert, reflektiert und wägt ab. Doch genau dieses bewusste Denken benötigt Zeit und mentale Energie, die unter starkem Stress oft nur eingeschränkt verfügbar sind.

In Hochdrucksituationen übernimmt deshalb häufig der Autopilot. Das kann hilfreich sein, wenn Abläufe routiniert sind. Es kann aber auch problematisch werden, wenn Menschen nur noch reagieren, statt bewusst zu handeln. Mentale Stärke bedeutet deshalb nicht, keinen Stress zu empfinden. Sie bedeutet, auch unter Druck Zugang zur eigenen Handlungsfähigkeit zu behalten.

Sportpsychologie als Werkzeug für Hochleistung

Was ursprünglich im Spitzensport entwickelt wurde, findet heute längst Anwendung in anderen Hochleistungsbereichen. Eine junge Oberärztin erzählte mir einmal, dass sie sich mental auf schwierige Operationen vorbereitet wie ein Profifußballer auf ein Finale. Eine Führungskraft beschrieb, wie sie vor wichtigen Gesprächen bewusst Körperhaltung und innere Haltung synchronisiert, um ruhig und präsent zu bleiben. Die Prinzipien dahinter ähneln sich erstaunlich stark. Es geht um Selbstregulation, Aufmerksamkeitssteuerung, Emotionsmanagement und das Vertrauen, auch in schwierigen Situationen wirksam bleiben zu können. Sportpsychologie liefert dafür keine starren Rezepte. Sie bietet praktische Werkzeuge, die Menschen helfen, in belastenden Situationen wieder Zugang zu Klarheit und Stabilität zu finden.

Kleine Techniken mit großer Wirkung

In akuten Stressmomenten bleibt oft keine Zeit für lange Analysen. Umso wichtiger sind kompakte Methoden, die schnell wirken. Eine bewährte Technik ist der bewusste Atemfokus. Durch langsames und kontrolliertes Atmen, beispielsweise im 4-4-4-Rhythmus, beruhigt sich das Nervensystem. Ein Notfallsanitäter berichtete mir, dass er diese Technik regelmäßig nutzt, bevor er aus dem Einsatzfahrzeug steigt. Sie hilft ihm, innerlich präsent zu werden, unabhängig davon, was ihn erwartet. Ebenso hilfreich ist das sogenannte Mini-Reframing. Statt sich innerlich zu sagen: „Ich darf keinen Fehler machen“, wird der Fokus bewusst verändert: „Ich bin vorbereitet. Ich kann das.“ Auch die Körperhaltung beeinflusst das innere Erleben stärker, als viele vermuten. Wer sich aufrichtet, bewusst geerdet steht und ruhig atmet, sendet nicht nur nach außen, sondern auch an sich selbst ein wichtiges Signal: „Ich bin bereit.“

Mentale Stärke braucht Vorbereitung

Akute Techniken helfen im Moment. Langfristige Stabilität entsteht jedoch durch gezieltes Training. Besonders wirkungsvoll ist dabei das sogenannte Prognosetraining. Menschen schätzen zunächst ein, wie gut sie eine bevorstehende Aufgabe bewältigen werden. Anschließend folgt der Vergleich zwischen Erwartung und tatsächlicher Erfahrung sowie eine bewusste Reflexion. Eine Führungskraft schilderte mir, dass sie sich auf schwierige Mitarbeitergespräche genau auf diese Weise vorbereitet. Die bewusste Selbstprognose half ihr, Unsicherheit nicht als Bedrohung zu erleben, sondern als etwas, das aktiv gestaltet werden kann. Solche Prozesse stärken die Kompetenzerwartung, also das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, auch unter Druck wirksam zu bleiben.

Die innere Haltung entscheidet

Mentale Stärke zeigt sich nicht nur im souveränen Auftreten nach außen. Sie beginnt im Inneren. Menschen bleiben besonders dann stabil, wenn drei Dinge zusammenkommen:

  • das Gefühl von Sinnhaftigkeit,
  • ein Verständnis für die Situation,
  • und das Vertrauen, Einfluss nehmen zu können.

Diese Haltung entsteht nicht zufällig. Sie entwickelt sich durch Erfahrung, Reflexion und ehrliches Feedback.

In meiner Arbeit mit Leistungssportler*innen, Führungskräften und Menschen in Hochleistungsberufen zeigt sich immer wieder: Nicht Perfektion macht langfristig resilient, sondern die Fähigkeit, auch unter Druck in Verbindung mit sich selbst zu bleiben.

Gedanken steuern statt Gedankenkarussell

Oft entsteht Stress weniger durch die Situation selbst als durch die innere Bewertung.

Wenn Zweifel, Selbstkritik und Katastrophengedanken dominieren, helfen Techniken der Selbstregulation. Dazu gehören bewusste Selbstgespräche und sogenannte Gedankenstopps.

Kurze innere Sätze wie:

  • „Jetzt Fokus.“
  • „Ruhig bleiben.“
  • „Ein Schritt nach dem anderen.“

können helfen, Aufmerksamkeit neu auszurichten und automatische Stressreaktionen zu unterbrechen.

Eine Notärztin erzählte mir, dass sie sich vor kritischen Einsätzen bewusst ein mentales Skript zurechtlegt. Sie geht innerlich durch, was sie denken, sagen und tun möchte, wenn es hektisch wird. Dieses Ritual verschafft ihr Orientierung und Stabilität, selbst in chaotischen Situationen.

Mentale Vorbereitung schafft Sicherheit

Ein besonders spannender Ansatz aus der Sportpsychologie ist das PETTLEP-Modell. Dahinter steckt die Idee, mentale Vorbereitung möglichst realitätsnah zu gestalten. Menschen stellen sich dabei Situationen nicht nur gedanklich vor, sondern beziehen Bewegungen, Emotionen, Umgebung, zeitliche Abläufe und Perspektiven bewusst mit ein. Ein erfahrener Anästhesist beschrieb mir einmal, wie er sich auf kritische Notfalleingriffe vorbereitet: Er geht den Ablauf innerlich durch, stellt sich den Raum plastisch vor, erinnert sich an frühere Erfahrungen und versetzt sich bewusst in die Dynamik des Teams. Solche mentalen Simulationen schaffen Vertrautheit mit dem Ausnahmezustand. Das Gehirn erkennt die Situation wieder. Handlungssicherheit entsteht.

Take Home Message

Mentale Stärke zeigt sich nicht darin, keinen Druck zu spüren. Sie zeigt sich darin, auch in unsicheren und belastenden Momenten Zugang zu Klarheit, Selbststeuerung und Handlungssicherheit zu behalten. Genau das lässt sich trainieren. Die Sportpsychologie bietet dafür keine Patentrezepte, aber wirksame Werkzeuge, um unter Druck präsent zu bleiben, Verantwortung bewusst zu tragen und sich selbst in entscheidenden Augenblicken nicht zu verlieren. Denn wer für andere Orientierung geben will, muss zuerst lernen, innerlich bei sich selbst anzukommen.

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Prof. Dr. Oliver Stoll: “Trotz toller Leistung ist Arda Saatçi in der internationalen Ultralauf-Szene bisher nur Mittelmaß”

Medialer Coup oder sportliches Top-Ereignis? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit zum Rekordlauf des Berliners Arda Saatçi durch das Death Valley in den USA irgendwo in der Mitte. Prof. Dr. Oliver Stoll von Die Sportpsychologen wurde von diversen Medien, darunter dem RND und der ARD, zu Saatçi befragt. Bei uns ordnet der Ausdauersportler und sportpsychologische Experte für die langen Strecken die Leistung ein.  

Zum Thema: Ausdauersport

Oliver, Arda Saatçi stellt die Laufwelt auf den Kopf. Zumindest medial. Vor allem junge Menschen scheinen sich von der Story, die der Berliner rund um seine langen Läufe erzählt, zu interessieren. Siehst du den Hype eher positiv oder eher negativ? Und warum?

Na ja, also dass die Laufwelt gerade Kopf steht, habe ich zunächst gar nicht mitbekommen. Erst als mich das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) anfragte, ein Interview zu dem Läufer zu geben, der gerade durch das Tal des Todes läuft und weiter bis San Francisco, hörte ich von ihm. Da war er aber schon drei Tage lang unterwegs. Das ist völlig an mir vorbei gegangen. Ich halte mich da eben wohl nicht „in der richtigen Bubble“ auf. Wie ich das finde? Eigentlich super, denn der Ultralangstreckenlauf fristet, wie so viele andere Sportarten in Deutschland, ein Schattendasein. Da ist es dann schon mal toll, wenn auf dem langen Laufen, was ja auch mal meine Leidenschaft war und auch immer noch ist, auch wenn ich das gerade aktiv nicht mehr mache, etwas Aufmerksamkeit gelenkt wird.  

Sein selbst gestecktes Ziel hat Saatçi verfehlt. Ein Erlebnis, das du auch als Langstreckenläufer kennst, etwa beim Rennsteiglauf im Jahr 2014. Aus sportpsychologischer Perspektive: Er zeigt, dass Scheitern bei ambitionierten Zielen dazu gehört. Hat Saatçi das Zeug zu einem wichtigen Role-Model für die neue Generation, der ja oft unterstellt wird, sich nicht mehr so anstrengen zu wollen.

Er empfindet das vielleicht als Scheitern, aber aus meiner Sicht ist das schon eine tolle Leistung, die er da gezeigt hat. Darauf kann er auf alle Fälle stolz sein. Aus Sicht der internationalen Ultralangläufer*innen Szene hat er wahrscheinlich nicht das Zeug für ein Role-Model (vielleicht für die deutsche Szene, aber auch hier würde er wahrscheinlich nicht Deutscher Meister über die 100 Kilometer Distanz werden), denn wenn man seine Leistung mal in das Ultralauf-Wettkampf System einordnet, hat er eine gute bis mittelmäßige Leistung gezeigt. Der Weltrekord über 24 Stunden liegt aktuell bei 316 Kilometern. Der Halter dieses Weltrekords aus dem Jahr 2022, Aleksandr Sorokin aus Litauen, hätte hochgerechnet die gesamte Distanz, die Arda gelaufen ist, drei Tage schneller laufen können. Die Zeiten, die bei den 2-, 3- und 6-Tage Läufen gelaufen werden, sind auch schneller. Megan Eckert ist in 6 Tagen 970 Kilometer gelaufen, also 370 Kilometer mehr als Arda und selbst wenn man ja berechtigt kritisch anmerken kann, dass dies ja alles nicht im Tal des Todes gelaufen wurde, dann schaut man sich mal die Ergebnisse des Badwater Ultramarathon an, eben von Badwater, von wo Arda gestartet ist durch das Tal des Todes 234 Kilometer raus auf den Mount Whitney. Die werden von Siegern so zwischen 25 und 27 Stunden absolviert. 

Also – eine tolle Leistung von Arda, Respekt! Aber eben nicht außergewöhnlich. Die junge Generation – und die will sich nicht anstrengen? Wer sagt das? Aber ich habe gehört, die haben wie gebannt vor dem Stream gesessen…   

Prof. Dr. Oliver Stoll bei ARD Brisant (Quelle: Foto, Screenshot)

Link zum TV-Beitrag: https://www.ardmediathek.de/video/brisant/brisant-vom-11-mai/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy83OTBhNjU3ZS03N2M4LTQ0YTEtYjQyOC03MDQzYWRlNWVhMGY?

An dich als Ausdauersportler und als einer der Laufexperten von Die Sportpsychologen: Welche Frage würdest du Arda Saatçi am liebsten selbst stellen? 

Mich würde interessieren, warum er immer wieder solche Projekte umsetzt? Das war ja nicht sein erstes, solches Projekt. Als Sportpsychologe kann ich mir natürlich die eine oder andere Antwort vorstellen. Ein Gespräch wäre sicher spannend. Und noch einmal betont: Ich finde diese Leistung wirklich sehr beeindruckend. Darauf kann er wirklich stolz sein, auch wenn er sein ursprüngliches Ziel nicht erreicht hat. 

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Sportpsychologin Mariel Geppert: Bei der U19 WM der Frauen sofort im Fokus

Mariel Geppert ist meistens nahezu unsichtbar. Erst auf den zweiten Blick fällt die Frau im Trainingsanzugsoberteil, Polo und Jeans auf, die bei der U19 WM der Frauen in Italien zum Staff der deutschen U19 Floorball-Nationalmannschaft zählt. “Sportpsychologin” steht auf ihrer Akkreditierung und genau das ist sie: Eine, die sich um die mentale Ebene von sportlicher Leistung und Wohlbefinden kümmert. Bei der WM im italienischen Badeort Lignano Sabbiadoro ist sie sofort gefragt.

Dabei ist es ein eher großer Zufall oder sogar das Ergebnis eines sportlichen Dramas, dass Mariel Geppert in Italien dabei ist. Denn eigentlich betreut sie vor allem das Männerteam von Alba Berlin. Die Basketball-Profis sind trotz eines “Monster-Comebacks”, wie der Streaming-Dienst Dyn meinte, Anfang April im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. “Dadurch bekam ich für die WM freie Bahn. Und durch den Umstand, dass sich Floorball Deutschland und mein Netzwerk Die Sportpsychologen beim Final4 in Zwickau über die Details unserer Kooperation verständigt haben, konnte ich gleich loslegen”, sagt Geppert, die im Floorball kein unbeschriebenes Blatt ist. Seit mehreren Monaten betreut sie das Damen-Bundesligateam BB United. Für deren Trainer Niklas Wagnet “die beste Entscheidung, die ich meiner Laufbahn getroffen habe. Sie hat als Mannschaft und als Gruppe so viel besser gemacht.”

Bei der WM hat Mariel Geppert von Minute eins mehr als gut zu tun. Denn im Auftaktmatch gegen Japan bleibt die deutsche Mannschaft hinter ihren Erwartungen zurück. Gegen die Asiatinnen reicht es nur zu einem 4:4-Unentschieden. Ein unglücklicher Start, der auch davon beeinflusst wurde, dass sowohl Trainer Kevin Buckermann als auch Leistungsträgerinnen wie Michele Siedenberg aus Wernigerode, Linnea Könnecke von den Frankfurt Falcons oder Felina Weber vom SC Potsdam wegen der bundesweiten Mathematik-Abiturprüfung im Aufgebot fehlten. Mariel Geppert über ihre Eindrücke nach dem Remis zum Auftakt: “Im ersten Moment waren sie natürlich etwas geknickt, doch schon beim gemeinsamen Mittagessen war die Stimmung wieder deutlich gelöster – es wurde gelacht und wir konnten auch über andere Themen sprechen. Am Abend haben wir uns dann nochmal als Gruppe zusammengesetzt und uns gemeinsam ausgetauscht. Dabei lag der Fokus vor allem auf den Dingen, die beeinflussbar sind und die für die Spielerinnen persönlich wichtig bleiben.”

Sportliche Ziele und Druck

Das sportliche Ziel der deutschen Mannschaft ist der Sprung unter die Top Acht-Nationen. Allerdings führt der Weg dorthin ausschließlich über den ersten Platz in Vorrundengruppe C. Der Druck nach dem verpassten Sieg im ersten Spiel gegen Japan ist also immens. Spannend: U19 Bundestrainer Kevin Buckermann formulierte einen besonderen Arbeitsauftrag an Sportpsychologin Mariel Geppert. Sie solle ihn insbesondere in der Vorbereitung und im Umgang mit Spielen unterstützen, in dem die deutsche Mannschaft als Favorit aufläuft. 

Im zweiten WM-Spiel gegen Kanada muss die deutsche Mannschaft also liefern. Und die Spielerinnen liefern am Donnerstagabend: Kanada wird mit 14:0 besiegt. Der Showdown in der Gruppe, so wollen es die kreativen Spielplan-Architekten, findet am Freitagabend gegen die Gastgeberinnen aus Italien statt. Wieder eine besondere Konstellation. Mariel Geppert zu dem Spiel, welches die deutsche Mannschaft nun gewinnen muss, um Gruppenerster zu werden: „Italien erweist sich als stärkerer Gegner, auch weil sie die Mannschaft vor der WM nochmal verstärkt haben. Das Ziel ist klar formuliert, deshalb sind alle Spiele von Bedeutung – und ein Sieg gegen Italien notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Das wirkt natürlich auf die Spielerinnen, weil jede um ihre Verantwortung weiß, sie sich gleichzeitig aber auch als Team stützen und stärken können, besonders in schwierigen Phasen.”

Sollte Deutschland mit einem Sieg gegen Italien tatsächlich Gruppenerster werden, steht am Samstag ein Playoff-Match gegen ein Team aus den beiden Top-Gruppen an. Die nächste Herausforderung für die junge deutsche Mannschaft. Sportpsychologin Mariel Geppert relativiert: “Natürlich werden solche großen Momente oft an Ergebnissen festgemacht. Gleichzeitig geht es bei einer WM aber auch um die Freude und die Liebe zum Sport – um gemeinsame Erfahrungen, Erinnerungen und das, was über das Spielfeld hinaus verbindet. Die Teilnahme prägt Spielerinnen darin, mit Drucksituationen und den Erwartungen von außen, aber auch den eigenen Ansprüchen umzugehen. Besonders wichtig ist dabei das Erleben von Selbstwirksamkeit – also die Erfahrung, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Gleichzeitig wachsen viele persönlich daran, Verantwortung im Team zu übernehmen und sich auch in stressigen Momenten selbst zu vertrauen.”

Alle WM-Spiele werden über die App des Weltverbandes per Livestream übertragen: www.floorball.sport – alle Links und Spielpläne finden sich auf der Eventseite des Ausrichters: https://www.italiafloorball.it/

Weitere Zusammenarbeit mit Die Sportpsychologen

Nach der Weltmeisterschaft wird Mariel Geppert weiter für Floorball Deutschland tätig bleiben. Die Berlinerin ist Teil des Teams von Die Sportpsychologen, welches Floorball Deutschland in den kommenden Jahren begleiten wird. Sebastian Blink, Sportdirektor von Floorball Deutschland: ”Wir haben ein umfangreiches Konzept beim DOSB eingereicht, welches bewilligt wurde. Entsprechend haben wir für die sportpsychologische Betreuung der Nationalteams eine bislang nie vorhandene finanzielle Mittel zugesagt bekommen.”

Das sportpsychologische Konzept für Floorball Deutschland hat Prof. Dr. Oliver Stoll, einer der bekanntesten deutschen Sportpsychologen und früherer Präsident von Floorball Deutschland, entwickelt. Die Umsetzung, so einer der Köpfe des Netzwerkes Die Sportpsychologen, wird Neuland: “Wir haben durch die Offenheit und das Vertrauen von Floorball Deutschland ein hoch innovatives Programm entworfen, welches es in dieser Form bei keinem anderen deutschen Spitzensportverband gibt. Mit dem Netzwerk freuen wir uns sehr, die Idee Stück für Stück umzusetzen.”

In den kommenden Monaten werden wir, auch mit der Unterstützung von Floorball Deutschland Nationalteam-Sponsor Nordic Minds, regelmäßig von der sportpsychologischen Arbeit bei Floorball Deutschland berichten. Wir setzen den Fokus dabei auf die Nationalteams, die WM-Endrunden und das Pokalfinalwochenende Final4. Prof. Dr. Oliver Stoll: “Beim Final4 werden wir Angebote an Trainer und Trainerinnen, Eltern sowie Spieler und Spielerinnen machen. Die Floorballszene kann gespannt sein.”

Du willst mehr wissen?

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Mehr Infos:

www.floorball.de

Fotos: Virginia Kunkel

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Die Sportpsychologen: Du fragst, wir antworten

In vielen Spielsportarten geht es in die heiße Phase. Oft erreichen uns in diesen Wochen sehr konkrete Anfragen von Sportlerinnen und Sportlern, die sich kurz vor einem bestimmten Event hilfesuchend an unser Expertenteam wenden. Meist verbunden mit der Unsicherheit, ob in der Kurzfristigkeit noch etwas machbar sei? Pauschale Antworten gibt es darauf natürlich nicht. Aber wir haben einen Vorschlag: Trag hier deine Frage ein und unsere Experten und Expertinnen liefern dir einige Anstösse. Wenn du damit etwas anfangen kannst, nimm gern gezielt zu der Person auf, die dir den Tipp geschenkt hat. Ihr seid sofort im Thema und ein ganz wichtiger Schritt, um voranzukommen, ist getan.

Zum Thema: Fragen an Die Sportpsychologen

Egal, wo der mentale Schuh drückt. Wir von Die Sportpsychologen sind für dich da, wollen dir ganz konkret helfen. Da wir immer häufiger Anfragen von SportlerInnen, TrainerInnen oder Eltern bekommen, die gezielt unseren Rat suchen, bauen wir unseren Service aus. Wir bieten dir über ein einfaches Formular an, deine Anfrage loszuwerden. Einer oder vielleicht gleich mehrere ExpertInnen aus unserem Netzwerk antworten darauf. Das Wissen soll dir weiterhelfen. Und wenn du bei der Umsetzung unsere Hilfe brauchst oder du mehr wissen willst, nimm Kontakt zu unseren ProfilinhaberInnen aus deiner Sportart und/oder in deiner Nähe auf.

Wichtig: Die Antworten zu deiner Anfrage veröffentlichen wir anonymisiert, lediglich mit der Angabe der Sportart, der Alters- und Leistungsklasse. Die Idee dahinter ist, dass du dir für andere Themen Anregungen holen und die Arbeitsweise unsere ExpertInnen aus dem Netzwerk kennenlernen kannst. Bitte hab auch Verständnis, dass sich sehr spezielle Fragen ggf. gar nicht öffentlich beantworten, sondern wir uns nur persönlich bei dir melden. Gut zu wissen ist auch, dass sich manche komplexe oder individuellen Fragen nur sehr schwer pauschal beantworten lassen. Wenn wir das Gefühl haben, dass dein Anliegen besser in einem 1:1-Gespräch bearbeitet werden sollte, geben wir dir bescheid.

Zeit für eure Fragen

Nutzt das hier folgende Formular, um eure Fragen loszuwerden:

    Hinweis: Dieser Service von Die Sportpsychologen ist kostenlos. Kosten entstehen erst, wenn du dich mit einem Experten oder einer Expertin aus unserem Netzwerk auf eine Zusammenarbeit verständigst.

    Wie die Zusammenarbeit funktioniert:

    Unser Online-Coaching:

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    Pia Festl-Wietek: Verletzungen brauchen einen Plan

    Wenn du dich verletzt, fühlst du gleichzeitig alles, alles auf einmal und gleichzeitig aber auch nichts. Wenn dann jemand zu dir kommt und sagt, sieh deine Verletzung doch positiv oder als Chance an, dann weiß ich, was du denkst. Neutral formuliert: So etwas will man dann eigentlich nicht hören. So war es bei mir, ich habe mich am Sprunggelenk verletzt und den ersten Tag habe ich alle Gefühle zugelassen. Das ist mein erster Tipp für dich. Lass diese Emotionen zu! Es ist zwar nicht einfach, aber du darfst in dieser Situation alles fühlen. Zumindest für 24 bis 48 Stunden (das ist meine Regel für mich). Das heißt nicht, dass du später nicht auch alle Emotionen zulassen sollst, aber gerade in der Anfangsphase ist das wichtig. Entscheide dich danach bewusst dazu, deine Perspektive zu wechseln. Denn am Ende gilt doch: Deine Verletzung ist eine Chance, wenn du diese sehen willst und kannst. Dann greif zu.

    Zum Thema: Umgang mit Verletzungen

    Nach dieser Zeit machst du dir einen Plan. Unterhalte dich mit deinem Arzt, deinem Physiotherapeuten, Athletiktrainer und Sportpsychologen, denn zu dem Plan gehört, dass du genau verstehst, was diese Verletzung für dich bedeutet. Vor allem solltest du dich auch bemühen, den Behandlungsplan zu verstehen. Wie wichtig das ist, habe ich bei mir gemerkt. Denn mir wurde nicht sofort gesagt, wie meine Reha ablaufen wird und das hatte eine mentale Auswirkung. Ich wusste nicht, was ich zu tun habe. Ich habe keine kleinen Ziele gesehen. Mir fehlte ein Behandlungsplan. Ein Plan, der aufzeigt, was du aktiv in der körperlichen Reha machen sollst. Und was du mental unternehmen kannst.

    Es geht darum, dass du dein Selbstvertrauen wieder aufbaust, damit du stärker in deinen Sport zurückkehrst. Durch den Plan fällt es dir leichter, kleine Fortschritte zu sehen. Denn dann konzentrierst du dich genau darauf. Du kommst ins Handeln und schaust nicht nur zu, wie deine Verletzung wieder heilt. 

    Verletzungen brauchen Routinen

    Dein Plan für deine Verletzung: 

    • Lass alle Emotionen für 24 – 48 Stunden zu. 
    • Versteh, was die Verletzung für dich bedeutet. 
    • Entwickle zusammen mit deinem Umfeld einen Reha-Plan.
    • Achte auf deine mentale Reha – werde mental stärker. 
    • Mach dir die kleinen Fortschritte bewusst.

    Wenn du verletzt bist, dann tendierst du wahrscheinlich auch als erstes dazu, alle Routinen über Bord zu werfen. Was sollst du denn jetzt mit diesen Routinen machen, wenn es dir vielleicht durch deine Verletzung nicht mehr möglich ist? Dabei sind doch genau diese Routinen so wichtig, denn sie geben dir ein Gefühl von Sicherheit und Normalität. Denn so hast du es schon immer gemacht.

    Eine Frage der Routinen

    Warum hörst du dann aber genau mit diesen Routinen auf? Im ersten Moment bist du vielleicht überfordert – so ist es zumindest bei mir gewesen. In dieser Phase siehst du nur noch, was du nicht mehr machen kannst, dass du vielleicht deinen Sport nicht mehr ausüben kannst. Was du nicht siehst, ist, was du noch alles machen kannst, also was du kontrollieren kannst. 

    Während meiner Verletzung habe ich gelernt: Ich kann meine Verletzung nicht kontrollieren, aber ich kann meine Routinen kontrollieren. Darauf solltest du also deinen Fokus lenken. Deine Routine verfolgt ein Ziel und gerade in diesen Momenten richtest du deine Routine darauf aus, dass sie dich bestmöglich in deiner Rehabilitation unterstützt. Frage also aktiv: Welche Übungen aus der Physiotherapie oder aus dem Athletiktrainer darfst du einbauen? 

    Vielleicht ist das auch nicht deine erste Verletzung, dann mach dir bewusst, was dir schon mal geholfen hat. Es geht darum, dass du ins Tun kommst. Eine Verletzung ändert einiges, deine Routinen bleiben die gleichen. 

    Hier meine drei Tipps für deine Routinen: 

    • Routinen, die dir gut tun, behältst du bei.
    • Deine Routinen sollen die Reha deiner Verletzung unterstützen.
    • Pass Routinen an, wenn du sie so nicht mehr ausführen kannst, höre aber nicht mit ihnen auf.

    Meine Kollegen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Pia Festl-Wietek) helfen dir gern, wenn du verletzt bist und stärker wieder zurückkehren willst.

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    Danijela Bradfisch: Emotionale Werdegänge mit Lea Ouedraogo

    Was haben Karrieren, Lebenswege und sportliche Laufbahnen mit Emotionen zu tun? Dieser Frage geht Danijela Bradfisch von Die Sportpsychologen mit der Basketballerin Lea Ouedraogo und Prof. Dr. Oliver Stoll aus dem Netzwerk Die Sportpsychologen nach.

    Zum Thema: Laufbahncoaching

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    Weitere Informationen

    Die komplette Serie „Let’s talk – Emotionale Werdegänge“ hat Danijela Bradfisch aufgebaut und nutzt die Interviews als Teil ihres Coachings rund um mentale Stärke im Sport. In den einzelnen Folgen werden emotionalen Entwicklungen von Athlet:innen oder Coaches und beleuchtet: Themen wie Selbstreflexion, Kommunikation und den Umgang mit Druck.

    Ziel ist es, innere Prozesse sichtbar zu machen und zu zeigen, wie Emotionen, Mindset und Erfahrungen die persönliche und sportliche Entwicklung beeinflussen.

    Link zu Danijela Bradfischs Seite: https://danijelabradfisch.de/lets-talk-emotionale-werdegaenge/

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    Janosch Daul: Der Kopfcoach auf dem Feld

    In meiner Arbeit beim Halleschen FC begleite ich Spieler in unterschiedlichsten Rollen. Mal bin ich Spiegel, wenn es darum geht, Selbst- und Fremdwahrnehmung abzugleichen. Mal Berater in herausfordernden Entscheidungsprozessen. In anderen Momenten Trauerbegleiter, Pädagoge oder Mediator. Und dann gibt es noch eine Rolle, die besonders nah an der unmittelbaren Leistungsrealität der Spieler andockt: die des Kopfcoachs. Dabei geht es nicht um lange Gespräche im Büro, sondern um konkrete mentale Unterstützung im Training und im Spiel – also genau dort, wo Leistung entsteht.

    Zum Thema: Mentale Unterstützung, wenn es darauf ankommt

    Was bedeutet „Kopfcoach“ konkret? Kopfcoaching heißt für mich, Spieler im entscheidenden Moment mental zu stabilisieren, zu fokussieren oder zu aktivieren. Kurz, präzise und abgestimmt auf ihre individuellen Themen. Die zentrale Frage lautet: Was brauchst du genau jetzt, um deine Leistung abrufen zu können?

    1. Klarheit schaffen: Wobei brauchst du Unterstützung?

    Am Anfang steht immer ein kurzer, fokussierter Austausch. Oft reichen fünf Minuten, um zentrale Themen zu identifizieren:

    • Umgang mit Gegentoren 
    • Umgang mit Kritik
    • Fokus auf den Gegenspieler statt auf die eigene Aufgabe 
    • Körpersprache 
    • Kommunikation 

    Diese Themen kommen nicht von mir, sondern vom Spieler selbst. Das erhöht die Verbindlichkeit und die Motivation, an genau diesen Themen zu arbeiten.

    2. Wahrnehmung schärfen: Feedback aus Training und Spiel

    Eine erste Ebene ist klassisches Feedback – aber mit mentalem Fokus. Ich beobachte Training und Spiel und gebe dem Spieler anschließend eine Rückmeldung, zum Beispiel per Sprachnachricht. Ein Spieler formulierte zum Beispiel folgenden Auftrag mit breitem Beobachtungsfokus: „Sag mir bitte ehrlich, wie du mich wahrnimmst – gerade auch in schwierigen Situationen.“ Gerade diese Außenperspektive hilft, blinde Flecken sichtbar zu machen.

    3. Fokus setzen: Ein Thema gezielt spiegeln

    Noch konkreter wird es, wenn sich der Spieler auf ein bestimmtes Thema fokussieren möchte. Ein Spieler, mit dem ich eng arbeite, hat immer wieder die Tendenz, sich zu stark mit Gegenspielern zu beschäftigen und nach Fehlern zu hadern. Sein Ziel: schneller wieder in den eigenen Fokus kommen. Indem ich in Training und Spiel meinen Beobachtungsfokus auf dieses Thema verlagere und ihm anschließend ein ehrliches Feedback gebe, schaffe ich eine wertvolle Außenperspektive, die unseren Coachingprozess um diese Facette ergänzt.

    4. Unterstützung im Moment: Wenn ein Wort reicht

    In der Zusammenarbeit mit dem Spieler habe ich ein Codewort etabliert: „Eisberg“. Wenn ich merke, dass der Spieler beginnt, sich im Außen zu verlieren – Diskussionen, Emotionen, Hadern –, rufe ich dieses Wort von außen. Was dahinter steckt, haben wir vorher gemeinsam erarbeitet: Der Eisberg steht für das Ausstrahlen von Ruhe und das Abprallen von Einflussfaktoren, die negativ auf seinen Fokus einzahlen.

    Mit diesem einen Wort passiert im Idealfall Folgendes:

    • Unterbrechung des aktuellen Musters 
    • kurzer mentaler Reset 
    • Rückkehr zur eigenen Aufgabe 

    Ohne lange Erklärung. Ohne Diskussion. Direkt im Moment.

    Unser Zusammenspiel setzt sich auch in Pausensituationen fort. Mit demselben Spieler habe ich vereinbart, dass wir diese Momente gezielt nutzen, um wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper, den eigenen Gedanken und Gefühlen zu kommen. Diese Achtsamkeitsübung läuft folgendermaßen ab:

    • bewusste Atmung 
    • kurzer Check-in: „Wie fühle ich mich gerade? Was ist gerade präsent?“

    Ziel ist nicht Entspannung um jeden Preis, sondern Selbstwahrnehmung, Auftanken und Eigenfokus – um dann in der kommenden Trainingsform auch durch Kommunikation wieder nach außen wirken zu können. Fakt ist: Nur wer sich bewusst spürt, kann sich auch steuern. Allgemein ausgedrückt, gebe ich Spielern auf deren Auftrag hin konkrete Hilfestellungen im Training und Spiel.

    Beispiele hierfür sind die folgenden:

    • „Gib mir bitte ein Feedback, wenn ich vor dem Training in der Kabine am Überdrehen bin.“
    • „Gib mir bitte im Training zwischen Spielformen ein Feedback, wenn du wahrnimmst, dass ich den Kopf hängen lasse!“
    • „Führe vor dem Spiel eine kurze Atementspannung mit mir durch!“ 
    • „Gib mir bitte in der Halbzeitpause ein Kurzfeedback, wie du mein Kommunikationsverhalten erlebst!“
    • „Rufe mir bitte im TR Signalwort XY zu, wenn du wahrnimmst, dass ich zu sehr am Diskutieren bin!“

    5. Dranbleiben: Entwicklung über Zeit

    Solche Interventionen wirken am besten, wenn sie eingebettet sind in einem längeren Prozess. Der Spieler entscheidet sich bewusst: „Daran möchte ich arbeiten.“ Ich begleite ihn dabei über einen definierten Zeitraum hinweg: 

    • mit kurzen Feedbacks 
    • mit Kurzgesprächen 
    • mit gezielten Impulsen 

    So entsteht Schritt für Schritt Veränderung – nicht spektakulär, aber nachhaltig.

    Warum dieses Modell funktioniert

    Kopfcoaching ist deshalb so wirksam, weil es drei Dinge verbindet:

    • Selbstbestimmung: Der Spieler gibt die Richtung und das Thema vor.
    • Unmittelbarkeit: Die Intervention erfolgt genau im richtigen, im entscheidenden Moment.
    • Konkretheit: Ein Wort, ein Signal, eine Übung – keine abstrakten Theorien.

    Fazit

    Die Rolle des Kopfcoaches erweitert die klassische sportpsychologische Arbeit um eine entscheidende Dimension: die Begleitung im Moment der Leistung. Es geht nicht nur darum, Dinge zu verstehen – sondern darum, sie umzusetzen, wenn es zählt. Manchmal braucht es dafür ein langes Gespräch. Manchmal reicht ein einziges Wort: Eisberg.

    Welches Wort würde bei dir passen? Wenn du daran arbeiten willst, nimm gern zu Experten und Expertinnen in deiner Nähe (zur Übersicht) oder zu mir (zum Profil von Janosch Daul) auf. 

    Nimm Kontakt auf!

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    Danijela Bradfisch: Was wäre, wenn es keine Blockade ist, sondern Entwicklung?

    Von einem Tag auf den anderen klappt die Bewegung nicht mehr. Der Spezialwurf geht häufiger daneben als ins Ziel. Die Kür kippt immer an der gleichen Stelle. Im Sport sind solche Blockaden nicht selten. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. So dramatisch sie wirken, stellen sie meist nur eine vorübergehende Herausforderung dar, die durch gezielte Unterstützung lösbar ist. Nicht jedes auffällige Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist also “pathologisch” zu deuten, sondern kann Ausdruck eines Entwicklungsprozesses sein, der Begleitung, Stärkung und Orientierung braucht.

    Zum Thema: Coaching im Kinder- und Jugendalter

    Als Mutter oder Vater oder auch Trainer denkst du jetzt vielleicht: “Naja, stimmt schon, aber es ist doch nur Freizeit- und Breitensport. So schlimm ist es dann doch nicht, dass es gleich die Sportpsychologie braucht.” Da halte ich dagegen. Denn egal ob im Nachwuchsleistungssport oder im Breitensport von Kindern und Jugendlichen: Der Sport ist ein Lernfeld fürs Leben. Kinder und Jugendliche erleben dort täglich echte und wertvolle Situationen: mit Druck umgehen, Rückschläge verkraften, im Team funktionieren, Verantwortung übernehmen, an sich selbst glauben und ihr eigenes Körpergefühl festigen – und sie lernen, damit umzugehen.

    Viele dieser Herausforderungen sind ähnlich wie im schulischen oder familiären Alltag – nur greifbarer und direkter. Eine Niederlage, ein Fehler im Spiel, Lampenfieber vor einem Wettkampf – das sind Momente, in denen Entwicklung passiert. Und genau da lohnt es, mit Hilfe der Sportpsychologie anzusetzen. Training entwickelt vor allem den Körper. Coaching ergänzt genau dort, wo es entscheidend wird: im Kopf und im Zusammenspiel mit dem Körper.

    Was Coaching bringt

    Es hilft Kindern und Jugendlichen:

    • ihre Emotionen und Reaktionen zu verstehen

    • mit Druck und Unsicherheit umzugehen

    • Selbstvertrauen aufzubauen

    • Blockaden zu lösen

    Das Ergebnis ist nicht nur mehr Leistung, sondern vor allem eine stabile Leistung. Und genau diese Stabilität ist die Grundlage für echte Leistungsentwicklung – im Breitensport wie im Nachwuchsleistungssport. So wirkt Coaching: nicht als Therapie, sondern als Unterstützung, um aus diesen Situationen zu lernen und stärker daraus hervorzugehen. 

    Trainer und Eltern haben dabei eine enorme Chance. Sie sind oft die ersten, die solche „Blockaden“ oder Unsicherheiten sehen – und können sie als Entwicklungsschritt begleiten, statt sie vorschnell zu bewerten. Mit der richtigen Unterstützung wird aus einem Problem eine Lernchance.

    Fazit

    Leistungsschwankungen im Jugendalter sind normal – sie entstehen durch die Dynamik von Körper und Kopf. Wer diese versteht und gezielt begleitet, schafft stabile Leistung und echte Entwicklung. Training macht den Körper besser. Coaching sorgt dafür, dass die Leistung auch abrufbar ist.

    Wir von Die Sportpsychologen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Danijela Bradfisch) sind gern bereit, euch gezielt zu unterstützen und zu begleiten. Ich arbeite seit 20 Jahren mit Kindern und Jugendlichen. Für mich ist es eine Berufung, die über Umwege bis heute mein Leben gestaltet und dies auch in Zukunft tun wird. Weil es mir Spass macht, Entwicklungen anzugehen, fortzuführen und immer neue junge Menschen zu begleiten. Sie wachsen zu sehen – trotz oder gerade wegen ihrer individuellen Herausforderungen.

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    Wolfgang Seidl:  Warum du Matches verlierst, die du gewinnen müsstest

    Im Tennis entscheidet selten nur die objektive Spielstärke über Sieg oder Niederlage. Immer wieder sieht man Matches, in denen vermeintlich klar überlegene Spieler gegen schwächere Gegner verlieren. Die Analyse zeigt dabei oft: Es ist nicht der Gegner, der gewinnt, es ist der Favorit, der sich selbst schlägt. Dieses Phänomen ist selbst im Leistungssport kein Randthema, sondern ein wiederkehrendes Muster. Gerade im Tennis, wo es keine Teamdynamik gibt, keine taktischen Auswechslungen und keine externe Korrektur während des Spiels, ist der Athlet vollständig auf seine eigene mentale Stabilität angewiesen.

    Zum Thema: Mentale Stärke im Tennis

    Ein klassischer Auslöser ist die Erwartungshaltung. Ein Spieler geht in das Match mit der Überzeugung: „Das muss ich gewinnen.“ Diese scheinbar harmlose Haltung verändert die gesamte mentale Ausgangslage. Statt frei zu spielen, entsteht Druck. Jeder verlorene Punkt wird nicht mehr als Teil des Spiels akzeptiert, sondern als Abweichung vom „Plan“.

    Beispiel: Ein Topgesetzter trifft auf einen Qualifikanten. Zu Beginn läuft alles normal, doch beim Stand von 4:4 schleichen sich erste leichte Fehler ein. Statt ruhig zu bleiben, denkt der Favorit: „Das darf nicht passieren.“ Die Folge: erhöhte Muskelspannung, vorsichtigeres Spiel, weniger Risiko. Der Gegner hingegen spürt die Unsicherheit und spielt befreiter.

    Der Fokus verschiebt sich

    Ein weiterer zentraler Mechanismus ist die falsche Aufmerksamkeitssteuerung. Spieler beginnen, sich mehr mit dem Ergebnis als mit dem Prozess zu beschäftigen.

    Typische Gedanken:

    • „Ich darf jetzt keinen Breakball zulassen.“ 
    • „Wenn ich diesen Satz verliere, wird es eng.“ 
    • „Das Match darf ich nicht hergeben.“ 

    Diese Gedanken führen weg von der eigentlichen Aufgabe, den nächsten Punkt klar und strukturiert zu spielen. Die Aufmerksamkeit springt in die Zukunft, und damit geht die Kontrolle über den aktuellen Moment verloren.

    Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein Spieler führt klar mit 6:2, 3:1. Statt weiterhin mutig zu agieren, beginnt er, „zu verwalten“. Die Schläge werden kürzer, die Entscheidungsgeschwindigkeit sinkt. Der Gegner kommt zurück ins Spiel,  nicht weil er plötzlich besser spielt, sondern weil der Favorit seinen eigenen Rhythmus verliert.

    Emotionale Überreaktionen

    Schwächere Gegner spielen oft unkonventioneller. Sie haben weniger zu verlieren, variieren mehr und treffen auch unorthodoxe Entscheidungen. Das kann beim Favoriten Frustration auslösen.

    Beispiel: Ein Spieler ärgert sich über „glückliche Punkte“ des Gegners – Netzroller, Linienbälle, unsaubere Schläge, die dennoch im Feld landen. Statt diese als Teil des Spiels zu akzeptieren, bewertet er sie emotional. Die Konsequenz: Ärger, negative Körpersprache, sinkende Konzentration.

    Diese emotionale Reaktion kostet Energie, und zwar genau die Energie, die für die eigene Leistung notwendig wäre.

    Das Selbstbild gerät ins Wanken

    Ein besonders kritischer Punkt ist die Identität des Spielers. Wenn jemand überzeugt ist: „Ich bin klar besser“, dann passt eine enge Spielsituation nicht zu diesem Selbstbild. Es entsteht ein innerer Konflikt.

    Es kommen Gedanken hoch, wie:

    • „Warum passiert mir das?“ 
    • „Das ist peinlich.“ 
    • „Ich darf hier nicht verlieren.“ 

    Dieser innere Druck verstärkt die Unsicherheit. Der Spieler kämpft nicht mehr nur gegen den Gegner, sondern gegen die Situation und gegen sich selbst.

    Was erfolgreiche Spieler anders machen

    Mental stabile Spieler unterscheiden sich nicht dadurch, dass sie solche Situationen nicht erleben, sondern dadurch, wie sie damit umgehen.

    1. Akzeptanz statt Bewertung
      Sie nehmen den Spielverlauf an, ohne ihn sofort zu bewerten. Ein enger Spielstand gegen einen schwächeren Gegner ist für sie kein Problem, sondern eine neutrale Information. 
    2. Konsequenter Prozessfokus
      Sie richten ihre Aufmerksamkeit strikt auf den nächsten Punkt: Aufschlagplatzierung, Return-Position, erste Ballentscheidung. Das Ergebnis bleibt im Hintergrund. 
    3. Klare Routinen zwischen den Punkten
      Gerade in kritischen Phasen stabilisieren sie sich über feste Abläufe: kurzer Blick auf die Besaitung, bewusste Atmung, klares inneres Signal („nächster Punkt“). Diese Routinen wirken wie ein Reset. 
    4. Emotionale Kontrolle
      Sie erlauben sich Emotionen, aber sie lassen sich nicht von ihnen steuern. Ein Netzroller wird registriert, aber nicht dramatisiert. 

    Um diesen Herausforderungen im Tennis souverän begegnen zu können, braucht es ein stabiles mentales Fundament, und dieses muss ebenso systematisch trainiert werden wie Technik und Taktik.

    Fazit

    Wenn ein Tennisspieler gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner verliert, liegt die Ursache selten in der Technik oder Taktik allein. Viel häufiger ist es ein mentales Zusammenspiel aus Erwartungsdruck, Fokusverlust und emotionaler Instabilität.

    Die entscheidende Kompetenz ist daher nicht, solche Situationen zu vermeiden, sondern sie zu erkennen und gezielt zu steuern. Denn im Tennis gilt mehr denn je: Das größte Hindernis steht oft auf der eigenen Seite des Netzes.

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    Dr. Hanspeter Gubelmann: Diagnose ADHS – wie ein offener Umgang auch Eltern hilft

    Konfrontiert mit der Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) entschied sich unsere Tochter Catia für einen offensiven und öffentlichen Weg im Umgang mit ihrer Neurodivergenz. Ihr erstes Interview mit einer regionalen Schweizer Tageszeitung Anfang 2024 fand schnell nationale Beachtung. Seither haben die NZZ, FAZ, Stern.de, das ZDF und das Schweizer Fernsehen (SRF) ihre Story aufgegriffen. Besonders informative und kreative Ansätze im Umgang mit ADHS liefert dabei die ZDF-Doku „RE:TURN: ADHS als Gamechanger“ (Link siehe unten)

    Mehr zum Thema: Umgang mit ADHS aus Elternperspektive

    Sind junge Sportler:innen mit einer ADHS-Diagnose konfrontiert, ist das private und sportliche Umfeld sogleich mit involviert. Eltern, Trainer:innen und die Peers sind herausgefordert und müssen einen passenden Umgang mit den Betroffenen lernen. Auch die ZDF-Journalist:innen haben die Diskussion mit uns Eltern gesucht, verständlicherweise finden unsere Erläuterungen nur am Rande Erwähnung. Trotzdem -oder wie im (Nachwuchs-)Leistungssport häufig beschrieben – gilt auch hier: ohne Eltern geht es nicht.

    ADHS-Facts: Bewegung und Sport wirken positiv auf die Neurodivergenz

    Für ADHS sind drei Hauptsymptome charakteristisch: Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang), Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit) und Impulsivität (unüberlegtes Handeln). Gemäss Bundesministerium für Gesundheit (D) zählt ADHS zu den häufigsten psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Metaanalysen berichten von einer ADHS-Prävalenz im Kindes- und Jugendalter von 5.3% bis 7.2%, wobei im Leistungssport von einer etwas höheren Verbreitung ausgegangen wird. 

    Berg & Claussen (2020) vermuten einen sportbezogenen Vorteil: «Der vielleicht naheliegendste Grund hierfür ist der inhärent erhöhte Bewegungsdrang bei Personen mit ADHS, der dazu führen kann, dass Betroffene vermehrt sportlich aktiv sind. Eine über längere Zeit ausgeübte sportliche Aktivität kann die ADHS-Kernsymptomatik von ADHS, ebenso wie den Schweregrad der Komorbiditäten, reduzieren.» Üblicherweise erfolgt eine multimodale Therapie bestehend aus Psychoedukation, Verhaltenstherapie und medikamentöser Behandlung, häufig ergänzt durch Elternschulung und Familientherapie.

    Die persönliche Überforderung als Vater…

    Meine Selbsterkenntnis mag lapidar klingen: Ich bin kein Experte im Umgang mit ADHS. Als angewandt tätiger Sportpsychologe bringe ich u.a. ein breiteres Wissen in klinischer Psychologie mit, trotzdem kam ich in der Rolle eines betroffenen Vaters auch an Grenzen meiner Beanspruchungsfähigkeit («Resilienz»), meines Verständnisses und meiner Geduld. Catias «Chaos im Kopf» manifestiert sich mitunter in emotionalen Ausbrüchen, Wutanfällen und selbstdestruktiven Verhaltensweisen, die mich an den Rand der Überforderung brachten. Ich merkte, dass auch wir Eltern dringend auf Unterstützung, Austausch und zwischenmenschlichen Halt angewiesen sind.

    Andererseits komme ich nicht umhin, meinen Wissensstand zu schärfen, mich im Kontakt mit anderen betroffenen Eltern und Trainer:innen zu engagieren und meine Haltungen und Handlungen im Rahmen von Supervisions- und Interventionsangeboten zu reflektieren. Besonders hilfreich dazu waren Teilnahmen an psychoedukativen Ausbildungsseminaren sowie die Lektüre sportbezogener Fachliteratur – hier verweise ich gerne auf den Blog meiner Kollegin Cristina Baldasarre (siehe mehr zum Thema), die in ihrer psychotherapeutischen Praxis häufig in Kontakt mit Sportler:innen mit ADHS-Diagnose steht.

    … und was mich Catias Medienarbeit lehrt

    Catia feiert im kommenden August ihren 25. Geburtstag.  Sie ist erwachsen und geht motiviert und selbstbewusst ihren Lebensweg. In unserer «Familienkonferenz» haben wir mit ihr diskutiert, ob und wie sie ihren Umgang mit der Neurodivergenz auch öffentlich thematisieren will. Sie hat sich schliesslich dafür entschieden, sich zu «outen» und in den Medien Stellung zu nehmen: authentisch, selbstkritisch und beispielhaft. Ihre Beweggründe sowie «dos und dont’s» im medialen Diskussionsrahmen beschreibt sie in einer Stellungnahme für die-sportpsychologen.de folgendermassen:

    Meine grundsätzlichen Überzeugungen

    Die öffentliche Diskussion, die Catia mit ihrer Präsenz auslöst, spüre ich auch, wenn ich in Vereinen und Verbänden Referate zum Thema «Elterncoaching» halte. Sehr häufig werde ich auf meine Erfahrungen mit ADHS angesprochen und um eine Stellungnahme aus Sicht des Vaters gebeten. An Catias Beispiel leite ich ab, welche grundsätzlichen Überzeugungen ich vertrete. 

    – Eltern von jungen Sportlerinnen mit ADHS sollten den Sport primär als wertvolles Instrument zur Stärkung des Selbstwertgefühls, des Selbstbewusstseins, der Konzentration (kognitive Fähigkeiten) und der sozialen Kompetenzen begreifen. Verstärktes Elterncoaching im Rahmen der ADHS-Thematik begrüsse ich sehr!

    – Mein persönlicher («passender») Umgang mit unserer Tochter erforderte stets eine Mischung aus Geduld, Zuversicht, Zugewandtheit, kommunikativer Skills, Leidensfähigkeit, Präsenz – und auch das Aushalten von Distanz. Wenn ich von Catia weiss (und lese), dass sie sich bei uns jederzeit willkommen fühlt und sich unserer Unterstützung gewiss ist, fühle ich mich in meiner Rolle als Vater bestätigt.

    – Ein positiver, mutiger und engagierter Umgang mit ADHS kann und darf nicht über die mitunter leidgeprägten und desaströsen Schattenseiten hinwegtäuschen, mit welchen heranwachende Menschen aufgrund ihrer Neurodivergenz konfrontiert sind. Ein effekthascherischer, simplifizierender und unsensibler Umgang mit dieser Thematik erweist insbesondere jungen Sportlerinnen einen Bärendienst. Wenn TV-Star Heidi Klum die Metapher ihrer «ADHS-Superpower» medienwirksam zelebriert, die sie tausend Dinge gleichzeitig erledigen lässt, bleibt vielen von ADHS betroffenen Jugendlichen und deren Familien nur ein ungläubiges Staunen – und Wut darüber, eben nicht über diese Superpower zu verfügen! Selbstverständnis und Haltung der Sportpsychologie im Umgang mit ADHS definiere ich – wie oben ausgeführt – ganz anders! 

    Und: Der Referent:innen-Pool von www.die-sportspychologen.de (zur Übersicht) bietet auch in diesem Themenbereich umfassende Expertise an und steht Interessent:innen bei Anliegen und Fragen gerne zur Verfügung.

    «Wie aus Schwäche Stärke wird.»

    Die Überschrift zum tiefgründigen ZDF-Beitrag könnte Catias Überzeugung entsprungen sein: Die Dokumentation erzählt inspirierende Geschichten junger Menschen, die in Krisen neue Wege einschlagen. Auch für junge Sportler:innen steckt die neurologische Besonderheit voller Kreativität, Energie und neuer Perspektiven. Hintergründe und Motive für ihr mediales Coming-out schildert uns Catia in der Doku gleich selbst 🡪 Video: RE:TURN: ADHS als Gamechanger

    Weitere Veröffentlichungen:

    https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/sprinterin-catia-gubelmann-im-interview-ueber-spitzensport-mit-adhs-accg-200677549.html

    https://www.stern.de/sport/catia-gubelmann-ueber-adhs—die-diagnose-war-eine-befreiung-fuer-mich–37278834.html

    Anmerkung: Die Beiträge befinden sich hinter einer Paywall – auf Anfrage (h.gubelmann@die-sportpsychologen.ch) sind diese beim Autor erhältlich.

    ZDF Doku: „RE:TURN: ADHS als Gamechanger“

    Quelle: Screenshot ZDF

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    Mehr zum Thema:

    Literatur:

    Leithäuser, R. & Beneke, R. (2013). Sport bei ADHS – Plan für Desaster oder verschenkte Ressource? Dtsch Z Sportmed.  64: 287-292.doi:10.5960/dzsm.2013.096

    Berg, X, & Claussen, M.C. (2020). Sportpsychiatrie und -psychotherapie. ADHS im Leistungssport. DNP – Der Neurologe & Psychiater; 21 (5): 37-42.

    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/kindergesundheit/aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

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