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Sportpsychologie im E-Sports

Seit 2017 beschäftigen wir uns bei Die Sportpsychologen mit dem Thema E-Sports. Damals veranstalteten wir mit einem Berliner E-Sport-Organistation Penta Sports ein Barcamp, um in diese neue Welt des Hochleistungs- und Breitensports einzutauchen. Insbesondere Thorsten Loch (zur Profilseite) hat sich seither im E-Sport engagiert, betreut Organisationen und Athletinnen. In Kooperation mit Janek Subke, Journalismus-Student der Hochschule Magdeburg- Stendal ist nun ein Gastbeitrag über die digitale Faszination E-Sports entstanden.

Hinweis: Wir von Die Sportpsychologen entwickeln für E-Sport-Organisationen, Verbände sowie Athletinnen individuelle sportpsychologische Betreuungskonzepte. Professionell, diskret, zielgerichtet, innovativ und auf Augenhöhe helfen wir, sportliche Ziele zu erreichen. Darüber hinaus sind wir ein Ansprechpartner für Eltern, Partner von E-SportlerInnen oder AthletInnen Zum Thema mentale Gesundheit.

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E-SportsDigitale Faszination

von Janek Subke

Der Raum ist duster – bis auf eine Lichterkette, eine dimmbare Lampe und den flimmernden Monitor, in dem sich Dominik Westerwicks Brille spiegelt. Seine Augen sind gebannt auf den Bildschirm gerichtet, der PS5-Controller ist fest umklammert. Das Headset schirmt ihn von der Außenwelt ab.

Sein Interesse gilt EA Sports FC 24, dem neuesten Ableger der ehemaligen FIFA-Reihe von Electronic Arts. Seit geraumer Zeit führt die Spieleserie jedes Jahr die Liste der meistverkauften Videospiele in Deutschland an – auch Dominik kauft sie seit zehn Jahren regelmäßig. Dominik ist 21 Jahre alt. Fußball spielt in seiner Welt eine übergeordnete Rolle – nicht nur digital. In der Realität trainiert er eine Jugendmannschaft von Roter Stern Sudenburg, einem Magdeburger Stadtteilverein, und ist im selben Verein Torwart bei den Herren. Auf der Playstation spielt er für Selecao United.

Damit spielt Dome – wie ihn seine Freunde nennen – semiprofessionell Pro-Clubs. Pro-Clubs kommt in seiner Struktur dem echten Fußball am nächsten. Es gibt einen Ligamodus und jeder Spieler steuert einen der elf Charaktere des Teams. Dominiks Spieler heißt JxsTDom3. Er ist Innenverteidiger. Neben dem Controller bestimmt der Gamer auch das Pensum: Durchschnittlich vier Mal pro Woche spielt Dome wettkampfmäßig an der Konsole. Übertragen werden die Spiele auf Twitch oder Youtube.

Sein reales Leben trennt er vom Spiel. Wenn er für seine Ausbildung zum Kinderpfleger lernen muss oder bei Roter Stern Sudenburg gebraucht wird, sagt er Selecao United ab. Falls er nicht gerade spielt, geht er schwimmen, läuft oder fährt Fahrrad.

Psychische Erkrankungen sind auch im E-Sports ein Thema

Dass ein solcher Ausgleich wichtig ist, erklärt der Sportspychologe Thorsten Loch, der seit rund vier Jahren auch E-Sportler betreut: „Es ist halt nicht gesund, zwölf oder 13 Stunden am PC zu hocken. Wenn man dann auf die High Perfomer blickt – wie viele bleiben da mit psychischen Erkrankungen auf der Strecke?“ Seit Januar 2022 ist die Computerspiel-Störung laut ICD auch ein offizielles Krankheitsbild. Ohne Ausgleich und soziale Kontakte steht das Selbstkonzept auf wackeligen Beinen.

Im ersten Spiel des Tages geht es testweise gegen die türkische Profimannschaft Kasımpaşa S.K. Wenn der Spieler von einer Party spricht, ist oft kein Alkohol im Spiel. So nennt sich der Sprachchat, über den sich die Spieler:innen miteinander verbinden können. Ein Mitspieler verliert im Dribbling den Ball – Dominik motiviert: „Nicht schlimm, weiter geht’s!“ und gibt über den Instant-Messanger Discord laute Anweisungen. Er ist der verbale Koordinator der Abwehr und hat die Abseitsfalle und die Zuordnung im Blick. Währenddessen bewegt sich die Spielkamera im Sekundentakt, da der Gamer seine Position auf dem Spielfeld überblickt. Das Spiel geht mit 0:2 verloren.

Im Regal im Zimmer stapeln sich Gaming-Booster, also Nahrungsergänzungsmittel – das Produktversprechen: Sie sollen wach halten und die Psyche stützen. Dass Gaming kein Randphänomen mehr ist, hat demnach auch die Industrie entdeckt. Laut dem Jahresreport der deutschen Games-Branche spielten 2023 rund 60 Prozent der Deutschen zwischen sechs und 69 Jahren Videospiele. Wer Profi werden will, stößt auf große Konkurrenz. Höchstleistungen sind gefragt. Wie im traditionellen Sport dominiert oft der unrealistische Anspruch, immer perfekt spielen zu müssen. „So gerät man leicht in eine Negativspirale“, warnt Loch. Nicht umsonst werden Top-Talente auch sportpsychologisch betreut.

Zwei Siege, drei Niederlagen

Gegen den Liga-Konkurrenten Pro Clubs Elite geht es im zweiten Spiel: Der Gaming-Stuhl bewegt sich währenddessen keinen Millimeter. Auch der Kater Sammy, der wie ein Dieb um Dominiks Beine schleicht, erregt seine Aufmerksamkeit nicht. Das Ergebnis holt ihn zurück, seine Schultern entspannen sich: 7:0 steht auf dem Bildschirm. Hastig zieht er sein Handy aus der Tasche und tippt darauf herum. Nur wenige Minuten hat er dafür Zeit, dann ist die Mannschaft wieder komplett. Ein Testspiel und zwei weitere Punktspiele folgen. Die Bilanz des Abends: Zwei Siege, drei Niederlagen.

JxsTDom3 überrollt mit seinem Team den Gegner Pro-Cubs-Elite, Foto: Janek Subke
Janek Subke

Mit 21 Jahren ist Dome noch kein Rentner in der Gaming-Welt, aber deutlich älter als 25 sind nur wenige Profis. Ein Freund von ihm spielt in der Akademie des FC St. Pauli eFootball. Vom Profigeschäft und der Virtuellen Bundesliga (VBL) ist Dominik aber noch weit entfernt. Dort zählt die individuelle Stärke und nicht wie bei Pro-Clubs ein starkes Teamgefüge.

Seit der Saison 2023/24 hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine verpflichtende Teilnahme aller Erst- und Zweitligisten am virtuellen Wettbewerb beschlossen. Der 21-Jährige sieht darin eine Chance für den Nachwuchs.

Alexander Hodeck, promovierter Professor an der ISM Berlin, der International School of Management, der sich in seiner Forschung unter anderem mit den Entwicklungen im E-Sport beschäftigt, sieht das anders: „Verpflichtungen sind in diesem Fall nicht sinnvoll, weil die Motivation und die Qualität der Teilnehmenden darunter leiden könnten.“ Auch könne damit eine Konkurrenz für den Fußball in der vor allem jungen Zielgruppe geschaffen werden, ebenso in Bezug auf Sponsoren. Dass diese Bedenken nicht ganz unbegründet sind, zeigt die fortschreitende Professionalisierung des E-Sports: Vereine verpflichten beispielsweise Athletiktrainer und Ernährungsberater und bieten Auswahl- und Boot-Camps an.

Dominik blickt auf die digitale Zeitanzeige seines Handys, sie zeigt 22:45 Uhr. Es steht eine Besprechung mit den Vereinsmanagern an. Danach schaut er noch einen Film. Genug Gaming für heute.

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Danijela Bradfisch: Aufrecht wie ein Dominostein – Körpersprache lernen

Seit Herbst 2023 unterstütze ich eine sehr talentierte 16-Jährige Tennisspielerin. Das Anliegen der NK1-Athletin war es, eine positive Körpersprache und aufrechte Körperhaltung zu haben, auch wenn es „mal nicht gut läuft.“ Wie wichtig und gleichzeitig wie schwierig das im Tennis und auch in anderen Sportarten ist, wissen wir alle. Wie ich im konkreten Fall vorgegangen bin und was das mit Dominosteinen zu tun hat, verrate ich im Beitrag.

Zum Thema: Körpersprache spielerisch erarbeiten

In den ersten Terminen sprach die Spielerin immer wieder davon, dass sie sich damit schwer tut, eine positive Reaktion zu zeigen, auch wenn sie z.B. einen Punkt gewonnen hat. Das sei schon mal anders gewesen, „…aber irgendetwas hat sich geändert“. Ihr Ziel: Sie wollte es wie früher umsetzen und „alles perfekt haben“. Nach drei Terminen haben wir dann einfach mal „outside the box“ Spiele gespielt, um die erlebten Emotionen und Körpergefühle nachzustellen und sind beim Domino gelandet. 

Dominosteine in Action (Bilder: Danijela Bradfisch)

Ihr hat es gut getan, dass es hier nicht um Perfektion und Schnelligkeit geht, sondern, dass Stein um Stein hingestellt werden muss, um das Ziel erreichen. Auch wenn es mal gerade nicht so läuft. Anfangs fand sie es „komisch“, im Rahmen unserer Zusammenarbeit einfach nur so zu spielen. Aber das Ziel, die Reihe „laufen zu lassen“ und sich das Ergebnis anzuschauen, empfand sie damals als schön und zeigte sich positiv überrascht. Bezugnehmend darauf haben sich ihre Geduld und die Bereitschaft, mehrere Versuche zu wagen, auf Ihr Tennisspiel übertragen. Immer weitermachen, dran bleiben und das Ziel im Blick behalten. Stein für Stein = Punkt für Punkt.

Dominosteine im Einsatz

Es bringt mich bis heute zum Schmunzeln, als ich sie anfangs unserer Zusammenarbeit gefragt habe, was sie mit einem Dominostein gemeinsam haben könnte?! Bezogen auf ihr Tennisspiel, kam folgendes dabei heraus:

Tennisspielerin: „Ich muss mich immer wieder aufrichten, um mein Ziel zu erreichen.“ (Und stellt einen Stein hin.)

Danijela Bradfisch: „Schmeiß ihn um.“

Tennisspielerin: „Nein, das möchte ich nicht.”

Danijela Bradfisch: „Wieso nicht?“

Tennisspielerin: „Weil sich das komisch anfühlt.“ (lächelt)

Bis heute hat die Spielerin ihren Dominostein bei jedem Spiel dabei. Anfangs hat sie ihn, im Training und bei den Spielen neben die Bank gestellt, mittlerweile ist er in ihrer Tasche als Gedankenanker immer parat. Das Thema Körpersprache ist aktuell keine Baustelle mehr.

Der Zauber der Dominosteine

Immer wieder kommen Dominosteine zu unterschiedlichsten Themen bei mir zur Anwendung. Sei es, um Selbstgespräche im Tennis oder Teamgespräche im Badminton zu beobachten. Oder sei es als Eisbrecher, um die Stimmung aufzulockern, wenn ein Team ein Wettrennen macht, bei dem am Ende die Mannschaft siegt, welche die Reihe vollständig aufgestellt hat. ☺

Das anschließende gemeinsame Reflektieren im beziehungsweise als Team ist immer wieder faszinierend für mich als Coach zu erleben, da viele bunte und unterschiedliche Menschen das Spiel spielen und immer wieder neue Aufgaben und Ziele dabei herauskommen.

Teamset als Geschenk

Im Rahmen der Nachwuchstagung (Praxis), die am Rande der asp-Jahrestagung beim Floorball Deutschland Final4 am 11. und 12. Mai in Berlin stattfindet, verschenke ich mein Dominospiel an die acht teilnehmenden Mannschaften. Wenn ihr mit meinen Kollegen und Kolleginnen im Netzwerk und mir ins Spiel kommen wollt, nehmt Kontakt auf:

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Anke Precht: Die 4 Schritte zu guten Gewohnheiten

Wer gute Gewohnheiten hat, schafft es auch in schwierigen Zeiten, intensiv zu trainieren, weiterhin täglich aufzustehen, dranzubleiben und sich damit auch wieder mehr und mehr zu verbessern. Diese guten Gewohnheiten sind im Sport aus meiner Erfahrung ein extrem wichtiger Begleiter. Sie helfen, durchzuziehen, anstatt sich hängen zu lassen, vor sich hin zu leiden, zu daddeln oder den geliebten Sport sogar ganz an den Nagel zu hängen. Aber wie gelingt es, klare und immer gleiche Abläufe im Alltag zu manifestieren? Abläufe zu Gewohnheiten werden zu lassen, die dabei helfen, jeden Tag ein bisschen besser zu werden? 

Zum Thema: Motivation und Dranbleiben – Wie du dir deine neuen guten Gewohnheiten Schritt für Schritt erarbeitest

Wenn du die folgenden vier Punkte beachtest, kannst du Gewohnheiten einfach verändern. Aber: Nicht alle auf einmal, nicht alles auf einmal. Sondern: Schritt für Schritt. Und zwar in kleinen Schritten.

  1. Mach dir die neue Gewohnheit leicht

Du möchtest täglich meditieren? Wunderbar! Starte mit einer Minute. Die hast du jeden Tag. Sorge dafür, dass der Platz zum Meditieren am Abend schon vorbereitet ist, damit du dich am Morgen einfach hinsetzen kannst und nicht erst aufräumen musst. Sorge dafür, dass der Start einfach ist und dich nicht überfordert. Sobald das läuft, erhöhst du die Schwierigkeit – in kleinen Schritten. 

  1. Mach die neue Gewohnheit sichtbar, erinnere dich daran.

Damit du nicht „vergisst“, morgens zu meditieren, kannst du dein Meditationskissen auch auf die Kaffeemaschine legen, wenn dein erster Gang dahin ist. Oder auf den Tisch im Esszimmer, oder ins Bad – einfach  genau dahin, wo du automatisch drüber stolperst. Dann hast du dich erinnert und es ist nur noch ein winziger Schritt zum Start. Vergessen unmöglich.

  1. Mach das neue Verhalten angenehm

Wenn es gut tut, machen wir es lieber. Stichwort Dopamin (siehe den Text unten). Du meditierst eine Minute, am besten auf einem Kissen, das dir wirklich gefällt. Du könntest einen schönen Duft dazu nehmen, oder vorher einen Schluck Kaffee trinken, wenn dir das gut tut. Das Gehirn verknüpft schnell das angenehme Gefühl mit der neuen Gewohnheit und baut damit mehr intrinsische Motivation: Es will mehr davon.

  1. Belohne dich für das neue Verhalten

Das braucht nichts Großes zu sein. Du kannst dir selbst auf die Schulter klopfen, du kannst „Super!“ sagen, du kannst dich im Spiegel anlächeln, du kannst dich bei dir selbst bedanken, du kannst die Fäuste ballen und „Yes!“ rufen – egal was es ist. Feiere deinen Erfolg, und sei er noch so klein. Auch das ist gut für’s Dopamin, die körpereigene Motivationsdroge.

Wie steht es mit schlechten Gewohnheiten? Genau andersherum. Du hängst zu viel vor der Glotze ab? Stell sie in den Keller. Du isst zu viele Süßigkeiten? Kauf keine mehr ein und verschenke den Inhalt der Schublade, in der noch die ganzen leckeren Sachen von Ostern drin sind. Du willst weniger Kaffee trinken? Nimm statt der großen Bialetti eine kleine. Dann fällt es dir leichter, nach einer Tasse Schluss zu machen.

Meine Kollegen und Kolleginnen im Netzwerk (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Anke Precht) helfen dir gern, wenn es um deine neuen guten Gewohnheiten geht. Wenn du vorher noch mehr zum Thema wissen willst, tauche hier noch tiefer ein:

Buchtipp: 

James Clear; Atomic Habits: An Easy & Proven Way to Build Good Habits & Break Bad Ones. Penguin Publishing Group

Mehr zum Thema:

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Prof. Dr. Andreas Marlovits: „Ein Highlight wird die Podiumsdiskussion“

Vom 9. bis 11. Mai 2024 findet in Berlin die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland statt. Die 56. Auflage steht unter dem Titel „Methodenvielfalt: Lebendigkeit in Theorie und Praxis“. Wir haben Prof. Dr. Andreas Marlovits von der BSP Business & Law School in Berlin befragt, der die Tagung in diesem Jahr ausrichtet und leitet. Im Interview geht es um die Highlights der asp-Jahrestagung, vereinzelte Kritik im Vorfeld des Events und seine persönlichen Erwartungen.

Prof. Dr. Andreas Marlovits, was macht die asp-Tagung 2024 in Berlin besonders? Warum sollte sich niemand, egal ob er oder sie sich in der Wissenschaft oder der Praxis verortet, die Veranstaltung entgehen lassen?

Das durch die Einreichungen der TeilnehmerInnen gestaltete Programm umfasst knapp 200 Beiträge, in denen aktuelle sportpsychologische Forschungen vorgestellt und diskutiert werden – dazu kommen noch gut 50 Poster und knapp 20 Workshops, die Themen und Methoden der Praxis bespielen. Wir haben den Kongress unter das Tagungsthema „Methodenvielfalt: Lebendigkeit in Theorie und Praxis“ gestellt, um die Diskussion über verschiedene Methoden und Theorien der Sportpsychologie anzuregen. Bei den vielfältigen Phänomenen des Sports kann es sehr erhellend sein, diese unter dem Blickwinkel verschiedener psychologischer Konzepte zu betrachten. Kognitions- und behaviorale Ansätze, neurowissenschaftliche, morphologische und andere Perspektiven bieten sicherlich für jeden ein spannendes Spektrum an Verstehensmöglichkeiten. Die drei Keynotes orientieren sich ebenfalls an der Methodenvielfalt und spannen sich entsprechend auf zwischen der tiefenpsychologischen Methode der Morphologischen Psychologie, der Computer Science mit ihrer Data-Analytic und dem Ansatz einer Interdisziplinären Kollaboration zwischen verschiedenen Wissenschaften, der als richtungsweisende Perspektive zur Lösung der großen Fragen der Zukunft vorgestellt wird. Ein weiteres Highlight wird sicherlich die Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Stakeholdern aus der Praxis wie der Fußballmanager Fredi Bobic, die ehemaligen DTB-Bundestrainerin Barbara Rittner, die Champions League-Siegerin und Fußballexpertin Tabea Kemme, die Fußballlegende und Trainer Torsten Frings, der FIFA-Mitarbeiter Prof. Dr. Thomas Hauser und der Historiker und Schriftsteller Per Leo. In den Diskussionen soll der Leistungssport Thema werden und ein wohlwollender aber auch ein kritischer Blick auf das Angebot der Sportpsychologie und die damit gemachten Erfahrungen gelegt werden. Darüber hinaus finden im Vorfeld in Potsdam Nachwuchstagungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und eine Tagung für Post-Docs statt – im Nachgang dann auch erstmals eine Tagung für den angewandt arbeitenden Nachwuchs. Nicht zuletzt wirbt natürlich die Bundeshauptstadt Berlin mit ihrer Lebendigkeit und kulturellen Vielfalt für sich. Ein Stück Berlin-Original wird im Get-together an der Alten Försterei bei Union Berlin unmittelbar erlebbar werden. Es dürfte also für jeden etwas Spannendes dabei sein. 

Vereinzelt gab es in den zurückliegenden Wochen Absagen. Kritisiert wurde die Höhe der Teilnahmegebühren, die relativ umfangreiche Präsenz des Themas Morphologie im Rahmen der Praxisworkshops und Begleitumstände wie die in Berlin in den vergangenen Jahren rasant gestiegenen Preise zum Beispiel für Hotelübernachtungen. Wie reagieren Sie auf diese Kritik? 

Wie üblich bei großen Tagungen kommt es immer wieder zu Absagen. Die wenigen, die uns erreicht haben, hängen weniger mit erhöhten Preisen zusammen. Im Gegenteil. Wir sind sogar nach Anmeldeschluss mit Nachfragen zur Teilnahme konfrontiert und wollen natürlich diesen auch den Zugang zur Tagung ermöglichen. Leider ist nach der Corona-Pandemie die Preisstellung des ohnehin schon teuren Berlins noch teurer geworden. Berlin ist einfach ein teures Pflaster, worauf wir als Ausrichter bereits im Herbst bei der ersten Tagungsankündigung mit dem Tipp zur frühzeitigen Reservierung von Hotels und Reiseoptionen hingewiesen haben. An den generell höheren Preisen können wir leider nichts ändern. Zur Frage der Ausrichtung der Praxisworkshops ist zu sagen, dass diese ja wie auch die Forschungsbeiträge durch Einreichungen von Kolleginnen und Kollegen besetzt werden. Wir konnten auch alle Einreichungen berücksichtigen. Als Hochschule, die in ihren psychologischen Departments neben dem systemischen und dem objektiv-psychologischen Ansatz auch einen methodischen Schwerpunkt in der Morphologischen Psychologie hat, freuen wir uns sehr, dass wir diese in der Praxis immer stärker angewandte Konzeption durch verschiedene Themen der Forschung wie auch Praxis durch verschiedene Personen vorstellen können. In den letzten Jahren sind vermehrt Anfragen an uns herangetragen worden, die Morphologische Psychologie mal etwas intensiver vorzustellen. Bei 10 von knapp 200 Beiträgen kann allerdings von einer umfangreichen Präsenz nicht die Rede sein.

Auf welches Detail der asp-Tagung freuen Sie sich ganz persönlich am meisten? 

Spannend für uns ist sicherlich der Moment, so viele Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Hochschulen und Praktiker an unserer privaten Hochschule begrüßen zu dürfen. Es ist das erste Mal, dass eine private Hochschule mit einem starken Anwendungsbezug die asp-Tagung ausrichtet. Und gerade in Berlin stehen wir mit der Morphologischen Psychologie auch in der Tradition der Berliner Gestaltpsychologie. Natürlich freue ich mich auf anregende Diskussionen zu Forschungs- und Praxisthemen, besonders natürlich, wenn wir so hochkarätige Personen des Sports zur Podiumsdiskussion begrüßen dürfen. Und natürlich freuen sich meine Kolleginnen und Kollegen und unsere Studierende schon sehr auf das gemeinsame Get-Together in entsprechendem Fußballambiente in der Alten Försterei bei Union Berlin. 

Link zur Veranstaltung: https://asp-tagung.de

Mehr zum Thema:

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Dr. Julia Boie: Mentales Training, ja – aber richtig  

Wir alle kennen wahrscheinlich Aufnahmen von Sportler*innen, die mental trainieren. Beispielsweise sehen wir Rennrodler oder Snowboardfahrer, die vor dem Start ihren Lauf mental durchgehen. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist die Aufnahme des Hockeyspielers Mike Cammalleri, der sich mit mentalem Training auf ein Spiel vorbereitet.

Zum Thema: Mentales Training für den sportlichen Erfolg

Wenn es um Sportpsychologie geht, ist sehr häufig die Rede von mentalem Training bzw. Visualisierung. Was aber steckt dahinter und wofür ist es gut? Es können einzelne Bewegungen und spezifische Techniken, aber auch ganze Handlungsabläufe mental trainiert werden. Ziel der Übungen ist es, diese Abläufe zu festigen, um sie in Situationen, in denen es darauf ankommt, schnell abrufen zu können. Bei der Anwendung des mentalen Trainings reicht es allerdings nicht, sich die Bewegung einfach irgendwie vorzustellen; denn nur eine optimale Bewegungsvorstellung trainiert auch eine optimale Bewegungsausführung. Damit Mentales Training wirksam sein kann, sind Lebendigkeit und Kontrollierbarkeit der Vorstellung notwendig.

Eine lebendige Vorstellung schließt alle Sinne mit ein. Die Strecke detailliert vor sich sehen, typische Geräusche hören, den Schnee riechen, Wind spüren und natürlich ganz präzise die eigene Bewegung fühlen. Gerade beim Spüren der eigenen Bewegung ist auch die Kontrollierbarkeit der Vorstellung von entscheidender Bedeutung. Denn nur, wenn ich in der Vorstellung genau das geschehen lassen kann, was ich möchte, kann das mentale Training meine Leistung unterstützen. Das bedarf – wie im sportlichen Training auch – regelmäßiger Übung.

Mentales Training bietet viele Vorteile

Regelmäßiges und qualitativ hochwertiges mentales Training kann uns in unserer sportlichen Leistung auf vielfältige Art unterstützen:

  • Beim mentalen Training von Bewegungsabläufen muss uns der Bewegungsablauf (auch in der Fein- und Feinstmotorik) ganz klar sein. Das Bewusstmachen der Technik in all den Einzelheiten ist häufig bereits mit einem Lernerfolg verbunden.
  • Das mentale Üben einer Bewegung verbessert die reale Bewegungsausführung.
  • Die mentale Vorstellung von perfekter Leistung und von Erfolg erhöht die Motivation und wirkt sich dadurch auch auf das Handeln (z.B. die Trainingshäufigkeit) aus.
  • Das mentale Training kann überall durchgeführt werden, das heißt, wir sind unabhängig von Trainingsplätzen und -zeiten.
  • Mit Hilfe des mentalen Trainings können wir uns Stück für Stück angstbesetzten Situationen annähern und sie üben. Das Gleiche gilt für Techniken, die wir eigentlich beherrschen, die uns aber Angst machen.
  • Das mentale Training kann bei der Rehabilitation von Sportverletzungen genutzt werden. Da das Gehirn nicht zwischen der intensiven und lebhaften Vorstellung einer Bewegung und der tatsächlichen Ausführung der Bewegung unterscheidet, kann das technische Niveau gehalten werden. Die zusätzliche Erfolgsvisualisierung hält die Motivation aufrecht.
  • Durch das Vorstellen einer perfekten Bewegungsausführung kurz vor der tatsächlichen Ausführung (z.B. beim Turnier), wird die Wahrscheinlichkeit eines gelungenen Bewegungsablaufes erhöht.

Falls Du Interesse hast, mentales Training für deinen sportlichen Erfolg zu nutzen, melde dich gerne beim Netzwerk (zur Übersicht) oder direkt bei mir (zur Profilseite von Dr. Julia Boie), um die gemeinsame Arbeit daran zu starten.

Mehr zum Thema:

Literatur:

Mayer, J. & Hermann, H.-D. (2011). Mentales Training. Springer.

Weinberg, R.S. & Gould, D. (2007). Foundations of sport and exercise psychology. Human Kinetics.

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Bezahlmodelle in der Sportpsychologie

Eines der Ziele von Die Sportpsychologen ist es, die Schwelle zur Zusammenarbeit zwischen dem Sport und uns Experten und Expertinnen zu verringern. Oft stellen wir dabei fest, dass sowohl im Breitensport als auch im Leistungssport eine gewisse Unsicherheit da ist, wie und wann die Dienstleistung Sportpsychologie bezahlt wird. Hier haben wir einige etablierte Optionen mal zusammengefasst.

Grundlegende Buchungswege

Markus Gretz, Die Sportpsychologen

Antwort von: Markus Gretz (zum Profil)

Da sportpsychologisches Coaching und Beratung keine Krankheiten behandelt, und deshalb in der Regel nicht über gesetzliche Krankenkassen übernommen wird, tragen oft die Athleten und Athletinnen oder ihre Eltern die Kosten selbst. Wer mit dem Sport sein Geld verdient, kann das zumindest in der Regel von der Steuer absetzen. Ich wurde aber auch schon immer mal vom Verein, dem Klub oder von einer Beratungsagentur bezahlt. 

Anke Precht, Die Sportpsychologen
Anke Precht, Die Sportpsychologen

Antwort von: Anke Precht (zum Profil)

Ergänzend zu Markus Gretz: Eine noch viel zu selten genutzte Möglichkeit ist die Finanzierung über einen Sponsor. Athleten finden manchmal leichter Sponsoren, wenn sie ihnen konkret erklären können, wozu sie das Geld verwenden möchten und wie hoch die Kosten genau sein sollen. Auch Vereinssponsoren können vom Verein angesprochen werden mit der Bitte, noch eine Schippe auf das bisherige Sponsoring draufzulegen und damit die Sportpsychologin zu finanzieren, deren Arbeit eine Bereicherung ist.

Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen
Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen

Antwort von: Klaus-Dieter Lübke Naberhaus (zum Profil)

Und doch gibt es auch Abrechnungsmöglichkeiten über die Krankenkasse, entweder weil die Kollegen eine psychotherapeutische Ausbildung haben oder weil es bestimmte Programme und Projekte der Krankenkassen gibt. Zudem gibt es auch Programme an Unikliniken und an anderen Hochschulen, in deren Rahmen Leistungen in Anspruch genommen werden können. Ein Anruf bei der jeweiligen Krankenversicherung kann sich auf jeden Fall lohnen und empfehle ich jedem Klienten.

Danijela Bradfisch, Die Sportpsychologen
Danijela Bradfisch, Die Sportpsychologen

Antwort von: Danijela Bradfisch (zum Profil)

Ergänzend zum Thema Verbände: Zum Teil übernehmen Verbände das Einzelcoaching 1x monatlich für die Athlet:innen während der allgemeinen Kaderbetreuung, für die Einzelsportler:innen ist es somit erst einmal kostenlos. Sollten Athlet:innen an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sein, wird separat besprochen. Zudem gibt es für den Verband bei mir eine vorher abgestimmte „Preisliste“, die für zwei Saison gültig ist. Dies soll den Einstieg in die Thematik und die Zusammenarbeit erleichtern. Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, da die meisten Vereine und Verbände die hohen Kosten abschrecken.

Finanzierung über Olympiastützpunkte, Spitzenverbände und DOSB (ZKS) oder BiSP

Markus Gretz, Die Sportpsychologen

Antwort von: Markus Gretz (zum Profil)

Die Olympiastützpunkte haben meist ein Budget, mit dem sie sportpsychologische Beratung für Olympiakader, Perspektivkader und Nationalkader bezahlen können. Dazu haben die Stützpunkte meistens Kooperationen mit sportpsychologischen Expert*innen in der Region. Ich bin beispielsweise Kooperationspartner vom OSP Stuttgart für die Athleten und Athletinnen in der Region um Ulm. Manche Stützpunkte bieten auch eine offene Sprechstunde für alle zugeordneten Athlet*innen am OSP an und teilweise gibt es vor Ort festangestellte Sportpsychologie*innen.

Auch die Spitzenverbände haben oft finanzielle Mittel für sportpsychologische Betreuung, vor allem für die Nationalmannschaften und Nationalkader. Dafür können die Verbände über die Zentrale Koordinierungsstelle Sportpsychologie (ZKS) jährlich Gelder vom DOSB beantragen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, über das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BiSP) wissenschaftliche Transferprojekte zu initiieren. 

Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen
Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen

Antwort von: Klaus-Dieter Lübke Naberhaus (zum Profil)

Bei den Spitzenverbänden gilt es jedoch zu sagen, dass hier in der Regel feste, teilweise sogar mit Honorarverträgen angestellte Kollegen tätig sind. Jedoch besteht für die Athleten grundsätzlich freie Wahlmöglichkeit.

Buchung einer Coaching-Stunde (oder mehrerer Stunden)

Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen
Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen

Antwort von: Yvonne Dathe (zum Profil)

Wenn du ein akutes Thema in deiner sportlichen Ausübung hast, z. B. Angst nach einem Unfall, Stress in bestimmten Situationen, das optimale Leistungsniveau abrufen oder Motivation hast, kannst du dich gerne direkt an mich wenden und einen Termin vereinbaren. Gemeinsam erarbeiten wir einen Weg, der dich deinem Ziel näher bringt. Manchen reicht eine Stunde, andere benötigen mehrere Treffen, bis sie ihr Ziel erreicht haben.

Danijela Bradfisch, Die Sportpsychologen
Danijela Bradfisch, Die Sportpsychologen

Antwort von: Danijela Bradfisch (zum Profil)

Ich schließe mich Yvonne an. Ich stehe für alle Anfragen, auch von Trainer:innen und Eltern, gerne telefonisch zur Verfügung. Athlet:innen dürfen mich gern vorher “online abchecken” und sich dann anschließend nochmals bei mir melden.

Viele Athlet:innen haben bereits nach dem kostenlosen Erstgespräch für sich neue Erkenntnisse gewonnen und wenden die Impulse aus dem Erstgespräch erfolgreich an und sind dem Thema Sportpsychologie/ Mental Coaching offener gegenüber. 

Kauf eines Coaching-Programms oder eines Coachingprozesses

Markus Gretz, Die Sportpsychologen

Antwort von: Markus Gretz (zum Profil)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für beide Seiten von Vorteil ist, einen Coachingprozess mit fester Sitzungsanzahl auszumachen, als von Session zu Session zu schauen. Dadurch ist es für die Sportler und Sportlerinnen vom finanziellen und zeitlichen Aufwand planbarer und auch ich kann als Coach besser den Prozess und die Etappenziele planen. Ich biete aus diesem Grund einen Coachingprozess mit neun Sitzungen und einer Diagnostik, einen Kurzzeit-Coachingprozess mit sechs Sitzungen und einen Langzeit-Coachingprozess mit 14 Sitzungen und Langzeitdiagnostik und Wettkampfbeobachtung an. Für besonders intensive Betreuung biete ich auch noch ein Mentoring an, das ca. 30 Sitzungen beinhaltet. Die Sitzungsanzahl kann aber bei zusätzlichem Bedarf auch jeweils noch flexibel erhöht werden. Meine Kostenstruktur findest du ganz transparent hier: Markus Gretz – MG Sportpsychologie – Mental Games – Coach, Mentaltrainer, systemischer Berater, Stressmanagement (mg-sportpsychologie.de)

Anke Precht, Die Sportpsychologen
Anke Precht, Die Sportpsychologen

Antwort von: Anke Precht (zum Profil)

Ich vereinbare oft mit Einzelsportlern im Hochleistungsbereich eine Jahres- oder Saisonpauschale, innerhalb derer sie genau die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um mental auf dem Punkt zu sein. Heißt: Nimmt der Sportler meine Arbeit nur wenig in Anspruch, schadet er sich selbst, aber ich verdiene gut, wenn ich es auf die Stunde rechne. Nimmt er mich viel in Anspruch, kommt er gut weiter (und mein Stundensatz ist geringer). Da ich aber zusätzlich eine kleine Beteiligung an möglichen Preisgeldern mit vereinbare, gleicht sich das am Ende oft wieder aus: Arbeitet der Sportler mental hart, arbeite ich mehr, er performt mittelfristig besser, er verdient was, ich auch, also win-win. Verletzt er sich, haben wir beide Pech. Das heißt: Chancen und Risiken sind aufgeteilt, und wenn der Sportler mental wirklich durchstarten möchte, bekommt er keinen Stress wegen zusätzlicher Kosten. Wir haben beide Spaß an der Arbeit und öfter Erfolg. Zusätzlich abgerechnet werden die Kosten für Reisen, zum Beispiel zur Begleitung auf Wettkämpfe.

Dunja Lang, Die Sportpsychologen

Antwort von: Dunja Lang (zum Profil)

Ich biete zusätzlich zu maßgeschneiderter 1:1 Betreuung ein umfassendes mehrmonatiges Online Mentalcoaching Programm für ambitionierte Leistungs- und SpitzensportlerInnen sowie TrainerInnen an, das aus folgenden Komponenten besteht und als ganzes gebucht wird: Einzelcoaching, Gruppencoaching sowie eine Online-Plattform mit einer umfassenden sportpsychologischen Expertise, Videos, Audios und Übungen, Arbeitsblättern etc.. 

Die TeilnehmerInnen erarbeiten mit meiner Unterstützung einen Coaching- und Umsetzungsplan und setzen diesen gemeinsam mit mir um. Dabei erfolgen sowohl Coachings als auch Training bestimmter Mentaltechniken, wie z.B. Sporthypnose oder spezielle Visualisierungstechniken. Dieses Programm kann von Einzelpersonen als Ganzes gebucht werden oder auch in Teilen als Special Version für Gruppen wie Vereine und Verbände. 

Hinweis von Mathias Liebing, Redaktionsleiter

Wir bei Die Sportpsychologen haben unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Stoll und der Mitarbeit vieler ExpertInnen aus dem Netzwerk ein eigenes Online-Coachingprogramm zusammengestellt. Dies vermittelt wertvolle Grundlagen, um dann bestens informiert in die konkrete sportpsychologische Arbeit zu starten: https://www.die-sportpsychologen.de/2021/02/abliefern/

Abo-Modell

Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen
Yvonne Dathe, Die Sportpsychologen

Antwort von: Yvonne Dathe (zum Profil)

Über den WinMental-Club erhalten Sportler:innen monatlich einen neuen Input zur Sportpsychologie. In der Gruppe können sie sich mit anderen Austauschen. Die Betreuung findet somit ständig statt. Die Teilnehmenden erhalten Impulse, die sie für ihr Training bzw. ihre sportlichen Erfolg einsetzen können. Die Themen können die Teilnehmenden mitbestimmen.

Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen
Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen

Antwort von: Klaus-Dieter Lübke Naberhaus (zum Profil)

Grundsätzlich halte ich wenig von Pauschalen, es sei denn, der Umfang des Auftrages ist sehr konkret zu planen, wie kürzlich in einem Coach-the-Coach Prozess. Immer wieder erlebe ich, dass der ursprüngliche Auftrag in den Hintergrund gerät, weil sich im Prozess zeigt, dass andere Themen oben aufliegen. Anders sieht es natürlich im Rahmen von Seminaren und Workshops aus, hier kalkuliere ich und mache dem Auftraggeber dann ein entsprechendes Angebot.

Mehr zum Thema:

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Weitere Informationen

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Last call: asp-Nachwuchstagung (Praxis)

Noch bis zum Montag, 22. April 2024, können sich Young Professionals aus der Sportpsychologie für die asp-Nachwuchstagung (Praxis) anmelden. Geboten wird ein in dieser Form einmaliger Einblick in die sportpsychologische Praxis in der Sportart Floorball. Den Rahmen bildet das Pokalfinalwochenende von Floorball Deutschland in der Max-Schmeling-Halle in Berlin. Die Nachwuchstagung für praktische arbeitende Sportpsychologen und Sportpsychologinnen, die erstmals stattfindet, schließt sich direkt an die asp-Jahrestagung (Link) an.

Zum Thema: Anmeldung asp Nachwuchstagung

Anmeldung

Wer kann an der asp-Nachwuchstagung (Praxis) teilnehmen?
– als Zugangsvoraussetzung gelten, dass der Master-Abschluss oder das asp-Curriculum nicht älter als fünf Jahre sein soll
– darüber hinaus können sich alle Sportpsychologie-Studierende an der Nachwuchstagung teilnehmen
Was kostet die Teilnahme?
– 120 EUR 
Wo kann ich mich anmelden:
– per Mail office@asp-sportpsychologie.org    
Wann ist Anmeldeschluss und sind die Plätze begrenzt? – Die Anmeldung ist bis zum Montag, dem 22. April 2024 möglich. Sofern nicht alle 30 Plätze schon vergeben sind.

Programm:

Samstag, 11. Mai 2024

13.00 – 16.00 Uhr  Einführung (mit Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann und Mathias Liebing)

  • Sportpsychologie vs. Floorball  (13:00 – 13:30, Seminarraum Max-Schmeling-Halle, Hosts: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Mathias Liebing)
  • Floorball – Besonderheiten und Charakteristika der Sportart (13:30 – 14:00, Seminarraum Max-Schmeling-Halle, Hosts: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Mathias Liebing)
  • gemeinsame Spielbeobachtung der Schlussdrittels des Frauen Halbfinals ETV Hamburg vs. UHC Weißenfels (14:00 – 14:45, Max-Schmeling-Halle)
  • Sportpsychologische Schnellinterventionen im Spielsport (15:00 – 15:45, Seminarraum Max-Schmeling-Halle, Hosts: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Mathias Liebing)

16.00 – 18.00 Uhr  1. Halbfinale Herren (MFBC Leipzig vs. Floor Fighters Chemnitz)

  • gemeinsame Spielbeobachtung
  • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
  • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen

19.00 – 21.00 Uhr  2. Halbfinale Herren (TV Schriesheim vs. ETV Hamburg)

  • gemeinsame Spielbeobachtung
  • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
  • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen 

Sonntag, 12. Mai 2024

10.00 – 13.00 Uhr  Workshop Sportpsychologie im Floorball (mit Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Martin Brückner, Bundestrainer von Floorball Deutschland, Floorball-Nationalspieler Ferdinand Ondruschka)

  • Thema: “Elterncoaching im Floorball – Wie Mütter und Väter bestmöglich unterstützen können” (10:00 – 10:45, Kabine, Max-Schmeling-Halle, Host: Dr. Hanspeter Gubelmann)
  • Thema: “Sportpsychologische Ebene des Coachings” (11:00 – 11:45, Seminarraum, Max-Schmeling-Halle, Host: Prof. Dr. Oliver Stoll, Dr. Hanspeter Gubelmann, Martin Brückner, Bundestrainer von Floorball Deutschland (in Kooperation mit Trainerlehrgang von Floorball Deutschland)
  • Thema: “Aggressionen ausspielen” (12:00 – 12:45, Kabine, Max-Schmeling-Halle, Host: Prof. Dr. Oliver Stoll und Floorball-Nationalspieler Ferdinand Ondruschka)

12.30 – 14.30 Uhr  Finale Frauen (Siegerinnen-Teams der Halbfinal-Partien)

  • gemeinsame Spielbeobachtung
  • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
  • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen

15.30 – 17.30 Uhr  Finale Männer (Sieger-Teams der Halbfinal-Partien)

  • gemeinsame Spielbeobachtung
  • nach Spielende Schnellinterventionen in der Mixed Zone
  • spontane Gruppen-Supervisionen/Intervisionen

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Anke Precht: Die unterschätzte Schwester von Motivation

In der Sportpsychologie reden wir viel über Ziele und Klarheit bei deren Formulierung. Sind Ziele eindeutig, sind sie vorstellbar, möglichst sehr konkret und erstrecken sich über viele Sinnesmodalitäten, sind sie außerdem attraktiv, ist das gut für die Motivation: Sie ist die Kraft, die uns in Bewegung bringt. Aber springen wir damit nicht nur manchmal zu kurz? Ich finde, dass es neben der Motivation einen unterschätzten weichen Faktor für sportliche Erfolge gibt. 

Zum Thema: Motivation und Dranbleiben – Ist wirklich alles eine Frage des starken Willens?

Es wird viel über extrinsische und intrinsische Motivation gesprochen. Die Intrinsische soll besser sein als die Extrinsische, weil sie aus dem Sportler selbst kommt, anstatt durch äußere Anreize oder Druck entsteht. Ich bin nicht ganz dieser Meinung. Ich finde, jede Form der Motivation ist gut, die dabei hilft, ein Ziel zu erreichen, das man sich selbst wünscht. Und dann gibt es neben der Motivation noch einen anderen Faktor, der beim Erreichen großer Ziele hilft, in meinen Augen der wichtigste: Gute Gewohnheiten (und keine schlechten).

In seinem Buch „Atomic Habits“ (auf deutsch „Die 1%-Methode) zeigt James Clear auf, wie machtvoll Gewohnheiten sind, wenn es darum geht, wirklich große Ziele zu erreichen. Denn wenn es auf dem Weg zum Ziel holprig wird, helfen sie viel mehr als die klassische Motivation, die sich aus dem Gefühl speist, dem Ziel näher zu kommen. Anders gesagt: Gegen Panne, Rückschläge, große Zweifel, innere Schweinehunde und Blockaden ist ein starker Wille auf die Dauer nicht gewappnet. Gewohnheiten schon.

Bis alles gut läuft

Was bedeutet das konkret für den Sport? Solange alles gut läuft, ist es meistens kein Problem, die Trainingsmotivation hochzuhalten oder neben dem Training auf vieles zu verzichten, was der Performance schadet. Denn Erfolgserlebnisse, auch im Training, sorgen für regelmäßige Dopaminausschüttungen im Gehirn. Das macht glücklich, das Gehirn will mehr davon und schickt den Sportler ins Training, auch bei Regen.

Was aber ist, wenn es nicht rund läuft? Die Trainings mühsam sind, die anderen bei den Wettkämpfen einfach (noch) besser sind? Wenn es Kritik hagelt, die Umgebung enttäuscht ist, der Sponsor sein Angebot zurückzieht, und dann vielleicht noch eine Verletzung dazukommt? Dann ist mit Dopamin nicht mehr viel, und die intrinsische Motivation hat es schwer. Zweifel tauchen auf, und die Stimme des Schweinehunds wird lauter. Die Aufmerksamkeit wandert von der eigentlichen Aufgabe immer mehr in Randbereiche. Was denken die anderen? Was bedeutet das für meine Karriere? Habe ich überhaupt noch eine Chance, mein Ziel zu erreichen? Warum tue ich mir das eigentlich alles an?

Gewohnheiten als Fels in der Brandung

Wer klare, feste und unverrückbare Gewohnheiten hat, ist jetzt klar im Vorteil. Denn die sind im Gehirn fest verankert und steuern Verhalten im Autopilot-Modus. Anstatt morgens zu überlegen, länger liegen zu bleiben, stehe ich auf und mache mein Training oder die Übungen vom Physio. Ich folge meinem Ernährungsplan, wie ich das schon seit Jahren mache. Ich fahre täglich und jede Woche das immer gleiche Programm. Check mit dem Trainer, Dokumentation, Pflege von Social Media, Feedback an die Sponsoren, und natürlich Training, Training, Training. Alles, was dazugehört. Man kann es auch Disziplin nennen. Und die fällt eben nicht vom Himmel. Dann kommt nach und nach auch die gewünschte Leistung. Es ist eine Frage der Zeit. Denn Fleiß siegt. Immer.

Ein entscheidender Schlüssel im Sport ist also das Bilden guter Gewohnheiten (und das Ablegen schlechter). Wie das geht, beschreibe ich im nächsten Beitrag. Also, bleib dran! Mach aus dem Lesen von Die Sportpsychologen eine gute Gewohnheit!

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Fans, Schiris, Eltern, Spieler und Trainer treffen auf die Sportpsychologie

Im Rahmen des Final4, dem Pokalfinal-Wochenendes von Floorball Deutschland, bekommen Fans, Schiris, Eltern, Spieler und Spielerinnen sowie Trainer und Trainerinnen die Möglichkeit, in Kontakt zur Sportpsychologie zu kommen. Bis zum Sonntag, den 28. April 2024, können über das folgende Formular Fragen eingereicht werden, die sportpsychologische Experten und Expertinnen anonym beantworten. Bei Interesse besteht dann beim Final4 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin dann sogar die Möglichkeit auf einen persönlichen Austausch zum jeweiligen Thema.

Zum Thema: Praxisfragen an die Sportpsychologie

Die Fragen können alles betreffen, was im weitesten Sinne mit sportlicher Leistung zu tun hat. Also alles rund um Themen wie Selbstvertrauen, Ängste, Blockaden, Motivation, Kommunikation, Konzentration, Lernen oder mentale Gesundheit. Eingereicht werden die Fragen über das folgende Formular. Die Teilnehmenden der asp-Nachwuchstagung (Praxis), welche die Fragen beantworten, sehen nur die Frage und die Aufgabenbezeichnung (Fans, Schiri, Eltern, Spieler und Spielerinnen sowie Trainer oder Trainerin), nicht aber den jeweiligen Namen. Die Beantwortung erfolgt also anonym.

Also, du bist Fan, Schiri, Elternteil, Spieler oder Spielerin bzw. Trainer oder Trainerin? Dann kannst du hier deine Frage einreichen. Die Antwort geht dir per Mail am Dienstag, 7. Mail 2024, zu:

You agree to receive email communication from us by submitting this form and understand that your contact information will be stored with us.

Sportpsychologie beim Final4 in Berlin

Möglich wird das Angebot durch die Kooperation von Floorball Deutschland mit der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland (asp) und dem Netzwerk Die Sportpsychologen. Denn im Anschluss an ihre Jahrestagung vom 9. bis 11. Mai veranstaltet die asp erstmalig eine Nachwuchstagung für junge und angehende Sportpsychologen und Sportpsychologinnen. Letztere werden an beiden Final4-Veranstaltungstagen am 11. und 12. Mai in der Berliner Max-Schmeling-Halle vor Ort sein, um mit Teams, Trainern und nicht zuletzt interessierten Fans, Eltern und SpielerInnen sowie TrainerInnen in Kontakt zu kommen und zu arbeiten.

Hinweis: Interessierte Sportpsychologen können sich noch bis zum Montag, den 22. April, für die Veranstaltung anmelden:

Anmeldung

Wer kann an der asp-Nachwuchstagung (Praxis) teilnehmen?
– als Zugangsvoraussetzung gelten, dass der Master-Abschluss oder das asp-Curriculum nicht älter als fünf Jahre sein soll
– darüber hinaus können sich alle Sportpsychologie-Studierende an der Nachwuchstagung teilnehmen
Was kostet die Teilnahme?
– 120 EUR 
Wo kann ich mich anmelden:
– per Mail office@asp-sportpsychologie.org    
Wann ist Anmeldeschluss und sind die Plätze begrenzt? – Die Anmeldung ist bis zum Montag, dem 22. April 2024 möglich. Sofern nicht alle 30 Plätze schon vergeben sind.

Mehr Infos:

Fotos: Final4 2023 (Quelle: Tillmann Dreesen, Instagram: @tillmannoderso)

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Björn Korfmacher: Unperfekt zum Profi! 

An seinen Schwächen zu arbeiten, Unvermögen durch viel Training auszugleichen und Mankos durch harte Arbeit zu eliminieren, ist im Bereich der Nachwuchsförderung und Spielerentwicklung ein zentrales Thema. Keine Frage: Um im Sport erfolgreich zu sein und vielleicht sogar eine Profikarriere einzuschlagen, sollte man tatsächlich so wenig Defizite wie möglich haben. Aber wie zielführend ist die starke Fokussierung auf die Schwächen wirklich? 

Zum Thema: Stärken stärken!

Im Sport und auch in anderen Lebensbereichen haben wir es uns zur Angewohnheit gemacht, verstärkt auf das zu schauen, was nicht gut funktioniert. Man sucht lieber das Haar in der Suppe und kritisiert (sich selbst oder andere), als sich zu schnell zufrieden zu geben. Dieses Phänomen ist nicht zuletzt evolutionär bedingt. Denn nur, weil wir immer wieder Fehler und Schwächen analysieren und aus ihnen gelernt haben, konnten wir uns zum modernen Menschen weiterentwickeln – und tun es noch. Richtet man den Fokus allerdings zu sehr auf die Unzulänglichkeiten, kann das im Gegenteil auch zu Hemmungen und Blockaden führen und die Weiterentwicklung aufhalten. Im Sport gilt das ganz besonders. 

Hundertprozentige Schnelligkeit, ideale Kraft, exzellente Beweglichkeit, perfekte Technik, brillantes Spielverständnis – das alles wollen Coaches sehen und streben Sportler mit viel Fleiß und Disziplin an. Aber ist Vollkommenheit für den sportlichen Erfolg wirklich so wichtig?

Nicht zu viel an den Schwachstellen schrauben

Bleiben wir beim Volkssport Nummer eins, dem Fußball. Kinder und Jugendliche, die mal Profifußballer werden wollen, gibt es mehr als genug. Und obwohl die Chance, es zu schaffen, laut Statistik im Promillebereich liegt, ist es „einfacher“ als man denkt. Denn man muss gar nicht in allen Aspekten überragend gut – um nicht zu sagen – perfekt sein. 

Zweikampfstärke, Dribbelqualitäten, Schusshärte, Passgenauigkeit … Wenn man nur eines dieser Dinge viel besser kann als die meisten anderen Spieler im Land, kann das schon die Eintrittskarte in den Profibereich sein. Vorausgesetzt, alles andere kann man auch auf einem angemessenen Niveau. Dass man also tunlichst vermeiden sollte, seine Stärken zu vernachlässigen und alle Aufmerksamkeit seinen Schwächen zu widmen, erklärt sich an dieser Stelle von selbst. Fazit: Arbeite auch an deinen Schwächen, aber stärke vor allem deine Stärken. Um darin immer besser und noch besser zu werden! 

Hinweis von Bruce Lee

Wenn es bei meinem Coaching von Sportlerinnen und Sportlern um die Stärkung des Selbstvertrauens geht, gehört das Bewusstsein für die besonderen Stärken der jeweiligen Sportler zwingend dazu. Selbstvertrauen und Motivation wachsen – und ganz praktisch gesehen, erhöhen sich mit der Kultivierung der speziellen Stärken und Talente auch die Chancen auf eine erfolgreiche Karriere. Bruce Lee hätte es schöner nicht sagen können:

Fürchte nicht den Gegner, der einmal zehntausend Kicks geübt hat. Sondern den, der einen Kick zehntausendmal geübt hat.

Bruce Lee

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