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Dr. René Paasch: Deutlich schneller Informationen verarbeiten – Neuronale Konditionierung im Fußball

Mentale Fähigkeiten gehören mittlerweile aus meiner Sicht zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren im Fußball. Die sportpsychologische Forschung dazu ist noch vergleichsweise jung. Auf der Suche nach geeigneten Trainingsmitteln, bin ich auf den  NeuroTracker gestoßen. Prof. Jocelyn Faubert und Lee Sidebottom von der Université de Montréal geben dazu einen wissenschaftlichen und praktischen Überblick, der unsere Dienstleistung noch greifbarer machen könnte.

Zum Thema: Neuronale Konditionierung im Fußball

Mehr Infos zu Dr. René Paasch: https://www.die-sportpsychologen.de/rene-paasch/

Fußballer müssen eine große Mengen an Informationen unter hohen psychischen und physischen Druck verarbeiten können. Studien deuten darauf hin, dass kognitive Fähigkeiten ein ausschlaggebendes Merkmal für sportliche Spitzenleistung sind (Williams, Davids, Williams, 1999). Dies gilt besonders für Mannschaftssportarten. Hier treffen ein regelmäßiger Informationszufluss und bewegende Elemente (z. B. Spieler und Ball) auf Handlungsvorhersagen und Entscheidungen. Eine interessante Studie dazu von  Vestberg und Team (2012) zufolge unterscheiden sich Leistungskicker deutlich in ihren Wahrnehmungsfähigkeiten und kognitiven Fähigkeiten von Amateurspielern. Zum Beispiel verwenden sie überdurchschnittliche visuelle Übersichtsstrategien, wenn sie die Aktionen eines Gegners auf der Grundlage deren Körpersprache vorhersagen (Williams, 2000). Trotz allem ist die Wissenschaft zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit durch kognitive Trainingsmethoden noch unzureichend erforscht. (Zentgraf, Heppe, Fleddermann, 2017). Ein Blick in den aktuellen Forschungsstand ist daher von Nöten.

Der NeuroTracker

Die NeuroTracker-Methode entstand aus jahrelanger neurowissenschaftlicher Forschung. Für seine Entwicklung gab es zwei Hauptziele. Das erste bestand darin, eine Möglichkeit zu finden, die geistigen Anforderungen von „aktiven Szenen“ zu simulieren (komplexe Bilder, schnell bewegende und visuelle Stimulationen). Das zweite bestand darin, nur die grundlegenden Eigenschaften dynamischer Szenen zu isolieren. Das ist unerlässlich, um die Leistung zu messen und die kognitive Belastung präzise ändern zu können.

Um diese beiden Ziele zu erreichen, werden die folgenden Merkmale in einer einzigen Aufgabe zusammengefasst:

  • Verfolgung mehrerer Objekte,
  • realistische Aktivierung visueller Funktionen,
  • weites Gesichtsfeld,
  • Geschwindigkeitsschwellen

Die Anwendung

Die Kombination der vier Merkmale ergibt eine mögliche Anwendungsbox für das Training übergeordneter kognitiver Fähigkeiten mittels einer neutralen und abstrakten Aufgabe. Gleichzeitig soll die Konzentration und die Entscheidungsfindung trainiert werden. Eine NeuroTracker-Sitzung dauert etwa sechs Minuten. Dafür setzt man eine 3D-Brille auf und führt eine Serie von 20 Mini-Tests durch. Bei jedem Test wird die Konzentration auf rote Kugeln gerichtet, die sich unter anderen Kugeln bewegen. Dann identifiziert man die eingangs roten Kugeln per Mausklick oder durch die Eingabe von Zahlen über eine Tastatur. Wenn alle Kugeln korrekt zugeordnet sind, hat der nächste Test ein erhöhtes Bewegungstempo. Wenn ein Fehler gemacht wurde, wird das Programm langsamer. Diese Geschwindigkeiten werden während der gesamten Sitzung angepasst, um sich der individuellen „Geschwindigkeitsschwelle“ eines jeden Benutzers anzunähern.

Hier ein praktisches Einführungsvideo:

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Weitere Informationen

Dazu empfehle ich noch einen Text aus dem Magazin WIRED

Obwohl die Aufgabe des NeuroTrackers einfach aussieht, beansprucht sie ein breites Spektrum kognitiver Fähigkeiten und verschiedener Formen der Aufmerksamkeit auf hohem Niveau. Diese Methode nutzen Profi-Teamsportler aus der amerikanischen NFL,  NHL sowie der englische Fußballverein Manchester United seit 2009.

Forschungsergebnisse aus Spitzenteams  

Es wurde festgestellt, dass erste Ergebnisse des NeuroTrackers mit der Leistung von NBA-Spielern in Zusammenhang stehen und die Spielstatistik auf dem Platz im Laufe einer Saison vorhersagen (Mangine, Hoffman, Wells, Gonzalez, Rogowski, Townsend, Fragala, 2014). Andere Studien zeigen, dass erste Ergebnisse auch Leistungskicker von Amateuren und Nicht-Sportlern unterscheiden (Faubert, 2013; Faubert, Sidebottom, 2012). Eine Reihe von NeuroTracker-Studien mit Sportlern und anderen Probanden zeigen, dass Personen, die mit dem NeuroTracker trainieren, ihre individuelle Geschwindigkeitsschwellen um 50% oder mehr steigern konnten (Faubert, Sidebottom, 2012).

In einer breit angelegten Studie von Faubert (2013) absolvierten 102 Leistungssportler aus Spitzenteams der NHL, EPL und European Rugby, 173 Amateure (NCAA) und 33 Universitätsstudenten (keine Sportler) 15 NeuroTracker-Sitzungen über mehrere Wochen. Obwohl die Leistungssportler mit höheren NeuroTracker-Ergebnissen begannen, lernten sie auch viel schneller als Amateursportler, die wiederum schneller lernten als die Universitätsstudenten. Die Daten zeigen, dass professionelle Sportler Executivfunktionen haben, die sich den Anforderungen des NeuroTrackers mit höherer Geschwindigkeit anpassen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass das NeuroTracker-Training die Frequenzen der Gehirnwellen in vielen Regionen des Gehirns positiv erhöhte. Diese anhaltenden Effekte stehen mit verbesserter Wachsamkeit und geistiger Konzentration sowie einer erhöhten Neuroplastizität (Parsons, Magill, Boucher, Zhang, Zogbo, Bérubé, Faubert, 2016).

Studie im Fußball

Fußballspieler auf College-Niveau wurden in 30 NeuroTracker-Sitzungen über fünf Wochen trainiert (Romeas, Guldner, Faubert, 2016) Die Leistung bei der Entscheidungsfindung jedes Spielers beim Passen wurde von den Trainern mittels Videoanalyse in einer Reihe von Wettkampfspielen analysiert. Eine aktive Gruppe (NeuroTracker-Training), eine Placebo-Gruppe (3D-Wiedergabe von Fußballvideos) und eine passive Kontrollgruppe (kein Training) wurden in die Studie einbezogen. Den Trainern war unbekannt, welche Fußballspieler in welche Gruppe zugeordnet wurden. Die Spieler führten auch subjektive Selbsteinschätzungen zu ihren Fähigkeiten bei der Entscheidungsfindung beim Passen durch.

Nach dem Training zeigten die Kontrollgruppen fast keine Veränderungen auf dem Feld. Im Gegensatz dazu hat die Experimentalgruppe, die mit dem NeuroTracker trainierte, eine Verbesserung ihrer Entscheidungsgenauigkeit beim Passen um 15%. Diese basierte auf durchschnittlich 15 Pässen, die jeder Spieler sowohl vor als auch nach den Bewertungen vollzog. Typischerweise stellte das eine Veränderung von 8 von 15 richtigen Passentscheidungen auf 10,8 von 15 dar. Diese Veränderung könnte auch als signifikante Verringerung von Entscheidungsfehlern oder suboptimalen Entscheidungen beim Passen interpretiert werden. Interessanterweise stimmen die Selbsteinschätzungen der Spieler mit den objektiven Trainerbewertungen weitgehend überein. Diese Studie hat erstmals gezeigt, dass perzeptuell-kognitives Training auf messbare Leistungssteigerungen auf dem Sportplatz übertragen werden kann. Allerdings ist weitere Forschung dafür notwendig.  

Fazit

Der NeuroTracker kann Spitzensportler unterstützen, ihr Gehirn bezüglich der Neuroplastizität zu trainieren. Im Profi-Fussball, wo ein Vorsprung von 2% oder 3% heute eine Entscheidung herbeiführen kann, ist das ein außergewöhnliches Ergebnis. Hinsichtlich der wissenschaftlichen Validierung zeigen die o.g. Studien, dass Fußballtrainern, die die geistigen Fähigkeiten ihrer Spieler verbessern wollen, diesbezüglich nur wenige Trainingsmittel zur Verfügung stehen. Um diesen Leistungsbereich im Fußball etablieren zu können, sind neurowissenschaftliche Trainingsmethoden notwendig sowie die entsprechende Transferleistung in den Fußball. Meine Kollegen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Dr. René Paasch) bieten unsere Expertise an, so dass Vereine diesen neuen Trainingsbereich für sich nutzbar machen können.

Mehr zum Thema: 

Literatur

Faubert, J. (2013). Professional athletes have extraordinary skills for rapidly learning complex and neutral dynamic visual scenes. Scientific reports, 3, 1154.

Faubert, J., & Sidebottom, L. (2012). Perceptual-cognitive training of athletes. Journal of Clinical Sport Psychology, 6(1), 85-102.

Legault, I., & Faubert, J. (2012). Perceptual-cognitive training improves biological motion perception: evidence for transferability of training in healthy aging. Neuroreport, 23(8), 469-473.

Parsons, B., Magill, T., Boucher, A., Zhang, M., Zogbo, K., Bérubé, S., … & Faubert, J. (2016). Enhancing cognitive function using perceptual-cognitive training. Clinical EEG and neuroscience, 47(1), 37-47.

Romeas, T., Guldner, A., & Faubert, J. (2016). 3D-Multiple Object Tracking training task improves passing decision-making accuracy in soccer players. Psychology of Sport and Exercise, 22, 1-9.

Vestberg, T., Gustafson, R., Maurex, L., Ingvar, M., & Petrovic, P. (2012). Executive functions predict the success of top-soccer players. PloS one, 7(4), e34731.

Williams, M.A., Davids, K., & Williams, J. (Eds.). (1999). Visual perception and action in sport. London: Routledge.

Williams, A. M. (2000). Perceptual skill in soccer: Implications for talent identification and development. Journal of sports sciences, 18(9), 737-750.

Zentgraf, K., Heppe, H., Fleddermann, M. T. (2017). Training in interactive sports – A systematic review of practice and transfer effects of perceptual–cognitive training. German Journal of Exercise and Sport Research, Sportwissenschaft. ISSN 2509-3142.

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Dr. Hanspeter Gubelmann: Die unterschätzte Bedeutung von Laien am Anfang einer erfolgreichen Verletzungsreha

Eine Standardfrage zur Angewandten Sportpsychologie lautet: Mit welchem Thema hast du dich am meisten zu befassen? “Leistungssteigerung!” So weit meine Standardantwort. Heute – insbesondere nach Dominique Gisins Vortrag „Making It Happen” anlässlich einer Fortbildungstagung in Nottwil – bin ich geneigt zu sagen: “die mentale Rehabilitation von Sportverletzungen!”

Zum Thema: Umgang mit Sportverletzungen

In ihrem sehr lesenswerten Buch beschreibt Dominique Gisin, die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2014, den langen und schmerzvollen, letztlich aber auch sehr erfolgreichen Karriereweg. Von 2000 bis 2015 hatte die Skifahrerin zwölf (!) schwerwiegende Verletzungen zu überwinden. In ihren Schilderungen bin ich an jener Passage gedanklich hängengeblieben, wo sie ihre Situation im Anschluss an ihr neuntes Verletzungserlebnis folgendermassen beschrieb (2019, S.119):

https://www.instagram.com/p/Bp9vXkKhpf9/

«Etwas in mir zerbrach. Mein Körper weigerte sich, weiterhin Risiken einzugehen. Obwohl ich nach dieser Verletzung und einer perfekt verlaufenen Rehabilitation wieder schmerzfrei trainieren konnte, fühlte ich mich nicht mehr wie zuvor. Nach all diesen Verletzungen wollte mein Körper nicht mehr mitmachen. Es war nicht schwierig zu verstehen, es war einfach eine menschliche Reaktion. Als Athletin fiel es mir aber unglaublich schwer, damit umzugehen. Ich fühlte in jeder Kurve, wie viel möglich wäre. Es gelang mir jedoch nicht diese Handbremse zu lösen.»

Wenn die Zweifel kommen…

Mehr Infos zu Dr. Hanspeter Gubelmann: https://www.die-sportpsychologen.de/hanspeter-gubelmann/

Als Sportpsychologe stellte ich mir die Frage nach dem Ursprung dieser „Handbremse“. Aus meiner Praxiserfahrung in der Begleitung von verunfallten SportlerInnen habe ich erfahren müssen, dass die Weichen für eine sportlich erfolgreiche Rückkehr auf die Wettkampfbühne bereits vor Beginn des eigentlichen Reha-Prozesses gestellt werden.

In meiner Einführungsvorlesung „Sportpsychologie“ an der ETH Zürich eröffne ich das Thema „Sportverletzungen“ meist mit einer Binsenwahrheit:  Wer viel Sport treibt – ob Spitzensportler oder Breitensportlerin – setzt sich automatisch einem erhöhten Verletzungsrisiko aus. Im Fall des Spitzensportlers kommt eine Verletzung aber einem Arbeitsunfall gleich, der als stressauslösende Zäsur wahrgenommen wird und zunächst den weiteren Saisonverlauf in Frage stellt. Bei einer schwerwiegenden Verletzung mit einer im Idealfall vier- bis neunmonatigen Rehabilitation ist mit einer ungleich höheren psychophysischen Stressreaktion zu rechnen. Insbesondere in der Akutphase einer ernsthaften Verletzung weisen Athleten hohe Depressions- und Frustrationswerte auf (Hermann & Mayer, 2003). Sie sind gepeinigt von der Ungewissheit, pendeln zwischen Wut und Niedergeschlagenheit, haben Ängste, spüren ihre Ungeduld und äussern Befürchtungen hinsichtlich der Weiterführung ihrer Karriere (vgl. Hermann & Eberspächer 1994). Am Anfang einer erfolgreichen Rehabilitation steht zuerst ein psychologisches Problem: das psychische Bewältigen einer Verletzung!

Treat the person, not just the injury…

Wie hoch die psychologische Hürde letztlich ist, hängt vom Schweregrad der Verletzung (z.B. in Verbindung mit Gehirnerschütterung, Bewusstlosigkeit etc.), den gegebenen Unfallursachen, von Vorerfahrungen im Umgang mit Verletzungen, Persönlichkeitsmerkmalen u.a. ab.

Erstrangiges Ziel einer sportpsychologischen Intervention vor Beginn einer Verletzungs-Reha muss sein, einerseits die Verletzung als Tatsache zu akzeptieren, andererseits die persönliche emotionale Verletztheit zum Ausdruck bringen zu können. Erst dann wird der Athlet in der Lage sein, seine positive emotionale Energie wirksam in den Rehabilitationsprozess investieren zu können. Leider stellt sich ein bis heute im Spitzensport unverändertes Problem (vgl. Horwath et al. 2004): Eine Konsultation eines Sportpsychologen in diesem Stadium wird kaum erwogen wird, sei es aufgrund von Schamgefühlen, Berührungsängsten mit der Psychologie oder nicht vorhandener Kontaktmöglichkeiten.

Die Laienkonsultation am Anfang einer Intervention… Der Fall Reto Schmidiger

Ich kann mich noch gut an das Telefongespräch mit dem Schweizer Weltcup-Slalomfahrer Reto Schmidiger erinnern, als er mir im Anschluss an seinen Sturz im Rennen von Val d’Isère von seiner schlimmen Verletzung berichtete. Wir hatten davor schon längere Zeit zusammen gearbeitet, verabredeten uns sogleich für ein weiteres Treffen, wobei ich ihm die Idee mit auf den Weg gab, den Kontakt zu ihm nahestehenden Personen zu suchen.

Der Vorschlag, vor Beginn eines Rehabilitationsprozesses die Konsultation eines „Laien“ zu präferieren, mag zunächst überraschen. In erster Linie soll ein derartiger Austausch mit einer persönlichen Vertrauensperson psychohygienisch wirken. Weiter bietet der Austausch mit Laien eine gute Gelegenheit, die neue Situation besser einzuschätzen und realistische Erwartungen aufzubauen (Bianco, 2001). Als besonders wertvolle „Laien“ bezeichnen Horwath et. al. (2004) Ansprechpersonen, die ebenfalls Spitzensportler sind und auf eine möglichst ähnliche Verletzung mit erfolgreicher Rehabilitation und Comeback zurückblicken können, die nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.

Austausch mit Simon Ammann

Mittlerweile ist Reto in der vergangenen Saison erfolgreich in den Ski-Weltcup zurückgekehrt. In unserem Debriefing mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate stellte ich ihm kürzlich folgende Frage: In der Rückblende auf deinen Rehabilitationsverlauf – was waren die „mentalen Knackpunkte“? Reto: “Der erste kam ganz zu Beginn und war ein heftiger und hatte mit dieser damals unbekannten Realität zu tun: Wie kann ich mit dieser Situation überhaupt klar kommen? Und natürlich die Entscheidung betreffend Operation:  Ja oder Nein? Wenn Ja, wo lässt man sich operieren? (…) Die ersten drei, vier Tage habe ich hauptsächlich am Telefon verbracht und mit vielen Athleten gesprochen die Dasselbe oder Ähnliches schon erlebt hatten. Es waren wichtige und sehr persönliche Gespräche.”

Reto entschied sich in der Folge für einen sehr offenen Umgang mit Informationen zu seinem Comeback. Er betrieb u.a. einen Blog auf Facebook. In dieser Zeit nutzte er auch weiterhin den Austausch mit „Laien“ – so z.B. mit dem Skispringer Simon Ammann. Er kontaktierte den Olympiasieger persönlich, als er sich mit der Frage beschäftigte, welche Strategie er sich für den Start in Val d’Isère zulegen sollte – an jenem Ort also, wo er vor Jahresfrist folgenschwer stürzte. Ihn interessierten Ideen und Aktivitäten des Skispringers zu dessen Weg zurück nach Bischofshofen, wo Simon 2015 seinen heftigen Sturz erlitt. Ein auf Youtube und Facebook zugängliches Filmdokument zeigt auf sehr eindrückliche Weise, wie Reto schliesslich seinen Weg zurück nach Val d’Isère gefunden hat:

https://www.facebook.com/314519742278/videos/916198931908140/

Lesson learned: Was „Laie“ Reto Schmidiger sagt und der Sportpsychologe rät

Angesprochen auf die Frage, was er einem Athleten im Hinblick auf ein erfolgreiches Comeback nach Kreuzbandverletzung mitgeben würde, meinte Reto: “Er soll sich Zeit lassen und auf seinen Körper hören. Es gibt zwar diese Anhaltspunkte bei Kreuzband-Reha’s (sechs Monate nach der OP zurück auf den Schnee, nach neun Monaten rennbereit) aber wenn du kein gutes Gefühl am Start hast – ob im Training oder beim Rennen – macht es keinen Sinn, zu fahren. Es ist eine schwierige Entscheidung nicht zu fahren – aber in einem solchen Moment ist es die Richtige.”

Aus Sicht der Angewandten Sportpsychologie fehlt es an aktuellen Interventionsstudien in Verbindung mit „best practise“-Anleitungen, wie sie Marcolli (2002a, 2002b) im Rahmen seiner damaligen Forschungsarbeit entwickelt hat. Der psychischen, insbesondere der emotionalen Bewältigung eines Verletzungserlebnisses kommt in der sportpsychologischen Betreuungsarbeit vorrangige Bedeutung zu. Dabei sollten alltägliche (Laien-)Interaktionen gezielter zur positiven Beeinflussung emotionaler oder kognitiver Zustände des Athleten genutzt werden (vgl. Kleinert & Liesenfeld 2003, S.77). Hinzu kommt die verstärkte Berücksichtigung des Hintergrunds der emotionalen Situation (z.B. soziale Unterstützung im Umfeld, Medien etc.). Meine Kollegen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Dr. Hanspeter Gubelmann) stehen gern bereit, bei diesem Prozess zu helfen. Empfehlen möchte ich einige weitere Texte zum Thema, darunter ein aktueller Schwerpunkt-Beitrag von Andreas Meyer:

Mehr zum Thema:

https://www.die-sportpsychologen.de/2019/02/26/andreas-meyer-sportpsychologie-und-sportverletzungen/

https://www.die-sportpsychologen.de/2017/10/04/thorsten-loch-die-unterschaetzte-gefahr-bei-kopfverletzungen/

https://www.die-sportpsychologen.de/2015/06/02/philippe-mueller-verletzungen-bewaeltigen/

Literatur

Bianco T. (2001): Social support and recovery from sport injury: elite skiers share their experiences. Research Quarterly for Exercise and Sport, 72, p.376–388.

Gisin, D. & Marcolli, C. (2019) Making it Happen – von Engelberg nach Sochi. Stans: Engelberger Druck.

Hermann, H-D. & Eberspächer, H. (1994). Psychologisches Aufbautraining nach Sportverletzungen. München: BLV.

Hermann H.D., Mayer J. (2003): Psychologische Aspekte in der orthopädisch traumatologischen Rehabilitation nach Sportverletzungen. dvs-Informationen, 18, S.8–12.

Horvath. S., Meyer, S., Birrer, D. & Seiler, R. (2004). Informations-Handouts und Laienkonsultation in verschiedenen Rehabilitationsphasen als Hilfe für verletzte Spitzensportler. Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie 52 (2), S.82-85.

Kleinert, J. & Liesenfeld, M. (2002). Betreuer-Sportler-Interaktionen nach Sportverletzungen im professionellen Hallenhandball – eine Interviewstudie. Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie, 50: S.77-84.

Marcolli, C. (2002a). Die psychologische Unterstützung in der Rehabilitation von Verletzungen. Ansätze für medizinische Fachkräfte. Zürich 2002a; Gesellschaft zur Förderung der Sportwissenschaften an der ETH Zürich, Band 24.

Marcolli, C. (200b), Die psychologische Betreuung nach Sportverletzungen – eine retrospektive Befragung der Teilnehmer am Projekt Comeback. Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie, 50, S.71-75.

Quellen:

Luzerner Zeitung: Reto Schmidiger geht neue Wege (Link)

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Weitere Informationen

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Das Programm der ASP-Tagung 2019 steht

Das Programm der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie steht und hält einige Überraschungen bereit. Das Event lockt vom Donnerstag, den 30. Mai, bis Samstag, den 1. Juni 2019 nach Halle/Saale in Sachsen-Anhalt. Zum Programm:

Link zum Programm

Für Prof. Dr. Oliver Stoll, Fachredakteur und Mitgründer von Die Sportpsychologen, ist das deutsche Sportpsychologie-Event des Jahres ein Heimspiel. An „seiner“ Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat er mit dem Melanchthonanium und dem Audimax moderne und hoch repräsentative Räumlichkeiten im Herzen der Stadt als Schauplatz ausgewählt. Kurze Wege zum Abendprogramm, den lebendigen Kneipenstraßen und an die Saalestrand inklusive.

Vom Experten-Netzwerk Die Sportpsychologen sind zahlreiche Profilinhaber wie Dr. Hanspeter Gubelmann, Cristina Baldasarre, Johanna Constantini, Dr. René Paasch und Prof. Dr. Oliver Stoll aktiv ins Programm eingebunden. Hinzu kommt eine Podiumsdiskussion zum Thema Doping mit Hajo Seppelt, Leiter der ARD-Dopingredaktion, Prof. Dr. Ralf Brand und weiteren Gästen, die von Mathias Liebing, Redaktionsleiter von Die Sportpsychologen, moderiert wird. 

Mehr Infos und Anmeldung:

Link zur asp2019.de-Homepage

Tickets ab 70 EUR

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Johanna Constantini: Likes und die positive Psychologie

Nicht allzu lange ist es her, da hat sich die Psychologie noch ausschließlich mit dem Aufdecken und Diagnostizieren von Krankheiten aufgehalten. Sie war eine Wissenschaft mit „pathogenem Fokus“ sozusagen… Nicht zuletzt Martin P. Seligman, dem ehemaligen Präsidenten der American Psychological Association (APA), ist es zu verdanken, dass dieser Blick nach und nach auf das Positive und gesund machende im Menschen gerichtet wurde. Davon profitiert heute auch der Bereich der Sportpsychologie. Diese zählt nämlich zu den Disziplinen „positiver Psychologie“, die sich vermehrt auf Schutzfaktoren und Stärken von Menschen konzentrieren. Der „salutogenetische Fokus“ (nach Antonovsky, 1979) liegt damit auf gesunden Aspekten einer Person, um diese präventiv vor möglichen Erkrankungen schützen zu können. Präventive Arbeit dient auch in der Sportpsychologie dazu, die psychische und physische Gesundheit von AthletInnen vor allem während sportlicher Belastungen zu erhalten.

Der Beitrag von Johanna Constantini für die Ohren:

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Weitere Informationen

Zum Thema: Like or dislike? Positive Psychologie und digitale Medien!

Auch im Umgang mit den digitalen Medien sollte auf Prävention vor Überlastung, Suchtentwicklung und Einbrüchen im Selbstwert geachtet werden. Mit seinen Erkenntnissen ergründete Martin P. Seligman nicht nur die positive Psychologie, seine Ansätze lassen sind auch knapp vier Jahrzehnte auf den Umgang mit digitalen Medien beziehen:

In Hinblick auf positiv verstärkende – also gesund erhaltende Erfahrungen –  unterscheidet der Psychologe seit jeher zwischen Belohnungen und Vergnügungen. Belohnungen differenzieren sich dabei von Vergnügungen, in dem ihnen stets eine Handlung vorausgehen muss, um ein beglückendes Gefühl auslösen zu können. Belohnungen halten damit langfristig und dienen der Bestärkung des eigenen Selbstwerts. Zudem fördern sie die intrinsische Motivation. Wer im Sport hart trainiert, wird später für dieses Training mit den entsprechenden Glücksgefühlen belohnt. Ob durch Wertschätzung von Seiten des Trainers, oder durch den Ruhm, im Wettkampf triumphieren zu können. Unter Vergnügungen versteht Seligman wiederum das kurzweilig anhaltende Gefühl von Freude durch einen Impuls, dem keine eigene Handlung vorangeht.

Mehr Infos zu Johanna Constantini: https://www.die-sportpsychologen.de/johannaconstantini/

Belohnung und Vergnügung im Zeitalter der digitalen Moderne

Was das mit digitalen Medien zu tun hat? Nun, Vergnügungen, denen keine Handlungen vorausgehen, stehen im Zeitalter der digitalen Moderne ganz oben auf dem Tagesplan. Morgens erst Facebook checken, auf den ein oder anderen Instagram-Post reagieren und fast schon inflationär den zehnten „Like“ des noch jungen Tages in diversen Social Media Kanälen verteilen oder bekommen. Vergnügung über Vergnügung, ohne eigentlich etwas dafür getan zu haben. Die vielen aneinandergereihten digitalen Vergnügungen bewirken gar das Gegenteil: Sie erhöhen einerseits die Suchtkomponente, um in sozialen Medien zu verharren UND verhindern damit, dass Belohnungen durch aktive Handlungen erfahren werden können.

Glück fördern in der Praxis des Sports

Was bedeutet Seligmans Theorie in der Praxis des Sports? Als Sportpsychologen tun wir gut daran, unseren AthletInnen die Bedeutung von langfristigen positiven Gefühlen, die durch Belohnungserlebnisse erst möglich gemacht werden können, näherzubringen. Zudem sollten wir auch über kurzweilige Vergnügungen aufklären, wie sie durch soziale Medien erfahren werden können. Und genauso schnell wieder schwinden.

Langfristiges Glücksempfinden wird nachweislich durch Belohnungen gestärkt. Durch Handlungen, die uns den berühmten Flow verspüren lassen und durch die achtsame Auseinandersetzung mit genau jenen Handlungen. Meine Kollegen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Johanna Constantini) helfen gern, wenn ich hiermit Interesse wecken konnte.

Mehr zum Thema:

https://www.die-sportpsychologen.de/2016/08/09/philippe-mueller-social-media-die-dosis-macht-das-gift

https://www.die-sportpsychologen.de/2019/02/25/johanna-constantini-handy-zeit-oder-smartphone-verbot-strategien-zur-digitalen-wettkampfvorbereitung

Quellen:

Antonovsky, A. (1979): Health, stress and coping: New perspectives on mental and physical well-being. San Francisco: Jossey Bass.

Seligman, M. 2005. Der Glücks-Faktor: Warum Optimisten länger leben.  Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)

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Andreas Meyer: Psychologische Aspekte von Verletzungen in der Rehabilitationsphase

Das Ziel in der physiotherapeutischen Rehabilitation besteht darin, die Funktion und die Belastbarkeit der verletzten Strukturen wiederherzustellen. Dies ist je nach Schwere der Verletzung ein sehr zäher Prozess, der häufig durch immer wiederkehrende Rückschläge gekennzeichnet ist. Aber nicht nur physiologisch stellt die Rehabilitation nach Sportverletzungen eine Herausforderung dar, sondern auch psychisch. Dies habe ich im Leitartikel (Sportpsychologie und Sportverletzungen) bereits aufgegriffen und werde in diesem Beitrag aufzeigen, welche Ziele die Sportpsychologie in dieser Phase verfolgt und welche Interventionsmöglichkeiten eingesetzt werden können.

Zum Thema: Die sportpsychologische Arbeit in der Rehabilitation

Die sportpsychologische Arbeit in der Rehabilitation soll dem Sportler dabei helfen, in dieser langwierigen und schwierigen Phase „am Ball“ zu bleiben, selbst aktiv zu werden, Rückschläge besser wegzustecken und mit Unsicherheiten und Ängsten umzugehen. Neben der Planung des Rehaprozesses und der Förderung von Selbstwirksamkeit, nehmen die sportpsychologischen Methoden auch Einfluss auf die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Funktion, der Belastbarkeit der Strukturen und der Leistung des Sportlers. Somit arbeitet sie auch eng im physiotherapeutischen Sinne.

Am Anfang der Rehabilitation kann es sehr hilfreich sein, einen Commitment-Vertrag mit dem Sportler zu schließen. Er bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er seinen aktiven Part beiträgt und Eigenverantwortung übernimmt.

Vom kurzfristigen Ziel bis zum Traum

Anschließend können mit dem Athleten Ziele erarbeitet werden. Diese sollten unterteilt werden in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele. Alle diese Ziele sollten so festgelegt und formuliert werden, dass sie der SMART Regel entsprechen (Wo führen deine Ziele hin). Das Setzen und Überprüfen von Zielen hilft dabei, den Fortschritt im Auge zu behalten und somit die Motivation des Sportlers hoch zu halten. Kurzfristige Ziele können eng mit Handlungen in Verbindung stehen, wie z.B. die korrekte und konzentrierte Durchführung der heutigen Trainingsübungen. Mittelfristige Ziele sind dann schon etwas „größere“ Ziele wie zum Beispiel das Erreichen der Bewegungsfunktion oder wieder ohne Krücken laufen zu können. Die langfristigen Ziele wären dann beispielsweise der Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining. Ergänzt werden könnten Traumziele. Traumziele sollen den Athleten vor allem emotional packen und sind häufig mit bildhaften Vorstellungen verknüpft.

Wie auch schon präventiv und in der Akutphase eingesetzt, kann die Methode der Visualisierung einen positiven Beitrag leisten. Studien zeigen, dass durch das gedankliche Verbildlichen von Heilungsverläufen, diese beschleunigt stattfinden. Auch das Vorstellen von zu erreichenden Zwischenzielen hilft dem Sportler in dieser Phase. Hierbei ist zu berücksichtigen: Je realistischer die Vorstellung, desto effektiver sind auch die Emotionen, die daraus entstehen. Das bedeutet, dass neben dieser bildhaften Vorstellung auch andere Reize einbezogen werden sollten, wie das Hören, Riechen, Schmecken oder die kinästhetische Wahrnehmung.

Mehr Infos zu Andreas Meyer: https://www.die-sportpsychologen.de/andreas-meyer/

Kraftverlust durch Vorstellungstraining minimieren

Die Visualisierung von Bewegungen sorgt laut Studien dafür, dass die entsprechende Muskelregion, welche für den tatsächlichen Bewegungsablauf verantwortlich ist, angesteuert wird. Das ist für den Sportler, der auf Grund seiner Verletzung immobil ist, ein riesiger Vorteil. Denn das bedeutet, dass der Sportler nur mittels Gedanken neuromuskuläre Ansteuerungsprozesse trainieren kann. Er minimiert damit den Kraftverlust, der mit der Immobilisation einhergeht. Zudem können Bewegungsabläufe, die noch nicht praktisch durchführbar sind, mental „geprobt“ und somit vorbereitet werden. Nicht nur neuromuskulär, sondern auch motivational ist diese Methode sehr effektiv.

Durch eine positive Selbstgesprächsführung kann sich der Athlet in schwierigen Phasen vor Augen führen, was er schon alles erreicht hat. Mittels gezielter, festgelegter Worte aktiviert er positive Emotionen und ist somit in der Lage sich selbst anzuspornen.

Konzentration auf die Reha

Wie auch schon in der Akutphase, kann soziale Unterstützung zum Heilungsverlauf beitragen. Die Übernahme von Alltagsaufgaben oder Entscheidungen durch Angehörige, Familie oder Freunde nimmt zusätzlichen Stress vom Sportler, der sich nun vermehrt auf die Reha konzentrieren kann. Einen äußerst wirkungsvollen Anteil an der Genesung bildet, laut Studien, auch der Besuch bzw. Kontakt von Trainer oder Mitspieler. Sie sollten dem Spieler vermitteln, dass es eine Perspektive für ihn gibt und er immer noch zum Team gehört. Idealerweise kann er sogar kleine Aufgaben und Verantwortungen übernehmen und somit einen Beitrag fürs Team leisten.

Das Anlegen eines Rehabilitationsprofils ist ein tolles Werkzeug. Einerseits zeigt es den Fortschritt des Sportlers und es kann andererseits überprüft werden, welche Methoden zu einer Verbesserung beigetragen haben. Verletzte Sportler tendieren häufig dazu, emotional zu reagieren und bereits erzielte Erfolge verblassen zu lassen. Zieht man dann das Rehabilitationsprofil heran, so sieht der Athlet darauf schwarz auf weiß, wo er gerade steht und was er bereits erreicht hat.

Das Rehabilitationsprofil

Hierzu werden wichtige Punkte der Rehabilitation auf einer Skala von 1-10 beurteilt. Wo lag der Athlet in diesen Bereichen vor der Verletzung (Orientierung). Wo sieht sich der Spieler jetzt (Ist Zustand) und wo will er hin (Soll Zustand: Minimalziel, zufriedenstellendes Ziel, Wunschziel)?

Abbildung 1: Beispielhaftes Rehabilitationsprofil mit psychologischen Faktoren.

Rot: Minimalziele
Orange: zufriedenstellende Ziele
Grün: Wunschziele

Vertrauen wieder aufbauen

Der Übergang von der Rehabilitationsphase in das sportartspezifische Training und dem anschließendem Mannschaftstraining sollte vorsichtig begleitet werden. Die steigenden Herausforderungen an den Athleten (beispielsweise das Führen von Zweikämpfen) sind aus sportpsychologischer Sicht sehr interessant und sollten gut geplant werden. Auch hier können einfache Absprachen mit dem Trainer (wie zum Beispiel: der ehemals verletzte Spieler wird mit einem Trikot gekennzeichnet und darf nicht getackelt werden) den Einstieg in den Trainingsalltag erleichtern und sorgen dafür, dass der Athlet genug Zeit hat, sein Vertrauen in die ehemals verletzte Struktur im sportbezogenen Kontext wiederzuerlangen.

Häufig wird die lange Rehabilitationsphase nach Verletzungen als größte Hürde für den Wiedereinstieg in den Sport gesehen. Ändert man allerdings den Blickwinkel ein wenig, so bietet diese Phase dem Sportler aber auch die Möglichkeit, sein Repertoire im mentalen Bereich enorm zu erweitern und in diesem Bereich sogar mit einem stärkeren Leistungspotential als zuvor in den Sport zurückzukommen.

Mehr zum Thema:

https://www.die-sportpsychologen.de/2019/02/26/andreas-meyer-sportpsychologie-und-sportverletzungen/

https://www.die-sportpsychologen.de/2015/06/02/philippe-mueller-verletzungen-bewaeltigen/

https://www.die-sportpsychologen.de/2017/12/14/andreas-meyer-die-bedeutung-von-emotionen-beim-comeback-nach-verletzung/

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Johannes Wunder: Eigene und fremde Leistung bewerten

Jeder Tennisspieler kennt es: Geht der Schlag daneben, lässt sich natürlich eine Ursache finden. Diese ist aber in den meisten Fällen bei sich zu suchen. Im Teamsport sieht das schon etwas anders aus. Je höher die Anzahl der Sportler ist, die zum Teamerfolg beitragen, desto schwieriger wird es, die Auswirkung des Einzelnen messbar zu machen. Mit großen Frustrationspotential. Viele Trainerkollegen versuchen es in solchen Situationen mit Argumenten, wie „jeder trägt seinen Teil bei“ oder „auch die Ersatzspieler sind wichtig“. Natürlich bringen diese Aussagen auch ein Stück Wahrheit mit sich. Die Frage, die ich mir aber häufig stelle, ist, ob der Adressat mit diesen Sätzen etwas anfangen kann? Ich kenne Nachwuchsspieler, die nach dem Spiel den Trainer fragen, warum dies oder jenes so entschieden wurde, mit der Antwort und eben solchen aufmunternden Worten aber dann kaum umgehen können.

Zum Thema: Fremd- und Selbsteinschätzung

Mehr zu Johannes Wunder: https://www.die-sportpsychologen.de/johanneswunder/

Die Kernfrage für mich war also, wie es möglich ist, solche Aussagen ersetzen zu können, sodass der Sportler ein für sich valides Instrument zur Überprüfung seines Selbstbildes bekommt? In Workshops und Bildungsseminaren wird das Thema immer wieder angeschnitten. Mittel zum Zweck ist hierbei meist ein Fragebogen zur Selbst- und Fremdeinschätzung. Manchmal findet auch die Überprüfung des Metabildes statt, also dem Eindruck, den man von anderen hat, wie sie einen selbst bewerten würden.

In der Arbeit mit meinen Sportlern in Einzel- und Gruppencoachings habe ich einen Fragebogen konzipiert, der sich speziellen Thematiken aus dem Basketball widmet. Er ist so aufgebaut, dass er die in meinen Augen wichtigsten Hauptaspekte beeinflussender Faktoren aus Technik und Taktik abdeckt. Zusätzlich gibt es noch einen spezifischen Frageblock für die drei Hauptpositionen im Basketball (Aufbau, Flügel, Center). Der Fragebogen ist in Englisch konzipiert und hat eine Negativfrage, die bei der Auswertung entsprechend zu berücksichtigen ist.

Ich habe diesen Fragebogen sowohl mit den Sportlern des BBC Coburg, als auch in Einzelcoachings mit Athleten, die ich betreue, angewandt. Nachfolgend möchte ich kurz auf die Ergebnisse eingehen.

Methodik Gruppencoaching

Jeder Teilnehmer hat zu Beginn seine eigene Einschätzung von seiner Leistung vorgenommen. Die ausgefüllten Fragebögen wurden von mir nicht eingesammelt. Im Anschluss bekam jeder Sportler einen Fragebogen, der spezifisch für seinen Teamkollegen auszufüllen war. In unserem Fall waren das zehn Fragebögen, die jeder Sportler auszufüllen hatte. Im Anschluss wurden die Daten aufbereitet und analysiert. Jeder Sportler bekam abschließend einen Durchschnitt davon, wie ihn seine Teamkollegen einschätzen. Danach gab es den Auftrag, den Durchschnittsbogen mit seinen eigenen Einschätzungen zu vergleichen und Abweichungen über 2,0 Punkte zu markieren.

Methodik Einzelcoaching

Im Bereich Einzelcoaching nutze ich den Fragebogen zur individuellen Selbsteinschätzung des Sportlers. Im Anschluss können daraus kurz-, mittel- und langfristige Zielstellungen abgeleitet werden: „Ich möchte mich bei Punkt acht um zwei Punkte verbessern.“ Die individuelle Einschätzung behalte ich im Anschluss bei mir, sodass bei einer neuen Bewertung mit etwas Abstand eine möglichst objektive Bewertung stattfindet.

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Weitere Informationen

Methodischer Ausblick

Der erste Schritt, nämlich der Vergleich beider Fragebögen, hat bereits bei einigen Sportler etwas positiv bewirken können. Die Menge der Daten bringt allerdings weitaus mehr Nutzen mit sich, als nur der bloße Vergleich beider Bewertungen. In einem nachfolgenden Artikel werde ich auf weitere Möglichkeiten der Auswertung und entsprechenden Nutzung der gewonnenen Daten eingehen.

Eine Schlussbemerkung möchte ich aber gerne noch abgeben: Ich war überrascht, wie ehrlich Athleten zu sich und auch zu ihren Teammitgliedern sind. Wenn ihr mit solchen Methoden und Techniken arbeiten wollt, nehmt gern Kontakt zu meinen Kollegen (zur Übersicht) oder zu mir (zur Profilseite von Johannes Wunder) auf!

Mehr zum Thema:

Literatur:

Schweizer (2014). Neuroleadership: Fremd- und Selbsteinschätzung des Führungskräfteverhaltens in einem mittelständischen Unternehmen

Hoorn, Rindt & Stampfl (2010). Leitfaden zur Kompetenzbilanz im Freiwilligendienst.

Fuchslocher J., Romann M.: Ein Talentselektions-Instrument für den Nachwuchsleistungssport: «PISTE». In: Neumann G, ed. Talentdiagnose und Talentprognose im Nachwuchsleistungssport 2 BISp-Symposium: Theorie trifft Praxis. Bonn: Sportverlag Strauss, 2009:151–152.

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Tag der Sportpsychologie NRW am 28. Juni 2019 in Düsseldorf

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr, lädt die Fachgruppe Sportpsychologie und die Landesgruppe NRW im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen erneut zum Tag der Sportpsychologie NRW ein. Das Thema in diesem Jahr: die Beziehung zwischen TrainerInnen und SportpsychologInnen, wie diese gelingen kann und wie beide Akteure zusammenarbeiten können.

Professor Hans-Dieter Hermann, Sportpsychologe der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Leistungsoptimierung und der mentalen Gesundheit. Profilinhaber Dr. René Paasch wird in seinem Workshop ethische Aspekte und die Würde eines Sportlers betrachten. Weiterhin sind die Psychologin Marion Sulprizio von der Initiative „MentalGestärkt“ der Deutschen Sporthochschule Köln sowie Christian Titz, Fußballbundesliga-Trainer, zu hören.

Alle Infos

Datum: Freitag, 28. Juni 2019 (10-15 Uhr)
Veranstaltungsort: Deutsches Tischtennis-Zentrum, Ernst-Poensgen-Allee 58, 40629 Düsseldorf
Kosten (inkl. Verpflegung): 49€ für Mitglieder des BdP/Studierende, 74€ für Nicht-Mitglieder

Anmeldung

Anmeldung bis zum 17. Juni per Email an j.walter@bdp-nrw.de

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Dr. René Paasch: Soziale Kompetenzen im Fußball fördern!

Kaum ein Begriff ist im Fußball so sehr aufgeladen wie die soziale Kompetenz. Und nicht selten wird soziale Kompetenz von Trainern und Teammanagern gar als ein wichtiges Verpflichtungskriterium genannt, gleichbedeutend mit einer Art Persönlichkeitskompetenz in Teamsportarten. Laut einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung machen sogenannte Soft Skills, und damit eben auch die Sozialkompetenz, rund 40 Prozent des beruflichen Erfolgs aus. Wäre dies auch auf dem Fußball übertragbar? Spannende Idee und Fragestellung. Welche konkreten Fertigkeiten betreffen nun aber den Fußball?

Zum Thema: Persönlichkeitsmerkmale und soziale Kompetenz im Fußball

Denken wir an einen spielentscheidenden Fehler eines Torhüters. Wie sollte daraufhin die Reaktion eines Trainers oder der Mitspieler aussehen? Zunächst einmal sollten Sie die Geschehnisse in geeigneter Weise in die Kommunikation und Interaktion einfügen. Wichtig: Prinzipiell sind alle Umstände des Handelns im Sport, d.h. für Beratungs- und Beurteilungssituationen sowie für Anstöße des Lernens gleichermaßen, von dieser Kommunikationssituation abhängig. Diese komplexen Verflechtungen können dabei sehr gut anhand des Modells der Themenzentrierten Interaktion (TZI) von Ruth Cohn (1983) untersucht und verstanden werden. Das Modell zeigt, dass das ES (Inhalt/Thema), WIR (Trainer und Gruppe) und ICH (die einzelne Person) sowie der GLOBE (gesamter Kontext, Trainingsumfeld) für die Schaffung erfolgreicher und ertragreicher Begegnungen und Auseinandersetzungen mit dem Lernen in eine optimale Balance gebracht werden müssen.

Philipp Lahm besitzt eine hohe Sozialkompetenz, die sich positiv auf unsere Mannschaft auswirkt!

Ottmar Hitzfeld, Trainer FC Bayern München, August 2007

Natürlich ist klar, dass dieser Anspruch nicht in jeder beliebigen Lage erfüllt werden kann. Allen voran Trainer müssen ein Gespür dafür haben, in welchen Momenten, zu welchen Anlässen und in welcher Form sie didaktisch oder pädagogisch agieren sollten. Unterschiedliche Personen, Umstände, Abläufe und Situationen müssen daher mit größtmöglicher Empathie und Aufmerksamkeit perzipiert werden. Die Reaktion und das Handeln muss daran angemessen und rechtzeitig erfolgen. Dies ist allerdings wegen des ständigen zeitlichen und Entscheidungsdrucks sowie der Komplexität leichter gesagt als getan und kann leicht überwältigend wirken. Aus diesem Grund sollten sich Trainer vor allem auf ihre innere Stimme verlassen, im richtigen Moment intuitiv handeln und sich außerdem seiner eigenen Begrenztheit bewusst werden, um mit solchen Situationen, wie einem klaren Torwartfehler, angemessen umgehen zu können.

Soziale Kompetenz und Taktik

Mehr Infos zu Dr. René Paasch: https://www.die-sportpsychologen.de/rene-paasch/

Kommen wir zurück zur Kernfrage: Warum ist die soziale Kompetenz im Fußball so wichtig? Weil wir es im Sport mit Menschen zu tun haben, die in einer Struktur (Mannschaft) im besten Sinne miteinander interagieren sollen. Machen wir es konkret: Auch zur Entwicklung und Umsetzung von taktischen Vorgaben brauchen Sportler soziale Kompetenzen: Entscheidungsfreiheit, Perspektivübernahme, Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, soziale Verantwortung, Kompromissbereitschaft, Willensstärke, Emotionale Stabilität.

Glauben Sie wirklich, dass sich diese Eigenschaften wie von selbst entwickeln? Wie soll ein Spieler, der im Team nicht anerkannt ist, wenig Selbstbewusstsein mitbringt und in jüngerer Vergangenheit ein Misserfolgserlebnis ans andere gereiht hat, bei einer Einwechslung kurz vor Schluss seine optimale Leistungsfähigkeit erreichen? Und stellen wir uns das im Setting eines Abstiegskampfes vor! Hier wird deutlich, dass es nicht damit getan ist, den Spielern taktische Anweisungen auf den Weg zu geben und die Akteure dann daran zu messen. Vielmehr muss eine Atmosphäre geschaffen werden, dass der Einzelne sich voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren kann, ohne die angedeuteten Nebenkriegsschauplätze im Hinterkopf zu haben.   

Fehlende Grundlage

Kürzlich habe ich eine Studie gelesen, nach der Profifußballer im Vergleich zu Führungskräften in der Wirtschaft zwar eine höhere Disziplin und ein stärkeres Engagement aufweisen, allerdings hinsichtlich der Kooperation und Sozialkompetenz schlechter abschneiden als erfolgreiche Unternehmer. Das Ergebnis kommt nicht von ungefähr: Denn wo wird soziale Kompetenz schon trainiert?

Keine Frage, der primäre Ort zum Erlernen sozialer Kompetenz ist traditionell die Familie. Doch mittlerweile sind es auch die Kítas, Schulen und die Vereine. Vereine insbesondere dann, wenn Kinder und Jugendliche bereits in jungen Jahren in Internaten wohnen oder häufiger mit ihrem Trainer und Mitspielern reden als mit ihren Eltern. Die Entwicklung und das Vorleben der sozialen Kompetenz muss in den Vereinen aus meiner Sicht möglichst frühzeitig beginnen, wenn es erfolgreich sein soll. Nur durch Akzeptanz, menschlicher Würde und festen Rahmenbedingungen sowie dem Lernen anhand selbst erlebter Beispiele im Sport können sich diese Dinge einstellen.

Fazit

Mag sein, dass in Nachwuchsleistungszentren tolle Konzepte hinsichtlich der Entwicklung sozialer Kompetenzen geschrieben werden. Doch zeigen Sie mir ein Beispiel, wo aus dem Wunsch Wirklichkeit wird? Bei welchem Spieler steht das Thema soziale Kompetenz im ohnehin bis auf die letzte Viertelstunde ausgereizten Stundenplan?

Ansätze gebe es viele, das Thema für kritische junge Menschen und auch deren Trainer halbwegs “snackable” und praxisnah zu verpacken. Denn letztlich kommt es für uns Sportpsychologen und guten Mentaltrainer auch immer darauf an, dass wir unsere Dienstleistung bestmöglich verkaufen. Auf Basis von Schlagwörtern wie autonomes Lernen, offenes Lernen, Kreativität fördern, Wachsen mit Würde und Werten oder optimale Kommunikation im Training und Wettkampf sollte es uns aber gelingen, dass wir sowohl Spieler, Trainer und NLZ-Verantwortliche am Ende überzeugen, dass die Entwicklung von sozialer Kompetenz wirklich erstrebenswert ist.

Extra:

Wer sich als Spieler, Trainer, NLZ-Mitarbeiter oder Elternteil in das Thema etwas stärker einlesen möchte, dem habe ich hier geordnet nach Schlagwörtern eine kleine Linkliste zusammengestellt. Ich bin überzeugt, dass wir es zusammen hinbekommen können, das Thema soziale Kompetenz im Fußball voranzutreiben.

Wenn Sie konkrete Fragen haben, nehmen Sie gern zu meinen Kollegen in ihrer Nähe (zur Übersicht) oder zu mir (zum Profil von Dr. René Paasch) auf.

Im Umgang mit sich selbst: Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Wertschätzung, Würde, Potentialentfaltung

Selbstwirksamkeit: Selbstvertrauen, Selbstbeobachtung, Eigenverantwortung, Kompetenzerwartung (Team vs. Selbst)

Im Umgang mit Anderen: Würde, Anerkennung, Empathie (Mitgefühl bzw. Einfühlungsvermögen) Menschenkenntnis, Kritikfähigkeit, Wahrnehmung, Selbstdisziplin, Toleranz, Respekt, Sprachkompetenz, Interkulturelle Kompetenz, Perspektivenübernahme

Zusammenarbeit: Teamfähigkeit, Kooperation, Motivation, Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit

Führungsqualitäten: Verantwortung, Flexibilität, Konsequenz, Vertrauen, Vorbildfunktion, positive Fehlerkultur

Im Allgemeinen: Emotionale Intelligenz und Engagement

Literatur

Hossiep, R. & Krüger, C. (2012). Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung –6 Faktoren (BIP-6F). Manual. Göttingen: Hogrefe.

Goelden, M. & Brast, C. (2012). Forschung: Berufsbezogene Persönlichkeitsmerkmale von Spitzensportlern. In U. P. Kanning & H. Kempermann (Hrsg.), Fallbuch BIP (S. 171-190). Göttingen: Hogrefe.

Barrick, M. R., Mount, M. K., & Judge, T. A. (2001). Personality and performance at the beginning of the new millennium: What do we know and where do we go next? International Journal of Selection and assessment, 9(1‐2), 9-30.

Schmidt, S. L., Saller, T. (2013). ‚Kollege Spitzensportler‘. Chancen für Wirtschaft und Athleten. ISBS Research Series, 6, 1-24

Internet

https://www.die-sportpsychologen.de/2018/03/01/dr-rene-paasch-sind-leistungssportler-fuer-den-arbeitsmarkt-geschaffen/

https://www.die-sportpsychologen.de/2015/08/25/dr-rene-paasch-selbstwirksamkeit-im-fussball/

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Jürgen Walter: Vorsichtige Dortmunder, forsche Bayern – welcher Weg führt zum Ziel?

Selbst als Borussia Dortmund Anfang Februar sieben Punkte Vorsprung auf Bayern München hatte, wollte Trainer Lucien Favre sich nicht auf das Saisonziel „Meisterschaft“ einlassen. Er betonte, „man denke von Spiel zu Spiel“. Die Konkurrenz aus München ging in dieser Phase anders mit der Herausforderung Meisterschaft um. Trainer Niko Kovac formulierte nach dem Aus seiner Mannschaft gegen Liverpool: „Zwei Titel holen wir noch!“ Welche Strategie ist erfolgversprechender?

Zum Thema: Sportliche Zielsetzung mit Hilfe der Sportpsychologie

Mehr Infos zu Jürgen Walter: https://www.die-sportpsychologen.de/juergen-walter/

Sportliches Understatement bei Borussia Dortmund und pures Selbstvertrauen beim FC Bayern München. Sicher haben beide Strategien ihre Vor- und Nachteile. Fahren Mannschaften die Strategie, „kleine Brötchen“ zu backen, kann dies dafür sorgen, nicht enttäuscht zu werden und sich möglicherweise nicht zu blamieren. Diejenigen, die offen die Meisterschaft als Ziel verkündigen, setzen damit hingegen einen Maßstab. Dieser kann Gegner abschrecken und ein Siegerbild kreieren, aber auch zusätzlich Druck auf Spieler und Trainer ausüben. Letztlich stehen Spieler im Profi-Fußball nahezu permanent unter Druck und sollten hoffentlich, auch mithilfe eines Sportpsychologen oder einer Sportpsychologin bzw. guten Mentaltrainern, Werkzeuge an der Hand haben, mit dem Druck und vor allem dem Gedankenkarussell umgehen zu können. Besonders bewährt hat sich hier das R-E-T-Modell von Albert Ellis, der erkannt hat, dass nicht das Ereignis das Problem ist, sondern wie man ein Ereignis bewertet.

Wie, nicht das Ereignis ist das Problem? Wagen wir erklärend einen sportlichen Ausflug in meine Leidenschaftsdisziplin: Ein Tischtennisspieler der 2. Bundesliga beklagt, dass er im 5. Satz nach einer 10:2-Führung und einer 10:12-Niederlage beim Stand von 10:6 nicht mehr Tischtennis spielen könne und sogar gegen seine Oma verlöre. Da macht der Spieler folgenden Denkfehler: Nicht die stetige Reduktion des einst komfortablen Vorsprungs ist das Problem, sondern wie diese Situation bewertet wird. Selbstverständlich kann der Spieler bei 10:6 noch Tischtennis spielen und seine Oma hätte er auch geschlagen. Denn nach Ellis ist nicht das Ereignis (A=Activity) – in diesem Fall Verlust der Führung – das Problem, sondern wie diese Situation bewertet wird. Das Problem sind also die Gedanken (B=Beliefs), die zu einer Konsequenz (C= Consequence) führen. Der Spieler kann den Gegner stark reden oder sich selber. Selbst bei einem Spielstand von 10:9 hat er ein „Luxusproblem“, er führt ja schließlich. In Erkenntnis der alten Kölner Regel „Was fott is, is fott!“ (Für Nicht-Kölner: Was weg ist, ist weg!“) lohnt es sich nicht über verlorene Punkte nachzudenken. Hier hilft ein „Gedankenstopp“ nach folgenden Fragen:

1. Ist das, was ich gerade denke, eine Tatsache oder eine Vermutung?

2. Hilft mir mein Gedanke, mein Ziel zu erreichen?

R-E-T-Modell und Smarte Ziele

Nach dem 27. Spieltag ist Borussia Dortmund wieder Tabellenführer. Die Schwarz-Gelben haben vor dem direkten Duell gegen den Verfolger FC Bayern München zwei Punkte Vorsprung. Sicher wird es im Bundesliga-Spitzenspiel einige Situationen geben, in denen das Wissen um das R-E-T-Modell einigen Spielern helfen würde, um kritische Wettkampfsituationen zu meistern.

Aber zurück zu der Ausgangsfrage: Wie sollten Trainer nun mit der Zielstellung umgehen? All in oder mit aller Vorsicht? Aus sportpsychologischer Sicht würde ich Mannschaften ermutigen, Ziele offen zu vertreten. Wichtiger Hinweis: Diese sollten nach psychologischen Kriterien (SMART-Goals) entwickelt werden, denn dann können sie Kraft und Energie freisetzen, da ein konkretes und realistisches Ziel vor Augen schwebt. Und falls das Ziel wider erwartend nicht erreicht werden sollte, bietet die offene Formulierung bereits einen Ansatz, um nach einem Spiel oder einer Saison reflektieren zu können, was bereits gut lief und was noch verbessert werden könnte. Zielformulierung bedeutet daher auch die Möglichkeit, sich zu entwickeln – und das ist in jedem Lebensbereich essenziell.

Die gute alte Nebelkerze – Den Gegner in Sicherheit wiegen

Noch ein Ausflug: 2014 gab es ein Relegationsspiel zur 2. Bundesliga zwischen Darmstadt 98 und Arminia Bielefeld. Das Hinspiel gewann Bielefeld auswärts mit 3:1. Vor dem Rückspiel gab Darmstadt bekannt, dass aufgrund der „Chancenlosigkeit“ auf das Trainingsangebot im Stadion am Abend vorher verzichtet werde. Das Rückspiel endete nach regulärer Spielzeit 1:3 und nach Verlängerung 2:4, Darmstadt war in die 2. Liga aufgestiegen. Für den Hessen und ihren Trainer Dirk Schuster war dies eine Zwischenstation auf dem Weg in die erste Bundesliga. Denn bereits im Folgejahr stieg die Mannschaft erneut auf und konnte im ersten Jahr als absoluter Außenseiter sensationell den Klassenerhalt feiern. Trainer Schuster machte sich in dieser Phase nicht zuletzt bezüglich des Einsatzes kleiner sportpsychologischer Methoden einen Namen, von denen er in einem TV-Beitrag von Mathias Liebing, Redaktionsleiter von Die Sportpsychologen, für die Deutsche Welle sprach:

Dirk Schuster im Interview mit Mathias Liebing (Quelle: DW)

Link zum Video-Beitrag: https://www.dw.com/de/mentalität-schlägt-qualität/a-18719986

Fazit

Der Einsatz der Sportpsychologie ist unendlich vielseitig. Meine Kollegen (zu den Profilen) und ich (zum Profil von Jürgen Walter) können Ihnen beim Formulieren, Kommunizieren, Setzen und Nachhalten von Zielen helfen. Und dies ist nur ein Puzzle-Stück, welches wir zum Gesamtbild eines erfolgreichen Vereins beisteuern können. Leider höre ich immer noch viel zu oft, dass die Sportpsychologie nur der braucht, der Probleme hat.

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Jan D. Deneke: Perfektionismus im Nachwuchssport – Ursprung, Auswirkungen und Umgang

„Es ist vorbei, es ist vorbei. Endlich ist es vorbei!“ Aussagekräftige Gedanken des ehemaligen deutschen Nationalspielers Per Mertesacker nach dem Halbfinal-Aus bei der Heim-WM 2006 gegen Italien. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Im Profi-Fußball herrscht permanenter Leistungsdruck, eine dauerhafte öffentliche Beurteilung und eine konsequent perfektionistische Erwartungshaltung durch Medien, Sponsoren, Fußballclubs und in Teilen der Fangemeinschaft. Was am Ende zählt, ist die Leistung und der Profit. Für Schwäche ist da kein Platz. Doch viele Spieler können dem Druck und der dauerhaften Erwartungshaltung nicht gerecht werden und verdrängen ihre Zweifel. Aussagen wie die von Per Mertesacker sind hilfreich, denn sie zeigen den jungen Athleten, was es bedeutet, heute Fußball-Profi zu werden. 

Wer dieses Ziel erreichen will, muss nicht nur lernen mit Stress und Leistungsdruck umzugehen, sondern bereits in jungen Jahren täglich im Training zu bestehen. Dabei ist der Weg von der U11 des Nachwuchsleistungszentrums bis in den Profisport lang und hart. Perfektionistische Charakterzüge können dabei in Form von Antriebskraft und Motivation dauerhaft unterstützend wirken. Gleichzeitig tragen sie jedoch auch großes Gefahrenpotential in sich.

Zum Thema: Perfektionismus im Nachwuchssport  

Perfektionismus ist ein psychologisches Konstrukt, welches versucht, Unterschiede zwischen Personen bezüglich ihres Strebens nach möglicher Perfektion und Fehlervermeidung zu erklären. Nach Stöber und Otto (2006) hat Perfektionismus zwei Dimensionen: Zum einen das Perfektionistische Streben und zum anderen die Perfektionistische Besorgnis

Mehr Infos zu Jan. D. Deneke: https://www.die-sportpsychologen.de/jan-d-deneke/ 

Wer das perfektionistische Streben als Charakterzug aufweist, setzt sich meist sehr hohe persönliche Standards und lebt eine innere Organisiertheit. Der Perfektionismus richtet sich dabei oft nicht nur nach innen, sondern auch auf sein Umfeld. Die Person fordert von seinen Mitmenschen Leistung und ist nicht selten Motivator und Anführer. Das perfektionistische Streben sorgt dafür, dass die Person das Beste aus sich herausholt. Diese Fähigkeit ist im Leistungssport nicht nur gefordert, sondern (fast) Bedingung, um langfristig zu bestehen und seinen Weg durch die Nachwuchsleistungszentren bis in den Profisport gehen zu können. 

Die zweite Seite des Perfektionismus ist die perfektionistische Besorgnis. Die Stärke dieser Ausprägung entscheidet, ob der Perfektionismus ein gesundheitliches Risiko für die Person darstellt oder nicht. Bei einer starken Ausprägung hat die Person das Gefühl, den eigenen hohen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Sie entwickelt Angst, Fehler zu machen und neigt dazu, Entscheidungen aus dem Weg zu gehen. Im Mittelpunkt steht dabei aber der Umgang mit Misserfolgen. Für den dysfunktionalen Perfektionisten sind diese oft schon das Nicht-Erreichen der selbstauferlegten hohen Standards. Eigene Fehler oder Misserfolge stellen dabei keinen Bestandteil des Fortschritts dar, sondern können nicht oder nur sehr schwer akzeptiert werden. 

Perfektionismus: Eine zuverlässige Antriebskraft

Wer den langen Weg bis in den Profisport gehen will, braucht mehr als nur großes Talent. In den Nachwuchsleistungszentren sollen die jungen Athleten eine ganze Bandbreite von physischen und psychischen Fertigkeiten entwickeln. 

Alle Anforderungen erfüllt aber keiner der Sportler von Beginn an. Wer seinen Traum erfüllen will, muss zusätzliches Training absolvieren um seine sportartspezifischen Schwächen auszugleichen. Das perfektionistische Streben kann ein leistungsfördernder Faktor sein, um sich selbst immer wieder aus der „Comfort Zone“ zu locken und über die eigene Schmerzgrenze zu gehen. Ein dauerhaftes Auffordern der Trainer zu mehr Engagement und notwendigen Zusatzeinheiten hat langfristig nicht dieselben leistungsfördernden Einfluss, wie die intrinsische Motivation eines Perfektionisten. Das Perfektionistische Streben, als Persönlichkeitsmerkmalist also nicht nur sehr hilfreich und motivational unterstützend, sondern vielleicht sogar Voraussetzung um Profisportler zu werden (vgl. Gould, Dieffenbach & Moffett (2002)). 

Wann wird es ungesund?

Perfektionisten, bei denen die perfektionistische Besorgnis ausgeprägt ist, verfallen häufig in ein Schwarz-Weiß-Denken. Bei Misserfolgen steht die Vorstellung, dass die eigenen Fähigkeiten nicht ausgereicht haben, im Vordergrund. Unabhängig davon, wie gut die eigene Leistung war oder wie knapp die Entscheidung ausgefallen ist. Die eigenen Fähigkeiten und die aufgebrachte Anstrengung werden selbst nicht honoriert. Insbesondere wenn die perfektionistische Besorgnis stark ausgeprägt ist, sind negative Gedanken oder Selbstgespräche („Bloß keinen Fehler machen“), trotz hoher Leistungen während des Wettkampfs omnipräsent, stressfördernd und dysfunktional für die eigene Leistungsfähigkeit sowie die eigene psychische Gesundheit. 

Wer sein Selbstvertrauen nur aus Anerkennung und den großen Erfolgen schöpft und Misserfolge nicht als Bestandteil der Entwicklung akzeptiert, wird mit der Zeit ein negatives und vom Erfolg abhängiges Selbstbild entwickeln. Werden die eigenen hohen Ansprüche zu oft nicht erfüllt, verfestigt sich das negative Selbstbild. Leistungsbezogenes Zweifeln, geringe Selbstwirksamkeitserwartungen, Ärger und frustrierende Selbstgespräche, die wiederum zu Aufmerksamkeitsverlust in den entscheidenden Situationen führen, sind die Folge. Ein Kreislauf, der nicht selten depressive Tendenzen als Folge hat.

Das Elternhaus als Ursprung

Die Wurzeln von Persönlichkeitsmerkmalen liegen meist im Elternhaus. „Mach etwas aus dir!“ Ein gängiger Spruch der impliziert, dass wir, so wie wir sind, noch nicht ausreichen. Von Kindesbeinen an lernen wir, Leistung zu erbringen um dafür etwas – zunächst von unseren Eltern – zu bekommen. In den meisten Fällen ist es Anerkennung, nach der wir uns bewusst oder unbewusst sehnen. Wir wachsen mit dieser Abhängigkeit von Geben und Nehmen auf und verinnerlichen diese Verhaltensweisen. 

Dass perfektionistische Persönlichkeitsmerkmale entwickelt werden, ist dann wahrscheinlich, wenn die Eltern ihre hohen Ansprüche und den eigenen ungesunden Umgang mit Misserfolgen an ihre Kinder weitergeben. Entscheidend für ein Kind ist es, dass es auch bei Fehlern Zuwendung erhält und dabei unterstützt werden, aus diesen Fehlern zu lernen. Insbesondere bei dysfunktionalen Perfektionisten war dies in der Kindheit zu selten der Fall. So versuchen die Kinder immer besser und besser zu werden, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen. Gleichzeitig entwickelt sich ein Gefühl der Hilflosigkeit, wenn die Anerkennung ausbleibt.

Wichtige Aufgabe für Eltern

Darüber hinaus hat auch der Umgang der Eltern mit den eigenen Fehlern einen Einfluss auf die psychische Entwicklung der Kinder: Verstecken die Eltern den Umgang mit ihren eigenen Fehlern, haben die Kinder keine Möglichkeit, daraus zu lernen. Akzeptieren die Eltern die eigenen Fehler nicht als Ansatzpunkt zum Lernen, sieht auch das Kind den Nutzen von Misserfolgen nicht. Wichtig ist, dass die Eltern nicht nur über einen gesunden Umgang reden, sondern ihn unbedingt auch vorleben.

Nicht selten waren die Eltern – die ihre Schützlinge fördern und fordern – früher selbst (Profi-)Sportler und nehmen bewusst oder unbewusst die Position des persönlichen Trainers ein. In dem ehrlichen Wunsch nur das Beste für ihre Kinder zu tun, ist ein fremdorientierter Perfektionismus stetiger Begleiter. So ist der Sport häufig Thema, Ratschläge werden erteilt und die Leistungen des Schützlings werden zwar wohlwollend, aber dennoch bewertet. Die jungen Sportler erfahren also auch abseits des Sportplatzes das Gefühl von ständigen Beurteilungen: Langfristig entwickelt sich beim Schützling eine dysfunktionale Bewertungsängstlichkeit. Die Aufgabe der Eltern muss es also sein, die eigenen sportlichen Erwartungen und Wünschen aufzulösen und als unterstützender Helfer im Hintergrund zu agieren. Die Aufgabe der Verantwortlichen in den Nachwuchsleistungszentren ist es, die Eltern der jungen Athleten bereits  frühzeitig  psychoedukativ über ihre Rolle und Einflussnahme aufzuklären. 

Was tun, wenn der Perfektionist in der Krise steht?

Athleten sind dann im Nachteil, wenn sie einerseits hohe perfektionistische Bestrebungen haben, jedoch gleichzeitig stark negative Emotionen entwickeln, sobald sie den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden (vgl. Gotwals, Stöber, Dunn & Stoll (2012)). Perfektionismus ist, als ein Persönlichkeitsmerkmal, relativ stabil und lässt sich nicht einfach abschalten oder verändern. Die Aufgabe des Sportlers ist es daher, einen funktionalen und adäquaten Umgang mit seinen Emotionen in stressauslösenden Situationen zu entwickeln. Diese sog. Copingstrategien sollten gemeinsam mit einem Sportpsychologen (nehmt gern zu meinen Kollegen oder zu mir Kontakt auf) erarbeitet werden. 

Des Weiteren ist es hilfreich, dass der Sportler den Umgang mit seinen Misserfolgen bewusst erlebt und reflektiert. Dabei können folgende Schritte unterstützend wirken:

  1. Erkennen der eigenen Charakterzüge (perfektionistisches Streben und Besorgnis)
  2. Akzeptieren von Fehlern, Misserfolgen und Kontrollverlust
  3. Reframing: Lernen das Positive im Negativen zu sehen 
  4. Wiederholtes Bewusstmachen der eigenen Stärken, Anstrengungen, Fähigkeiten und kleinen Erfolge

Fazit

Perfektionismus als Persönlichkeitsmerkmal muss nicht per se leistungsmindernd oder leistungsfördernd sein. Er ist dann dysfunktional, also ungesund und leistungsmindernd, wenn die Person eine starke Ausprägung der perfektionistischen Besorgnis hat. Die Person hat dann zwar hohe Ansprüche an sich, glaubt aber nicht, dass die eigenen Fähigkeiten ausreichen, um diese Erwartungen auch zu erfüllen. Daraus resultiert ein negatives, von Misserfolgen geprägtes Selbstbild. Die Folgen sind Ärger und frustrierende Selbstgespräche, die wiederum zu einem Aufmerksamkeitsverlust in den entscheidenden Situationen führen. Ein Kreislauf, der nicht selten depressive Tendenzen als Folge hat. Die Aufgabe der Sportpsychologie ist es also, die Eltern für diese Thematik zu sensibilisieren und gemeinsam mit den Athleten bereits frühzeitig einen funktionalen und gesunden Umgang mit Drucksituationen und dem daraus resultierendem Stress zu erarbeiten! 

Mehr zum Thema: 

https://www.die-sportpsychologen.de/2016/02/12/elvina-abdullaeva-perfektionismus-im-nachwuchs/

https://www.die-sportpsychologen.de/2014/06/21/prof-dr-oliver-stoll-cristiano-ronaldo-gefangen-im-perfektionismus/

https://www.die-sportpsychologen.de/2018/10/17/dr-rene-paasch-narzissmus-im-jugendfussball/

Quellen:

  • Gotwals, Stöber, Dunn & Stoll (2012). Are Perfectionistic Strivings in Sport Adaptive? A Systematic Review of Confirmatory, Contradictory, and Mixed Evidence. Canadian Psychology / Psychologie canadienne 2012, Vol. 53, No. 4, 263–279. doi: 10.1037/a0030288
  • Gould, D., Dieffenbach, K., & Moffett, A. (2002). Psychological characteristics and their development in Olympic champions. Journal of Applied Sport Psychology, 14, 172–204. doi:10.1080/10413200290103482
  • Stoeber, J., & Otto, K. (2006). Positive conceptions of perfectionism: Approaches, evidence, challenges. Personality and Social Psychology, Review, 10, 295–319. doi:10.1207/s15327957pspr1004_2
  • Stoll, O., Lau, A., & Stoeber, J. (2008). Perfectionism and performance in a new basketball training task: Does striving for perfection enhance or undermine performance? Psychology of Sport and Exercise, 9, 620–629. doi: 10.1016/j.psychsport.2007.10.001

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