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Chang-Hun Chung: „Viele Bodybuilder haben Probleme mit dem Selbstvertrauen“

Das Netzwerk Die Sportpsychologen bietet für echte Experten und Expertinnen eine optimale Darstellungsfläche. Auch wenn diese in sehr speziellen Sportarten aktiv sind. Neuestes Beispiel: Chang-Hun Chung. Der Essener (zum Profil) ist selbst erfolgreicher Bodybuilding-Athlet und will sich mit Hilfe von Die Sportpsychologen noch besser am Markt aufstellen. Mehr verrät der neue Profilinhaber im Interview:

Chang-Hun, welches persönliche Ziel verfolgst du als neuer Profilinhaber bei Die Sportpsychologen?

Ich möchte Sportlern, insbesondere Bodybuildern, dabei helfen, ihre mentale Stärke zu entwickeln und ihre sportlichen Ziele trotz der enormen Herausforderungen zu erreichen. Mein Fokus liegt darauf, sie in ihrer Wettkampfvorbereitung zu unterstützen, mentale Blockaden zu überwinden und eine gesunde Balance zwischen körperlicher und geistiger Belastung zu finden.

Aber zu dir und deiner Sportart: Inwiefern ist die Sportpsychologie im Bodybuilding eine noch zu wenig erzählte Geschichte, warum lohnt es sich – gerade aus deiner Perspektive – für Sportler und Sportlerinnen aus dieser Sportart ins Mentale zu investieren?

Auch wenn beim Bodybuilding alles darauf ausgerichtet ist, den Muskelaufbau und die Technik, wie zum Beispiel das Posing, zu perfektionieren, kommen psychologische Themen oft zu kurz. Viele Bodybuilder haben mit Selbstvertrauensproblemen zu kämpfen, und manche bekommen sogar Angst bei dem Gedanken, auf der Bühne zu stehen. Hier können sportpsychologische Methoden und Ansätze helfen, um mental stärker zu werden und die eigene Leistung zu pushen. Außerdem ist das Thema Essstörungen in der Bodybuilding- und Fitnessszene ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Es wird dringend Unterstützung durch Coaches benötigt, die Athleten nicht nur körperlich, sondern auch mental fit machen. Die strenge Diät, um den Körperfettanteil auf 3-4% zu reduzieren, kann ohne dass man es will, schnell in eine Essstörung führen. Während sportpsychologische Interventionen in vielen Mannschaftssportarten weit verbreitet und akzeptiert sind und immer mehr populär wird, sind sie im deutschen Bodybuilding noch immer selten (zumindest in Deutschland). Daher ist es von höchster Priorität, das Bewusstsein für die Bedeutung der Sportpsychologie in dieser Disziplin zu schärfen und entsprechende Ressourcen bereitzustellen, um eine ganzheitliche Entwicklung und Betreuung der Athleten im Bodybuilding zu gewährleisten.

Was hat dich neugierig auf Die Sportpsychologen werden lassen?

Die Möglichkeit, sich innerhalb des Netzwerks mit Expertinnen und Experten auszutauschen und regelmäßig die neuesten Entwicklungen in der Sportpsychologie zu erfahren, finde ich besonders wertvoll. Dies hat mein Interesse und meine Begeisterung für dieses Netzwerk am meisten geweckt.

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Zur Profilseite:

Chang-Hun Chung, Die Sportpsychologen
Chang-Hun Chung, Die Sportpsychologen

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Hinweis: Interessenten mit Wohnsitz in der Schweiz müssen den Nachweis erbringen, Fachtitelträger Sportpsychologie (FSP) oder ordentliches Mitglied der SASP zu sein. Für Fragen hinsichtlich des Experten-Netzwerkes steht Philippe Müller als Ansprechpartner zur Verfügung.

Philippe Müller

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mail: p.mueller@die-sportpsychologen.ch

Interessenten aus Deutschland oder Österreich können sich gern persönlich an folgende Ansprechpartner werden:

Redaktionsleiter:

Mathias Liebing ist Gründer und Redaktionsleiter der Plattform Die Sportpsychologen. Als freier Journalist mit dem Themenschwerpunkt Sportpsychologie arbeitet er für die ARD, DAZN, ZDF, SRF, MDR, Deutsche Welle und diversen Print- und Online-Medien. Sein Magister-Studium der Sportwissenschaften, der Medien- und Kommunikationswissenschaften und der Zeitgeschichte absolvierte er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mathias Liebing
mobil: +49 170 9615287
mail: m.liebing@die-sportpsychologen.de

Fachredakteur:

Prof. Dr. Oliver Stoll (* 5. Februar 1963) studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen Sportwissenschaft, Psychologie und Pädagogik sowie am College of Charlestin (S.C., USA). Er promovierte 1993 zum Dr. phil. im Fach Sportwissenschaft an der Universität Gießen und wechselte 1995 an die Universität Leipzig. Hier absolvierte er eine wissenschaftliche Assistentenzeit und habilitierte hier im Jahr 2000. Im Jahr 2002 folgte er einen Ruf auf eine Professur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sportpsychologie und Sportpädagogik an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Prof. Dr. Oliver Stoll
phone: +49 345 5524440
mail: oliver.stoll@sport.uni-halle.de

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Die Sportpsychologen: Du fragst, wir antworten

In vielen Spielsportarten geht es in die heiße Phase. Oft erreichen uns in diesen Wochen sehr konkrete Anfragen von Sportlerinnen und Sportlern, die sich kurz vor einem bestimmten Event hilfesuchend an unser Expertenteam wenden. Meist verbunden mit der Unsicherheit, ob in der Kurzfristigkeit noch etwas machbar sei? Pauschale Antworten gibt es darauf natürlich nicht. Aber wir haben einen Vorschlag: Trag hier deine Frage ein und unsere Experten und Expertinnen liefern dir einige Anstösse. Wenn du damit etwas anfangen kannst, nimm gern gezielt zu der Person auf, die dir den Tipp geschenkt hat. Ihr seid sofort im Thema und ein ganz wichtiger Schritt, um voranzukommen, ist getan.

Zum Thema: Fragen an Die Sportpsychologen

Egal, wo der mentale Schuh drückt. Wir von Die Sportpsychologen sind für dich da, wollen dir ganz konkret helfen. Da wir immer häufiger Anfragen von SportlerInnen, TrainerInnen oder Eltern bekommen, die gezielt unseren Rat suchen, bauen wir unseren Service aus. Wir bieten dir über ein einfaches Formular an, deine Anfrage loszuwerden. Einer oder vielleicht gleich mehrere ExpertInnen aus unserem Netzwerk antworten darauf. Das Wissen soll dir weiterhelfen. Und wenn du bei der Umsetzung unsere Hilfe brauchst oder du mehr wissen willst, nimm Kontakt zu unseren ProfilinhaberInnen aus deiner Sportart und/oder in deiner Nähe auf.

Wichtig: Die Antworten zu deiner Anfrage veröffentlichen wir anonymisiert, lediglich mit der Angabe der Sportart, der Alters- und Leistungsklasse. Die Idee dahinter ist, dass du dir für andere Themen Anregungen holen und die Arbeitsweise unsere ExpertInnen aus dem Netzwerk kennenlernen kannst. Bitte hab auch Verständnis, dass sich sehr spezielle Fragen ggf. gar nicht öffentlich beantworten, sondern wir uns nur persönlich bei dir melden. Gut zu wissen ist auch, dass sich manche komplexe oder individuellen Fragen nur sehr schwer pauschal beantworten lassen. Wenn wir das Gefühl haben, dass dein Anliegen besser in einem 1:1-Gespräch bearbeitet werden sollte, geben wir dir bescheid.

Zeit für eure Fragen

Nutzt das hier folgende Formular, um eure Fragen loszuwerden:

    Hinweis: Dieser Service von Die Sportpsychologen ist kostenlos. Kosten entstehen erst, wenn du dich mit einem Experten oder einer Expertin aus unserem Netzwerk auf eine Zusammenarbeit verständigst.

    Unser Online-Coaching:

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    Janosch Daul: Führung übernehmen – ein wahrer Leader sein!

    Keine Frage, wahre Führungsspieler sind im Fußball heiß begehrt – und rar gesät. Spieler, die auf dem Feld in besonderen Drucksituationen Verantwortung übernehmen, die emotionalisieren und motivieren, aber auch durch eine zielführende Kommunikation auf einer taktischen Ebene Mitspielern den Weg weisen. Spieler, die insbesondere auch außerhalb des Feldes die Werte des Teams verkörpern und regelmäßig mit den Trainern die Kommunikation zur Optimierung von Teamprozessen suchen. Als Sportpsychologischer Coach des Halleschen FC habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, den jungen Nachwuchsspielern Hilfestellungen in der Weiterentwicklung ihrer Führungskompetenzen zu geben. Dafür habe ich das „Leadershipcoaching“ ins Leben gerufen, innerhalb dessen ich mit den Führungsspielern regelmäßig an ihrer Leader-Performance arbeite. In diesem Artikel möchte ich konkrete Einblicke in meine sportpsychologische Arbeit mit Noah Riedel, Phil Riesner, Charles Kropp, Jamie Adam und Benicio Roschig, den Führungsspielern der U16, geben und dabei den Mehrwert dieses Formats verdeutlichen, indem ich die Leader auch selbst zu Wort kommen lasse.

    Zum Thema: Leadershipcoaching und warum nicht zuletzt Trainer davon profitieren

    Zu Beginn einer Zusammenarbeit im System NLZ steht eine saubere Auftragsklärung mit den Trainern der einzelnen Teams im Vordergrund. Dabei geht es darum, möglichst konkret auszuloten, wie die Sportpsychologie im Sinne der Trainer stimmig in den Trainingsalltag des jeweiligen Teams integriert wird. In diesem Zusammenhang habe ich den U16-Coaches, für die ich die Rolle eines Dienstleisters einnehme, einige sportpsychologische Angebote vorgestellt, die darauf abzielen, ihnen und ihrem U16-System ein Unterstützer zu sein. Die Trainer entschieden sich daraufhin u.a. für das Angebot des Leadershipcoachings sowie den „Führungszirkel“, bei dem es für mich in moderierender Funktion darum geht, die Führungsspieler und Trainer bezüglich aktuell relevanter Themen in einen lösungsorientierten Austausch zu bringen. Die Coaches nannten mir die Namen ihrer sechs Führungsspieler, woraufhin ich diesen mein Angebot vorstellte. Fünf von ihnen entschieden sich für die Zusammenarbeit. 

    Torwart Jamie berichtet über seine Gründe für das Annehmen des Angebots: „Einerseits sehe ich das Zusammenkommen als individuelle Möglichkeit, um mich persönlich und mental weiterzuentwickeln, andererseits auch als Chance, dem Team zu helfen, indem ich versuche, die Anliegen meiner Mitspieler in Zusammenarbeit mit den Trainern zu erfüllen und somit das Bestmögliche für mein Team herauszuholen. Das Team ist wie eine zweite Familie für mich, in der man Probleme zumindest für einen kurzen Zeitraum vergisst und Spaß hat! Daher bin ich bereit, aufopferungsvoll für sie, aber auch für mich stets das Beste herauszuholen.“ 

    Zweikampfmonster Phil dagegen verspricht sich durch die Coachings in Bezug auf seine persönliche Weiterentwicklung folgendes: „Durch die Coachings wollte ich u.a. mehr Selbstbewusstsein bekommen. Selbstbewusstsein ist in der heutigen Zeit viel wert.“

    Janosch Daul (Dritter von links) an der Seite der Führungsspieler

    Zielstellungen und Inhalte des Leadershipcoachings

    Ca. alle vier Wochen arbeiten wir in diesem Format zusammen. Dabei verfolgen wir folgende übergeordnete Zielstellungen und füllen die Coachings mit folgenden Inhalten:

    • Weiterentwicklung von Führungskompetenzen 

    Zunächst beschäftigten wir uns damit, welche Kompetenzen ein Führungsspieler, der ganzheitlich führen möchte, überhaupt benötigt. Wir erarbeiteten und dabei die vier Dimensionen motivierendes (1) und aufgabenorientiertes Leadership (2), primär auf dem Feld bedeutsam, soziales (3) und extern orientiertes Leadership (4), besonders außerhalb des Feldes von hoher Wichtigkeit, und besprachen, welche konkreten Aufgaben mit den einzelnen Dimensionen einhergehen. Mithilfe eines „Leaderchecks“ konnten die Führungsspieler zudem selbst einschätzen, wie es um ihre aktuellen Führungsqualitäten bestellt ist und konkrete nächste Schritte zur Weiterentwicklung ihrer Leaderkompetenzen definieren. In den darauffolgenden Coachings fokussierten wir uns auf die Arbeit an den Führungskompetenzen „Umgang mit herausfordernden Mitspielern“, „Feedback geben“ und „die Stimmung im Trainingsprozess gezielt beeinflussen.“ 

    • Persönlichkeitsentwicklung

    Pervin (2000) definiert Persönlichkeit als „jene Merkmale einer Person, die konsistente Verhaltensmuster erklären.“ Dabei entwickelt sich die Persönlichkeit im Laufe des Lebens weiter. Im Sportkontext gibt es sowohl Persönlichkeitseigenschaften, die für die Erbringung sportlicher Leistungen förderlich sind als auch solche, die hinderlich sind (Beckmann & Elbe, 2008). Gerade vor dem Hintergrund meiner Anstellung im Nachwuchsbereich ist neben der mentalen Leistungsentwicklung und der psychischen Gesunderhaltung insbesondere die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der noch sehr jungen Spieler eine Hauptaufgabe der sportpsychologischen Betreuung im NLZ. 

    Nach inzwischen über sechs Jahren Erfahrung in der Zusammenarbeit mit jugendlichen Leistungssportlern kann ich sagen, dass für mich insbesondere die Selbstreflexionsfähigkeit eine Kompetenz darstellt, die unbedingt noch zielgerichteter gefördert werden muss. Denn durch die bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst entsteht bewusstes Handeln, das positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung und Leistungsentfaltung einzahlt. Um diese Selbstreflexionsfähigkeit zu fördern, arbeite ich in meinen Coachings primär mit Fragen, welche die Jungs ins bewusste Nachdenken bringen und selbstständig Lösungen entwickeln lassen. So auch in den Führungsspielercoachings, in denen ein zentraler inhaltlicher Bestandteil darin besteht, Themen zu definieren, über welche die Leader, zumeist im Rahmen des Führungszirkels, in eine bewusste Kommunikation mit ihren Trainern treten wollen und vor allem die Art und Weise des Kommunizierens gemeinsam vorzubereiten. Mit ihren Coaches in Kommunikation zu treten, um Wünsche zu adressieren und Verbesserungsvorschläge einzubringen, stellt für viele Spieler eine Herausforderung dar, für die es Mut braucht und die eigene Komfortzone verlassen werden muss. Doch genau das ist es, was die Jungs wiederum auch als eine Persönlichkeit wachsen lässt, die Verantwortung übernimmt. 

    Angreifer Charles nimmt bei sich folgende Entwicklungen wahr: „Ich kann jetzt entspannter an manche Sachen rangehen und mache mir die Situation nicht mehr schlimmer als sie eigentlich ist. Ich habe offenere Gedanken bekommen und sehe vieles jetzt aus einer anderen und besseren Sicht. Und ich weiß auch besser als zuvor, wie man ein besserer Leader wird.“

    • Fördern von Teamprozessen

    In den Leadershipcoachings setzen sich die fünf Jungs mit teamrelevanten Themen auseinander und mit der Frage, wie sie in ihrer Rolle als Führungsspieler Teamprozesse gezielt beeinflussen können. Folgende Fragen haben wir dabei beispielsweise gemeinsam lösungsorientiert bearbeitet:

    • Wie kann ich gezielt mit kritikresistenten Spielern ins Gespräch kommen?
    • Was kann ich konkret tun, um die Stimmung im Training positiv zu beeinflussen?

    In Bezug auf die letzte Frage hat Abwehrass Noah für sich folgende Ansätze mitgenommen: „Ich kann die Stimmung als Leader positiv beeinflussen, indem ich erstmal selbst als gutes Beispiel vorangehe. Das heißt, dass ich selbst diese positive Stimmung lebe, indem ich lautstark dabei bin und alles gebe. Wenn Spieler gerade nicht so gut dabei sind, dann kann ich ihnen positiv zusprechen und es erstmal mit Lob anstatt mit Kritik versuchen.“

    Mit den gesammelte Lösungsimpulsen können sich die Spieler anschließend in der Fußballpraxis ausprobieren, um auf der Teamebene einen Unterschied zu machen. In den Führungszirkeln, welche die Spieler gemeinsam mit den Trainern und mir durchführen, werden viele Themen dann „rund gemacht“, indem sich den Spielern durch die zusätzlichen Perspektiven der Coaches neue Ansätze für ihr eigenes Handeln eröffnen. Auch die Trainer selbst bekommen in dem Zirkel Raum, um z.B. den Leadern ein Feedback bezüglich ihres Führungsverhaltens zu geben und Anliegen an diese zu adressieren, wodurch die Führungsspieler wiederum in die Verantwortung genommen werden, weitere Teamprozesse gezielt anzustoßen. 

    Phil sieht folgende Sinnhaftigkeit in den Führungszirkeln: „Der Meinungsaustausch zwischen den Trainern und uns ist sehr wichtig, damit wir besser vorankommen und die Kommunikation zwischen uns besser wird.“ 

    Von den zukünftigen Leadershipcoachings und Führungszirkeln verspricht sich Dauerläufer Benicio folgendes: „Ich erhoffe mir, dass ich mir neue Kompetenzen eines Leaders aneignen und auch an meinen Schwächen als Captain arbeiten kann. Außerdem hoffe ich, dass ich durch die Coachings meiner Mannschaft und mir selbst helfen kann.“

    Vom Führungsspieler- zum Einzelcoaching

    Über das Coaching im Kleingruppenformat hinausgehend bot ich den Leadern an, in einem Einzelcoachingsetting noch individueller an einzelnen Führungskompetenzen zu arbeiten. So entschied sich Noah beispielsweise dafür, an seinem Kommunikationsverhalten auf dem Feld zu arbeiten. 

    Er selbst meint dazu: „Ich habe mich dazu entschieden, ein Einzelcoaching zum Thema Kommunikation durchzuführen, weil ich mich selbst auf dem Spielfeld als zu leise empfunden habe und ich oft etwas im Spiel sage, was aber nur meine Nebenspieler betrifft. Kurz: Ich wollte lauter werden. Das Coaching habe ich als sehr hilfreich empfunden, da ich ehrlich sein konnte und Janosch ein sehr guter und geduldiger Zuhörer und Ratgeber war. Ich konnte verschiedene Techniken und Tricks mitnehmen, wie ich meine „Angst“ überwinden kann und mich somit trauen kann, lauter auf dem Feld zu sein.“

    Benicio hingegen ging es darum, auf ihn zugeschnitten, konkrete Aufgaben für sich als Führungsspieler zu definieren: „Ich wollte mit Janosch zusammenarbeiten, da ich so gezielt auf die Eigenschaften eines Leaders eingehen konnte, die mich am meisten interessieren und ich mir so selbst noch viele Punkte erarbeiten konnte, die ein Leader vertreten sollte. Die Zusammenarbeit im Einzelcoaching hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich konnte sehr viel daraus lernen. Ich hab mich sehr wohl gefühlt, da ich offen mit Janosch reden konnte und er mir dabei geholfen hat, als Leader weiterzukommen. Aus dem Coaching konnte ich mir die Aufgaben eines Leaders mitnehmen, die ich jetzt auf Papier in meinem Zimmer hängen habe, das mich immer an meine Aufgaben erinnert.“ 

    Jamie kommunizierte mir den Wunsch einer Trainingsbeobachtung unter mentalen Gesichtspunkten mit einem anschließenden Reflexionsgespräch: „In der heutigen Zeit ist die Selbstreflexion ein großer Bestandteil, auch im Fußball. Es ist wichtig, sich selbst einschätzen zu können und dabei ehrlich mit sich selbst zu sein. Doch wie sehen mich außenstehende Personen? Welchen Eindruck vermittle ich ihnen durch meine Körpersprache und durch das, was ich tue? Daher ist es für mich persönlich sehr wichtig, dass ich Feedback, konstruktiv und ehrlich, von Janosch erhalte, dahingehend, wie er mich auf dem Feld wahrnimmt. Nach der Trainingsbeobachtung haben wir die Einheit unter mentalen Gesichtspunkten ausgewertet und reflektiert, was schon gut lief, aber auch, was ich noch besser machen kann. Das Ziel besteht jetzt darin, das von uns Besprochene umzusetzen und möglichst eine noch bessere Persönlichkeit auf dem Feld zu werden. Mir ist es wichtig, mich ständig weiterzuentwickeln und aus Fehlern zu lernen. In Zusammenarbeit mit Janosch bin ich der Auffassung, dies zu erreichen und noch einen weiteren Schritt in Richtung meines großen Ziels machen zu können.“

    Ein Plädoyer für die Sportpsychologie und die Leadershipcoachings

    Charles hat  in der Zusammenarbeit mit mir bislang u.a. freiwillige Inputs, Workshops zu mentalen Themen, Leadershipcoachings und die Führungszirkel erlebt. Er hält die Sportpsychologie für eine sinnvolle Sache: „Die Sportpsychologie kann einen nur weiterbringen – zum Beispiel in persönlichen Bereichen. Auch bei vorliegenden Problemen kann sie helfen.“

    Aus meiner Sicht, der des Sportpsychologischen Coaches, ist das Leadershipcoaching ein zielführendes Format. Denn die Führungsspieler entwickeln in ihrem geschützten Rahmen ihre Leaderkompetenzen sowie ihre Persönlichkeit weiter, was nicht nur auf die eigene Weiterentwicklung als Fußballspieler, sondern auch auf die des Teams einzahlt. Und letztlich profitieren ganz besonders auch die Trainer – da ihre Führungsspieler neben dem Ausbau individueller Kompetenzen und Fähigkeiten gezielt Teamprozesse anstoßen, die wiederum der Weiterentwicklung des Teams als Ganzes dienlich sind. 

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    Kyle Varley: Für mehr Fokus auf die mentale Gesundheit im Sport

    In der Schweiz fehlt nach wie vor die Bereitschaft, in die mentale Gesundheit und Unterstützung der Athleten zu investieren. Kürzlich hat der Radsportverband Swiss Cycling einen mutigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nach der viralen Geschichte von Marlene Reusser, die aus mentalen Gründen das Zeitfahren der Rad-WM 2023 abbrach, und interner Reflexion im Verband, ist man zum Schluss gekommen, dass eine Anlaufstelle für die mentale Gesundheit der Athlet*innen eingerichtet werden soll. Ein genialer Schritt vorwärts. Denn in der organisierten Sportlandschaft drumherum sind solche Massnahmen noch eher eine Rarität. Wie lang können sich das Vereine und Verbände noch leisten?

    Zum Thema: Ein Appell an die Schweizer Sportszene

    Viele Verbände und Vereine in der Schweiz verzichten grösstenteils ganz auf die Zusammenarbeit mit Sportpsycholog*innen oder schieben die Verantwortung auf die Athlet*innen ab. Das trotz steigender Akzeptanz in der Gesellschaft zum Thema mentale Gesundheit und obwohl führende olympische Länder im Ausland diesen Schritt in ein mental unterstütztes Umfeld schon lange hinter sich haben. Die Schweiz muss aus meiner Sicht agieren und zeitgemässe Veränderung anstreben, damit sie im internationalen Kontext nicht abgehängt wird. Doch was für Massnahmen sollen die Sportvereine und -verbände ergreifen, um diese Mängel zu beheben?

    Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns drei Bereiche etwas näher unter die Lupe nehmen: 

    • die mentale Gesundheit 
    • Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit und Leistung im Sport
    • Definition von wichtigen Erfolgsfaktoren im Sport
    1. Wie stehts um die mentale Gesundheit von (Schweizer) Athlet*innen?

    In der modernen Welt wird mehr und mehr verstanden, dass Athlet*innen keine Übermenschen sind, die sich komplett von Normalsterblichen abheben, sondern viel mehr genauso Menschen sind wie du und ich. Die Beispiele Marlene Reusser, US-Tennisspielerin Naomi Osaka oder die Magglinger Protokolle in der Schweiz machen dies klar. Auch gibt es mittlerweile verschiedene Kampagnen dazu im Sport, wie die der UEFA gegen Online-Missbrauch (UEFA.com, 2022). 

    Um die mentale Verfassung von Athlet*innen besser zu verstehen, wurde eine umfängliche Studie von Röthlin et al. (2023) an der Hochschule in Magglingen durchgeführt. Mit ihr wurde gezeigt, dass Schweizer Sportler*innen in einem ähnlichen Ausmass wie die Durchschnittsbevölkerung mit mentalen Störungen konfrontiert sind. Jede/r sechste Athletin und Athlet soll nämlich an depressiven Symptomen leiden. Verletzen sich Athlet*innen, steigen die Zahlen noch weiter und nehmen ein grösseres Ausmass an als in der Durchschnittsbevölkerung. Auch gibt es bestimmte Risiko-Gruppen, wie z.B. die ästhetischen Sportarten, in denen Essstörungen viel höher verbreitet sind als in der allgemeinen Bevölkerung (25% zu 1-5%). Diese und weitere Studien (z.B. Rice et al., 2016) zeigen also, dass Athlet*innen genauso oder gar noch stärker unter psychischen Belastungen leiden als Nicht-Athleten. Doch wieso spielt das eine Rolle für die Schweizer Sportverbände und -vereine?

    1. Worin besteht der Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit und Leistung im Sport?

    Nebst dem offensichtlichen, humanitären Grund, Menschen in ihren Leiden zu unterstützen, gibt es auch weitere Argumente dafür, dass Vereine und Verbände Ihre Athlet*innen in ihrer mentalen Gesundheit unterstützen sollten. Der Konsens heutzutage in der sportpsychologischen Wissenschaft ist, dass die mentale Gesundheit der Athlet*innen als notwendige Basis für sportliche Leistung dient (Schinke et al., 2018). Auch stehen diverse psychologische Grundbedürfnisse, wie z.B. die Bedürfnisse nach Autonomie und Kompetenz, im Zusammenhang mit leistungsförderlichen Faktoren wie intrinsische Motivation und Selbstvertrauen (Deci & Ryan, 2013). In anderen Worten: Geht es Athlet*innen gut, fühlen sie sich kompetent und unterstützt, dann bringen sie bessere Leistungen, wenn es drauf ankommt. Haben also Sportvereine und -verbände das Interesse ihrer Sportler*innen im Sinn, – sowohl menschlich als auch leistungsbezogen – sollten sie alles daran setzen, Ihre Athlet*innen auch im mentalen Bereich zu unterstützen. 

    1. Was sind weitere wichtige Erfolgsfaktoren im Sport?

    Die mentale Gesundheit ist also eine absolute Notwendigkeit, bei deren Sportpsycholog*innen  Spitzensportler*innen unterstützen können. Doch es gibt noch weitere Erfolgsfaktoren, anhand deren eine solche Zusammenarbeit nutzvoll sein kann. In einer Studie von Jokuschies & Conzelmann, (2014) wurden Schweizer Fussball U-Nationaltrainer befragt, welche Kriterien junge Fussballer am ehesten erfüllen müssten, um sich als erfolgreicher Profisportler zu etablieren. Sie hatten alle möglichen denkbaren Kriterien zur Verfügung (technisch, taktisch, mental, Umfeld, körperlich). Mit Abstand am meisten erwähnte Kriterien waren mentale, wie z.B. die Leistungsmotivation oder Persönlichkeitsvariablen. Dies wird validiert durch das Wissen, das Trainereinschätzungen im Fussball die Talenterkennung von Spielern zusätzlich zu multidimensionalen Tests (Motorik, soziale Unterstützung, Psychologie, Entwicklungsstand, Trainingshistorie) signifikant verbessern (Sieghartsleitner et al., 2019). Trainer wissen also, wovon sie sprechen und sie sind der Meinung, dass der Kopf einer der absoluten Schlüsselfaktoren für sportlichen Erfolg sei. 

    Massnahmen

    Fassen wir zusammen: (Schweizer) Sportler*innen leiden also genauso wie die Bevölkerung unter psychischen Belastungen. Diese Belastungen haben einen Einfluss auf ihr Wohlbefinden und ihre sportlichen Leistungen. Auch gibt es weitere mentale Faktoren, die einen Einfluss auf sportliche Leistung haben können. Und trotzdem ist der Swiss Cycling Verband neben Swiss Aquatics, dem Turnverband STV, dem Schweizer Fussballverband (Frauen-Nationalteams) und dem Schweizer Handballverband (Frauen-Nationalteams) mit seiner vorbildlichen neuen Anlaufstelle einer der ersten Verbände in der Schweiz, der solch wichtige Massnahmen ergreift. 

    Die konkreten Massnahmen von Swiss Cycling, sprich die Abklärung der psychischen Gesundheit der Athlet*innen, Präventionsmassnahmen im Verband und Forschung zur Förderung der psychischen Gesundheit, widmen sich den wichtigsten Themen, die in den oberen Abschnitten erwähnt wurden. Diese sollte jeder Verband und auch Verein als Basis für seine Athlet*innen anbieten. Gern unterstützen meine Kollegen und Kolleginnen von Die Sportpsychologen bei entsprechendem Interesse. Zum Teil waren wir für einzelne Verbände diesbezüglich schon aktiv. 

    Weiter kann man sich bei den britischen und amerikanischen Verbänden und Vereinen eine Scheibe abschneiden. Dort steht den Athlet*innen in den meisten olympischen Verbänden und privaten Sportvereinen mittlerweile ein Performance Psychologe zur Verfügung, mit denen eng an leistungsorientierten Themen wie Selbstvertrauen, Motivation und weiteren gearbeitet wird. Nebst der mentalen Gesundheit sollte auch die mentale Leistungserbringung unterstützt werden, um im internationalen Vergleich zu bestehen. Möchte sich also die Schweiz weiterhin als erfolgreiches Sportland halten und nicht von den anderen Ländern abhängen lassen, sind zeitgemässe Veränderungen gefragt. Die Expertise ist vorhanden. 

    Mehr zum Thema:

    Literatur:

    Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2013). Intrinsic motivation and self-determination in human behavior. Springer Science & Business Media. https://books.google.com/books?hl=en&lr=&id=M3CpBgAAQBAJ&oi=fnd&pg=PA1&dq=Deci,+E.L.,+%26+Ryan,+R.M.+(1985).+Intrinsic+motivation+and+self-determination+in+human+behavior&ots=uokDiR0Y-9&sig=41VgCKnwtOKJnC2u9U9zYVcA61A

    Jokuschies, N. M., & Conzelmann, A. (2014, May 31). Subjektive Talentkriterien von Fussballtrainern in der Talentselektion. In Jokuschies, Nina Maria; Conzelmann, Achim (31 May 2014). Subjektive Talentkriterien von Fussballtrainern in der Talentselektion (Unpublished). In: 46. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp). München. 29. – 31.05.2014. [Info:eu-repo/semantics/conferenceObject]. 46. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp), München. https://boris.unibe.ch/67027/

    Rice, S. M., Purcell, R., De Silva, S., Mawren, D., McGorry, P. D., & Parker, A. G. (2016). The Mental Health of Elite Athletes: A Narrative Systematic Review. Sports Medicine, 46(9), 1333–1353. https://doi.org/10.1007/s40279-016-0492-2

    Röthlin, P., Horvath, S., Ackeret, N., Peter, C., & Birrer, D. (2023). The mental health of Swiss elite athletes. Swiss Psychology Open, 3(1), 2.

    Schinke, R. J., Stambulova, N. B., Si, G., & Moore, Z. (2018). International society of sport psychology position stand: Athletes’ mental health, performance, and development. International Journal of Sport and Exercise Psychology, 16(6), 622–639. https://doi.org/10.1080/1612197X.2017.1295557

    Sieghartsleitner, R., Zuber, C., Zibung, M., Charbonnet, B., & Conzelmann, A. (2019). Talent selection in youth football: Specific rather than general motor performance predicts future player status of football talents. Current Issues in Sport Science (CISS), 4. https://doi.org/10.15203/CISS_2019.011

    UEFA.com. (2022, July 19). UEFA takes action against online abuse | Inside UEFA. UEFA.Com. https://www.uefa.com/returntoplay/news/0277-15a96cd46d3b-a61479419ba5-1000–uefa-takes-action-against-online-abuse/

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    Medientipps

    Hier stellen wir euch Links und Hinweise zu ausgewählten aktuellen medialen Veröffentlichungen rund um das Thema Sportpsychologie zur Verfügung. Die Texte, Beiträge, Interviews, Bücher oder Podcasts stammen von unserer Experten und Expertinnen aus dem Netzwerk oder sind aus unserer Sicht äußerst interessant.

    Alle ProfilinhaberInnen (zur Übersicht)

    Jörg Römer: Vom Kopf in den Fuß

    Spiegel Online: https://www.spiegel.de/fitness/sportpsychologie-fuer-amateursportler-vom-kopf-in-den-fuss-a-fd971049-137f-4163-bc20-15bf18807ac0

    Kyle Varley (zur Profilseite)

    Kyle Varley, Die Sportpsychologen
    Kyle Varley, Die Sportpsychologen

    Klare Rollenverteilung: Sportpsychologen schätzen mögliches Erfolgsrezept von Nagelsmann ein

    Web.de: https://web.de/magazine/sport/fussball/nationalmannschaft/rollenverteilung-sportpsychologen-schaetzen-moegliches-erfolgsrezept-nagelsmann-39482604

    Prof. Dr. René Paasch (zum Profil)

    Prof. Dr. René Paasch, Die Sportpsychologen
    Prof. Dr. René Paasch, Die Sportpsychologen

    Schalke: Sportpsychologe gibt Tipps für den Abstiegskampf

    WAZ: https://www.waz.de/sport/fussball/s04/article241981572/Schalke-Sportpsychologe-gibt-Tipps-fuer-den-Abstiegskampf.html

    Philippe Müller (zum Profil)

    Tagblatt: «Eine Verletzung kann eine Chance sein»: Weshalb Stargast Dario Cologna nie einen Mentaltrainer brauchte

    Link: https://www.tagblatt.ch/sport/thurgau/sportforum-eine-verletzung-kann-eine-chance-sein-weshalb-stargast-dario-cologna-nie-einen-mentaltrainer-brauchte-ld.2600731?reduced=true

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    Die Sportpsychologen bei TikTok

    Das Netzwerk Die Sportpsychologen feiert im Juni 2024 sein 10-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit hat sich die Welt und auch das Internet zum Teil erheblich verändert. In der frühen Phase waren Blogs noch ziemlich hip und unsere redaktionellen Angebote abhängig vom Traffic, den wir allen voran über Facebook generiert haben. Es klingt, als wäre dies sehr lang her, oder? Inzwischen sind wir als mediale Plattform, digitaler Marktplatz und ExpertInnen-Kontaktbörse absolut etabliert. Und wir gehen auch weiterhin neue Wege.

    Zum Thema: Neue Präsenz auf TikTok

    Waren die Social Media-Kanäle wie Facebook oder das früher populäre Twitter (die Älteren unter euch erinnern sich) zu Anfang gern bereit, externe Inhalte zu verbreiten, hat sich die Strategie deutlich geändert. Inzwischen gilt der Karnevalsgrundsatz „Was beim Fasching passiert bleibt beim Fasching“ – anders formuliert: Die Plattformen haben kein Interesse mehr, die LeserInnenschaft irgendwo anders hinzuschicken. Hinzu kommt, dass es mehr denn je darum geht, auch komplexe Inhalte in immer kürzere und multimediale Formate zu packen.

    Um insbesondere die junge Zielgruppe anzusprechen und unsere ProfilinhaberInnen bei jungen Sportlern und Sportlerinnen bekannt zu machen, bedienen wir nun folgerichtig auch TikTok. Unser Ansatz: Unsere Beitragsschreibenden fassen, wenn sie Lust und Zeit haben, ihre Texte in einem kurzen Video zusammen. Dies wird von der Redaktion bearbeitet und landet dann bei TikTok und Instagram. Und sieht dann so aus:

    Folgt uns gern bei TikTok (Link) und Instagram (Link). Und gebt uns gern Feedback – wir sind da wirklich offen. An die angewandt aktiven (und werdenden) SportpsychologInnen und sportpsychologischen ExpertInnen: Werdet gern Teil unseres Netzwerks, mit dem wir uns zum Ziel gesetzt haben, gemeinsam die Sportpsychologie in der Welt des Sports zu verankern.

    Seit Juni 2014 sind bei Die Sportpsychologen knapp 1500 Beiträge veröffentlicht worden. Die Texte und multimedialen Veröffentlichungen haben eine Millionenreichweite erzielt. Entstanden sind der ein oder andere sportliche Erfolg, spannende Zusammenarbeiten, Kooperationen, interne Angebote (Supervisionen, Intervisionen, Fortbildungen) und viele Ideen, die die Sportpsychologie auch in Zukunft voranbringen. Dafür sind wir angetreten – und wir sind noch nicht fertig.

    Informationen zur Aufnahme bei Die Sportpsychologen:

    Mehr zum Thema:

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    Workshop-Inhalte der asp-Nachwuchstagung (Praxis): Emotionen, Coaching und Elterncoaching

    Die Inhalte der Workshops der asp-Nachwuchstagung (Praxis) am Pokalfinalwochenende von Floorball Deutschland in Berlin stehen fest: Bundestrainer Martin Brückner wird mit Prof. Dr. Oliver Stoll und Dr. Hanspeter Gubelmann über die sportpsychologische Ebene des Coachings sprechen. Dazu werden der Nationalspieler Ferdinand Ondruschka, der in dieser Saison als erster Deutscher in der finnischen F-Liga spielte, und Prof. Dr. Oliver Stoll über den Umgang mit Emotionen berichten. Nicht zuletzt macht Dr. Hanspeter Gubelmann die Bedeutung des Elterncoachings zum Thema. Und das ist erst der Anfang…

    Zum Thema: asp-Nachwuchstagung (Praxis) in Berlin 

    Die Workshops sind ein Teil des Programms der asp-Nachwuchstagung (Praxis), die am 11. und 12. Mai in der Max-Schmeling-Halle in Berlin stattfinden wird. Nun stehen die Inhalte der Workshops, die am Sonntagvormittag über die Bühne gehen, fest. Und die haben es in sich. So wie das gesamte Programm der Premieren-Tagung für den sportpsychologischen Nachwuchs, welches mit begleitenden Spielbeobachtungen, Schnellinterventionen sowie Super- und Intervisionen aufwarten kann.  

    Noch nicht im Bilde? Darum geht es: Parallel zum Final4, dem Pokalfinalwochenende von Floorball Deutschland, bekommen junge Sportpsychologen und Sportpsychologinnen exklusive Einblicke in die Sportart Floorball. Und dies direkt im Anschluss an die asp-Jahrestagung, die vom 8. bis 11. Mai in Berlin stattfindet. Demgegenüber haben im Vorfeld und beim Final4 alle Sportler und Sportlerinnen direkten Zugriff auf das Wissen aus der Sportpsychologie (mehr Infos und der Link zur Anmeldung siehe unten). 

    Der Umgang mit Emotionen 

    Aber zurück zu den Workshops: Was haben diese im Detail zu bieten? Fangen wir mit der außergewöhnlichen Geschichte des Jung-Nationalspielers Ferdinand Ondruschka an, der in der Saison 2021/2022 nicht nur sportlich auf sich aufmerksam machte: Bei einem Pokalspiel brennen ihm sprichwörtlich die Sicherungen durch. Ferdinand Ondruschka vom SC DHfK Leipzig nimmt kurz vor Spielende Anlauf und kracht einen Gegenspieler von Blau-Weiß Schenefeld in die Bande. Zuvor gab es zwischen beiden Teams immer wieder Ärger, angestachelte Emotionen auf und neben dem Feld. Ondruschka will sich mit seiner Aktion für einen seiner Mitspieler gezielt revanchieren. Gefeiert wird er dafür nicht, vielmehr sieht er folgerichtig die rote Karte. Es ist seine zweite Matchstrafe innerhalb weniger Wochen. Neben der Sperre vom Verbandsgericht von Floorball Deutschland verhängt auch sein Verein, der SC DHfK Leipzig, eine interne Sperre. Die Verantwortlichen empfehlen dem damals 19-Jährigen Top-Talent die Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen. 

    Gut zwei Jahre später ist Ferdinand Ondruschka Nationalspieler. Gerade hat er seine erste Saison in der F-Liiga absolviert, der höchsten finnischen Liga. Mit Nurmon Jymy hat er den Klassenerhalt geschafft und sich einen Stammplatz in einer der vier Top-Ligen in der Floorballwelt erspielt. Bislang hat noch kein anderer Deutscher in der Eliteliga des vierfachen Weltmeisters gespielt. Im Dezember will Ondruschka bei der WM im schwedischen Malmö seinen Stempel aufdrücken. Keine Frage, Ondruschka, hat einen beeindruckenden Weg absolviert. Und er weiß, wie er mit seinen Emotionen umgehen muss, so dass sie ihm nutzen und nicht länger im Weg stehen. 

    Wie ihm dabei die Sportpsychologie geholfen hat, besprechen Ferdinand Ondruschka und Prof. Dr. Oliver Stoll am Sonntag, den 12. Mai 2024, um 12 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Ihr Workshop heißt “Aggressionen ausspielen”. Im Rahmen der Nachwuchstagung für angewandt arbeitende Sportpsychologen werden beide über ihre Zusammenarbeit sprechen und aufzeigen, warum es so wichtig sein kann, sich fachliche Unterstützung zu holen.

    Sportpsychologie vs. Coaching

    Zuvor, genauer um 11 Uhr, sind bereits Bundestrainer Martin Brückner sowie die Floorball erfahrenen Sportpsychologen Prof. Dr. Oliver Stoll und Dr. Hanspeter Gubelmann im Einsatz. In ihrem Workshop, der in Kooperation mit dem parallel stattfindenden Trainerlehrgang von Floorball Deutschland stattfindet, gehen sie auf die sportpsychologische Ebene des Coachings ein.

    Brückner, der als Vereinstrainer aktuell in Schweden aktiv ist, bringt viele eigene Erfahrungen ein. Nicht zuletzt von den jüngsten Weltmeisterschaften mit der deutschen Nationalmannschaft. Die Sportpsychologie-Seite vertreten Prof. Dr. Oliver Stoll, der mit mehreren Vereinsteams, Nationalmannschaften und Nationalspielern gearbeitet hat sowie Dr. Hanspeter Gubelmann, der gemeinsam mit Cristina Baldasarre die Schweizer Nationalmannschaft während der Kampagne für die WM 2018 in Prag begleitete. Die Schweizer schieden damals dramatisch knapp im Halbfinale gegen Schweden aus.

    Elterncoaching

    Die Workshop-Staffel eröffnet Dr. Hanspeter Gubelmann am Sonntag, den 12. Mai, um 10 Uhr mit dem Thema Elterncoaching. Denn wie in jeder anderen Sportart spielen die Väter und Mütter eine wichtige Rolle auf dem Weg der Talente. Gubelmann bedient dabei nicht nur die Rolle des erfahrenen Sportpsychologen, der zum Beispiel mit dem Schweizer Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann gearbeitet hat, sondern bringt eine weitere Perspektive ein. Als Sportvater unterstützt er seine Tochter Catia Gubelmann, die an der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer in Budapest erstmals für die Schweiz am Start war. Im Sommer wird die Sprinterin vielleicht sogar bei den Olympischen Spielen in Paris dabei sein. 

    Anmeldung

    Wer kann an der asp-Nachwuchstagung (Praxis) teilnehmen?
    – als Zugangsvoraussetzung gelten, dass der Master-Abschluss oder das asp-Curriculum nicht älter als fünf Jahre sein soll
    – darüber hinaus können sich alle Sportpsychologie-Studierende an der Nachwuchstagung teilnehmen
    Was kostet die Teilnahme?
    – 120 EUR 
    Wo kann ich mich anmelden:
    – per Mail office@asp-sportpsychologie.org    
    Wann ist Anmeldeschluss und sind die Plätze begrenzt? – Die Anmeldung ist bis zum Montag, dem 22. April 2024 möglich. Sofern nicht alle 30 Plätze schon vergeben sind.

    Programm:

    Samstag, 11. Mai 2024

    13.00 – 16.00 Uhr  Einführung (mit Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann und Mathias Liebing)

    • Sportpsychologie vs. Floorball  (13:00 – 13:30, Seminarraum Max-Schmeling-Halle, Hosts: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Mathias Liebing)
    • Floorball – Besonderheiten und Charakteristika der Sportart (13:30 – 14:00, Seminarraum Max-Schmeling-Halle, Hosts: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Mathias Liebing)
    • gemeinsame Spielbeobachtung der Schlussdrittels des Frauen Halbfinals ETV Hamburg vs. UHC Weißenfels (14:00 – 14:45, Max-Schmeling-Halle)
    • Sportpsychologische Schnellinterventionen im Spielsport (15:00 – 15:45, Seminarraum Max-Schmeling-Halle, Hosts: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Mathias Liebing)

    16.00 – 18.00 Uhr  1. Halbfinale Herren (MFBC Leipzig vs. Floor Fighters Chemnitz)

    • gemeinsame Spielbeobachtung
    • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
    • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen

    19.00 – 21.00 Uhr  2. Halbfinale Herren (TV Schriesheim vs. ETV Hamburg)

    • gemeinsame Spielbeobachtung
    • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
    • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen 

    Sonntag, 12. Mai 2024

    10.00 – 13.00 Uhr  Workshop Sportpsychologie im Floorball (mit Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Martin Brückner, Bundestrainer von Floorball Deutschland, Floorball-Nationalspieler Ferdinand Ondruschka)

    • Thema: “Elterncoaching im Floorball – Wie Mütter und Väter bestmöglich unterstützen können” (10:00 – 10:45, Kabine, Max-Schmeling-Halle, Host: Dr. Hanspeter Gubelmann)
    • Thema: “Sportpsychologische Ebene des Coachings” (11:00 – 11:45, Seminarraum, Max-Schmeling-Halle, Host: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Martin Brückner, Bundestrainer von Floorball Deutschland (in Kooperation mit Trainerlehrgang von Floorball Deutschland)
    • Thema: “Aggressionen ausspielen” (12:00 – 12:45, Kabine, Max-Schmeling-Halle, Host: Prof. Dr. Oliver Stoll und Floorball-Nationalspieler Ferdinand Ondruschka)

    12.30 – 14.30 Uhr  Finale Frauen (Siegerinnen-Teams der Halbfinal-Partien)

    • gemeinsame Spielbeobachtung
    • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
    • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen

    15.30 – 17.30 Uhr  Finale Männer (Sieger-Teams der Halbfinal-Partien)

    • gemeinsame Spielbeobachtung
    • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
    • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen

    Fotoquelle: F-Liiga Spiel mit Nurmo Jymy, Anita Jokilehto @valokuvausaj

    Mehr Informationen

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    Christian Bader: Was tun, wenn es im Spiel oder der Playoff-Serie nicht läuft?

    Vor der Playoff-Viertelfinalrunde der Lidl Unihockey Prime League (L-UPL) durften die drei Top-Vereine der Punktspielserie ihre Gegner aussuchen. Kurios: In der Viertelfinalserie ist der souveräne Qualifikationssieger HC Rychenberg Winterthur gegen die Außenseiter von Floorball Thurgau nun nach vier Niederlagen aus fünf Spielen ausgeschieden. Gegen den vermeintlichen Wunschgegner! Der Rekordmeister Wiler-Ersigen setzte sich erst im entscheidenden siebten Spiel der Serie in der Verlängerung durch ein golden Goal gegen den Quali-Sechsten Unihockey Tigers Langnau durch. Gerade noch einmal gut gegangen, also. Die abzuleitende Frage lautet: Wie gelingt es, in einer Partie oder einer Spielserie hochzuschalten, wenn es bislang einfach nicht lief?

    Zum Thema: Verbesserung der Kupplungsleistung im SportCharakteristiken von Flow-States und Clutch-States

    In der Sportpsychologie kennen wir Konzepte wie den Trittbrettfahrer-Effekt, den Ringelmann-Effekt und die soziale Faulheit. Diese Konstrukte können helfen, um komplexe Situation einzuordnen, in denen es nicht gelingt, die gewünschte sportliche Leistung zu bringen. Ein guter Artikel zu diesem Thema aus unserem Netzwerk stammt von Thorsten Loch, den ich unter diesem Text verlinke und absolut empfehle. 

    Hier geht es um ein eher neueres Phänomen, welches in der psychologischen Forschung Clutch-Zustand genannt wird. In der darauf basierenden sportpsychologischen Arbeit geht es darum, eine Art Kupplungsleistung zu ermöglichen. Dieser Zustand erfordert deutlich härtere mentale Arbeit als an Tagen, an denen alles wie von allein läuft. Aber was genau sind Clutch-Zustände, und welche Bedingungen begünstigen eine Kupplungsleistung?

    Wenn es läuft

    Wir kennen alle die Situation, wenn alles von allein läuft. Die Magie, die dann von einzelnen Athleten ausgeht, ist schier nicht in Worte zu fassen. Dieser Zauber zieht sowohl Fans als auch Trainer und Mitspielende in ihren Bann. Es handelt sich um kognitive, kreative Magier, die winzige Lücken entdecken und den Ball beneidenswert selbstbewusst quer durch die Verteidigungslinien spielen. Und mit grosser Wahrscheinlichkeit kennst du dieses Gefühl: Du stehst auf, und du spürst es. Heute läuft es gut. Ohne grosses Nachdenken befindest du dich im optimalen Leistungszustand (OLZ), der manchmal auch ein Flow-Erleben darstellt.

    Doch dann gibt es die anderen Tage. An diesen Tagen verlierst du die einfachsten Bälle, leistest dir etliche Fehlpässe, die Räume sind zu eng, und im Laufduell empfindest du schwere Beine. Es macht den Eindruck, als klebten deine Füsse am Boden fest und Du siehst, wie das Team nicht auf das Spielniveau kommt, wo es eigentlich sein sollte. An solchen Tagen müssen Athleten viel härter im mentalen Bereich arbeiten, um annähernd das zu tun, was im Flow-State mit Leichtigkeit gelingt. Beim Verfassen dieses Textes merke ich schon: Mensch, diese Tage sind einfach nur schrecklich hart für alle Beteiligten. 

    Flow- und Clutch-Zustände

    Gehen wir aber noch einmal einen Schritt zurück und werfen wir einen genaueren Blick auf Flow- und Clutch-Zustände: Der Flow wird oft als der primäre psychologische Zustand angesehen, der aussergewöhnliche sportliche Leistungen begleitet. Flow tritt auf, wenn eine Athletin oder ein Athlet in einer Aktivität aufgeht, sich mühelos fühlt und eine hohe Konzentration aufweist.

    Im Gegensatz dazu ist der Clutch-Zustand nicht so mühelos und angenehm während der Aktivität. Clutch-Zustände erfordern oft höhere Anstrengung und intensive Konzentration. Sie treten in spezifischen Kontexten auf und führen zu unterschiedlichen psychologischen Ergebnissen. Dies lässt sich am Beispiel eines Elfmeterschützen in einem Endspiel veranschaulichen. Der Schütze oder die Schützin spürt den Druck, die Erwartungen und die Angst vor dem Versagen. Das Herz rast, die Beine fühlen sich schwer an, und die Gedanken kreisen. Wenn der Penalty versenkt wird, fühlt es sich erleichtert, euphorisch und erfolgreich an. Wenn der Schuss daneben geht oder gehalten wird, führt das zu Frustration, Enttäuschung und Selbstzweifel. 

    Kupplungsleistung ist trainierbar

    Wie gelingt es aber, quasi umzuschalten? Hochzuschalten, obwohl es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Sand im Getriebe war? Dafür gibt es unterschiedliche Strategien, mit denen Athleten unterstützt werden, diese Kupplungsleistung zu erreichen. Ein wichtiger Grundsatz ist die emotionale Kontrolle. Sie stellt den Grundstein für Leistung unter Druck dar. Seine Emotionen zu kontrollieren, helfen dabei, unter Druck ruhig und zuversichtlich zu bleiben. Eine weitere Strategie ist, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Aus meiner Sicht liegt der Erfolg in der Gegenwart. Athleten tun gut daran, sich im Nachhinein nicht zu verlieren oder sich nicht von der Aussicht auf das, was kommen wird, überwältigen zu lassen. Eine dritte Strategie ist die Regulation der Aggression. Scott Schwerlty, Gründer eines Unternehmens für mentales Leistungscoaching für Hockeyspieler, zog hinsichtlich der Regulierung der Aggression den Vergleich mit dem Wetter. Er spricht in Bezug auf die Denkweise von ‘Calm Skies’. Das steht für eine sichere Herangehensweise, die zu überlegten Spielentscheidungen führen kann. Im Gegensatz zum Tornado, der für eine riskante Denkweise steht, was folglich zu einem zu aggressiven Spiel führt. Ein idealer Ansatz sei also ‘Bewölkt mit drohendem Sturm’ – er zeichnet das Bild eines bewölkten Himmels mit gelegentlichem Blitz und Donnergrollen. Dieses Bild vermittelt auf eine interessante Weise, dass eine Priese Aggressivität nötig ist, um Ergebnisse zu erziele. Zu viel Aggressivität könnte wiederum fatale Folgen für ein Team haben, weshalb es dies zu vermeiden gilt.

    Um diese Strategien anzuwenden und unter Druck zielgerichtet zu handeln, können den Athleten gezielte Massnahmen helfen:

    1. Visualisierung:
      • Stelle dir schwierige Situationen vor und finde Lösungen.
      • Visualisiere, wie Du in diesen Momenten erfolgreich handelst.
    2. Positive Selbstgespräche:
      • Stärke dein Selbstvertrauen, indem Du dir selbst Mut zusprichst.
      • Ersetze negative Gedanken durch positive Affirmationen.
    3. Stressbewältigung:
      • Nutze Techniken wie Atemübungen oder Meditation, um Stress zu reduzieren.
      • Halte dich im Moment präsent und vermeide Ablenkungen.
    4. Fokussiere auf das Wesentliche:
      • Der Taschenlampeneffekt kann Dir helfen zu erkennen, was Du direkt beeinflussen kannst und was nicht.
    5. Trainiere Drucksituationen:
      • Versuche, Trainingssituationen so Wettkampf nah wie nur möglich zu designen.
    6. Erfahrungsaustausch:
      • Diskutiere gemeinsam über gemachte Erfahrungen und individuelle Erlebnisse.
      • Fachkundige Begleitung kann dabei helfen, Denken, Emotionen, Persönlichkeit und vergangene Erfahrungen der Athletinnen und Athleten zu berücksichtigen.

    Fazit

    Um die Kupplungsleistung zu trainieren, erfordert es kontinuierliche Arbeit und bewusste Vorbereitung. Förderlich in Teamsportarten ist deswegen, Drucksituationen zu simulieren. Es ist möglich, Trainingssituationen so Wettkampf nah wie nur möglich zu schaffen. Zum Beispiel, in dem bei einer Spielsituation eine klare Aufgabe gestellt wird: Ihr habt 2:35 Minuten Zeit, um zwei Tore zu erzielen und in die Verlängerung zu gelangen oder drei Tore zu schiessen, um das Spiel zu gewinnen. Alles, was regelkonform ist, steht euch zur Verfügung (Torhüter durch Feldspieler ersetzen, Time-Out, 6:5 Formation, …). 

    Diese Möglichkeiten gibt es vermutlich in sehr vielen Trainings. Nutze diese, um die Kupplungseffekte zu trainieren. Entscheidend dabei ist es, gemeinsam über die gemachte Erfahrung und die individuellen Erlebnisse zu diskutieren. Idealerweise unter fachkundiger Begleitung, damit das Denken, die Emotionen, die Persönlichkeit und die vergangenen Erfahrungen der Athletinnen und Athleten berücksichtigt und ihre Aspekte miteinbezogen werden können. Prädestiniert dafür ist die Unterstützung durch Sportpsychologen. Meine Kollegen und Kolleginnen im Netzwerk (Übersicht) und ich (zum Profil von Christian Bader) stehen gern bereit.

    Mehr zum Thema:

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    Wie läuft eigentlich ein Sportpsychologie-Erstgespräch?

    Vielleicht fragst du dich als Neuling in der Welt von sportpsychologischen Dienstleistungen, wie eigentlich ein Erstgespräch funktioniert? Da wir immer mehr mit Premieren-Anfragen zu tun haben dürfen, haben wir die wichtigsten Informationen mal zusammengetragen. Auch, weil es so manche unterschiedliche Herangehensweisen unter den ProfilinhaberInnen von Die Sportpsychologen gibt. 

    Zum Thema: Infos zum Erstgespräch

    Wie gestaltest du dein sportpsychologisches Erstgespräch? Was kann ein Interessent, eine Interessentin erwarten? 

    Janosch Daul, Die Sportpsychologen
    Janosch Daul, Die Sportpsychologen

    Antwort von: Janosch Daul (zum Profil)

    Bei mir gibt es einen Unterschied zwischen “Erstkontakt” und “Erstgespräch”. Im Erstkontakt, der auch oft telefonisch oder per Zoom erfolgt, steht ein erstes gegenseitiges Abtasten im Vordergrund. Ich frage den Sportler nach den Gründen für seine Kontaktaufnahme, erläutere meine Arbeitsweise, gehe darauf ein – falls nötig -, wie ich die Sportpsychologie verstehe, kommuniziere, wie ein üblicher Coachingprozess bei mir abläuft, beantworte Fragen und bespreche gemeinsam mit dem Sportler, inwiefern eine Zusammenarbeit in organisatorischer, zeitlicher und finanzieller Hinsicht gestaltet werden kann. Anschließend hat der Sportler die Möglichkeit, sich für oder gegen eine Zusammenarbeit zu entscheiden. Dieser Erstkontakt ist bei mir kostenlos. Entscheidet sich der Sportler für eine Zusammenarbeit, führe ich in den meisten Fällen ein recht klassisches, bezahltes und ca. 50-minütiges Erstgespräch durch. Die Hauptzielstellungen bestehen dabei darin, eine möglichst stabile Beziehungsgrundlage zu legen und ein erstes abgerundetes Bild der Lebenssituation des Sportlers zu erhalten. Ich interessiere mich dabei neugierig für seine/ihre Lebenswelt – beginnend mit Fragen rund um die jeweilige Sportart, fokussiere ich mich danach anschließend auf relevante Lebensereignisse, Tagesstrukturen, das soziale Bezugssystem (Familie, Freunde), die aktuelle schulische/berufliche Situation und stelle Fragen, die sich auf die Persönlichkeit des Menschen hinter dem Sportler beziehen. Im nächsten Aufeinandertreffen beginnt dann der eigentliche Coachingprozess.

     

    Anke Precht, Die Sportpsychologen
    Anke Precht, Die Sportpsychologen

    Antwort von: Anke Precht (zum Profil)

    Zwei Möglichkeiten: 

    Erstens: Es brennt. Der Wettkampf steht vor der Tür, eine Blockade hindert ganz klar daran, die gesetzten Ziele zu erreichen. Das merkt der Sportler daran, dass er nicht schlafen kann, dass es im Training nicht klappt, dass die Gedanken kreisen, dass Gefühle da sind, die blockieren oder, oder, oder… In diesem Fall treffen wir uns in Präsenz und arbeiten ohne große Einführung die Blockade weg. Anschließend findet dann das eigentliche Erstgespräch statt.

    Zweitens: Es geht darum zu schauen, wie man langfristig zusammenarbeiten kann, um dauerhaft mentale Stärke zu erreichen. Wir treffen uns in Präsenz oder remote, besprechen Ziele, Möglichkeiten, diese zu erreichen, planen die ersten Schritte (länger geht oft nicht, weil es im Sport viele Unwägbarkeiten gibt, die oft Abweichungen vom Plan erfordern). Oft arbeiten wir dann schon den ersten Schritt, auf jeden Fall bei einem Treffen in Präsenz, zu dem der Sportler (oder ich) ein gutes Stück anreist. Remote dauert der Ersttermin in der Regel eine Stunde, in Präsenz länger. Reist jemand von weit weg an, reserviere ich auch mal zwei halbe Tage, um gemeinsam mit dem Sportler ein solides Fundament zu legen.

    Handelt es sich bei dem Sportler um einen Jugendlichen oder eine Jugendliche, beziehe ich auch die Eltern mit ein. Die habe ich beim Erstgespräch gern zumindest die erste halbe Stunde dabei. Dann sehe ich, was in den Interaktionen passiert, wie die Eltern bereits unterstützen, und ich brauche sie auch immer im folgenden Arbeitsprozess. 

    Das heißt, egal ob ganz akut oder nur teilakut: Der erste Termin ist schon ein Arbeitstermin, und ich berechne ihn. Wenn sich ein Sportler aber zu einer längerfristigen Zusammenarbeit entschließt, rechne ich diese in der Regel nicht stundenweise ab, sondern monatlich oder als Jahrespauschale. Der erste Termin wird dann mit in die Pauschale genommen.

    Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen
    Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen

    Antwort von: Yvonne Dathe (zum Profil)

    In der Regel ist es so, dass sich Klienten bei mir per Mail oder telefonisch melden. Gemeinsam klären wir das Thema und wie der Ablauf einer Zusammenarbeit aussehen könnte. Bei mir gibt es entweder Präsenz-Termine oder Online-Termine. Ein klassisches Erstgespräch dauert bei mir normalerweise eine Stunde und wird zum halben Stundensatz berechnet. Am Ende entscheiden der Klient und ich gemeinsam, ob wir weiter zusammenarbeiten oder nicht. Die nachfolgenden Termine werden zum normalen Stundensatz berechnet. 

    Woran machst du aus deiner Perspektive fest, ob eine Zusammenarbeit funktionieren kann?

    Anke Precht, Die Sportpsychologen
    Anke Precht, Die Sportpsychologen

    Antwort von: Anke Precht (zum Profil)

    Es gibt ein Kriterium, das für mich das Entscheidende ist: Der Sportler ist bereit, selbst aktiv mitzuarbeiten und die sportpsychologische Arbeit in seine Routine mit einzubauen, wie auch zum Beispiel das Athletiktraining. Das heißt, er kommt nicht als “Konsument”, sondern will aktiv etwas erreichen. Dann läuft die gemeinsame Arbeit in der Regel sehr positiv und erfolgreich. 

    Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen
    Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen

    Antwort von: Yvonne Dathe (zum Profil)

    Das ist nicht so einfach zu beantworten. Für mich ist wichtig, dass der Klient merkt, dass er selbst etwas zu tun hat, um etwas zu verändern. Gleichzeitig ist auch wichtig, dass die Beziehung zwischen mir und dem Klienten stimmig ist. 

    Wie sollte ein Interessent/eine Interessentin das Gespräch mit dem Blick auf eine mögliche Zusammenarbeit bewerten?

    Anke Precht, Die Sportpsychologen
    Anke Precht, Die Sportpsychologen

    Antwort von: Anke Precht (zum Profil)

    Vertrauen ist der Schlüssel. Wenn folgende Fragen mit “Ja” beantwortet werden können, wird die Zusammenarbeit gut klappen:

    • fühle ich mich als Person und Sportler ernst genommen?
    • fühle ich mich sicher?
    • fühle ich mich verstanden?
    • ist der Sportpsychologe bereit, meine Ziele zu seinen zu machen und sich dafür einzusetzen? Glaubt er an mich?
    • vermittelt er mir das Gefühl von Kompetenz?

    Stehen diese Ampeln auf Grün, wird die sportpsychologische Arbeit fruchtbar sein.

    Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen
    Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen

    Antwort von: Yvonne Dathe (zum Profil)

    Wie Anke bereits geschrieben hat: Vertrauen ist wichtig. Zusätzlich ist auch die Bereitschaft wichtig, selbst etwas zu verändern und die Offenheit auch mal ungewöhnliche Dinge ausprobieren zu wollen. 

    Mehr zum Thema:

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