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Frage und Antwort: Angst nach dem Kreuzbandriss

Nach schweren Verletzungen ist es alles andere als einfach, wieder durchzustarten. Diese Situation macht Lisa (Name von der Redaktion geändert) gerade durch. Die junge Rollkunstlaufathletin hatte sich vor einigen Monaten das Kreuzband gerissen. Inzwischen trainiert sie wieder und ist auf ein Problem gestoßen, welches sie im Moment daran hindert, ihren erfolgreichen Weg weiterzugehen. Konkret: Nach einem kleineren Sturz im Training hat sie eine Blockade beim Absprung entwickelt. Es hat sich eine Angst entwickelt, den Axel zu springen. 

Zum Thema: Problem bei der Rückkehr ins Training

Für unsere zahlreichen Experten und Expertinnen im Netzwerk Die Sportpsychologen gehört es dazu, Sportler und Sportlerinnen nach Verletzungen auf ihrem Weg zurück zu begleiten. Anke Precht (zum Profil) und Danijela Bradfisch (zum Profil) haben sich also gern der konkreten Frage der Sportlerin angenommen: Wie bekomme ich diese Blockade weg, damit ich den Sprung wieder springen kann?

Anke Precht, Die Sportpsychologen

Antwort von: Anke Precht (zum Profil)

Liebe Lisa (Name von der Redaktion geändert), 

eine Verletzung kann neben den bekannten körperlichen Folgen, die du ja offenbar überwunden hast, da du wieder trainieren kannst, auch weitere haben: Einerseits ist es möglich, dass während der Regeneration bestimmte komplexe Bewegungsabläufe “verlernt” oder durch das mit der Verletzung verbundene veränderte Körperbewusstsein überlagert werden. Andererseits gibt es Fälle, in denen wegen eines Traumas, welches die Verletzung ausgelöst hat, bestimmte Bewegungsabläufe körperlich blockiert werden. Dann sind Bewegungen nicht mehr wie gewollt abrufbar, weil der Körper gleichzeitig dagegen arbeitet.

Die Frage ist nun: Um was handelt es sich bei dir? Mein Vorschlag: Erst einmal so arbeiten, als wäre Variante eins der Fall. Das ist nämlich möglich mit mentalem Training. Fruchtet das nach einigen Wochen nicht, solltest du entweder einen Sportpsychologen (zur Übersicht), der sich auch mit der Behandlung von Traumata auskennt, aufsuchen, alternativ einen Psychotherapeuten mit entsprechender Zusatzausbildung. 

Wie geht das mentale Training? Du stellst dir in Ruhe, also außerhalb des normalen Trainings, in Gedanken Lisa (Name von der Redaktion geändert) vor, wie sie den Axel springt. Und zwar in Perfektion. Damit meine ich nicht nur die körperliche Perfektion, sondern auch den Ausdruck, die Ausstrahlung, also so, dass man ihr ansieht, dass sie ihn nicht nur gut springen kann, sondern sich auch dabei wohlfühlt. Das tust du immer wieder, und zwar in Zeitlupe, sodass du einige Sekunden dafür nutzt. Damit bahnst du im Gehirn den Bewegungsablauf erneut, allerdings erst aus der Außenperspektive, als “Zuschauerin”. 

Nach etwa drei Wochen wirst du bemerken, dass dieser innere Film mit Leichtigkeit abgespielt werden kann, und dass sich das, was du siehst, wieder “normal” anfühlt. Dann ist es Zeit für die zweite Stufe: Nun lässt du den Film erneut ablaufen, allerdings aus der Innenperspektive. Du stellst dir vor, du steckst in der Haut von Lisa. In deiner Vorstellung (wieder in Zeitlupe) spürst du, wie sich der perfekt gesprungene Axel anfühlt, wie es dir geht, wie du fokussiert und gleichzeitig positiv unterwegs bist und wiederholst auch das so lange, bis es sich gut und natürlich anfühlt.

Dann trainierst du ihn wieder komplett. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es sinnvoll, im Training nur einzelne Elemente des Axel zu üben, bei denen die Gefahr zu stürzen nicht besteht, die sich aber einzuüben lohnen.

Sollte das nicht zum Ziel führen, such dir Unterstützung dabei, den Moment der Verletzung bzw. ihre Folgen noch einmal aufzuarbeiten. Dazu gibt es inzwischen einige Methoden, die sehr schnell wirken, in der Regel reichen ein paar wenige Termine.

Alles Gute und vor allem: Bleib zuversichtlich. Dein Problem ist lösbar!

Danijela Bradfisch, Die Sportpsychologen
Danijela Bradfisch, Die Sportpsychologen

Antwort von: Danijela Bradfisch (zum Profil)

Hallo Lisa (Name von der Redaktion geändert), 

zuerst einmal möchte ich Dir gratulieren, dass Du nach Deinem Kreuzbandriss den Mut gefunden hast, weiterzumachen. Obwohl ich keine Rollkunstläuferin bin, habe ich dasselbe erlebt wie Du (doppelt) und weiss, wie viel Überwindung und Arbeit es für den Körper und den Kopf kostet. RESPEKT hierfür! 

Es ist normal, dass negative Gedanken und Gefühle im Hochsteigen aufkommen. Gerade nach deinem erneuten Sturz. Mein Vorschlag an Dich ist es, es zu akzeptieren, dass die Gedanken und Gefühle da sind. Gib Ihnen eine Berechtigung, da zu sein – klingt komisch, ist aber so. Versuch die Gefühle und Gedanken im Körper zu „lokalisieren“, ggf. auf ein Blatt zu malen und sie dir einmal anzusehen – so veränderst Du die Perspektive und erhältst vielleicht eine neue Sicht darüber. Probiere es ca. zwei Wochen aus (vor und nach dem Training).

Eine andere Möglichkeit wäre, an den Sprung selbst heranzugehen, durch Visualisierungstechniken (Vorstellungsübungen), ggf. auch unterstützt durch Videoaufnahmen. Schritt für Schritt, um dann zu schauen, ab welchem Punkt genau diese “Angst” sich einstellt. 

Deine Frage ist lösbar, aber es braucht Zeit und Geduld, neue Gedanken und Gefühle für den Sprung anzulegen. Wie Anke bereits geschrieben hat, such Dir am besten eine Person deiner Wahl (zur Übersicht) aus, damit Du das Thema und das Vorgehen mit jemandem besprechen kannst.

Kleine Idee noch, um Dich selbst zu bestärken: Wie wäre es, Deinen bisherigen Weg Dir selbst zu verdeutlichen? “Was” hast Du bis jetzt schon alles geschafft? Mal Dir doch eine Zeitschiene, blick dann “zurück” und lass mal die Eindrücke auf Dich wirken, die Du während der Zeit über Dich selbst ggf. neu gesammelt hast. Alles Gute, viel Geduld 🙂 und hab eine tolle Woche. Du bekommst das hin!

Deine Frage?

Wir von Die Sportpsychologen sind für dich da. Und weil wir wissen, dass manchmal eine kleine Schwelle im Weg steht, Kontakt zu einem “Psychologen”, einer “Psychologin” oder einer/einem “MentaltrainerIn” zu suchen, machen wir einen Schritt auf dich zu. Wenn du also auch eine Frage an uns loswerden möchtest, dann nutz dafür das folgende Formular.

    Wichtig zu wissen: Manche Fragen und deren Antworten veröffentlichen wir nicht. Wir treten dann mit den jeweiligen FragestellerInnen persönlich in Kontakt. Dies behalten wir uns für Fälle vor, in denen die Anonymität nicht gewährleistet werden kann oder das angestoßene Thema besser im geschützten Raum besprochen wird. Zudem gilt: Unsere Antworten können nicht mehr als Anstösse liefern. Anstösse, von denen du als Leser oder Leserin ableiten kannst, wie wir von Die Sportpsychologen ticken und was wir so machen.

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    Janosch Daul: „Voneinander lernen“ – Kopf und Fuß in der U17 des Halleschen FC

    Norbert Elgert vom FC Schalke 04 gilt seit Jahren als einer der angesehensten Nachwuchstrainer Deutschlands. Er sagt immer wieder, wie ich finde, sehr kluge Dinge. So schreibt er z.B. in seinem Buch Gib alles nur nie auf. Die Erfolgsstrategien vom Trainer der Weltstars: „Ich muss nicht nur Fußballer weiterbringen, sondern auch den Menschen dahinter. Wir Jugendtrainer bilden nicht nur Profis für den Fußball aus, sondern auch Profis fürs Leben. Mein Anspruch ist es, den Kopf meiner Jungs mindestens genauso intensiv zu trainieren wie ihre Füße.“ (S. 280). Es sind Aussagen wie diese, die mich immer wieder auch meine Arbeit als Sportpsychologischer Coach reflektieren lassen und mich überlegen lassen, wie ich in meiner Funktion im Zusammenspiel mit den Trainern den Kopf der Jungs des Halleschen FC bestmöglich trainieren kann? In diesem Artikel zeige ich auf, welche sportpsychologischen Akzente ich in der U17 des Halleschen FC im engen Zusammenspiel mit den Trainern Tobias Donath und Marwin Wolf setze.

    Zum Thema: Sportpsychologische Arbeit mit einem Nachwuchsteam

    Als Sportpsychologischer Coach, der sich in dieser Funktion für den gesamten Nachwuchsbereich verantwortlich zeichnet, gilt es, vor Saisonbeginn immer wieder neu zu überlegen, wie Prioritäten gesetzt werden können. Dabei geht es auch darum, sich immer wieder selbst ein Stück weit neu zu erfinden. Eine Grundvoraussetzung für eine inhaltlich hochwertige Zusammenarbeit mit den Teams besteht in einer Offenheit und einem Interesse der Trainer an der Sportpsychologie. So stellte ich vor Saisonbeginn den Trainern der U17, mit denen ich beim HFC schon seit vielen Jahren in engem und wertschätzendem Kontakt stehe, einige Ideen vor, wie ich glaubte, sie und das Team in dieser Saison unterstützen zu können – aus der Rolle als „interner“ Sportpsychologischer Coach heraus, der sehr nah am Team dran ist. Zu Dritt entschieden wir uns dann für eine enge Zusammenarbeit und stellten diese unter das Motto „Voneinander lernen“.

    Durch einen engen Austausch wollen wir uns permanent reflektieren, auch konträre Ansichten offen äußern und letztlich besser werden. Wir definierten zudem meine Rollen und Aufgabenbereiche sowie handlungsleitende Werte für unsere Zusammenarbeit und strukturierten diese in inhaltlicher sowie organisatorischer und zeitlicher Hinsicht. Die Weichen für eine unter dem Titel ganzheitliche Ausbildung stehende gemeinsame Reise, auf die wir unsere Spieler mitnahmen, waren gestellt.

    Das sportpsychologische Wirken als Bestandteil einer ganzheitlichen Ausbildung

    Unter dem Begriff ganzheitliche Ausbildung wird vermutlich jeder etwas anderes verstehen. Ich persönlich verstehe darunter, den jungen Fußballspieler nicht nur auf einer athletischen, technischen und taktischen Ebene täglich weiterzuentwickeln, sondern gezielt durch konkrete Interventionen auch auf einer mentalen und sozialen Ebene, die unbedingt bedient werden muss, wenn es darum geht, Profis fürs Leben auszubilden. Gerade vor dem Hintergrund, dass nur ein Bruchteil der Nachwuchsspieler eines Tages den Schritt zum Profispieler schafft, halte ich es für unabdingbar, den Spielern auch im Setting Vereinssport das für ihr Leben relevante Handwerkszeug mitzugeben. Die Jungs verbringen derart viel Lebenszeit im Fußballkontext, dass Vereine aus meiner Sicht in der dringenden Verantwortung stehen, diesen pädagogischen Auftrag anzunehmen, anstatt ihn gekonnt an die Instanzen Schule und Eltern weiterzureichen. Konkret versuchen wir in der U17 Fertigkeiten, die es auch für das Leben außerhalb des Fußballs braucht, durch verschiedenste Maßnahmen zu schulen. Beispielsweise die Fertigkeiten,

    • Konflikte aufzulösen,
    • gewaltfrei zu kommunizieren,
    • konstruktives Feedback zu geben,
    • Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit an den Tag zu legen,
    • mit Rückschlägen umzugehen,
    • auch mit unangenehmen Emotionen umgehen zu können,
    • mit sich selbst, seinen Mitmenschen und Materialien achtsam umzugehen,
    • sich selbst annehmen und wertschätzen zu können,
    • Teamfähigkeit und Demut an den Tag zu legen,
    • ein persönliches Wertefundament zu entwickeln,
    • Vertrauen zu entwickeln.

    Mentale Gesunderhaltung und Persönlichkeitsentwicklung

    Als Sportpsychologischer Coach ist es mir wichtig, die Trainer dabei zu unterstützen, diesem pädagogischen Auftrag nachzukommen – indem ich aus meiner Rolle heraus versuche, die Jungs nicht nur mental besser zu machen, sondern mich vor allem auch auf ihre mentale Gesunderhaltung und Persönlichkeitsentwicklung fokussiere. In diesem Zusammenhang spielt für unsere U17 das Thema Werte eine große Rolle. Zu Dritt haben wir einen für das Team verbindlich geltenden und Halt gebenden Rahmen entwickelt, bestehend aus Grundwerten, die unser gemeinsames Miteinander prägen sollen. Diese Werte gilt es insbesondere für uns Verantwortliche in höchstem Maße vorzuleben, einzufordern, das Leben dieser zu kontrollieren – und im Falle von Verstößen gegen unseren Rahmen respektive Fehlverhaltensweisen diese pädagogisch sauber aufzuarbeiten. Wie genau mein Wirken in der U17 aussieht, zeige ich im Folgenden auf.

    Das U17 Team des Halleschen FC (Quelle: Hallescher FC)

    Meetings mit den Trainern als Grundlage

    Ein Großteil meiner inhaltlichen Arbeit ergibt sich aus den zweimal wöchentlich stattfindenden Meetings mit den Trainern, in denen es darum geht,

    • die jeweilige Woche vorzubereiten,
    • die vergangenen Spiele und Einheiten (auch aus einer psychologischen Perspektive) auszuwerten,
    • lösungsorientiert über Spieler, auftretende Situationen und Teamprozesse im Austausch zu sein,
    • Organisatorisches zu besprechen,
    • anfallende Aufgaben zu verteilen,
    • das anstehende Spiel vorzubereiten. 

    Aus den Rollen des „Sekretärs“ und des „Impulsgebers“ heraus bringe ich in diesen Meetings Anregungen und Ideen rund um das System U17 ein, über deren mögliche Umsetzung wir dann als Team zu Dritt diskutieren.

    Fünf Spielfelder

    Konkret bewege ich mich auf den Spielfeldern coach-the-coach, Begleitung im Alltag, coach-the- player, coach-the-team und coach-the-parents.

    1. Coach-the-coach

    Im Rahmen der Rollen- und Aufgabenklärung haben mir die Trainer das Mandat gegeben, sie ehrlich reflektieren zu dürfen. Teils im persönlichen Gespräch, teils per Whatsapp spiegele ich ihnen z.B. ihr Kommunikationsverhalten im Spiel, Training und in Ansprachen, ihr Auftreten und ihre Körpersprache. Zugleich folge ich ihrem Wunsch, meine Meinung zu dem Beobachteten auszusprechen und – falls möglich – alternative Lösungsoptionen aufzuzeigen. So ist es ihnen möglich, Verhalten aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, Schlüsse für die Zukunft zu ziehen und sich letztlich als Trainer weiterzuentwickeln. Die Profiteure der dann noch besseren Trainer sind die Spieler.

    2. Begleitung im Alltag

    Als Bestandteil des Teams versuche ich, an so vielen Teamprozessen wie möglich teilzuhaben, sprich: bei Einheiten, Spielen, Analysen, Besprechungen und Teambuildingprozessen. Durch diese Nähe entsteht Sympathie, Vertrauen und Offenheit – oder genauer formuliert: Beziehung, die es für eine zielführende Zusammenarbeit unbedingt braucht. Im Rahmen von Trainingseinheiten und Spielen nehme ich während des laufenden Geschehens primär die Rolle des Beobachters ein, der sich insbesondere auf ablaufende Teamprozesse, Kommunikation sowie auf individuelle und kollektive Verhaltensweise aus psychologischer Perspektive fokussiert. Mit den beiden Trainern sowie mit allen Spielern ist individuell abgesprochen, wie mit meinen Beobachtungen umgegangen wird. Die meisten Spieler beispielsweise wünschen sich im Anschluss an jede Einheit und jedes Spiel ein individuelles Feedback, das sie per Whatsapp-Sprachnachricht erhalten. Dieses Feedback beinhaltet Wahrnehmungen auf der Beobachtungsebene sowie – je nach Bedürfnis des einzelnen Spielers – Ratschläge und/oder Reflexionsfragen. Dieses Vorgehen bringt meiner Meinung nach einige Vorteile mit sich: Die Trainer und Spieler können sich zu einem für sie passenden Zeitpunkt mit dem Feedback auseinandersetzen, es findet eine niederschwellige Auseinandersetzung mit sportpsychologischen Themen statt und für mich ergibt sich daraus die Möglichkeit, viele Teammitglieder auf einmal bedienen zu können. Rein zeitlich gesehen ist es schließlich unmöglich, mit jedem Spieler individuell über das Spiel im Gespräch zu sein. Zudem gilt es, sich an die herausfordernden Lebenswelten der Spieler anzupassen, die oftmals direkt aus der Schule ins Training hetzen und anschießend noch ihre Schulaufgaben zu bewältigen haben – viel Raum für direkte Coachingprozesse ist da kaum gegeben.

    Sportpsychologische Trainingsarbeit in Halle Quelle: Hallescher FC)

    An Spieltagen unterstütze ich die Spieler – falls erwünscht – in mentaler Hinsicht. So habe ich mit den Spielern zu Saisonbeginn individuelle Gespräche geführt, in denen sie konkrete Wünsche äußern konnten, welche Form der Unterstützung sie sich von mir in welchem Moment wünschen. Dies entspricht meiner systemischen Grundhaltung, dass jeder Mensch selbst am besten weiß, was er wann wie braucht – er ist der Experte für sich selbst. Typische Aufgaben im Laufe des Spieltags sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die folgenden:

    • Austausch über die eigenen Zielstellungen und Erwartungshaltungen des Spielers vor dem Spiel
    • Kommunikation über Alltagsthemen
    • Motivationsspritzen
    • Gemeinsames Begutachten der Platz- und Umgebungsbedingungen
    • Erinnerung an umzusetzende Aspekte im mentalen Bereich
    • Feedback im Hinblick auf Mentales (Halbzeitpause)
    • Gemeinsame Spielauswertung unter mentalen Gesichtspunkten

    Aus diesen Reflexionsprozessen ergeben sich oftmals weiterführende Gespräche oder Coachings über bzw. zu bestimmten Themen.

    3. Coach-the-player

    Coachings mit beziehungsweise Beratungen von Spielern finden mal spontan, mal geplant, mal situativ, mal regelmäßig, mal per Whatsapp, mal im persönlichen Kontakt, mal im Büro, mal bei einem Spaziergang statt. Beispielhafte Themen, an denen ich in dieser Saison mit U17-Spielern gearbeitet habe, sind die folgenden:

    • Mentale Vorbereitung auf Vorträge
    • Mentale Vorbereitung auf Spiele
    • Umgang mit Schicksalsschlägen
    • Handlungsschnelligkeit
    • Umgang mit Trennungen
    • Körpersprache
    • Umgang mit Emotionen
    • Auflösung von Konfliktsituationen mit Mitspielern
    • Mentale Strategien zur Fokussierung auf das Training nach langen Schultagen
    • Kommunikation auf dem Feld
    • Balance zwischen Entspannung und Aktivierung in Vorbereitung auf das Training
    • Umgang mit ungeliebten Positionen
    • Umgang mit der eigenen Rolle im Team
    • Entwicklung von Führungskompetenzen
    • Videobasierte Trainingstaganalyse

    Nicht zuletzt spielen die Trainer mir im Hinblick auf viele mentale Themen regelmäßig den Ball zu: So fordern sie beispielsweise im laufenden Training eine zielführende Kommunikation ein, geben Lösungsoptionen vor, auf die ich wiederum in Einzelcoachings eingehen kann. Viele mentale Themen, an denen gearbeitet wird, beziehen sich auf Situationen außerhalb des Fußballs oder sind zumindest übertragbar auf das Leben. So gelingt es den Spielern, in ihrer Persönlichkeit zu wachsen und fürs wahre Leben dazuzulernen. Neben der Arbeit auf einer Individualebene macht bislang auch die Arbeit mit Kleingruppen in bestimmten Situationen Sinn, z.B.

    –  um Konflikte zwischen Mitspielern aufzulösen und

    –  um mit den Führungsspielern lösungsorientiert über teamrelevante Themen im Austausch zu sein.

    4. Coach-the-team

    Auch auf diesem Terrain spielen die Trainer regelmäßig Doppelpass mit mir. Zu dritt überlegen wir genau, wann wir welches psychologische Thema wie platzieren, um die Jungs mental weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Teamentwicklungsprozesses haben wir bislang Workshops zu den Themen Zielsetzung, Werte, Handlungsmaßnahmen sowie Rolle der Nicht-Starter sowie Teambuildingevents wie z.B. einen Run-and-Bike-Halbmarathon durchgeführt, um gemeinsam als Team Widerstände zu überwinden und uns in unserer Kooperationsfähigkeit zu üben. Künftig werde ich in Abstimmung mit den Trainern auf freiwilliger Basis für besondere interessierte Spieler interaktive Kurzinputs mit einer Dauer von 20 – 30 Minuten zu Themen wie Schlaf oder Umgang mit Stress anbieten. Darüber hinaus darf ich mich punktuell auch mit Life Kinetik-Impulsen ins Mannschaftstraining einbringen – ein innovatives Bewegungsprogramm zur Förderung der Handlungsschnelligkeit, Wahrnehmung und kognitiven Fähigkeiten der Spieler.

    5. Coach-the-parents

    Für eine ganzheitliche Leistungsentwicklung braucht ein Spieler funktionierende Unterstützungssysteme, in denen die Eltern eine Schlüsselrolle spielen. Denn sie sind es, zu denen die Spieler oftmals die größte emotionale Bindung besitzen und einen enormen Einfluss ausüben. Als wichtigster „Kooperationspartner“ der Trainer im Hinblick auf Entwicklung der Spieler ist es wichtig, sie von der eigenen Arbeit zu überzeugen, sie auf den gemeinsamen Weg mitzunehmen, aber auch stimmige Grenzen zu setzen und gemeinsam in Austausch darüber zu treten, welches Elternverhalten für die Entwicklung des jeweiligen Spielers funktional ist. Trainer sollten darauf hinarbeiten, dass sich die Eltern eingebunden und wertgeschätzt fühlen. Auf dieser Grundlage gelingt es vielen Eltern dann deutlich besser, sich funktional zu verhalten – was eine enorme Leistungsreserve darstellt. Daher versuchen die Trainer und ich, die Eltern seit Saisonbeginn ganz bewusst auf unserer gemeinsamen Reise mitzunehmen. Gelingen soll dies durch eine frühzeitig stattfindende Elternversammlung, durch regelmäßige Updatemails oder auch durch ein gemeinsames Oktoberfestevent mit Spielern und Eltern. Zudem habe ich angeboten, ihnen bei auftretenden Fragen rund um den Bereich Psyche für Coachings und Beratungen zur Verfügung zu stehen.

    Die kleinen Momente sind die größten

    Doch bei allen Gedanken rund um das Thema Weiterentwicklung – meist sind die vermeintlich kleinen Momente, die ein Team erlebt, diejenigen, an die sich viele noch lange erinnern werden, sei es das gemeinsame Pizzaessen, der Stadionbesuch oder Momente, in denen sich Spieler als Mr. Bean versuchen – unbezahlbare Erinnerungen.

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    Prof. Dr. René Paasch: Der Wert von Image, Moral und Vorbildwirkung im Profi-Fußball

    Würden Sie auf Geld verzichten, um ein Menschenleben zu retten oder auf Ihre Provision als Spielerberater, um einen jungen Spieler auf den Weg in den Profi-Fußball zu unterstützen? Die Antworten mögen auf den ersten Blick teilweise klar erscheinen – ein entschiedenes „Ja“ sollte die naheliegende Wahl sein. Doch wie Armin Falk, ein renommierter Verhaltensökonom, in einer fesselnden Studie zeigte, ist die Realität weitaus komplexer. Unser menschliches Verhalten, geprägt von einer subtilen Balance zwischen Altruismus und Egoismus, lässt sich nicht immer mühelos in Schwarz-Weiß-Malerei einfangen. In einer von Armin Falk durchgeführten groß angelegten Studie wagte er einen Blick in die verborgenen Ecken unserer Motivationen. Er stellte mehreren hundert Studierenden eine verlockende Wahl: eine Prämie von 100 Euro oder die direkte Möglichkeit, mit diesem Geld das Leben eines an Tuberkulose erkrankten Mitmenschen zu retten. Die Ergebnisse werden Sie vielleicht überraschen: Lediglich 57 Prozent der Probanden, möglicherweise wie Sie, liebe Leser*innen, waren bereit, auf die materielle Belohnung zu verzichten und stattdessen einen Beitrag zur lebenserhaltenden Behandlung zu leisten. Verblüffend ist jedoch, dass immerhin 43 Prozent den persönlichen Vorteil bevorzugten und das Geld für sich behielten. Dieses Dilemma, das zwischen Ihrem eigenen Wohlstand und dem Wunsch, Gutes zu tun, gefangen hält, wirft ein helles Licht auf das innere Tauziehen zwischen Egoismus und Altruismus. Es offenbart, dass der Pfad des Wohlverhaltens oft von stärkeren Kräften des Eigennutzes überwältigt wird. Die einfache Tatsache, ein guter Mensch sein zu wollen, reicht nicht aus – es erfordert tatsächlich Überwindung. Wenn sich die Wahl zwischen Ihrem persönlichen Gewinn und Ihrer sozialen Verantwortung auftut, zeigt sich, wie schwer es sein kann, nicht Ihrer eigenen Gunst den Vorzug zu geben. In den folgenden Artikel werden wir gemeinsam die Facetten dieses inneren Konflikts erkunden, der Ihre Handlungen und Entscheidungen durchdringt. Denn letztlich offenbart sich in diesem Dilemma nicht nur ein Blick auf Ihre individuellen Motivationen, sondern auch auf die Essenz Ihrer Menschlichkeit im Kontext des deutschen Fußballs. In einer Arena, in der Ehrgeiz und Erfolg oft über Altruismus zu triumphieren scheinen, wollen wir hinter die Kulissen blicken und herausfinden, welche Kräfte wirklich in der Seele des Fußballs wirken – jene des reinen Eigeninteresses oder die des uneigennützigen Miteinanders.

    Zum Thema: Das innere Tauziehen zwischen Selbstlosigkeit und Eigennutz im Profi-Fußball

    Im Kontext des Profi-Fußballs lässt sich eine Parallele zwischen sozialem Verhalten und sportlichem Handeln ziehen. Ähnlich wie im gesellschaftlichen Bereich, wo Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft dazu dienen, das eigene Image zu pflegen und das gesellschaftliche Ansehen zu steigern, können auch im Sport Verhalten und Entscheidungen durch das Streben nach Anerkennung und Bestätigung beeinflusst werden. Die Sorge um das Image kann als ein bedeutender Faktor für die sportliche Leistung und das Verhalten auf dem Spielfeld betrachtet werden. Sportlerinnen und Sportler agieren oft vor einer großen Öffentlichkeit, sei es auf dem Spielfeld oder im Rampenlicht der Medien. Ähnlich wie im gesellschaftlichen Kontext, kann die Tatsache, dass die eigenen Handlungen von vielen beobachtet werden, zu einem Drang führen, sich von der besten Seite zu zeigen. Dies kann den Antrieb für diszipliniertes und ethisches Verhalten im Sport verstärken, um sich als „guter Athlet bzw. Athletin“ zu präsentieren und das persönliche Image zu schützen.

    Die Studie von Falk, die im vorherigen Abschnitt kurz erwähnt wurde, verdeutlicht die Bedeutung des eigenen Selbstbildes im Zusammenhang mit sozialem Verhalten. Kehren wir dazu noch einmal zurück zu Falks Lebensretter-Studie mit den 100 Euro. In einer erweiterten Version teilte er die Probanden in zwei Versuchsgruppen. Die erste machte für ihre Entscheidung nur ein anonymes Kreuzchen: 100 Euro spenden oder behalten. Die andere Gruppe musste ihre Entscheidung einer anderen Person mündlich mitteilen. Unter den anonymen Teilnehmenden waren 48 Prozent bereit zu spenden. Bei denen, die ihre Entscheidung vor Zeugen verkünden mussten, lag die Bereitschaft hingegen bei 72 Prozent. Natürlich spielen bei moralischen Überlegungen nicht nur die Urteile anderer eine Rolle, sondern auch die eigene Selbstwahrnehmung. Schließlich ist es genauso wichtig, vor sich selbst als guter Mensch dazustehen. Diese Hypothese überprüfte Falk in einer weiteren Studie, die den Probanden buchstäblich ihr eigenes Spiegelbild vor Augen führte. Die Teilnehmenden durften zwischen zwei Optionen wählen: Option A bedeutete, leer auszugehen, während Option B acht Euro mit nach Hause brachte – jedoch auf Kosten eines anderen Teilnehmers, dem ein harmloser, aber schmerzhafter Stromstoß versetzt wurde. Bei etwa der Hälfte der Befragten war in der Wahlkabine ein Spiegel angebracht. Während sie überlegten, was ihnen acht Euro wert waren, mussten sie sich dabei selbst in die Augen schauen. Erstaunlicherweise verteilten den elektrischen Schock trotzdem 54 Prozent. Bei der Gruppe ohne Spiegel waren es allerdings ganze 72 Prozent. Das heißt, wenn wir uns anständig verhalten, hat das oft damit zu tun, dass wir vor uns selbst als guter Mensch dastehen möchten. Doch hier drängt sich die Frage auf: Wenn uns unser positives Selbstbild so wichtig ist, warum verhalten wir uns dann trotzdem so oft im Fußball unsozial? Die Antwort liegt in der Tatsache, dass unsere Gefühle manchmal schneller sind als unser Verstand und sie können uns von der Bahn der sozialen Verantwortung abbringen. 

    Respekt und Fairness im Schatten

    Im Fußball kann dieser Aspekt dazu führen, dass Spieler*innen, Trainer*innen sich bemühen, auf und neben dem Spielfeld Fairness zu zeigen, Schiedsrichterentscheidungen zu respektieren und respektvoll mit ihren Teamkollegen, Gegnern und dem Trainerstab umzugehen. Dieses Verhalten kann nicht nur dazu dienen, sich als „guter Mensch“ darzustellen, sondern auch das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Jedoch gibt es im Fußball auch Momente, in denen Emotionen und Leidenschaften überhandnehmen können. In hitzigen Spielsituationen können Gefühle wie Frustration, Ärger oder auch Ehrgeiz die Vernunft überlagern. In solchen Augenblicken kann es passieren, dass soziale Verantwortung und ethisches Handeln hinten anstehen, während der Fokus auf den eigenen Sieg und die persönliche Leistung gerichtet ist. 

    Insgesamt zeigt sich, dass die Parallele zwischen sozialem Verhalten im gesellschaftlichen Kontext und sportlichem Verhalten im Fußball deutlich wird. Das Streben nach einem positiven Selbstbild und das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung beeinflussen die Art und Weise, wie wir uns verhalten. Im Sport kann die Balance zwischen emotionalen Reaktionen und ethischem Handeln eine besondere Herausforderung sein, da der Wettkampf und die Leidenschaft oft die Oberhand gewinnen können.

    Moralische Integrität und emotionale Befindlichkeit 

    Die Dynamik der Moral im Kontext des Profi-Fußballs lässt sich als komplexes Zusammenspiel verschiedener Einflussfaktoren erkennen. Es wird deutlich, dass moralisches Handeln nicht allein aus einer festen Struktur des Charakters resultiert, sondern vielmehr von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, von denen die Tagesform eine entscheidende Rolle spielt. Diese Wechselwirkung zwischen Moral und emotionaler Verfassung wird durch empirische Studien verdeutlicht, die sogar aufzeigen, dass außersportliche Faktoren, wie der Erfolg oder Misserfolg einer Lieblingsfußballmannschaft, die Urteilsfindung von Richtern beeinflussen können. Dies unterstreicht die enge Verbindung zwischen sozialem Verhalten und emotionaler Befindlichkeit. Eine bemerkenswerte Studie aus dem Jahr 2006 vertiefte das Verständnis dieser Verbindung. Teilnehmende wurden dazu aufgefordert, verschiedene Filmsequenzen anzusehen, die unterschiedliche Emotionen auslösten. Diejenigen, die nach einer komödiantischen Filmsequenz in guter Stimmung waren, zeigten eine deutlich höhere Bereitschaft zu großzügigem Verhalten, wie zum Beispiel Spenden, im Vergleich zu jenen, die zuvor eine tieftraurige Filmsequenz gesehen hatten. Dieses Phänomen lässt sich auch im alltäglichen Leben wiedererkennen: Gute Laune begünstigt hilfsbereites Verhalten, während negative Emotionen die Bereitschaft dazu verringern können. In diesem Zusammenhang wird es ersichtlich, dass es eine Herausforderung darstellen kann, tugendhaft zu handeln, wenn die emotionale Gemütslage getrübt ist. Diese Verbindung zwischen Emotionen und moralischem Verhalten zeigt sich auch im Fußball. Die Arbeit von Falk, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss von Neid, verdeutlicht, wie negative Emotionen wie Neid zu unsozialem Verhalten führen können. Studien, in denen Probanden in Situationen des Neids versetzt wurden, zeigen, dass diese unter bestimmten Umständen eher bereit sind, anderen Schaden zuzufügen, um sich selbst besser zu fühlen. Der Neid kann einen Treibstoff für Boshaftigkeit darstellen, der in Extremfällen zu Aggression und Gewalt führt. Ein anschauliches Beispiel für dieses Phänomen findet sich im Umfeld des Profi-Fußballs, wo der Neid auf erfolgreiche Vereine zu einer feindlichen und aggressiven Stimmung führen kann. Große Clubs, die finanziell gut aufgestellt sind und sportlichen Erfolg erzielen, können bei weniger erfolgreichen Vereinen Neid und Rivalität hervorrufen, was wiederum zu diskriminierendem Verhalten führen kann. Diese komplexen Zusammenhänge zeigen, dass moralisches Verhalten im Fußball von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, darunter die emotionale Verfassung der Beteiligten. Es wird deutlich, dass die Stimmung und Emotionen der Individuen eine entscheidende Rolle in ihrem Verhalten auf und neben dem Spielfeld spielen. Dies unterstreicht die Herausforderung, die emotionale Intelligenz und Selbstregulation im Sport innehaben, um ein soziales und ethisches Verhalten zu fördern und negativen Einflüssen entgegenzuwirken. 

    Mehr zum Thema Emotionen erfahren Sie hier: Dr. René Paasch: Emotionen von Trainern | Die Sportpsychologen (die-sportpsychologen.de) 

    Moral als Spielball

    Mit der Moral verhält es sich mitunter, wie bei einer Runde „Stille Post“: Ähnlich wie am Ende dieses Spiels, wenn das ursprüngliche Wort völlig verfälscht herauskommt, wird Verantwortung oft so lange weitergereicht, bis sich niemand mehr zuständig fühlt. In zahlreichen Führungsebenen im Profi-Fußball ist die Delegation von Verantwortung eine gezielte Strategie, um sich aus der ethischen Schusslinie zu begeben. Wie oft geschieht es, dass Vereine bei fehlender Leistung und Punkten Gründe heranziehen, um aus einer Krise zu navigieren? Nach gründlichen Untersuchungen verlautbart die Führungsebene dann: „Um die Leistung der Mannschaft zu verbessern, müssen wir den Trainer bzw. die Trainerin mit sofortiger Wirkung entlassen.“ Wenn es an der Zeit ist, Trainer bzw. Trainerinnen zu entlassen, kann der Teammanager bedauernd verkünden: „Ich setze lediglich die professionelle Anweisung der gesamten Vereinsführung um. Hätte es nach mir gehen können, hätte ich weiterhin auf den Trainer bzw. auf die Trainer vertraut.“ Auf diese Weise kann er sich vor sich selbst, den Medien und seinen Fans in einem besseren Licht präsentieren. Die Entschuldigung, lediglich den Anweisungen anderer zu folgen, übt eine verlockende Anziehung aus. Ähnlich erging es auch dem Diesel-Skandal, einem der wohl auffälligsten Kriminalfälle in der jüngeren deutschen Industriegeschichte: Um die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte einzuhalten, wurde in den Fahrzeugen heimlich eine Software installiert. Diese manipulierte das Abgaskontrollsystem, um die Fahrzeuge umweltfreundlicher erscheinen zu lassen, als sie in Wirklichkeit waren. Als der Betrug endlich aufgedeckt wurde, wollte niemand die Verantwortung übernehmen. Alle Beteiligten behaupteten, lediglich Anweisungen von anderer Seite befolgt zu haben. Je mehr Menschen aufeinandertreffen, desto einfacher wird es, die Verantwortung hin und her zu verschieben. Dies erklärt auch, warum es so herausfordernd ist, das Verhalten größerer Instanzen im Fußball zu verändern. Im Grunde wissen wir alle, dass die Currywurst auf den deutschen Sportplätzen oder Stadien nicht von glücklichen Tieren stammt. Trotzdem kaufen wir weiterhin, weil es schließlich alle tun. Und was allgemein üblich ist, kann nicht verkehrt sein. Selbst wenn das nicht der Fall ist, denken wir: „Ich alleine kann ohnehin nichts verändern.“ Häufig ist unser soziales Verhalten jedoch auch eine Frage der Persönlichkeit. Schauen wir uns dies ein wenig näher an:  

    Ist unsere Fähigkeit zu sozialem Verhalten durch unsere Gene bestimmt? Nicht ganz! Denn natürlich spielen auch die Vorbilder aus unserer Kindheit und Jugend eine Rolle. In einer Untersuchung beobachtete Falk das Sozialverhalten von über 700 Kindern und deren Eltern. In einem Experiment ging es darum, geschenktes Spielzeug mit einem anderen Kind zu teilen. Dabei waren Kinder sozial eingestellter Eltern weitaus großzügiger als Kinder aus Elternhäusern, in denen weniger Wert auf Hilfsbereitschaft und Rücksicht gelegt wird. Die Studie belegt außerdem, dass Kinder enorm an sozialer Kompetenz gewinnen, wenn sie ein Jahr lang von einem externen Mentor begleitet werden. Sie verhielten sich altruistischer als die Kinder ohne Mentor. Wir haben es als Gesellschaft, Verband, Verein oder Einzelner in der Hand, ob unsere Kinder zu „guten und starken“ Menschen heranwachsen oder nicht. 

    Hier erfahren Sie mehr über das Thema Mentoring im Fußball: Dr. René Paasch: Warum der deutsche Fußball Mentoren braucht | Die Sportpsychologen (die-sportpsychologen.de)

    Take Home Message

    „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es,“ äußerte einst der Schriftsteller und Sozialkritiker Erich Kästner, der selbst wiederholt am moralischen Verfall seiner Zeitgenossen verzweifelte. In dieser tiefgreifenden Analyse haben wir ein wenig die Hintergründe erforscht, die den Menschen oft daran hindern, sein bestes Selbst zu sein: die Auswirkungen emotionaler Spontanreaktionen, das Fehlen von Vorbildern, das ständige Hin und Her bei der Verantwortungsübertragung und letztlich der Zweifel an der eigenen Fähigkeit, als Individuum überhaupt etwas im Profi-Fußball bewirken zu können. All diese Faktoren begünstigen, dass wir oft unseren persönlichen Vorteil über das Wohl anderer stellen. Dennoch wissen wir in unserem Innersten genau, dass die Welt – insbesondere der Sport – besser wäre, wenn es nicht nur uns selbst, sondern auch den anderen gut erginge. Aber wie können wir das Gute vorantreiben? Ich betrachte die Vernunft als einen bedeutenden Hoffnungsträger für die moralische Weiterentwicklung im deutschen Fußball. Wir sollten unsere geistige Kapazität dafür nutzen, um unmenschliches und befremdliches Verhalten zu kennzeichnen, klare Verantwortlichkeiten in Verwaltungen und Organisationen zu definieren und bereits in den Nachwuchsvereinen, Kindergärten und Schulen klare ethische Verhaltensnormen zu vermitteln. 

    Auch der angesehene Philosoph und Aufklärer Immanuel Kant glaubte zutiefst an die Vernunft. In seinem moralischen Imperativ formulierte er eine einfache Maxime: Handele so, wie du es von allen anderen wünschst. Obwohl dieses Prinzip einfach klingen mag, liegt darin der Kern. Wir sollten Handlungen nicht allein an ihren Konsequenzen oder Erfolgen messen oder abwägen, ob unsere individuelle Tat wirklich einen Unterschied macht. An erster Stelle sollte vielmehr die Absicht stehen, nach der ein Mensch handelt. Handelt er im Bewusstsein, anderen ein Vorbild zu sein? Dann handelt er richtig. Lag jedoch lediglich das eigene Wohl im Fokus, hat er schlecht gehandelt. Aus meiner Sicht und Erfahrungen bedarf es einer Renaissance von Kant! Besonders in einer Zeit, in der Religion kaum noch als ethische Leitlinie fungiert, benötigen wir einen moralischen Leitstern, der uns dabei unterstützt, Gut von Böse zu unterscheiden. Andernfalls geraten wir in jeder Lage ins Grübeln und Verkomplizieren alles unnötig. Doch wenn wir den Mut aufbringen, mit vorbildlichem Verhalten voranzugehen, werden andere uns nachahmen. Als Belohnung winken Vertrauen und ein gerechtes Miteinander, das sich auszahlt. So kann der Gedanke von Kant, getragen von Vernunft und moralischer Integrität, als Wegweiser im Profi-Fußball und in der gesamten Gesellschaft dienen, um ethische Prinzipien und das Streben nach Gesunderhaltung, Persönlichkeitsentwicklung selbstverständlich auch nach Leistung vorantreiben. 

    Weiterführende Gedanken dazu finden Sie hier: Prof. Dr. René Paasch: Humanistisches Coaching im (Leistungs-)Sport | Die Sportpsychologen (die-sportpsychologen.de)

    Mehr zum Thema:

    Literatur 

    Armin Falk, A. (2022): Warum es so schwer ist, ein guter Mensch zu sein und wie wir das ändern können. Verlag: Siedler, München 2022. ISBN: 9783827501608 

    Armin Falk, A., Kosse, F., Pinger, P. (2020): Mentoring and schooling decisions: Causal evidence. IZA DP No. 13387 (2020). Studie lesen: Mentoring and Schooling Decisions: Causal Evidence (iza.org):

    https://docs.iza.org/dp13387.pdf

    Armin Falk, A. Graeber, Th. (2020): Delayed negative effects of prosocial spending on happiness. Proceedings of the National Academy of Sciences 117, no. 12: 6463-6468. Studie lesen: https://www.pnas.org/doi/full/10.1073/pnas.1914324117 

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    Christian Hoverath: Auf den letzten Metern der Vorbereitung – mein Weg zum Kaisermarathon

    In wenigen Tagen geht Christian Hoverath beim Kaisermarathon an den Start. Eine Laufstrecke, die nicht nur durch ihre 42,195 Kilometer Gesamtlänge herausfordert, sondern vor allem mit ihren 2345 Höhenmetern so manchen Starter überfordert. Christian Hoverath wagt in diesem Jahr die Probe aufs Exempel. Der Sportpsychologe hat sich so spät für den Saisonhöhepunkt angemeldet, dass kaum Vorbereitungszeit blieb. Gerade so, wie Hoverath es von einigen seiner Klienten und Klientinnen kennt. Hinzu kommt, dass in seinem Fall das Wort Vorbereitung ohnehin gut gemeint ist – denn wie soll sich der Sportpsychologe Hoverath, der in Wesel, nahe der niederländischen Grenze, wohnt, auf einen solchen alpinen Lauf adäquat vorbereiten? Auch diese Problematik kennt er von seinen Sportlern. Für Die Sportpsychologen dokumentiert er einen Selbstversuch. 

    Zum Thema: Annahmen und Anpassungen in der Wettkampfvorbereitung 

    Was ist entscheidend, ob wir ein Rennen abbrechen oder nicht? Die Physis oder der Kopf? Dazu gibt es spannende Untersuchungen, die zeigen, dass das individuelle Gefühl für den Abbruch einer Belastung viel entscheidender ist als objektiv gemessene physiologische Marker. 

    Für meinen Kaisermarathon bedeutet dies, dass ich mir sicher sein kann, dass es nötig sein wird, Leistungsreserven zu mobilisieren, Grenzen zu verschieben. Auch deswegen möchte ich mit Bildern, Musik und Selbstgesprächen arbeiten, um entsprechend noch einen Schritt mehr machen zu können, als ich es selbst erwarte.

    Mit Helge Schneider auf Höhenflügen

    Neben diesem mentalen Training wird es für mich aber auch sehr wichtig sein, mich mit dem Rennen vertraut und noch vertrauter zu machen. Ich werde vielleicht kein komplettes Wettkampfdrehbuch schreiben. Aber ich möchte mich soweit mit dem Streckenprofil, den Verpflegungsstellen und den Besonderheiten auseinandersetzen, dass ich mir überlegen kann, wie ich welche Steigung laufen möchte und mir Zwischenziele setzen. 

    Ich möchte darüber hinaus versuchen, möglichst viele Ereignisse vorwegzunehmen und vorzubereiten, möglichst viele Teile der Strecke positiv mit Bildern und Gedanken zu verknüpfen und diese dann zu verankern. Ich muss gerade daran denken, wie wir in einem Trainingslager vor vielen, vielen Jahren in einem dieser langen Anstiege “Fitze, Fitze, Fatze” angestimmt haben und auf einmal sehr viel Spaß hatten. Ist der Helge Schneider-Song also ein Werkzeug für den Kaiser? 

    Wenn Anpassungen nötig werden 

    “Was dir früher mal geschmeckt hat, schmeckt dir heute vielleicht nicht mehr.” Je nach Setting funktionieren manche Dinge vielleicht besser und mal schlechter. Die Erfahrung habe ich auch machen müssen, als ich mitten in einem Trainingslauf angefangen habe zu singen: 

    1. beim Bergaufradeln hat man anders Luft als beim Berglauf
    2. Fitze-Fatze still im Kopf zu singen, wirkt nicht
    3. vielleicht ist es auch das Alleinsingen, was an dieser Stelle nicht funktioniert

    Wie auch immer, ich habe es probiert und es funktioniert nicht. Ich brauche etwas anderes! Solche Situationen kommen in jeder Vorbereitungsphase vor.

    Vorbereitung abgeschlossen?

    In bislang drei Texten habe ich nun Einblicke in meine persönliche Vorbereitung gewährt. Bis hierhin resümierend kann ich sagen, es hat mir viel Spaß gemacht, mir für die Trainingsläufe andere Ziele als physische zu setzen und einzelne mentale Strategien in die Trainingsläufe zu integrieren, Selbstgespräche und Bilder zu testen, auf der Couch zu visualisieren. Ich habe mich mit viel Freude meinen Ressourcen zugewandt und festgestellt: ich habe ein funktionierendes Trainingspartnersystem und freue mich auf den Urlaub mit der Familie danach. Ich kann mich mit vielen Bildern des vergangenen Sportjahres belohnen und habe einen voll gepackten Rucksack mit motivierenden Zitaten und Liedern, in den nun auch Reckenjacke und Rettungsdecke passen müssen. Es ist eine schöne Ablenkung und Spiel, sich ein Ressourcen-ABC zu erstellen und sich am Rand Wegmarken zu suchen, und dann den zu diesem Anfangsbuchstaben passenden Begriff aus dem Ressourcen-ABC zu suchen. Das Schöne an dieser Technik ist, dass ich schwierige Momente nicht vorwegnehmen muss, sondern situativ reagieren kann. Und so wird es kommen.

    Wenige Tage habe ich noch, dann startet das Rennen. Und ganz ehrlich. Ich freue mich bereits sehr auf die Gedanken an die Kartoffeln! 

    Hinweise

    Wer mit Kartoffeln nichts anfangen kann, ist angehalten, die beiden bereits erschienenen Texte der Mini-Serie in Augenschein zu nehmen. Siehe hier:

    Wer übrigens noch mehr über den Hintergrund des Central Governours wissen müsste, ist bei dem hier verlinkten Text richtig:

    Mehr zum Thema:

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    Buch: Abseits 2 – Von Lern- und Verlernerfahrungen (Johanna Constantini)

    Mein erstes Buch „Abseits Aus der Sicht einer Tochter“ stellt nicht nur ein Herzensprojekt, sondern auch eine wichtige Aufarbeitung für mich persönlich dar.

    In dem im Seifert Verlag herausgebrachten Werk geht es um meinen persönlichen Umgang mit der Demenzerkrankung meines Papas. Es geht jedoch auch um Fragen, die sich eine immer schneller werdende Gesellschaft zu eben jenem Umgang stellen sollte. Ich bin gespannt wie das Buch gefällt und freue mich auf Rückmeldungen und Reaktionen. Vor allem hoffe ich aber, Menschen zu erreichen, die selbst in irgendeiner Form betroffen sind und denen ich mit meiner Sicht auf die Erkrankung Demenz auch ihren Umgang damit erleichtern kann.

    Preis

    Buch „Abseits – Aus der Sicht einer Tochter“, Hardcover

    24,95 EUR (zzgl. Versand)

    Bestellung

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      Neues Veranstaltungsformat: Väter des Erfolgs

      Nach Online-Supervisionen, Netzwerkabenden und der Barcamp-Reihe „Die rote Couch“ starten Die Sportpsychologen ein neues Veranstaltungsformat: Die Väter des Erfolgs. Ein exklusives Wochenend-Angebot für erfolgreiche Väter und ihre sportlich ambitionierten Kinder. Die erste Auflage soll bereits im November 2023 in Thüringen stattfinden (mehr Infos).

      Warum stehen aber, wie der Name der Veranstaltung sagt, die Männer im Vordergrund? Weil viele moderne Väter im Job und in der Familie höchste Anforderungen erfüllen wollen, sich gleichzeitig aber kaum den Raum nehmen, sich mit ihrer Rolle zu beschäftigen. Kompakt, professionell und auf echter Augenhöhe liefert unser Wochenend-Workshop Input, Anregungen und Austausch. Gleichzeitig kommen die Kinder mit zum Zug, die gemeinsam mit ihren Vätern ein unvergleichliches Wochenende erwarten können.

      Aktuell erreichen uns einige individuelle Anfragen mit ganz konkreten inhaltlichen Wünschen zum Programm. Gern können Interessenten dazu direkt zu den Experten von Die Sportpsychologen, die unsere Premieren-Veranstaltung umsetzen werden, persönlich Kontakt aufnehmen:

      Dr. Hanspeter Gubelmann
      Thorsten Loch
      Prof. Dr. René Paasch

      Ausblick

      Erreicht haben uns bereits Wünsche, die Veranstaltung ins kommende Jahr zu verlegen bzw. weitere Veranstaltungsangebote dieser Art zu schaffen. Entsprechend der konkreten Buchungslage (jetzt Tickets buchen) entscheiden wir bis zum 16. Oktober 2023, ob die Premiere von „Väter des Erfolgs“ wie geplant im November 2023 oder Anfang des Jahres 2024 stattfinden wird.

      Selbstverständlich haben wir bereits eine Schwester-Veranstaltung unter dem Titel „Mütter des Erfolgs“ mitgedacht. Die konkreten Planungen dazu erfolgen auf der Basis der Erfahrungen der männlichen Eventpendants.

      Alle Infos zur Veranstaltung „Väter des Erfolgs“

      Link: https://sportpsychologie.plus/2023/09/08/vaeter-des-erfolgs-edition-2023/

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      Weitere Informationen

      Mehr zum Thema:

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      Thorsten Loch: Kant(e) zeigen – kategorisch ausgeschlossen?

      Ich erlebe es immer wieder, dass am Rande von Trainerfortbildungen meist in kleinen Gruppen über die Bedeutung von Leistungssport und Philosophie für das menschliche Leben diskutiert wird. Beide Bereiche scheinen auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten zu haben – der eine dreht sich um körperliche Höchstleistungen, der andere um das Nachdenken über abstrakte Konzepte. Doch bei genauerem Hinsehen können wir feststellen, dass Leistungssport und Philosophie in ihrem Streben nach Sinnhaftigkeit eng miteinander verbunden sind. In diesem Blogbeitrag werden wir uns insbesondere mit dem kategorischen Imperativ von Immanuel Kant beschäftigen und beleuchten, wie seine ethischen Prinzipien auf den Leistungssport angewendet werden können. In diesem Zusammenhang soll aber nicht außer Acht gelassen werden, wo potentielle Stolpersteine verborgen liegen können und welche Schwierigkeiten auf dem Weg bei der Umsetzung liegen.

      Zum Thema: Wie viel Philosophie steckt im Sport?

      Die Philosophie hat die Aufgabe, grundlegende Fragen des menschlichen Daseins zu erforschen und zu beantworten. Sie beschäftigt sich mit Themen wie der Natur, der Realität, der Existenz, der Ethik und der Suche nach dem Sinn des Lebens. Dabei geht es nicht nur um intellektuelles Nachdenken, sondern auch um die praktische Anwendung von philosophischen Konzepten im täglichen Leben.

      Wenn man dies liest, so mag es auf den ersten Blick schwierig erscheinen, eine Verbindung zwischen Philosophie und Leistungssport herzustellen. Schließlich dreht sich der Sport um körperliche Aktivität und Wettbewerb, während die Philosophie eher nach geistiger Erkenntnis strebt. Doch bei genauerem Betrachten finden wir Gemeinsamkeiten, die eine Verbindung zwischen beiden Bereichen ermöglichen. Sowohl der Leistungssport als auch die Philosophie streben nach persönlicher Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung. Im Sport geht es nicht nur um das Erreichen von Rekorden und Siegen, sondern auch um das eigene Wachstum, die Überwindung von Hindernissen und die Entfaltung des eigenen Potenzials. Ähnlich verhält es sich in der Philosophie, wo es darum geht, sich selbst besser zu verstehen, seine eigenen Werte zu reflektieren und eine umfassendere Sicht auf die Welt zu gewinnen.

      Wenn wir uns dies vor Augen führen, erscheinen die philosophischen Konzepte und Ideen durchaus als handlungsdienlich und bereichernd bei der Unterstützung der Entwicklung der Athleten auf ihrem Weg zum Erfolg. Als Spielmacher könnte gut Immanuel Kant auftreten, welcher seiner Zeit den kategorischen Imperativ als eine grundlegende moralische Handlungsmaxime definierte, die unabhängig von individuellen Wünschen und Bedürfnissen gelte. Er formulierte diesen in verschiedenen Varianten, die bekannteste Formulierung lautet: 

      „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

      Immanuel Kant

      Sport als praktische Philosophie

      Was bedeutet dies für die Praxis? Der Sport kann als eine Art praktische Philosophie betrachtet werden. Beim Training und im Wettkampf stehen Sportler vor Herausforderungen, die sie dazu zwingen, ihre Grenzen zu erkunden und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Dabei sind Eigenschaften wie Disziplin, Durchhaltevermögen, Fairness und Teamgeist von zentraler Bedeutung. 

      Es ist durchaus möglich, nach den Maximen von Kant ein leistungsförderndes Umfeld im Leistungssport zu schaffen und dabei sowohl die moralische Entwicklung der Sportler als auch den Erfolg zu berücksichtigen. Hier sind einige Schritte, die alle Beteiligten unternehmen können, um nach dem Maximen des Philosophen ein leistungsförderliches Umfeld zu schaffen und dabei sowohl die moralische Entwicklung der Sportler als auch den Erfolg zu berücksichtigen:

      • Fair Play fördern: Der kategorische Imperativ drängt uns dazu, nach moralischen Prinzipien zu handeln, die für alle gelten sollen. Im Sport bedeutet dies, dass Trainer Fair Play und ethisches Verhalten fördern sollten. Sie können dazu beitragen, dass ihre Athleten die Regeln respektieren und Gegner mit Respekt behandeln.
      • Gleichbehandlung aller Athleten: Der kategorische Imperativ betont die Universalität moralischer Prinzipien. Trainer sollten daher alle Athleten gleich behandeln und ihnen gleiche Chancen und Unterstützung bieten, unabhängig von ihrer individuellen Leistungsfähigkeit oder ihrem Hintergrund. Dies kann dazu beitragen, ein gerechtes und inklusives Umfeld im Sport zu schaffen.
      • Integrität fördern: Der kategorische Imperativ fordert uns auf, moralisch integer zu handeln. Trainer können dies umsetzen, indem sie Integrität und Ehrlichkeit in ihrer Arbeit betonen. Sie sollten ihre Athleten dazu ermutigen, fair zu spielen, Doping zu vermeiden und sich an die Regeln zu halten. Durch die Förderung einer Kultur der Integrität können Trainer zu positiven Vorbildern für ihre Athleten werden.
      • Respektvolle Kommunikation: Der kategorische Imperativ fordert uns auf, andere Menschen als Zweck an sich selbst zu betrachten und sie mit Respekt zu behandeln. Trainer können dies in ihrer Kommunikation mit ihren Athleten umsetzen, indem sie respektvoll, konstruktiv und unterstützend sind. Sie sollten auf eine offene und ehrliche Kommunikation setzen und die Meinungen und Bedürfnisse der Athleten wertschätzen.
      • Langfristige Entwicklung fördern: Der kategorische Imperativ ermutigt uns, langfristige Ziele und das Wohl aller Beteiligten im Blick zu behalten. Trainer können dies tun, indem sie nicht nur auf kurzfristige Erfolge abzielen, sondern auch die langfristige Entwicklung und das Wohl ihrer Athleten im Auge behalten. Sie sollten dazu beitragen, dass die Athleten sich sowohl sportlich als auch persönlich weiterentwickeln und ihnen die Werkzeuge und Unterstützung bieten, die sie benötigen, um ihre Ziele zu erreichen.

      Es ist wichtig zu betonen, dass der Erfolg im Leistungssport nicht ausschließlich durch die Einhaltung moralischer Prinzipien erreicht wird. Es erfordert auch harte Arbeit, Engagement, Talent und strategische Planung. Dennoch kann die Integration ethischer Grundsätze und die Förderung der moralischen Entwicklung der Sportler nicht nur zu einem positiven Umfeld beitragen, sondern auch langfristigen Erfolg unterstützen und die Sportler zu verantwortungsbewussten und integren Menschen machen. Dies ist leichter gesagt als getan, jedoch sollte dies kein Hindernis sein. Insbesondere in der heutigen Gesellschaft kann der Sport eine wunderbarer Multiplikator sein und die Trainerinnen und Trainer großartige Vorbilder für die jungen Erwachsen sein. 

      Fazit 

      Leistungssport und Philosophie mögen auf den ersten Blick unterschiedliche Bereiche sein, aber bei genauerem Hinsehen können wir erkennen, dass sie sich tatsächlich ergänzen. Beide streben nach persönlicher Weiterentwicklung, Selbstverwirklichung und der Suche nach Sinnhaftigkeit. Der Sport kann in diesem Kontext als eine praktische Anwendung philosophischer Konzepte betrachtet werden Damit bietet sie den Sportlern die Möglichkeit, ihre physischen und mentalen Fähigkeiten zu entfalten. Zusammenfassend können Trainer durch die Anwendung des kategorischen Imperativs im Sport eine ethische Grundlage schaffen, die Fairness, Gleichbehandlung, Integrität, Respekt und langfristige Entwicklung fördert. Indem sie diese Prinzipien in ihrer Arbeit umsetzen, können die Übungsleiterinnen nicht nur eine positive sportliche Umgebung schaffen, sondern auch zu einer moralisch verantwortlichen und integren Gesellschaft beitragen.

      Väter des Erfolgs

      Unser Workshop wird eine aufregende Reise für Väter und ihre hochmotivierten Kinder! Erlebt ein inspirierendes Wochenende, bei dem wir gemeinsam neue Werkzeuge entdecken, um nicht nur mentale Stärke aufzubauen, sondern auch die sich ständig verändernde Rolle des Vaters mit Leidenschaft und Begeisterung auszufüllen.

      10.-12. November 2023, Spa & Golf Resort Weimarer Land

      u.a. mit Thorsten Loch, Prof. Dr. René Paasch und Dr. Hanspeter Gubelmann

      Jetzt Tickets sichern:

      https://sportpsychologie.plus/2023/09/08/vaeter-des-erfolgs-edition-2023/

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      Björn Korfmacher: Was kein Ziel ist, kann ja noch eins werden!

      Das habe ich ja noch nie erlebt. Eine junge Sportlerin in Begleitung ihrer Eltern ist bei mir zum Erstgespräch. Soweit nichts Ungewöhnliches. Die Sportlerin ist sehr talentiert, tritt bei hochkarätigen Turnieren an. Auch nichts Ungewöhnliches. Ob sie denn das Ziel hat, einmal Profi zu werden, wollte ich wissen? Eine rhetorische Frage, die Antwort, konnte ich mir schon denken. Nein, war die Antwort. Das war ungewöhnlich. Zumindest für mich. Alle Athleten, die bislang an ihrer Stelle saßen und mit der Frage konfrontiert worden sind, und zwar ausnahmslos, wollen Profis werden, wollen an die Spitze. 

      Zum Thema: Zielarbeit im Nachwuchs-Hochleistungssport

      Wenn ein begeisterter und gleichermaßen talentierter Nachwuchssportler kein Profi werden will, ist das völlig in Ordnung. Schlimm wird’s erst dann, wenn andere das von ihm oder ihr erwarten und Druck ausüben. Druck, der vom Sportler gar nicht gewollt ist. Dann kann es mit der Begeisterung schnell vorbei sein. Das wäre traurig. Zugegeben: Traurig oder zumindest sehr schade ist es aber auch, wenn junge Ausnahmeathleten nichts aus ihrem Talent machen wollen. 

      Es heißt, wer kein Ziel hat, kann auch keins erreichen. Da ist was dran. Deswegen sind Menschen mit klaren Zielen in der Regel auch erfolgreicher als Menschen ohne Ziele. Letztere überlassen den Erfolg dem Zufall. Die Erfolgsquote ist dann deutlich geringer, als wenn man auf ein klar fokussiertes Ziel hart hinarbeitet. Was aber ist das richtige Ziel für einen? Um eine hohe Leistungsbereitschaft an den Tag zu legen und motiviert zu bleiben, muss ein Ziel, zumindest in meinen Augen, vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen: 

      • Es muss attraktiv sein.
      • Und es muss realistisch sein. 

      Vier-Augen-Gespräche

      Zurück zur jungen Ausnahmesportlerin ohne Profisport-Ambitionen. In offenen, ehrlichen und reflektierenden Vier-Augen-Gesprächen stellt sich bald heraus, dass eine Profikarriere für sie eigentlich gar nicht mal so schlecht klingt. Vor vielen Menschen spielen, Autogramme schreiben, gutes Geld verdienen, die Leidenschaft zum Beruf machen. Sie hat sich (ganz ohne Druck) gewissermaßen selbst eingestanden, dass eine Profikarriere durchaus reizvoll sein kann. Attraktiv! Und zwar in ihren Augen mehr als jeder andere Berufswunsch.   

      Aber: Für sie ist das Ziel nicht realistisch. Es gibt in ihren Augen immer noch zu viele andere, die besser sind. Zu viele andere, die angeblich fleißiger und ehrgeiziger trainieren und den Erfolg mehr verdient haben. Sie hat also eine zu hohe Meinung von ihren Konkurrentinnen und eine zu kleine Meinung von sich selbst. Das ist übrigens auch der Grund, warum sie einen Sport-Mentaltrainer bzw. sportpsychologische Betreuung suchte: um gegen starke und vermeintlich übermächtige Gegnerinnen mehr Mut und Selbstvertrauen zu haben. 

      Wenn Sportler ihren eigenen Zielen im Weg stehen

      Und so kann es dann gehen, dass sich die Sicht des Sportlers oder der Sportlerin ändert und doch das Ziel in den Vordergrund rückt, Profi werden zu wollen. Denn mit mehr Selbstvertrauen (Affirmationen, Visualisierungen, Erfolgstagebücher oder praktische Übungen zur Selbstwirksamkeit können hier Wunder bewirken) wird das Ziel direkt realistischer. Und wenn es dann noch attraktiv ist, lohnt es sich, dafür hart zu arbeiten.   

      Kurz gesagt: Wenn herausragende Nachwuchsathleten und -athletinnen ihren Sport nur als Hobby sehen, ist das vollkommen okay! Wenn aber Aspekte wie das fehlende Selbstvertrauen den eigenen Profisport-Ambitionen im Wege stehen, kann dies eine sportpsychologische Arbeitsgrundlage sein. Denn Talent ist ein wertvolles Geschenk. Aber – aus Sicht des Nachwuchs-Hochleistungssports – wertlos, wenn man sich nichts zutraut. 

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      Christian Hoverath: Selbstgesprächsregulation – mein Weg zum Kaisermarathon

      Anfang Oktober startet Christian Hoverath beim Kaisermarathon. Wie so viele ambitionierte Ausdauersportler ist er in eine Falle getappt: Für den Marathon mit über 2300 Höhenmetern hat er eigentlich viel zu wenig Vorbereitungszeit und rund um seinen Wohnort in Wesel in Nordrhein-Westfalen sind die Trainingsbedingungen für das alpine Laufvergnügen alles andere als optimal. In einer kleinen Serie dokumentiert Christian Hoverath seine Erlebnisse aus sportpsychologischer Perspektive.

      Zum Thema: Selbstgespräche für den Wettkampf vorbereiten

      Möglichst viel Erleben und Vorwegnehmen ist mein Ziel. Klar, dass der Tag doch viel weniger Zeit für die Vorbereitung hat, als ich das gern hätte. Insofern bin ich froh, dass ich Leute kenne, die den Kaisermarathon schon gelaufen sind und sich etliche Berichte im Netz finden. Das steigert die Lust ungemein! Und gleichzeitig geht es mir darum, mich nicht nur euphorisieren zu lassen, sondern auch darum, Wege zu finden, wenn es mal nicht läuft.

      Teile meiner Zukunftserinnerungen werden negative Gedanken beinhalten, die mich (so kenne ich es von mir) auf einem langen Lauf begleiten und nun insbesondere hier auch Wegbegleiter sein könnten. Nein, werden… Schmerzen, Zweifel, Ärger, all dies werde ich erlebt haben, wenn ich auf der hohen Salve angekommen bin. Aber auch – und deswegen ist es nun auch schon wichtig: Wie gehe ich mit diesen Emotionen um? Wie rede ich mit denen, die mich da begleiten werden? Zum Glück ist unser Gehirn diesbezüglich nicht sonderlich kreativ. Und nach einem Testlauf auf und um unsere Halden weiß ich auch praktisch, dass ich viele der Kommentare, die mein Hirn in ein paar Wochen für mich bereithalten wird, schon in meinen sehr aktiven Zeiten gehört habe. 

      Kreative Vorbereitung

      Aber: Ich will ja über mich selbst dazulernen. Und genau deswegen habe ich mir nach dem Lauf mal ein Blatt geschnappt und neue, kreativere Antworten überlegt als die, die mir im Anstieg eingefallen sind. Denn unter Volllast kreativ sein zu wollen, da sind die Studienlage und ich uns einig: Das ist nicht sinnvoll! Und ich möchte meinen Selbstgesprächspartner ja überraschen, wenn er in den Bergen um die Ecke kommt. Vielleicht kann ich sogar mit ihm singen: „Engel links, Teufel rechts: Lechz. Hau weiter drauf, du willst es doch auch, kannst du mir erklär’n wozu man diesen Berg hier braucht?“

      Ja, genau solche Ideen brauche ich, um dann die Willensstärke wiederzufinden, um auch mit Schmerzen weiterzulaufen. Nicht falsch verstehen, ich möchte sie definitiv nicht aushebeln, ich will mich nicht verletzen und auf Augenhöhe auf meinen Körper hören möchte ich trotzdem. Da ich allerdings weiß, dass einige Erlebnisse unvermeidbar sein werden, möchte ich mir jetzt schon Instruktionen bereitlegen, um diese abzurufen statt im Schmerz zu versinken („kleine Schritte bergauf“, „es ist nicht mehr weit bis zu der nächsten Verpflegung“, „halte dich mit dem imaginären Lasso am Läufer vor dir fest“, irgendwie so). Und natürlich möchte ich auch entsprechende Gespräche bereit legen für Kälte, Regen oder andere externe Bedingungen, damit sie mich nicht unvorbereitet erwischen und damit kleinkriegen. Verankern werde ich sie mit entsprechenden Bildern und wahrscheinlich auch die eine oder andere kleine Erinnerung in die Tasche stecken, um daran erinnert zu werden, wenn ich nicht mehr nachdenken mag.

      Ausblick

      Im nächsten Teil werde ich mich mit dem präfrontalen Kortex beschäftigen. Und das ist praxisrelevanter als es auf den ersten Moment scheinen mag. Wer zwischendrin schon Fragen hat, melde sich bitte bei meinen laufverrückten Kollegen und Kolleginnen aus dem Netzwerk (zur Übersicht) oder bei mir (zum Profil von Christian Hoverath).

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      Maria Senz: Die mangelnde Einzigartigkeit

      Der Sommer war wieder vollgepackt mit Beachvolleyball-Turnieren. Ein Schmaus für meine Augen, Ohren und sonstigen feinfühligen Antennen. Denn ich liebe es, zu beobachten. Es mir auf meiner Luftschaukel bequem zu machen und von hoch oben die Geschehnisse wahrzunehmen. Neben Technik, Taktik und Athletik liegt mein Fokus auf dem Mentalen. Von all den internationalen Beachvolleyball-Teams hat mich das schwedische Männer-Team am meisten beeindruckt. Åhman bzw. Hellvig steht auf den gelb-blauen Trikots der Europameister von 2022 und 2023. Viele weitere Siege krönen ihren Beachvolleyball-Stil. Dabei bewegen mich folgende Fragen ganz besonders: Was unterscheidet die Schweden von anderen Teams? Was machen sie anders? Was können wir von ihnen lernen? Für die Antwort darauf kombiniere ich meine Disziplinen. Eine Ernte aus meiner sportlichen und unternehmerischen Expertise.

      Zum Thema: Entdecke dein individuelles Potenzial

      Aufschlag: Der wohl verbreitetste Ansatz ist der, dass sich Athleten in Konkurrenz zueinander befinden. Ein Wettkampf. Der am Ende entscheidet, wer Sieger ist. Ein Ansatz, der aus meiner Sicht fremdbestimmt ist: du vergleichst dich mit der Konkurrenz und lässt dich davon lenken und leiten. Der tiefe Blick in dich, dein eigentliches Potenzial, bleibt außer Acht. 

      Viel schlauer ist es doch, eigene Stellrädchen zu identifizieren und den Fokus auf die eigene Führung zu lenken. Was macht meinen sportlichen Stil aus? Welche Persönlichkeit bringe ich dafür mit? Was sind meine Stärken und Schwächen? Kurzum: Was ist meine Einzigartigkeit? Und genau diese Frage ist der Schlüssel zum Erfolg. Wobei ich mir natürlich vorher intensiv ausgemalt habe, welche Messgröße(n) Erfolg für mich hat.

      Perfektionierung verbittert aber Witzigkeit kennt keine Grenzen

      Bleiben wir im Kontext Beachvolleyball. Was den meisten Teams fehlt, ist die Kenntnis und das Fühlen ihrer Einzigartigkeit.  Das Wissen um ihren individuellen Beachvolleyball-Stil. Die meisten Teams spielen den klassischen Beachvolleyball aus Annahme-Zuspiel-Angriff. Konventionell und eher langweilig. Jedes Team ist auf diesen Stil trainiert und vorbereitet. Dabei ist der Fokus meist Technik & Athletik. Wie gut ist meine Annahme, mein Zuspiel, mein Angriff? Eine Perfektionierung, die Spieler so verbittern kann, dass sie sich dadurch selbst im Weg stehen. Gelähmt in Kopf und Körper. Und genau das erkennst du an der angestrengten, steifen und beziehungslosen Körpersprache. Dein Geist ist von deinem Körper entkoppelt und du funktionierst einfach nur.

      Demgegenüber steht der unkonventionelle Beachvolleyball. Für mich ein Mix aus witzig, pfiffig, kreativ und mutig. Ein Stil, unvorhersehbar und überraschend, der in cleveren Spielzügen einfach überzeugt. Sowohl mich als auch die Punkteskala. Neben den Schweden reihen sich hier auch die Norweger, die Brasilianerinnen und die Kataris mit ein. Die Teams haben einfach Bock auf ihren Sport. Sie sind angezündet und wühlen sich locker und frei durch den Sand.

      Wie kannst du deine/eure Einzigartigkeit herausarbeiten?

      Als ersten Ansatz, um deine Einzigartigkeit nutzbar zu machen, schlage ich das Beobachten und Analysieren der eigenen 64 Quadratmeter vor. Verbunden mit Fragen wie diese: Wie bewege ich mich im Sand? Wie ergänzen wir uns als Team im Sand? Wie unterstützen wir uns im Sand? Wann funktionieren wir gut miteinander? Was passiert, wenn es schlecht läuft? Sammle all deine persönlichen Eigenschaften, inklusive Schwächen und Stärken, wie Puzzle-Teile zusammen. Und dann beginne das Bild der Einzigartigkeit zu füllen. Wichtig dabei: habe Geduld für den Prozess. Puzzeln braucht Zeit und Raum.

      Du möchtest mehr über deine/eure Einzigartigkeit herausfinden? Dann kontaktiere meine Kollegen aus dem Netzwerk (zur Übersicht) oder mich (zum Profil von Maria Senz). Wir sind für dich da!

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