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Julia Cetin: “Ich habe das Gefühl, in der Sportpsychologie angekommen zu sein”

Julia Cetin: “Ich habe das Gefühl, in der Sportpsychologie angekommen zu sein”

Mit Julia Cetin begrüßen wir bei Die Sportpsychologen ein weiteres neues Gesicht. Julia hat einen spannenden Weg hinter sich, der sie in die Türkei und über die Ziellinie des New York Marathons führte. Im Interview mit Mathias Liebing, Redaktionsleiter des Netzwerks, gibt sie einige Einblicke. 

Julia, 2018 hast du erstmals an einem Laufwettbewerb teilgenommen. Damals über 5 Kilometer. Nur vier Jahre später hast du den New York Marathon gefinished. Was bedeutet diese Reise für dich und deine Arbeit?

Manchmal bin ich gerne verrückt und gehe nicht den „Standardweg“. Die Reise von 5 auf 42 Kilometer war für mich unglaublich lehrreich. Ich glaube, vor allem habe ich mich selbst auf diesem Weg gefunden. Ich bin eine sogenannte Laufschnecke und habe viele, viele Stunden mit langen, langsamen Läufen verbracht. Dabei hatte ich eine Menge Zeit, nicht nur über mich nachzudenken, sondern auch über meine Zukunft. In meiner Marathonvorbereitung bin ich mit dem Thema Mentaltraining in Berührung gekommen und habe mich dazu fortgebildet. Ich hatte viel Zeit, einiges an Methoden und Techniken an mir selbst zu testen. Das hat mir so viel Freude gemacht, dass ich auch anderen helfen wollte, diesen Weg zu gehen. 

Der Weg zum Erfolg war für mich voller Höher und Tiefen und teilweise bin ich sehr tief gefallen. Mit dem Wissen, das ich heute habe, könnte ich das vermutlich größtenteils verhindern. Aber zum Glück war das Hoch am Ende jedes Tief wert.

Julia Cetin

In den vergangenen Jahren hast du in der Türkei gelebt. Wie steht es in der Türkei um die Sportpsychologie und inwiefern hat dich die Zeit inspiriert oder bereichert? 

Die Psychologie außerhalb der klinischen Psychologie ist da, wo ich gewohnt habe, noch in den Babyschuhen. Unter dem Begriff der Sportpsychologie kann sich noch kaum jemand etwas vorstellen. Immerhin haben die vor Ort für Olympia trainierenden Tennisspieler online sportpsychologische Hilfe, denn vor Ort, einer Stadt mit ca. 2 Mio. Einwohnern gibt es leider noch keinen Sportpsychologen. Ich hatte vor, die erste zu werden, doch mein Weg hat mich aus verschiedenen Gründen zurück nach Deutschland geführt.

Die letzten acht Jahre in der Türkei haben mich gelehrt, weltoffener zu sein, mehr Verständnis zu haben für alles, was „anders“ ist als das, was ich kenne. Ich denke, dass oft nicht nur die Sprache, sondern die kulturellen Unterschiede zu großen Missverständnissen führen. Es gibt so viele ungeschriebene Regeln, die man nicht kennt und auch kaum irgendwo nachlesen kann. Oft erfordert es eine Menge Geduld, „Aufklärungsarbeit“ zu leisten, auf verschiedensten Ebenen.

Bereichert in dieser Zeit haben mich vor allem das ständige Verlassen meiner eigenen Komfortzone. Egal ob kulinarisch, sportlich oder kulturell, ich musste so unendlich oft etwas Neues ausprobieren oder neue Wege finden, dass ich daran nur wachsen konnte, als Mensch und als Psychologin.

Was begeistert dich an der Sportpsychologie und was hast du für Pläne in der Sportpsychologie? Wie soll dir das Netzwerk Die Sportpsychologen dabei helfen.

Nachdem für mich die Sportpsychologie lange Zeit nicht existent war, der Sport aber immer Teil von mir war, habe ich jetzt das Gefühl, endlich angekommen zu sein. In einem so abwechslungsreichen und spannenden Feld zu arbeiten, habe ich mir immer gewünscht. 

Mir macht es riesig Spaß, momentan mit so verschiedenen Menschen an so verschiedenen Stellen in ihrem Leben arbeiten zu dürfen. Von der 13-jährigen Schülerin, über Mitte 50er Hobbysportlerin bis zur 26-jährigen Profisportlerin ist alles dabei. Es ist so erfüllend, hier jeweils ein kleines Stück des Weges dabei sein zu dürfen. 

Ich erhoffe mir durch das Netzwerk Die Sportpsychologen vor allem kollegialen Austausch und gegenseitige Unterstützung, den jeder von uns hat seine eigenen Stärken und ich glaube nicht daran, dass wir auf dem Markt Konkurrenten sein sollten, sondern nur voneinander profitieren können und das auch nutzen sollten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

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Kathrin Seufert: Löst du noch Probleme oder verhinderst du sie schon? 

Wenn ich Statistik darüber führen würde, mit welchen Anliegen Personen an mich herantreten, um mit mir als Sportpsychologin zu arbeiten, muss ich konstatieren, dass es doch zu 99% der Fall ist, das etwas aktuell nicht gut gelingt, Ziele nicht erreicht werden oder ein Unwohlsein vorherrscht. 

Mein Wunsch wäre, dass es noch einen anderen Grund gebe.

Zum Thema: Mentale Stärke im Sport

Warum gelingt es uns in der Sportpsychologie noch nicht zu erklären, dass sich mit unserer Hilfe eine Stärke aufbauen lässt, die verhindert, dass bestimmte Probleme überhaupt erst aufkommen? Oder anders formuliert: Ich stelle mir die Frage, warum die psychische Gesundheit und die mentale Stärke noch nicht so präventiv angegangen wird, wie es längst wie selbstverständlich mit der körperlichen Gesundheit gehandhabt wird? Sportler nutzen die Ernährung, Rehabilitationsmaßnahmen und Schlafprotokolle, um bestmöglich mit der Anstrengung umzugehen. Vor dem Spiel oder vor dem Wettkampf wird sich erwärmt, gedehnt und aktiviert. Es wird alles getan, dass es läuft wie geschmiert.

Der Kopf unter dem Radar 

Doch in den Gesprächen mit den Athletinnen und Athleten erfahre ich häufig, dass keine mentale Vorbereitung durchgeführt wird. Ich frage mich daher, woran das liegt, dass so ein wichtiger Bereich wie der Bereich zwischen den Ohren immer noch so unter dem Radar läuft?! Vielleicht tut es das auch gar nicht so sehr, wie ich es wahrgenommen habe… Möglich, aber meine Erfahrungen mit Sportlerinnen und Sportlern und Mannschaften zeigen mir eben ein anderes Bild.

Sportpsychologische Unterstützung wird in den meisten Fällen erst dann konsultiert, wenn etwas „nicht läuft“. Wenn ich mich zurücklehnen würde, könnte ich froh und dankbar sein, dass die Sportpsychologie als Dienstleistung zumindest mittlerweile als gängige Lösung gehandelt wird. Aber das Thema lässt mich nicht los. 

Sportpsychologisches Training gehört in den Alltag

Wieso sind so wenige Menschen bereit, sich präventiv mit der mentalen Stärke auseinanderzusetzen und in ihr Training einzubauen? Aus meiner Sicht sollte sportpsychologisches Training Teil des wöchentlichen Trainingsplans sein. Nur wer etwas nachhaltig trainiert, wird Erfolge ernten können. Beim körperlichen Training stimmt einem da jeder zu, doch bei der Sportpsychologie ist das noch nicht so etabliert. Was können wir ändern und besser machen? Sicher können wir aus anderen Bereichen lernen.

Ich denke, dass es hilfreich ist, die Sportlerinnen und Sportler dabei zu unterstützen, dass sie auch beim sportpsychologischen Training ihre Effekte transparent machen können. Muskelzuwachs, bessere Werte bei Geschwindigkeit oder Reaktion, Fettanteil, Flexibilität… alles Dinge, die leicht messbar sind. Dinge, die über Fitnessuhren, diverse Tracker oder Trainingsauswertungen auf anderen Ebenen etabliert sind und uns mit unserer Disziplin vor eine Aufgabe stellen. Ich als Sportpsychologin versuche, die Fortschritte des mentalen Trainings sichtbar zu machen, um hier Motivation für den Weg zu generieren und auch Sicherheit zu erzeugen. Denn wenn man sich des Könnens bewusst ist, kann man es sinnvoll einsetzen, wenn es nötig ist. 

Unser Auftrag 

Aus meiner Sicht müssen wir noch mehr zeigen, was die Sportpsychologie leisten kann. Es muss noch mehr in die Sportwelt getragen werden, welche Effekte erzielt werden können. Neben der häufig gewünschten Leistungssteigerung sollten wir deutlicher machen, dass es auch darum geht, eine Wohlbefindenssteigerung zu erzielen, die im Anschluss auch zu einer verbesserten Leistung oder besseren Beziehung im Team führen kann. Wir müssen für mehr Raum für Präventionsarbeit kämpfen. Nicht zuletzt, weil die psychische Gesundheit ein wichtiger Baustein für jeden Menschen ist. Und auch weil psychische Krankheiten als Teil der Gesellschaft auch nicht vor der Gruppe der Sportler halt machen, müssen wir unser Augenmerk vermehrt darauf richten. 

Schaut gemeinsam mit den Aktiven, wie es möglich ist, Sportpsychologie in ihre Trainingswochen zu integrieren, ohne sie zu überlasten. Die Freiwilligkeit und intrinsische Motivation für das Feld sollte genauso vorausgesetzt sein. In meiner Arbeit stelle ich zunehmend fest, dass Sportlerinnen und Sportler, die mit einem Anliegen den Kontakt aufsuchen, häufig im Anschluss in die präventive Arbeit übergehen wollen. Ich werte das als sehr gutes Zeichen. Lasst uns gemeinsam schauen, dass wir der Prävention und unserer ganzheitlichen Arbeit mehr Platz geben, um gesunde und mental fitte Sportlerinnen und Sportler zu haben, die für ihre Ziele und Träume arbeiten und kämpfen. TAG FÜR TAG!

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Marcus Mühlberger: “Spanien hat eine Vorbildrolle inne, sportpsychologisch im Team zu arbeiten”

Die Abschlussurkunde seines Master-Studienganges hat Marcus Mühlberger auf dem Rasen des Stadions Santiago Bernabeu bekommen. Zurück in Deutschland will der neue Profilinhaber von Die Sportpsychologen in und mit unserem Netzwerk durchstarten. Mit Mathias Liebing, dem Redaktionsleiter von Die Sportpsychologen, hat er die Zeit gefunden, über seine Ausbildung, seine Ansichten, seine Leidenschaft und seine Ziele zu sprechen. 

Marcus, kürzlich warst du in Madrid, wo du einen Masterabschluss gemacht hast. Die Rede ist von einem Studiengang, der eng an Real Madrid gekoppelt ist. Was hast du dort erlebt und inwiefern tickt die Sportpsychologie in Spanien anders?

Das Master-Studium in Psicologia Deportiva, zu Deutsch Sportpsychologie, war eine unglaubliche Erfahrung und die Erfüllung mehrerer Träume zugleich. So muss ich natürlich gleich das absolute Highlight dieses Studiums erwähnen, die Abschlusszeremonie und die Feierlichkeiten inmitten des Stadions Santiago Bernabeu in Madrid, an der große Persönlichkeiten teilnahmen, um uns Absolventen zu beglückwünschen. Allen voran natürlich der Präsident von Real Madrid, Florentino Perez oder auch der CEO von Adidas, Björn Gulden neben vielen weiteren Funktionären, Professoren und Doktoren der Uni Madrid. 

Audimax mal anders

Man kann es nicht anders sagen, da hat man einfach nur Gänsehaut, wenn man dieses Stadion betritt. Zeitgleich macht es mich natürlich unglaublich stolz, meine „akademische Reise“ genau da zu krönen, wo sich sonst das Who is Who des europäischen Fußballs die Klinke in die Hand gibt. Aber auch die jährlich stattfindende White Week von Real Madrid, der Austausch mit dem medizinischen Stab, den Physios und Athletiktrainern in regelmäßigen Q&A Sessions, sowie natürlich die umfassenden Lerneinheiten mit unseren Professoren und Dozenten waren unvergleichlich. Und dann wirst du noch zu Beginn des Studiums von Carlos Ancelotti begrüßt, dessen Worten man natürlich besondere Aufmerksamkeit schenkt. Zu guter Letzt muss natürlich der Campus der Universität erwähnt werden, sowohl in Villaviciosa de Odon als auch in Alcobendas, im Norden von Madrid. Alles in allem habe ich eine unvergessliche Zeit erlebt, tolle Menschen kennengelernt und natürlich den Master in Sportpsychologie erreicht. 

Und zum zweiten Teil deiner Frage: Ich glaube, dass die in den vergangenen Jahrzehnten von außergewöhnlichen Menschen erstellten sportpsychologischen Konzepte, Modelle und Erklärungsansätze einen gewissen universellen Wert besitzen. Und sowohl bei Sportlern in Spanien als auch in Deutschland und an vielen anderen Orten der Welt Anwendung finden. Deshalb tickt die Sportpsychologie dort erstmal nicht grundsätzlich anders. Möglicherweise anders ist, dass in vielen Vereinen in Spanien, unabhängig von der Sportart, sehr viel Wert darauf gelegt wird, dass mehrere Sportpsychologen zeitgleich in einem Team mit Spielern, Trainern und dem Management sowie Funktionären arbeiten und so die Möglichkeit haben sich ad-hoc auszutauschen, um bestmögliche sportpsychologische Strategien und Interventionen zu entwickeln. Diese Multiperspektivität wurde uns natürlich auch in der universitären Ausbildung vermittelt. Insofern finde ich es toll, dass ich dies im Kreise von Die Sportpsychologen so gleich mit einbringen kann, wo vergleichbar gearbeitet wird.

Du bringst eine beeindruckende Ausbildungvielfalt mit. Von der Sportpsychologie, über angewandte Neurowissenschaften bis hin zur klinischen Psychologie. Welche Rolle spielt in deiner Arbeit aber die Liebe zum Sport? Wofür brennt dein Sportlerherz?

Sport spielt schon immer eine sehr zentrale Rolle für mich. Die Möglichkeit, aus unterschiedlichen Perspektiven in die Welt der Bewegung einzutauchen, finde ich sehr spannend. Das Leben ist Bewegung und die Menschen, mit denen man tagtäglich arbeitet, haben bewegte Leben (meines natürlich eingeschlossen). Sport und Bewegung sind inspirierende und motivierende Energiequellen für mich. 

Marcus Mühlberger während der Abschlussveranstaltung in Madrid

Mein Sportlerherz schlägt für Underdog- und Erfolgsgeschichten, beispielsweise die eindrucksvoll gewonnene deutsche Meisterschaft von Bayer Leverkusen in diesem Jahr, für faszinierende Fan-Choreografien, die Menschen zusammenbringen, man denke nur an die EM im Sommer und die holländischen „nach-links-nach-rechts-Sprünge“ in den Straßen von Hamburg oder Leipzig, aber auch für die beeindruckende Biomechanik, die physikalische Grenzen überwindet, wie es beispielsweise im Skispringen zu sehen ist.

Ich bin begeistert von der Ästhetik im Sport, sei es die unvergleichliche Präzision der Pässe von Toni Kroos oder die über 40 Yards langen Würfe eines Quarterbacks, die diesen besonderen Wow-Effekt hervorrufen.

Gleichzeitig brennt mein Herz auch für die Spielintelligenz von Athleten, die die Dynamik des Spiels antizipieren und auf dieser Grundlage entscheidende Entscheidungen treffen, um Spielsituationen erfolgreich zu meistern. All diese Aspekte beginnen im Kopf der Athleten und sind für mich das Ergebnis komplexer neuronaler Prozesse. Vom ersten Planungsimpuls bis zur präzisen Ausführung der Bewegungsmuster – alles spielt eine Rolle. Hinzu kommen Faktoren wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Emotionen, die einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg des Sportlers leisten. Die Vielzahl an Variablen im Sport eröffnet ständig neue, spannende Perspektiven, die meine Leidenschaft für diese Disziplin noch lange anfeuern.

Seit einigen Wochen bist du Teil von Die Sportpsychologen. Wie sind deine Eindrücke vom Netzwerk und wie willst du dich persönlich einbringen?

Ich konnte bereits mit einigen Sportpsychologen des Netzwerks in Kontakt treten und habe eine tolle Hilfsbereitschaft und guten Austausch wahrnehmen können, wofür ich sehr dankbar bin. Es hat mir ein gutes Gefühl vermittelt, bei den erfahrenen Kollegen um Rat zu fragen (auch spontan per Telefon). Sehr interessant und wertvoll fand ich die Supervision unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Stoll. 

Hier könnte und würde ich mich gerne ins Netzwerk einbringen und mögliche Fallbearbeitungen im Rahmen einer kollegialen Fallberatung initiieren. Auch die Erarbeitung gemeinsamer Workshops bis zur Durchführung kann ich mir gut mit den Kollegen vorstellen. Darüber hinaus freue ich mich natürlich über regen Austausch und stehe natürlich gleichermaßen den Mitgliedern des Netzwerks für Fragen zur Verfügung.

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Veranstaltungshinweis: Tag der Sportpsychologie – Schach

Wir von Die Sportpsychologen wollen zukünftig häufiger auf Events und Veranstaltungen rund um das Thema Sportpsychologie hinweisen. Denn Vernetzung, Austausch und Miteinander ist ganz in unserem Sinne.

Am Sonntag, den 27. Oktober 2024, lädt der Verband der praktischen Sportpsychologie um Jürgen Walter zu einem spannenden Tag rund um das Thema Sportpsychologie im Schach ins hessische Viernheim ein. Erleben Sie Vorträge von renommierten Experten, die verschiedene psychologische Facetten des Schachspiels beleuchten.

Besonders hervorzuheben ist die Simultan-Veranstaltung an sieben Brettern mit Großmeister (GM) Dennis Wagner (Elo 2613, Nationalspieler), live kommentiert vom Internationalen Meister (IM) Maximilian Meinhardt. Um die psychologischen und emotionalen Aspekte des Spiels zu verdeutlichen, tragen der GM und ein Spieler Puls- und Herzfrequenzmessuhren während des Matches.

Freuen Sie sich auf einen informativen und praxisnahen Tag voller Einsichten in die Welt der Sportpsychologie im Schach!

Weiter Informationen finden Sie hier!

Den Flyer zum Download finden Sie hier!

Hinweis an Veranstalter: Nehmt gern Kontakt zu unserem Redaktionsleiter Mathias Liebing (m.liebing@die-sportpsychologen.de) auf, so dass wir auch auf eure Events hinweisen können.

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Danijela Bradfisch: Lachen als wichtiger Trainings- und Tagesinhalt

„Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag“, sagte Charlie Chaplin. Dieses Sprichwort, wie auch „Lachen ist die beste Medizin“, kennen fast alle. Solche Sprüche kommen in meinen Gedanken in der Zusammenarbeit mit Sportler:innen, Trainer:innen und Eltern sehr häufig vor. Oft ist für mich augenscheinlich, dass eine gewisse Lockerheit fehlt. Wenn ich der Sache nachgehe, stelle ich fest, dass kaum noch „private Zeit“ auf dem Tagesplan steht. Meine erste Frage ist dann immer: „Spielst du Spiele?“ Meistens wird das mit “Nein” beantwortet. Meine zweite Frage ist dann: „Wann habt ihr zuletzt gespielt und dabei gelacht?” 

Zum Thema: Die Rolle von Endorphinen im Sport und wie wir uns das glückliche Gefühl erarbeiten können

Eines Vornweg: Ich liebe Spiele. Und ich weiß, wie wichtig es ist, sich dafür Zeit zu nehmen. Denn das gemeinsame Spielen, Lachen, sich bewegen und lustig zu sein, hat einen positiven Einfluss auf Körper, Geist und Emotionen. 

Damit nicht genug: Das Spielen von Spielen kann einen vielfältigen Einfluss auf den Menschen und seine Umgebung haben. Insbesondere für Sportler und Sportlerinnen ist das aus meiner Sicht wichtig. Ich nenne hier vier Aspekte, die uns täglich im Alltag begegnen und die im Spiel geschult werden:

  1. Kognitive Fähigkeiten, wie das strategische Denken und die Reaktionsgeschwindigkeit fördern. 
  2. Soziale Interaktion: das (Er-)lernen mit anderen zu interagieren, und Teamarbeit zu fördern. 
  3. Stressabbau: Für viele Menschen sind Spiele eine Form der Entspannung und des Stressabbaus. Sie bieten eine Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und sich in einer anderen Welt zu verlieren.
  4. Kultureller Einfluss: Kulturelle Themen und Werte reflektieren und verbreiten. Sie können auch als Plattform für gesellschaftliche Diskussionen dienen und das Bewusstsein für bestimmte Themen schärfen.

Positive Effekte des Lachens

Halten wir fest: Spielen ist gesund! Und Spielen ohne Lachen ist kaum denkbar. Und damit sind wir beim Punkt: Denn das Lachen hat viele positive Effekte auf Körper, Geist und Gesundheit. Die von uns im Gehirn und Nervensystem eigens produzierten Hormone (genannt Endorphine), bieten mehrere wunderbare Möglichkeiten, sich mit anderen zu verbinden und Freude zu teilen. Das ist geradezu magisch. 

Aber bleiben wir bei den Fakten und schauen wir uns an, welche Wirkungen Endorphinen zugeschrieben werden: 

  1. bauen Stress ab
  2. steigern das Wohlbefinden
  3. fördern Kreativität
  4. fördern Problemlösungsfähigkeiten
  5. stärken das Immunsystem
  6. lindern Schmerzen
  7. stärken soziale Kontakte

Lachen als Allzweckwaffe?

Das klingt wie eine Allzweckwaffe, ist aber auch mit Vorsicht zu genießen. Denn  Lachen ist zwar gut, aber dabei darf das Verständnis nicht fehlen! Gerade in Situationen, die mehrfach gedeutet werden können, die einem selbst harmlos erscheinen (Schikora, 2007), ist Vorsicht geboten. Denken wir nur an Trainingssituationen, in denen über eine bestimmte Person gelacht werden könnte.

Dennoch: Wir können mehr Lachen und mehr „gute Laune“ im Alltag gebrauchen. Aber wie genau gelingt uns das? Ich persönlich denke da zum Beispiel an Schokolade  – schon klar, aber als Sportler:in?! 😉 

Jetzt mal konkret – Wie kann man die Endorphin Produktion anregen?!

Konzentrieren wir uns doch wieder auf die Endorphine. Diese werden oft als „Glückshormone“ bezeichnet, die nicht zuletzt eine wichtige Rolle bei der Schmerzlinderung und der Regulierung von Emotionen spielen. Jeder Sportler oder jede Sportlerin kennt es, man fühlt sich leicht, glücklich und selbst wenn „etwas Kleines zwickt“, misst man diesem keine Bedeutung zu. Also, woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Um die Endorphinproduktion auf natürliche Weise anzuregen, gibt es verschiedene Methoden, die du gerne ausprobieren kannst!


1. Bewegung: Sportliche Aktivitäten, insbesondere Ausdauersport wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen.

First Aid: Es kann auch schon ein kurzer Spaziergang aushelfen, sollte man „kurz an die frische Luft müssen“;)

2. Lachen: Humor und Lachen sind großartige Wege, um Endorphine freizusetzen. Schau dir eine lustige Komödie an oder verbringe Zeit mit Freunden, die dich zum Lachen bringen.

First Aid: Wenn Du gerade aufgebracht bist, geh zu einem Spiegel und lächle Dich ca. 1 min. an.

3. Musik hören: Deine Lieblingsmusik kann ebenfalls die Stimmung heben und Endorphine freisetzen. Singe mit oder tanze dazu!

First Aid: Hier eine kleine Playlist für den Notfall (Fröhliche Auszeit)

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4. Meditation und Entspannung: Achtsamkeitsübungen und Meditation können helfen, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern, was die Endorphinproduktion fördern kann.

First Aid: Hier eine kleine Playlist für den Notfall (Entspannte Auszeit)

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5. Gesunde Ernährung: Bestimmte Lebensmittel, wie scharfe Paprika, dunkle Schokolade oder Bananen (Achte bitte auf mögliche Allergien bei Dir) 😉

First Aid: Ich habe immer einen Schokoladenkeks bei mir – Du auch?

6. Soziale Interaktionen: Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen

First Aid: Ruf doch gleich mal jemanden an, an den Du gerade denkst und dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Aufruf

Probiere einige dieser Methoden aus und finde heraus, was für dich am besten funktioniert und teile es mir gerne mit, sollten Dir meine Tipps gefallen und geholfen haben.

Viel Spaß dabei!

Mehr zum Thema:

Literatur

Faust, V., & Gesundheit, A. P. Lachen ist die beste Medizin. 

Schikora, S. (2007). Lachen ist zwar die beste Medizin, Verständnis darf aber nicht fehlen! 

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Wie überlastete Sportler Warnsignale erkennen lernen

Kürzlich erhielten wir als Netzwerk die Anfrage eines Redakteurs des Schweizer Mediums 20 Minuten: Es ging um die Debatte, ob es in der Fussballwelt für die Top-Spieler zu viele Spiele gebe. Schließlich sei sogar von einem Streik die Rede. Vor diesem Hintergrund wollte er die psychischen Aspekte von so viel Belastung für die Kicker beleuchten. Da sich daraufhin im Netzwerk eine interessante Diskussion ergeben hat, haben wir eine Frage abgeleitet, die Klaus, Janosch und Arthur im Folgenden beantworten: 

Woran merken Top-Spieler eine zu hohe mentale Belastung und wie kann dagegen interveniert werden?

Klaus-Dieter Lübke Naberhaus, Die Sportpsychologen

Antwort von: Klaus-Dieter Lübke Naberhaus (zum Profil

Dieses Phänomen finden wir nicht nur im Fußball, auch im Handball und im Eishockey werden diese Diskussionen geführt. Zudem dürfen wir, insbesondere im Handball als auch im Fußball, nicht vergessen, dass die athletischen Anforderungen durch z.B. Regel- und Taktikänderungen durchweg größer geworden sind. Durch die Zunahme der Schnelligkeit innerhalb des Spiels steigen die Anforderungen an Aufmerksamkeits-, Verarbeitungs- und Entscheidungsprozesse. Allein dadurch ergibt sich eine höhere Gesamtbelastung auch der mentalen Prozesse neben der mit der Quantität einhergehenden Reduktion der Regenerationszeiten. Zudem stehen aufgrund der Wettkampfdichte und der dadurch notwendigen Belastungssteuerung immer weniger vorbereitenden Trainingseinheiten auf dem Programm. Und wenn wir ganzheitlich denken, ist dies immer eine Belastung des Gesamtsystems Mensch, die auch im Gesamtsystem seine Auswirkungen hat. Hier können wir zum besseren Verständnis die “psychischen Aspekte” isoliert betrachten, es ist jedoch immer die Belastung des gesamten Menschen, die sich dann an verschiedenen Punkten zeigen kann. 

  • Der erste Punkt sind Verletzungen, die vermehrt auftreten oder längerfristig langsamer ausheilen.
  • Ein weiterer Punkt ist der Leistungsabfall bis hin zu temporären oder auch langfristigen Erschöpfungszuständen, sogar sogenannte Fatigue Syndrome treten auf. Dies ist auch oftmals verbunden mit vorangehenden Infektionskrankheiten, also einer insgesamt geschwächten Immunabwehr.

Vorstufen zu diesem Punkt sind Aufmerksamkeitsstörungen, Gereitzheiten, Wesensänderungen, depressive Verstimmungen. Es können sich depressive Episoden entwickeln, auch Angststörungen sind nicht selten und auch Traumata, ob sie aus Verletzungen oder psychischen Verletzungen wie Mobbing, Diskriminierungen und anderen Formen von psychischer Gewalt resultieren, können in Traumafolgestörungen enden.

Ein früher Marker für all diese Belastungen sind Schlafstörungen, Freudlosigkeit am Training und Spiel sowie zunehmend auch in den Mannschaftssportarten Essstörungen.

Ganz grundsätzlich gilt: Leistungssport ist keine gesundheitsfördernde Bewegungstätigkeit, sondern hochgradig belastend für das Gesamtsystem Mensch. Deshalb gilt es für alle Beteiligten, alles zu tun, um die Menschen gut auf diese Belastung vorzubereiten, also präventiv zu arbeiten.

Hierzu gehört eine gute Vorbereitung durch das Training, und hier meine ich alle Formen, athletisches, technisches, taktisches und mentales Training, wobei im Letzteren erhebliches Potential zur Steigerung liegt. Sportpsychologische Begleitung und mentales Training sind noch bei weitem keine Selbstverständlichkeit. 

Weiterhin ist eine intelligente Belastungssteuerung und ein ausgeklügeltes Regenerationsmanagement wichtig und notwendig, in dem alle betroffenen Professionen vom Trainer über den Mannschaftsarzt, den Physiotherapeuten und den Sportpsychologen bis hin zur sportlichen Leitung mit eingebunden sein müssen. Weiterhin gehören Verletzungen auskuriert, hierzu gehört immer auch die schwerer sichtbare „psychische Verletzung”, die eine größere körperliche Verletzung immer begleitet. Zum Return to Competition Test sollte immer auch der Sportpsychologe hinzugezogen werden. Vielleicht braucht es auch hier ein standardisiertes Testverfahren, um eine gewisse Selbstverständlichkeit zu erreichen.  

Janosch Daul, Die Sportpsychologen
Janosch Daul, Die Sportpsychologen

Antwort von: Janosch Daul (zum Profil)

Nach Koch und Kühn (2000) lassen sich Symptome einer psychischen Überlastung auf einer psychischen sowie physischen Ebene wahrnehmen. Typische psychische Anzeichen sind z.B. Reizbarkeit, innere Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, ein zunehmendes Gefühl der Überforderung, Unzufriedenheit, das Gefühl, sich für die Durchführung von Tätigkeiten regelrecht aufraffen zu müssen, eine zunehmende Sehnsucht danach, auszuspannen und viel zu schlafen, Vergesslichkeit, Konzentrationsmängel und eine zunehmende Fehlerhäufigkeit. Auf einer physischen Ebene können Verdauungs- und Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Herzstiche, ein Engegefühl in der Brust, eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit und Verspannungen ernstzunehmende Warnzeichen darstellen. 

Die Symptomatik einer psychischen Überlastung sind also breit gefächert, höchst individuell und unterschiedlich stark in der jeweiligen Ausprägung. Umso wichtiger ist es daher, sich permanent mit sich selbst auseinanderzusetzen, ein gutes Körpergefühl zu besitzen und immer wieder in sich hineinzuhorchen: “Wie geht es mir eigentlich gerade – körperlich wie mental?” Insbesondere bei wahrgenommenen Veränderungen des individuellen “Ist-Zustand” sollte der Sportler intervenieren.

Hilfreich zur Vermeidung von gravierenden psychischen Überlastungssymptomen ist ein regelmäßiges Monitoring des eigenen Beanspruchungs- und Erholungszustands, wodurch sehr frühzeitig interveniert werden kann. Hierfür stehen geeignete Messinstrumente zur Verfügung. Präventiv gilt es zudem, sich immer wieder bewusst in regenerationsförderliche “Gegenwelten” fernab des Sports zu begeben, die den Sportler mental wie körperlich regenerieren lassen. Nur wer proaktiv immer wieder in die Erholung kommt, wird langfristig mit hohen Beanspruchungswerten, die der Spitzensport nunmal verursacht, umgehen können und letztlich mental gesund bleiben – die Basis zur Leistungserbringung. 

Zudem ist der Aufbau eines und die Unterstützung durch ein sportbezogenes wie privates Unterstützungssystem von enormer Bedeutung. 

Arthur Wachter, Die Sportpsychologen
Arthur Wachter, Die Sportpsychologen

Antwort von: Arthur Wachter (zum Profil)

Die aktuelle Diskussion über die Spielbelastung im Fußball hat eine wichtige psychologische Dimension, insbesondere hinsichtlich der mentalen und sozialen Belastungen, denen Top-Spieler ausgesetzt sind. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie Eishockey, das in einem kürzeren Saisonzeitraum gespielt wird, stehen Fußballspieler durch das zunehmende Wachstum internationaler Turniere, Ligen und Freundschaftsspiele ganzjährig unter Druck. Hier sind einige psychologische Aspekte und Warnsignale, die auf eine Überlastung hinweisen:

1. Psychische Ermüdung und Burnout

Fußballspieler, die unter zu viel mentaler Belastung leiden, berichten häufig über Anzeichen von psychischer Erschöpfung. Dies kann sich äußern in: 

– Konzentrationsschwierigkeiten: Spieler haben Schwierigkeiten, fokussiert zu bleiben, was zu mehr Fehlern auf dem Platz führt. 

– Mangelnde Motivation: Das tägliche Training und die ständigen Wettkämpfe können dazu führen, dass Spieler die Leidenschaft für das Spiel verlieren. 

– Emotionale Erschöpfung: Spieler fühlen sich ausgebrannt, oft verbunden mit Gefühlen von Hilflosigkeit und Frustration.

– Schlafstörungen: Die ständige Anspannung und das hohe Adrenalin-Niveau können zu Schlafproblemen führen, was die Erholung behindert.

Ein Vergleich zum Eishockey: Eishockeyspieler haben zwar auch ein intensives Spielprogramm, jedoch ist deren Saison kürzer und konzentrierter. Im Fußball wird die Sommerpause durch Turniere und Freundschaftsspiele zunehmend verkürzt, was die Möglichkeit für die involvierten Spieler zur Erholung minimiert.

2. Sozialer Druck und Erwartungen

Der ständige öffentliche Druck, insbesondere auf Top-Spieler, verschärft die mentale Belastung. Dieser Druck kann in vielerlei Formen auftreten:

– Öffentliche Kritik: Fehlende Leistungen werden oft von Fans und Medien kommentiert, was zu Angst vor Misserfolgen und Perfektionismus führen kann.

– Hohe Erwartungen: Viele Fußballspieler haben das Gefühl, dass sie konstant Höchstleistungen erbringen müssen, was zusätzlichen Stress verursacht.

Im Vergleich zum Eishockey und anderen Sportarten: Während auch in Sportarten wie Eishockey oder Basketball eine hohe öffentliche Erwartungshaltung herrscht, haben diese Sportarten in der Regel weniger globale Medienpräsenz und weniger “Mega-Events” wie die Fußball-WM oder UEFA Champions League, die auf konstantem Niveau den Druck erhöhen.

Wie lässt sich aber mit der Situation besser umgehen? Um der Überlastung entgegenzuwirken, sind einige psychologische und organisatorische Maßnahmen sinnvoll:

– Mentales Training: Techniken wie Visualisierung, Achtsamkeit und Atemübungen können helfen, Stress zu reduzieren und die mentale Belastung besser zu bewältigen.

– Psychologische Betreuung: Regelmäßige Gespräche mit Sportpsychologen können helfen, Stressfaktoren frühzeitig zu erkennen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

– Soziale Unterstützung: Ein starkes Netzwerk aus Familie, Freunden und Kollegen kann helfen, den sozialen Druck zu mildern.

Im Vergleich zu anderen Sportarten: In der NBA oder der NHL wird viel Wert auf psychologische Betreuung gelegt. Im deutschsprachigen Raum besteht demgegenüber noch einiger Nachholbedarf.

Direkt zu den Profilseiten:

Mehr zum Thema:

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Umfrage zu Sportpsychologie-Events

Wir von Die Sportpsychologen gehen seit einigen Wochen den Weg, dass wir unsere Veranstaltungsformate öffnen. Also für ExpertInnen öffnen, die nicht oder (gern auch) noch nicht Teil des Netzwerks Die Sportpsychologen sind. Damit wir zukünftig aber nichts anbieten, was die Welt der Sportpsychologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht braucht, haben wir eine kleine Umfrage vorbereitet. Die Teilnahme kostet euch zwei Minuten und bringt uns von Die Sportpsychologen unglaublich voran. Danke für die Teilnahme:

Ausgewählte Veranstaltungen aus der Vergangenheit:

Mehr Infos zum Netzwerk Die Sportpsychologen:

https://www.die-sportpsychologen.de/netzwerk-beitreten/

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Dr. Rita Regös: Die Kunst des Scheiterns

Misserfolg ist bitter. Je bedeutender der Wettkampf für einen Sportler ist, desto dramatischer ist die Reaktion auf den Misserfolg. Dabei misst sich die subjektive Bedeutung eines Wettkampfes nicht zwangsläufig an objektiven Kriterien. Am Anfang der sportlichen Karriere sind kleinere Wettkämpfe weltbedeutend, am Ende einer Karriere hingegen können auch Großereignisse gelassen, zum Beispiel als Abschiedsvorstellung, recht locker genommen werden – aber auch umgekehrt. Manche Athleten fokussieren sich auf Meisterschaften, wiederum anderen ist ihre Performance in den Weltcups wichtiger. Und die Olympischen Spiele, für einige ist “dabei sein alles”, wiederum andere gehen hin, um zu gewinnen – um nur einige wenige individuelle Kriterien zu nennen. So oder so, Wettkämpfe werden hochgradig subjektiv eingeschätzt, somit individuell vorbereitet, bestritten und nachbereitet. Die Individualität in der Vorbereitung ist eigentlich unumstritten. Die Nachbereitung hingegen wird bisweilen gern schematisiert: Man tröstet, relativiert, analysiert eventuell und setzt auf Zeit. Ein Fehler?

Zum Thema: Umgang mit Niederlagen und Rückschlägen im Sport

Unabhängig davon, ob Sportler mit einer klaren Zielstellung oder einer Erwartung an Wettkämpfe herangehen, wie in einem früheren Beitrag (siehe Links unter dem Text) thematisiert, das Verfehlen von subjektiv wichtigen Zielen und somit ein Misserfolg löst unmittelbar eine intensive emotionale Reaktion aus. Die instinktive Antwort darauf ist, zunächst zu trösten und dann zu relativieren. Das macht das Umfeld umgehend und irgendwann auch der betroffene Sportler selbst. Denn negative Gefühle zu händeln, ist schwierig und irgendwann schaltet das Gehirn auf Erklären, um diese Gefühle verarbeiten zu können. 

Beim Verarbeiten bedienen wir uns unter anderem des Relativierens: in Beziehung setzen, eventuell uminterpretieren, die Wichtigkeit reduzieren, die Einmaligkeit schmälern usw. Das alles sind Gedankenprozesse die darauf ausgerichtet sind, sich besser fühlen zu können. Ist irgendwann das emotionale Gleichgewicht wiederhergestellt, sollte eine rationale mehrperspektivische Analyse erfolgen. Sollte, denn zuweilen erfolgt sie noch immer viel zu selten. Auch wenn die Gefühle längst verarbeitet sind, möchte man sich erfahrungsgemäß nicht noch einmal in die Situation versetzen und darüber nachdenken, was schiefgelaufen ist. Auch das Umfeld möchte das nicht, war es doch schwierig genug, in der akuten Situation zu handeln, ist man heilfroh, dass es nun vorbei ist. 

Ist keine Analyse besser als eine kritische?

Analysen bleiben auch aus, weil sie eine kritische Betrachtung, letztlich eine bewertende Abwägung erfordern. Bewertungen können positiv aber auch negativ ausfallen und das gilt für den Sportler genauso, wie für alle anderen Beteiligten. Ist man doch heilfroh, sich nicht mehr mies zu fühlen, wird man sich vor der Gefahr hüten, sich erneut durch Kritik oder Selbstkritik erneut mies zu fühlen. Und so vergehen manchmal Monate, Jahre aber auch ganze Sportlerkarrieren.

Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, hat sich die Idee etabliert, sich auf Misserfolge vorzubereiten. Fraglich, denn wir möchten, dass Sportler selbstbewusst und zuversichtlich den Herausforderungen begegnen. Wenn sie hingegen die Option Scheitern im Kopf haben, haben sie neutral betrachtet bestenfalls zwei Möglichkeiten und werden die Erfahrung machen, sich nicht auf die bessere zu konzentrieren. Denn die bessere – das Gewinnen – ist kein Problem, sie bedarf also keiner gedanklichen Vorbeschäftigung. Verlieren ist hingegen sehr wohl ein Problem, was den Kopf dazu veranlasst, darüber ausgiebig zu lamentieren. Es ist aber nicht optimal, in der Vorbereitung durch negative Gedanken abgelenkt zu sein. Wir sind zweitens bestrebt, vor Wettkämpfen die Anspannung zu reduzieren. Wir möchten nicht, dass Sportler Versagensangst generieren, denn Angst erhöht die Anspannung und mindert unter Herausforderung die Handlungssicherheit. Und drittens, Gefühle zeichnen sich kaum dadurch aus, dass man sich auf sie vorbereiten kann. Wir können uns tausendmal darauf vorbereiten, dass etwas weh tun wird, sich mies anfühlt, dass wir traurig sein werden, wenn es dann passiert, tut es trotzdem weh, fühlt sich trotzdem mies an und traurig ist man auch. Letztlich hat man sich in der Vorbereitungszeit das eigene Leben schwer gemacht. Egal wie intensiv, gedanklich oder emotional Misserfolg vorbereitet wird, ehrgeizige Sportler reagieren auf Misserfolg immer negativ, weil sie eben ehrgeizig sind. 

Vergoldetes Scheitern

Was aber ehrgeizige Sportler tun können, ist ihr Scheitern vergolden. Sie können die erfolgten Fehler – statt verstecken – analysieren und hervorheben. Sie können diese als lehrreich und damit wertvoll akzentuieren und daraus für die Zukunft lernen. Sie und ihre Trainer können diese in konkrete Optimierungspunkte umwandeln und sogar in den Trainingsplan integrieren. Menschen können generell, durch eine gelebte Fehlerkultur, Unvollkommenheit und Fehler nicht nur besser annehmen, sondern auch wertschätzen lernen. Damit entsteht auch eine ganz andere Wahrnehmung von Misserfolg. Folglich wird man gegenüber zukünftigen Misserfolgen auch wesentlich gelassener: Denn das Scheitern wird entdramatisiert indem man aus verfehlten Zielen lernt und dadurch Selbstwert von Leistung trennt. Oder anders formuliert: Selbstwert durch stetiges Lernen aufwertet.

Misserfolge hinterlassen in der Tat tiefe Spuren: Das Selbstbewusstsein ist dahin, der Selbstwert ist reduziert, Zuversicht weicht Unsicherheit – warum aber passiv auf Zeit setzen und darauf hoffen, dass man den Misserfolg irgendwann vergisst? Sportler können diese Spuren aktiv auffüllen, indem sie aus Misserfolg Erfahrungswissen machen – sie können das Scheitern quasi – aber auch buchstäblich – vergolden, wenn man die Analogie zu Kintsugi bemüht. Die schöne Kunst, zerbrochenes Porzellan zusammenzukleben und die Risse zu vergolden. Was dabei entsteht ist ein einzigartiges Stück, das einmal zerbrochen, repariert und vergoldet daran erinnert, dass ein Fehler es nicht zerstörte, sondern wertvoller machte.

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Nathalie Klingebiel: Kürzlich habe ich mit unseren NLZ-Fußballern geboxt

Ihr Weg ist ein besonderer. Nathalie Klingebiel hat in den vergangenen Jahren nicht nur einige, sondern wirklich zahlreiche Sportarten selbst ausgeübt und damit umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Diese bringt sie nun in ihre Tätigkeit als Sportpsychologin am Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Braunschweig ein. Konkret bedeutet das so manche spezielle Trainigseinheit. So zeigt Nathalie Klingebiel (zur Profilseite) ihren Fußballern ganz konkret in der Trainingspraxis auf, inwiefern sie zum Beispiel von Boxern lernen können. Mehr dazu im Interview, welches unser Redaktionsleiter Mathias Liebing geführt hat.

Nathalie, du arbeitest an einem Nachwuchsleistungszentrum. Mit welcher Art von Fragen und Themen kommen die jungen Fußballer zu dir und wie kannst du sie unterstützen?

  • Das ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Jeder Spieler ist anders und genauso verschieden sind auch ihre Anliegen. Der erste Unterschied liegt schon mal darin, mit welcher Motivation sie zu mir kommen – kommen sie von sich aus oder wird ihnen ein Gespräch mit mir von Eltern- oder Trainerseite empfohlen? Die Themen umfassen meistens den sportlichen Bereich, sprich Leistungsdruck, fehlende Motivation und Freude, mangelndes Selbstvertrauen, Angst vor einem Wiedereinstieg nach Verletzungen, Umgang mit (unangenehmen) Emotionen und und und… aber auch private Themen (z.B. Stress zuhause oder in der Schule) können Inhalte eines sportpsychologischen Coachings sein. Vielen Spielern hilft es oft schon, einfach mit einer neutralen Person wie mir darüber sprechen zu können und sich mal alles von der Seele zu reden. Ansonsten besteht meine Arbeit grundsätzlich darin, zusammen mit ihnen zu erarbeiten, wo vielleicht Ursachen liegen und wie sie lösungsorientiert handeln können, indem wir z.B. hilfreiche Strategien erarbeiten wie Atemtechniken, Achtsamkeitsmethoden oder Gedankenprotokolle.

Du selbst hast sehr unterschiedliche sportliche Erfahrungen gemacht. Ärgerst du dich heute, dass du dich persönlich nicht auf eine Sportart festgelegt hast oder profitierst du inzwischen sogar davon?

  • Ich ärgere mich gar nicht darüber, ganz im Gegenteil! Ich persönlich sehe es als großen Vorteil, mich in verschiedenen Sportarten ausprobiert zu haben – von Reiten, Hip Hop, Leichtathletik über Kraftsport, Boxen und Fußball. Teamsport und Einzeldisziplinen. Kraft, Kondition und Koordination. Durch diese unterschiedlichen Erfahrungen habe ich super viel lernen können, sei es z.B. zwischenmenschlich, indem ich dadurch viele verschiedene Leute kennengelernt habe, oder sportlich/körperlich, da jede Sportart unterschiedliche Muskelgruppen beansprucht und unterschiedliche Bewegungsabläufe erfordert. Ich würde sogar behaupten, dass mich diese vielseitigen Erfahrungen zu einer guten Hybridathletin gemacht haben – auf sportlicher, sozialer und mentaler Ebene. 
Zur Profilseite: https://www.die-sportpsychologen.de/nathalie-klingebiel/

Neben dem Fußball arbeitest du auch im Kampfsport, insbesondere im Boxen. Was können eigentlich Fußballer von Boxern und umgekehrt Boxer von Fußballern sportpsychologisch lernen?

  • Was können Boxer von Fußballern sportpsychologisch lernen?
    Da Boxen ein Einzelsport ist, können Boxer von Fußballern vor allem Aspekte der Teamarbeit und Kommunikation lernen. Boxer, die oft isoliert trainieren, können davon profitieren, mehr über Teamdynamik und den Nutzen von Unterstützung in stressigen Phasen zu lernen, z.B. durch engere Zusammenarbeit mit ihrem Trainerteam. Fußball erfordert Kreativität auf dem Spielfeld, um die sich ständig ändernden Situationen zu lösen. Boxer könnten von dieser Flexibilität profitieren, um ihr taktisches Repertoire zu erweitern und auf verschiedene Kampfsituationen kreativer zu reagieren.
  • Was können Fußballer von Boxern sportpsychologisch lernen?
    Ich habe erst vor Kurzem mit einer unserer Mannschaften am NLZ einen kleinen Exkurs ins Boxen gemacht und durfte eine kurze praktische Einheit dazu mit ihnen auf dem Platz durchführen. Ich finde es zum einen wichtig, dass die Jungs auch einfach mal andere Sportarten kennenlernen, da sich die meisten schon früh ausschließlich auf den Fußball festgelegt haben. So werden sie sowohl körperlich als auch kognitiv gefordert, indem sie neue Bewegungsabläufe erlernen, und können gleichzeitig im Fußballspiel davon profitieren, da beim Boxen z.B. viel Agilität trainiert wird (sprich beweglich und reaktionsschnell zu sein), was sie wiederum bei Zweikämpfen oder Standards gut gebrauchen können. 
    Zum Anderen können Fußballer auch aus mentaler Sicht vom Boxsport lernen. Ich versuche den Spielern u.a. zu vermitteln, dass sie jede Sekunde fokussiert sein und immer 100% geben müssen, wenn sie in einem Kontext wie einem NLZ erfolgreich sein wollen. Im Boxen ist das A und O, mental zu jeder Zeit on point zu sein; die kleinste Ablenkung der Aufmerksamkeit kann bereits den K.O. bedeuten. Außerdem lernen Boxer früh, Rückschläge und Niederlagen zu akzeptieren und sich mental schnell wieder aufzurichten. Diese Fähigkeit, sich nach Fehlern oder Rückschlägen zu regenerieren, ist auch im Fußball entscheidend, um nach einer Niederlage oder einem Fehler im Spiel sofort wieder in die richtige mentale Verfassung zu kommen. Besonders bei Motivationsfragen oder Umgang mit Frust wende ich diesen Vergleich zwischen Boxen und Fußball gerne an. 

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Chang-Hun Chung: Mentale Stärke als Erfolgsfaktor im Bodybuilding

Im Bodybuilding dreht sich vieles um die perfekte Optik. Jeder Muskel soll sichtbar sein, der Körper bis ins Detail durchtrainiert. Aber wer diesen Sport ernsthaft betreibt, weiß: Es steckt viel mehr dahinter. Disziplin, Planung, Ernährung – das ist nur die Basis. Dazu kommt eine präzise Trainingsroutine, das ständige Tracking von Fortschritten, das Verständnis für die eigene Anatomie und Physiologie, und nicht zuletzt das richtige Timing von Nahrung und Regeneration. Man muss lernen, auf seinen Körper zu hören, den Schlaf optimal zu gestalten und den mentalen Fokus über Wochen und Monate aufrechtzuerhalten. Jeder Aspekt des Alltags wird dem Ziel untergeordnet: das Erreichen des perfekten Körpers für den Wettkampftag. Welche Rolle spielt dabei die mentale Stärke und wie lässt sich diese trainieren?

Zum Thema: Unterschätzte Bedeutung der mentalen Stärke im Bodybuilding

In den Phasen vor den Wettkämpfen wird es richtig hart. Der Körperfettanteil muss runter, der Hunger steigt, die Energie sinkt. Und dann die Versuchungen: Überall locken Kalorienbomben, die man sich nicht erlauben darf. In einer Welt, die uns ständig Essen vorsetzt, wird der mentale Kampf oft größer als der körperliche.

Je näher ein einzelner Wettkampf rückt, desto intensiver wird die Herausforderung – nicht nur körperlich, sondern vor allem mental. Der Körperfettanteil muss nun auf ein Minimum reduziert werden, was sowohl physisch als auch psychisch eine extreme Belastung darstellt. Man fühlt sich erschöpft, die Kraft lässt nach, und dennoch müssen die Trainingseinheiten weiter auf höchstem Niveau durchgezogen werden.

Der mentale Kampf während der Vorbereitung

Diese Phase fordert mentale Stärke. Es ist nicht nur der körperliche Verzicht, sondern auch die psychische Belastung, die viele unterschätzen. Du brauchst einen klaren Kopf und den Willen, durchzuhalten – auch wenn der Körper schon längst protestiert. Der Schlüssel ist die mentale Stärke.

Es ist nicht nur der Verzicht auf Kalorien und gleichzeitige Hochleistung im Training, sondern die Gesamtheit der Einschränkungen und Entbehrungen, die diesen Sport so anspruchsvoll machen. Soziale Kontakte, spontane Aktivitäten und Freizeitgestaltung treten oft in den Hintergrund, weil alles dem Wettkampf untergeordnet wird. Auch der ständige Fokus darauf, das eigene Erscheinungsbild zu bewerten und zu verfeinern, stellt für viele Athleten eine Herausforderung dar.

Die versteckten mentalen Belastungen

Diese Phase verlangt eine enorme mentale Stärke, weil der innere Dialog ständig zwischen dem Wunsch nach Ruhe und der Verpflichtung, das Ziel zu erreichen, schwankt. Es geht darum, trotz körperlicher und psychischer Müdigkeit den Fokus zu behalten und die Disziplin bis zum Ende durchzuhalten.

Viele Athleten stehen unter psychischem Druck, den man von außen nicht sieht. Studien von Mangweth et al. (2001) und Goldfield et al. (2006) zeigen, dass Wettkampf-Bodybuilder im Vergleich zu Freizeitsportlern häufiger unter Körperbildproblemen, Essstörungen und Muskelsucht leiden. Für manche ist der Sport eine Flucht, eine Möglichkeit, die inneren Kämpfe zu kompensieren. Es ist wichtig, das zu verstehen und sensibel damit umzugehen. Bodybuilding erfordert mentale Fitness – und zwar nicht nur für den Wettkampf, sondern auch, um sich selbst mental gesund zu halten.

Bodybuilding – Kein echter Sport?

Sicher kennst du die Diskussionen, in denen Bodybuilding als „keinen echter Sport“ bezeichnet wird. Für Außenstehende wirkt es oft wie ein Schönheitswettbewerb, weil es keine klaren, objektiven Bewertungsmaßstäbe gibt. Die Beurteilung der Athleten basiert häufig auf subjektiven Kriterien wie Ästhetik, Symmetrie und Bühnenpräsenz. Diese Kritik ist nicht neu, und die Diskussion darüber, ob Bodybuilding wirklich als Sport anerkannt werden sollte, hält an. Gleichzeitig bleibt die harte Arbeit, der immense Fokus und der Einsatz, den die Athleten aufbringen, unbestreitbar. Ob das Bodybuilding als Sport oder als ästhetischer Wettbewerb gesehen wird, bleibt letztlich eine Frage der Perspektive. Was ist dein Standpunkt? Lass uns dazu gern austauschen.

Nimm Kontakt auf: https://www.die-sportpsychologen.de/chang-hun-chung/

Mentale Fitness – Der unterschätzte Erfolgsfaktor

Erfolgreiche Bodybuilder verlassen sich nicht nur auf ihren Körper. Mentale Techniken sind genauso wichtig. Visualisierung und Selbstgespräche helfen dabei, sich mental auf den Wettkampf einzustellen. Schon Ronnie Coleman und Arnold Schwarzenegger nutzten diese Methoden. Sie stellten sich den perfekten Wettkampfablauf in ihrem Kopf vor und sprachen sich selbst immer wieder Mut zu. Ronnie Coleman ist berühmt für seinen motivierenden Spruch „Light Weight Babyyy!“, den er während seiner schweren Trainingseinheiten laut ausrief. Auch solche Selbstgespräche sind ein Beispiel dafür, wie Athleten sich mental pushen, um die physischen und psychischen Grenzen zu überwinden. Diese Techniken setzen nicht nur im Wettkampf, sondern auch im Training wichtige Impulse, oft ohne dass es einem bewusst ist.

Auch heute setzen Athleten wie Chris Bumstead auf diese Strategien. Es geht darum, sich den Erfolg vorzustellen und sich selbst in schwierigen Momenten zu motivieren. Der Kopf muss genauso trainiert werden wie der Körper.

Wie du mentale Stärke aufbaust

Wenn du deine mentale Fitness für den Wettkampf stärken möchtest, gibt es Techniken, die du in deinen Alltag integrieren kannst:

  • Visualisieren: Stell dir vor, wie der Wettkampftag abläuft. Sieh dich selbst auf der Bühne, das Licht, das Publikum – und wie du alles meisterst.
  • Selbstgespräche führen: Rede positiv mit dir selbst. Sag dir „Ich schaffe das“ oder „Ich bin bereit“.
  • Richtig atmen: Atemübungen können Wunder wirken, wenn die Anspannung steigt. Sie beruhigen und helfen dir, den Fokus zu behalten.
  • Achtsam bleiben: Versuche, dich nicht von äußeren Ablenkungen stressen zu lassen. Sei im Moment und konzentriere dich auf das, was du gerade tun musst.

Diese Techniken sind nur einige Beispiele aus einem breiten Spektrum mentaler Trainingsmethoden. Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, sind jedoch detaillierte und individuell angepasste Pläne erforderlich. Es reicht nicht aus, diese Methoden einmalig oder sporadisch zu nutzen. Genau wie im körperlichen Training erfordert der Aufbau mentaler Stärke eine langfristige, strukturierte Herangehensweise, bei der Fortschritte gezielt verfolgt und angepasst werden müssen. Ein erfahrener Coach kann hierbei helfen, indem er nicht nur Techniken vermittelt, sondern auch einen detaillierten Trainingsplan entwickelt, der auf die individuellen Herausforderungen und Ziele des Athleten abgestimmt ist. Am Ende geht es darum, mentale Stärke genauso systematisch und bewusst aufzubauen wie die körperliche Fitness. Nur wer beide Komponenten gleichermaßen trainiert, kann sich im Wettkampf voll entfalten und die Herausforderung sowohl körperlich als auch geistig meistern.

Im Bodybuilding und Fitnesssport beginnt der Erfolg im Kopf. Die mentale Vorbereitung ist genauso entscheidend wie das Training im Gym. Athleten, die ihre mentale Stärke trainieren, haben den entscheidenden Vorteil. Es geht nicht nur darum, die Muskeln zu stählen, sondern auch den Geist. Denn am Ende zählt die Kombination aus beidem – und das macht den Unterschied zwischen einem guten und einem außergewöhnlichen Athleten..!

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Quellen:

B. Mangweth, H.G. Pope Jr., G. Kemmler, C. Ebenbichler, A. Hausmann, C. De Col, B. Kreutner, J. Kinzl, W. Biebl; Body Image and Psychopathology in Male Bodybuilders. Psychother Psychosom 1 February 2001; 70 (1): 38–43. https://doi.org/10.1159/000056223

Goldfield GS, Blouin AG, Woodside DB. Body Image, Binge Eating, and Bulimia Nervosa in Male Bodybuilders. The Canadian Journal of Psychiatry. 2006;51(3):160-168. doi:10.1177/070674370605100306

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