Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist erstmalig bei einer Weltmeisterschaft in der Vorrunde ausgeschieden. Wir haben die erfreulich offenen Aussagen von Spielern, dem Bundestrainer und TV-Experten nach der Niederlage zusammengefasst, um den Eindruck nach dem historischen WM-Aus einzufangen. Deutlich wurde, wie häufig auch in der tv-medialen Auswertung sportpsychologische Aspekte diskutiert werden. 
Toni Kroos gab uns im Spiele gegen Schweden eine herausragende Vorlage gab: Denn warum ließ sich der dreifache Champions League-Sieger von Real Madrid so auffällig viel Zeit vor der Ausführung des Freistosses?
Als am Freitagabend Serbien gegen die Schweiz spielte, war einer dieser Konflikte im Stadion deutlich zu spüren. Da bei der Schweiz, unter anderem mit Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri, Spieler mit kosovarischen Wurzeln spielen, hatten die serbischen Fans schnell diese zentralen Akteure als Feindbilder ausgemacht. Bei jedem Ballbesitz wurden die beiden Spieler, deren Familien während des Bürgerkriegs in die Schweiz geflüchtet waren, von den serbischen Fans ausgepfiffen.
Die mögliche Ursache ist die Fokussierung auf den Misserfolg und der negative Affekt, welchen den Zugang zu den eigenen Stärken blockiert. Lösungorientiertes, passischeres und schnelles Spiel waren Mangelware in der Begegnung. Hier ist Jogi Löw gefragt. Hilfreich ist das Abrufen einer erfolgreichen Situtionen (Imagination). Zudem kann Löw die Spieler bei der Ehre packen und gezielte Rückmeldung auf eine positive Körpersprache (Embodiment) nehmen. Was macht uns aus und wie viel haben wir dafür gegeben - ggf. kann er Bezug auch auf Situationen aus dem Trainingslager nehmen. Hier scheint der Solgan "Best NeVer rest" ideal zu sein. Sicher wurde dieser Spruch mit Inhalten aus der Manschaft gefüllt, welche es zu mobilisieren gilt.
Der Fokus liegt bei der Gruppensupervision klar auf den mentalen Techniken; klassischer Weise das Aufgabengebiet der Mentaltrainer. Meines Erachtens ist ein grosser Vorteil dieser Gruppe, dass die sportpsychologischen Interventionen, Techniken und Tools bereits gut bekannt sind und vorausgesetzt werden können. Darauf aufbauend wird eine individualisierte und fallspezifische Anwendung erst möglich. Kreativität, Erfahrung und Offenheit für Neues sind dabei die treibenden Merkmale, die Diskussionen und Findungsprozesse für neue Lösungen antreiben.
Aus den Herausforderungen dieser Sportart ergeben sich also viele klassische Ansatzpunkte für sportpsychologisches Mentaltraining – und immer mehr Privatpersonen (auch ohne Vereinsanbindung oder Wettkampfambitionen) suchen bei mir Unterstützung.
Diese Bilder werden im Jahresrückblick 2018 nicht fehlen. Ein leidender Loris Karius, der sich bei den Fans seines FC Liverpool für seine Fehler entschuldigt. Das Endspiel der Champions League zwischen Liverpool und Real Madrid war erst einige Minuten Sporthistorie, da sprach Oliver Kahn im ZDF aus Erfahrung. Er erklärte nach dem Finale, welches die Spanier mit 3:1 für sich entscheiden konnten, wie...
Überraschenderweise hat das Mertesacker-Interview hier kaum hohe Wellen geschlagen. Natürlich ist der Leistungsdruck an der absoluten sportlichen Spitze also in einer internationalen Topmannschaft noch einmal deutlich höher als beispielsweise in der österreichischen Bundesliga.
Ich vermute, dass viele Vereinsvertreter und Trainer nicht genau wissen, was mit der Sportpsychologie alles erreicht werden kann und welche Chancen sie ihnen bietet. Ein weiteres großes Problem liegt wahrscheinlich immer noch in dem Glauben, dass jeder Fußballspieler, der einen Psychologen besucht, vergleichsweise verrückt sei und große psychische Probleme hat. Wir von YouSports sehen für den Fußball noch unglaubliches Entwicklungspotenzial und daher eine unglaublich spannende Phase an der wir beteiligt sein dürfen.
Immer häufiger stoßen Sportpsychologen in den vergangenen Monaten auf Stellenausschreibungen von Profi-Vereinen hinsichtlich freier Posten in den Nachwuchsleistungszentren. Dazu bekennen sich Profis immer häufiger zur Zusammenarbeit mit Sportpsychologen oder Mentaltrainern. Und nehmen wir dann die Diskussionen rund um die Äußerungen von Fußball-Weltmeister Per Mertesacker im Spiegel dazu, ließe sich fast ein Boom der Sportpsychologie im Profi-Fußball vermuten? Nicht ganz so rosarot...

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