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Danijela Bradfisch: Weiterentwicklung als Trainer im (Nachwuchs-)Leistungssport

Im Sommer 2025 habe ich ein junges Basketball-Team übernommen. Somit bin ich offiziell wieder eine Basketballtrainerin. In der Vorbereitung auf meine neue, alte Rolle bin ich über einen Text aus dem Jahr 2023 (unten verlinkt) gestolpert. Was ich da zur Priorisierung und zur strikten Trennung von Trainingsinhalten gelesen habe, finde ich immer noch gut. Und diese Auffassungen sind Teil meiner Arbeit. Aber die Welt hat sich weitergedreht und ich habe mich als Trainerin weiterentwickelt. An folgenden Beispielen aus meiner Trainerinnenpraxis will ich das deutlich machen und Trainer und Trainerinnen inspirieren. 

Zum Thema: Ansätze zur Weiterentwicklung als Trainer im (Nachwuchs-)Leistungssport

Im vergangenen halben Jahr, seit dem ich wieder als Trainerin eingestiegen bin, haben folgende neue Grundsätze meine Arbeit als Trainerin geprägt:

Komplexität statt Isolation

Moderne Ansätze betonen, dass sportliche Leistungsfähigkeit ein Ergebnis integrierter, nicht additiver Systeme ist. Kraft, Technik, Taktik und Wahrnehmung wirken nicht nebeneinander – sondern gleichzeitig und wechselseitig.

Für die Praxis heißt das: Schnelligkeit entsteht nicht nur im Kraftraum, sondern durch neuromuskuläre Koordination in realen Spielsituationen. Für mein Team bedeutet das: Wir haben ein Kartenspiel mit diversen Basketballsituationen, die man sich bildlich vorstellt und innerhalb von drei Sekunden so viele Antworten wie möglich geben muss, was als nächstes passieren wird. 

Das Gehirn lernt kontextabhängig

Bewegungen werden im Zusammenspiel mit Kontext, Sinneseindrücken und Entscheidungsmustern gelernt. Je mehr Transferleistungen wir hinbekommen, desto besser wird unser Spiel.

Im Training üben wir – sowohl mit Hilfe des Kartenspiels als auch auf dem Feld: Sobald der Ball am Ring landet, rennt eine Spielerin los, während sich eine andere sich zum Outlet Pass anbietet. 

Periodisierung muss adaptiver werden

Die traditionelle Makro-/Mikrozyklus-Logik (z.B. Grundlagenphase → Aufbauphase → Wettkampfphase) stammt aus einer Zeit ohne:

  • dauerhaften Wettkampfdruck
  • frühe Spezialisierung
  • komplexe Saisonverläufe
  • hohe Belastungsdichte

Jedoch hat aus meiner Sicht ein Athlet heutzutage „mehr um die Ohren”. Daher gilt bei mir aktuell vor, während und danach im Training/Spiel: Care about! Ich versuche also, näher an den Köpfen meiner Mannschaft zu sein. In meinem Training werden also folgende Fragen ziemlich häufig gestellt: 

  • „Wofür benötigen wir diese Technik?“ 
  • “Was ist Dein Ziel heute?“
  • “Worin möchtest Du Dich heute verbessern?
  • “Woran möchtest Du als nächstes arbeiten?“ 
  • “Wie geht es Dir heute?”

Alles mit dem Ziel, die eigene Reflexion zu stärken. Die Selbstorganisation und Selbstregulation zu fördern. Den Athleten als aktiven Lernpartner einzubeziehen und somit die Qualität des Lernens über reine Quantität zu stellen. 

Ganzheitliche Trainingsformen gewinnen an Bedeutung

  • Athletiktraining integriert Bewegungsqualität, Kraft und Antizipation
  • Spielformen fördern gleichzeitig Kognition, Technik, Taktik und Ausdauer
  • Mixed-Modal-Training schafft organische Belastungssteuerung

So weit, so klar. Aber ich will mit meinem Team noch einen Schritt weiter. Mein Ziel ist, eine organische Belastungssteuerung zu erreichen. Jetzt fragst du vermutlich: Was ist das, eine organische Belastungssteuerung?

Die Belastung entsteht aus Spielnähe oder realen Bewegungsanforderungen. Somit ist das Training flexibel und geeignet für heterogene Gruppen und unterschiedliche Tagesformen. Ich versuche meine Sportler zu selbstregulierenden Athleten zu erziehen, die ihre Intensität situativ ganzheitlich anpassen.

Fazit

Aus meiner Sicht geht es im Sport um Weiterentwicklung. Auf dem Spielfeld, im Team und auf der Trainerbank. Diesen Impuls will ich weitergeben und euch als Trainer und Trainerinnen einladen, euch zu hinterfragen, was für euch eine moderne Trainingsphilosophie im Nachwuchsleistungssport ausmacht. 

Für mich, bedeutet sie Folgendes:

  • alles miteinander verbinden, statt Dinge einzeln zu betrachten
  • flexibel bleiben, statt stur nach Plan zu trainieren
  • mehrere Faktoren gleichzeitig im Blick zu haben, statt nur einen
  • das Training an der echten Situation zu orientieren, statt an Theorie
  • auf langfristige Entwicklung zu setzen, statt nur auf schnelle Erfolge

Wer seine Eindrücke teilen will oder Fragen hat, darf gern Kontakt zu mir aufnehmen (zum Profil von Danijela Bradfisch). Oder kontaktiert meine Kollegen und Kolleginnen in eurer Nähe (zur Übersicht).

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Wolfgang Seidl: Weshalb Sinner und Alcaraz nicht nur Vorbilder für den Nachwuchs sind

Es ist selten, dass eine Generation gleich zwei Spieler hervorbringt, die das Tempo einer ganzen Sportart neu definieren. Jannik Sinner und Carlos Alcaraz tun genau das. Beide sind jung, explosiv, komplett und haben ein mental-taktisches Selbstverständnis, das für viele Spieler wie aus einer anderen Welt wirkt. Wer aktuell in den Top 50 spielt, spürt diese Verschiebung deutlich. Die Messlatte wurde nicht nur höher gelegt, sondern verschoben. Doch was bedeutet das für all jene, die Woche für Woche gegen diese Dominanz anspielen, im Wissen, dass sie vielleicht nie ganz oben ankommen werden? Und was bedeutet das für junge Spieler, die erkennen, dass manche Gleichaltrige bereits deutlich voraus sind?

Zum Thema: Wie die Tenniswelt mit der Dominanz von Sinner und Alcaraz umgehen kann

1. Akzeptieren, ohne zu resignieren

Die größte mentale Herausforderung beginnt oft im Kopf: „Wenn die zwei vorneweg alles gewinnen, was bleibt dann für mich?“ Genau hier trennt sich mentale Reife von mentaler Selbst-Sabotage. Es geht nicht darum, sich mit Sinner oder Alcaraz zu vergleichen, sondern darum, die Realität anzunehmen, ohne den eigenen Handlungsspielraum zu verlieren.

Eine harte, aber kraftvolle Wahrheit lautet: 

Du musst nicht der Beste sein, um in deiner Karriere Höchstleistungen zu bringen.

Viele Spieler stehen sich selbst im Weg, weil sie von Erwartungen geleitet werden, die ihnen nicht guttun. Momentum entsteht erst dann, wenn der Fokus wieder auf der eigenen Weiterentwicklung liegt. Sie verheddern sich oft im Vergleich mit Gleichaltrigen. Eine kleine Routine vor jedem Training oder Match hilft, den Fokus wieder dorthin zu lenken, wo er hingehört, ins eigene Einflussfenster.

Empfehlung: Nimm dir kurz eine Minute Zeit und notiere zwei Punkte:

  1. Eine Sache, die heute klar in deiner Kontrolle liegt.
  2. Eine Sache, die du bewusst loslässt, weil sie außerhalb deiner Kontrolle liegt.

Diese kurze Reflexion lenkt die Aufmerksamkeit weg von Rankings, Gegnern oder Talentfragen und zurück auf das, was du heute tatsächlich beeinflussen kannst.

2. Die mentale Energie verschieben

Viele Spieler verschwenden mentale Ressourcen auf den falschen Ebenen. Sie denken über Rankings, den nächsten Hype oder die übermächtige Konkurrenz nach. Doch Energie, die nach außen fließt, fehlt später im Match. Die zentrale Frage lautet:
Wohin fließt meine mentale Energie, und wofür brauche ich sie wirklich?

Top-50-Spieler, die trotz der Dominanz der Spitze konstant erfolgreich bleiben, haben eine gemeinsame Fähigkeit:
Es gelingt ihnen, sich in Training und Wettkampf konsequent auf ihren eigenen Weg zu konzentrieren. Nicht: „Wie schlage ich Sinner?“ Sondern: „Wie verbessere ich heute meine Fähigkeit, unter Druck aggressiv zu bleiben?“

Empfehlung: Vor jedem Training definierst du einen klaren Satz, wie „Heute bin ich der Spieler, der…“

Beispiele:

  • „…tiefe Positionen hält, auch wenn es unangenehm wird.“
  • „…bei jedem Fehler sofort nach vorne geht.“
  • „…körperliche Müdigkeit als Auftrag nimmt – nicht als Ausrede.“

Dieser Satz ist dein Handlungsfokus. Kein Ranking, kein Gegner, kein Sinner–Alcaraz-Vergleich.

3. Das eigene Profil schärfen

Ein oft übersehener psychologischer Faktor: Viele Spieler werden mental unstabil, weil sie kein klares Bild davon haben, wer sie als Spieler sind. Sinner und Alcaraz dominieren auch deshalb, weil ihre Identität glasklar ist:

  • Sinner: Präzision, Ruhe, Tiefe, Linienkontrolle
  • Alcaraz: Explosivität, Instinkt, Kreativität

Viele Spieler der Top 50 hingegen spielen „gut“, aber ohne ein klares mentales oder taktisches Profil. Die wichtigste Frage lautet: Wofür soll dein Spiel stehen, wenn man dir zusieht? Wer seine eigene Identität schärft, findet Stabilität, unabhängig davon, wer an der Spitze steht.

4. Was Nachwuchsspieler daraus lernen können

Kinder und Jugendliche erleben das Phänomen „zu gut, um erreichbar zu sein“ sehr früh. Manche entfalten sich dann überhaupt nicht mehr. Andere entwickeln eine Art chronische Selbstzweifel-Dynamik.

Deshalb ist es im Nachwuchs zentral, folgende Botschaft zu verankern: „Dein Weg entscheidet – nicht der Abstand zur Spitze.“

Mentale Entwicklung im Nachwuchs heißt nicht, die Besten zu jagen, sondern die eigene Robustheit, Widerstandskraft und Spielfreude aufzubauen.

Übung für Jugendliche: „3 Fortschritte, die niemand sieht“ 

Notiere dir nach jedem Training drei Dinge, die sich verbessert haben, aber im Ranking oder Score nicht sichtbar sind.

Beispiele:

  • „Ich habe schneller umgeschaltet nach Fehlern.“
  • „Ich fand nach einem Fehler sofort wieder meinen Fokus.“
  • „Ich habe mich getraut, beim 30:30 mutiger zu spielen.“

Diese Übung verhindert, dass junge Spieler früh das Gefühl bekommen, „nicht gut genug“ zu sein.

Abschließender Gedanke

Sinner und Alcaraz verändern das Tennis. Aber das bedeutet nicht, dass alle anderen Spieler automatisch verlieren. Im Gegenteil, ihre Dominanz zwingt uns, über Leistung und Entwicklung neu nachzudenken. Nicht jeder wird Grand-Slam-Sieger, doch jeder kann seine eigene Höchstform erreichen – mental, spielerisch, persönlich.

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Kann ich die zwei einholen?“

Sondern: „Wie gut kann ich werden, wenn ich mich auf meinen Weg fokussiere?“

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Dr. Julia Boie: Wie gelingt es, Kinder dauerhaft für Sport zu begeistern?

Oder andersherum gefragt: Was braucht es, damit Kinder dabeibleiben? Die einfache Antwortet lautet “Spaß”. Wenn Sportler*innen sich wohlfühlen und Spaß haben, bleiben sie ihrem Sport mit hoher Wahrscheinlichkeit treu. Dabei ist „Spaß haben“ nicht zu verwechseln mit laschem, undiszipliniertem Training – im Gegenteil. Emotionen beeinflussen unsere Leistung: Positive Gefühle spenden Energie, wogegen negative Gefühle Energie verbrauchen. Auch die Bereitschaft zu schwierigem und hartem Training wird durch eine positive Grundstimmung im Training gefördert.

Mehr zum Thema: Was braucht es, damit Kinder nicht die Lust am Sport verlieren? (Teil 1)

Fakt ist, um Jungen und Mädchen dauerhaft für sportliche Aktivitäten zu begeistern und sie an eine Sportart zu binden, müssen sie Spaß und Freude erleben. Ein Schlüssel liegt in bestimmten Bedürfnissen. 

Kinder (aber auch Erwachsene) haben Spaß am Sport, wenn ihre Bedürfnisse erfüllt werden: a) Das Bedürfnis nach Spiel und Bewegung, b) der Anreiz Neues zu lernen (Neugiermotiv), c) das Bedürfnis nach Anschluss an eine Gruppe (Anschlussmotiv) sowie d) das Bedürfnis, sich kompetent zu fühlen (Leistungsmotiv).

Bedürfnis nach Spiel und Bewegung

Das Bedürfnis nach Spiel und Bewegung kann meist weniger in den (notwendigen) Phasen erfüllt werden, in denen die Sportler*innen konzentriertes Techniktraining durchführen. Diese Phasen braucht es selbstverständlich, damit technische Verbesserungen erzielt werden können. Ich kann als Trainer*in aber in anderen Phasen des Trainings besonders darauf achten, dass ich das Training mit viel Spiel und Bewegung gestalte und dass alle eingebunden sind. Denn wenn die Sportler/innen immer wieder warten müssen, bis sie an der Reihe sind oder wenn Spiele gespielt werden, bei denen sie ausscheiden, wird das Training schnell langweilig. Ist das Training jedoch so gestaltet, dass sie sich viel bewegen können, sich in kleinen Gruppen mit vielen Spielgeräten (bspw. Bällen) ausprobieren können und die direkten Spielgegner in etwa gleich stark sind, dann wird diesem Bedürfnis Rechnung getragen.

Bedürfnis Neues zu lernen (Neugiermotiv)

Für das Bedürfnis Neues zu lernen (Neugiermotiv) braucht es neue, reizvolle Aufgaben, die Spannung ins Training bringen und die Kreativität und die Fantasie anregen. Abwechslungsreiche Inhalte, neue Methoden, aber auch Variationen bekannter Übungsformen erfüllen dieses Bedürfnis. Auf der anderen Seite geben Wiederholungen und die Möglichkeit, das eigene Können abzurufen, Sicherheit. Daher ist im Training eine gute Balance gefragt zwischen Neuem und Bekanntem.

Bedürfnis nach Anschluss an eine Gruppe (Anschlussmotiv)

Das Bedürfnis nach Anschluss an eine Gruppe (Anschlussmotiv) ist in seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzen und spielt auch für die Leistung eine große Rolle. Sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen und mit anderen, aber auch für andere, Aufgaben zu bewältigen, spielt im Sport eine große Rolle. Als Trainer*in kann ich den Teamzusammenhalt u.a. dadurch stärken, dass ich den individuellen Beitrag jedes und jeder Einzelnen für den Teamerfolg wertschätze und dass ich mit den Sportler*innen herausarbeite, wo die Stärken des Teams liegen und wie wir unseren Schwachstellen begegnen wollen. Als Trainer*in kann und sollte ich das Anschlussmotiv auch unterstützen, indem ich auf den Umgang der Teammitglieder untereinander achte und Cliquenbildung begegne.

Bedürfnis, sich kompetent zu fühlen (Leistungsmotiv) 

Schließlich ist auch das Bedürfnis, sich kompetent zu fühlen (Leistungsmotiv) ein Faktor, der den Spaß und die Motivation im Training beeinflusst. Die Sportler*innen können sich nur kompetent fühlen, wenn die Aufgabenschwierigkeit an ihren individuellen Leistungslevel angepasst ist. Für mich als Trainer*in bedeutet dies, dass ich mit den Sportler*innen individuelle mittelschwere Leistungsziele festlege, an denen dann strukturiert gearbeitet wird. Die Rückmeldung zum Leistungsstand bzw. Leistungsfortschritt erfolgt dann auch nicht im Vergleich mit den anderen Sportler*innen, sondern individuell im Vergleich zum eigenen Leistungsstand vor zwei bis vier Wochen. Gerade, wenn dabei Fehler passieren dürfen und als Lernmöglichkeit für die Sportler*innen kommuniziert werden, führt das Setzen individueller Leistungsziele zu verbesserter Leistung, zu mehr Selbstvertrauen, zu weniger Ängstlichkeit und zu mehr Freude am Sport.

Unterschiedliche Motive

Menschen unterscheiden sich darin, welche Motive bei Ihnen zur Zeit eine besondere Rolle spielen. Der eine ist momentan besonders motiviert durch Anschluss an eine Gruppe, die andere ist momentan besonders motiviert durch das Bedürfnis, sich kompetent zu fühlen. Wenn ich als Trainer*in mitbekomme, bei wem gerade welches Bedürfnis vorherrschend ist, kann ich darauf eingehen und die Ziele und Instruktionen entsprechend anpassen (Schüler & Wegner, 2015).

Zusätzlich kann ich mein Training bedürfnisorientiert gestalten, indem ich Phasen einbaue, in denen die Sportler*innen Spielraum bekommen, das Training selbst zu gestalten und etwas auszuprobieren. Ich kann Verantwortungsübernahme üben lassen, indem ich Wahlmöglichkeiten gebe, wie sie etwas üben möchten und es anschließend konstruktiv nachbesprechen. Generell ist es motivationsfördernd, wenn ich viel Raum für Bewegungslust und Spielfreude gebe.

Hinweis

Im zweiten Teil dieses Beitrags, der ab Mittwoch, 28. Januar 2026 (Link), zur Verfügung steht, wird das Thema Wettbewerb beleuchtet werden.

Meine Kolleg*innen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Dr. Julia Boie) stehen gern für Rückfragen bereit. Wir unterstützen Trainer*innen mit individuellen Coach-the-Coach-Programmen, arbeiten exklusiv mit Sportlern und Sportlerinnen, stehen für Vorträge und Workshops zur Verfügung und betreuen Eltern, deren Kinder im Sport aktiv sind.

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Die Sportpsychologen ist die größte Plattform für die Sportpsychologie im deutschsprachigen Raum. Lies in unseren über 1.500 Beiträgen oder nimm direkt Kontakt zu uns auf. Wir coachen, beraten, trainieren, bilden fort und helfen – denn über Erfolg im Sport wird nicht zuletzt im Kopf entschieden.

Mehr zum Thema:

Literatur:

Baumann, S. (2016). Psychologie im Jugendsport. Meyer & Meyer.

Schüler, J. & Wegner, M. (2015). Befinden und Motivation im Sport – Das Resultat einer Motiv-Sportziel-Passung. Zeitschrift für Sportpsychologie, 22, 1, S. 34-45.

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Stefanie Gramlich: Wenn Bewegungseinschränkungen beim Pferd das Ergebnis beeinflussen

Im Pferdesport kommt es wesentlich auf ein Miteinander zwischen Mensch und Tier an. Worin liegt aber der Schlüssel für gegenseitiges Vertrauen, gutes Teamwork, eine zielführende Körpersprache und einen würdevollen Umgang mit dem Lebewesen Pferd? Aus meiner Sicht geht es um eine fest umrissene geistige Einstellung und innere Haltung des Reiters gegenüber seinem Pferd, gepaart mit dem nötigen Einfühlungsvermögen für den Pferdekörper.  

Zum Thema: Vertrauen und gute Kommunikation zum Pferd

In der Fachliteratur wird betont, wie wichtig ein Einfühlungsvermögen für das Tier im Pferdesport ist: 

  • „Das geistige Gleichgewicht und die richtige Einstellung zum Pferde ist vor allem bei der Dressurausbildung notwendig. Kommt dem Reiter als Ergänzung des Verständnisses noch die Gabe des richtigen Diagnostizierens und Einfühlens in den Pferdekörper zu Gute, eine Gabe, die angeboren sein muss und durch Lernen und Erfahrung allein nicht erworben werden kann, wird er auch die schwierigste Aufgabe, die es im Sattel zu lösen gibt, die Dressur diffiziler oder vom Menschen verdorbener Pferde, meistern können.“ (Seunig, 1943; in Documenta Hippologica: von der Koppel bis zur Kapriole; Enzyklopädie des Reitens; 4. Nachdruckauflage, 2013).
  • „Um sich reiterlich im geistigen Gleichgewicht zu befinden, muss man auf Grund seines durch Erfahrung erzogenes, erarbeitetes und durch Studium der anatomischen Mechanik , sich seiner selbst bewussten gewordenes Gefühls, ein sicheres Verständnis dafür besitzen, was, wie viel und wie etwas in einem gegebenen Zeitabschnittes des Trainings vom Pferd verlangt werden kann und darf. Ferner muss der Reiter ein sicheres Verständnis dafür besitzen, wo die von der Natur einem Pferde gesteckten körperlichen Grenzen liegen, da es sich auch unter dem besten Reiter nur zu dem ihm möglichen Grade der natürlichen Veranlagungen entfalten und zur Vollendung gelangen kann.“ (Seunig, 1943)

Anforderungen an den Reiter

Neben einer guten Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Konzentration des Reiters gehören beim Reiten zu den Basiselementen die physische und psychische Losgelassenheit von Reiter und Pferd, um ein starkes Fundament gegenseitigen Vertrauens und eines erstklassigen Teamworks zueinander aufzubauen. Der Reiter trägt eine enorme Verantwortung für den Pferdekörper, die Pferdepsyche sowie gegenüber seiner eigenen mentalen Stärke, Gesundheit und körperlichen Fähigkeiten. 

Der Reiter muss sowohl seinen eigenen Körper, dessen Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, technische Geschicklichkeit und ein schnelles Reaktionsvermögen beherrschen als auch sein emotionales und psychisches Gleichgewicht kontrollieren können (Stichwort hier sind das sportpsychologische Training der Emotions- und Gedankenkontrolle).

Wahrnehmung als Schlüssel

Der Reiter ist aus der Würde gegenüber seinem Pferd dazu verpflichtet, seine Wahrnehmung darin zu schulen und zu verfeinern, was sein Pferd braucht, um dessen Bedürfnisse als Pferd, dessen Charakter, Individualität, Wohlbefinden und als Sportpartner zu erfüllen. Es gilt hierbei das Einfühlungsvermögen des Reiters in den Pferdekörper, der sensiblen Pferdepsyche, dem individuellen Bewegungsspektrum des Pferdes, dessen natürlichen Veranlagungen und Leistungspotentials zu trainieren und zu erkennen.

Ein professioneller Reiter muss stets abwägen und täglich neu entscheiden, wie viel und was er im täglichen Training, in den unterschiedlichen Jahreszeiten (Fellwechsel und körperliche Umstellung des Pferdes auf die Wintermonate) und zur Wettkampfvorbereitung er von seinem Pferd verlangen und fordern darf. Wie bei Leistungssportlern auch sollte das Training fürs Pferd stets abwechslungsreich und von Freude sowie eigene Motivation/Bewegungsfreude des Pferdes erfüllt sein (Hallentraining Dressur, Reitplatz Dressur, Geländetraining, lockeres Stangen- oder Springtraining, Bodenarbeit, tensegrales Training sind hierbei abwechslungsreiche Methoden), um sowohl die körperlichen Fähigkeiten des Pferdes als auch dessen psychische Stärke zu trainieren (Resilienz, Unerschrockenheit, innere Gelassenheit, körperliches „ausgelastet sein“ des Pferdes, Zufriedenheit, soziale Eingebundenheit in die Pferdeherde). Die Schnelligkeit des Leistungszuwachses bestimmt dabei das Alter des Pferdes und dessen körperlicher sowie psychischer Gesundheitszustand.

Konkretes Fallbeispiel:

13-jähriger Hannoveraner Wallach, mehrfach S-Dressur gewonnen und platziert, springt von einem auf den anderen Tag die Serienwechsel (fliegende Galoppwechsel) nicht mehr sauber aus der Hinterhand durch. Im Verhalten zeigt er sich zunehmend unruhig, wirkt hektisch, unzufrieden, starke Verspannung an der Muskulatur im Rückenbereich erkennbar, leichtes Schmerzempfinden beim Abtasten des Pferdeosteopathen in der Reaktion des Pferdes.

Ich empfehle, folgende Fragen zu formulieren:

  • Hat mein Pferd ein körperliches, physiologisches Problem? Kann er gerade auf Grund eines körperlichen Schmerzes meiner Hilfengebung nicht folgen?
  • Will mein Pferd meiner Anordnung nicht folgen, weil es meine Führungsqualitäten in Frage stellt (Rangordnung, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Austesten der Grenzen des Reiters, emotionale Stabilität)? 
  • Versteht mein Pferd meine Hilfengebung gerade nicht? Weiß mein Pferd nicht, was ich gerade von ihm in der Lektion und Ausführung will? 
  • Habe ich meine Hilfengebung korrekt und präzise gegeben (Schenkel-, Gewichts- und Zügelhilfen korrekt eingesetzt)?
  • Bin ich mental mit meinem Pferd verbunden oder ist dessen Aufmerksamkeit auf die äußere Umgebung gerichtet (z.B. andere Pferde auf der Koppel, Menschen auf der Tribüne, Hunde im Trainingsbereich)?

Bezogen auf das vorherige Beispiel war das Ergebnis, dass ein körperliches/ physiologisches Problem des Pferdes zu Grunde lag, welches jedoch durch den Pferdeosteopathen gut und schnell innerhalb weniger Monate behandelt werden konnte.

Das Ergebnis und Diagnose des Pferdeosteopathen lautete: Blockade im Iliosakralgelenk (dem Kreuzdarmbeingelenk) des Wallachs führt zu Schmerzen in diesem Bereich und hindert den Wallach daran die Galoppwechsel sauber aus der Hinterhand durchzuspringen.

Fazit

Das Kreuzbein, auch das „heilige Bein“ genannt, steht sinnbildlich für „das nach Vorne gehen“. Die Traglast findet hier ihren Ursprung („die Last wird getragen“). Das Kreuzbein steht auch für das Urvertrauen zum Leben. Wer dazu mehr wissen will, kann gern Kontakt zu mir aufnehmen.

Das Beispiel soll aufzeigen, wie wichtig es im Reitsport ist, sensibel auch das körperliche Wohlbefinden des Pferdes einzugehen. Gern helfe ich interessierten Reitsportlern und Reitsportlerinnen auf diesem Weg. Ich freue mich auf die Kontaktaufnahme (zum Profil von Stefanie Gramlich) und verweise auch gern auf meine Kollege und Kolleginnen im Netzwerk, die auch im Themenbereich Reitsport arbeiten (zur Übersicht).

Mehr zum Thema:

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Anmeldung: Muscle & Mind – Sicher begleitet zum Comeback (21. Februar 2026 in Köln)

Ort und Zeit:

  • PhysioSport PACE, Schanzenstraße 33, 51063 Köln (Link)
  • Samstag, 21. Februar 2026, 9 bis 18 Uhr

Kosten:

  • 149 EUR

Anmeldung:

Sie sind Arzt*in, Teammanager*in, Physiotherapeut*in, Trainer*in, Funktionär*in, Sportpsychologe*in, Spielerberater*in, Stakeholder, Vertreter*in Berufsgenossenschaft oder natürlich Sportler*in, dann sichern Sie sich hier die Teilnahme:

Mit dem Absenden dieses Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, E-Mail-Nachrichten von uns zu erhalten und verstehen, dass Ihre Kontaktinformationen bei uns gespeichert werden. Zudem gelten folgende AGB-Regelungen mit dem Kauf des Tickets als akzeptiert: 1. Das erworbene Ticket ist nicht auf andere Person übertragbar 2. Ein erworbenes Ticket kann bis zum 18. Februar 2026 storniert werden. 50% des gezahlten Preises werden durch den Veranstalter erstattet. 3. Eine Stornierung nach dem 18. Februar 2026 ist ausgeschlossen. 4. Das Ticketkontingent für die Veranstaltung ist begrenzt. Es besteht kein Anspruch auf den Kauf von Tickets, sobald das Kontingent ausgeschöpft ist. 5. Veranstalter und Ausrichter behalten sich vor, dass Event bei zu geringen Ticketverkäufen abzusagen. Bereits gezahlte Ticketkosten werden zu 100% erstattet.

Mehr Infos:

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Ideales Weihnachtsgeschenk: Muscle & Mind

Na, noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk? Etwas Besonderem? Etwas Einzigartigem? Dann hätten wir da was: Ein Ticket für unser Event Muscle & Mind am 21. Februar 2026 in der Pace Köln. Das Beste: Bis zum 31.12.2025 gibt es das Ticket noch zum Frühbucherpreis.

Zum Thema: Muscle & Mind – Sicher begleitet zum Comeback, Sa. 21. Februar 2026 in der PhysioSport PACE Köln

Unsere Veranstaltung richtet sich sowohl an SportlerInnen, TrainerInnen, PhysiotherapeutInnen, SportmedizinerInnen als auch an SportpsychologInnen. Aber genauso an TeammanagerInnen und Funktionäre, SteakholderInnen von Berufsgenossenschaften, SpielerberaterInnen oder JournalistInnen. Eben an alle jene, die mit dem Thema Verletzungen im Sport Berührungspunkte haben.

Wichtig: Bis zum Mittwoch, 31. Dezember, ist das Ticket zum Frühbucherpreis von 129 EUR statt 149 EUR zu haben. Damit wird das Ticket zu einem perfekten Präsent für das Weihnachtsfest.

Alle Informationen zum Event und zur Anmeldung gibt es hier:

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Renate Wigger: Sport oder Job – Wenn zwei Herzen in deiner Brust schlagen…

Mit Leidenschaft Profi-Sportler sein oder sich mit voller Hingabe in den Beruf stürzen? Renate Wigger berichtet über ihre Arbeit mit dem Schweizer Wintersportler Janik Riebli. Der Langläufer hat für sich einen Weg gefunden: Er nutzt regelmäßige Timeouts vom Sport, um bei seiner zweiten Leidenschaft Kraft zu tanken.

Zum Thema: Sportpsychologische Karrierebegleitung im Leistungssport

Seit mehreren Jahren arbeite ich mit dem Langläufer Janik Riebli im mentalen Bereich zusammen. Auf den ersten Blick entspricht Janik nicht dem typischen Bild eines Profisportlers. Auf seinem Instagram Profil finden sich etwa neben den erwarteten Bildern von Trainings- und Wettkampfsituationen auch viele Fotos, die nichts mit dem Alltag eines Sportlers zu tun haben.

Janik ist nicht nur ambitionierter Sportler, sondern auch leidenschaftlicher Bauer. Er hat eine Lehre als Landwirt abgeschlossen und hilft so oft wie möglich im elterlichen Betrieb in Giswil und auf der Alp mit. Dabei ist das für ihn nicht nur Arbeit, er blüht dabei sichtlich auf und findet grosse Genugtuung darin, etwa die 30 Kühe zu melken.

In unserer Arbeit haben wir dabei einige Fragen gesammelt: 

  • Ist es möglich, diesen beiden Leidenschaften gerecht zu werden? Wann kann es eine willkommene Ressource sein, auf dem Bauernhof zu arbeiten und wann eine Vergeudung von Energie sowie eine zu grosse Ablenkung? 
  • Wie kann er diese beiden Bereiche ohne innere Konflikte leben?
  • Für Janik hat sich auch die Frage aufgedrängt: Ist er denn wirklich ein Profisportler? (Er hatte selbst das Gefühl, nicht seinem Ideal eines Profisportlers zu entsprechen.)

Persönlichkeit im Fokus 

Das Persönlichkeitsmodell von Schulz von Thun beschreibt verschiedene innere Anteile oder „Stimmen“ einer Person als Mitglieder eines Teams, die bei Entscheidungen und im Innenleben miteinander diskutieren, streiten und zusammenarbeiten. Basierend auf diesem Modell hat Janik seine inneren Anteile benannt und wir versuchten gemeinsam herauszufinden, welche sich gut miteinander vertragen und welche in Konflikt geraten, wenn er als «Spitzensportler» oder «Bauer» unterwegs ist. Zum Beispiel erkannte er, dass der fleissige Bauer nicht nachvollziehen kann, dass der Sportler zur Regeneration nach intensiven Trainingseinheiten «nur faul» rumliegt. Diese unproduktive Phase ist für den fleissigen Bauern nicht akzeptabel, für den Sportler aber essentiell.

Daraus konnte Janik zwei unterschiedliche Mindsets entwickeln und nun bewusst wechseln. Als mögliches Visualisierungsmodell haben wir den Ego State Bus genutzt. Die Anteile, die sein Mindset in der entsprechenden Situation prägen, konnte er im Bus vorne hinsetzen. Damit hat etwa der «Entschlossene» in Wettkampfsituationen das Steuer in der Hand und wird vom Ehrgeizigen und dem Kämpfer auf den ersten Sitzen beraten. Anteile wie der Produktive oder der Sensible sitzen ganz hinten im Bus, weil diese keinen Einfluss erhalten sollen.

“Bus Mindset Sport”

Wenn Janik nun seinen «Bus Mindset Sport» mit der Positionierung seiner inneren Anteile anschaut, erkennt er auch den Profisportler. Vielleicht entspricht dies nicht zu 100% seinem Ideal, aber es ist SEIN Profil des Profis. Und damit kann er arbeiten.

TV-Beitrag:

In der wunderbaren Sendung Sportpanorama des SRF wurde ein sechsminütiger TV-Beitrag zu Janik Riebli gezeigt. Zu sehen ist der Film ab Timecode 3:30:

https://www.srf.ch/play/tv/sportpanorama/video/langlaeufer-janik-riebli-erwog-karriere-ende?urn=urn:srf:video:8a16dd3e-2565-4a0b-9ebc-f1daf8c8061f

Mehr zum Thema:

Literaturhinweis: 

Schulz von Thun F. & Stegmann, W. (2004). Das innere Team in Aktion. 9. Auflage. Hamburg: Rowohlt.

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Anke Precht: Wie finde ich einen neuen Verein oder ein neues Team? 

Wie geht es eigentlich, ein neues Team oder einen neuen Verein zu finden, wenn ein Wechsel ansteht? Entweder, weil man sich entwickelt möchte, oder weil es im alten Team keinen Platz mehr gibt?

Zum Thema: Sportpsychologische Tipps für Vereinswechsel

Die Gründe für einen Vereinswechsel können vielfältig sein. Abhängig von der Sportart, dem Alter und dem Leistungslevel. Die überwiegende Zahl der Sportler und Sportlerinnen hat kein professionelles Management, das sich darum kümmert, den perfekten Platz zu finden. Denn ein Management muss sich über einen Teil dessen finanzieren, was der Sportler verdient. Und das ist im Amateur-Bereich oder in Randsportarten einfach fast nichts. 

Dazu kommt, dass es in diesen Bereichen kein systematisches Scouting gibt. Es kann sein, ein Volleyball-Verein in Deutschland sucht eine Spielerin für die Diagonale. Ein paar Kilometer weiter in Frankreich, Belgien oder Österreich gibt es eine, und beide erfahren nie voneinander. Man weiß, was in der eigenen Liga passiert, schaut vielleicht Spiele der Liga direkt ober- oder unterhalb an, hört etwas von jemandem, aber das Finden oder Gefunden-Werden hat oft mehr mit dem Zufall zu tun als mit einer perfekten und geplanten Passung. 

Plädoyer für das Kümmern

Dass die meisten Sportler nicht das Optimum dessen finden, was für sie möglich wäre, wenn sie nicht aktiv suchen, ist eine Tatsache. Deshalb das Plädoyer an alle, die im Amateurbereich kicken, werfen oder laufen oder die in einer Sportart unterwegs sind, in der es zwar hoch professionell zugeht, aber keine professionellen Agenten dabei helfen können, den perfekten neuen Job zu finden: Kümmert euch selbst. Kümmert euch frühzeitig. Kümmert euch systematisch. Kümmert euch mit Nachdruck. Und seid euch nicht zu schade dafür, bei einem Verein oder einen Team anzuklopfen und euch vorzustellen. Es ist Teil eines professionellen Mindset: Ein Sprinter wartet nicht auf die Erlaubnis, um als Erster durch’s Ziel zu kommen. Er tut täglich alles dafür, dass das möglich ist, im Training, mit seiner Ernährung, ordnet viel dem Sport unter. Die Suche nach dem passenden professionellen Support durch Team, Verein und Sponsoren ist Teil davon. Nur wenn diese Unterstützung da ist, kann sich der Sprinter auf seine eigentlichen sportlichen Aufgaben konzentrieren. Darum muss er sich diesen Support genauso entschlossen suchen, wie er jeden Tag sein Training angeht. 

Wie geht das nun mit der Suche?

1. Recherche: Wer könnte zu mir passen? Wer spielt da auf meiner Position? Wie ist der Verein da ausgestattet? Kann ich etwas in Erfahrung bringen darüber, wie da die Vertragslage ist? Wird vielleicht jemand diesen Verein verlassen? Wenn nicht, und es wäre der perfekte Verein, trotzdem nachfragen. Denn es passiert immer wieder, dass jemand seinen Vertrag frühzeitig auflöst oder aufgrund gesundheitlicher oder anderer Themen (zum Beispiel einer Schwangerschaft) frühzeitig zurücktritt. Zur Recherche gehört auch, in Erfahrung zu bringen, wie es praktisch im neuen Verein zugeht: Wer kennt jemanden, der jemanden kennt, der da spielt und Auskunft geben kann? Und wer ist Ansprechpartner? Im Mannschaftssport ist das in der Regel die Sportliche Leitung. Gibt es dir nicht, der Vorstand, manchmal auch ein Trainer oder eine Trainerin. 

2. Kontaktaufnahme: Die darf telefonisch oder per Message passieren. Dort geht es erst einmal darum, grundsätzliches Interesse zu signalisieren. Eventuell gepaart mit der Bitte, die Anfrage vertraulich zu behandeln. Und mit der Bitte um einen Termin zum Telefonieren, ein Online-Treffen oder am besten für ein Live-Treffen, wenn der Verein oder das Team in der Nähe sind. Lässt sich der Gesprächspartner darauf ein, ist schon einmal grundsätzliches Interesse da.

3. Die eigene Perspektive schildern: Wie ist dein Leistungsstand? Was sind deine Ziele? Warum glaubst du, der Verein oder das Team könnten passend für dich sein? Und ganz wichtig: Aufzeigen, wie du dem Team weiterhelfen möchtest. Stell auch selbst Fragen: Was sind die Ziele des Teams? Des Trainers oder sportlichen Leiters? Ihr könnt abgleichen, ob die Ziele zusammenpassen. Und frag natürlich auch, ob es denn sein könnte, dass sie jemand Neuen holen möchten. Was du unbedingt vermeiden solltest: Über den bisherigen Verein oder das Team schimpfen, auch wenn nach den Gründen für den Wechsel gefragt wirst. Über den aktuellen Arbeitgeber lästern oder klagen macht immer einen schlechten Eindruck, egal wie berechtigt es sein mag. Es ist in Ordnung, wenn du im Gespräch sagst, dass sich Ziele unterschieden haben, dass du nicht die Spielzeiten bekommen hast, die du dir gewünscht hast, oder dass du nicht gut mit dem Material zurechtgekommen bist. Bleib aber immer respektvoll und behalte den Fokus auf der Zukunft und dem, was man gemeinsam auf die Beine stellen kann.

4. Sprich im ersten Termin noch nicht über Geld, selbst wenn du gefragt wirst. Erst braucht es eine Einigung hinsichtlich der Perspektiven. Dann kann man einen guten Kompromiss finden. Das kannst du auch so sagen.

5. Wenn es dann ernst wird, bitte den Verein oder das Team um ein Angebot. Dann siehst du, was abgesehen vom Gehalt, wenn es denn eins gibt in deinem Sport, noch angeboten wird. Was wird dir für Material gestellt? Fahrten und Übernachtungen? In welcher Qualität? Nahrungsergänzung, ein Fahrzeug? Wie sind die Möglichkeiten, selbst weitere Sponsoren zu gewinnen und ihnen Platz auf dem Trikot zu gewähren? All das ist ebenfalls Geld wert und sollte berücksichtigt werden. Und am allerwichtigsten: Wie sind die Entwicklungsmöglichkeiten für dich im neuen Verein oder Team? Kannst du da viel lernen, bringt es dich weiter? Das ist der wichtigste Faktor, wenn du langfristig denkst. 

6. Nun geht es an’s Verhandeln. Wenn du weißt, der Verein kann nicht mehr bezahlen, kannst du vielleicht ein Auto zur Nutzung heraushandeln, wenn der Verein da einen Sponsor hat, oder andere Zusatzleistungen. Auch die Hilfe bei der Suche nach einer Wohnung oder ein zur Verfügung gestelltes Zimmer kann etwas sein das anzubringen sich lohnen kann. 

7. Lass nicht zu schnell locker. Es ist normal, dass eine professionelle Verhandlung durch mehrere Phasen geht. Der Vertreter des Vereins oder Teams hat die Aufgabe, möglichst gute Athleten für möglichst wenig Kosten zu gewinnen. Das ist nichts Persönliches, er macht seinen Job. Du möchtest einen möglichst guten Verein und möglichst viel für deine sportlichen Anstrengungen bekommen. Die Interessen sind also in manchen Bereichen entgegengesetzt. Darum lohnt es sich, immer wieder die Gemeinsamkeiten zu betonen („Ihr wollt aufsteigen, ich will es auch, und ich bin bereit, alles dafür zu geben!“) und dann die eigenen Vorstellungen zu verteidigen. Wichtig: Ein für den angestrebten Bereich hoher Gehaltswunsch muss begründet werden. Keine Begründung ist: „Ich bin es wert.“ Oder: „Letzte Saison hatte ich X, ich möchte mich schon ein bisschen verbessern.“ Gute Begründungen sind: „Ich habe mich die letzten zwei Jahre konstant verbessert und werde das weiterhin tun.“ Oder: „Ich habe in dieser Liga schon gespielt und kann deshalb eine Führungsrolle im Team übernehmen.“ Oder: „Ich habe einen persönlichen Athletik-Trainer / Sportpsychologen / Physio, außerdem lege ich viel Wert auf eine ausgewogene Ernährung, dafür brauche ich pro Jahr den Betrag X. Darüber hinaus muss ich von etwas leben. Darum brauche ich XX, damit ich weiterhin auf diesem hohen Niveau trainieren und abliefern kann.“ 

Sportpsychologen helfen bei kommunikativen Herausforderungen über diese Themen hinaus. Nehmt gern Kontakt auf, zu meinen Kollegen und Kolleginnen (zur Übersicht) in deiner Nähe oder zu mir (zum Profil von Anke Precht)

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Björn Korfmacher: Mentale Stärke – alles nur Softskills?

In Deutschland besteht noch immer eine gewisse Skepsis gegenüber der Sportpsychologie. Über die Gründe dafür wird bis heute gerne diskutiert. Da geht es um Trainer, die sich nicht ins Handwerk pfuschen lassen wollen; um Athleten, denen man keine psychischen Probleme unterstellen will; um die Zeit, die zwischen Athletik-, Taktik- und Technikeinheiten für Mentaltraining fehlt; oder um das rote Tuch der geistigen Umerziehung, die hierzulande historisch bedingt einen schweren Stand hat. Ein wichtiger Grund aber wird kaum genannt: Mentale Stärke ist für viele nicht klar definiert – und genauso unklar ist dann auch, was man mit Mentaltraining erreichen kann.   

Zum Thema: Mentale Stärke verstehen und trainieren

Was dabei rumkommt, wenn ein Fußballer an seiner Kondition arbeitet, ist klar: Ein Athlet, der 90 Minuten Vollgas geben kann. Ebenso gut kann man sich die Erfolge vorstellen, wenn ein Boxer an seiner Beweglichkeit arbeitet. Oder andersrum: Man stelle sich vor, ein Eishockey- oder Footballspieler würde kein Krafttraining machen und sich weigern, Muskeln aufzubauen. Den Zusammenhang zwischen Training und sportlichem Erfolg muss man hier nicht erklären. Wenn es aber um Mentaltraining geht, fehlt diese Klarheit oft. 

Tatsächlich fällt es vielen Sportlern schwer, das Spektrum der mentalen Stärke zu benennen und zu begreifen – häufig wird sie auf einen Aspekt reduziert: Kampfgeist. Das mag daran liegen, dass in den Medien die Mentalität fast ausschließlich in diesem Zusammenhang genannt wird. Wenn eine Mannschaft mental stärker war als die andere, dann hatte sie mehr Biss. Wenn ein Tennisspieler mental schwach war, dann heißt das, er hat zu früh aufgegeben. Mentale Stärke ist aber noch viel mehr – zum Beispiel Konzentrationsfähigkeit, Emotionskontrolle, Resilienz, Selbstvertrauen, Disziplin oder Entspannungsfähigkeit. Im Vergleich zu einer starken Rückhand, einem harten Schuss, einem schnellen Antritt oder einer phänomenalen Ballkontrolle sind das zweifellos Softskills. Aber:  Die können hart den Unterschied machen und später unter den ganzen Talenten die Spreu vom Weizen trennen.   

Mentale Stärke ist lernbar

Bei Softskills geht man oft davon aus, dass sie angeboren sind – so etwas eignet man sich nicht an. Man bekommt es in die Wiege gelegt oder auch nicht. Entweder, man ist der Coole oder der Nervöse. Extrovertiert oder schüchtern. Fokussiert oder zerstreut. Dynamisch oder lethargisch. Mutig oder feige. Typ Steh-auf oder Kopf-in-den-Sand. Der eine ist nah am Wasser gebaut, der andere zeigt keine Emotionen. Solche Dinge werden oft als angeborene, unabänderliche Charaktereigenschaften wahrgenommen. Doch Softskills wie die Eigenschaften der mentalen Stärke lassen sich sehr wohl trainieren. 

Mit gezielter Denk- und Bewusstseinsarbeit lassen sich neue neuronale Netzwerke bilden, die dann zu neuem Denken und neuem Verhalten führen. Dem zugrunde liegt die Neuroplastizität – die Formbarkeit des Gehirns. Und nichts anderes steuert unsere Emotionen und unsere Bewegungen als das Gehirn. Und was gilt es, im Wettkampf zu kontrollieren? Emotionen und Bewegungen! 

Fazit:

Mentale Stärke ist kein unsichtbares Beiwerk und auch keine zufällige Charaktergabe, sondern ein Trainingsfeld wie jedes andere. Was im Sport als „Softskill“ abgetan wird, ist in Wahrheit oft der Unterschied zwischen Talent und Erfolg. Mentale Stärke sind trainierbare Schlüsselfaktoren, die Siege ermöglichen, Karrieren verlängern und Persönlichkeiten formen. 

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Nathalie Klingebiel: Kreuzbandriss und Kopfzerbrechen – wie Verletzungen uns auch mental beeinflussen

Verletzungen im Sport gehören dazu und könnten unterschiedlicher nicht ausfallen. Das zeigt auch die aktuelle Verletztenliste in der 1. Bundesliga. Von kleineren Blessuren bis hin zu schwerwiegenden Verletzungen inklusive mehrfachen Operationen ist alles dabei. Alle Betroffenen verbindet der Wunsch, möglichst schnell wieder auf dem Platz zu stehen und ihrer Mannschaft zu helfen. Dass das nicht immer so einfach ist, auch davon können einige Spieler ein Lied singen. Benjamin Henrichs von RB Leipzig beispielsweise laboriert bereits seit elf Monaten an einem Achillessehnenriss. Daniel-Kofi Kyereh vom SC Freiburg fehlt seiner Mannschaft sogar schon seit zwei Jahren und neun Monaten aufgrund eines Kreuzbandrisses. Beide verfolgen einen auf sie individuell zugeschnittenen Reha-Plan und machen dabei auch Fortschritte. Trotzdem wurden sie immer wieder durch zahlreiche Rückschläge zurückgeworfen und mussten sich sogar jeweils einer zweiten Operation unterziehen. Ein Comeback in der Bundesliga? Für Henrichs und Kyereh eine Frage, die sie sich vermutlich tagtäglich stellen. Eine konkrete Antwort gibt es für sie darauf jedoch leider nicht. 

Zum Thema: Umgang mit Verletzungen

Henrichs und Kyereh. Natürlich sind das beides extreme Beispiele. Aber egal, ob man nun mehrere Monate bis Jahre oder „nur“ einige Tage bis Wochen ausfällt – Verletzungen gehen an keinem Sportler spurlos vorbei. 

  • „Was ist, wenn ich länger ausfalle als geplant?“ 
  • „Ich habe Angst, mich erneut zu verletzen“
  • „Was passiert, wenn ich nach der Verletzung nicht mehr so gut performen kann wie davor?“
  • „Ich habe mehr und mehr das Vertrauen in meinen Körper verloren“

All das sind typische Gedanken, die mit einer Verletzung einhergehen (können). Hier ist erst einmal wichtig zu erwähnen, dass das natürlich ganz normal ist. Problematisch wird es, wenn diese Gedanken immer mehr werden und sich zu einer Negativspirale entwickeln. Dann dreht sich das Leben auf einmal nur noch um die Verletzung, sowohl physisch als auch psychisch. Durch die zunehmende Beschäftigung mit der eigenen Situation kann irgendwann sogar der Alltag so stark beeinträchtigt werden, dass Betroffene sich selbst bei gewöhnlichen Tätigkeiten eingeschränkt sehen. Im schlimmsten Fall können Verletzungen sogar in Depressionen und Angststörungen münden. 

Achtsamkeit und Akzeptanz 

Was kann man nun also konkret dagegen tun? Was ist der beste Weg, eine Verletzung nicht zu groß werden zu lassen? Natürlich ist der Umgang mit Verletzungen genauso individuell wie Verletzungen selbst – nichtsdestotrotz gibt es einige Strategien und Ratschläge, die von jedem und jeder angewendet werden können. 

Am wichtigsten ist es, sich während der verletzungsbedingten Ausfallzeit in Achtsamkeit und Akzeptanz zu üben. Genauer gesagt heißt das, die Perspektive einzunehmen „Ich kann zwar nicht mehr ändern, dass ich mich verletzt habe. Ich kann aber beeinflussen, wie ich selbst damit umgehe“. Darüber hinaus können auch Achtsamkeitsübungen wie progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training dabei helfen, den eigenen Körper im Ganzen zu spüren und sich nicht nur auf die Verletzung zu fokussieren bzw. man kann dadurch die verletzte Stelle auch ganz bewusst als Teil des Körpers wahrnehmen und erkennen, dass dieser trotzdem noch wie vorher funktioniert.

Raum für positive Dinge

Wie bereits beschrieben, können Verletzungen alltagsbestimmend sein und somit auch das soziale Umfeld beeinflussen. Freunde und Familie fragen sich dann häufig, was sie tun können, um zu unterstützen. Hier heißt die Devise: Ablenkung! Gemeinsame Unternehmungen, die trotz der Verletzung möglich sind, helfen den Betroffenen auf andere Gedanken zu kommen und mal nicht ausschließlich die Verletzung im Kopf zu haben. Zudem kann es schon Wunder bewirken, einfach ein offenes Ohr zu bieten und die Verletzung ganz bewusst mal nicht zu thematisieren, sondern über ganz belanglose Dinge zu sprechen. So rückt die Verletzung in den Hintergrund und bietet Raum für alltägliche und positive Dinge. Dadurch merken die Betroffenen auch, dass ihre Verletzung nicht den ganzen Tag oder ihr ganzes Leben einnimmt. 

Ganz generell gesprochen können Sportler versuchen, insgesamt mental stabiler zu sein, um mit Rückschlägen (wie z.B. Verletzungen) besser umgehen zu können. In einem Wort zusammengefasst: „Resilienz“ ist das, worauf es ankommt. 

Genau deshalb ist es auch so wichtig, während der Reha nicht nur aus athletischer Sicht an einer Rückkehr zu feilen, sondern auch den mentalen Umgang mit der Verletzung zu begleiten – im besten Fall mit Hilfe sportpsychologischer Unterstützung. Meine KollegInnen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Nathalie Klingebiel) stehen gern parat.

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