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Sportpsychologin Mariel Geppert: Bei der U19 WM der Frauen sofort im Fokus

Mariel Geppert ist meistens nahezu unsichtbar. Erst auf den zweiten Blick fällt die Frau im Trainingsanzugsoberteil, Polo und Jeans auf, die bei der U19 WM der Frauen in Italien zum Staff der deutschen U19 Floorball-Nationalmannschaft zählt. “Sportpsychologin” steht auf ihrer Akkreditierung und genau das ist sie: Eine, die sich um die mentale Ebene von sportlicher Leistung und Wohlbefinden kümmert. Bei der WM im italienischen Badeort Lignano Sabbiadoro ist sie sofort gefragt.

Dabei ist es ein eher großer Zufall oder sogar das Ergebnis eines sportlichen Dramas, dass Mariel Geppert in Italien dabei ist. Denn eigentlich betreut sie vor allem das Männerteam von Alba Berlin. Die Basketball-Profis sind trotz eines “Monster-Comebacks”, wie der Streaming-Dienst Dyn meinte, Anfang April im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden. “Dadurch bekam ich für die WM freie Bahn. Und durch den Umstand, dass sich Floorball Deutschland und mein Netzwerk Die Sportpsychologen beim Final4 in Zwickau über die Details unserer Kooperation verständigt haben, konnte ich gleich loslegen”, sagt Geppert, die im Floorball kein unbeschriebenes Blatt ist. Seit mehreren Monaten betreut sie das Damen-Bundesligateam BB United. Für deren Trainer Niklas Wagnet “die beste Entscheidung, die ich meiner Laufbahn getroffen habe. Sie hat als Mannschaft und als Gruppe so viel besser gemacht.”

Bei der WM hat Mariel Geppert von Minute eins mehr als gut zu tun. Denn im Auftaktmatch gegen Japan bleibt die deutsche Mannschaft hinter ihren Erwartungen zurück. Gegen die Asiatinnen reicht es nur zu einem 4:4-Unentschieden. Ein unglücklicher Start, der auch davon beeinflusst wurde, dass sowohl Trainer Kevin Buckermann als auch Leistungsträgerinnen wie Michele Siedenberg aus Wernigerode, Linnea Könnecke von den Frankfurt Falcons oder Felina Weber vom SC Potsdam wegen der bundesweiten Mathematik-Abiturprüfung im Aufgebot fehlten. Mariel Geppert über ihre Eindrücke nach dem Remis zum Auftakt: “Im ersten Moment waren sie natürlich etwas geknickt, doch schon beim gemeinsamen Mittagessen war die Stimmung wieder deutlich gelöster – es wurde gelacht und wir konnten auch über andere Themen sprechen. Am Abend haben wir uns dann nochmal als Gruppe zusammengesetzt und uns gemeinsam ausgetauscht. Dabei lag der Fokus vor allem auf den Dingen, die beeinflussbar sind und die für die Spielerinnen persönlich wichtig bleiben.”

Sportliche Ziele und Druck

Das sportliche Ziel der deutschen Mannschaft ist der Sprung unter die Top Acht-Nationen. Allerdings führt der Weg dorthin ausschließlich über den ersten Platz in Vorrundengruppe C. Der Druck nach dem verpassten Sieg im ersten Spiel gegen Japan ist also immens. Spannend: U19 Bundestrainer Kevin Buckermann formulierte einen besonderen Arbeitsauftrag an Sportpsychologin Mariel Geppert. Sie solle ihn insbesondere in der Vorbereitung und im Umgang mit Spielen unterstützen, in dem die deutsche Mannschaft als Favorit aufläuft. 

Im zweiten WM-Spiel gegen Kanada muss die deutsche Mannschaft also liefern. Und die Spielerinnen liefern am Donnerstagabend: Kanada wird mit 14:0 besiegt. Der Showdown in der Gruppe, so wollen es die kreativen Spielplan-Architekten, findet am Freitagabend gegen die Gastgeberinnen aus Italien statt. Wieder eine besondere Konstellation. Mariel Geppert zu dem Spiel, welches die deutsche Mannschaft nun gewinnen muss, um Gruppenerster zu werden: „Italien erweist sich als stärkerer Gegner, auch weil sie die Mannschaft vor der WM nochmal verstärkt haben. Das Ziel ist klar formuliert, deshalb sind alle Spiele von Bedeutung – und ein Sieg gegen Italien notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Das wirkt natürlich auf die Spielerinnen, weil jede um ihre Verantwortung weiß, sie sich gleichzeitig aber auch als Team stützen und stärken können, besonders in schwierigen Phasen.”

Sollte Deutschland mit einem Sieg gegen Italien tatsächlich Gruppenerster werden, steht am Samstag ein Playoff-Match gegen ein Team aus den beiden Top-Gruppen an. Die nächste Herausforderung für die junge deutsche Mannschaft. Sportpsychologin Mariel Geppert relativiert: “Natürlich werden solche großen Momente oft an Ergebnissen festgemacht. Gleichzeitig geht es bei einer WM aber auch um die Freude und die Liebe zum Sport – um gemeinsame Erfahrungen, Erinnerungen und das, was über das Spielfeld hinaus verbindet. Die Teilnahme prägt Spielerinnen darin, mit Drucksituationen und den Erwartungen von außen, aber auch den eigenen Ansprüchen umzugehen. Besonders wichtig ist dabei das Erleben von Selbstwirksamkeit – also die Erfahrung, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Gleichzeitig wachsen viele persönlich daran, Verantwortung im Team zu übernehmen und sich auch in stressigen Momenten selbst zu vertrauen.”

Alle WM-Spiele werden über die App des Weltverbandes per Livestream übertragen: www.floorball.sport – alle Links und Spielpläne finden sich auf der Eventseite des Ausrichters: https://www.italiafloorball.it/

Weitere Zusammenarbeit mit Die Sportpsychologen

Nach der Weltmeisterschaft wird Mariel Geppert weiter für Floorball Deutschland tätig bleiben. Die Berlinerin ist Teil des Teams von Die Sportpsychologen, welches Floorball Deutschland in den kommenden Jahren begleiten wird. Sebastian Blink, Sportdirektor von Floorball Deutschland: ”Wir haben ein umfangreiches Konzept beim DOSB eingereicht, welches bewilligt wurde. Entsprechend haben wir für die sportpsychologische Betreuung der Nationalteams eine bislang nie vorhandene finanzielle Mittel zugesagt bekommen.”

Das sportpsychologische Konzept für Floorball Deutschland hat Prof. Dr. Oliver Stoll, einer der bekanntesten deutschen Sportpsychologen und früherer Präsident von Floorball Deutschland, entwickelt. Die Umsetzung, so einer der Köpfe des Netzwerkes Die Sportpsychologen, wird Neuland: “Wir haben durch die Offenheit und das Vertrauen von Floorball Deutschland ein hoch innovatives Programm entworfen, welches es in dieser Form bei keinem anderen deutschen Spitzensportverband gibt. Mit dem Netzwerk freuen wir uns sehr, die Idee Stück für Stück umzusetzen.”

In den kommenden Monaten werden wir, auch mit der Unterstützung von Floorball Deutschland Nationalteam-Sponsor Nordic Minds, regelmäßig von der sportpsychologischen Arbeit bei Floorball Deutschland berichten. Wir setzen den Fokus dabei auf die Nationalteams, die WM-Endrunden und das Pokalfinalwochenende Final4. Prof. Dr. Oliver Stoll: “Beim Final4 werden wir Angebote an Trainer und Trainerinnen, Eltern sowie Spieler und Spielerinnen machen. Die Floorballszene kann gespannt sein.”

Du willst mehr wissen?

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Mehr Infos:

www.floorball.de

Fotos: Virginia Kunkel

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Die Sportpsychologen: Du fragst, wir antworten

In vielen Spielsportarten geht es in die heiße Phase. Oft erreichen uns in diesen Wochen sehr konkrete Anfragen von Sportlerinnen und Sportlern, die sich kurz vor einem bestimmten Event hilfesuchend an unser Expertenteam wenden. Meist verbunden mit der Unsicherheit, ob in der Kurzfristigkeit noch etwas machbar sei? Pauschale Antworten gibt es darauf natürlich nicht. Aber wir haben einen Vorschlag: Trag hier deine Frage ein und unsere Experten und Expertinnen liefern dir einige Anstösse. Wenn du damit etwas anfangen kannst, nimm gern gezielt zu der Person auf, die dir den Tipp geschenkt hat. Ihr seid sofort im Thema und ein ganz wichtiger Schritt, um voranzukommen, ist getan.

Zum Thema: Fragen an Die Sportpsychologen

Egal, wo der mentale Schuh drückt. Wir von Die Sportpsychologen sind für dich da, wollen dir ganz konkret helfen. Da wir immer häufiger Anfragen von SportlerInnen, TrainerInnen oder Eltern bekommen, die gezielt unseren Rat suchen, bauen wir unseren Service aus. Wir bieten dir über ein einfaches Formular an, deine Anfrage loszuwerden. Einer oder vielleicht gleich mehrere ExpertInnen aus unserem Netzwerk antworten darauf. Das Wissen soll dir weiterhelfen. Und wenn du bei der Umsetzung unsere Hilfe brauchst oder du mehr wissen willst, nimm Kontakt zu unseren ProfilinhaberInnen aus deiner Sportart und/oder in deiner Nähe auf.

Wichtig: Die Antworten zu deiner Anfrage veröffentlichen wir anonymisiert, lediglich mit der Angabe der Sportart, der Alters- und Leistungsklasse. Die Idee dahinter ist, dass du dir für andere Themen Anregungen holen und die Arbeitsweise unsere ExpertInnen aus dem Netzwerk kennenlernen kannst. Bitte hab auch Verständnis, dass sich sehr spezielle Fragen ggf. gar nicht öffentlich beantworten, sondern wir uns nur persönlich bei dir melden. Gut zu wissen ist auch, dass sich manche komplexe oder individuellen Fragen nur sehr schwer pauschal beantworten lassen. Wenn wir das Gefühl haben, dass dein Anliegen besser in einem 1:1-Gespräch bearbeitet werden sollte, geben wir dir bescheid.

Zeit für eure Fragen

Nutzt das hier folgende Formular, um eure Fragen loszuwerden:

    Hinweis: Dieser Service von Die Sportpsychologen ist kostenlos. Kosten entstehen erst, wenn du dich mit einem Experten oder einer Expertin aus unserem Netzwerk auf eine Zusammenarbeit verständigst.

    Wie die Zusammenarbeit funktioniert:

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    Pia Festl-Wietek: Verletzungen brauchen einen Plan

    Wenn du dich verletzt, fühlst du gleichzeitig alles, alles auf einmal und gleichzeitig aber auch nichts. Wenn dann jemand zu dir kommt und sagt, sieh deine Verletzung doch positiv oder als Chance an, dann weiß ich, was du denkst. Neutral formuliert: So etwas will man dann eigentlich nicht hören. So war es bei mir, ich habe mich am Sprunggelenk verletzt und den ersten Tag habe ich alle Gefühle zugelassen. Das ist mein erster Tipp für dich. Lass diese Emotionen zu! Es ist zwar nicht einfach, aber du darfst in dieser Situation alles fühlen. Zumindest für 24 bis 48 Stunden (das ist meine Regel für mich). Das heißt nicht, dass du später nicht auch alle Emotionen zulassen sollst, aber gerade in der Anfangsphase ist das wichtig. Entscheide dich danach bewusst dazu, deine Perspektive zu wechseln. Denn am Ende gilt doch: Deine Verletzung ist eine Chance, wenn du diese sehen willst und kannst. Dann greif zu.

    Zum Thema: Umgang mit Verletzungen

    Nach dieser Zeit machst du dir einen Plan. Unterhalte dich mit deinem Arzt, deinem Physiotherapeuten, Athletiktrainer und Sportpsychologen, denn zu dem Plan gehört, dass du genau verstehst, was diese Verletzung für dich bedeutet. Vor allem solltest du dich auch bemühen, den Behandlungsplan zu verstehen. Wie wichtig das ist, habe ich bei mir gemerkt. Denn mir wurde nicht sofort gesagt, wie meine Reha ablaufen wird und das hatte eine mentale Auswirkung. Ich wusste nicht, was ich zu tun habe. Ich habe keine kleinen Ziele gesehen. Mir fehlte ein Behandlungsplan. Ein Plan, der aufzeigt, was du aktiv in der körperlichen Reha machen sollst. Und was du mental unternehmen kannst.

    Es geht darum, dass du dein Selbstvertrauen wieder aufbaust, damit du stärker in deinen Sport zurückkehrst. Durch den Plan fällt es dir leichter, kleine Fortschritte zu sehen. Denn dann konzentrierst du dich genau darauf. Du kommst ins Handeln und schaust nicht nur zu, wie deine Verletzung wieder heilt. 

    Verletzungen brauchen Routinen

    Dein Plan für deine Verletzung: 

    • Lass alle Emotionen für 24 – 48 Stunden zu. 
    • Versteh, was die Verletzung für dich bedeutet. 
    • Entwickle zusammen mit deinem Umfeld einen Reha-Plan.
    • Achte auf deine mentale Reha – werde mental stärker. 
    • Mach dir die kleinen Fortschritte bewusst.

    Wenn du verletzt bist, dann tendierst du wahrscheinlich auch als erstes dazu, alle Routinen über Bord zu werfen. Was sollst du denn jetzt mit diesen Routinen machen, wenn es dir vielleicht durch deine Verletzung nicht mehr möglich ist? Dabei sind doch genau diese Routinen so wichtig, denn sie geben dir ein Gefühl von Sicherheit und Normalität. Denn so hast du es schon immer gemacht.

    Eine Frage der Routinen

    Warum hörst du dann aber genau mit diesen Routinen auf? Im ersten Moment bist du vielleicht überfordert – so ist es zumindest bei mir gewesen. In dieser Phase siehst du nur noch, was du nicht mehr machen kannst, dass du vielleicht deinen Sport nicht mehr ausüben kannst. Was du nicht siehst, ist, was du noch alles machen kannst, also was du kontrollieren kannst. 

    Während meiner Verletzung habe ich gelernt: Ich kann meine Verletzung nicht kontrollieren, aber ich kann meine Routinen kontrollieren. Darauf solltest du also deinen Fokus lenken. Deine Routine verfolgt ein Ziel und gerade in diesen Momenten richtest du deine Routine darauf aus, dass sie dich bestmöglich in deiner Rehabilitation unterstützt. Frage also aktiv: Welche Übungen aus der Physiotherapie oder aus dem Athletiktrainer darfst du einbauen? 

    Vielleicht ist das auch nicht deine erste Verletzung, dann mach dir bewusst, was dir schon mal geholfen hat. Es geht darum, dass du ins Tun kommst. Eine Verletzung ändert einiges, deine Routinen bleiben die gleichen. 

    Hier meine drei Tipps für deine Routinen: 

    • Routinen, die dir gut tun, behältst du bei.
    • Deine Routinen sollen die Reha deiner Verletzung unterstützen.
    • Pass Routinen an, wenn du sie so nicht mehr ausführen kannst, höre aber nicht mit ihnen auf.

    Meine Kollegen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Pia Festl-Wietek) helfen dir gern, wenn du verletzt bist und stärker wieder zurückkehren willst.

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    Danijela Bradfisch: Emotionale Werdegänge mit Lea Ouedraogo

    Was haben Karrieren, Lebenswege und sportliche Laufbahnen mit Emotionen zu tun? Dieser Frage geht Danijela Bradfisch von Die Sportpsychologen mit der Basketballerin Lea Ouedraogo und Prof. Dr. Oliver Stoll aus dem Netzwerk Die Sportpsychologen nach.

    Zum Thema: Laufbahncoaching

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    Weitere Informationen

    Die komplette Serie „Let’s talk – Emotionale Werdegänge“ hat Danijela Bradfisch aufgebaut und nutzt die Interviews als Teil ihres Coachings rund um mentale Stärke im Sport. In den einzelnen Folgen werden emotionalen Entwicklungen von Athlet:innen oder Coaches und beleuchtet: Themen wie Selbstreflexion, Kommunikation und den Umgang mit Druck.

    Ziel ist es, innere Prozesse sichtbar zu machen und zu zeigen, wie Emotionen, Mindset und Erfahrungen die persönliche und sportliche Entwicklung beeinflussen.

    Link zu Danijela Bradfischs Seite: https://danijelabradfisch.de/lets-talk-emotionale-werdegaenge/

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    Janosch Daul: Der Kopfcoach auf dem Feld

    In meiner Arbeit beim Halleschen FC begleite ich Spieler in unterschiedlichsten Rollen. Mal bin ich Spiegel, wenn es darum geht, Selbst- und Fremdwahrnehmung abzugleichen. Mal Berater in herausfordernden Entscheidungsprozessen. In anderen Momenten Trauerbegleiter, Pädagoge oder Mediator. Und dann gibt es noch eine Rolle, die besonders nah an der unmittelbaren Leistungsrealität der Spieler andockt: die des Kopfcoachs. Dabei geht es nicht um lange Gespräche im Büro, sondern um konkrete mentale Unterstützung im Training und im Spiel – also genau dort, wo Leistung entsteht.

    Zum Thema: Mentale Unterstützung, wenn es darauf ankommt

    Was bedeutet „Kopfcoach“ konkret? Kopfcoaching heißt für mich, Spieler im entscheidenden Moment mental zu stabilisieren, zu fokussieren oder zu aktivieren. Kurz, präzise und abgestimmt auf ihre individuellen Themen. Die zentrale Frage lautet: Was brauchst du genau jetzt, um deine Leistung abrufen zu können?

    1. Klarheit schaffen: Wobei brauchst du Unterstützung?

    Am Anfang steht immer ein kurzer, fokussierter Austausch. Oft reichen fünf Minuten, um zentrale Themen zu identifizieren:

    • Umgang mit Gegentoren 
    • Umgang mit Kritik
    • Fokus auf den Gegenspieler statt auf die eigene Aufgabe 
    • Körpersprache 
    • Kommunikation 

    Diese Themen kommen nicht von mir, sondern vom Spieler selbst. Das erhöht die Verbindlichkeit und die Motivation, an genau diesen Themen zu arbeiten.

    2. Wahrnehmung schärfen: Feedback aus Training und Spiel

    Eine erste Ebene ist klassisches Feedback – aber mit mentalem Fokus. Ich beobachte Training und Spiel und gebe dem Spieler anschließend eine Rückmeldung, zum Beispiel per Sprachnachricht. Ein Spieler formulierte zum Beispiel folgenden Auftrag mit breitem Beobachtungsfokus: „Sag mir bitte ehrlich, wie du mich wahrnimmst – gerade auch in schwierigen Situationen.“ Gerade diese Außenperspektive hilft, blinde Flecken sichtbar zu machen.

    3. Fokus setzen: Ein Thema gezielt spiegeln

    Noch konkreter wird es, wenn sich der Spieler auf ein bestimmtes Thema fokussieren möchte. Ein Spieler, mit dem ich eng arbeite, hat immer wieder die Tendenz, sich zu stark mit Gegenspielern zu beschäftigen und nach Fehlern zu hadern. Sein Ziel: schneller wieder in den eigenen Fokus kommen. Indem ich in Training und Spiel meinen Beobachtungsfokus auf dieses Thema verlagere und ihm anschließend ein ehrliches Feedback gebe, schaffe ich eine wertvolle Außenperspektive, die unseren Coachingprozess um diese Facette ergänzt.

    4. Unterstützung im Moment: Wenn ein Wort reicht

    In der Zusammenarbeit mit dem Spieler habe ich ein Codewort etabliert: „Eisberg“. Wenn ich merke, dass der Spieler beginnt, sich im Außen zu verlieren – Diskussionen, Emotionen, Hadern –, rufe ich dieses Wort von außen. Was dahinter steckt, haben wir vorher gemeinsam erarbeitet: Der Eisberg steht für das Ausstrahlen von Ruhe und das Abprallen von Einflussfaktoren, die negativ auf seinen Fokus einzahlen.

    Mit diesem einen Wort passiert im Idealfall Folgendes:

    • Unterbrechung des aktuellen Musters 
    • kurzer mentaler Reset 
    • Rückkehr zur eigenen Aufgabe 

    Ohne lange Erklärung. Ohne Diskussion. Direkt im Moment.

    Unser Zusammenspiel setzt sich auch in Pausensituationen fort. Mit demselben Spieler habe ich vereinbart, dass wir diese Momente gezielt nutzen, um wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper, den eigenen Gedanken und Gefühlen zu kommen. Diese Achtsamkeitsübung läuft folgendermaßen ab:

    • bewusste Atmung 
    • kurzer Check-in: „Wie fühle ich mich gerade? Was ist gerade präsent?“

    Ziel ist nicht Entspannung um jeden Preis, sondern Selbstwahrnehmung, Auftanken und Eigenfokus – um dann in der kommenden Trainingsform auch durch Kommunikation wieder nach außen wirken zu können. Fakt ist: Nur wer sich bewusst spürt, kann sich auch steuern. Allgemein ausgedrückt, gebe ich Spielern auf deren Auftrag hin konkrete Hilfestellungen im Training und Spiel.

    Beispiele hierfür sind die folgenden:

    • „Gib mir bitte ein Feedback, wenn ich vor dem Training in der Kabine am Überdrehen bin.“
    • „Gib mir bitte im Training zwischen Spielformen ein Feedback, wenn du wahrnimmst, dass ich den Kopf hängen lasse!“
    • „Führe vor dem Spiel eine kurze Atementspannung mit mir durch!“ 
    • „Gib mir bitte in der Halbzeitpause ein Kurzfeedback, wie du mein Kommunikationsverhalten erlebst!“
    • „Rufe mir bitte im TR Signalwort XY zu, wenn du wahrnimmst, dass ich zu sehr am Diskutieren bin!“

    5. Dranbleiben: Entwicklung über Zeit

    Solche Interventionen wirken am besten, wenn sie eingebettet sind in einem längeren Prozess. Der Spieler entscheidet sich bewusst: „Daran möchte ich arbeiten.“ Ich begleite ihn dabei über einen definierten Zeitraum hinweg: 

    • mit kurzen Feedbacks 
    • mit Kurzgesprächen 
    • mit gezielten Impulsen 

    So entsteht Schritt für Schritt Veränderung – nicht spektakulär, aber nachhaltig.

    Warum dieses Modell funktioniert

    Kopfcoaching ist deshalb so wirksam, weil es drei Dinge verbindet:

    • Selbstbestimmung: Der Spieler gibt die Richtung und das Thema vor.
    • Unmittelbarkeit: Die Intervention erfolgt genau im richtigen, im entscheidenden Moment.
    • Konkretheit: Ein Wort, ein Signal, eine Übung – keine abstrakten Theorien.

    Fazit

    Die Rolle des Kopfcoaches erweitert die klassische sportpsychologische Arbeit um eine entscheidende Dimension: die Begleitung im Moment der Leistung. Es geht nicht nur darum, Dinge zu verstehen – sondern darum, sie umzusetzen, wenn es zählt. Manchmal braucht es dafür ein langes Gespräch. Manchmal reicht ein einziges Wort: Eisberg.

    Welches Wort würde bei dir passen? Wenn du daran arbeiten willst, nimm gern zu Experten und Expertinnen in deiner Nähe (zur Übersicht) oder zu mir (zum Profil von Janosch Daul) auf. 

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    Danijela Bradfisch: Was wäre, wenn es keine Blockade ist, sondern Entwicklung?

    Von einem Tag auf den anderen klappt die Bewegung nicht mehr. Der Spezialwurf geht häufiger daneben als ins Ziel. Die Kür kippt immer an der gleichen Stelle. Im Sport sind solche Blockaden nicht selten. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. So dramatisch sie wirken, stellen sie meist nur eine vorübergehende Herausforderung dar, die durch gezielte Unterstützung lösbar ist. Nicht jedes auffällige Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist also “pathologisch” zu deuten, sondern kann Ausdruck eines Entwicklungsprozesses sein, der Begleitung, Stärkung und Orientierung braucht.

    Zum Thema: Coaching im Kinder- und Jugendalter

    Als Mutter oder Vater oder auch Trainer denkst du jetzt vielleicht: “Naja, stimmt schon, aber es ist doch nur Freizeit- und Breitensport. So schlimm ist es dann doch nicht, dass es gleich die Sportpsychologie braucht.” Da halte ich dagegen. Denn egal ob im Nachwuchsleistungssport oder im Breitensport von Kindern und Jugendlichen: Der Sport ist ein Lernfeld fürs Leben. Kinder und Jugendliche erleben dort täglich echte und wertvolle Situationen: mit Druck umgehen, Rückschläge verkraften, im Team funktionieren, Verantwortung übernehmen, an sich selbst glauben und ihr eigenes Körpergefühl festigen – und sie lernen, damit umzugehen.

    Viele dieser Herausforderungen sind ähnlich wie im schulischen oder familiären Alltag – nur greifbarer und direkter. Eine Niederlage, ein Fehler im Spiel, Lampenfieber vor einem Wettkampf – das sind Momente, in denen Entwicklung passiert. Und genau da lohnt es, mit Hilfe der Sportpsychologie anzusetzen. Training entwickelt vor allem den Körper. Coaching ergänzt genau dort, wo es entscheidend wird: im Kopf und im Zusammenspiel mit dem Körper.

    Was Coaching bringt

    Es hilft Kindern und Jugendlichen:

    • ihre Emotionen und Reaktionen zu verstehen

    • mit Druck und Unsicherheit umzugehen

    • Selbstvertrauen aufzubauen

    • Blockaden zu lösen

    Das Ergebnis ist nicht nur mehr Leistung, sondern vor allem eine stabile Leistung. Und genau diese Stabilität ist die Grundlage für echte Leistungsentwicklung – im Breitensport wie im Nachwuchsleistungssport. So wirkt Coaching: nicht als Therapie, sondern als Unterstützung, um aus diesen Situationen zu lernen und stärker daraus hervorzugehen. 

    Trainer und Eltern haben dabei eine enorme Chance. Sie sind oft die ersten, die solche „Blockaden“ oder Unsicherheiten sehen – und können sie als Entwicklungsschritt begleiten, statt sie vorschnell zu bewerten. Mit der richtigen Unterstützung wird aus einem Problem eine Lernchance.

    Fazit

    Leistungsschwankungen im Jugendalter sind normal – sie entstehen durch die Dynamik von Körper und Kopf. Wer diese versteht und gezielt begleitet, schafft stabile Leistung und echte Entwicklung. Training macht den Körper besser. Coaching sorgt dafür, dass die Leistung auch abrufbar ist.

    Wir von Die Sportpsychologen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Danijela Bradfisch) sind gern bereit, euch gezielt zu unterstützen und zu begleiten. Ich arbeite seit 20 Jahren mit Kindern und Jugendlichen. Für mich ist es eine Berufung, die über Umwege bis heute mein Leben gestaltet und dies auch in Zukunft tun wird. Weil es mir Spass macht, Entwicklungen anzugehen, fortzuführen und immer neue junge Menschen zu begleiten. Sie wachsen zu sehen – trotz oder gerade wegen ihrer individuellen Herausforderungen.

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    Wolfgang Seidl:  Warum du Matches verlierst, die du gewinnen müsstest

    Im Tennis entscheidet selten nur die objektive Spielstärke über Sieg oder Niederlage. Immer wieder sieht man Matches, in denen vermeintlich klar überlegene Spieler gegen schwächere Gegner verlieren. Die Analyse zeigt dabei oft: Es ist nicht der Gegner, der gewinnt, es ist der Favorit, der sich selbst schlägt. Dieses Phänomen ist selbst im Leistungssport kein Randthema, sondern ein wiederkehrendes Muster. Gerade im Tennis, wo es keine Teamdynamik gibt, keine taktischen Auswechslungen und keine externe Korrektur während des Spiels, ist der Athlet vollständig auf seine eigene mentale Stabilität angewiesen.

    Zum Thema: Mentale Stärke im Tennis

    Ein klassischer Auslöser ist die Erwartungshaltung. Ein Spieler geht in das Match mit der Überzeugung: „Das muss ich gewinnen.“ Diese scheinbar harmlose Haltung verändert die gesamte mentale Ausgangslage. Statt frei zu spielen, entsteht Druck. Jeder verlorene Punkt wird nicht mehr als Teil des Spiels akzeptiert, sondern als Abweichung vom „Plan“.

    Beispiel: Ein Topgesetzter trifft auf einen Qualifikanten. Zu Beginn läuft alles normal, doch beim Stand von 4:4 schleichen sich erste leichte Fehler ein. Statt ruhig zu bleiben, denkt der Favorit: „Das darf nicht passieren.“ Die Folge: erhöhte Muskelspannung, vorsichtigeres Spiel, weniger Risiko. Der Gegner hingegen spürt die Unsicherheit und spielt befreiter.

    Der Fokus verschiebt sich

    Ein weiterer zentraler Mechanismus ist die falsche Aufmerksamkeitssteuerung. Spieler beginnen, sich mehr mit dem Ergebnis als mit dem Prozess zu beschäftigen.

    Typische Gedanken:

    • „Ich darf jetzt keinen Breakball zulassen.“ 
    • „Wenn ich diesen Satz verliere, wird es eng.“ 
    • „Das Match darf ich nicht hergeben.“ 

    Diese Gedanken führen weg von der eigentlichen Aufgabe, den nächsten Punkt klar und strukturiert zu spielen. Die Aufmerksamkeit springt in die Zukunft, und damit geht die Kontrolle über den aktuellen Moment verloren.

    Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein Spieler führt klar mit 6:2, 3:1. Statt weiterhin mutig zu agieren, beginnt er, „zu verwalten“. Die Schläge werden kürzer, die Entscheidungsgeschwindigkeit sinkt. Der Gegner kommt zurück ins Spiel,  nicht weil er plötzlich besser spielt, sondern weil der Favorit seinen eigenen Rhythmus verliert.

    Emotionale Überreaktionen

    Schwächere Gegner spielen oft unkonventioneller. Sie haben weniger zu verlieren, variieren mehr und treffen auch unorthodoxe Entscheidungen. Das kann beim Favoriten Frustration auslösen.

    Beispiel: Ein Spieler ärgert sich über „glückliche Punkte“ des Gegners – Netzroller, Linienbälle, unsaubere Schläge, die dennoch im Feld landen. Statt diese als Teil des Spiels zu akzeptieren, bewertet er sie emotional. Die Konsequenz: Ärger, negative Körpersprache, sinkende Konzentration.

    Diese emotionale Reaktion kostet Energie, und zwar genau die Energie, die für die eigene Leistung notwendig wäre.

    Das Selbstbild gerät ins Wanken

    Ein besonders kritischer Punkt ist die Identität des Spielers. Wenn jemand überzeugt ist: „Ich bin klar besser“, dann passt eine enge Spielsituation nicht zu diesem Selbstbild. Es entsteht ein innerer Konflikt.

    Es kommen Gedanken hoch, wie:

    • „Warum passiert mir das?“ 
    • „Das ist peinlich.“ 
    • „Ich darf hier nicht verlieren.“ 

    Dieser innere Druck verstärkt die Unsicherheit. Der Spieler kämpft nicht mehr nur gegen den Gegner, sondern gegen die Situation und gegen sich selbst.

    Was erfolgreiche Spieler anders machen

    Mental stabile Spieler unterscheiden sich nicht dadurch, dass sie solche Situationen nicht erleben, sondern dadurch, wie sie damit umgehen.

    1. Akzeptanz statt Bewertung
      Sie nehmen den Spielverlauf an, ohne ihn sofort zu bewerten. Ein enger Spielstand gegen einen schwächeren Gegner ist für sie kein Problem, sondern eine neutrale Information. 
    2. Konsequenter Prozessfokus
      Sie richten ihre Aufmerksamkeit strikt auf den nächsten Punkt: Aufschlagplatzierung, Return-Position, erste Ballentscheidung. Das Ergebnis bleibt im Hintergrund. 
    3. Klare Routinen zwischen den Punkten
      Gerade in kritischen Phasen stabilisieren sie sich über feste Abläufe: kurzer Blick auf die Besaitung, bewusste Atmung, klares inneres Signal („nächster Punkt“). Diese Routinen wirken wie ein Reset. 
    4. Emotionale Kontrolle
      Sie erlauben sich Emotionen, aber sie lassen sich nicht von ihnen steuern. Ein Netzroller wird registriert, aber nicht dramatisiert. 

    Um diesen Herausforderungen im Tennis souverän begegnen zu können, braucht es ein stabiles mentales Fundament, und dieses muss ebenso systematisch trainiert werden wie Technik und Taktik.

    Fazit

    Wenn ein Tennisspieler gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner verliert, liegt die Ursache selten in der Technik oder Taktik allein. Viel häufiger ist es ein mentales Zusammenspiel aus Erwartungsdruck, Fokusverlust und emotionaler Instabilität.

    Die entscheidende Kompetenz ist daher nicht, solche Situationen zu vermeiden, sondern sie zu erkennen und gezielt zu steuern. Denn im Tennis gilt mehr denn je: Das größte Hindernis steht oft auf der eigenen Seite des Netzes.

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    Mehr zum Thema:

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    Dr. Hanspeter Gubelmann: Diagnose ADHS – wie ein offener Umgang auch Eltern hilft

    Konfrontiert mit der Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) entschied sich unsere Tochter Catia für einen offensiven und öffentlichen Weg im Umgang mit ihrer Neurodivergenz. Ihr erstes Interview mit einer regionalen Schweizer Tageszeitung Anfang 2024 fand schnell nationale Beachtung. Seither haben die NZZ, FAZ, Stern.de, das ZDF und das Schweizer Fernsehen (SRF) ihre Story aufgegriffen. Besonders informative und kreative Ansätze im Umgang mit ADHS liefert dabei die ZDF-Doku „RE:TURN: ADHS als Gamechanger“ (Link siehe unten)

    Mehr zum Thema: Umgang mit ADHS aus Elternperspektive

    Sind junge Sportler:innen mit einer ADHS-Diagnose konfrontiert, ist das private und sportliche Umfeld sogleich mit involviert. Eltern, Trainer:innen und die Peers sind herausgefordert und müssen einen passenden Umgang mit den Betroffenen lernen. Auch die ZDF-Journalist:innen haben die Diskussion mit uns Eltern gesucht, verständlicherweise finden unsere Erläuterungen nur am Rande Erwähnung. Trotzdem -oder wie im (Nachwuchs-)Leistungssport häufig beschrieben – gilt auch hier: ohne Eltern geht es nicht.

    ADHS-Facts: Bewegung und Sport wirken positiv auf die Neurodivergenz

    Für ADHS sind drei Hauptsymptome charakteristisch: Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang), Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit) und Impulsivität (unüberlegtes Handeln). Gemäss Bundesministerium für Gesundheit (D) zählt ADHS zu den häufigsten psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Metaanalysen berichten von einer ADHS-Prävalenz im Kindes- und Jugendalter von 5.3% bis 7.2%, wobei im Leistungssport von einer etwas höheren Verbreitung ausgegangen wird. 

    Berg & Claussen (2020) vermuten einen sportbezogenen Vorteil: «Der vielleicht naheliegendste Grund hierfür ist der inhärent erhöhte Bewegungsdrang bei Personen mit ADHS, der dazu führen kann, dass Betroffene vermehrt sportlich aktiv sind. Eine über längere Zeit ausgeübte sportliche Aktivität kann die ADHS-Kernsymptomatik von ADHS, ebenso wie den Schweregrad der Komorbiditäten, reduzieren.» Üblicherweise erfolgt eine multimodale Therapie bestehend aus Psychoedukation, Verhaltenstherapie und medikamentöser Behandlung, häufig ergänzt durch Elternschulung und Familientherapie.

    Die persönliche Überforderung als Vater…

    Meine Selbsterkenntnis mag lapidar klingen: Ich bin kein Experte im Umgang mit ADHS. Als angewandt tätiger Sportpsychologe bringe ich u.a. ein breiteres Wissen in klinischer Psychologie mit, trotzdem kam ich in der Rolle eines betroffenen Vaters auch an Grenzen meiner Beanspruchungsfähigkeit («Resilienz»), meines Verständnisses und meiner Geduld. Catias «Chaos im Kopf» manifestiert sich mitunter in emotionalen Ausbrüchen, Wutanfällen und selbstdestruktiven Verhaltensweisen, die mich an den Rand der Überforderung brachten. Ich merkte, dass auch wir Eltern dringend auf Unterstützung, Austausch und zwischenmenschlichen Halt angewiesen sind.

    Andererseits komme ich nicht umhin, meinen Wissensstand zu schärfen, mich im Kontakt mit anderen betroffenen Eltern und Trainer:innen zu engagieren und meine Haltungen und Handlungen im Rahmen von Supervisions- und Interventionsangeboten zu reflektieren. Besonders hilfreich dazu waren Teilnahmen an psychoedukativen Ausbildungsseminaren sowie die Lektüre sportbezogener Fachliteratur – hier verweise ich gerne auf den Blog meiner Kollegin Cristina Baldasarre (siehe mehr zum Thema), die in ihrer psychotherapeutischen Praxis häufig in Kontakt mit Sportler:innen mit ADHS-Diagnose steht.

    … und was mich Catias Medienarbeit lehrt

    Catia feiert im kommenden August ihren 25. Geburtstag.  Sie ist erwachsen und geht motiviert und selbstbewusst ihren Lebensweg. In unserer «Familienkonferenz» haben wir mit ihr diskutiert, ob und wie sie ihren Umgang mit der Neurodivergenz auch öffentlich thematisieren will. Sie hat sich schliesslich dafür entschieden, sich zu «outen» und in den Medien Stellung zu nehmen: authentisch, selbstkritisch und beispielhaft. Ihre Beweggründe sowie «dos und dont’s» im medialen Diskussionsrahmen beschreibt sie in einer Stellungnahme für die-sportpsychologen.de folgendermassen:

    Meine grundsätzlichen Überzeugungen

    Die öffentliche Diskussion, die Catia mit ihrer Präsenz auslöst, spüre ich auch, wenn ich in Vereinen und Verbänden Referate zum Thema «Elterncoaching» halte. Sehr häufig werde ich auf meine Erfahrungen mit ADHS angesprochen und um eine Stellungnahme aus Sicht des Vaters gebeten. An Catias Beispiel leite ich ab, welche grundsätzlichen Überzeugungen ich vertrete. 

    – Eltern von jungen Sportlerinnen mit ADHS sollten den Sport primär als wertvolles Instrument zur Stärkung des Selbstwertgefühls, des Selbstbewusstseins, der Konzentration (kognitive Fähigkeiten) und der sozialen Kompetenzen begreifen. Verstärktes Elterncoaching im Rahmen der ADHS-Thematik begrüsse ich sehr!

    – Mein persönlicher («passender») Umgang mit unserer Tochter erforderte stets eine Mischung aus Geduld, Zuversicht, Zugewandtheit, kommunikativer Skills, Leidensfähigkeit, Präsenz – und auch das Aushalten von Distanz. Wenn ich von Catia weiss (und lese), dass sie sich bei uns jederzeit willkommen fühlt und sich unserer Unterstützung gewiss ist, fühle ich mich in meiner Rolle als Vater bestätigt.

    – Ein positiver, mutiger und engagierter Umgang mit ADHS kann und darf nicht über die mitunter leidgeprägten und desaströsen Schattenseiten hinwegtäuschen, mit welchen heranwachende Menschen aufgrund ihrer Neurodivergenz konfrontiert sind. Ein effekthascherischer, simplifizierender und unsensibler Umgang mit dieser Thematik erweist insbesondere jungen Sportlerinnen einen Bärendienst. Wenn TV-Star Heidi Klum die Metapher ihrer «ADHS-Superpower» medienwirksam zelebriert, die sie tausend Dinge gleichzeitig erledigen lässt, bleibt vielen von ADHS betroffenen Jugendlichen und deren Familien nur ein ungläubiges Staunen – und Wut darüber, eben nicht über diese Superpower zu verfügen! Selbstverständnis und Haltung der Sportpsychologie im Umgang mit ADHS definiere ich – wie oben ausgeführt – ganz anders! 

    Und: Der Referent:innen-Pool von www.die-sportspychologen.de (zur Übersicht) bietet auch in diesem Themenbereich umfassende Expertise an und steht Interessent:innen bei Anliegen und Fragen gerne zur Verfügung.

    «Wie aus Schwäche Stärke wird.»

    Die Überschrift zum tiefgründigen ZDF-Beitrag könnte Catias Überzeugung entsprungen sein: Die Dokumentation erzählt inspirierende Geschichten junger Menschen, die in Krisen neue Wege einschlagen. Auch für junge Sportler:innen steckt die neurologische Besonderheit voller Kreativität, Energie und neuer Perspektiven. Hintergründe und Motive für ihr mediales Coming-out schildert uns Catia in der Doku gleich selbst 🡪 Video: RE:TURN: ADHS als Gamechanger

    Weitere Veröffentlichungen:

    https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/sprinterin-catia-gubelmann-im-interview-ueber-spitzensport-mit-adhs-accg-200677549.html

    https://www.stern.de/sport/catia-gubelmann-ueber-adhs—die-diagnose-war-eine-befreiung-fuer-mich–37278834.html

    Anmerkung: Die Beiträge befinden sich hinter einer Paywall – auf Anfrage (h.gubelmann@die-sportpsychologen.ch) sind diese beim Autor erhältlich.

    ZDF Doku: „RE:TURN: ADHS als Gamechanger“

    Quelle: Screenshot ZDF

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    Mehr zum Thema:

    Literatur:

    Leithäuser, R. & Beneke, R. (2013). Sport bei ADHS – Plan für Desaster oder verschenkte Ressource? Dtsch Z Sportmed.  64: 287-292.doi:10.5960/dzsm.2013.096

    Berg, X, & Claussen, M.C. (2020). Sportpsychiatrie und -psychotherapie. ADHS im Leistungssport. DNP – Der Neurologe & Psychiater; 21 (5): 37-42.

    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/kindergesundheit/aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

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    Anke Precht: „Burnout und Erschöpfung geht in den seltensten Fällen auf Überarbeitung zurück“

    Am 15. April 2026 erscheint im Trias Verlag das neue Buch “Der Burnout-Notfallkoffer – Raus aus der Erschöpfung, rein in die Kraft” (Link zum Buch siehe unten) von Anke Precht. Im Interview hat uns unsere Profilinhaberin aus dem Südwesten Deutschlands verraten, warum das Buch auch eine wichtige Lektüre für Personen im Leistungssport sein kann, die sich gerade ausgelaugt oder ausgebrannt fühlen.

    Zum Thema: Mentale Gesundheit  

    Anke, an wen richtet sich dein Buch “Der Burnout-Notfallkoffer” und an wen ausdrücklich nicht?

    Das Buch richtet sich einerseits und hauptsächlich an Menschen, die von Burnout betroffen sind oder waren, und an Menschen, die sich chronisch erschöpft fühlen, aber irgendwie noch “funktionieren”. Außerdem an Therapeuten aus Medizin und Psychologie, die mit erschöpften Menschen arbeiten und selbst über den Tellerrand schauen möchten, um vielleicht umfassender behandeln zu können oder ihren Patienten praktische Tipps zu vermitteln.

    Es ist ein Selbsthilfebuch. Das heißt auch, dass man selbst aktiv werden muss, und sei es in dem geringen Maß, das gerade aufgrund der vorhandenen Energie machbar ist. Wer sich nicht bewegen möchte und “behandelt” oder “geheilt” werden möchte, für den ist das Buch (noch) nicht geeignet. Es braucht also ein zumindest kleine Portion an Eigeninitiative und Entdeckergeist sowie Offenheit, denn es wird manches auszuprobieren gelten, bis man weiß, was einem am besten hilft. Es gibt nicht “den” Fahrplan, der für alle Betroffenen passt.

    Was ist die Information in deinem Buch, welche die meisten Leser und Leserinnen überraschen dürfte?

    Ich denke, am Überraschendsten wird für viele sein, dass Burnout und Erschöpfung in den seltensten Fällen von Überarbeitung herrührt. Es ist meist ein multifaktorielles Geschehen, in dem körperliche und psychologische Ursachen ineinandergreifen. Darum haben wir im Autorinnen-Team im Buch auch beide Bereiche gleichberechtigt Raum gegeben: Körperlichen Faktoren und psychologischen. Dazu kommt, dass viele Ansätze nicht klassisch sind. Es gibt Möglichkeiten, über den Körper zu heilen, selbst wenn zum Beispiel die behandelnden Ärzte gesagt haben, körperlich sei alles “in Ordnung”. Und psychologische Ansätze, die auf den ersten Blick völlig unlogisch daherkommen. Statt mehr Erholen mehr tun zum Beispiel – aber das Richtige, und im richtigen Maß.

    Wie relevant ist der “Notfallkoffer” für den Sport und speziell den Leistungssport, so wie du ihn als Sportpsychologin kennst?

    Wir erleben immer wieder Athleten, die ausbrennen. Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, und auch da wird meistens empfohlen, eine Pause zu machen. Die kann lang werden, wenn man nicht gleichzeitig schaut, was es braucht, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Das halte ich gerade für den Leistungssport für sehr wichtig. Denn wenn eine Phase der Erschöpfung zu lange andauert, ist die sportliche Karriere möglicherweise dahin.

    Gleichzeitig haben Leistungssportler in solchen Momenten den meisten anderen Menschen gegenüber einen großen Vorteil: Sie sind es gewohnt, aktiv zu handeln, sich zu kümmern, etwas, das wichtig ist, auch durchzuziehen. Selbst an Tagen, an denen sie sich eigentlich nicht danach fühlen. Sie werden also auf jeden Fall gut damit arbeiten können und davon profitieren. Ich empfehle Sportlern nicht erst zu warten, bis sie richtig platt sind – sondern schon dann, wenn sie merken, dass sie einen ungewohnten “Hänger” haben.

    Link zum Buch:

    https://amzn.eu/d/07L0MBA8

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    Mehr zum Thema:

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    Christian Bader: Die Forschung zum Thema Führung zeigt, dass die Sportpsychologie systemischer werden muss!

    Führung erklärt vier Prozent der Leistungsvarianz – warum investieren wir also so viel in Führung? Diese Frage ist berechtigt. Und sie hat eine Antwort, die für die sportpsychologische Praxis erhebliche Konsequenzen hat.

    Dieser Beitrag richtet sich nicht nur an Sportpsychologinnen und Sportpsychologen, sondern auch an alle, die verstehen wollen, wie Führung im Sport wirklich wirkt und wo die grössten Hebel für die Praxis liegen. Drei Erkenntnisse stehen im Zentrum: Der organisationale Kontext als vergessene Variable, die überraschend kleine direkte Wirkung von Führung auf Leistung, und die Schlüsselrolle von Kapitäninnen und Kapitänen.

    Zum Themen: Führung wirkt – aber anders, als wir denken

    Clare, Hardy, Roberts, Tod und Benson haben 2025 im Journal of Sport & Exercise Psychology die bisher umfassendste Meta-Analyse zur Frage vorgelegt, ob Führung die sportliche Leistung tatsächlich beeinflusst. Eine Meta-Analyse fasst die Ergebnisse vieler Einzelstudien zusammen und berechnet daraus einen gemeinsamen Wert – das macht die Aussagen robuster als jede einzelne Studie. In diesem Fall: 50 Studien, 17’158 Athletinnen und Athleten, 38 Sportarten. Die Ergebnisse sind nüchtern, differenziert und erstaunlich praktisch.

    Der zentrale Befund: Führung hat einen messbaren, aber nur einen eher kleineren direkten Einfluss auf die Leistung. Um zu verstehen, was «klein» hier bedeutet: Von allen Faktoren, die sportliche Leistung beeinflussen (Talent, Training, Taktik, Gegner, Tagesform, Teamchemie und vieles mehr), lassen sich rund vier Prozent auf Führung zurückführen. Das klingt nach wenig. Aber bevor man daraus schliesst, Führung sei unwichtig, lohnt sich ein genauerer Blick, denn die eigentliche Botschaft liegt tiefer.

    Rollen und Systeme

    Sportpsychologische Interventionen zielen meist auf Individuen oder Teams. Übersehen wird dabei der organisationale Kontext, in dem diese Interventionen wirken sollen. Ein Trainer, der nach einem Kommunikationstraining in einen Verein mit unklaren Entscheidungswegen, diffusen Rollen und informellen Machtnetzwerken zurückkehrt, wird kaum nachhaltige Wirkung erzielen, nicht wegen mangelnder Kompetenz, sondern weil die Struktur es nicht trägt.

    Wenn in einem Team nicht klar ist, wer welche Aufgabe hat und was voneinander erwartet wird, leidet die Leistung und zwar messbar. Eine grosse Auswertung von 74 Studien mit über 11’000 Personen zeigt: Unklare Rollen schaden der Leistung genauso stark wie das Fehlen von funktionaler Führung (Tubre & Collins, 2000). Übersetzt in den Sport: Ob der Trainer brillant kommuniziert oder nicht, macht denselben Unterschied wie die Frage, ob jeder im Team weiss, was seine Rolle ist. Ergänzend zeigten Ketchen, Thomas und Snow (1993) auf Basis von 40 Studien: Wie eine Organisation aufgebaut ist – ihre Struktur, ihre Abläufe, ihre Verantwortlichkeiten – beeinflusst direkt, was sie leisten kann. Der beste Einzelspieler wird in einer chaotischen Vereinsstruktur unter seinen Möglichkeiten bleiben.

    Warum die 4% eine grosse Nachricht sind

    Dass Führung «nur» vier Prozent erklärt, hat drei Gründe  und jeder davon verändert den Blick auf die Praxis.

    Erstens: Der Wirkweg wird ignoriert. 90% der eingeschlossenen Studien haben nur geschaut, ob Führung und Leistung zusammenhängen, ohne zu fragen, worüber Führung wirkt. Doch Führung beeinflusst Leistung nicht direkt, sondern über Zwischenstufen: Sie stärkt den Teamzusammenhalt, das gemeinsame Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit, die Identifikation mit dem Team, die innere Motivation. Wenn man diese Zwischenstufen nicht mitmisst, sieht der Effekt kleiner aus, als er tatsächlich ist. López-Gajardo et al. (2023) haben dies in einer der wenigen Studien gezeigt, die Entwicklungen über die Zeit erfasste: Führungsqualität verbesserte das Teamwork-Verhalten, und erst dieses verbesserte die Teamleistung. Der direkte Weg von Führung zu Leistung war statistisch nicht bedeutsam, der indirekte über das Teamverhalten schon.

    Zweitens: Wer fragt, beeinflusst die Antwort. In den meisten Studien wurden dieselben Personen gebeten, sowohl die Führungsqualität als auch die Teamleistung einzuschätzen. Das führt zu einer systematischen Verzerrung: Wer seine Führung positiv wahrnimmt, bewertet auch die Leistung positiver und umgekehrt. Der Zusammenhang erscheint dadurch stärker, als er ist. Wenn stattdessen objektive Leistungsdaten verwendet wurden wie Wettkampfergebnisse, Statistiken, war der Zusammenhang von Führung deutlich schwächer. Anders gesagt: Die Wahrnehmung der Beteiligten erzählt eine optimistischere Geschichte als es die Realität hergibt. 

    Drittens: Führung zeigt sich unter Druck. Eine weitere Meta-Analyse (Bonini et al., 2024) fand, dass Führung einen deutlich stärkeren Zusammenhang mit der Anpassungsfähigkeit von Teams zeigt als mit der reinen Leistung. Das legt nahe: Führung macht den grössten Unterschied nicht im Trainingsalltag, sondern in Momenten, die Flexibilität erfordern, Rückstände, taktische Umstellungen, unvorhergesehene Situationen. Dort trennt sich, ob ein Team geführt wird oder nicht.

    Kapitäne schlagen Coaches

    Der praxisrelevanteste Befund betrifft die Frage, wer führt. Clare et al. haben drei Führungsquellen verglichen: Coaches, formale Teamkapitäne und informelle Führungspersonen im Team. Das Ergebnis ist eindeutig: Kapitäninnen und Kapitäne haben einen fast doppelt so starken Einfluss auf die Teamleistung wie Coaches. Ihre Brückenfunktion erklärt den Unterschied: Sie stehen zwischen Trainer und Team, übersetzen Vorgaben in die Sprache der Mannschaft, tragen die Stimmung des Teams zurück und führen in Momenten, in denen der Trainer nicht direkt eingreifen kann – während des Spiels, in der Kabine, im Mannschaftsbus.

    Die Befunde zeigen in eine klare Richtung: Sportpsychologie muss systemischer werden. Das bedeutet, den Blick von der Einzelperson auf das Führungssystem zu erweitern – Coach, Kapitänin, informelle Führerinnen und Teammitglieder als zusammenhängendes Ganzes. Es bedeutet, vor jeder Intervention die organisationalen Bedingungen zu analysieren: Sind die Rollen klar? Sind die Entscheidungswege transparent? Welche Funktion haben welche Artefakte? Unterstützt die Vereinsstruktur das, was wir verändern wollen? Und es bedeutet, nicht pauschale Führungstrainings zu verordnen, sondern kontextspezifische Fragen zu stellen: Welche Führungsperson wirkt über welchen Mechanismus auf welche Leistungsdimension und was steht ihr dabei im Weg? Wer das versteht, interveniert präziser und wirksamer.

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    Mehr zum Thema:

    Quellenverzeichnis: 

    AutorenTitelLink
    Clare, Hardy, Roberts, Tod & Benson (2025)Do leaders actually influence sports performance? A systematic review and meta-analysishttps://doi.org/10.1123/jsep.2024-0312
    Tubre & Collins (2000)Jackson and Schuler (1985) revisited: A meta-analysis of the relationships between role ambiguity, role conflict, and job performancehttps://doi.org/10.1177/014920630002600104
    Ketchen, Thomas & Snow (1993)Organizational configurations and performance: A meta-analysishttps://doi.org/10.5465/257028
    López-Gajardo et al. (2023)The influence of athlete leadership quality on team effectivenesshttps://doi.org/10.1177/17479541221136133
    Bonini, Panari, Caricati & Mariani (2024)The relationship between leadership and adaptive performance: A systematic review and meta-analysishttps://doi.org/10.1371/journal.pone.0304720

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