Start Blog Seite 40

Dr. Hanspeter Gubelmann: Budapest 2023 – mein Leichtathletik-WM-Tagebuch, 3. Tag

Schon nach drei Tagen Leichtathletik-WM in Budapest ist mir klar: Für meine Tätigkeit in der angewandten Sportpsychologie sind solche Wettkampfbesuche unerlässlich. Faktenwissen ist das eine, reflektierte Praxiserfahrungen das notwendige andere. Vor mehr als 30 Jahren durfte ich meine allerersten Berufserfahrungen in dieser Sportart machen. Den aktuellen Puls dieser Hauptsportart des Weltsports derart unmittelbar zu fühlen, erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit. Einige Eindrücke zu bedenklichen Entwicklungen lassen mich aber auch zusammenzucken. Auf dieses Wechselbad der Gefühle möchte hier zu sprechen kommen.

Zum Thema: Wettkampfeinflussfaktoren und sportpsychologisches Debriefing

Die Rahmenbedingungen zu diesen Leichtathletik-Weltmeisterschaften sind wahrlich imposant: 2187 Athlet:innen aus 192 Nationen kämpfen in 49 Entscheidungen an insgesamt neun Wettkampftagen um Titel und Ehren. 147 Medaillengewinner:innen dürften Budapest mit sehr intensiven, positiven Gefühlen verlassen. Bei mindestens 49 Vierplatzierten, leistungsmässig betrachtet grandios performdende Athlet:innen, dürfte die Stimmungslage diametral unterschiedlich sein. 93% aller Teilnehmer:innen zählen schliesslich zum Feld der «Geschlagenen». Mit Ausblick auf die in weniger als einem Jahr beginnenden Olympischen Spiele werden auch sie sich fragen müssen, was notwendig sein wird, um in Paris erfolgreicher agieren zu können? 

An welchen konkreten Punkten das sportpsychologische Debriefing einsetzen sollte, möchte ich an ausgewählten Beispielen darlegen, die sich an meinen persönlichen Eindrücken der zurückliegenden Tage orientieren.

Einflussfaktor klimatische Bedingungen:

Budapest erlebt grosse Hitze – schon am Morgen werden im Stadionkessel 40 Grad Celsius gemessen. Beim Start der 200m Vorläufe beobachtete ich, wie sich Athleten bis zum letztmöglichen Moment in kleinsten Schattennischen aufhielten – ein Prozedere, wie es kaum einem optimalen Vorbereitungsritual entspricht. Spannend dünkt mich hier der individuelle (mentale) Umgang mit extremen klimatischen Bedingungen. Entziehe ich mich der Hitze (und risikiere im entscheidenden Moment eine Überraschung) oder setze ich mich und meinen Körper bewusst diesem aversiven Reiz aus, damit sich dieser daran gewöhnen kann? Quasi als „Selbstversuch“ lief ich vorgestern 30km in brütender Hitze, trank dabei etwa sechs Liter Flüssigkeit, was meinen Organismus und mein Befinden deutlich spürbar an Grenzen führte. Schon gestern, bei noch höheren Temperaturen, fiel die psychopsyche Reaktion auf Hitze anders aus, fühlte ich mich schon wesentlich besser angepasst. Ich bin gespannt, welche Rückmeldungen mir Athlet:innen und Betreuer:innen – z.B. besonders „betroffene“ Athlet:innen wie die Mehrkämpfer:innen – hierzu geben werden.

Schwierige Bedingungen, Quelle: Dr. Hanspeter Gubelmann

Einflussfaktor Bahn:

Es kann sein, dass mich mein Eindruck täuscht. Ich kann mich aber an keinen Grossanlass mit derart vielen Verletzungen gerade in den Laufdisziplinen erinnern. Die Bahn sei schnell – aber knallhart. Die im Schuhwerk neu verwendete Carbontechnologie verspricht einen effizienteren Krafteinsatz und höhere Geschwindigkeiten. Aber zu welchem Preis? Als Sportpsychologe interessiert mich weniger die technische Entwicklung, dafür umso mehr die individuellen mentalen Auswirkungen in der Belastungssteuerung. Aus wissenschaftlicher Betrachtung lohnt sich im Olympiajahr nicht die Belastungserhöhung, sondern hauptsächlich die Entlastungssteigerung. Eine 400m Läuferin könnte sich folglich im hochintensiven Trainingsbereich des Stehvermögens nach alternativen Trainingsmethoden – z.B. mit Wassertraining – umsehen. Hier sehe ich auch eine Verantwortung der Sportpsychologie im Hinblick auf eine durchdachte Verletzungsprävention.

Einflussfaktor Wettkampfatmosphäre:

Als ich am Mittwoch die «Morning Session» mit einigen Vorläufen (800m, 200m) und Qualifikationswettkämpfen in den technischen Disziplinen (z.B. Weitsprung, Speer) anschauen ging, war ich vom guten Stadionbesuch überrascht. Viele ungarische Familien nutzten offensichtlich die Gelegenheit, für wenig Geld der WM einen Besuch abzustatten. Immer wenn ungarische Athlet:innen am Start waren, erschallte ein überschwänglicher Applaus, der auch – sehr untypisch für einen Vertrauten der Diamond-League-Veranstaltungen – in der Phase der Startvorbeitungen im Sprint, nicht abflaute! Merke: Es lohnt sich immer, sich mit den besonderen Bedingungen der Wettkampfstätte und des Publikums zu befassen. Dies könnte sich u.a. in der individuellen Anpassung des  Wettkampf-Countdowns manifestieren.

Catia Gubelmann (rechts unten) als Teil der WM-Delegation, Quelle: Dr. Hanspeter Gubelmann

Einflussfaktor Umfeld:  

Nicht immer ist es für mich als Sportpsychologe möglich, mit einer WM-Delegationsleitung (Funktionäre, Trainer) sowie weiteren Verbandspartnern (politische Vertreter, Sponsoren) in Kontakt zu treten. Eine solche Möglichkeit bot sich am Mittwoch, als die Schweizer Botschaft, das ganze Team sowie einige Gäste zum Empfang einlud. Natürlich erhielt ich die Einladung als Familienmitglied von Catia (und nicht als Vertreter der Sportpsychologie). Meine Tochter wird am kommenden Samstag über 4x400m im Einsatz sein. Auf meiner individuellen Agenda standen spannende «Smalltalks». Sich auf diesem Parkett einigermassen sicher – eben kompetent und nicht aufdringlich – zu bewegen,  erachte ich als eines der Kernanliegen in der Entwicklung unseres Arbeitsfeldes. Mein Gefühl sagt mir, dass ich nach der WM interessante Telefonanrufe bekommen werde.

Einflussfaktor Debriefing: Wie geht’s weiter?

Wie eingangs beschrieben, werden viele Athlet:innen Budapest unzufrieden verlassen. In Anbetracht der grossen Aufwände vor und während des Saisonhöhepunkts ist eine gute WM-Nachbereitung zwingend notwendig – auch im Hinblick auf die Qualitätssicherung sportpsychologischer Interventionen. Auf welche mentalen Stärken konnte sich der/die Athlet:in verlassen? Wie hat er/sie die Zeit in Budapest erlebt, welche waren die Highlights, welches die Lowlights? Welche Konsequenzen ergeben sich – kurzfristig – für den weiteren Saisonverlauf und mittelfristig im Hinblick auf ein mögliches Karriereziel Olympische Spiele 2024 in Paris?

Wohin wird mich meine Reise hier in Budapest noch führen? Ich bin gespannt auf weitere spannende Erlebnisse und den aussergewöhnlichen Höhepunkt am Samstagabend, wenn Catia mit ihrem 4x400m-Team im ausverkauften Stadion erstmals die Bühne des Weltsports betreten wird. Schon die Vorstellung lässt mich sehr emotional werden. Mehr dazu dann in meinem nächsten Tagebucheintrag!

Mehr zum Thema:

Views: 301

Prof. Dr. Oliver Stoll: Aus dem Tagebuch meiner sportpsychologischen Arbeit mit einem Hindernisläufer

Heute ist der Tag, an dem er zeigen muss, was er gelernt und trainiert hat. Wir fahren zu den Sachsenmeisterschaften im Mittelstrecken- und Hindernislauf. Der Läufer, mit dem ich nun seit vier Wochen arbeite, hat ein festes Ziel. Er möchte nach einem schlechten Jahr voller Erkrankungen und Verletzungen wieder zurück an die nationale Spitze, vielleicht sogar auch schon wieder ein Stück näher an die  internationale Spitze in der U21-Altersklasse heranrücken. Er kennt das Gefühl, denn er war schon bei einer Junioren EM dabei und konnte mit einer 6:06 Minuten eine sehr passable Leistung in seinem 2000-Meter-Hindernislauf zeigen. 

Zum Thema: Fokussierung der Aufmerksamkeit

In letzter Zeit hatte er stark mit Grübelei und – damit verbunden – eben auch mit Zweifeln an seiner Leistungsfähigkeit zu kämpfen. Neben dem Training, das er zusammen mit seiner Trainingsgruppe durchgezogen hat, arbeiten wir daran, ihm zu helfen, „ins Hier und Jetzt“ zu kommen. Es geht darum, seine Gedanken an die anstehende Aufgabe zu binden und nicht so sehr an mögliche Ergebnisse oder an ein mögliches Scheitern zu denken. Hierzu haben wir ein „Renn-Drehbuch“ entwickelt, welches seine handlungsleitenden Gedanken mit den dazugehörigen „inneren Bildern“ koppelt. Konkret waren dies rundenbezogene Gedanken und Bilder, denn es wird darum gehen, 70er bis 72er Runden zu laufen, damit die Quali-Zeit erreicht werden kann. Am Start – tief atmen, in der ersten Runde „nicht zu schnell“, in der zweiten Runde „Fokus auf Technik, die 3. Runde „Draufbleiben“, in der 4. Runde „Weiter drauf bleiben und beißen“ und in der letzten Runde „Alles rein – bald vorbei“. 

Dieses Rennen ist er mental mittlerweile schon zig Mal mental gelaufen, zunächst in einer tiefenentspannten Atmosphäre, dann im wettkampfnahen Training. Und heute wird es dann ernst. Die Anreise verlief gut und er macht einen sehr gelassenen Eindruck auf mich. Ich lasse ihn und seinen Trainer allein und beobachte derzeit, die anderen Rennen. Kurz vor seinem Rennen kommt er noch mal kurz vorbei und holt sich ein optimistisches Lächeln von mir ab. Ich werde den Lauf per Video aufzeichnen und  ihn nach dem Rennen damit „konfrontieren“. Dabei geht es uns darum, zu überprüfen, ob es ihm gelungen ist, seine Gedanken auf die Aufgabe zu fokussieren und andere störende Gedanken auszublenden. 

Ende der Grübelei

Das Rennen beginnt und er läuft die ersten beiden Runden wie abgesprochen in jeweils 72 Sekunden. In der dritten Runde lässt er drei Sekunden liegen, die letzten beiden Runden läuft er wieder 72er Runden. Es hat also die geforderte Zeit knapp nicht erreicht. In der Videoanalyse seiner Gedanken und Gefühle während des Rennens wird jedoch schnell klar, dass es daran nicht gelegen hat. Er hat zugerufene Zeiten in der 3. Runde nicht verarbeiten können, was jedoch wichtig gewesen wäre, weil er ohne Uhr läuft. Auch wenn er die Quali knapp nicht geschafft hat, ist er jedoch glücklich, dass das Rennen für seinen Wiedereinstieg doch ganz gut gelaufen ist und vor allen Dingen, dass er nicht mehr „grübelt“. Und das ist dann auch etwas, was mich als sein Sportpsychologe sehr zufrieden macht.            

Mehr zum Thema:

Views: 105

Johanna Constantini: Die WIDEG-Frage offline stellen – für mehr Lösungsorientierung im Sattel

Pferdesport stellt Athletinnen und Athleten oftmals vor große Herausforderungen. Schließlich sollte mit einem Lebewesen kooperiert und im besten Fall optimal zusammengearbeitet werden, dass vielfach anders „funktioniert“, als der Sportpartner Mensch. Und dies gilt nicht zuletzt für Situationen, die wir menschlich nur schwer aushalten können. 

Zum Thema: Von der Problem- zur Lösungsorientierung  

Der Mensch nämlich neigt dazu, Dinge, die passieren, zu bewerten, während bei Pferden diese Bewertung ausbleibt. Es reagiert auf seinen Menschen und agiert als Flucht- und Herdentier. Der Mensch hingegen neigt dazu, negative Gegebenheiten über- und positive unterzubewerten. Hinzu kommt, dass Menschen oftmals das Verhalten des Pferdes verallgemeinern und im schlimmsten Fall negative Schlüsse daraus ziehen. In der Psychologie spricht man dabei auch von Problemorientierung. 

Eine wichtige Strategie, um im Pferdesport erfolgreich sein zu können, ist es daher, sich weg von einer problem- und hin zu einer lösungsorientierten Betrachtungsweise zu bewegen. 

WIDEG-Frage

Dabei kann eine von Viktor Frankl begründete Methode hilfreich sein. Die sogenannte WIDEG-Frage eröffnet in scheinbar ausweglosen Situationen die Möglichkeit, über gegenwärtige Chancen nachzudenken. Sie fragt: Wofür Ist Das Eine Gelegenheit?

Beispiel: Das Turnier steht an und das Pferd geht lahm aus der Box. Ja, diese Situation ist ärgerlich und enttäuschend. Die Gesundheit des Pferdes priorisiert jedoch der faire Pferdemensch stets an erster Stelle. Daher gilt nun, das Beste aus der Situation zu machen und nach eben jener Gelegenheit zu suchen. Könnte das anstehende Wochenende womöglich für eine alternative Sportart, die Konzentration auf mentales Training oder auch die Reflexion vorangegangener Wettkämpfe genutzt werden? Könnte entspannt oder das weitere Turniergeschehen geplant, ein fremdes Pferd aus Übungsgründen geritten oder gar schlichtweg auf ein Turnier mitgefahren werden, um Idole intensiv zu beobachten?

Umgang mit schwierigen Situationen

Fakt ist: Es ergeben sich IMMER Möglichkeiten, aus einer enttäuschenden Situation eine Gelegenheit zu schaffen, auch wenn diese die Enttäuschung nicht immer aufwiegen wird. 

Zudem gilt: Wer sich in einer solch enttäuschenden Situation befindet, sollte Abstand von Social-Media-Kanälen und dem Betrachten der Konkurrenz halten. Im World Wide Web wird Problemorientierung eher geschürt als verhindert, zumal das Reiterleben der Anderen stets besser zu laufen scheint. Die Wahrheit: Am Ende geht es allen gleich!

Mehr zum Thema:

Views: 102

Dr. Hanspeter Gubelmann: Budapest 2023 – mein Leichtathletik-WM-Tagebuch, 1. Tag

Eigentlich war ich schon in allen Sphären des Spitzensports unterwegs – Olympische Spiele, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Schweizermeisterschaften… bis hin zum Wald- & Wiesensportfest habe ich als Sportpsychologe die ganze Bandbreite kennenlernen dürfen. Trotzdem betrete ich mit dem Besuch der LA-WM in Budapest absolutes Neuland: ich begleite meine Tochter Catia, die als Athletin den Sprung auf die Weltbühne der Leichtathletik geschafft hat. Ich bin sehr neugierig – und spüre am Eröffnungstag der Titelkämpfe ein eigenartiges Kribbeln. Daran – und an einigen spannenden Themen –  möchte ich die Leser:innen meines WM-Tagebuchs teilhaben lassen. Hautnah – vielfältig – unzensiert.

Zum Thema: Sportpsychologie in der Praxis

Es ist Samstagvormittag und ich sitze zuhause vor dem TV. Die LA-WM hat begonnen und bald startet der Vorlauf der Mixed-Staffel über 4x400m. Catia ist da erste Ersatzläuferin und wird wohl nicht zum Einsatz kommen. Bestimmt eine gute Möglichkeit, sich als WM-Rookie mit der Aufgabe vertraut zu machen. Wie abgeklärt sie agieren kann, hat sie an der U23-Europameisterschaften im finnischen Espoo bei ihrem ersten Start auf internationaler Bühne unter Beweis gestellt; EM-Silber über 4x400m, was ihr letztlich auch das WM-Ticket eingetragen haben dürfte. Wie aber werde ich als WM-Rookie in der Rolle des Sportvaters agieren? Und mein Kribbeln bekommt eine leicht angespannte Note! Eben, diese Rolle hatte ich noch nie!

Ein erster (rettender?) Gedanke geht in Richtung Hans-Dieter Herrmann, der in seinem Keynote-Referat anlässlich der asp-Tagung 2019 „Sportpsychologie in der Praxis – Versuch einer Rollendefinition“ (vgl. Blog!). Es mögen mindestens zwei Dutzend unterschiedliche Rollen gewesen sein, die der Doyen der angewandten Sportpsychologie auf seiner Übersichtsdarstellung aufgeführt hat. Die des Sportvaters fehlte.

Ich bin „nur“ Catis Vater…

An dieser Stelle ist eine persönliche Einordnung zweckdienlich. Obwohl ich selbst ein passabler Leichtathlet war, später als LA-Nachwuchstrainer fungierte, zudem über die höchste Fachtrainerausbildung der Schweiz verfüge und als Sportpsychologe zahlreiche Sprinter:innen betreut habe – nie war ich im sportlichen Umfeld unserer Tochter tätig. Als Catia kürzlich im Rahmen unseres asp-Workshops „Wettkampfvorbereitung – der Countdown“ (siehe unten) darauf angesprochen wurde – wie es denn sei, die Tochter eines Sportpsychologen zu sein – antwortete sie: „Mein Vater hat sich immer im Hintergrund gehalten, was ich sehr schätzte. Heute weiss ich, dass ich mit jeder Frage zu ihm gehen kann und eine sehr hilfreiche Antwort bekomme.“ Damals musste ich natürlich etwas schmunzeln, weil es doch auch Situationen gab, in welchen es mir schwer fiel, meine zurückhaltend-neutrale Position nicht aufzugeben. 

Der Wettkampf-Countdown läuft. Ich schreibe meiner Tochter eine SMS und versichere ihr und dem Mixed Team 4x400m, dass wir die Daumen drücken. Sie antwortet sogleich: „Alles gut, Danke! Ich bin tatsächlich Ersatz heute. Hier schüttet es wie aus Kübeln“. Vorteil Schweiz, denken wir – doch sie meint: „Wir haben nur Jacken dabei, die im Nieselregeln tauglich sind!!“

Die Rolle der Sporteltern an internationalen Meisterschaften

Mit 21 Jahren hat unsere Tochter gelernt, mit solchen Situationen selbstbestimmt umzugehen. Andererseits wissen wir, dass sie diesen Austausch sehr schätzt und aktiv sucht. Auch aus wissenschaftlicher Perspektive kennen wir die Facts, dass Athlet:innen an Grossanlässen auch unter den teilweise rigiden Einschränkungen leiden, sich unwohl oder gar einsam fühlen. Sozialen und mentalen Support suchen sie dann vor allem bei ihnen nahestehenden Menschen, oft bei Freund:innen und Verwandten, manchmal auch zu mir in meiner Funktion als Sportpsychologe.

 

Catia Gubelmann in Budapest (Fotos: privat)

Stichwort „unwohl“: Ich frage mich gerade, wie gut ich mich als Sportvater für den bevorstehenden Anlass schon vorbereitet habe. Okay, Flug und Hotel sind längstens gebucht, meine beruflichen Verpflichtungen habe ich so arrangiert, dass ich am Montag für eine Woche an die WM reisen kann. Wie sieht mein „Game-Plan“ aus? Habe ich denn schon eine genauere Vorstellung, was mich in Budapest erwarten wird und wie ich denke, damit umzugehen? Ein kurzer Literatur-Search zu „die Rolle der Sporteltern an Grossanlässen“ oder „Parenting at international sports event“ liefert zwar Hinweise für den Jugendbereich, mehr aber nicht. Ich konsultiere noch schnell ChatGPT. Auf die Frage  „Was ist die Rolle der Sporteltern ab Sport-Grossanlässsen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spiele?“ lese ich:    

Die Rolle der Sporteltern bei Sport-Grossveranstaltungen wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen kann von emotionaler Unterstützung bis hin zur logistischen Organisation reichen. Sporteltern sind oft die grössten Fans ihrer Kinder und bieten ihnen moralische Unterstützung, indem sie anfeuern und ermutigen. Sie können auch eine wichtige Rolle bei der Bewältigung des Drucks und der Aufregung spielen, die mit solchen Veranstaltung verbunden sind (…) Die genaue Rolle der Sporteltern kann jedoch von Familie zu Familie unterschiedlich sein und hängt von den individuellen Bedürfnissen und Wünschen der Athlet:innen ab.“ (ChatGPT 3.5; 19.8.2023)

Los geht’s – 12:17 Start 4x400m mixed Relay

Nach einer wetterbedingten Verzögerung von einer Stunde geht’s jetzt los. Ich spüre die Anspannung, die ich aber eher mit meiner Leichtathletik-Vergangenheit in Verbindung bringe. Die Schweizer Staffel hält sich in ihrem Heat lange Zeit gut, schnuppert an der Finalqualifikation… und scheitert am Ende knapp. 

Jetzt bin ich gespannt, was ich von Catia als nächstes zu hören bekomme. Als Ersatzläuferin war sie im Stadion anwesend. Moralischer Support dürfte vor allem gefragt sein. Andererseits nehme ich mir noch etwas Zeit, um anzudenken, welches die  individuellen Bedürfnisse und individuellen Wünsche unserer Tochter sein könnten und diese bei ihr nachfragen. Ich fühle mich schon heute dankbar für diese WM-Erfahrung als Sportvater! Und von Catia belohnt, indem sie mich gebeten hat, sie in Budapest moralisch zu unterstützen.

Mehr zum Thema:

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

In der Fußball-Bundesliga dürfen Kicker in Zukunft bereits im Alter von 16 Jahren auflaufen. Ein TV-…

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wir als Netzwerk Die Sportpsychologen arbeiten seit einigen Monaten intensiv mit dem Verband Floorba…

Wolfgang Seidl, Die Sportpsychologen

Wolfgang Seidl:  Smartphonesüchtig nach den Ferien? Was Eltern jetzt tun können

Die Ferien sind vorbei. Schule, Training und Alltag beginnen wieder. Für viele Familien stellt sich …

Julia Boie von Die Sportpsychologen

Dr. Julia Boie: Selbstgesprächs-Regulation im Klettern und Bouldern

Um beim Klettern und Bouldern die eigene Leistung abrufen zu können, braucht es konzentrierte Aufmer…

Verletzte American Football Spielerin, KI generiert

Frage und Antwort: Wie kann ich wieder Teil des Teams werden? Trotz der Angst vor Schmerzen?

Eine American Football Spielerin hat sich an uns gewandt. Sie hatte vergangenes Jahr nach einem Tack…

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Eine Kombirunde im Minigolf umfasst 36 Bahnen: 18 Bahnen werden auf Beton, 18 auf Eternit gespielt. …

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie ist eine wissenschaftlich fundierte Fachdienstleistung, die Athleten, Trainerteams …

Views: 849

Trainingslagertagebuch von Janosch Daul: Tag 1, Raus aus der Routine, rein ins Krisenmanagement: Oder wie ich mit Spielern arbeite, die eine Leiche im Fluss treiben sahen 

0

Als sportpsychologischer Experte berichte ich (zum Profil von Janosch Daul) vom Trainingslager mit dem U17 Team des Halleschen FC im Saarland.

Kribbeln und Aufregung ist da. Es geht ins Trainingslager! Es fühlt sich immer nach etwas Besonderem an, mit einer coolen Truppe einige Tage gemeinsam zu verbringen. Eine tolle Möglichkeit, als Team weiter zusammenzuwachsen, Beziehungen zu gestalten und weitere mentale sowie fußballerische Grundlagen für die lange Saison zu legen. Lagerkollergefahr inklusive.

Janosch Daul (Mitte) unterwegs mit dem Nachwuchs des Halleschen FC

Früh morgens geht es los, wir fahren gemeinsam mit der U15, die ebenso ein Trainingslager bezieht, in einem proppevollen Bus gen Südwesten. Die Zeit auf der Fahrt versuche ich bewusst zu nutzen, indem ich die im Laufe des Trainingslagers anstehenden Workshops durchgehe, mich auf das noch heute anstehende Testspiel gegen Wormatia Worms vorbereite und einen Neuzugang in die Sportpsychologie einführe. Zudem unterstützen mich einige Spieler dabei, mich mit Snapchat und TikTok auseinanderzusetzen. Ich melde mich schließlich an und möchte diesen Plattformen, denen ich bisher eher skeptisch gegenüberstand, eine Chance geben. Auch, um auch auf diesem Weg in guten Kontakt mit der heutigen Jugend treten zu können. Es gibt mir die Möglichkeit, an ihrer Lebenswelt teilhaben zu können. Dies zeigt den Spielern, dass ich mich für sie als Menschen interessiere und sie wertschätze. 

Beobachter beim Spieltag

Die Zeit im Bus vergeht somit wie im Flug und nach einigen Zwischenhalten treffen wir am Spielort ein. Ich bin mir meiner Aufgaben bewusst. An Spieltagen nehme ich primär die Rolle des Beobachters ein, mache mir viele Notizen und gebe den Trainern und Spielern anschließend Feedback im Hinblick auf mentale Aspekte. Im Rahmen der bislang durchgeführten Austausch- und Kennenlerngespräche habe ich mit den Spielern einen Rahmen für eine gelingende Zusammenarbeit erarbeitet, im Sinne einer höchst bedürfnisorientierten Vorgehensweise. So weiß ich bei diesen Spielern inzwischen genau, was ich wann wie im Wochenverlaufs zu tun habe, damit ich in der Wahrnehmung des Spielers ein bestmöglicher Unterstützer sein kann. Die Rollen, die ich einnehmen soll, sowie die damit verbundenen Aufgabenstellungen sind somit auch für den Spieltag definiert. So bin z.B. für einen Spieler ein Gesprächspartner im Bus, andere Spieler wünschen sich ein Kurzfeedback im Hinblick auf mentale Auffälligkeiten in der Halbzeit, mit einem Spieler gehe ich während der Platzbesichtigung noch einmal seine Ziele und Erwartungshaltungen für das anstehende Spiel durch und einen anderen Spieler versuche ich vor der Partie noch einmal mit einem Motivationsspruch zu erreichen. Teilweise findet vor der Halbzeit-Ansprache noch ein kurzes Briefing mit den Trainern statt, in dem ich ihnen zentrale Eindrücke aus der ersten Halbzeit spiegele, die sie für ihre Ansprache nutzen können. 

Nach dem Spiel werte ich meine Notizen aus und schicke den Spielern und Trainern – entsprechend der erfolgten Auftragsklärung – Whatsapp-Sprachnachrichten, in denen ich ihnen jeweils individuell meine Spiel-Wahrnehmungen spiegele. Meine Beobachtungen kombiniere ich dann zumeist mit Ratschlägen und/oder Reflexionsfragen, mit denen der jeweilige Trainer bzw. Spieler arbeiten kann. Auch hier wähle ich eine Vorgehensweise basierend auf den Bedürfnissen des Gegenübers. Ich hätte nie gedacht, dass diese Form von „Whatsappcoaching“ jemals eine so große Rolle einnehmen würde, doch Fakt ist, dass dieses Vorgehen viele Vorteile mit sich bringt: Die Trainer und Spieler können sich zu einem für sie passenden Zeitpunkt mit dem Feedback auseinandersetzen, es findet eine niederschwellige Auseinandersetzung mit sportpsychologischen Themen statt und für mich ergibt sich daraus die Möglichkeit, viele Spieler auf einmal bedienen zu können. Rein zeitlich gesehen ist es schließlich unmöglich, mit jedem Spieler individuell über das Spiel im Gespräch zu sein. 

Alles unter Zeitdruck

Da unsere Fahrt etwas länger als geplant dauert, haben wir massiven Zeitdruck in allen Vorbereitungen auf das Spiel. Eine optimale Einstimmung auf den Wettkampf sieht anders aus. Doch wahrscheinlich ist es gar nicht so verkehrt, auch so etwas mal zu erleben. Denn so kannst du proben, wie du als Spieler, Trainer und Team mit widrigen, unvorhersehbaren und unkontrollierbaren Umständen umgehen kannst. Und schauen, ob du dann dennoch in der Lage bist zu performen? Bei unfassbar schwülem Wetter und auf einem hohen, schmierigen Rasen kommen wir gar nicht gut ins Spiel, entscheiden die erste Halbzeit zwar mit 2:1 für uns, erreichen aber lange nicht unser Leistungsmaximum. In der zweiten Halbzeit läuft es flüssiger und wir gewinnen letztlich 6:2 gegen einen Gegner, dem wir eigentlich hochüberlegen sind. 

Insbesondere zwei Fragen beschäftigen mich aus psychologischer Sicht ganz besonders: Warum brauchen wir so lange, um zu unserem Spiel zu finden? Und warum gelingt es uns erneut nicht, ein Spiel konzentriert zu Ende zu führen? Warum schleichen sich in den letzten 15 Minuten des Spiels immer wieder vermeidbare Nachlässigkeiten ein, die in einem Gegentor münden? Ein wiederkehrendes Muster in der Vorbereitung. Auf diese Fragen gilt es, gemeinsam mit den Spielern und Trainern Antworten zu finden. Auf individueller Ebene beeindruckt mich ganz besonders das Auftreten eines Neuzugangs, der eine Souveränität und Körpersprache an den Tag legt, als habe er sein Leben nichts anderes getan, als für den Halleschen FC wie eine Katze die Bälle von der Torlinie zu kratzen. Dies kommuniziere ich ihm nach dem Spiel, worüber er sich sehr freut. 

Jugendliche Leichtigkeit

Dann geht es weiter in unser Trainingslagerquartier nach Saarbrücken. Im Bus herrscht bei den Jungs ein unglaubliches Energielevel, die Stimmung ist ausgelassen. Ich kümmere mich unterdessen primär um die individuellen Feedbacks für die Spieler und Trainer. Beim Abendessen mische ich mich bewusst unter die Spieler, um gut mit ihnen im Gespräch zu sein, die Beziehungen weiter zu stärken und einfach eine gute Zeit zu haben. Ich versuche, zu jedem einzelnen Spieler eine maximal vertrauensvolle Bindung und Beziehung aufzubauen – auf dieser Grundlage kann ich auch inhaltlich wirksam werden. Ich schätze diese (noch jungen) Menschen, die sich mitten in einem Entwicklungsprozess befinden, extrem wert. Ich schätze ihre unterschiedlichen und so spannenden Charaktere, ihre vielfältigen Meinungen, Ansichten und Perspektiven, aber auch ihre Wertschätzung und Dankbarkeit mir und meiner Arbeit gegenüber, extrem wert. Ich liebe es, mich mit ihren Wünschen, Sehnsüchten, Träumen, aber auch ihren sie herausfordernden Themen aktiv auseinanderzusetzen. Außerdem ist diese Jugendlichkeit so ansteckend! Sie lässt mich selbst sehr jung fühlen. 

Das Abendessen kann ich so richtig genießen; es findet auf einem Boot statt. Anschließend plane ich mit den Trainern die kommenden Tage und plötzlich sollte alles anders kommen als erwartet. Zwei Spieler mit kreidebleichen Gesichtern stürmen in den Hotelraum, in dem ich mich gerade mit den Trainern befinde, und sagen mir, sie bräuchten mich dringend. Ich stehe auf und folge den Spielern. In der Hotellobby erzählen sie mir von einem unglaublichen Erlebnis: In der frei zur Verfügung stehenden Zeit unmittelbar im Anschluss an das Abendessen sahen sie eine auf dem Fluss treibende Leiche, welcher der Kopf fehlte. Sie berichten mir hochemotional davon, wie die Leiche schließlich von Spezialisten geborgen und in einem Sack verstaut wird. Zahlreiche Spieler unseres Teams haben den Vorfall hautnah miterlebt. Sie sprechen von Angst- und Schockzuständen. Davon, das Hotel nie wieder verlassen zu wollen. Davon, heute definitiv nicht eine Sekunde schlafen zu können. Schlimme Bilder sind präsent und drehen sich in einer Dauerschleife. Plötzlich bin ich als Krisenmanager gefragt. 

Im Krisenmodus

So richtig sicher fühle ich mich in meinem Handeln nicht, da ich so etwas auch noch nie erlebt habe. Ich versuche, Ruhe auszustrahlen und den Jungs zuzuhören. Ich ermutige sie, alles auszusprechen, was ihnen auf der Seele brennt, alles da sein zu lassen, was sich gedanklich und emotional gerade ins Bewusstsein drängt. Langsam, aber sicher, habe ich das Gefühl, dass die Jungs wieder zu sich kommen. Nachdem vieles ausgesprochen worden ist, sehnen sie sich danach, das an diesem Abend stattfindende UEFA Supercupspiel zwischen Manchester City und Sevilla anzuschauen. Ein Spieler bittet mich explizit, mit dabei zu sein. Dem folge ich, sodass wir in einer immer größer werdenden Runde schlussendlich mit ca. 12 Nachwuchsspielern das Match zu Ende schauen. Ich habe das Gefühl, dass die Gemeinschaft guttut. Die Spieler verabschieden sich voneinander und gehen, genauso wie ich, auf ihre Zimmer. Zugleich kommuniziere ich über unsere Whatsappgruppe, dass ich den Spielern auch weiterhin als Gesprächspartner zur Verfügung stehe. 

Ich hoffe sehr, dass ich den Spielern eine Stütze sein konnte. In meinem Zimmer angekommen, teilt ein Elternteil mit mir ihre Sorgen, nachdem ihr Sohn ihr von dem Vorfall berichtet hatte. Ich versuche sie emotional zu entlasten. Zudem kommuniziere ich den Trainern, wie ich den morgigen Tag angehen würde, nämlich an den Bedürfnissen der Spieler orientiert anstatt eine Normalität einzufordern, die einfach noch (lange) nicht wieder gegeben ist. Nun bin ich extrem müde und versuche einzuschlafen.

Hinweis: In den kommenden Tagen informiert Dr. Hanspeter Gubelmann von der Leichtathletik-WM in Budapest. Hinzu kommen weitere spannenden Beiträge aus dem Netzwerk. Unser Ziel ist es, aus einem besonderen Blickwinkel von unserer Arbeit zu berichten. Wir wollen zeigen, wie wir die Sportpsychologie leben und erleben.

Mehr zum Thema:

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

In der Fußball-Bundesliga dürfen Kicker in Zukunft bereits im Alter von 16 Jahren auflaufen. Ein TV-…

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wir als Netzwerk Die Sportpsychologen arbeiten seit einigen Monaten intensiv mit dem Verband Floorba…

Wolfgang Seidl, Die Sportpsychologen

Wolfgang Seidl:  Smartphonesüchtig nach den Ferien? Was Eltern jetzt tun können

Die Ferien sind vorbei. Schule, Training und Alltag beginnen wieder. Für viele Familien stellt sich …

Julia Boie von Die Sportpsychologen

Dr. Julia Boie: Selbstgesprächs-Regulation im Klettern und Bouldern

Um beim Klettern und Bouldern die eigene Leistung abrufen zu können, braucht es konzentrierte Aufmer…

Verletzte American Football Spielerin, KI generiert

Frage und Antwort: Wie kann ich wieder Teil des Teams werden? Trotz der Angst vor Schmerzen?

Eine American Football Spielerin hat sich an uns gewandt. Sie hatte vergangenes Jahr nach einem Tack…

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Eine Kombirunde im Minigolf umfasst 36 Bahnen: 18 Bahnen werden auf Beton, 18 auf Eternit gespielt. …

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie ist eine wissenschaftlich fundierte Fachdienstleistung, die Athleten, Trainerteams …

Views: 152

Janosch Daul: Mein Traumjob

Kennst du deinen Traumjob? Ich bin sehr dankbar, ihn gefunden zu haben. Als Sportpsychologe arbeiten. Seit inzwischen knapp sechs Jahren darf ich die Trainer, Teams und Spieler des Halleschen FC in ihrer mentalen Weiterentwicklung unterstützen. Vielleicht ist es sogar meine Berufung, die ich leben darf. Für mich jedenfalls weit mehr als einfach nur ein Beruf. Aktuell macht mir die Arbeit, die sich nicht nach Arbeit anfühlt, mehr Spaß als jemals zuvor. Es fühlt sich an wie ein enormes inneres Brennen in mir. Ich empfinde eine große Leidenschaft für die Weiterentwicklung junger Fußballer, die es verdienen, bestmöglich gefördert zu werden. Nicht zuletzt, da sie enorm viel (Frei)zeit in ihre fußballerische und menschliche Weiterentwicklung investieren und zielstrebig ihren großen Traum verfolgen. Die Spieler dabei zu unterstützen, diesem Traum näher zu kommen, ist für mich eine Leidenschaft, die mich magisch in ihren Bann zu ziehen scheint und mich keine Anstrengung scheuen lässt. Doch dieser enorme Antrieb, den Spielern der bestmögliche Unterstützer zu sein, hat auch seine Schattenseiten. 

Zum Thema: Sportpsychologie in der Saisonvorbereitungsphase

Nicht selten wache ich um drei Uhr nachts auf, mit einem Impuls, mit einer (sportpsychologischen) Idee, der ich dann nachts nachgehe, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Ein liebevoller, fürsorglicher Umgang mit mir selbst sieht anders aus. Doch meine ungebrochene Begeisterung für die Trainer und Spieler, die ich als extrem wertvolle Menschen wertschätze, gibt mir derzeit so viel Energie, dass ich trotz durchgängig nur vier Stunden Schlaf pro Nacht tagsüber einfach nicht müde bin. Sondern mich elanvoll und energiegeladen fühle. 

Als einziger angestellter Sportpsychologe im Nachwuchs des Halleschen FC muss ich mir vor jeder Saison bewusst Gedanken darüber machen, wo ich inhaltlich und zeitlich Prioritäten setze. Acht Teams und somit ca. 160 Spieler und über 25 (Spezial)trainer können nicht gleichermaßen bedient werden. Da ich ein konzeptionell denkender und handelnder Mensch bin, bestand meine Absicht eigentlich darin, ein langfristiges Konzept zur Implementierung der Sportpsychologie im Nachwuchs umzusetzen. Doch aufgrund gewisser Umstände, die ich an dieser Stelle für mich behalten möchte, ist damit nach bereits einer Saison, der vergangenen, Feierabend.  

In der Rolle eines Teampsychologen

Ich versuche, das Beste daraus zu machen. Gewissermaßen Widerstände zu überwinden. Einen anderen Weg zu gehen, der sich nun sehr stimmig anfühlt. Ich lege in dieser Saison einen besonderen Fokus auf die sportpsychologische Betreuung der U17, arbeite hier sozusagen als „Interner“ in der Rolle eines Teampsychologen. Für die Teams der U16 und U19 arbeite ich auftragsorientiert als „Externer“, der die Spieler und Trainer im Falle auftretender Anliegen unterstützt. Zudem stehe ich allen Trainern, Mannschaftsleitern, Scouts sowie Funktionären unserer Nachwuchsabteilung für Coachings und Beratungen zur Verfügung.

Zurück zur U17: Sehr früh erkannte ich, dass diese Mannschaft das Team ist, in das ich meine Fähigkeiten am zielführendsten einbringen kann. Die Trainer dieser Truppe kenne und schätze ich seit Jahren, sie sehen die Sportpsychologie als unverzichtbaren Bestandteil ihres Ausbildungskonzepts. Sie sind zudem in höchstem Maße interessiert daran, – im Sinne eines eigenen Wachstums – ehrlich gespiegelt zu werden. Ich darf meine Meinung, die Gehör findet, aktiv einbringen. Auch mit dem Kader habe ich in der Vorsaison fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Unsere U17 ist geprägt von Spielern, die in höchstem Maße lernwillig, wissbegierig und offen für Neues sind. Viele Beziehungen zwischen Spielern und mir sind durch die vergangene Saison geprägt von Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung und Sympathie. Eine gute Grundlage für eine gelingende sportpsychologische Zusammenarbeit. So trat ich also Anfang August meine sportpsychologische Reise mit unserer U17 an. Die Freude, die ich dabei seitdem empfinde, ist für mich kaum in Worte zu fassen. Die Tatsache, dass ich mich noch niemals zuvor von einem Team so wertgeschätzt und wohl gefühlt habe, vergrößert mein inneres Brennen zusätzlich. Es fühlt sich an, als sei es eine zweite Familie für mich. 

Schwerpunkte meiner Arbeit

Was sind die bisherigen Schwerpunkte meines sportpsychologischen Wirkens in der U17 seit Anfang August, also seit Anfang der Vorbereitung?

  • Gespräche mit den Trainern zur Konkretisierung meiner Aufgabenbereiche 
  • Vorstellung vor dem Kader mit Darstellung meiner Aufgabenbereiche 
  • Mitentwicklung eines „verbindlichen Rahmens“ zur Generierung einer Leistungssportkultur 
  • Austausch- bzw. Kennenlerngespräche mit den Spielern unseres Kaders (aktuell noch ca. 10 Gespräche ausstehend)
  • mindestens zwei Meetings pro Woche mit den Trainern, um die jeweilige Woche vorzubereiten, die vergangenen Spiele und Einheiten aus einer psychologischen Perspektive zu reflektieren und um lösungsorientiert über Spieler und auftretende Situationen im Austausch zu sein
  • Entwicklung eines Konzepts zur Förderung von Prozessen der Teamentwicklung 
  • Mitplanung eines Teambuildingevents mit Teamübungen sowie Durchführung eines „Run & Bike-Halbmarathons“ 
  • aktive Beobachtung von Einheiten und Spielen mit anschließenden Feedbackprozessen gegenüber Spielern und Trainern 
  • Durchführung eines Workshops zur Definition unserer Mannschaftsziele 

Nun geht es ins Trainingslager ins Saarland, ehe am 26. August unser erstes Ligaspiel gegen unseren großen Rivalen aus Magdeburg ansteht. Mit einem weiteren Text möchte ich euch Einblicke in unser Trainingslager und in meine dort stattfindende Arbeit als Sportpsychologe geben. Und nur so viel: Wir starten gleich mit einer Extremsituation ins Trainingslager. Einige Spieler sehen im Fluss eine Leiche vorbei treiben.

Mehr zum Thema:

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

In der Fußball-Bundesliga dürfen Kicker in Zukunft bereits im Alter von 16 Jahren auflaufen. Ein TV-…

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wir als Netzwerk Die Sportpsychologen arbeiten seit einigen Monaten intensiv mit dem Verband Floorba…

Wolfgang Seidl, Die Sportpsychologen

Wolfgang Seidl:  Smartphonesüchtig nach den Ferien? Was Eltern jetzt tun können

Die Ferien sind vorbei. Schule, Training und Alltag beginnen wieder. Für viele Familien stellt sich …

Julia Boie von Die Sportpsychologen

Dr. Julia Boie: Selbstgesprächs-Regulation im Klettern und Bouldern

Um beim Klettern und Bouldern die eigene Leistung abrufen zu können, braucht es konzentrierte Aufmer…

Verletzte American Football Spielerin, KI generiert

Frage und Antwort: Wie kann ich wieder Teil des Teams werden? Trotz der Angst vor Schmerzen?

Eine American Football Spielerin hat sich an uns gewandt. Sie hatte vergangenes Jahr nach einem Tack…

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Eine Kombirunde im Minigolf umfasst 36 Bahnen: 18 Bahnen werden auf Beton, 18 auf Eternit gespielt. …

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie ist eine wissenschaftlich fundierte Fachdienstleistung, die Athleten, Trainerteams …

Views: 102

Dr. Julia Boie: Zwei Seiten der Körpersprache

Negative Gefühle wie Unzufriedenheit, Enttäuschung und Mutlosigkeit zeigen sich häufig in gekrümmter Haltung, hängenden Schultern und hängendem Kopf, während der Blick die meiste Zeit nach unten gerichtet ist. Unser inneres Erleben drückt sich in unserer Körperhaltung aus – das ist vielen von uns bewusst. Andersherum besteht aber auch ein Zusammenhang: Unsere Körperhaltung beeinflusst unser psychisches Erleben. Und das können wir nutzen.

Zum Thema: Inneres Erleben zeigt sich im Körper

Ein elfjährige Junge spielt den Ball bei einem Badminton-Turnier zum wiederholten Male ins Netz. Seine Mutter sieht von der Tribüne aus, wie er Spannung verliert und in sich zusammensackt, während er gleichzeitig ärgerlich den Schläger auf den Boden wirft. Sie weiß nun schon, dass jetzt höchstwahrscheinlich die Fehlerrate steigen wird und er seine Leistung nicht zeigen kann – sie hat es schon so oft miterlebt.

Aber das muss nicht sein. Die Sportpsychologie bietet passende Werkzeuge, die sich in aller Regel sehr schnell erlernen, beherrschen und selbstständig anwenden lassen. Dazu später mehr, jetzt geht es erst einmal um die Grundlagen:

Von der Körpersprache zur Feinkoordination 

Emotionen wie Ärger und Frustration, aber auch Freude und Zuversicht – die ganze Bandbreite der Gefühle – zeigen sich im Körper. Nur allzu leicht passiert es, dass wir uns über eigene Fehler ärgern, mit uns selbst hadern und unsere Konzentration nicht aufrechterhalten können. Ein veränderter Körperausdruck mit veränderter Körperspannung geht damit einher. 

Schaffen wir es nicht, uns wieder in eine positive, konzentrierte Stimmung zu versetzen, ist meist eine Abwärtsspirale von wiederholten Fehlern und wachsender Unsicherheit in Gang gesetzt. Das gilt nicht nur für negative Gefühle. Auch ein übermäßig positiver Gefühlsausdruck kann in gleicher Weise ablenken und unsere sportliche Leistung beeinflussen. Ziel ist es, im Hier und Jetzt zu bleiben, die Konzentration auf der Aufgabe zu belassen und die gleiche Körperspannung wie im Training zu haben, damit unsere Feinkoordination nicht gestört wird.

Körper beeinflusst inneres Erleben

Auch andersherum besteht eine Wirkung, die allerdings bei Weitem nicht so geläufig ist: Unsere Körperhaltung hat Einfluss auf unser inneres Erleben; also auf unsere Emotionen, auf unsere Einstellungen, auf unsere Kreativität und – besonders wichtig – auf unser Durchhaltevermögen in einer frustrierenden Situation. Einfache Faustformel: Eine gerade, aufrechte Haltung wirkt positiv auf unsere Psyche.

Dieses Wissen können wir nutzen. Indem wir eine entsprechende Körperhaltung einnehmen, können wir aktiv dazu beitragen, störende Gefühle schneller loszulassen und uns in eine zielführende Stimmungslage zu versetzen. Eine individuell positive Haltung einzunehmen will aber geübt sein. Wir sollten also diese Technik auch in entspannten Situationen üben und in aufsteigend schwierigeren Situationen immer wieder trainieren.

Körperhaltung beeinflusst den/die Gegner/in

Die Fähigkeit, uns durch unsere Körperhaltung zu regulieren, ist umso wichtiger, wenn wir bedenken, dass unser Körperausdruck auch Einfluss auf den Gegner bzw. die Gegnerin hat. Denn unsere sportliche Konkurrenz nimmt unsere Körperhaltung wahr und schätzt uns dementsprechend ein. 

Sehen die Kontrahenten uns in dominanter, aufrechter Körperhaltung, so wirken wir selbstbewusst und kompetent auf sie. Sieht uns der Gegner dagegen in unterwürfiger, hängender Körperhaltung, so wirken wir unsicher und ängstlich auf sie. In letzterem Fall wird ihre Überzeugung gestärkt, dass sie gegen uns gewinnen können. Und diese positive Überzeugung hilft ihnen, ihre optimale Leistung abrufen zu können und über sich hinaus zu wachsen. So können wir also mit einer unterwürfigen, hängenden Körperhaltung unsere Gegner dabei unterstützen, gegen uns zu gewinnen. Das wollen wir natürlich nicht. Was können wir also konkret tun?

Tipps und Tricks

Was kann ich tun, um diese Wechselwirkung von Körper und Geist zu meinem Vorteil zu nutzen? 

Grundsätzlich ist es hilfreich, eine stolze, aufrechte Haltung einzunehmen, bei der man die Schultern locker zurücknimmt, die Brust nach vorne oben zieht und den Blick geradeaus richtet. Diese Haltung wird häufiger als „Gang des Matadors“ bezeichnet. Diese Haltung wirkt positiv auf unser inneres Erleben.

Damit der Körperausdruck, der ja nun mal sehr persönlich und individuell ist, wirklich zur Person passt, ist es besonders sinnvoll, sich in eine Situation hineinzuversetzen, in der man die Gefühle von Stolz, Sicherheit etc. selbst erlebt hat. Sich diesen Moment wirklich zu vergegenwärtigen und die körperlichen Reaktionen wiederzuerleben, hilft dabei, den Körperausdruck wieder einzunehmen und uns dadurch selbst positiv zu beeinflussen.

Alternativ hilft es auch, sich in jemand anderen hineinzuversetzen, der die gewünschte Ausstrahlung hat, also beispielsweise Sicherheit, Gelassenheit, Ruhe und Souveränität verkörpert. Dieses intensive Hineinspüren in eine andere Person kann es uns ermöglichen, auch die dazugehörigen körperlichen Empfindungen wahrzunehmen und in unseren körperlichen Ausdruck zu übernehmen.

Es gilt zu bedenken, dass es nicht das Ziel ist, Gefühle zu unterdrücken. So sollte eine im Wettkampf wiederkehrende Selbstunsicherheit gründlich besprochen werden, um dahinter zu kommen, wo sie herrührt und wie das sportbezogene Selbstbewusstsein langfristig gestärkt werden kann. Ziel ist es vielmehr, eine Körperhaltung einzunehmen, die es mir erleichtert, meine Stärken zu spüren und zu einem ausgeglichenen Zustand zurückzufinden, in dem ich meine Leistung abrufen kann.

Hinweis und Feedback

Die Arbeit am körperlichen Ausdruck ist sehr vielseitig und hoch individuell. Meine Kollegen von Die Sportpsychologen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Dr. Julia Boie) sind gerne für Sie da, falls Sie Beratung wünschen.

Mehr zum Thema:

Literatur:

Furley, P., Dicks, M., & Memmert, D. (2012). Nonverbal Behavior in Soccer: The Influence of Dominant and Submissive Body Language on the Impression Formation and Expectancy of Success of Soccer Players. Journal of Sport and Exercise Psychology, 34, 61-82.Storch, M.; Cantieni, B.; Hüther, G. & Tschacher, W. (2017). Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. hogrefe.

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

Dr. René Paasch: Freie Bahn nur für mental Starke?

In der Fußball-Bundesliga dürfen Kicker in Zukunft bereits im Alter von 16 Jahren auflaufen. Ein TV-…

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wie die Sportpsychologie ganze Verbände besser machen kann

Wir als Netzwerk Die Sportpsychologen arbeiten seit einigen Monaten intensiv mit dem Verband Floorba…

Wolfgang Seidl, Die Sportpsychologen

Wolfgang Seidl:  Smartphonesüchtig nach den Ferien? Was Eltern jetzt tun können

Die Ferien sind vorbei. Schule, Training und Alltag beginnen wieder. Für viele Familien stellt sich …

Julia Boie von Die Sportpsychologen

Dr. Julia Boie: Selbstgesprächs-Regulation im Klettern und Bouldern

Um beim Klettern und Bouldern die eigene Leistung abrufen zu können, braucht es konzentrierte Aufmer…

Verletzte American Football Spielerin, KI generiert

Frage und Antwort: Wie kann ich wieder Teil des Teams werden? Trotz der Angst vor Schmerzen?

Eine American Football Spielerin hat sich an uns gewandt. Sie hatte vergangenes Jahr nach einem Tack…

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Thorsten Loch: Präzision ist Anpassung – Warum im Minigolf kein Schlag wirklich derselbe ist

Eine Kombirunde im Minigolf umfasst 36 Bahnen: 18 Bahnen werden auf Beton, 18 auf Eternit gespielt. …

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie für Vereine und Vorstände

Sportpsychologie ist eine wissenschaftlich fundierte Fachdienstleistung, die Athleten, Trainerteams …

Views: 591

Thorsten Loch: Der unterschätzte Faktor – Schlaf und Leistung im Gaming

Schlaf ist ein entscheidender, aber oft unterschätzter Faktor im eSport. Während eSport immer populärer wird und sich zu einer ernsthaften Wettkampfdisziplin entwickelt, ist es unerlässlich, die Auswirkungen des Schlafs auf die Leistungsfähigkeit der Spieler zu verstehen. In dieser aufregenden Welt dreht sich alles um Präzision, Reaktionszeit und strategisches Denken. Doch allzu oft vernachlässigen Spieler und Teams den Schlaf, indem sie sich in endlosen Trainingssessions und intensiven Wettkämpfen verlieren. Der Schlaf ist jedoch ein Faktor, der oft übersehen oder als lästiges Übel angesehen wird, aber einen enormen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im eSport haben kann. Indem ich mich diesem Thema widme, möchte ich dazu beitragen, dass eSporter ihr volles Potenzial entfalten können und die Bedeutung einer guten Schlafqualität für ihre Karriere erkennen.

Zum Thema: Was passiert, wenn der Schlaf leidet und wie beeinflusst dieser die Leistung im eSport?

Viele eSport-Profis und -Enthusiasten neigen dazu, ihre Schlafgewohnheiten zu vernachlässigen, da sie ihre Zeit lieber dem Training und dem Spielen widmen. Getreu nach dem Motto: „Viel hilft viel!“ Allerdings kann ausreichender Schlaf einen erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im eSport haben. Schließlich spielt der Schlaf eine entscheidende Rolle bei der kognitiven Funktion, der Aufmerksamkeit, dem Reaktionsvermögen und der Hand-Auge-Koordination – alles Fähigkeiten, die im eSport von großer Bedeutung sind. Wenn man nicht genug Schlaf bekommt, kann dies zu Müdigkeit, verminderter Konzentration und langsameren Reaktionszeiten führen, was sich negativ auf die Spielqualität auswirken kann. Darüber hinaus ist Schlaf wichtig für die Regeneration des Körpers. Es fördert die Muskelreparatur und -wachstum, was für eSportler, die oft stundenlang in einer festen Position sitzen, besonders wichtig ist. Regelmäßiger und ausreichender Schlaf kann auch das Immunsystem stärken und das Risiko von Krankheiten und Verletzungen verringern, was wiederum die Trainings- und Spielzeit erhöht. 

Es ist daher ratsam, genügend Schlaf in den täglichen Zeitplan eines eSportlers einzuplanen. Eine empfohlene Schlafdauer liegt zwischen 7-9 Stunden pro Nacht, obwohl individuelle Bedürfnisse variieren können. In diesem Zusammenhang ist es bedeutsam, nicht nur genügend zu schlafen, sondern auch auf eine gute Schlafqualität zu achten. Um seine Schlafqualität zu verbessern, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Hier sind einige Vorschläge:

1. Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Ein stabiler Schlaf-Wach-Zyklus hilft dem Körper, sich an einen festen Schlafplan zu gewöhnen und die Schlafqualität zu verbessern.

2. Schaffung einer angenehmen Schlafumgebung: Ein ruhiges, dunkles und kühles Schlafzimmer mit einer bequemen Matratze und entsprechenden Kissen kann die Schlafqualität positiv beeinflussen.

3. Entspannungstechniken vor dem Schlafengehen: Das Durchführen von Entspannungsübungen wie Meditation, Atemübungen oder progressiver Muskelentspannung kann dabei helfen, den Geist zu beruhigen und besser einzuschlafen.

4. Vermeidung von stimulierenden Substanzen: Koffein, Nikotin und Alkohol können den Schlaf stören. Es ist ratsam, diese Substanzen einige Stunden vor dem Schlafengehen zu vermeiden.

5. Regelmäßige körperliche Aktivität: Sportliche Betätigung kann zu einer besseren Schlafqualität beitragen. Es ist jedoch wichtig, das Training nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen durchzuführen, da dies den Körper aufwecken kann.

6. Stressmanagement: Stress kann zu Schlafproblemen führen. Es ist hilfreich, Stressbewältigungstechniken wie zum Beispiel das Führen eines Tagebuchs, das Priorisieren von Aufgaben und das Delegieren von Verantwortlichkeiten anzuwenden.

Fazit

Wir haben gesehen, dass eine unzulängliche Schlafdauer sich negativ auf die Leistung auswirkt. Letztendlich kann somit eine bewusste Entscheidung für ausreichenden Schlaf einen großen Unterschied machen. Es ist wichtig, Körper und Geist die Ruhe und Erholung zu geben, die sie benötigen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Von der Bedeutung der Schlafhygiene bis hin zur Begrenzung der Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen, dies sind alles Belange, die eSportler bedenken sollten. Also denken Sie daran, den Schlaf nicht zu vernachlässigen und Ihrem eSport-Abenteuer eine erholsame Nachtruhe zu gönnen.

Meine Kollegen und Kolleginnen im Netzwerk (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Thorsten Loch) helfen gern, den Weg zum optimalen Schlaf zu finden.

Mehr zum Thema:

Literatur

Peracchia S, Curcio G. Exposure to video games: effects on sleep and on post-sleep cognitive abilities. A sistematic review of experimental evidences. Sleep Sci. 2018 Jul-Aug;11(4).
Tholl, C., Soffner, M., Bickmann, P. et al. Videospiele und Schlaf. DNP24, 33–39 (2023).

Views: 103

Prof. Dr. René Paasch: Es ist Zeit für neue sportpsychologische Wege im deutschen Fußball

Wir müssen gründlich über die bestehenden Strukturen und Herangehensweisen im deutschen Fußball nachdenken. Dies sage nicht nur ich, sondern auch Joti Chatzialexiou, der Sportliche Leiter der deutschen Fußball-Nationalteams. In einer Pressekonferenz nach dem Ausscheiden der deutschen Frauen bei der WM in Australien und Neuseeland formulierte er Sätze wie: „Es ist nicht so, dass wir keine guten Fußballerinnen oder Fußballer haben, sondern wir haben in der Spitze einfach zu wenig Breite und daran müssen wir arbeiten.“ Einer der führenden Köpfe des DFB sieht vor allem drei Problemfelder: die Infrastruktur, die Professionalität und die Trainerausbildung. Das möchte ich so stehen lassen, aber ich möchte auch ergänzen, dass wir für echte Veränderungen ein Umdenken hinsichtlich der Führungskultur sowie eine verstärkte Einbindung von psychologischem Know-how dringend brauchen. Warum? Weil Fußball weit mehr als das bloße Kicken des Balls ist und sich nicht ausschließlich in irgendwelchen Daten, Zahlen und Messpunkten erfassen lässt, so wie es nahezu überall auf Biegen und Brechen versucht wird. Es gibt weiche Faktoren, die aktuell bei uns kaum eine Rolle spielen. Nehmen wir die WM der Frauen als Beispiel und blicken wir auf andere Nationen, die dieses Geheimnis der Spielmagie verinnerlicht haben: Sie präsentieren keine Mannschaften mit der technisch perfekten Präzision oder den erfahrensten Spielerinnen auf dem Feld. Stattdessen zeigen sie uns das Herz des Spiels – Akteurinnen, die nicht nur für sich spielen, sondern mit einer brennenden Leidenschaft für ihr Land und ihre Mitspielerinnen. Diese Hingabe, diese innige Bindung, wird zu einer unsichtbaren, aber kraftvollen Größe, die den Unterschied ausmacht. Leider scheint dieses strahlende Licht der Teamchemie, das sich wie ein glühender Mantel um die Mannschaften legt, derzeit in unseren Gefilden selten zu leuchten. Egal ob bei Auswahl- oder Club-Teams. 

Zum Thema: Lösungsvorschläge für den deutschen Profi- und Nachwuchsfußball

Erlauben Sie mir vorweg eine optimistische Perspektive zu zeichnen: Mein Herz erfüllt sich mit echter Hoffnung für den deutschen Fußball. Eine Hoffnung, die darauf beruht, dass heute deutlicher als jemals zuvor und in einem bemerkenswerten Ausmaß eine kritische Auseinandersetzung mit den Strukturen, Machtgefügen und Wirkungsmechanismen dieses Sports stattfindet. Dabei werden fundamentale Fragen aufgeworfen und ehrlich erörtert. Einige dieser Fragen sind es, die meine hochgeschätzten Kollegen und ich bei den Sportpsychologen schon seit geraumer Zeit aufwerfen. Bislang jedoch schienen sie wie ungehört verhallt. Vielleicht ändert sich das aktuell. Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf die dringlichsten Herausforderungen aus der Sicht der Sportpsychologie werfen:

  • In Anbetracht der aktuellen Dynamik im deutschen Fußball spreche ich von einem Phänomen, das ich als „Nepotismus“ bezeichne. Hierbei können ehemalige Profifußballer ebenso wie Trainerpersönlichkeiten auf der Suche nach einer neuen Herausforderung rasch in exponierte Führungspositionen oder ambitionierte Mannschaften aufsteigen. Dieser schnelle Aufstieg, basierend auf vergangenen Erfolgen und Bekanntheit, birgt jedoch ein latentes Risiko: Das Leiten und Entwickeln von Spielern und Teams ist eine komplexe Kunst, bestehend aus dem Zusammenwirken verschiedener Professionen. Die Sportpsychologie ist ein Teilbereich. Diejenigen, die über solche Entscheidungen wachen, verfügen oft über begrenzte Erfahrungen im Bereich der Sportpsychologie. Und falls doch, sind diese Erfahrungen häufig von minderer Qualität – eine Tatsache, die wir Sportpsychologen uns zu Herzen nehmen sollten. Wir haben es versäumt, uns angemessen zu präsentieren und zu erklären.
  • Eine genauere Betrachtung der Ausbilder im Jugendbereich enthüllt weitere Defizite von signifikanter Tragweite. Trotz ihres klaren Eifers und ihrer hingebungsvollen Bemühungen offenbaren sich eklatante Lücken in Bezug auf Lebenserfahrung, pädagogisches Einfühlungsvermögen und fachliche Kenntnisse im Bereich der Psychologie. Die einseitige Fixierung auf kurzfristige Resultate, um die eigene berufliche Laufbahn voranzutreiben, führt zu einer Fremdsteuerung, die auf der Ebene der Spieler*innen das Potenzial aufstrebender Talente eher einschränkt als entfaltet.
  • Ein weitreichendes Thema, dem gebührende Aufmerksamkeit zukommen sollte, ist die Arbeitsmethodik im Fußball. Ein Großteil der Zeit wird auf dem Spielfeld verbracht, wodurch zwischenmenschliche Aspekte und individuelle Fragestellungen in den Hintergrund gedrängt werden. Für weiche Faktoren bleibt oft keine Zeit. 
  • Die Vorstellung, dass ein einzelner Sportpsychologe nachhaltig zehn verschiedene Mannschaften aus Nachwuchsleistungszentren betreuen und fördern kann, einschließlich Trainer, Coaches, Eltern und weiteren Beteiligten, wirkt schlichtweg utopisch – selbst dann nicht, wenn zwei Kollegen jeweils 20 Stunden pro Woche zur Verfügung stehen würden.
  • Ein kritischer Blick auf die Sportpsychologie ist unerlässlich: Viele leitende Positionen werden häufig aufgrund von vertrauten Beziehungen oder an frischgebackene Absolvent*innen vergeben. Offen und deutlich ausgedrückt: Wir haben ein „Vitamin B“-Problem. Wir vernachlässigen es, die vielfältigen Fachrichtungen unserer Disziplin angemessen zu repräsentieren und frische Impulse einzubringen. Eine erfolgreiche Organisation im wirtschaftlichen Kontext würde niemals in solcher Weise handeln – aus nachvollziehbaren Gründen. Dennoch behindern solche festgefahrenen Strukturen und unkritische Zustimmung den dringend benötigten Fortschritt.

Im Verlauf der vergangenen Jahre haben sich im deutschen Fußball bedauerlicherweise Mentalitätsprobleme manifestiert, die zwar in jüngster Zeit vermehrt offen zur Sprache gebracht werden, jedoch bedauerlicher Weise nur unzureichend angegangen werden. Ein erfrischender Wind der Veränderung, sei es durch kontinuierliche Integration von psychologischen Konzepten, die Hervorhebung sozialer Kompetenzen sowie Führungsfähigkeiten, die Etablierung einer progressiven und innovativen Führungskultur oder sogar eine humanistisch geprägte Begleitung, ist kaum wahrnehmbar!

Wir müssen besser werden und dürfen dabei zuerst bei uns selbst anfangen. Denn wenn selbst innerhalb der eigenen Reihen keine fruchtbare Zusammenarbeit mit etablierten und festgefahrenen Größen möglich ist, stellt sich die Frage, welchen Grad an Fortschritt wir dann von den Vereinen und Verbänden überhaupt erwarten dürfen? Die Musik im Fußball spielt längst woanders. Anstatt in die schier unbegrenzten Potenziale der menschlichen Psyche zu investieren, setzen wir mittlerweile auf eine überbordende Anzahl an Trainer*innen, Athletikspezialist*innen und Physiotherapeut*innen. Für das hochkomplexe Netzwerk aus 100 Milliarden Neuronen und den dazugehörigen synaptischen Verbindungen, die unsere gesamte Wahrnehmung und Verhaltensweise steuern, wird demgegenüber im Fußball kaum etwas getan – eine geradezu unbegreifliche Situation!

Das Verständnis gegenüber der Sportpsychologie

Es ist von höchster Dringlichkeit, dass die Verantwortlichen im deutschen Fußball nicht nur die physische Stärke ihrer Spieler*innen fördern, sondern gleichermaßen die geistige Widerstandskraft und die emotionale Balance stärken. Das Verständnis, dass die Mentalkomponente im Sport genauso bedeutend ist wie die physische Fitness, muss zur Grundlage jeglicher Entwicklung im modernen Fußball werden. Nur wenn wir den Mut aufbringen, auch in die inneren Ressourcen der Athlet*innen zu investieren, werden wir neue Erfolge feiern.

Meine Kollegen*innen von Die Sportpsychologen und ich kennen den Fußball. Wir haben Rückschläge erlitten und uns buchstäblich blutige Nasen geholt, jedoch wurden unsere Anstrengungen von Spielern und Spielerinnen, Trainer*innen, Berater*innen und auch Eltern, die wir begleitet haben, anerkannt und bestätigt. Mithilfe dieser gewonnenen Erkenntnisse haben wir gezielte Wege und Lösungen erarbeitet, die das Potenzial besitzen, weil sie gezielt an den oben erwähnten Herausforderungen ansetzen. Verfügbar ist ein einzigartiges Programm, welches in Deutschland, der Schweiz und Österreich durch uns kurzfristig umgesetzt werden kann, welches einen vertretbaren Kostenrahmen garantiert und ohne Festanstellungen und weitere Bindungen je nach individuellem Bedarf gesteuert werden kann. 

Wir sind entschlossen

Wir sind vorbereitet und entschlossen! Doch die entscheidende Frage lautet: Teilt der Fußball diese Bereitschaft? Ist der Sport selbst bereit, die Türen zu öffnen und unsere Erkenntnisse zu integrieren? Die Wahrheit liegt in der Antwort auf diese Frage, und nur wenn der Fußball selbst den Willen zur Veränderung zeigt, können unsere erarbeiteten Lösungen ihre volle Wirkung entfalten und dazu beitragen, die bestehenden Probleme anzugehen und zu überwinden.

Für Interessierte Vereine und Verbände ermöglichen wir in einem passwortgeschützten Bereich den Zugriff auf unseren Ansatz (Link). Nach einer kurzen Anmeldung erhalten Sie Ihr Passwort. 

    Oder kontaktieren Sie Prof. Dr. René Paasch direkt, um das Passwort für den geschützten Bereich (Link) zu erhalten:

    Prof. Dr. René Paasch
    phone: +49 177 4658419
    mail: r.paasch@die-sportpsychologen.de

    Zum passwortgeschützten Bereich:

    Views: 242

    Janosch Daul: Trainings- und Spielbeobachtung

    Ein Jahr lang dokumentierte Janosch Daul von Die Sportpsychologen seine Zusammenarbeit mit der U16 des Fußball-Drittligisten Halleschen FC. Entstanden ist ein besonderer Einblick in die Arbeitswelt der Sportpsychologie. In einer fünfteiligen Serie veröffentlichen wir, wie er seinen sportpsychologischen Input in den Trainings- und Wettkampfalltag eingebracht hat.

    Teil 4: Trainings- und Spielbeobachtung

    Meiner Erfahrung nach ist die Herangehensweise, in seinem Büro zu sitzen und zu warten, bis Spieler oder Trainer mit einem Anliegen auf dich als Sportpsychologen zukommen, wenig zielführend. Viele Leistungsressourcen, die ein Sportpsychologe ausschöpfen könnte, gehen flöten. Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Als Sportpsychologe ist es unabdingbar, Präsenz zu zeigen, und zwar unmittelbar in der Lebenswelt der Spieler und Trainer. Und diese liegt primär auf dem grünen Rasen. Die Anwesenheit auf dem Feld hilft dabei, Beziehungen zu den Spielern und Trainern aufzubauen, Anteilnahme, Wertschätzung und Interesse für das, was auf dem Feld von diesen geleistet wird, auszudrücken bzw. durch das Geben gezielter Rückmeldungen und Hilfestellungen im Anschluss an das Training oder Spiel Reflexionsprozesse anzustoßen und Anknüpfungspunkte für eine potenzielle Zusammenarbeit zu liefern. Das Mandat, entsprechend Rückmeldungen im Hinblick auf beobachtbares Verhalten unter mentalen Gesichtspunkten geben zu dürfen, holte ich mir von den Trainern und Spielern zu Saisonbeginn im Rahmen der Auftragsklärung ab. Beim Geben entsprechender Rückmeldungen nahm ich die Rollen des Spiegels, Impulsgebers, Meinungsäußerers und Beraters ein. In Abhängigkeit von Person und Situation galt es, die jeweils passende Rolle(n) zu bedienen.

    Was waren beispielhaft typische Aspekte, den ich den Trainern spiegelte?

    • Gestaltung der Ansprache vorm Spiel im Hinblick auf z.B. Rhetorik
    • Funktionalität der Spieltagsabläufe
    • Körpersprache
    • Feedbackverhalten
    • Aufmerksamkeitsgenerierung im Rahmen von Ansprachen etc. 
    • gewählte Mittel der Beziehungsgestaltung zu Spielern
    • Kommunikation untereinander
    • Einbezug der Spieler
    • Umgang mit Konflikten 

    Was waren beispielhaft typische Aspekte, die ich den Spielern rückmeldete?

    • Einsatzbereitschaft 
    • Körpersprache
    • Emotional-unterstützendes Coaching
    • Team- und Sozialverhalten
    • Aufmerksamkeitslenkung bei Ansprachen, Feedbacks, Übungserklärungen
    • Aufmerksamkeitslenkung im laufenden Training bzw. Spiel
    • Umgang mit negativen Emotionen
    • sonstige prägnante Beobachtungen

    Die Rückmeldungen gab ich sowohl Spielern als auch Trainern gegenüber primär per Whatsapp-Sprachnachricht, da dies mit den Vorteilen einhergeht, dass ich meine Notizen zunächst strukturieren und auswerten kann, dass die Sprachnachricht vom Empfänger zu einem für ihn stimmigen Zeitpunkt abgehört werden kann und dass ich insbesondere eine Vielzahl an Spielern bedienen kann, denn: In zeitlicher und organisatorischer Hinsicht ist es unmöglich, mit z.B. zehn Spielern face-to-face ein Gespräch über die gerade erfolgte Einheit zu führen. 

    Alle fünf Teile auf einen Blick:

    Mehr zum Thema:

    Views: 157