Manchmal lohnt es sich, mehrere Sprachen zu sprechen. Dann versteht man nämlich fast alles, was vom Streckenrand aus den Fahrerinnen und Fahrern zugerufen wird. Kürzlich so geschehen beim UCI Mountainbike Cross Country Rennen in Nové Mesto, Tschechien. An einer Kurve in einem harten Aufstieg konnte ich die Coaches verschiedener Teams und Nationalmannschaften bei der Arbeit belauschen..
Zum Thema: Kommunikationstipps für Trainer*innen im Wettkampf
Teilweise beeindruckend, teilweise amüsant, teilweise erschreckend. Hier ein kleiner schon übersetzter und kommentierter Ausschnitt aus der Sammlung:
„Los, fahr vor, lass dich nicht hängen!“ Dem Fahrer hängt die Zunge aus dem Mund, er ist ersichtlich am Ende seiner Kapazitäten.“Los!“ hat sicher nicht geschadet. „Lass dich nicht hängen!“ wirkt in so einem Fall eher kontraproduktiv. Erstens, weil der Aufruf sagt, was nicht passieren soll, da gleichzeitig das Hängenlassen aber im Kopf bleibt. Die Verneinung wird in einer Stresssituation vom Unbewussten nicht zurückbehalten. Zweitens, weil die Formulierung wie ein Vorwurf verstanden werden kann: du lässt dich hängen! Wenn der Fahrer den Eindruck hat, der Coach sei enttäuscht, und er habe müde Beine und noch viele Kilometer vor sich, lässt die Kraft nach. Diese Coaching-Intervention hat nicht positiv gewirkt, der Fahrer wurde ein paar Meter weiter erneut überholt.
„Super, Fritz (Name geändert), super“ Das konnte ich oft hören. Fährt ein Fahrer gerade wirklich super, ist dieses Ansporn top. Es bestärkt, ist einfach und geht direkt ins Ohr. Mehr braucht es in einem solchen Fall nicht. Fährt ein Fahrer aber gerade nicht super und weiß das auch, dann ist diese Ermutigung Gift. Besser nichts sagen, wenn einem nichts Besseres einfällt!
„54! Du hast 18 Sekunden auf 53.“ Ganz schlecht. Der Fahrer ist mit einer weitaus besseren Startnummer unterwegs, hat also gerade eine für seine Verhältnisse schlechte Platzierung. 18 Sekunden sind in Runde vier eines Cross Country Rennens lang. Schwer vorstellbar, dass diese Intervention Flügel verleiht.
„Xaver (Name geändert) vor dir hat einen Platten!“ Top Information. Der Fahrer selbst kann den Kollegen mit dem Platten vor sich noch nicht sehen, weiß jetzt aber, dass er ihn gut einholen und überholen kann. Das spornt an. Super gemacht!
„Genau so weiter! Sehr gut! Einfach dranbleiben! Du hast Zeit.“ In einem solchen Fall top. Der Fahrer fühlt sich bestärkt, er hat eine taktische Anweisung, die leicht verständlich ist. Außerdem suggeriert diese Intervention, dass der Trainer ihm zutraut, später zu überholen.
Liebe Trainer: Bitte lasst euch in Sachen Wettkampfbetreuung beraten. Die Sportpsychologen (zur Übersicht) wissen, was am besten ankommt und wie ihr in einem Rennen das Beste aus den Sportler*innen herausholen könnt. Nehmt dazu gern zu meinen Kolleg*innen oder mir Kontakt (zur Profilseite) auf.
Mit Die Sportpsychologen erreichen wir nicht nur den Profi-Sport oder ambitionierte Athleten und Athletinnen aus diversen Sportarten, sondern auch ganz klassische FreizeitsportlerInnen. Mehr noch: Wenn Fragen an uns herangetragen werden, egal aus welchem Bereich sie stammen, dann lassen sich diese meist auch disziplinübergreifend beantworten. Soll heißen: Viele sportpsychologische Fragestellungen ergeben sich aus einem komplexen Themenmix, die Antworten haben dann meist unterschiedliche Facetten. Da ist es nur gut, dass unsere ExpertInnen keine FachidiotInnen sind, sondern selbst mehrere inhaltliche Disziplinen bedienen und selbst aus dem Sport kommen. Kürzlich erreichte uns eine Frage aus dem Amateur-Basketball.
Zum Thema: Umgang mit Verletzungen
Die konkrete Anfrage lautete: In meinem zweiten Basketball-Training habe ich mir eine Zerrung an der rechten Bauch/Hüftseite zugezogen und habe Angst, dass es immer wieder passiert. Basketball macht mir echt Spaß. Letzter Ballsport ist 12 Jahre her und seitdem besuche ich das Fitnessstudio seit 6 Jahren. Basketball ist also ein schöner und willkommener Ausgleich. Ist nur blöd, wenn ich mir immer wieder vielleicht ne Zerrung hole?
Die Frage: Wie kann ich zukünftig Zerrungen vorbeugen, damit ich weiterspielen kann und nicht auf Basketball verzichten muss?
erst einmal ist das eine Frage, die ein guter Physio beantworten sollte. Denn es ist ja ein Unterschied, ob du im Gym trainierst oder in der Halle beim Basketball. Andere Belastung, neue Bewegungsabläufe. Die Frage ist: Braucht es eine bestimmte Vorbereitung, um die neuen Bewegungen im Basketball unfallfrei ausführen zu können? Und dann entsprechend trainieren, vielleicht sogar im Gym mit neuen Übungen.
Aus sportpsychologischer Sicht könntest du dir die Frage stellen, wie du es grundsätzlich merkst, wenn du die Grenzen deiner aktuellen Belastbarkeit erreicht hast? Verletzungen wie Zerrungen entstehen ja häufig dann, wenn man die ersten Signale für “es reicht” nicht bemerkt hat. Gerade in einem Team-Kontext passiert das leicht. Man möchte mit den anderen mithalten, man möchte dem Team helfen, da ist vielleicht ein Muskel schon leer, und man gibt trotzdem nochmal Gas.
Hilfreich dabei kann ein Achtsamkeitstraining sein, in dem du lernst, die Signale deines Körpers und deiner Seele zeitnah und präzise wahrzunehmen. Damit entwickelst du ein gutes Gespür für deinen Körper und kannst rechtzeitig merken, wenn es reicht. Das ist die beste Verletzungsprophylaxe.
Da antworte ich dir zuerst einmal als Sportmediziner. Wie Anke schon gesagt hat, ist erst einmal wahrscheinlich, dass eine neue Bewegung auf eine hierfür nicht adäquat vorbereitete Muskulatur, besser Nerv-Muskel-System, getroffen ist, die koordinativ nicht entsprechend reagiert hat und damit zu einer strukturellen Schädigung geführt hat. Hier gilt es erst einmal, die Verletzung konsequent auszuheilen und dann sich mit Vorübungen auf die im Basketball geforderten Bewegungen vorzubereiten.
Auch mental bedarf es gerade im unteren Leistungslevel einer Vorbereitung, damit nicht aus der “kalten Hose” eine Leistung abgerufen werden soll, auf die wir körperlich wie mental nicht vorbereitet sind. Wie Anke sagte, spielt hier natürlich auch der Konkurrenzkampf eine große Rolle, so dass Warnsignale nicht wahrgenommen oder übergangen werden, somit eine Überforderung erfolgt. Die strukturelle Schädigung/Verletzung ist dann vielleicht der letzte Schutzmechanismus und noch größere Schäden zu verhindern.
Gerade in den unteren Leistungssegmenten ist die Häufigkeit von Verletzungen aufgrund mangelnder Vorbereitung sehr häufig.
Bei der asp-Jahrestagung 2024 in Berlin war der Vortrag von Jasper Thöle ein Ausflug in eine besonders interessante Nische des Sports, dem Darts. „Let it Go – Ein Einblick in die psychologischen Wirkungszusammenhänge des Dart-Wettkampfes“ hieß der Beitrag des BSP-Absolventen. Mathias Liebing, Redaktionsleiter von Die Sportpsychologie, traf Jasper Thöle am Rande der Tagung zu einem Interview.
Zum Thema: Sportpsychologie im Dartsport
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Das Thema sportpsychologische „Schnellinterventionen“ hat für unser Feld eine gewisse Brisanz, denn neben den vielen anderen wichtigen Interventionen im Leistungssport (so z.B. physisches Training und Trainingsplanung sowie Bewegungslernen und -stabilisierung) haben Athletinnen und Athleten im Wettkampf-Vorbereitungsprozess nur wenig Zeit. Aber auch im unmittelbaren Wettkampfgeschehen könnten Schnellinterventionen ggf. durchaus positive Effekte zeigen. Erste Gedanken dazu für das Gebiet der Sportpsychologie findet man zusammenfassend im Lehrbuch Sportpsychologie von Stoll, Pfeffer & Alfermann (2010). Um so interessanter ist der Fakt, dass es hierzu offensichtlich keine Wirksamkeitsstudien zu dieser sportpsychologischen Maßnahme vorliegen.
Zum Thema: Schnellinterventionen – Was ist das oder was kann es sein?
In der Psychotherapie spricht man bei Kurzeittherapien von Interventionen mit bis maximal 24 Sitzungen. Dies wäre mit Einschränkungen bei weitem nicht das, was ich als Sportpsychologe unter einer Schnellintervention verstehen würde. Im Großen und Ganzen habe ich selten Interventionen, die über 24 Einzelsitzungen gehen. Hier hilft uns wahrscheinlich eher ein Blick in die Notfallversorgung oder -seelsorge weiter. Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) ist ein System psychosozialer Maßnahmen der kurz-, mittel- und langfristigen Unterstützung, Beratung und Therapie im Zusammenhang mit Notfallereignissen (z. B. Naturkatastrophen, Unfällen, Terrorakten, häuslichem Todesfall, plötzlichem Kindstod) und belastenden Einsatzsituationen (z.B. Einsätze mit vielen Toten und Verletzten, mit Kindern, bei eigener Lebensgefahr). Hier kommen geschulte Personen zum Einsatz um akute psychische Belastungen und Bedrohungen abzuwenden. Hier sehen die Einsatzkräfte die Klient*inne in der Regel nur maximal einmal, nämlich im Akutfall. Diese Versorgung ist dann allerdings auch in einer längerfristiges Therapiekonzept eingebunden (Beerlage, 2021).
Die lösungsorientierte Kurztherapie, auch lösungsfokussierte Kurzzeittherapie, ist eine spezielle Art der Gesprächstherapie, die von den Psychotherapeuten Steve de Shazer und Insoo Kim Berg 1982 erstmals vorgestellt wurde. Sie geht von dem Standpunkt aus, dass es hilfreicher ist, sich auf Wünsche, Ziele, Ressourcen, Ausnahmen vom Problem zu konzentrieren anstatt auf Probleme und deren Entstehung. Wie also unschwer zu erkennen ist, kommt dieser Ansatz aus der Psychotherapie. Es gibt auch noch andere sogenannte Schnellinterventionen, die wir vor allen Dingen aus den Bereichen der Krisen- und Notfallinterventionen kennen. Eine besondere Form der sogenannten Schnellinterventionen ist mit Einschränkungen die lösungsorientierte Kurzzeitherapie.
Was ist die lösungsorientierte Kurzzeitherapie?
Die lösungsorientierte Kurztherapie (und das ist die Form, die ich am leichtesten in den Sportbereich überführen könnte) verbreitet sich in den letzten Jahren auch in anderen Bereichen wie allgemein dem persönlichen Coaching, der Pädagogik, dem Management sowie der Seelsorge. Insbesondere verbreitet er sich in der Schweiz und in Teilen Deutschlands auch in der Sozialen Arbeit und in der Sozialpädagogik, sowie sogar auch in der Psychiatrie. Über die Wirksamkeit des lösungsfokussierten Kurzzeitkonzepts liegen mittlerweile mehrere Meta-Studien vor. Nach Kim (2008) sowie Wallace et al. (2013) konnte diese Form der Intervention bislang nur für internalisierende Störungen bestätigt werden, wobei es sich allerdings um kleine Effekte handle (die nahezu dem Effekt des Zufalls entsprechen).
Dabei wird davon ausgegangen, dass Klienten die „Experten“ sind, weil sie, wenn sie mit einem Problem in die Beratung kommen, immer auch schon eine Idee von ihrer Lösung mitbringen. Die individuellen Ideen sollen respektiert und mit den Klienten kooperativ weiterverfolgt werden, um ihnen die Nutzung ihrer Lösungsideen zu erleichtern und zu ermöglichen. Was also behauptet eine Lösungsfokussierung: 1.) positive Veränderungen von komplexen Situationen geschehen in kleinen Schritten, 2.) wenig Information genügt für die Wahl der nächsten Schritte; 3.) „Was macht jetzt schon den Unterschied zwischen besser/schlechter aus?“ entscheidet und nicht „wie ist es – wie kam es dazu?“; 4.) das konkrete Handeln in kleinen Schritten verdrängt das „theoretisch umfassend Verstehen wollen“; und hinzu kommt eine Unterstellung: „Alle Beteiligten sind interessiert an positiven Veränderungen“. Dabei verfolgt die Lösungsorientierung drei Grundprinzipien: Nämlich: „Repariere nicht, was nicht kaputt ist!“ sowie „“Finde heraus, was gut funktioniert und passt – und tu mehr davon!“ und „“Wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht gut genug funktioniert und passt – dann höre damit auf und versuche etwas anderes!“
Gelingt uns hier der Transfer in den Sportbereich?
Jetzt möchte ich eine sportpsychologische Schnellintervention nicht gleich mit einer „Notfallversorgung“ in einen direkten Zusammenhang bringen. Das sind schlichtweg zu verschiedene Settings, auch wenn die subjektive Wichtigkeit des Moments, in der ein Klient gereade steckt (z.B. ein Olympisches Finale) vielleicht im Ansatz vergleichbar ist. Aber schauen wir uns doch mal die oben genannten Überlegungen genauer an: Kleine Schritte, wenig Informationen, der Verzicht auf Bewertung einer Situation, konkretes Handeln sowie die Unterstellung: „alle sind an positiven Veränderungen interessiert“. Das erinnert mich doch sehr an das, was ich von den sogenannten „Halbzeitansprachen“, eventuell kurzen Gesprächen in der „Mixed Zone“ oder in einer kurzen Vorbereitung auf den nächsten Wettkampftag erwarten würde (und was ich auch so praktiziere, wenn ich mit Athlet*innen unterwegs bin).
Genau das ist es auch, was wir Mitte Mai 2024 zum Floorball Deutschland Final4 mit insgesamt 15 unserer Teilnehmer*innen des ersten asp-Nachwuchstagung (Praxis) umsetzen wollten, was uns allerdings auch nur zum Teil gelungen ist. Konkret fand am Wochenende eine Kurzzeitintervention statt. Zuvor, also in den Wochen vor dem Event, hatten einige Teams bereits Fragen zur Sportpsychologie eingereicht, die unsere Teilnehmenden beantwortet haben. Und während der Veranstaltung war von vielen Leuten in der Floorballszene das Interesse groß. Möglicherweise wird es eine Wiederholung des Formats geben – ob mit Kurzzeitinterventionen oder ohne. Dieser spezielle Bedarf entsteht eben aus der Situation. Ob nun am Frühstückstisch nach einer schlechten Nacht vor dem Wettkampf, zwischen zwei Wettkämpfen oder direkt nach dem Saisonhöhepunkt.
Beerlage, I. (2021). Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. https://doi.org/10.17623/BZGA:Q4-i140-1.0.
Kim, J.S. (2008). Examining the Effectiveness of Solution-Focused Brief Therapy: A Meta-Analysis. Research on Social Work Practice, 18, 107-116
Wallace J. Gingerich, Lance T. Peterson (2013). Effectiveness of Solution-Focused Brief Therapy. A Systematic Qualitative Review of Controlled Outcome Studies. Research on Social Work Practice, 23, 266-283.
Eishockey WM 2024 – Ein Jahr nach der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft 2023 in Finnland/Lettland sowie gut zwei Jahre nach dem Sensations-Silber bei den Olympischen Spielen sind die Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft sehr hoch. Wird es ihnen in den finalen Tagen der WM in Tschechien gelingen, erneut unter die besten Vier zu kommen oder sogar ins Finale vorzustoßen? Und was können andere Eishockey-Spieler von der deutschen Nationalmannschaft lernen?
Zum Thema: Sportpsychologie im Eishockey
Schon vor der WM machte Bundestrainer Harold Kreis klar, welche Bedeutung mentale Aspekte im Eishockey haben. „Wir fangen wieder bei Null an!“, sagte Kreis mit Bezug auf den WM-Erfolg im Vorjahr und in Bezug auf die stark veränderte Kaderzusammenstellung. Woran der Coach aber festhalten will, ist die grundlegende Überzeugung im Team bezogen auf die eigene Leistungsstärke. In einem Interview in ZDF Sportstudio vor dem Turnier betonte Kreis: Die Mannschaft bestehe aus “einer Gruppe von Spielern, die sagen: Wenn wir unser Spiel spielen, dann haben wir immer eine Chance zu gewinnen. Und das ist ein aggressives Forechecking, das ist Scheibenbesitz, das ist nach vorne und nicht defensiv. Es macht unheimlich viel Spaß für uns als Trainer, aber auch für die Spieler.“
An dieser Überzeugung haben auch die beiden Niederlagen im zweiten und dritten Gruppenspiel in Ostrava gegen Schweden und die USA nichts geändert. Nach dem Auftaktsieg gegen die Slowakei und vier Erfolgen gegen Lettland, Kasachstan, Polen und Frankreich hat sich das deutsche Team nun für das Viertelfinale qualifiziert. Im Kampf um das erwünschte Halbfinalticket geht es nun am Donnerstag um 16.20 Uhr gegen die Schweiz. Ausgang absolut offen.
Sportpsychologie im DEB-Betreuerstab
Als Beobachter und Sportmentalcoach, der in den vergangenen Jahren mit vielen Clubs, Verbänden, Teams und Einzelspielern zu tun hatte, begeistert mich – unabhängig vom Ergebnis des aktuellen WM-Viertelfinales – das grundsätzliche Auftreten des Teams. Es ist herausragend zu sehen, wie Kreis es auch bei diesem Turnier hinbekommt, eine Mannschaft aus den Einzelspielern zu formen. Eine Mannschaft, die mentale Stärke zeigt. Eine mentale Stärke, die darin liegt, dass jeder für jeden kämpft, niemand sich zu schade für einen „dreckigen“ Job ist, Fehler nicht groß diskutiert werden, stattdessen von den Mitspielern ausgebügelt werden und daraus gelernt wird. Er führt eine Mannschaft, deren Stärke es ist, sich ihrer eigenen Stärken bewusst zu sein.
Im neuen Trainer- und Betreuerstab ist mit Tom Kossak erneut auch ein Sportpsychologe aktiv. Diese Personalie zeigt, dass Coach Kreis kontinuierlich auf Mentaltraining setzt. Und dies darf im deutschen Eishockey gern als Fingerzeig verstanden werden.
Individuelle Kurs-Angebote
Zusammen mit meinen Kollegen und Kolleginnen von Die Sportpsychologen arbeite ich im Eishockey. In den Sommermonaten biete ich individuelle Präsenz- und Online-Trainings für Goalies, Spieler, Trainer und Schiedsrichter an, bei denen es um folgende Themen gehen wird:
Goalies
– Fokussierung – Beobachtungsfähigkeit – Entscheidungsschnelligkeit – Selbstvertrauen – Konzentration – Ereignisse ausblenden die einen negativ beeinflussen könnten
Spieler
– eigene Ziele für kommende Saison definieren – Aufmerksamkeitstraining – Wettkampfroutinen üben – Entspannungs- und Regenerationtools
Coaches
– Achtsamkeit – Selbstregulation – Kommunikationstraining – Ausgleich zwischen positiver Erregung und fokussierter Ruhe
Schiedsrichter
– Stressresistenz üben – Körpersprache – Fokus – 100% im Spiel präsent sein – Mit Fehlentscheidungen umzugehen – Routinen zu kreieren
Mein Angebot an dich, dein Team, deinen Verein oder deinen Verband
Auf Anfrage bekommt ihr von mir weiterführendes Informationsmaterial. Tipp: Wenn ihr als Verein, Team oder in kleinen Gruppen anfragt, kann ich mit euch gemeinsam gern ein individuelles Angebot erarbeiten:
Den vielen, vielen AbsolventInnen der Sportpsychologie, die inzwischen im deutschsprachigen Raum ausgebildet werden, begegnet der im Oktober 2014 verstorbene Prof. Dr. Hans Eberspächer nur noch in Büchern oder als zentrale Figur guter Erzählungen. Dabei ist Eberspächer viel mehr: Einer, vielleicht der Gründervater der angewandten Sportpsychologie. Ein Visionär, ein Kämpfer und ein Teamplayer. Die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland hat im Rahmen der asp-Jahrestagung 2024 in Berlin Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann und Prof. Dr. Jan Mayer eine Laudatio auf ihren Wegbereiter sprechen lassen. Mathias Liebing, Redaktionsleiter von Die Sportpsychologen, traf Prof. Dr. Jan Mayer zu einem Interview über Prof. Dr. Hanspeter Eberspächer.
Zum Thema: Prof. Dr. Hanspeter Eberspächer, Wegbereiter der angewandten Sportpsychologie
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Freitag, 17. Mai 2024. Dieses Datum soll als Zäsur in die Sportgeschichte eingehen. Es soll für einen offeneren und vor allem vorurteilsfreien Umgang mit dem Thema sexueller Orientierung im Profi-Fußball stehen. Nach ersten Verlautbarungen im November 2023 wurde für diesen Tag sogar ein Gruppen-Outing von mehreren homosexuellen Profi-Fußballern erwartet. Die Initiative geht auf den Ex-Fußballer und Aktivisten Marcus Urban zurück.
Sportler und Sportlerinnen, die ein öffentliches Outing planen, können seit dem 17. Mai nun die geschaffene Plattform Diversoro (Link) nutzen. Eine Möglichkeit, Flagge zu zeigen. Aber ganz so einfach verhält es sich mit individuellen Outing-Prozessen dann eben doch nicht.Hier kommt nicht zuletzt die Sportpsychologie ins Spiel.
Zum Thema: Homosexualität im Fußball
Wir von Die Sportpsychologen unterstützen Sportler, Sportlerinnen, TrainerInnen, Vereine und Verbände. Auch in Begleitung von Outing-Prozessen. Hier beantworten wir die Frage, wie die Begleitung eines solchen Weges durch Sportpsychologen, Sportpsychologinnen oder qualifizierte MentaltrainerInnen aussehen kann?
Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen
Die Begleitung eines Outing-Prozesses ist wie jeder psychologisch begleitete Prozess sehr individuell und vor allem auf tiefem Vertrauen basierend. Die Frage nach dem ob und wann des “Outings” wird zentraler Mittelpunkt sein. Welche Ressourcen stehen zur Verfügung, welche Konsequenzen drohen und bin ich für diese gewappnet, bin ich bereit, diese auf mich zu nehmen?
Der Kontakt mit ebenso betroffenen Sportlern kann sehr hilfreich sein, vor allem der Austausch mit denen, die diesen Weg schon gegangen sind. Eine gemeinsame Initiative erleichtert die Entscheidung für sich einzustehen durchaus, somit kann ein “Gruppen-Outing”, wie von Marcus Urban angeregt, eine mögliche Hilfestellung sein.
Wenn man das Thema betrachtet, ist es aus meiner Sicht wichtig, dass es nur ein „großes“ ist, wenn der Spieler es selbst als dieses empfindet. Es kann eine Hilfe sein, dass es eine Gruppe gibt, die sich gleichzeitig traut, und genau so kann es ein Hemmnis sein, dass es einer Gruppe und einer öffentlichen Ankündigung bedarf, seine Orientierung ausleben zu können. Eine Begleitung kann dabei helfen, für sich zu reflektieren und eine unterstützende Rolle an seiner Seite zu wissen. Aus meiner Sicht kann sich diese Haltung oder Meinung auch im Laufe der Zeit ändern. Diese Veränderung sollte wahrgenommen werden und entsprechend dem persönlichen Gusto bearbeitet werden. Vielleicht reicht es ja auch, sich selbst zu akzeptieren, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Oder ist es einem wichtig, auch in der Öffentlichkeit seine Partnerschaft zeigen zu können, ohne Bedenken. Also so wie immer im psychologischen Kontext… Jeder so, wie er es braucht und will 🙂
Wichtig bleibt, dass ich mit gutem Gefühl sagen kann: Ich bin gut so, wie ich bin!
Queere Menschen sind Teil unserer Bevölkerung und nach aktueller Studienlage betreffen queere Themen immer mehr Personen, weil ein Outing vermeintlich einfacher geworden ist oder entsprechende Aufklärung Bestandteil des Heranwachsens ist.
Selbstverständlich bleibt es jeder Person überlassen, ob ein öffentliches Outing bevorzugt wird. Eine Akzeptanz der eigenen Person ist für die mentale Gesundheit jedoch von großer Wichtigkeit. Und auch ein Versteckspiel im Freundes- und Familienkreis kann nachweislich zu einer großen Belastung führen ebenso wie die Angst eines Fremdoutings, weil man als öffentliche Person des Sports vermeintlich auch im Fokus der gesamten Öffentlichkeit steht.
Zur Akzeptanz und Sensibilisierung sollten deshalb auch Sportvereine, Verbände, Trainer*innen beitragen. Was eint: queere Menschen gibt es nicht nur unter Spieler*innen verschiedener Altersklassen, sondern zahlenmäßig auch in den verschiedenen Ämtern im Sport, unter Schiedsrichter*innen oder auch unter Zuschauer*innen.
Homosexualität und queere Lebensrealitäten sind schon sehr lange Teil unserer vielfältigen Gesellschaft. Doch gerade im Fußball der Männer ist es noch ein viel zu großes Tabuthema. Mehr Öffentlichkeit und Sichtbarkeit sind wichtig, um dieses Tabu langfristig zu brechen und queeren Menschen im Sport damit noch besser zu unterstützen. Insgesamt gibt es in Deutschland positive Entwicklungen hinsichtlich der Unterstützung von Outing-Prozessen im Sport, aber es besteht weiterhin die Notwendigkeit, die Sensibilisierung zu erhöhen und Diskriminierung aktiv entgegenzuwirken, um ein wirklich inklusives Umfeld für alle Sportler zu schaffen. Denn die Akzeptanz der eigenen Person ist für die mentale Gesundheit enorm wichtig. Dabei bleibt die Begleitung eines Outing-Prozesses aber genauso wie andere psychologische Prozessbegleitungen eine individuelle Angelegenheit. Ein offenes Umfeld – wie der Sportverein, Trainer*innen und auch Verbände – welche eine klare, reflektierte und sensibilisierte Haltung zeigen, können in jedem Fall dabei unterstützen, wenn sich ein Athlet oder eine Athletin dazu entschließt, die sexuelle Orientierung öffentlich zu machen.
Methodenvielfalt: Lebendigkeit in Theorie und Praxis. So lautete der Untertitel der 56. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland (asp), die zwischen dem 9. und 11. Mai 2024 in Berlin stattgefunden hat. Im Rahmen der Tagung haben wir Prof. Dr. Andreas Marlovits, quasi den Gastgeber der diesjährigen Veranstaltung getroffen. Im Gespräch geht es explizit um das Thema Morphologie. Eine Methode mit Perspektive für die angewandte Sportpsychologie?
Zum Thema: Morphologie
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Knapp 20 Sportpsychologen und Sportpsychologinnen waren beim Final4, dem Pokalfinal-Wochenende von Floorball Deutschland, mehr mittendrin als nur dabei. Hautnah verfolgten sie die Partien, absolvierten Vorträge und Workshops, waren bereits im Vorfeld im Austausch mit SpielerInnen, TrainerInnen und Schiedsrichtern und realisierten vor Ort sogar einzelne Coachings. Kurzum: Die Premiere der asp-Nachwuchstagung (Praxis), die im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland (asp) von Die Sportpsychologen organisiert wurde, war ein voller Erfolg. Was aber bleibt von diesem Event?
Zum Thema: asp-Nachwuchstagung (Praxis)
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Highlight-Clip der asp-Nachwuchstagung (Praxis) 2024 in Berlin
Die erste asp-Nachwuchstagung ist Geschichte. Das Fazit fällt überaus positiv aus. Gelobt wurde insbesondere der enge Kontakt, der zwischen den Experten und Expertinnen der Sportpsychologie mit den Akteuren und Akteurinnen möglich war. Prof. Dr. Oliver Stoll, neben dem Schweizer Dr. Hanspeter Gubelmann einer der Mentoren der zweitätigen Veranstaltung: „Solch eine Nähe und ein vergleichbarer Zugang ist in anderen Sportarten, insbesondere im Profi-Sport, aus meiner Sicht unmöglich. Dennoch ist das Erleben für unsere Teilnehmenden im Prinzip gleich. Denn was sich an zwei Tagen in der Max-Schneling-Halle abspielte, ist in Bezug auf Professionalität, Leidenschaft und Kreativität absolut vergleichbar mit einem DFB-Pokalfinale oder einem Final4 im Handball.“
Hinzu kam, dass das Interesse der Floorball-Community an der Sportpsychologie enorm hoch war. Vor Ort sind zahlreiche Kontakte entstanden. Stoll: „In der Auswertung werden wir offen prüfen, wie wir das für die asp ja vollkommen neue Format der Nachwuchstagung für die angewandte Sportpsychologie weiterführen werden. Von Floorball Deutschland gab es schon Signale, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen.“
Kontaktaufnahme
Besonderes Bonbon für SpielerInnen, TrainerInnen, Schiris und Eltern aus der Sportart Floorball: Bis zum Mittwoch, den 22. Mai, können über das folgende Formular noch konkrete Fragen mit Bezug zur Sportpsychologie eingereicht werden, die von den Teilnehmenden der asp-Nachwuchstagung beantwortet werden:
Seit 2017 beschäftigen wir uns bei Die Sportpsychologen mit dem Thema E-Sports. Damals veranstalteten wir mit einem Berliner E-Sport-Organistation Penta Sports ein Barcamp, um in diese neue Welt des Hochleistungs- und Breitensports einzutauchen. Insbesondere Thorsten Loch (zur Profilseite) hat sich seither im E-Sport engagiert, betreut Organisationen und Athletinnen. In Kooperation mit Janek Subke, Journalismus-Student der Hochschule Magdeburg- Stendal ist nun ein Gastbeitrag über die digitale Faszination E-Sports entstanden.
Hinweis: Wir von Die Sportpsychologen entwickeln für E-Sport-Organisationen, Verbände sowie Athletinnen individuelle sportpsychologische Betreuungskonzepte. Professionell, diskret, zielgerichtet, innovativ und auf Augenhöhe helfen wir, sportliche Ziele zu erreichen. Darüber hinaus sind wir ein Ansprechpartner für Eltern, Partner von E-SportlerInnen oder AthletInnen Zum Thema mentale Gesundheit.
E-Sports – Digitale Faszination
von Janek Subke
Der Raum ist duster – bis auf eine Lichterkette, eine dimmbare Lampe und den flimmernden Monitor, in dem sich Dominik Westerwicks Brille spiegelt. Seine Augen sind gebannt auf den Bildschirm gerichtet, der PS5-Controller ist fest umklammert. Das Headset schirmt ihn von der Außenwelt ab.
Sein Interesse gilt EA Sports FC 24, dem neuesten Ableger der ehemaligen FIFA-Reihe von Electronic Arts. Seit geraumer Zeit führt die Spieleserie jedes Jahr die Liste der meistverkauften Videospiele in Deutschland an – auch Dominik kauft sie seit zehn Jahren regelmäßig. Dominik ist 21 Jahre alt. Fußball spielt in seiner Welt eine übergeordnete Rolle – nicht nur digital. In der Realität trainiert er eine Jugendmannschaft von Roter Stern Sudenburg, einem Magdeburger Stadtteilverein, und ist im selben Verein Torwart bei den Herren. Auf der Playstation spielt er für Selecao United.
Damit spielt Dome – wie ihn seine Freunde nennen – semiprofessionell Pro-Clubs. Pro-Clubs kommt in seiner Struktur dem echten Fußball am nächsten. Es gibt einen Ligamodus und jeder Spieler steuert einen der elf Charaktere des Teams. Dominiks Spieler heißt JxsTDom3. Er ist Innenverteidiger. Neben dem Controller bestimmt der Gamer auch das Pensum: Durchschnittlich vier Mal pro Woche spielt Dome wettkampfmäßig an der Konsole. Übertragen werden die Spiele auf Twitch oder Youtube.
Sein reales Leben trennt er vom Spiel. Wenn er für seine Ausbildung zum Kinderpfleger lernen muss oder bei Roter Stern Sudenburg gebraucht wird, sagt er Selecao United ab. Falls er nicht gerade spielt, geht er schwimmen, läuft oder fährt Fahrrad.
Psychische Erkrankungen sind auch im E-Sports ein Thema
Dass ein solcher Ausgleich wichtig ist, erklärt der Sportspychologe Thorsten Loch, der seit rund vier Jahren auch E-Sportler betreut: „Es ist halt nicht gesund, zwölf oder 13 Stunden am PC zu hocken. Wenn man dann auf die High Perfomer blickt – wie viele bleiben da mit psychischen Erkrankungen auf der Strecke?“ Seit Januar 2022 ist die Computerspiel-Störung laut ICD auch ein offizielles Krankheitsbild. Ohne Ausgleich und soziale Kontakte steht das Selbstkonzept auf wackeligen Beinen.
Im ersten Spiel des Tages geht es testweise gegen die türkische Profimannschaft Kasımpaşa S.K. Wenn der Spieler von einer Party spricht, ist oft kein Alkohol im Spiel. So nennt sich der Sprachchat, über den sich die Spieler:innen miteinander verbinden können. Ein Mitspieler verliert im Dribbling den Ball – Dominik motiviert: „Nicht schlimm, weiter geht’s!“ und gibt über den Instant-Messanger Discord laute Anweisungen. Er ist der verbale Koordinator der Abwehr und hat die Abseitsfalle und die Zuordnung im Blick. Währenddessen bewegt sich die Spielkamera im Sekundentakt, da der Gamer seine Position auf dem Spielfeld überblickt. Das Spiel geht mit 0:2 verloren.
Im Regal im Zimmer stapeln sich Gaming-Booster, also Nahrungsergänzungsmittel – das Produktversprechen: Sie sollen wach halten und die Psyche stützen. Dass Gaming kein Randphänomen mehr ist, hat demnach auch die Industrie entdeckt. Laut dem Jahresreport der deutschen Games-Branche spielten 2023 rund 60 Prozent der Deutschen zwischen sechs und 69 Jahren Videospiele. Wer Profi werden will, stößt auf große Konkurrenz. Höchstleistungen sind gefragt. Wie im traditionellen Sport dominiert oft der unrealistische Anspruch, immer perfekt spielen zu müssen. „So gerät man leicht in eine Negativspirale“, warnt Loch. Nicht umsonst werden Top-Talente auch sportpsychologisch betreut.
Zwei Siege, drei Niederlagen
Gegen den Liga-Konkurrenten Pro Clubs Elite geht es im zweiten Spiel: Der Gaming-Stuhl bewegt sich währenddessen keinen Millimeter. Auch der Kater Sammy, der wie ein Dieb um Dominiks Beine schleicht, erregt seine Aufmerksamkeit nicht. Das Ergebnis holt ihn zurück, seine Schultern entspannen sich: 7:0 steht auf dem Bildschirm. Hastig zieht er sein Handy aus der Tasche und tippt darauf herum. Nur wenige Minuten hat er dafür Zeit, dann ist die Mannschaft wieder komplett. Ein Testspiel und zwei weitere Punktspiele folgen. Die Bilanz des Abends: Zwei Siege, drei Niederlagen.
JxsTDom3 überrollt mit seinem Team den Gegner Pro-Cubs-Elite, Foto: Janek Subke
Janek Subke
Mit 21 Jahren ist Dome noch kein Rentner in der Gaming-Welt, aber deutlich älter als 25 sind nur wenige Profis. Ein Freund von ihm spielt in der Akademie des FC St. Pauli eFootball. Vom Profigeschäft und der Virtuellen Bundesliga (VBL) ist Dominik aber noch weit entfernt. Dort zählt die individuelle Stärke und nicht wie bei Pro-Clubs ein starkes Teamgefüge.
Seit der Saison 2023/24 hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine verpflichtende Teilnahme aller Erst- und Zweitligisten am virtuellen Wettbewerb beschlossen. Der 21-Jährige sieht darin eine Chance für den Nachwuchs.
Alexander Hodeck, promovierter Professor an der ISM Berlin, der International School of Management, der sich in seiner Forschung unter anderem mit den Entwicklungen im E-Sport beschäftigt, sieht das anders: „Verpflichtungen sind in diesem Fall nicht sinnvoll, weil die Motivation und die Qualität der Teilnehmenden darunter leiden könnten.“ Auch könne damit eine Konkurrenz für den Fußball in der vor allem jungen Zielgruppe geschaffen werden, ebenso in Bezug auf Sponsoren. Dass diese Bedenken nicht ganz unbegründet sind, zeigt die fortschreitende Professionalisierung des E-Sports: Vereine verpflichten beispielsweise Athletiktrainer und Ernährungsberater und bieten Auswahl- und Boot-Camps an.
Dominik blickt auf die digitale Zeitanzeige seines Handys, sie zeigt 22:45 Uhr. Es steht eine Besprechung mit den Vereinsmanagern an. Danach schaut er noch einen Film. Genug Gaming für heute.