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Dr. Hanspeter Gubelmann, Cristina Baldasarre und Philippe Müller: Proaktives Engagement als ein Schlüssel zum Erfolg in der angewandten Sportpsychologie

Wir sind uns nicht mehr sicher, wann genau die Idee zur Bildung eines gemeinsamen Kompetenzzentrums mind2win entstanden ist. In Erinnerung sind uns engagierte Diskussionen, die sich 2016 bei der Entwicklung der helvetischen Schwesterseite unser heutigen trinationalen Plattform „Die Sportpsychologen“ zugetragen haben. Vielleicht liegen die inhaltlichen Wurzeln aber auch in zwei Forschungsaktivitäten im darauffolgenden Jahr, als an der Uni Bern eine Marktanalyse zum Berufsfeld der Sportpsychologie in der Schweiz sowie eine Arbeit zu erfolgreichen Karriereverläufen in der Angewandten Sportpsychologie publiziert wurden.

Zum Thema: Zum Start des Kompetenzzentrums mind2win

Fakt ist: In der Schweiz scheint nur wenigen eine längerfristige und erfolgreiche Berufskarriere in der Sportpsychologie zu gelingen. In einer für das CH-Berufsfeld repräsentativen Studie zeichnen Seiler et al. (2018) ein sehr heterogenes Bild – mit einem mittleren Beschäftigungsgrad von lediglich 33.4% und einer eher bescheidenen Ertragslage insgesamt. Ein Drittel der Befragten gab eine sportpsychologische Tätigkeit von lediglich 5% an. Über die Hälfte der Teilnehmenden bezog ein Jahres-Nettoeinkommen von maximal 10’000 CHF aus rein sportpsychologischer Tätigkeit. Lediglich 14% erzielten ein Einkommen von über 70’000 CHF.

Haltung und Berufsethik

„In unserem beruflichen Tun stehen die Spitzensportlerin, der Trainer, die Mutter oder der Manager – eben der Mensch! – im Zentrum unseres Interesses. Alle Angebote orientieren sich an wissenschaftlichen Standards und den ethischen Richtlinien unseres Fachverbandes (SASP).“

Philippe Müller

Schon früh deutete Seiler (2009) den Ursprung des teilweise geringen Arbeitsumfangs als Folge inherenter Problematiken des Berufsfeldes. Zwar scheint die Nachfrage an sportpsychologischen Interventionen stetig zu steigen, die Möglichkeiten einer Tätigkeit im Angestelltenverhältnis im sportpsychologischen Bereich bleiben seit Jahren jedoch beschränkt. Dies hat zur Folge, dass sich selbständige Sportpsychologinnen und Sportpsychologen bei der Bewerbung um Aufträge in einem sehr kompetitiven Umfeld bewegen. Sie konkurrieren nicht nur mit Kollegen aus den eigenen Reihen, sondern auch mit Bewerbern aus anderen Branchen, z.B. Coachingpsychologinnen oder Mentaltrainer. Einige junge, sehr gut ausgebildete Berufskolleginnen und –kollegen reagieren in diesem fordernden Umfeld resignierend und verlieren angesichts der unüberwindlich scheinenden Hindernissen ihre Motivation. Wenn überhaupt bieten sie Interventionen nur noch in einem kleinen Rahmen und als Nebenerwerb an.

Der Schlüssel: Proaktives Karriere-Engagement

Wie aber gelingt es einem kleinen Personenkreis, sich im Berufsfeld Sportpsychologie zu etablieren? Gibt es erfolgversprechende Strategien? Welche Barrieren treten auf und wie kann man konstruktiv mit diesen umgehen? Was sind notwendige persönliche Merkmale, um in diesem kompetitiven Umfeld bestehen zu können? Welche Ressourcen begünstigen einen günstigen Verlauf der Karriere? Anhand dieser Fragestellungen führte Jaensch (2017) eine qualitative Analyse mit zwölf Schweizer SportpsychologInnen durch, welche nach objektiven Kriterien als erfolgreich eingestuft wurden. In ihren Schlussfolgerung betont die Autorin die Relevanz von Widerstandsfähigkeit, Ausdauer und Anpassungsfähigkeit. 

Analyse, Programmentwicklung und Evaluation

„Modernes sportspsychologisches Coaching passt sich den Bedürfnissen des Klienten und den Anforderungen der Situation an. Im Rahmen unserer individuell-zielorientierten Beratung und Begleitung erhalten unser Klientinnen und Klienten ein auf sie zugeschnittenes, persönliches mentales Trainingsprogramm – im Sport wie auch im Business.“

Cristina Baldasarre

„Neben Mut sollten Interessenten zudem eine hohe Leistungsbereitschaft sowie Interesse an Lernen und Weiterentwicklung mitbringen. (…) Auch die identifizierten Karrierestrategien sind in hohem Masse durch ein proaktives Verhalten bestimmt. Hierzu zählen der Aufbau eines Netzwerks sowie das Knüpfen von Kontakten, eine hohe Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung sowie die aktive Steigerung des Bekanntheitsgrades (S.66).“ 

Zudem erachtet ein wesentlicher Teil der Befragten den kollegialen Austausch sowie die Zusammenarbeit als wertvolle Ressource. Einige Teilnehmende berichten von den positiven Facetten der Teamarbeit oder äussern den Wunsch in ein Team eingebunden zu sein. „Dabei sollte nicht nur kollegialer Austausch sowie Intervision gefördert werden, sondern die Entwicklung gemeinsamer Interventionen. Durch diese Art der Zusammenarbeit könnten auch umfangreichere Projekte oder eine bessere Betreuung für künftige Klienten angeboten werden, was durch einen einzelnen Sportpsychologen oder eine einzelne Sportpsychologin nicht realisiert werden kann (S.70)“

Dr. Hanspeter Gubelmann

Netzwerk, Anlauf- und Auskunftsstelle

„Wir sind ein Team von drei bestens ausgebildeten und im Spitzensport anerkannten SportpsychologInnen, die aufgrund unserer unterschiedlichen beruflichen Karrieren eine Fülle an Expertise, Erfahrungen sowie ein grosses Netzwerk einbringen. Wir stehen mit unseren Namen für seriöse und fundierte Massnahmen zur Unterstützung von Ambitionierten und Hochleistern.“

Dr. Hanspeter Gubelmann

Kompetenzzentrum: Bedürfnisorientiert, kompetent und vernetzt.

Als wir uns anlässlich unseres Treffens zur Idee, Ausrichtung und Ausgestaltung von mind2win austauschten, erkannten wir schnell die Chancen und Möglichkeiten, welche uns kumulierte 60 Jahre Berufserfahrung in mehr als 60 Sportarten und dem entsprechend weitgespannten Beziehungsnetzwerks bieten würden. Viele Jahre gemeinsamer Tätigkeit im Berufsverband der SASP, insbesondere die Erfahrungen in der Entwicklung und stetigen Weiterentwicklung der Plattform Die Sportpsychologen (Mehr Infos: Mitmachen), bilden zudem eine solide, tragfähige Kooperationsbasis. Wir setzen dabei vor allem auf unser proaktives Engagement im Team – auch in Zusammenarbeit mit Die Sportpsychologen!

Mind2win

Sportpsychologische Beratung und Coaching zugeschnitten auf Ihre Bedürfnisse. Für Sportler, Trainer, Teams, Wirtschaft- und Industrieunternehmen.

info@mind2win.ch

+41 79 434 09 57

www.mind2win.ch

Mehr zum Thema:

Literatur:

Seiler, R. (2009). Angewandte Sportpsychologie in der Schweiz: Ausbildungskonzeption und Berufsfeldperspektiven. Zeitschrift für Sportpsychologie, 16(1), 29-34. 

Seiler, R., Blaser, M., Stocker, E., & Jänsch, N. (2018). Strukturmerkmale des Berufsfelds Sportpsychologie in der Schweiz. Zeitschrift für Sportpsychologie, 25, 33-44.

Jaensch, N. (2017). Karriereentwicklung von Schweizer SportpsychologInnen. Unveröff. Masterarbeit Uni Bern.

mind2win

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Christian Hoverath: Einen Konflikt lösen

Faris Al-Sultan hat den Ruf, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten. Dies hat er im April per Twitter auch zum Thema Corona getan und sich kritisch zum Vorgehen während der Pandemie geäußert. Die Besonderheit in diesem Falle: er selbst gibt an, sich als Privatperson zu äußern. Doch unbestritten hat er als Bundestrainer der Deutschen Triathlon Union eine besondere Öffentlichkeitswirkung, so dass die deutsche Triathlon Union sich von seinen Äußerungen distanzierte (siehe dazu die Links unter dem Beitrag). Ein Dilemma, in dem Verbände und Vereine sowie deren Funktionsträger immer wieder stecken. Die Sportpsychologie kann hierbei helfen.

Zum Thema: Wie Vereine und Verbände von der Sportpsychologie in Mediationsprozessen profitieren können

Inhaltlich will ich mich zu Faris Al-Sultans Aussagen nicht äußern. Denn es widerspricht meiner Rolle als systemisch ausgerichteter Psychologe und auch dieser Internetpräsenz, mich an dieser Diskussion zu begeben. Denn einerseits ist mir eine neutrale und allparteiliche Haltung sehr wichtig (was nicht konträr zu einer eigenen Meinung steht) und andererseits haben wir von Die Sportpsychologen es uns zur Aufgabe gemacht, über die verschiedenen Bereiche der Sportpsychologie aufzuklären. Ich möchte also die Gelegenheit nutzen, um eher nüchtern, kurz und knapp ein weiteres Einsatzfeld zu erklären, nämlich das der Mediation. 

Christian Hoverath

Sportarten: Tennis, Triathlon, (Beach-)Volleyball, Radsport (MTB und Straße), Einradsport, Leichtathletik, Schwimmen

Darüber hinaus beschäftigt sich Christian Hoverath mit der Prävention von Dopingverhalten und sexualisierter Gewalt.

Kontakt:

+49 (0)163 736 2987

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Mehr Infos: Zur Profil

Diese soll Konfliktparteien bei Konflikten unterstützen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Dabei ist es äußerst wichtig, dass die Konfliktparteien freiwillig zusammenkommen und dass ihnen bewusst ist, dass sie die Verantwortung für die Gesprächsinhalte tragen. Der Mediator arbeitet allparteilich und hat die Verantwortung, den Gesprächsprozess zu moderieren. Er soll eine Struktur vorgeben, innerhalb derer die Konfliktparteien eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden können. Dabei sollte er den Fokus auf eine kooperative Kommunikation legen.

Neutralität als großes Plus

Hilfreich hat sich dabei eine Orientierung an den typischen Phasen des Mediationsprozesses erwiesen. Nach einer Auftragsklärung mit beiden Seiten und der Themenwahl sollte der Klärung der Konflikthintergründe ausreichend Zeit gegeben werden, um den individuellen Interessen, Emotionen und Werten Gehör zu bieten. Haben sich die Parteien hier gut zugehört, können für beide Seiten akzeptable Lösungen gesucht werden, über die sich die Beteiligten dann einigen sollten. 

Mediationen haben in verschiedensten Feldern (soziale Konflikte, im Gesundheitswesen, als Alternative zu Gerichtsprozessen, in der Politik, der Wirtschaft,…) als erfolgreiches Verfahren gezeigt und finden auch bei Konflikten im sportlichen Bereich zunehmend Beachtung. Der (Sport-)psychologe in seiner neutralen Rolle eignet sich besonders, um diesen Mediationsprozess zu begleiten. 

Mehr zum Thema:

Literatur

Altmann, T. & Bastine, R. (2020). Mediation. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 27.04.2020, von https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/mediation/

Link: https://tri-mag.de/szene/dtu-distanziert-sich-von-bundestrainer-faris-al-sultan/

Link: https://pushinglimits.de/triathlon/verantwortung-und-vorbild-wie-weit-geht-die-rolle-des-bundestrainers/

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Dr. Hanspeter Gubelmann: Mentale Fähigkeiten und Fertigkeiten – da sein, wenn’s zählt!

Als mental stark gelten jene Athleten, die im entscheidenden Moment ihre Höchstleistung im Wettkampf erreichen können. Einige bringen diese Wettkampfmentalität mit, andere profitieren von gezieltem psychologischen Training, wie es im Workshop vorgestellt und für den Selbstgebrauch entwickelt wird.

Dr. Hanspeter Gubelmann

Zielgruppe

Sportler, Trainer, Funktionäre, Eltern, Unternehmer, Journalisten, Sportpsychologen, Mentaltrainer

Vortragsart:

Workshop

Buchungsanfrage

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    Klaus-Dieter Lübke Naberhaus: Moments of Excellence

    Eine ganze Mannschaft in der Halbzeitpause auswechseln? Dies funktioniert in kaum einer Sportart. Sehr wohl lässt sich aber auf die Art und Weise Einfluss nehmen, wie eine Mannschaft spielt. Oder in einer kurzen Wettkampfpause einem Einzelspieler den entscheidenden Impuls zur Wendung des Matches geben. Zugegeben, solche Kniffe sind nicht Teil der Grundausbildung eines Trainerkurses. Hier braucht es Erfahrung und Expertise. Hilfreich können dabei durchaus der Hypnotherapie entlehnten Techniken sein.

    Zum Thema: Magische Momente im Sport nutzen

    Als junger Handballer habe ich erstmals einen solchen „magischen Moment“ einmal am eigenen Leib erlebt. Ein Tag, den ich nie vergessen werde. Heute weiß ich, wie wertvoll eine solche Erfahrung kurz- wie langfristig für eine Mannschaft, eine Gruppe oder einen Einzelsportler sein kann. Entsprechend baue ich diese und andere Methodiken gern in meine Trainerfortbildungen ein oder gehe solche Wege mit meinen Sportlern und Mannschaften. Immer wieder stoße ich dabei auf überraschte Gesichter, was das denn mit Hypnose zu tun haben soll?

    Im Video erfahrt ihr mehr:

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    Weitere Informationen

    Klaus-Dieter Lübke Naberhaus

    Sportarten: Handball, Eishockey, Fußball, Volleyball, Leichtathletik, Kampfsportarten

    Kontakt:

    +49 (0)341 23477343

    +49 (0)151 42623048

    k.luebke-naberhaus@die-sportpsychologen.de

    Mehr Infos: Profilseite

    Mehr zum Thema:

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    Kathrin Seufert: E-Sport – Möglichkeiten der Sportpsychologie und Suchtprävention

    Über die Möglichkeiten, die die Sportpsychologie auch für den Bereich des Esport bereit hält. Der Workshop versucht zudem eine Kombination mit der Präventionsarbeit, um der Spielsucht vorzubeugen und Gefahren aufzuzeigen.

    Kathrin Seufert

    Zielgruppe

    Sportler, Trainer, Funktionäre, Eltern, Unternehmer, Journalisten, Sportpsychologen, Mentaltrainer

    Inhalt:

    Workshop

    Buchungsanfrage

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      Buch: Einmal war ich in Biel (Prof. Dr. Oliver Stoll)

      Nach dem Zieleinlauf in Biel drückte Frauke Becker-Kopsch ihrem Lebensgefährten Prof. Dr. Oliver Stoll einen Block in die Hand. „Hier schreibst du jetzt weiter“, sagte die Laufbegeisterte. In den Wochen zuvor hatte sie ihren Oliver genau beobachtet und ihre Wahrnehmungen handschriftlich notiert. Im Ergebnis wurden Fraukes Aufzeichnungen zum Startpunkt eines außergewöhnlichen Buchprojektes. Denn tatsächlich nahm sich der Sportpsychologe aus Leipzig dem zu füllenden Schreibblock an und beleuchtete aus mehreren Perspektiven seine 100 Kilometer von Biel.

      Entstanden ist ein Buch, welches fachlichen Input für jeden Ausdauersportler bietet, einen tiefen Einblick in die Welt eines Athleten liefert und dies um die Perspektive des privaten Umfelds ergänzt – eine Liebeserklärung an das Laufen, die Liebe und das Leben 100 Kilometer laufen. Für die einen ist eine solche Herausforderung undenkbar, für andere ein Lebenselixier. Oliver Stoll zählt zur Gruppe der anderen. Im Juni 2014 erfüllte sich der Sportpsychologe aus Leipzig einen Lebenstraum und absolvierte die legendären 100 Kilometer von Biel. Im Buch „Einmal war ich in Biel“ schildert er seine Erfahrungen. Unverstellt, offen und hintergründig. Entstanden ist ein Buch für Läufer, Grenzgänger und deren Partner.

      Preis

      Buch “Einmal war ich in Biel”

      9,95 EUR (zzgl. Versand)

      Bestellung

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        Dr. René Paasch: Führung und Teamentwicklung

        Die Phasen der Teamentwicklung finden  fortlaufend statt und bedingen einer sensiblen Führung. Das gemeinsame Ziel, die gemeinsamen Regeln und die gemeinsame Vision sind eine sehr gute Grundlage, um Teams zusammenzuführen und in hilfreicher Funktion zu begleiten. Genauso wie die alltägliche Kommunikation, Empathie und der Umgang mit der Aufgaben- und Rollenverteilung beeinflussen diese Punkte.

        Dr. René Paasch

        Zielgruppe

        Sportler, Trainer, Funktionäre, Eltern, Unternehmer, Journalisten, Sportpsychologen, Mentaltrainer

        Veranstaltungsart:

        Vortrag

        Buchungsanfrage

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          Dr. Christian Reinhardt: Corona-Tipps für Kampfsportler

          In Ausgabe 58 ist Dr. Christian Reinhardt von Die Sportpsychologen zu Gast im Schlagwort – Der ran Fighting Podcast. Zusammen mit den Kommentatoren Mark Bergmann und Andreas Kraniotakes beleuchten die drei MMA-Experten die Corona-Lage für Kampfsportler. Im zweistündigen Gespräch geht es um Themen wie Motivation, Ziele und Depression. Immer wieder kitzeln die beiden Hosts ganz konkrete Tipps aus dem Sportpsychologen heraus.

          Zum Thema: Umgang mit der Corona-Krise

          Die Lösungsansätze, um aus einer absoluten Sondersituation wie der Corona-Pandemie gestärkt hervorzugehen, sind vielfältig. Dies reicht von der gezielten Vorbereitung auf einen fiktiven Kampf bis zum Infight mit der Hängematte. Auf die Frage, welche allgemeingültigen Tipps er für Kampfsportler hat, antwortet Dr. Christian Reinhardt das:

          • Bleib positiv, sieh die Situation als Chance!
          • Komm zur Ruhe und setze dich dann ans Zeichenbrett, um einen Plan aufzustellen, neue Ziele zu formulieren!
          • Trainiere weiter so gut es geht!
          • Kümmere dich um dein Umfeld!
          • Überfrachte dich nicht mit Corona-News, sondern befass dich mit positiven Inhalten!

          Du willst mehr? Mehr Details? Mehr Hintergrund? Dann tauch in die Ausgabe 58 vom Schlagwort – Der ran Fighting Podcast ab:

          https://youtu.be/zYMvrkLwhFk

          Mehr zum Thema:

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          Dr. Jan Rauch: Positive Vögel vor dem Fenster und die Macht der Gedanken

          In den vergangenen Wochen sind Sie sicher auf viele Tipps zum Umgang mit der derzeitigen Situation gestossen. Vielleicht wollten Sie diese Ratschläge gerne befolgen, wussten aber nicht, wie umsetzen. Die Sportpsychologie kennt konkrete Übungen und Anleitungen, die im (Arbeits-)Alltag eingesetzt werden können. Wir stellen Ihnen hier drei vor. 

          Zum Thema: (Mentale) Ziele setzen

          Ziele setzen ist einfach – gesetzte Ziele erreichen ist eine andere Geschichte. Dies gilt nicht nur für den Sport. Je nach Ihrer Situation könnten dies konkrete Aufgaben fürs Homeoffice, den Haushalt, das Familienleben etc. sein.

          Im Sport ist es beispielsweise so, dass Ziele zunächst auf der Leistungsebene gesetzt werden. Also Zeiten erreichen, Anzahl Kilometer erreichen, einen bestimmten Rangplatz erreichen. Es erscheint jedoch logisch, dass Sportler/innen solche Ziele nur erreichen können, wenn sie es schaffen, Aufmerksamkeit und Konzentration auf das Wichtige zu lenken – man spricht hier von mentalen Zielen. Ausserdem setzen sich Sportler/innen damit auseinander, was sie daran hindern könnte, ihre mentalen Ziele zu erreichen (Bedingungen, Gegner etc.). Im Alltag funktioniert das genau gleich.

          Tipp: In vier Schritten Ziele setzen und Stolpersteine identifizieren

          • Schritt 1: Setzen Sie sich ein Leistungsziel für den nächsten Tag (siehe Beispiel unten) und unterteilen Sie es, wenn nötig, in kleine, messbare Einheiten.
          • Schritt 2: Überlegen Sie sich, was die mentalen Ziele sind, um dieses Leistungsziel zu erreichen: Worauf soll meine Konzentration liegen? In welcher Stimmung muss ich sein? Und so weiter.
          • Schritt 3: Identifizieren Sie konkrete «Stolpersteine», welche die Erreichung dieser mentalen Ziele verhindern könnten. 
          • Schritt 4: Schaffen Sie diese Stolpersteine aus dem Weg. 

          Ein Beispiel. Ihr Leistungsziel lautet: „Morgen stelle ich das neue Kundenkonzept fertig“ (1. Schritt). Dann formulieren Sie dazu ein passendes mentales Ziel, wie z.B.: „Ich benötige vier Stunden störungsfreie Zeit vor dem Computer“ (2. Schritt). Danach definieren Sie entsprechende Stolpersteine (Fragen der Kinder zu den Hausaufgaben, eingehende Telefonate, Baulärm von der Strasse) (3. Schritt). Nun überlegen Sie, wie Sie diese Stolpersteine überwinden werden: „Ich werde mit den Kindern die Abmachung treffen, dass sie konkrete Fragen aufschreiben sollen, welche wir dann über Mittag besprechen“ oder „Ich stelle das Telefon am Vormittag auf Flugmodus“ (4. Schritt). 

          Jan Rauch

          Sportarten: Tennis, Eishockey, Fussball, Badminton, Golf, Langdistanzlauf, Motorradsport

          Kontakt:

          +41 (0)58 934 84 16

          j.rauch@die-sportpsychologen.ch

          Mehr Infos: Profilseite

          Ausserdem: Lernen Sie bewusst. Wenn Sie die Zielsetzungen ein paar Tage ausprobiert haben, werden Sie rasch merken, welche Stolpersteine Sie immer wieder behindern. Passen Sie daraufhin ihre Zielsetzungen an. 

          Das klingt einfach, aber es ist sehr wichtig, solche Stolpersteine überhaupt zu identifizieren. Denn häufig sind es immer ähnliche Dinge, die uns von unseren Plänen abhalten. Das Bewusst-Machen dieser Stolpersteine alleine führt bereits dazu, dass man besser gegen solche Einflüsse gewappnet ist. Dies hilft nicht nur, gesetzte Ziele zu erreichen, sondern reduziert auch den Ärger, wenn man gefühlt „dauernd“ von seinen Zielen abgehalten wird. Und dies hat wiederum positive Auswirkungen auf die Konzentration, welche es erlaubt, an einem Ziel dranzubleiben.

          Positive Selbstgespräche führen

          Viele unserer Gedanken sind ein innerer Dialog, also ein Selbstgespräch. Wir nutzen Selbstgespräche, um unsere Handlungen vorzubereiten („Morgen stehe ich früher auf.“), zu kommentieren („Läuft ja ganz gut.“) oder auszuwerten („Uff, gerade noch geschafft!“). In der Regel haben diese Selbstgespräche motivationale Komponenten, die unser Handeln unterstützen.

          Stehen wir unter Stress, können negative Einflüsse in den Selbstgesprächen Überhand nehmen („Das schaffe ich nie!“, „So ein blöder Fehler!“). Dies hat in der Regel schädliche Auswirkungen auf die Motivation, das emotionale Befinden und die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf Wichtiges zu lenken. Umso wichtiger ist es, Selbstgespräche positiv zu formulieren, um deren vorteilhafte Auswirkung auf den Selbstwert zu nutzen.

          Führen Sie positive Selbstgespräche. Fragen Sie sich: Was macht mir Mut? Wer oder was kann hilfreich sein? Welche Sätze kann ich mir sagen, die mich beruhigen und mir/meiner Familie Sicherheit geben? 

          Tipp :«Antworten» auf negative Selbstgespräche

          • Identifizieren Sie regelmässig auftretende negative Gedanken und Selbstgespräche („Immer diese negativen Meldungen in den Medien!“ oder „Ich drehe langsam durch, immer nur zuhause rumzusitzen!“).
          • Überlegen Sie sich Sätze, mit denen Sie konkret auf den negativen Aspekt des Gedankens „antworten“ können („Ich suche ab jetzt bewusst nach mehr positiven Inhalten in den Medien“ oder „Ich werde mich ab jetzt mehr bewegen“)
          • Sobald einer Ihrer negativen Gedanken wieder auftritt, antworten Sie darauf bewusst und laut (also nicht nur in Gedanken) mit der positiven Antwort. 
          • Sie werden bemerken: Nach einigen Tagen erkennen Sie die negativen Gedanken, bevor Sie sie (innerlich) ausgesprochen haben. Stoppen Sie den Gedanken an dieser Stelle und sprechen Sie Ihre positive Antwort aus. 

          Ein hohes Wohlbefinden geht in der Regel mit besserer Arbeitsleistung einher. Wenn es uns also gelingt, das Wohlbefinden zu steigern, können wir damit gleichzeitig die Arbeitsleistung positiv beeinflussen. 

          In Krisensituationen tendieren wir dazu, nur noch das Negative zu sehen. Daher lohnt es sich, den Blick ganz bewusst auf das Gute, Gelingende zu richten. Auch in dieser Krise gibt es positive Dinge: trotz Stress mehr Zeit mit der Familie verbringen, komfortableres Arbeiten von zuhause aus usw.

          Tipp: Drei gute Dinge

          • Nehmen Sie sich jeden Abend mindestens 15 Minuten Zeit und notieren Sie drei Dinge, die an diesem Tag wirklich gut gelaufen sind oder die Sie als schön empfunden haben. Dies können Dinge aus allen Bereichen des Lebens sein, auch ganz kleine Dinge (z.B. der Vogel, den ich am Morgen vor dem Fenster gesehen habe oder die erfolgreich durchgeführte Online-Veranstaltung) 
          • Beantworten Sie für Sich zu jedem der guten Dinge folgende Frage:  Warum hat sich dieses gute Ereignis zugetragen? (z.B. „weil ich mir das Homeoffice am Fenster eingerichtet habe“ oder „weil ich mich intensiv mit Online-Konferenz-Tools beschäftigt habe“).
          • Beantworten Sie in einem weiteren Schritt für jedes der drei guten Dinge die Frage: Was habe ich dabei genau empfunden? (z.B. „ich war glücklich, wieder mal einen Vogel aus der Nähe zu beobachten“ oder „ich war stolz, dass der Kurs so gut über die Bühne ging“).

          Achten Sie darauf, dass Sie die drei Dinge und die jeweiligen Gefühle wirklich aufschreiben. Es reicht nicht, diese Übung nur gedanklich durchzuführen. Das mag zu Beginn etwas schwierig erscheinen, aber versuchen Sie dies in den nächsten Wochen konsequent durchzuziehen. Sie werden sehen, es wird Ihnen im Laufe der Zeit leichter fallen.

          Neben einem bewussteren Fokus auf positive Dinge, ist das Ziel dieser Übung, eine Sammlung positiver Dinge aufzubauen, welche man zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorholen kann. In vielen Studien trat nach vier Wochen eine merkliche Steigerung des Wohlbefindens ein.

          Hinweis:

          Text: Jan Rauch und Anuschka Zimmermann
          Ertsveröffentlichung: blog.zhaw.ch (Link)

          Mehr zum Thema:

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          – abgesagt – „Sportpsychologische Aspekte beim Coachen von Kindern und Jugendlichen“ – Tag der Sportpsychologie NRW

          Achtung, die Veranstaltung „Tag der Sportpsychologie NRW“ ist abgesagt und wird auf das Jahr 2021 verschoben. Ein genauer Termin wird im Herbst kommuniziert.

          Sportpsychologische Aspekte beim Coachen von Kindern und Jugendlichen“ lautet das Thema der diesjährigen Auflage der Veranstaltungsserie „Tag der Sportpsychologie NRW“. Das Event findet am Freitag, den 26. Juni 2020, zwischen 10 und 15 Uhr im Deutsches Tischtennis-Zentrum Düsseldorf statt.

          Veranstaltungsflyer (Quelle Screenshot Veranstaltungsflyer Sektion Wirtschaftspsychologie im BDP e.V., Fachgruppe Sportpsychologie)

          Mit dabei sind neben Jonas Hummels (DAZN-Experte, Ex-Fußballprofi und Bruder von Weltmeister Mats Hummels) und Diplom-Psychologe Ralph Schliewenz auch Tanja Simone Ecken und Dr. René Paasch von Die Sportpsychologen. Folgende Themen präsentieren die vier Experten:

          • Ralph Schliewenz: „Coaching von Kindern und Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der Eltern-Kind-Beziehung“
          • Dr. René Paasch (zum Profil): „Trainer und Eltern am Spielfeldrand – Das Persönlichkeitsprofil von Vorbildern!“
          • Tanja Simone Ecken (zum Profil): „Selbstbewusstsein und Mut von Nachwuchsfußballspielern nachhaltig verbessern – Neue Ansätze durch EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)“
          • Jonas Hummels: „Praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am Beispiel Nachwuchsleistungszentrum Unterhaching“

          Organisator Jürgen Walter, nicht zuletzt bekannt durch seinen Film „Alles geschieht im Kopf (Trailer)“, stellt mit dem Tischtenniszentrum Düsseldorf nicht nur eine optimale Location zur aktiven Netzwerkarbeit und zum fachlichen Austausch zur Verfügung, er bietet erstmals auch ein besonderes Extra an: Interessierte Teilnehmer können für eine kleinen Aufpreis im Anschluss an das Event an einer 90-minütigen Tischtennistrainingseinheit teilnehmen. Der Tag der Sportpsychologie NRW wird unter der Leitung von Jürgen Walter von der Sektion Wirtschaftspsychologie im BDP e.V., Fachgruppe Sportpsychologie, veranstaltet. Die Sportpsychologen unterstützen das Event unseres Profilinhabers Jürgen Walter (zum Profil).

          Veranstaltungsort

          Deutsches Tischtennis-Zentrum · Ernst-Poensgen-Allee 58 · 40629 Düsseldorf

          Kostenbeitrag inkl. Verpflegung

          • 75,- € für Mitglieder des BDP/Studierende 
          • 85,- € mit Tischtennistraining
          • 98,- € für Nicht-Mitglieder 
          • 110,- € mit Tischtennistraining

          (Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt.)

          Anmeldung

          Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bis zum 19. Juni 2020 an:

          Sektion Wirtschaftspsychologie im BDP e.V.
          Fachgruppe Sportpsychologie · Am Köllnischen Park 2 · 10179 Berlin Organisation: Jürgen Walter · mobil: 0177 – 37 23 588 · j.walter@bdp-nrw.de (Stichwort Die Sportpsychologen)

          Mehr zum Thema:

          Foto: Quelle Screenshot Veranstaltungsflyer Sektion Wirtschaftspsychologie im BDP e.V., Fachgruppe Sportpsychologie

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