Dr. Julia Boie: Mentales Training, ja – aber richtig  

Wir alle kennen wahrscheinlich Aufnahmen von Sportler*innen, die mental trainieren. Beispielsweise sehen wir Rennrodler oder Snowboardfahrer, die vor dem Start ihren Lauf mental durchgehen. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist die Aufnahme des Hockeyspielers Mike Cammalleri, der sich mit mentalem Training auf ein Spiel vorbereitet.

Zum Thema: Mentales Training für den sportlichen Erfolg

Wenn es um Sportpsychologie geht, ist sehr häufig die Rede von mentalem Training bzw. Visualisierung. Was aber steckt dahinter und wofür ist es gut? Es können einzelne Bewegungen und spezifische Techniken, aber auch ganze Handlungsabläufe mental trainiert werden. Ziel der Übungen ist es, diese Abläufe zu festigen, um sie in Situationen, in denen es darauf ankommt, schnell abrufen zu können. Bei der Anwendung des mentalen Trainings reicht es allerdings nicht, sich die Bewegung einfach irgendwie vorzustellen; denn nur eine optimale Bewegungsvorstellung trainiert auch eine optimale Bewegungsausführung. Damit Mentales Training wirksam sein kann, sind Lebendigkeit und Kontrollierbarkeit der Vorstellung notwendig.

Eine lebendige Vorstellung schließt alle Sinne mit ein. Die Strecke detailliert vor sich sehen, typische Geräusche hören, den Schnee riechen, Wind spüren und natürlich ganz präzise die eigene Bewegung fühlen. Gerade beim Spüren der eigenen Bewegung ist auch die Kontrollierbarkeit der Vorstellung von entscheidender Bedeutung. Denn nur, wenn ich in der Vorstellung genau das geschehen lassen kann, was ich möchte, kann das mentale Training meine Leistung unterstützen. Das bedarf – wie im sportlichen Training auch – regelmäßiger Übung.

Mentales Training bietet viele Vorteile

Regelmäßiges und qualitativ hochwertiges mentales Training kann uns in unserer sportlichen Leistung auf vielfältige Art unterstützen:

  • Beim mentalen Training von Bewegungsabläufen muss uns der Bewegungsablauf (auch in der Fein- und Feinstmotorik) ganz klar sein. Das Bewusstmachen der Technik in all den Einzelheiten ist häufig bereits mit einem Lernerfolg verbunden.
  • Das mentale Üben einer Bewegung verbessert die reale Bewegungsausführung.
  • Die mentale Vorstellung von perfekter Leistung und von Erfolg erhöht die Motivation und wirkt sich dadurch auch auf das Handeln (z.B. die Trainingshäufigkeit) aus.
  • Das mentale Training kann überall durchgeführt werden, das heißt, wir sind unabhängig von Trainingsplätzen und -zeiten.
  • Mit Hilfe des mentalen Trainings können wir uns Stück für Stück angstbesetzten Situationen annähern und sie üben. Das Gleiche gilt für Techniken, die wir eigentlich beherrschen, die uns aber Angst machen.
  • Das mentale Training kann bei der Rehabilitation von Sportverletzungen genutzt werden. Da das Gehirn nicht zwischen der intensiven und lebhaften Vorstellung einer Bewegung und der tatsächlichen Ausführung der Bewegung unterscheidet, kann das technische Niveau gehalten werden. Die zusätzliche Erfolgsvisualisierung hält die Motivation aufrecht.
  • Durch das Vorstellen einer perfekten Bewegungsausführung kurz vor der tatsächlichen Ausführung (z.B. beim Turnier), wird die Wahrscheinlichkeit eines gelungenen Bewegungsablaufes erhöht.

Falls Du Interesse hast, mentales Training für deinen sportlichen Erfolg zu nutzen, melde dich gerne beim Netzwerk (zur Übersicht) oder direkt bei mir (zur Profilseite von Dr. Julia Boie), um die gemeinsame Arbeit daran zu starten.

Mehr zum Thema:

Literatur:

Mayer, J. & Hermann, H.-D. (2011). Mentales Training. Springer.

Weinberg, R.S. & Gould, D. (2007). Foundations of sport and exercise psychology. Human Kinetics.

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