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Johanna Constantini: Zeitmanagement im Sportleralltag – digitale & analoge Strategien

Gar nicht so einfach, alles was so im Sportleralltag an Aufgaben anfällt unter einen Hut zu bekommen. Noch dazu in einer Zeit, in der die Ablenkungen gefühlt immer mehr werden. Nicht nur gefühlt, denn die ständige Erreichbarkeit und die schier endlosen Möglichkeiten, sich über verschiedenste digitale Kanäle mitzuteilen, zollt genau dann ihren Tribut. Nämlich dann, wenn es um ein funktionierendes Zeitmanagement im Sportleralltag geht.

Zum Thema: Was moderne Sportpsychologen von Sozialen Medien wissen sollten

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Johannas Beitrag zum Anhören.

Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben bedeutet heute, immer und überall verfügbar zu sein. Schnell Rückmeldungen geben zu können und in jeder Situation Stellung zu beziehen. „Wie soll man sich da noch auf den Sport konzentrieren?“, könnte man sich deshalb fragen. Dass diese Frage berechtigt ist, zeigt sich heute bereits im Jugendalter. Ob Sportler oder nicht, in jüngsten Untersuchungen geben Jugendliche an, dass die ständige Erreichbarkeit sie mitunter am meisten fordert, wenn es um den Umgang mit modernen Medien geht. (Hefner und Vorderer, 2016)

Wie also im Sport agieren, um dem Training und der Wettkampfvorbereitung neben dem durchaus wichtigen Eigenmarketing genügend Beachtung schenken zu können?

Johanna Constantini, die-sportpsychologen.at

Johanna Constantini

Sportarten: Pferdesport, Laufsport, Wintersport, u.a.

Kontakt: j.constantini@die-sportpsychologen.at

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zur Profilseite: https://www.die-sportpsychologen.de/johannaconstantini/

1. Planen von A bis Z!

Es mag sehr strukturiert und für manchen auch überzogen klingen. Doch funktionierendes Eigenmarketing, sofern es nicht von BetreuerInnen oder Social Media Beauftragten übernommen wird, gehört heute in den Trainingsplan eines Sportlers wie eine Einheit Gewichte stemmen. Wenn wir dem Posten von Bildern, dem Verfassen von Statements und dem Antworten auf Fan-Messages daher nicht einen ebenso geregelten Zeitraum wie den unseres Trainings widmen, werden erstere Aufgaben die sportliche Betätigung langfristig behindern. 

2. Aufgaben verteilen!

Als Sportler, je nachdem in welchem Bereich und in welcher Sparte man tätig ist, hat man oftmals das Glück, gewisse Verpflichtungen abgeben zu können. Eben um sich auf das körperliche und mentale Training und die entsprechenden Wettkämpfe vorbereiten zu können. Sofern irgendwie möglich, würde auch ich empfehlen, die eigene Vermarktung in Fremde Hände zu legen. Diese sollten jedoch einer Vertrauensperson gehören. Denn nichts ist so schnell getippt wie ein verheerendes Posting, das schon so manchen die sportliche Karriere gekostet hat…

3. Offline Zeiten sicherstellen!

Wie unter Punkt eins bereits beschrieben, gebührt dem Eigenmarketing und der Interaktion mit (virtuellen) Fans – sofern man dieses nicht abgeben kann – ein fixer Punkt im Tages- und Trainingsplan. Damit werden die konzentrationsfördernde Struktur und das funktionierende Zeitmanagement im Sportleralltag gesichert. Um ausgiebig regenerieren zu können, empfiehlt es sich auf jeden Fall, die digitalen Begleiter ab und zu ganz auszuschalten. Womöglich dient als Alternative der Spaziergang an der frischen Luft oder das Zusammensein mit TeamkollegInnen und TrainerInnen. Schon aus Respekt vor der Mannschaft sollte sich hierbei nur auf das zwischenmenschliche Miteinander konzentriert werden.

Mehr zum Thema:

Mehr Interesse am Thema? Johanna Constantini hat bereits zahlreiche Texte verfasst – hier eine kleine Übersicht:

Quelle

Hefner, Dorothée und Vorderer, Peter: Digital Stress. Permanent Connectedness and Multitasking. In: The Routledge Handbook of Media Use and Well-Being: International Perspectives on Theory and Research on Positive Media Effects. Hg. v. Mary Beth Oliver und Leonard Reinecke. New York und Abingdon 2017

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Dr. René Paasch: Das Mindset im Fussball – Denkweise für Erfolg und Wachstum

Mentalität, Einstellung, Mindset – alles Modewörter, die zwischen Bundes- und Kreisliga wirklich häufig verwendet werden. Was weniger bekannt ist, dass wir alle an diesen mentalen Stellschrauben arbeiten können. Nehmen wir das Mindset. Unsere “Denkweise” wird durch so viele Erinnerungen und Erfahrungen geprägt, dass diese unser Verhalten im Ergebnis begrenzen und fördern können. Mit dem richtigen Mindset jedoch gelingt es, sich über alte Denk- und Verhaltensweisen hinwegzusetzen. Ich erkläre, was genau ein Mindset ist und wie es Ihren sportlichen Erfolg beeinflussen kann. 

Zum Thema:  Wie Sie Ihre Denkweise verändern und trainieren können 

Das Mindset wurde von der Motivationspsychologin Carol Dweck (2012) entwickelt. Es zeigt, welche Bedeutung, die Überzeugungen von Personen bezüglich ihrer kognitiven Fähigkeiten auf ihr Lernen haben. Die Forscherin unterscheidet in Menschen mit einem „fixed mindset“, die die Überzeugung besitzen, dass Intelligenz und andere Persönlichkeitsmerkmale genetisch und unveränderlich sind. Daneben steht das „growth mindset“. Dieses wird durch Volition und Training veränderbar. Bezogen auf den Sport bedeutet dies, dass die Sportler mit einem „fixed mindset“ nur an einem Feedback interessiert sind, wenn es ihre Fähigkeiten unterstreicht. Sie nutzen Feedback nicht zum Lernen, weil sie kein inneres Modell davon haben, das ihr Erfolg von der Lernanstrengung abhängt. Solche Sportler vermeiden Herausforderungen, fürchten Versagen „Furcht vor Misserfolg“ (Heckhausen, J. & Heckhausen, H. 2010), geben schnell auf, erleben ihre Anstrengungen nicht als zielführend und ignorieren konstruktives Feedback. Sie haben den Wunsch, nach außen kompetent zu wirken. Sportler mit einem „growth mindset“ hingegen sind überzeugt, dass Kompetenzen durch Lernen an Fehlern und Herausforderungen wachsen können und dass sie dies in ihrer Entwicklung unterstützt „Hoffnung auf Erfolg“ (Heckhausen, J. & Heckhausen, H. 2010). 

Deswegen können Spieler mit einem „growth mindset“ besser mit Scheitern umgehen, können es nutzen, um sich mehr anzustrengen und sind überzeugt, dass sie Fähigkeiten erwerben und sich entwickeln können. Dweck konnte in einem umfangreichen Forschungswerk zeigen, dass diese Überzeugungen zu größerem Erfolg beim Lernen und damit zu besseren Ergebnissen führen. Sie konnte darüber hinaus zeigen, dass dieses Mindset beeinflusst werden kann. Und genau an dieser Stelle wird es für Trainer, Führungsspieler und Funktionäre interessant: Denn wenn Trainer und Teamkollegen auf konkrete Spielhandlungen oder Anstrengungen mit ihrem Lob reagieren, anstatt die Fähigkeiten zu betonen, scheint dies günstige Auswirkungen zu haben. 

Testung: Hoffnung auf Erfolg (HE) und Furcht vor Misserfolg (FM)

Jetzt stellen Sie sich vielleicht die Frage, welche ihrer Spieler zu der einen oder der anderen Gruppe gehören? Finden Sie es heraus! Die Anwendung der aussagekräftigen Testung „Achievement Motives Scale-Sport“ von Elbe & Wenhold (2005) ist einfach und lässt sich ohne weiteres in ihr Training integrieren. Danach wissen Sie, ob Ihre Spieler eher erfolgszuversichtlich oder misserfolgsängstlich sind – und können viel besser darauf eingehen.  

Die AMS (Elbe & Wenhold, 2005; Elbe et al., 2005) ist ein Fragebogen, der die beiden Leistungsmotivkomponenten Hoffnung auf Erfolg (HE) und Furcht vor Misserfolg (FM) mit jeweils 15 Fragen für die Langversion und jeweils fünf Fragen für die Kurzversion erfasst. Beide Komponenten können bei einem Leistungskicker gleichzeitig hoch bzw. niedrig ausgeprägt sein. Einen Hinweis über dieser eher erfolgszuversichtlich oder misserfolgsängstlich ist, liefert die Nettohoffnung (NH). Zudem kann das Gesamtleistungsmotiv (GLM) Hinweise zur Stärke des Leistungsmotivs geben. Es lohnt sich also, diese Testung mit ihren Spielern durchzuführen:

Zur Testung: 

https://www.bisp-sportpsychologie.de/SpoPsy/DE/Diagnostikportal/Motivation/motivation_node.html

Über den Link finden Sie auch eine leicht nachvollziehbare Erklärung. Wenn Sie Fragen haben sollten, dann dürfen Sie sich gerne bei meinen Kollegen (zur Übersicht) oder mir (zum Profil von Dr. René Paasch) melden. Sie wollen es noch greifbarer? Dann setzen Sie die folgende Übung bei einem der nächsten Trainings um:

Trainingsempfehlung für ein verbessertes Mindset ihrer Mannschaft: 

Stellen Sie zwei gleichstarke Teams im Abschlussspiel zusammen. Die Spieler der ersten Mannschaft sollen nach erfolgreicher Spielsituation gesagt bekommen, dass sie sehr “spielintelligent” seien. Bei dem anderen Team hingegen loben Sie die Anstrengungen und deren Einsatz, inhaltlich ganz nah an der jeweiligen Spielsituation. Danach erfassen Sie das Mindset der Spieler, indem sie der folgenden Aussage zustimmen oder widersprechen können: 

„Spielintelligenz ist enorm wichtig, Jungs. Aber kann man das lernen? Was meint ihr?“ 

Bereiten Sie dazu ein paar Notizzettel und Stifte vor. Die Spieler sollen dazu eine Antwort mit kurzer Begründung schreiben. Versehen mit Namen und Nummer wandert das in eine Box. Wenn Sie herausfinden wollen, wie mächtig Ihre Worte waren, stellen Sie für das “spielintelligente” und das “intensiver” gelobte Team jeweils eine eigene Box auf, um darin die Zettel zu sammeln. Werten Sie die Antworten in Ruhe, gern mit Unterstützung aus dem Trainerstab aus!

Übung: Einfache Wahl  

In einer weiteren Trainingseinheit, können Sie dann die Spieler vor die Wahl stellen, eine eher herausfordernde taktische Vorgabe zu lösen, von der sie noch lernen könnten oder eine leichtere zu bekommen, die ihnen eine fehlerfreie Lösung garantieren würde. 

Hinweis: Über Ihre Erfahrungen und Anregungen würde wir wir uns sehr freuen. Nehmen Sie also gern Kontakt zu meinen Kollegen (zur Übersicht) oder zu mir (zum Profil von Dr. René Paasch) auf. Nun zu meinen Erfahrungen: 

Erfahrungen mit Teams 

Erfahrungen mit einer betreuten Mannschaft zeigen erstaunliche Effekte bei dieser Vorgehensweise. Die erste Mannschaft sah sich als talentiert, während die zweite, die für ihren Einsatz gelobt worden war, vor allem ihre Fähigkeiten betonte und der Überzeugung war, dass regelmäßiges Training durch Willen und Anstrengung erreicht werden kann. Des Weiteren stellte sich heraus, dass die für ihre Spielintelligenz gelobten Spieler überwiegend zu der leichten Aufgabe griffen, während die anderen die Chance nutzten, etwas zu lernen. Spieler, die nur für ihre Spielintelligenz gelobt wurden, verloren das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten ebenso wie die Spielfreude. 

Dr. René Paasch

Sportarten: Fußball, Segeln, Schwimmen, Handball, Hockey, Eishockey, Tennis

Kontakt

+49 (0)177 465 84 19

r.paasch@die-sportpsychologen.de

Zum Profil: https://www.die-sportpsychologen.de/rene-paasch/

Natürlich hatte das Lob zu jedem Zeitpunkt den Zweck, das Selbstvertrauen und die Motivation zu stärken, aber es konnte anhand meiner praktischen Erfahrungen festgestellt werden, dass nur das „richtige“ Lob diesen Zweck erfüllte. Und hierin steckt die Kernaussage: Als Trainer oder Führungsspieler müssen Sie richtig loben. Bewerten Sie konkrete Aktionen, in denen die Spieler nach ihren Vorstellungen agieren, nachdrücklich positiv. Das Ergebnis wird sich auszahlen.  

Fussballer mit einem unbeweglichen Mindset… 

  • … vermeiden Herausforderungen, wenn sie Niederlagen befürchten
  • …können nicht gut mit diesen Niederlagen umgehen 
  • …versuchen, diese Niederlagen zu verbergen
  • …sind überzeugt davon, nur auf einem Gebiet begabt zu sein (bspw.  Verteidigung, Ballan- und Mitnahme) 
  • …wiederholen innerlich häufig negative Glaubenssätze 

Im Gegensatz dazu ist bei Fussballern mit beweglichen Mindset zu beobachten, dass sie…

  • …wissbegierig und neugierig darauf sind, etwas Neues zu erlernen
  • …wissen, dass Anstrengungen dafür nötig sind, um etwas zu erreichen
  • …Fehler machen dürfen und diese als Chance fürs Lernen sehen
  • …ihre Schwächen und Stärken kennen und daran arbeiten
  • …Herausforderungen schätzen und annehmen
  • …offen für neue Lernerfahrungen sind 

Fussballer mit einem „growth mindset“ strengen sich also wesentlich häufiger an, trotz Niederlagen. Ihre Frustrationstoleranz ist offenbar deutlich höher. Leistungskicker mit dieser Einstellung halten sich nicht unbedingt für genetisch gesegnet, aber sie sind der Überzeugung, dass jeder besser werden kann, wenn er daran arbeitet. 

Fazit 

Erfolgreiche Leistungskicker und personell entsprechend aufgestellte Teams wissen, dass sie sich weiterentwickeln müssen. Bringen Sie als Trainer oder Führungsspieler ihr Team in die Lage, dass möglichst viele Spieler neue Herausforderungen annehmen wollen. Geben Sie mit Mut den Weg vor. Fehler zu machen, gehört bei diesem Prozess dazu, genauso wie auch Rückschläge. Wenn Sie etwas erreichen wollen, müssen Sie etwas dafür tun. Dazu gehört nicht nur die Bereitschaft, Neues zu lernen sondern auch neue Wege bis zum Ende zu beschreiten. 

Viele neigen dazu, sich mit negativen Glaubenssätzen selbst auszubremsen, indem sie in Gedanken immer die alten Erfahrungen oder Zuschreibungen wiederholen: „Ich kann das nicht“, „Ich konnte das noch nie…“. Stoppen Sie diesen negativen Kreislauf! Noch können Sie vielleicht eine bestimmte taktische Vorgabe nicht umsetzen. Dass heißt aber nicht, dass das so bleibt. Die Aussichten, dass Sie etwas mit der richtigen Einstellung und Leidenschaft schaffen, sind wesentlich höher. Sie können und sollten von erfahrenen Spielern in der Mannschaft lernen, um sich ein neues Mindset anzueignen. 

Erfahrungen mit zahlreichen Teams zeigen, dass sich das Mindset durch aufrechte und zielführende Interaktionen entwickeln und ändern lässt. Das positive Denken kann dabei nicht nur den Druck reduzieren, sondern auch zur Gesundheit beitragen. Investieren Sie also in ihr Mindset und das ihrer Spieler. Wir von Die Sportpsychologen helfen Ihnen gern.

Mehr zum Thema:

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Anke Precht: Gelassen powern – das Geheimnis mentaler Energie

Mentale Energie ist unerschöpflich – wenn man weiß, wie man sie stärkt und bei Bedarf abruft. Was Sportler über die Aktivierung von Flow-Zuständen im Wettkampf erreichen, kann auch für andere herausfordernde Aufgaben genutzt werden. 30-90 Minuten.

Zielgruppe

Sportler, Trainer, Sportpsychologen. Mentaltrainer

Inhalt:

Flow, optimale Konzentration, Unterbewusstsein

Buchungsanfrage

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    Dr. Rita Regös: Zum Umgang mit Todesfällen im Sport

    Todesfälle im Sport gehören nicht zum Alltag. Wenn solche Extremsituationen auftreten, – sei es in einem Wettkampf oder im Training, aufgrund eines Unfalls in der Freizeit oder in Folge einer Krankheit – stößt das System Sport an seine Grenzen. Menschliche Grenzen. Dieser Text soll im Umgang mit Todesfällen helfen.

    Zum Thema: Trauerarbeit im Sport

    In der Regel sind unmittelbar negative Reaktionen auf den Tod, also das Empfinden von Trauer, diskutabel und erfahren öffentlichen Ausdruck, auch durchaus ungefilterte Emotionalität. Aber für den Sport gilt ähnlich wie für die Welt außerhalb des Sports: Trauer werden scheinbar Grenzen gesetzt, Betroffenheit wird durch unerklärbare Maßstäben durch Maßeinheiten wie Zeit, Rationalität und Optimismus portioniert. Irgendwann ist genug, wir wollen nicht mehr darüber reden, es uns anhören oder daran erinnert werden, der gesunde Schutzmechanismus schaltet sich ein. Dieses hilft uns, weiter zu gehen, den Sinn und Freude am Leben wiederzuentdecken. Es erinnert uns, dass Gedanken nur Gedanken sind, veränderbar und unter Eigenregie, d.h. es besteht fortwährend die Möglichkeit, einfach nicht mehr daran zu denken. Doch so einfach ist das alles nicht.

    Aus der neuen Trauerforschung wissen wir, die einheitliche Limitierung trügt: Wir erleben Trauer verschieden intensiv, verschieden lang und verarbeiten negative Verlusterfahrungen entsprechend individuell – vor allem absolut losgelöst von der Außenperspektive und somit von den oben genannten Schutzmechanismen anderer aber auch eigener. Das Trauermodell der 1970er Jahre postuliert Trauerphasen: diese können variieren, folgen keiner Reihenfolge, keiner zeitlichen Abfolge oder Zeitangaben. Somit gibt es für Trauer eigentlich keine Gebrauchsanweisung. Einige brauchen etwas länger, bis sie den Verlust realisieren, manche länger, bis ihre heftigen Gefühle, Wut, Zorn Angst einer Akzeptanz weichen und wiederum andere können schnell den Blick in die Zukunft richten. Doch Phasenmodelle suggerieren zwangsläufig eine Notwendigkeit von Abläufen. Interventionen, Therapien und wohlgemeinter Rat lassen nicht lange auf sich warten. Auch der Trauernde denkt irgendwann, jetzt müsste die nächste Phase eintreten oder es stimmt mit einem etwas nicht.

    Dr. Rita Regös

    Sportpsychologin, Mental Trainerin

    Sportarten: Eisschnelllauf, Short Track, Ski Alpin, Snowboard, Eiskunstlauf, Kanuslalom, Judo, Schwimmen, Gras Ski, Pistole, Bogenschießen, u.a.

    Kontakt:

    +43 (0)650 7399721

    r.regoes@die-sportpsychologen.at

    Zur Profilseite: https://www.die-sportpsychologen.de/ritaregoes/

    Neue Forschungsansätze 

    Auch wenn neue Forschungsansätze die Resilienz, als eine Art natürliche Selbstheilung in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken und Trauerbegleitung als Ausnahme titulieren, verunsichert uns nicht nur Trauer oder der Umgang mit trauernden Personen, sondern auch das Thema an sich. Ein üblicher Teufelskreis, der aus einer unbehaglichen Unsicherheit entsteht: Weil wir es nicht thematisieren, wissen wir nicht, wie wir uns verhalten sollen und wenn wir in die Situation geraten, wollen wir es deswegen schnell hinter uns bringen. 

    Dabei bieten einige wenige Gedanken im Vorfeld, Sicherheit für Trainer und der Mannschaft bei und nach Unfällen im Miteinander und auch die Möglichkeit Ereignisse gemeinsam zu verarbeiten. Diese Gedanken sind durchaus pragmatisch, weil dies in der unsicheren Situation eine adäquate Stütze ist aber auch empathisch und verständnisvoll wirkt, weil – weil wir eben unterschiedlich sind. Hier eine Übersicht.

    Akutphase

    • Nach der Erstversorgung bei Unfällen holt man die Mannschaft zusammen, der Trainer gibt klare Informationen über die Geschehnisse – Jeder darf reden! 
    • Wird der Wettkampf fortgesetzt, sorgt er für die Normalisierung des Ablaufs.
    • Im Todesfall wird die Gruppe abgeschirmt, zum Beispiel in der Kabine, und es wird für den sicheren Heimweg oder Fahrt in die Unterkunft gesorgt, bei Minderjährigen Athleten werden die Eltern verständigt. 
    • Die Möglichkeit für Fragen und Reden soll zu jedem Zeitpunkt bestehen.

    Vorbereitung nächster Schritte

    • Nach der Akutphase bzw. bevor die Gruppe auseinander geht, sollte ein erstes Treffen vereinbart werden, um die Möglichkeit zu bieten, die Ereignisse gemeinsam zu besprechen und so ein Stück weit zu verarbeiten. 
    • Bei diesem heißt es erneut: Jeder darf reden und erzählen, muss aber nicht. 
    • Hier bietet sich an, über die Besuchsmöglichkeiten im Krankenhaus oder das Begräbnis zu informieren, oder zu evaluieren, ob die Mannschaft für eine Verabschiedung gemeinsame Pläne hat.

    Die ersten Trainingseinheiten danach…

    • Bei den ersten Trainingseinheiten soll Zeit und Möglichkeit geboten werden, über die Ereignisse und das Befinden der Athleten zu reflektieren, vielleicht über das eigene ebenso. Denn Authentizität ist in unsicheren Situationen eine große Hilfe. Ein kurzes Gespräch vor dem Training reicht aus, um niemanden zu überrollen, in dem zu schnell in den Alltag gewechselt wird. Aber das Training signalisiert auch die Notwendigkeit, Strukturen beizubehalten, den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten.

    Hilfe für Trainer

    • In solchen Ausnahmesituationen ist der Trainer stark gefordert und beansprucht: „Ihr müsst es nicht alleine schaffen“. Holt Euch Unterstützung im Verein oder Verband oder externe professionelle Hilfe, ein Kriseninterventionsteam.
    • Aber vor allem vergisst nicht: Die Verantwortung für eine Gruppe ist kein Schutzschild gegen Verlusterfahrung und  gegen Gefühle – auch Euch steht es zu, mit einer Vertrauensperson zu reflektieren, wie es Euch geht!

    Tragische Ereignisse verschwinden nicht über Nacht, nicht aus dem Gedächtnis und nicht aus Gesprächen. Und, wir alle gehen damit absolut verschieden um!

    Mehr zum Thema:

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    Anke Precht: Perfektionismus im Sport

    Dass es Menschen, die besondere Leistungen erbringen möchten, häufig in den Sport zieht, ist nachvollziehbar. Viele Sportler sind Perfektionisten. Wir wissen von Bobfahrern, die bis ins winzigste Detail an ihrem Material feilen, Hochspringern, die monatelang am perfekten Anlauf arbeiten, Radfahrern, die ihr Material immer wieder optimieren, Fußballern, die ihr Athletiktraining mit Hilfe von immer genaueren Test weiter perfektionieren. Das ist gut. Aber was ist, wenn Rückschläge und Negativerlebnisse kommen? Damit müssen Perfektionisten umgehen lernen, um nicht in einem Teufelskreis zu landen.

    Zum Thema: Umgang mit Perfektionisten im Sport

    Perfektionistisches Verhalten führt zu immer neuen Höchstleistungen und hilft, immer höhere Ziele zu erreichen. Perfektionisten bleiben nach einem Erfolg nicht zufrieden stehen, sondern loten aus, ob noch mehr geht. Vorausgesetzt, die entsprechenden Sportler sind in der Lage, sich mit der Tatsache, dass sie die Ziele noch nicht erreicht haben, positiv auseinanderzusetzen. Im Ergebnis werden so Rekorde geknackt und bisher unerreichbar Geglaubtes erreicht. 

    Perfektionismus ist per se weder gut noch schlecht. Entscheidend ist die Frage, wie mit Fehlern, Misserfolgen oder Rückschlägen umgegangen wird. Im positiven Fall werden perfektionistische Sportler weit kommen.

    Die Kehrseite des Perfektionismus

    Wer sich am Optimum orientiert, kann extrem selbstkritisch sein. Er sieht bei sich selbst Fehler, die anderen vielleicht gar nicht auffallen – oder die, die andere anders bewerten. Der Angriff im Volleyball bleibt im gegnerischen Block hängen? Während sich mancher Spieler sagen würde, dass das gegen den besten Mittelblocker der Liga schon mal passiert, sucht der Perfektionist nach Wegen, wie er hätte punkten müssen (wäre er nur gut genug gewesen). Während das auf der einen Seite zu noch präziserem Training führen kann (was gut ist), erleben in genau diesen Momenten viele Sportler die Schattenseite ihres Perfektionismus mit Wucht. Nämlich in Form von Selbstvorwürfen, die neben einer kognitiv-verbalen Ebene („Das hätte ein Punkt sein müssen!“, „Wieso schaffe ich das immer noch nicht?“, „Mist, schon wieder!“, „Der nächste muss klappen!“) immer auch eine emotionale Komponente haben. Ärger, Frust, manchmal gar Selbsthass, Scham oder auch Schuldgefühle können auftauchen und wirken sich sofort auf die Leistung aus. 

    Während sich nach außen gerichteter Ärger im Sport gut häufig kanalisieren und in Angriffsenergie oder Ehrgeiz umwandeln lässt, führt Ärger gegen die eigene Person immer zu einer Schwächung, die sich ganz häufig schnell in einer verminderten Leistung und höherer Fehlerwahrscheinlichkeit niederschlägt. Also genau in dem, was der perfektionistische Sportler ja gerade zu verhindern versucht. Ein Teufelskreis, den es möglichst schnell zu durchbrechen gilt, wenn sich Sportler nicht blockieren möchten.

    Wie können Trainer stärkend mit perfektionistischen Sportlern umgehen?

    Da Perfektionisten sich vor allem auf das konzentrieren, was nicht funktioniert hat, sehen sie seltener als andere, was sie bereits erreicht haben. Eine Verbesserung ist nichts, worauf man stolz sein kann, sondern nur ein Schritt auf dem Weg zu einem größeren Ziel (das nie erreicht wird). 

    Perfektionistische Sportler brauchen daher klares Feedback, was ihre positiven Leistungen angeht. Weil Stolz auf bereits Erreichtes emotional viel mehr stärkt als frustrierte Selbstkritik und damit auch eine bessere Basis für neues Lernen legt, müssen Trainer diesen Sportlern immer wieder klar sagen, wo sie sich in der letzten Zeit verbessert haben und was gut war. Erst dann gilt es den nächsten Schritt zu besprechen, um noch besser zu werden.

    Fokus auf die Stärken legen

    Außerdem ist es hilfreich, klare und realistische Teilziele vorzugeben, an denen Fortschritte (!) erkennbar werden. Diese sollten nicht nur im athletischen oder technischen Bereich liegen, sondern auch im mentalen: Nach einem Wettkampf schneller abschalten, Erfolge und positive Entwicklungen schriftlich festhalten (um sie nach und nach mehr wertzuschätzen), sich Feedback von anderen einzuholen für eine realistischere Sicht oder auch Gelassenheit trainieren, wenn zu viel Spannung aufgebaut wird. Hierbei können die Fachleute von Die Sportpsychologen (zur Übersicht; zum Profil von Anke Precht) helfen. 

    Macht sich ein perfektionistischer Sportler nach einem guten Training oder einem gelungenen Wettkampf selbst fertig (weil er noch etwas hätte besser machen können), sollte ihn sein Trainer zuerst auf seine Stärken und das Gelungene aufmerksam machen und gemeinsam mit dem Sportler trainieren, auch diese Seite der Medaille zu sehen und wertzuschätzen. Und dann ans Verbessern gehen.

    Was sollten Sportler tun, die perfektionistisch sind?

    Erst einmal froh sein. Perfektionismus hat viele gute Seiten. Sie können sicher sein, dass sie immer ausreichend selbstkritisch sind und getrieben von der Motivation, sich weiter zu verbessern. Zusammen mit einem Groth-Mindset, also dem Wunsch nach ständigem Wachstum, gepaart mit der Einsicht, dass es normal ist, noch nicht alles zu können und dass manches Zeit braucht, können diese Sportler Grenzen sprengen. 

    Lähmt der Perfektionismus emotional, hilft sportpsychologische Arbeit. 

    Konkrete Methoden für Perfektionisten 

    Positive Selbstansprachen sind hilfreich, Erfolgstagebücher, sowie das Erarbeiten von realistischen Zielen und Teilzielen und einem gesünderen Umgang mit Fehlern und Misserfolgen. Die belastenden Emotionen sollten in diesem Prozess verändert werden, damit Energie frei wird für Training und den Abruf der möglichen Leistung, anstatt in Angst vor weitere Fehlern zu fließen. Dafür gibt es ganz vielfältige Methoden, die Emotionen direkt beeinflussen können. In Gesprächen ist es hilfreich, die Erfahrungen neu zu bewerten und andere Sichtweisen einzunehmen um zu verstehen, dass sich Verbesserungsbedarf unterschiedlich interpretieren und nutzen lassen kann. 

    Anke Precht

    Diplom-Psychologin/Sportmentaltrainerin

    Sportarten: Volleyball, Fußball, Reitsport, Kickboxen, Taekwondo, Bogenschießen, MTB, Rasenkraftsport, Golf, Tennis, Marathon

    Kontakt:

    +49 (0)163 9215649

    a.precht@die-sportpsychologen.de

    Zur Profilseite: https://www.die-sportpsychologen.de/ankeprecht/

    Zu insgesamt mehr Gelassenheit führt regelmäßige Meditation. Sie hilft beim Fokussieren und führt bereits nach wenigen Wochen Übungszeit zu einer Reduktion negativer Gefühle. Sportpsychologen kennen Anleitungen zum selbstständigen Meditieren, zum Beispiel in Form einer Atemmeditation. Außerdem sind geleitete Meditationen mit Hilfe von Apps erhältlich, zum Beispiel Insight, sowie für die Technikfreaks Meditationssysteme, die zusätzlich zur Anleitung Biofeedback oder Neurofeedback nutzen, zum Beispiel das System von Muse. 

    Die Fachleute von Die Sportpsychologen (zur Übersicht; zum Profil von Anke Precht) können konkret und individuell weiterhelfen.

    Mehr zum Thema:

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    Dr. Christian Reinhardt: Druck ist ein Privileg!

    Wenn man nach der Spitze greift, sollte man mit Druck rechnen. Druck, den man nutzen kann.

    Dr. Christian Reinhardt

    Zielgruppe

    Sportler, Trainer, Funktionäre, Manager, Journalisten, Sportpsychologen, Mentaltrainer, Schiedsrichter

    Inhalt:

    Workshop

    Buchungsanfrage

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      Cristina Baldasarre: Vom Sport lernen – Entspannung im Schulalltag

      Kinder und Lehrer sind im Schulalltag stark gefordert. Hier lernen Sie am Beispiel von Sportlern, die Grundlagen der Progressiven Muskelentspannung PMR kennen, sowie weitere Übungen, um ruhiger und stressfreier den Schulalltag meistern zu können.

      Cristina Baldasarre

      Zielgruppe

      Lehrer, Schüler, Sportler, Trainer, Funktionäre, Eltern

      Inhalt:

      Grundlagen der Progressiven Muskelentspannung PMR, Übungen

      Buchungsanfrage

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        Lena Malkus: Ich würde mir für Trainer längere Arbeitsverträge und mehr Gehalt wünschen

        In ihrer sportlichen Karriere war Lena Malkus ein großes deutsches Weitsprungtalent. Bei den Olympischen Jugendspielen 2010 und den U23 Europameisterschaften 2013 gewann sie jeweils Gold. Die Spikes hat sie erst kürzlich an den Nagel gehängt, um sich nun auf ihre berufliche Laufbahn zu konzentrieren. Im Fokus der Psychologie-Studentin, die zukünftig gern als Sportpsychologin tätig sein will, steht ihre Masterarbeit zum Thema Work-Life-Balance bei Trainern. 

        Lena Malkus, inwiefern war das Thema Work-Life Balance bei Trainern für dich als Leistungssportlerin schon ein Thema? Hast du unter der Belastung deiner Trainer gelitten?

        Als wir in der Uni für das Thema sensibilisiert wurden, habe ich sofort an meine Trainer gedacht. Dabei ist mir erst einmal richtig bewusst geworden, wie viele Stunden Trainer/innen überhaupt arbeiten und wie sie selten sie Zeit für ihre eigene Freizeit haben. Natürlich haben wir als Athleten bemerkt, wenn es mal stressigere Tage oder belastende Phasen gab, aber darunter gelitten haben wir nicht. Ganz im Gegenteil, ich wusste, dass meine Trainerin immer ein offenes Ohr für mich hat und ich sie fast immer erreichen kann. 

        Was sind Faktoren, die das Trainerleben besonders stressig machen?

        Ich empfinde es als Zusammenspiel aus mehreren Faktoren, da der Trainerjob sehr umfangreich ist. Auf der einen Seite der Alltag, in dem es selten feste Arbeitszeiten gibt, die ständige Erreichbarkeit durch Athleten, Eltern, Trainerkollegen, Presse, etc., sowie das viele Reisen und Arbeiten am Wochenende. Auf der anderen Seite auch kognitive Faktoren, dass heißt unter enormen Erfolgsdruck zu stehen, den Erwartungen vieler Parteien gerecht zu werden und oft nur befristete Arbeitsverträge zu haben. 

        Siehst du, auch aus deiner persönlichen Erfahrung, eine besondere Situation in Deutschland? Oder anders gefragt: Machen es andere Länder besser und wenn ja, wie?

        Um ehrlich zu sein, habe ich zu wenig mitbekommen, wie genau es in anderen Ländern abläuft, um mir darüber ein Urteil bilden zu können. Aber ich würde mir für Deutschland wünschen, dass ein Umdenken stattfindet und Trainerjobs besser honoriert und bezahlt werden und vor allem langfristige Arbeitsverträge geschaffen werden. 

        Studienteilnehmer gesucht

        Liebe Trainer,

        unterstützt Lena Malkus bitte, indem ihr an ihrer Befragung teilnehmt und die Umfrage unter euren Trainerkollegen- und kolleginnen teilt. Danke!  

        Link zur Teilnahme: https://www.unipark.de/uc/Work_life_balance_Deutsch_WS17/e109/

        Was versprichst du dir von deiner Studie?

        Ganz allgemein möchte ich die Trainer und ihr Umfeld für das Thema Work-Life Balance sensibilisieren und ihnen einige Tipps mit auf den Weg geben. Darüber hinaus wäre es natürlich wünschenswert, wenn man anhand von Zahlen und Fakten belegen kann, dass gewisse Strategien dabei helfen können, die Erholung und das Wohlbefinden der Trainer zu verbessern. 

        Wann ist mit Studienergebnissen zu rechnen? Und in welcher Form hoffst du, dass die Studie etwas verändern kann?

        Es hängt etwas davon ab, wann ich genügend Teilnehmer zusammen habe, damit ich mit der Auswertung und Berechnung beginnen kann. Ich hoffe allerdings spätestens im April oder Mai die Ergebnisse vorliegen zu haben. 

        Mir ist natürlich klar, dass ich mit dieser Studie allein nicht die Sportwelt komplett verändern kann. Aber ich hoffe, dass sich zumindest ein paar mehr Menschen mit dem Thema auseinandersetzen und die teilnehmenden Trainer etwas für sich und ihren Alltag mitnehmen können.

        Mehr zum Thema:

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        Stephan Brauner: Wie Freizeitsportler ihre guten Vorsätze wiederbeleben können

        Erinnert sich noch jemand an Silvester und die „Guten Vorsätze“? Sind die Vorsätze noch aktuell und handlungsleitend? Was hattest du dir vorgenommen? Mit über 50% ist übrigens der Vorsatz „mehr Sport“ weiterhin in Führung. ​Bist du noch dabei? Herzlichen Glückwunsch, wenn das so ist. Als kleiner Trost für alle anderen: Du bist nicht allein. Die große Mehrheit hat ihre Vorsätze schon wieder still und heimlich vergessen oder – schlimmer noch – frustriert aufgegeben.

        Zum Thema: Praktische Hilfe, um sportliche Vorsätze für das neues Jahr zu halten

        Dass sich gute Vorsätze allzu schnell in Luft auslösen,  ist einerseits gar nicht schlimm und es gibt ja oft auch gute Gründe. Andererseits kann das auch am Selbstbewusstsein kratzen. Unsere Selbstwirksamkeit leidet. Jeder Vorsatz, den du nicht erreichst, liefert deinem Unbewussten die Botschaft, dass du es ohnehin nicht schaffst und es nicht hinbekommst. Im Ergebnis kann dies bedeuten, dass du dich langfristig nicht mehr auf dich verlassen kannst. Daraus resultiert Stress.

        Wir könnten jetzt über Vorsätze und Ziele sprechen. Über psychologische Theorien und praktische Erfahrungen zum „richtigen“ Setzen von Zielen. Ich möchte allerdings an dieser Stelle mal eine Alternative anbieten. Eine Reflexion des vergangenen Jahres. Dazu kannst du allein oder gern auch zu zweit im Dialog die folgenden Fragen durchgehen.

        Deine Fragen, deine Antworten

        • Was hat dich im letzten Jahr besonders interessiert?
        • Was war dein größter Erfolg? Was und warum? (War es ein stiller Erfolg oder war er für alle sichtbar? War es ein Sieg über den Inneren Schweinehund?)
        • Was hast du im letzten Jahr Neues gelernt?
        • Worin hast du dich getäuscht? Wo hast du deine Meinung geändert?
        • Welche albernen Dinge tust du – auch wenn du weißt, dass sie albern oder vielleicht sinnlos sind?
        • Wer war mein wunderbarster Unterstützer? Auch hier gelten kleine und große Dinge aus Berufs-, (Sport-) und Privatleben.
        • Was war meine schönste Aufgabe? Vielleicht eine besonders große Aufgabe, vielleicht hat sie am meisten Spaß gemacht, vielleicht hast du deine Stärken besonders nutzten können oder du hast besonders viel Neues gelernt.
        • Tollste Kooperation Du hast beruflich oder privat ein Projekt gemeinsam durchgezogen. Du hast wunderbar mit einem oder mit mehreren zusammengearbeitet? Was war an der Kooperation so herausragend – das muss nicht immer das Ergebnis sein.
        • Interessantester neue Kontakt Wen hast du kennengelernt, den du ganz spannend findest. Warum ist diese Person so interessant für dich?
        • Bester Tipp Was war der beste Tipp oder Hinweis, den du im letzten Jahr bekommen oder irgendwo gelesen hast? Und warum ist der so gut für dich?

        Ich wünsche dir viel Spaß und interessante Gedanken beim Reflektieren. Wenn du möchtest, dann teile doch gerne eine oder auch mehrere deiner Antworten. Wenn du auf deinem Weg im Jahr 2020 die Sportpsychologie intensiver nutzen willst, nimm gern Kontakt zu meinen Kollegen im Experten-Netzwerk (zur Übersicht) oder zu mir (zum Profil von Stephan Brauner) auf. Wir helfen gern, egal ob du Top-Sportler, Trainer, Elternteil, Freund und Berater oder eben Freizeitsportler bist.

        Stephan Brauner

        Sportpsychologe aus Bergisch Gladbach

        Sportarten: Volleyball, Beachvolleyball, Tennis, Fußball, Golf

        Kontakt:

        +49 (0)2204 5049280

        +49 (0)172 6964039

        E-Mail:
        s.brauner@die-sportpsychologen.de

        Zur Profilseite: https://www.die-sportpsychologen.de/stephan-brauner/

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