Die Wettkampfsaison der Kletterer ging am 10. November mit der Deutschen Meisterschaft im Lead-Klettern zu Ende. Viel diskutiert wurde in Darmstadt eine Szene, die sich auch aus sportpsychologischer Sicht beleuchten lässt. Denn in den Qualifikationsroute der Frauen war eine Stelle eingebaut, an der einige Sporterinnen scheiterten.
Zum Thema: Visualisierung während des Wettkampfes
Frederike Fell und David Firnenburg heißen die zwei neuen deutschen Meister im Lead-Klettern. Dahinter siedeln sich Top-Athleten an, welche in den letzten Monaten auf sich aufmerksam machen konnten. Alma Bestvater, die auf unserer Seite vor wenigen Wochen im Mittelpunkt stand (zum Beitrag), erreichte den vierten Platz und verpasste so nur knapp das Treppchen. In sich hatte es zweifelsohne bereits die Qualifikationsroute der Damen zu Beginn des Tages. „In der ersten Qualitour mussten die Damen eine wenig überhängende, dafür extrem kreative Route entlang einer Verschneidung meistern. Die Crux lag in der Mitte: Über einen sehr griff- und trittarmen Teil ging es per Dynamo auf die andere Verschneidungsseite. Hier und in dem darauf folgenden Volumenteil scheiterten viele Athletinnen.”
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Der Bundestrainer Urs Stöcker beschreibt nach dem Wettkampf die gestellte Herausforderung wie folgt: „Die Stelle war die Schlüsselstelle, weil es einen Sprung an schlechte Griffe gab. Grundsätzlich nicht super schwer, aber es braucht Überwindung und Mut!“ Während der Quali-Runde konnte man viele Athletinnen beobachten, die sich an dieser Stelle abgearbeitet haben. Aber auch in der Art und Weise, wie das Problem in Angriff genommen wurde, gab es deutliche Unterschiede. Mal wurde vorher pausiert, mal wirkten Athletinnen unentschlossen und mal war viel Körperspannung zu sehen.
Vor jeder Runde wird die Route einmal vom Routenbauerteam geklettert. Alle Athleten können sich also über die Züge informieren die schwieriger sind und sehen zeitgleich eine Variante, wie die Probleme lösbar sind. Das typische „Hangeln“ vor dem Einstieg in eine neue Route dient zur Visualisierung vor der Wettkampfsituation und war am Wochenende wieder häufig erkennbar. Natürlich kann es positiv verstärkt werden, wenn bereits bekannt ist, wie die Züge erfolgreich geklettert werden können.
Für die Athletinnen gab es also einige Möglichkeiten, die optimalen Züge bereits vorab mental abzuspeichern und sich die einzelnen Bewegungen bereits am Boden gedanklich vorzustellen. Eine optimale mentale Vorbereitung am Boden hilft aber auch direkt in der Wand. So könnten in der genannten Schlüsselstelle zwei sportpsychologische Techniken angewandt werden. Vor dem eigentlichen Sprung befinden sich die Athletinnen in einer Art Ruheposition mit ausgespreizten Beinen in der Verschneidung.
In dieser Position wäre es zum einen gut möglich, die Techniken der Progressiven Muskelrelaxation (zum Beitrag) zu nutzen, um die Unterarme nach der vorherigen Belastung etwas zu entspannen und zeitgleich den eigenen Körper so zu regulieren, dass Ängste und Zweifel abgebaut werden.
Visualisierung als Schlüssel
Darüber hinaus kann die vorab durchgeführte Visualisierung auch in der zuvor beschriebenen Position durchgeführt werden. So können die Athletinnen kurz in sich gehen und sich erneut vor ihrem inneren Auge vorstellen, wie die Schlüsselstelle optimal zu meistern ist. Im Idealfall haben sie die Technik der Routenbauer wie schon beschrieben bereits in der Visualisierung am Boden eingeprägt und können nun erneut den Bewegungsablauf durchgehen.
Nach der Stützphase und vor dem folgenden Sprung könnten die Techniken also wie folgt abgerufen werden:
PMR Techniken zur Entspannung beider Unterarme
Kombination von Ausatmung und Ruhewort zur Anspannungsregulation
Visualisierung des nachfolgenden Sprungs mit positiven Ausgang
Betreuungsangebote
Meine Kollegen (alle Profilinhaber) und ich (direkt zum Profil von Johannes Wunder) stehen euch als Sportlern und Trainer gern zur Verfügung. Die EInsatzmöglichkeiten der Sportpsychologie im Klettersport sind individuell und vielseitig.
Ob Traurigkeit, Wut oder Fröhlichkeit, jeder, selbst schon die kleinsten Kicker kennen diese Gefühle. Die einen lassen ihren Gefühlen freien Lauf, andere verstecken sie lieber. Ob rauslassen, verstecken oder entwickeln – warum ist es so wichtig als Fußballtrainer, Gefühle zu kontrollieren? Und welche Bedeutung haben sie für den Umgang mit den Spielern? Dieser spannenden Frage möchte ich in dem nun folgenden Beitrag näher auf den Grund gehen.
Zum Thema: Jeder kennt Gefühle – aber warum sind sie so wichtig für den Fußballtrainer?
Unsere fußballerische Entwicklung in Deutschland birgt viele neue Herausforderungen und Probleme. Hierzu zählt zum Beispiel das Kommunikationsverhalten zwischen Trainern und Spielern, die Berücksichtigung verschiedener Spielertypen und Nationalitäten, der immer wiederkehrende Erfolgsdruck und die Mehrfachbelastung sowie das Ausbildungskonzept der Nachwuchsleistungszentren und des DFBs. Auf der anderen Seite werden Normen, Werte und Fähigkeiten immer wichtiger, die der moderne Fußball dringendst benötigt. Darunter fallen Eigenschaften wie Menschlichkeit, Menschenführung, Teamfähigkeit und -entwicklung, Individualisierung und die Fähigkeit seine emotionale Intelligenz immer wieder zu trainieren. Es gibt viele verschiedene Ansatzpunkte, um Probleme zu erklären oder Fähigkeiten entwickeln zu können. Ein Ansatzpunkt sind Gefühle, denn die geschilderten Probleme und Fähigkeiten beruhen ganz wesentlich auf einem kompetenten Umgang mit eigenen und fremden Emotionen. Denn Fußballtrainer die ihre Gefühle im Griff haben sind erfolgreicher (Lee, Wäsche, Jekauc, 2018). Emotionen und der Umgang mit ihnen haben großen Einfluss auf die Leistung des Trainers und damit auch auf die gesamte Mannschaft. Diese emotionalen Prozesse verlaufen kreisförmig und können sich in Krisen immer weiter verstärken (siehe Abb. 1).
Abb. 1.: The cyclic model of emotional processes of football coaches
Mit hoher emotionaler Kompetenz sind diese Prozesse steuerbar. Wissenschaftler haben untersucht, welche Rolle emotionale Faktoren bei sportlichen Verläufen spielen. Ergebnis: Ein optimaler und emotionaler Zustand beim Trainer verbessert demnach die sportliche Leistung der ganzen Mannschaft, während gegenteiliges Befinden diese verschlechtert. Folglich ist die emotionale Kompetenz für Entwicklung und Erfolg eines Trainers, die Fähigkeit in den verschiedenen Phasen einer Saison, mit den eigenen Gefühlen und denen der Spieler umzugehen, von Bedeutung.
Ausgleich bringt Stärke
Lee, Wäsche und Jekauc (2018) haben Trainer aus dem Amateur- und Jugendbereich befragt und dabei herausgefunden, dass sich deren Gefühlsbewegungen in einem Kreislauf abspielen: Auf Auslöser wie Siege, Niederlagen, soziale Unterstützung, Fortschritte sowie Stagnation in der Entwicklung der Spieler folgen emotionale Erfahrungen wie Freude, Wut Angst oder Hilflosigkeit. Diese machen sich dann auf körperlicher, mentaler oder Verhaltensebene bemerkbar (steigender Blutdruck, fehlende Gedankenkontrolle, Gesten oder Gesichtsausdrücke). Die befragten Trainer nannten als nächsten Schritt unterschiedlichste Strategien, wie sie mit ihren Gefühlen umgingen. Dies reicht von Gesprächen mit den Spielern oder der Familie bis hin zum sportlichen Ausgleich.
Trainer die offensichtlich gut in der Lage waren ihre Gefühlswelt zu regulieren, fühlten sich hinterher ausgeglichener und stärker, was sich auch positiv auf ihre Tätigkeit auswirkt, indem sie zum Beispiel im Umgang mit ihren Spielern offener und gelassener waren.
Training der emotionalen Kompetenz
Heranwachsende durchlaufen die wichtigsten Schritte ihrer emotionalen Entwicklung in der frühen Kindheit (Petermann & Wiedebusch 2003) und werden dann durch Kita, Schule, Verein, Familie und Freunde nachhaltig geprägt. Sie müssen dabei vielfältige Kompetenzen entwickeln und anwenden können.
Gefühle nicht nur nonverbal, sondern auch sprachlich ausdrücken
Verständnis gewinnen für Ursachen und Folgen von Gefühlen
Emotionen regulieren in Abhängigkeit von unterschiedlichen Personen und Situationen
sich emotional und kognitiv in die Situation anderer hineinversetzen können
Wie weit die Regulation von Gefühlen dann als Erwachsener gelingen kann, hängt sowohl von dem Willen ab als auch davon inwieweit Regulationsstrategien erlernt wurden. Beispielsweise kann die Emotionsregulation direkt auf das subjektive Gefühl bezogen sein. Jedoch können auch andere Aspekte der emotionalen Reaktion als „Stellschrauben“ genutzt werden. Anhand dieser lassen sich die Emotionen regulieren, z.B. durch kognitive Umdeutung oder handlungsbezogene Umgestaltung der Situation ( Link dazu: https://www.die-sportpsychologen.de/2018/05/17/dr-rene-paasch-mit-erfolg-und-misserfolg-umgehen/). Ein weiterer Punkt wäre auch die Möglichkeit durch Veränderung der physiologischen Reaktionsparameter mit Achtsamkeitstraining (Link dazu: https://www.die-sportpsychologen.de/2016/09/21/dr-rene-paasch-der-trend-zur-achtsamkeit/).
Verhaltensorientierte Lernformen
Darüber hinaus möchte ich Ihnen verhaltensorientierte Lernformen zur Optimierung der emotionalen Kompetenz anbieten, die folgende Bestandteile aufweisen sollten:
Wahrnehmen: Die Vorgänge erkennen und beobachten, die bei Gefühlen beteiligt sind (Auslöser in der Umgebung, eigene Grundannahmen, Gedanken, die Gefühle selbst und das Verhalten)
Verstehen: Die Wirkungszusammenhänge zwischen diesen Vorgängen verstehen lernen. Umgebungsreize lösen eine Bewertung aus, die von eigenen Zielen und Bedürfnissen gelenkt sind. Diese Bewertung führt zu gefühlsspezifischen Gedanken und Empfindungen und diese wiederum zu Verhaltensweisen oder Absichten, mit denen die Umgebungsreize gesteuert werden (Siehe auch Link zum ABC-Modell s.o.)
Steuern: Verschiedene Strategien zur Emotionssteuerung kennenlernen und diese kontextabhängig einsetzen (Kultivierung positiver Gefühle und Gespräche)
Ausdrücken: Eigene Gefühle ausdrücken und die anderer wahrnehmen. Hierbei sollten Sie versuchen, Gefühle so auszudrücken, dass sie den eigenen Bedürfnissen entsprechen und der jeweiligen Situation angemessen sind
Anschließend können Sie dann in regelmäßigen Abständen die o.g. Trainingsinhalte üben und sich dabei mit folgenden Fragen beschäftigen:
Schauen Sie sich die nächste Situation genauer an, in denen Sie Gefühle erleben. Beobachten Sie was in Ihnen vorgeht und versuchen Sie diese Vorgänge genau zu beschreiben:
Welche körperlichen Veränderungen nehmen Sie wahr?
Welche Gedanken haben Sie?
Welche Gefühle können Sie benennen?
Und was haben Sie für Verhaltensabsichten?
Emotionale Kompetenz ist für alle wichtig. Besonders in schwierigen Situationen ist es entscheidend, ob wir unsere Gefühle richtig einordnen und gut mit ihnen umgehen können. In einige Studien hat sich gezeigt, dass sie zur geistigen und körperlichen Gesundheit beiträgt, zu besserer Arbeitsleistung führt und zwischenmenschliche Beziehungen stärkt. Ein kluger Umgang mit Gefühlen schützt somit vor Stress und verhilft zu mehr Lebenszufriedenheit (Kotsou, Nelis, Grégoire, Mikolajczak, 2011).
Fazit
Das kreisförmige Modell von Lee, Wäsche, Jekauc (2018) kann somit erklären, warum es für Fußballtrainer sehr schwierig ist, aus dem Teufelskreis negativer Emotionen herauszukommen. Wenn Teams mehrere Spiele in Folge verlieren oder zwischenmenschliche Probleme bestehen, dann verstärkten negative Konsequenzen wie soziale Isolation, geringes Selbstvertrauen, schlechte Konzentration und emotionale Instabilität die negativen emotionalen Erfahrungen immer mehr und könnten die Distanz zwischen Trainer und Mannschaft weiter vergrößern. Darüber bestätigt sich, dass es für einen Trainer schwierig ist, negative Emotionen zu verlassen und mit dem Team effektiv umzugehen. Hingegen sind Trainer mit stabilen Emotionen optimistischer, gelassener und erfolgreicher. Aus den genannten Gründen müssen wir die Trainerausbildung in Deutschland reformieren und die Inhalte der Ausbildung dahingehend verbessern.
Kotsou, I., Nelis, D., Grégoire, J., & Mikolajczak, M. (2011): Emotional plasticity: Conditions and effects of improving emotional competence in adulthood. Journal of Applied Psychology, 96(4), 827-839.
Lee, H., Wäsche, H., Jekauc, D. (2018): Analyzing the Components of Emotional Competence of Football Coaches: A Qualitative Study from the Coaches’ Perspective. Sports 2018, 6, 123.
Petermann, F. & Wiedebusch, S. (2003): Emotionale Kompetenz bei Kindern. 3. überarbeitete Auflage. Hogrefe Verlag, Göttingen. Klinische Kinderpsychologie. ISBN 9783840927102
Fußballexperten wie Matthias Sammer betonen immer wieder, dass Tabellen erst nach zehn Spieltagen eine gewisse Aussagekraft bekommen. Genau genommen ist diese zeitliche Marke auch der Startschuss für den Abstiegskampf. Häufig kommt es in dieser frühen Phase der Saison bereits zu ersten Trainerentlassungen. Und hier und da macht sich im Verlauf eine Stimmung breit, die über kurz oder lang in einer Abstiegskrise eskaliert. Für Verantwortungsträger aber auch für die Spieler stellen solche Phasen maximal harte Prüfungen dar. Im folgenden Beitrag habe ich diese krisenhaften Situationen aus sportpsychologischer Sicht beleuchtet und liefere einige Ableitungen. In weiteren Beiträgen werde ich mich – hoffentlich mit größtmöglicher praktischer Relevanz – den Einzelheiten dieser Thematik zuwenden. Entsprechend freue ich mich über Feedback und die direkte Kontaktaufnahme (zum Profil von Thorsten Loch).
Zum Thema: Handlungsempfehlungen für Vereine im Abstiegskampf
Jeder kennt das Gefühl von Sieg und Niederlage. Die Folgen, welche beide Resultate im Ergebnis innerhalb eines Vereins haben können, sind im Sport allgegenwärtig. Während im Falle des Erfolges sich alle Beteiligten in den Armen liegen und ein intensives Glücksgefühl erleben, schlägt eine andauernde Durststrecke ins Gegenteilige um. Warum dies so ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, auf welche Art und Weise unsere Gefühlslage von Erfolg und Misserfolg beeinflusst wird. Aus psychologischer Sicht mag dies damit zusammenhängen, dass im Falle des Erfolgs im Sport alle seelischen Grundbedürfnisse gleichzeitig befriedigt werden: das Bedürfnis nach Selbstwert, der Wunsch, alle Dinge im Griff zu haben (Kontrolle), das Verlangen nach lustvollen Erlebnissen und nach positivem Kontakt mit anderen. Und genau aus diesem Grund, weil wir den Erfolg so intensiv erleben, leiden wir umso mehr im Falle der Niederlage.
Hinzu kommt, dass Niederlagen immer noch zwei Konsequenzen bedeuten: Erstens erleben die Beteiligten anstelle des erhofften Erfolges die Niederlage als frustrierend. Zweitens werfen Niederlagen zahlreiche zukunftsbezogene Unsicherheiten auf: Werden wir in den kommenden Spielen erfolgreicher sein? Ist unser Saisonziel in Gefahr? Oder wird es möglich sein, die Spielklasse zu halten, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die steigende Unsicherheit lässt sich ebenfalls an den immer kritischerer werden Fragestellungen und Antworten der Trainer und Verantwortungsträger in den Interviews ablesen.
Merkmale von Teams im Abstiegskampf
Doch welche Merkmale weisen Teams auf, welche sich in Abstiegsgefahr befinden? Kirchhof (2003) nennt in diesem Zusammenhang drei wesentliche Merkmale:
Die Mannschaften haben schon zahlreiche Niederlagen in der laufenden Serie verarbeiten müssen (häufige Frustration in der Vergangenheit).
Es ist sehr offen, ob sich an der aktuellen Situation etwas ändert wird (Unsicherheit über die Zukunft).
Die Perspektive tatsächlich abzusteigen, erscheint bedrohlich (negative Konsequenzerwartung).
Auswirkungen einer Abstiegskrise innerhalb des Vereins
Wenn die wichtigsten Merkmale einer Krise darin bestehen, dass eine Mannschaft über einen längeren Zeitraum erfolglos und unter ihren Möglichkeiten spielt und dies mit erheblicher Unzufriedenheit im Verein einhergeht, so lässt sich deutlich umreißen, worin die Risiken der Krise bezogen auf den gesamten Verein liegen:
Im Verein und dessen Umfeld entstehen unterschiedliche Auffassungen über Ursachen und Veränderungschancen der Situation. Dies kann zu heftigen vereinsinternen Konflikten führen. Dies birgt die Gefahr von Machtkämpfen, welche im schlimmsten Fall an die Öffentlichkeit gelangen und somit den Verein nach außen als führungsschwach erscheinen lassen. Getreu dem Motto: „Im Verein geht es drunter und drüber!“. (Aktuelles Beispiel: Instagram-Post von Frau Müller)
Die mit ausbleibendem Erfolg einhergehenden Frustrationserlebnisse sowie die Perspektive des möglichen Abstieges können bei Spielern, Trainern, Vorstand und selbstverständlich bei Fans zu Zuständen ängstlicher Lähmung, Lethargie oder auch Ärger führen. Diese Zustände können die Entwicklung von „Aufbruchstimmung“ und Optimismus verhindern, was wiederum für die Entfaltung des Leistungspotentials nötig wäre.
Die Situation kann bei den Beteiligten zu erheblichen Verunsicherungen führen (mangelndes Selbstvertrauen). Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob und auf welchem Weg die Mannschaft in der Lage ist, zukünftig erfolgreich zu sein? In der Regel führt Verunsicherung zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit, welche in letzter Konsequenz die sportliche Leistung, aber ebenfalls die Entscheidungsqualität negativ beeinflussen kann.
Diese Situation schwächt zwangsläufig auch die Position des Trainers im Verein und erhöht gleichzeitig den Handlungsdruck auf den Vorstand. Aus einer geschwächten Autoritätsposition wird es zunehmend schwerer für den Trainer, seine Ziele und Strategien überzeugend zu kommunizieren. Ein zusätzliches Risiko besteht darin, dass sich plötzlich im Falle einer Krise Vorstandsmitglieder einmischen. Dies geschieht häufig impulsiv und emotionsgeleitet.
Während in erfolgreichen Phasen alle Verantwortungsträger die Identifikation mit dem Verein suchen und sich mitverantwortlich für den Erfolg fühlen wollen, ist dies in weniger erfolgreichen Phasen weniger der Fall. Das Gegenteilige ist eher zu beobachten. Hier begrenzen sich die Akteure auf ihre Verantwortungsbereiche und die Bereitschaft geht zurück, Mitverantwortung zu übernehmen. Die Problematik besteht darin, dass wenn man sich nicht mitverantwortlich für die Entstehung einer sportlichen Krise fühlt, der Einzelne eine innerliche Distanz zu den unerfreulichen Vorgängen in der Mannschaft und im Verein aufbaut. Hierdurch kann es in Abstiegskrisen zu den so genannten Auflösungserscheinungen kommen.
Abstiegskrise als Problem des ganzen Vereins und nicht nur der Mannschaft
Weil Unkontrollierbarkeitserleben zu Frustration und Feindseligkeit sowie zu Denkblockaden führen, kommt es in solchen Phase von ausbleibendem Erfolg häufig dazu, dass einzelne Personen als hauptverantwortlich (Sündenbock) ausgemacht werden. Aktuelles internationales Beispiel ist die Trainerentlassung von Julen Lopetegui bei Real Madrid nach dem verlorenen Classico. Es ist jedoch wichtig, sich vor Augen zu führen, dass die Überwindung einer Abstiegskrise nicht nur auf den Schultern von wenigen Personen liegen darf. Aus dieser Überlegung heraus, soll im Folgenden eine Sichtweise jener Krise angenommen werden, bei der alle Akteure des Vereins mit in die Lösungsverantwortung mit einbezogen werden. Voraussetzung ist die Annahme, dass jeder Akteur im Verein eigentlich erfolgreich sein möchte und dass er bereit ist, sein Bestes zu geben. Aus diesem Grund werden Abstiegskrisen nicht als Folge mangelnder Motivation betrachtet, sondern als Fortgang der Verkettung von Fehlern. Es wird angenommen, dass Menschen in hochgradig vernetzten und verzahnten Teams sich immer gegenseitig beeinflussen. Und dies gilt selbstredend auch für Fehler und Verunsicherungen. Im besonderen Maße bei Arbeitsgruppen, die unter hohem Zeit- und Leistungsdruck agieren können (und dazu zählen auch eine Mannschaft bzw. der gesamte Verein). Hier liegt folgende Systematik zugrunde: Wenn erst einmal genügend Fehler produziert worden sind, führt die Fehlerverkettung schnell zu einem fehleranfälligen Gesamtzustand (vgl. Abbildung 1).
Abbildung 1, Prinzip der Fehlerverkettung
Krisenmanagement im Verein
Wie bereits zuvor genannt, lässt sich eine Krise aus einer vereinsbezogener Sichtweise oft als ein schleichender Prozess betrachten, an dessen Zustandekommen aber auch deren Bewältigung alle Verantwortungsträger auf unterschiedlicher Weise beteiligt sind. Bei der Umsetzung der im weiteren Verlauf vorgestellten, allgemein formulierten Ziele, sollte jeder Beteiligte – ganz gleich ob Vorstand, Manager, Cheftrainer, Spieler, Physiotherapeut, Sportpsychologe u.v.m. – überlegen, wie konkrete Umsetzungen dieser Ziele Form annehmen könnten:
Ziel 1: Lösungsorientierung vor rückwärtsgewandter Verantwortlichkeitsklärung
Wenn Teams ihre Ziele nicht erreichen, stellt sich in bemerkenswert komplexer Weise die Frage nach der Verantwortlichkeit für die entstandene Situation. Es ist eine Leichtigkeit, die Verantwortung von sich zu schieben und den „Schwarzen Peter“ anderen anzuheften. Es geht immer um die Frage: „An wem oder woran liegt es?“.
Ein kluges Krisenmanagement erfordert deshalb auch, einen weitsichtigen Umgang mit dieser komplexen Fragestellung. Oberstes Ziel sollte in einer solchen Phase sein, dass man in die Lage versetzt wird, kurzfristig erfolgreich agieren zu können, sprich auf dem kürzesten Weg die eigene Handlungsfähigkeit wieder herzustellen. Aus diesem Grund erscheint es als angemessen, die Klärung der Frage für die „Verantwortlichkeit“ der Situation vorerst hinten an zu stellen und eine gemeinsame „Verschuldung“ hervor zu heben. Im zweiten Schritt sollte es darum gehen, nach Lösungen zu suchen.
Ziel 2: Ent-emotionalisierte und konstruktive Situationsanalyse
Die Enttäuschung nach Niederlagen sitzt bei allen tief. Dies betrifft alle, die es mit dem Verein gut meinen. Spieler, Mitarbeiter oder aber die Fans der Mannschaft. Die Schwierigkeit besteht darin, dass ein Individuum im Gefühlszustand der Frustration selten etwas Konstruktives auf den Weg bringen kann. Für eine unmittelbare Wettkampfvorbereitung ist es deshalb sinnvoll, Abstand zu diesen nicht handlungsdienlichen Gefühlen zu gewinnen. Hier hilft es, sich immer wieder vor Augen zu führen, welche Bedeutung Niederlagen in der Gesamtheit des Lebens bedeuten. Sicherlich geht es hier um Geld, Karriere, Verträge usw., jedoch wäre ein Abstieg keine Katastrophe. Es gibt also keine Veranlassung zu anhaltenden negativen Emotionen. Selbst wenn eine Liga nur aus Spitzenmannschaften bestehen würde, sieht das Regelwerk vor, dass jemand den bitteren Weg des Abstieges gehen muss.
Wenig ent-emotionalisierend, sondern eher noch emotionsfördernd ist hingegen, die Gründe für eine Niederlage in Wettkampfbenachteiligung zu suchen. Es lässt sich in den Medienberichten immer wieder beobachten, dass Verantwortliche und Spieler, wenn der Erfolgsdruck höher ist, besonders empfindlich auf falsche Schiedsrichterentscheidungen oder sonstige wahrgenommene Benachteiligungen wie schlechte Wettkampfbedingungen oder unangemessene Härte des Gegners reagieren. Diese Ansicht ist aus unterschiedlichen Blickwinkeln problematisch. Derartige Ursachenzuschreibungen führen zu einer Verstärkung des negativen Gefühlszustands nach einer Niederlage, weil man auch noch den Eindruck von Ungerechtigkeit zu verarbeiten hat. Somit verhindert das Gefühl der Benachteiligung die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung. Vor lauter Ärger über den beispielsweise nicht gegebenen Elfmeter sind viele Spieler nicht mehr dazu in der Lage, sich auf die Korrektur der eigenen Fehler zu konzentrieren. Dies ist jedoch insbesondere in sportlichen Krisen notwendig. Vielmehr muss es darum gehen, sich möglichst auf die Verbesserung der eigenen Handlung zu fokussieren und alles andere auszublenden. Dies ist sicherlich leichter gesagt als getan, aber als Regel kann folgende festgehalten werden: Nach einer Niederlage soll immer geprüft werden, was jeder Einzelne aus diesem Spiel gelernt hat und wie die Spieler darauf aufbauend ihre Leistung im nächsten Wettkampf verbessern wollen. Kirchhoff gibt folgende Argumentevor, welche man sich vor das innere Auge führen soll, damit die Überwindung von den Gefühlen der Benachteiligung besser gelingt:
Benachteiligungen sind bekanntlich nicht rückgängig machen zu lassen
Glück und Pech halten sich im Verlauf einer Saison normalerweise in der Waage
nur selten steht eine Mannschaft aufgrund der Verkettung von unglücklichen Umständen auf einem unerwünschten Tabellenplatz
Ziel 3: Erhöhung der Handlungssicherheit
Eines der Kernmerkmale von krisenhaften Situationen ist die Verunsicherung. Als neutraler Beobachter schreibt man verunsicherten Personen fehlendes Selbstvertrauen zu. Diese Verunsicherung lässt beispielsweise daran erkennen, dass Spieler längere Zeit benötigen, um Entscheidungen zu treffen. Die Folge davon ist, dass die Fehlerhäufigkeit ansteigt und die Beteiligten in der Negativspirale noch weiter nach unten rutschen. Es sei jedoch an dieser Stelle betont, dass nicht ausschließlich die Performance-Leistung der Spieler auf dem Platz durch eine allgemeine Verunsicherung geprägt ist. Unsicheres Handeln auf allen Ebenen des Vereins kann Auswirkungen auf die Handlungssicherheit auf dem Spielfeld haben (sieh dazu Abbildung 1). So tragen akute Finanznöte des Vereins, unklare Vertragsangelegenheiten oder Personalplanung nicht zwingend zu einer Stabilisierung des Selbstvertrauens bei. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Möglichkeiten für alle Beteiligten, entsprechend auf allen Ebenen zu handeln. Welche dies sind, werden im Laufe der folgenden Beiträge beschrieben.
Ziel 4: Erhöhung des Teamgeistes
Der Teamgeist einer Mannschaft wird in der Sportpsychologie darin gemessen, indem jeder Spieler anzugeben hat, wie stark sein Wunsch ist, in der Mannschaft zu bleiben. Je stärker dieser Wunsch im Durchschnitt aller Spieler ausgeprägt ist, desto größer ist der Zusammenhalt der Mannschaft. Nun lässt sich in diesem Zusammenhang eine Menge an Faktoren nennen, die dazu beitragen bzw. den Spieler beeinflussen, in dem Verein bleiben zu wollen. Einen Überblick verschafft Abbildung 2.
Abbildung 2, Einflussfaktoren des Teamgeistes
Neben diesen Faktoren hat selbstverständlich das Erfolgs- und Misserfolgserleben einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Teamgeistes. Untersuchungen zeigen, dass erfolgreich agierende Mannschaften einen höheren Teamgeistwert aufzeigen als weniger erfolgreiche Mannschaften. Dass allerdings der Teamgeist alleinige Ursache für den Erfolg einer Mannschaft ist, darf bezweifelt werden. Es gibt Anzeichen dafür, dass erfolgreiche Mannschaften vor allem deshalb einen besseren Teamgeist aufweisen, weil sie mehr Erfolgserlebnisse haben. Erfolg schweißt zusammen. Im Erfolg fühlen sich alle wohl miteinander. Im Umkehrschluss lässt sich deshalb festhalten, dass häufige Niederlagen einen negativen Einfluss auf den Teamgeist ausüben. Deshalb muss erst Recht im Falle einer Krise etwas dagegen getan werden. Ziel ist es, zu erreichen, dass sich alle im Verein „wohl fühlen“. Die Gründe hierfür sind denkbar einfach: Menschen, die sich in ihrem Verein wohlfühlen, sind stärker motiviert, sich für ihn zu engagieren und sind eher bereit, für den anderen einzuspringen und gemeinsam die “Kohlen aus dem Feuer zu holen”. Und das jeder seinen Beitrag dazu leisten kann, dass sich alle wohlfühlen können, bedarf wohl keiner ausführlichen Begründung.
Ziel 5: Entwicklung von Optimismus und Aufbruchstimmung
Im Hinblick auf die zukünftige Leistungsfähigkeit sind die Erwartungen das A und O der Motivation. Es ist zwingend erforderlich, dass die Spieler vor dem nächsten Wettkampf die Kompetenz erlangen, aus eigenen Kräften erfolgreich agieren zu können. Sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang das Anspruchsniveau ein wenig herunter zu schrauben. Dies bedeutet nicht weniger zu laufen, zu kämpfen usw.. Vielmehr geht es darum, sich auf die Basisfähigkeiten zu besinnen. Es muss nicht immer das Traumtor des Stürmers sein, sondern es geht auch um einfache Dinge, wie geschickt die Laufwege zu zustellen und eng am Gegenspieler zu stehen. Kleine Erfolgserlebnisse lassen Stück für Stück (bei erfolgreicher Bewältigung) das Selbstvertrauen wieder wachsen (Zum Thema Zielsetzung empfehle ich zum Beispiel einen Beitrag von meiner Kollegin Katharina Petereit: https://www.die-sportpsychologen.de/2014/05/21/katharina-petereit-ziele-machen-sinn/).
Hier kommt dem Trainer eine Schlüsselrolle zu. Um in Verbindung mit ersten Erfolgen eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, bedarf es jedoch einer überzeugenden Vision. Besser noch, einen Plan, welcher den Weg für einen längerfristigen Erfolg weist. Die Überzeugungskraft des Trainers ist für die Mannschaft eine enorm wichtige Rolle. Aus jener Kraft soll das Team wieder den Glauben entwickeln, aus eigener Kraft erfolgreich agieren zu können und eine realistische Chance zu haben. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sich die Pläne und Visionen schnell als unrealistisch erweisen. In diesem Fall hat es den gegenteiligen Effekt. Vielmehr schüttet man Öl ins Feuer und kann im schlimmsten Fall die Eskalation der Krise beschleunigen.
Im leistungsorientierten Wettkampfsport kommt jede Mannschaft über kurz oder lang einmal in eine so genannte Krise. Wichtig: Krisen müssen nicht ausschließlich mit dem Abstieg in eine unteren Spielklasse in Verbindung gebracht werden. Krisen können ebenfalls entstehen, wenn der eigene Anspruch deutlich unterboten wird. Die Auswirkungen auf die Spieler, Trainer und Verein im Allgemeinen sind ähnlich. Frustration macht sich bei allen Beteiligten breit und welche Kettenreaktionen dann in Gang gesetzt werden, lässt sich deutlich in den Medien ablesen. Schnell werden „Sündenböcke“ für die vermeintliche Situation ausgemacht (Spieler und/oder Trainer) oder der Vorstand lässt sich zu unangemessen Verhaltensweisen hinreißen.
Dabei sollte im Fall des ausbleibenden Erfolges die Marschroute eine andere sein. Konkrete Maßnahmen und Ziele – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – habe ich im Vorangegangenen skizziert. Ich mache damit deutlich, dass jeder Beteiligte, der dem jeweiligen Verein wohlgesonnen ist, seinen Beitrag dazu leisten kann, dass Ruder sprichwörtlich „herumzureißen“. Welche genauen Maßnahmen für die einzelnen Gruppen ergriffen werden können, werde ich im weiteren Verlauf einer Blog-Serie vorstellen. In dem Zusammenhang freue ich mich über Feedback und eine entsprechende Kontaktaufnahme zu mir (zum Profil von Thorsten Loch) oder meinen Kollegen (zu den Profilseiten).
Ein verzweifelter Blick, abwinkende Gesten, Tritte in die Luft oder gar gegen den Pfosten, Hadern mit sich und der Welt – Ärgerreaktionen auf bestimmte Situationen können vielfältig sein und doch eint sie eines: Der Verlust von Konzentration auf die kommende Spielsituation. Welchen Einfluss haben negative Emotionen und insbesondere langwierige Ärgerreaktionen auf die Leistungsfähigkeit des Spielers? Mit dieser Fragestellung möchte ich mich im folgenden Beitrag beschäftigen.
Zum Thema:Emotionen im Fußball
Sowohl positive als auch negative Emotionen spielen im Fußball eine bedeutende Rolle. Positive Emotionen wie Freude entstehen meist, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht wurde und die Ursache hierfür in den Fähigkeiten der eigenen Person gesehen wird. Angst als negative Emotion ist meist die Folge einer Geringschätzung der eigenen Fähigkeiten im Vergleich zu der Aufgabe, die es zu bewältigen gilt: Der Sportler glaubt nicht daran, mit seinen Qualitäten der Anforderung gerecht werden zu können. Ärger tritt meist auf, wenn aufgrund bestimmter Faktoren ein Ziel nicht erreicht werden konnte.
Emotionen sind und bleiben ein wichtiger Bestandteil eines Fußballspiels, doch entscheidend ist ein im Sinne der Leistungsfähigkeit funktionaler Umgang mit diesen. Insbesondere der Umgang mit Ärgerreaktionen soll in diesem Beitrag thematisiert werden.
Formen des Ärgerausdrucks
Für Außenstehende wird eine Ärgerreaktion am deutlichsten, wenn der Kicker sichtbare Zeichen der Frustration zu erkennen gibt. Über seinen Körper, seine Sprache, Gestik oder Mimik lässt der Fußballer die Außenwelt an seinem Gefühlsleben teilhaben. Dies können verbale Ausbrüche, abwinkende Gesten, Tritte in die Luft oder Ähnliches sein. Der Fußballer lässt seinem Ärger folglich freien Lauf. Diese Form des Ärgerausdrucks wird als „Anger out“ bezeichnet.
Manche Spieler dagegen neigen dazu, den Frust in sich „hineinzufressen“ („Anger in“). Die Gedanken kreisen nur noch um die ärgerauslösende Situation und die Konsequenzen. Der Fokus kann, wenn sich ein Spieler in einem solchen Modus befindet, nicht mehr auf das Wesentliche, nämlich die kommende Situation, gelenkt werden.
Beim „Anger control“ dagegen schafft es der Spieler, über Bewältigungsstrategien möglichst schnell wieder ein inneres Gleichgewicht herzustellen und somit wieder zur ursprünglichen Leistungsfähigkeit zurückzufinden.
Konsequenzen einer langwierigen Ärgerreaktion
Sowohl der Ärgerausdruck des „Anger in“ als auch der des „Anger out“ geht mit einigen unmittelbaren Folgen einher, die für den Fußballer nicht leistungsfördernd sind. Neben einer über ein gesundes Maß hinausgehende Aktivierung ergeben sich für den Spieler insbesondere kognitive Beeinträchtigungen: Oftmals belasten störende, meist negative Gedanken oder Selbstgespräche den Fußballer. Zudem geht die Konzentration auf die nächste Spielsituation verloren. Die Wahrnehmungsfähigkeit ist in solchen Momenten stark eingeschränkt. Der Spieler nimmt eine Art „Tunnelblick“ ein, der dazu führt, dass von außen eintreffende Reize nicht mehr funktional verarbeitet werden können. Eine Fähigkeit, die in der komplexen Spielsportart Fußball von enormer Bedeutung ist. Zudem führt eine zu lange Beschäftigung mit einer Ärgersituation zu Zeitverlusten, die insbesondere in Umschaltmomenten nicht zu verschmerzen sind. Ärgerreaktionen haben zumeist auch eine mangelhafte Körpersprache zur Folge. Dies wirkt einerseits negativ auf das eigene Gemüt, da Körper und Informationsverarbeitung in enger Wechselwirkung zueinander stehen. Andererseits hat eine negative Körpersprache auch immer eine aufbauende Wirkung auf den Gegner, der umso erfolgszuversichtlicher wird, je resignierter und frustrierter sich das gegnerische Team präsentiert.
Ärgerauslösende Situationen
Im Training wie im Spiel gibt es eine große Bandbreite an möglichen Szenarien, die Ärgerreaktionen eines Spielers provozieren. Zunächst einmal sind zahlreiche Verhaltensweisen von Akteuren zu nennen, die direkt oder indirekt am Training oder Spiel beteiligt sind. Das Trainerteam als unmittelbare sportliche Bezugspersonen für den Spieler hat einen großen Einfluss auf den Spieler. Kritik oder Beschimpfungen des Co-Trainers oder Trainers als Reaktion auf subjektiv wahrgenommene Fehlleistungen des Kickers im laufenden Training oder Spiel rufen oftmals Ärger- und Stressreaktionen im Fußballer hervor. Insbesondere dann, wenn sich dieser ungerecht behandelt fühlt und die Situation anders einschätzt. Weitere Störelemente können provozierende Verhaltensweisen gegnerischer Eltern oder des gegnerischen Trainers sein, der durch Kommentare und Gesten von außen versucht, die Spieler des anderen Teams zu verunsichern. Auch Gegenspieler, die den Fußballer durch Fouls daran hindern, eine Aktion zu initiieren, fortzusetzen oder zu beenden, werden oftmals zur Ursache sichtbaren Ärgers.
Eine meist noch bedeutsamere Quelle für die Entstehung entsprechend negativer Reaktionen sind eigene Fehlleistungen oder solche der Mitspieler. Dies können vergebene Torchancen, verlorene Zweikämpfe, Stellungsfehler, verpasste Abspielmöglichkeiten und große Patzer sein, die mitunter sogar ein Gegentor zur Folge haben können. Auch Schiedsrichterentscheidungen, die gegen das eigene Team getroffen werden, sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Die Ärgerreaktionen des Spielers sind in der Regel umso gravierender, je bedeutsamer sich eine Entscheidung aus Sicht des Fußballers darstellt. So führen Elfmeterentscheidungen zumeist zu größeren emotionalen Ausbrüchen als vergleichsweise unbedeutende Foulentscheidungen in torungefährlichen Zonen des Spielfelds. Die äußeren Bedingungen stellen einen weiteren potentiellen Auslöser für Ärgerreaktionen dar. Egal, ob ein unebener Rasen, der die Bälle verspringen lässt oder heftig aufkommender Wind – die äußeren Bedingungen selbst entziehen sich der Kontrolle des Spielers und können ihn gegebenenfalls an seiner Zielerreichung hindern.
Alfermann, D. & Stoll, O. (2007). SPORTPSYCHOLOGIE-Ein Lehrbuch in 12 Lektionen (2. Aufl.). Aachen: Meyer & Meyer.Croos-Müller, C. (2011). Kopf hoch- das kleine Überlebensbuch. Kösel: München.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Sportpsychologie immer zusätzlich zum Training gemacht werden muss, viel Zeit raubt und sich nicht in die Abläufe inkludieren lässt. Dem ist aber überhaupt nicht so. Sportpsychologie ist viel mehr als ein paar Einzelgespräche hier, ein bisschen Teambuilding da und langweilige Vorträge dort. Einen Beleg liefert das Warmmachen.
Zum Thema: Inwiefern können Sportler beim Warm-up Sportpsychologie effizient und einfach in ihrer physischen Routinen einfließen lassen?
Dieser Beitrag befasst sich mit einem ganz einfachen, aber auch effektivem Beispiel, dass die Sportpsychologie schon beim Warmmachen eingebaut werden kann. Denn wieso werden Muskeln, Sehnen und Co. warm gemacht – aber nicht auch der Kopf? Der muss doch genauso wie der Körper bereit sein, sich der Anstrengung zu widmen. Nicht zuletzt sind der Kopf und unser Gehirn doch unsere Schalt- und Waltzentrale. Alle körperlichen Bewegungen und Kommandos gehen nun mal vom Gehirn aus und deswegen ist es sinnvoll, diese Zentrale zu aktivieren und in die Routinen des Warm-Ups zu integrieren.
Ein typisches Warm up: Ganz egal bei welcher Sportart umfasst meist Laufen, Armkreisen, Dehnen, Lockern, kurze schnellkräftige Übungen, Aktionen mit dem Spielgerät und vieles mehr… Und bei jeder einzelnen Komponente gibt es Möglichkeiten, auch sportpsychologische Inhalte einzubauen. Doch ist hierbei auch Vorsicht geboten. Denn nicht für jeden Sportler gilt der gleiche Weg. So unterschiedlich die Sportler sind, genauso unterschiedlich sind die Art und Weisen, was ein Sportler vor einem Training oder Wettkampf benötigt. Der eine ist eher der ruhige, der sich für sich in der Ecke erwärmt, noch träge ist und noch sehr unaufgeregt. Der andere dagegen ist total aufgedreht, schon total aktiviert und könnte unter Umständen ein wenig Ruhe gebrauchen, um fokussiert an die Arbeit zu gehen.
Die Abbildung zeigt die sogenannte Yerkes-Dodson Kurve und stellt das Verhältnis zwischen Leistungs- und Anspannungsniveau dar.
Die 3-2-1 Technik
Doch wollen wir nun konkret werden… Wie kann ich sportpsychologische Anteile in mein Aufwärmprogramm integrieren? Welche Übungen gibt es, die meine Routine ergänzen und mich auch mental optimal auf das bevorstehende Training oder den Wettkampf vorbereiten?
Eine Möglichkeit ist es, sich bestmöglich zu fokussieren und die Aufmerksamkeit zu schulen. Hierbei ist die 3-2-1 Technik ein adäquates Mittel. Dabei werden Sinne geschult und bewusst wahrgenommen. Wir reden hier vom Hören, Sehen und dem körperlichen Empfindung. Begonnen wird mit drei Dingen die ich höre, drei Dingen, die ich sehe, und drei Dingen, die ich fühle. Im nächsten Durchgang benenne ich nur noch zwei Dinge und im letzten noch eines. Und warum das Prozedere? Durch die aktive Benennung von Gegenständen oder Dingen, begeben wir uns ganz bewusst in das Hier und Jetzt und schüren unsere Aufmerksamkeit. Dadurch erzeugen wir eine gelassene und akzeptierende Haltung. Wird diese Technik in das Aufwärmen integriert, kann das Training oder der Wettkampf danach voll fokussiert und aufmerksam absolviert werden.
Positive Selbstinstruktionen
Eine weitere Möglichkeit, etwas aus der Sportpsychologie schon in das Warm-Up zu integrieren, sind positive Selbstinstruktionen. Eine positive Stimmung kann auch zu einem besseren Training und einer überzeugenden Leistung im Wettkampf führen. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, diese Selbstinstruktion zu nutzen. Ein Beispiel wäre, sich drei Sätze in verschiedenen Kategorien zu überlegen. Drei positiv formulierte Sätze sollten aus dem Jetzt sein, z.B. „Ich habe sehr gut trainiert“, ebenso drei Sätze aus dem Bereich der Zukunft, wie z.B. „Ich werde Fussballprofi“. Hinzu kommen drei allgemein formulierte Sätze. Ein solcher könnte beispielsweise lauten: „Ich bin ein sehr guter Teamplayer“.
Bei der Wahl der Sätze sind folgende Dinge zu beachten: Die Instruktion sollte immer positiv formuliert sein. Ausschlaggebend sind genaue, detaillierte Angaben, was sie können oder tun wollen. Ebenso wichtig ist es, dass die Sätze kurz und prägnant sind, damit sie sich einfach im Kopf verankern. Sind die Sätze gefunden, sollten sie in jedes Aufwärmen integriert werden. Je häufiger sie gesprochen oder gedacht werden, desto besser. Die Verankerung und Verknüpfung wird dadurch geschult und gehen einfacher ins Gedächtnis über. Es ist dabei ganz individuell zu entscheiden, ob man sich die Sätze wirklich laut vorsagt, dieses vielleicht sogar vor dem Spiegel, um auch gleich die Körperhaltung mit zu trainieren oder die Sätze nur im Kopf durchgeht. Da sollte jeder für sich die Auflösung finden, die sich am besten anfühlt. Erweitert kann man die Sätze auch auf Kärtchen notieren und in der Sporttasche mitführen, um sie bei Bedarf immer zur Hand zu haben. Auch hier sind der Individualität grundsätzlich keine Grenzen gesetzt.
Wer detaillierte Informationen zu einer der Techniken haben möchte oder sportartspezifische Fragen hat, soll sich nicht scheuen, mir eine Email zu schreiben und nachzufragen (zum Profil von Katrin Seufert) bzw. meine Kollegen (zu den Profilen) zu kontaktieren.
Wie im dazugehörigen Blogbeitrag (Link) aufgezeigt, haben langwierige Ärgerreaktionen eines Fußballspielers auf bestimmte Situationen in zahlreichen Bereichen eine Leistungsminderung zur Folge. Wie kann nun ein Trainerteam zusammen mit einem Sportpsychologen an einer funktionalen Ärgerbewältigung der Spieler arbeiten, damit diese schnellstmöglich wieder leistungsfähig sind? Mit dieser Fragestellung möchte ich mich im folgenden Beitrag beschäftigen.
Zum Thema: Tipps zur Ärgerbewältigung in der Praxis
Genau wie Passtechniken trainiert, Spielzüge einstudiert und konditionelle Grundlagen gelegt werden können, ist es möglich, den funktionalen Umgang mit Ärger mit vergleichsweise einfachen Mitteln zu trainieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Trainerteam und dem Sportpsychologen stellt hierfür eine wichtige Voraussetzung dar.
Der erste Schritt besteht in einer Psychoedukation durch den Sportpsychologen, einer Art Aufklärung der Spieler hinsichtlich des Themas. Ziel muss es in dieser Phase sein, die Fußballer für die Thematik zu sensibilisieren und insbesondere den Zusammenhang zwischen Ärgerbewältigung und Leistungsfähigkeit zu verdeutlichen.
Das Ziel des anschließenden Bewältigungstrainings besteht darin, dass die Spieler, um den Fokus rasch von der ärgerauslösenden Situation hin zur kommenden Situation zu verschieben, praktische Bewältigungsstrategien erlernen.
Nach der Aufklärung folgt die Konfrontation
Der Sportpsychologe kann die Spieler an dieser Stelle mit ärgerauslösenden Situationen aus Trainingseinheiten und Spielen in Form von zusammengeschnittenen Szenen konfrontieren. Für jede dieser Szenen sollte jeder Spieler individuell funktionale Selbstgespräche entwickeln, mit denen er sich identifizieren kann. Diese sollten relativ kurz und unbedingt positiv formuliert sein. Zudem ist mit jedem Spieler individuell ein Trigger zu entwickeln, der es dem Spieler ermöglicht, die Ärgerroutine zu initiieren, sobald er in eine langwierige Ärgerreaktion hineinzurutschen droht. Mögliche Trigger können beispielsweise darin bestehen, kurz auf die Zunge zu beißen, mit einer Hand kurz den Oberschenkel zu touchieren oder mit zwei Fingern zu schnipsen.
Zudem sollte sich jeder Spieler ein inneres Bild in Form eines Orts oder Symbols überlegen, welches für ihn stressinkompatibel ist, sprich: eine eher entspannende, beruhigende Wirkung entfaltet.
Trockentraining der Ärgerroutine
Dann beginnt das eigentliche Training. Der Spieler versucht sich mit allen Sinnen in die ärgerauslösende Situation hineinzuversetzen, sich diese vorzustellen und dann mit der entwickelten Routine (Trigger + Selbstgespräch + Vorstellung des Symbols/Bildes) auf den Ärgermoment zu reagieren. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, insbesondere, wenn mit jüngeren Spielern gearbeitet wird, eine Vorübung zur Visualisierung voranzustellen. Beispielsweise kann eine Frucht erst ganz genau betrachtet, ertastet und gerochen werden, ehe der Spieler versucht, sich bei geschlossenen Augen an alle Details zu erinnern. Wichtig ist eine regelmäßige Wiederholung dieser Routine bis hin zur Automatisierung.
Sind die Selbstgespräche verinnerlicht und ist die Routine mehrfach im Trockentraining durchgespielt worden, kann zum nächsten Schritt übergegangen werden und der Spieler versucht, die Routine in entsprechenden Trainingssituationen anzuwenden. Wichtig ist insbesondere in der Phase, in der die Routine noch nicht automatisiert wurde, dass der Trainer oder Sportpsychologe z.B. über ein im Vorhinein abgesprochenes Signalwort den Fußballer im Training immer wieder an die Routine erinnert. Mit zunehmendem Üben sollte der Spieler in der Lage sein, die Routine eigeninitiativ abzurufen. Der letzte Schritt besteht in der Überführung in die Wettkampfpraxis. Wichtig ist ein ständiger Austausch zwischen dem Sportpsychologen, dem Trainerteam und dem Spieler, um die Routine gegebenenfalls anzupassen und zu optimieren.
Mithilfe von Ärgertrainings kann der Trainer zudem gezielt Reizpunkte setzen. Gemein haben Ärgertrainings, dass die Anforderungen an die Selbstgesprächsregulation aufgrund zahlreicher ärgerauslösender Situationen höher sind als in einem gewöhnlichen Training. Ein Beispiel für ein solches Training besteht darin, dass der Trainer in einer Spielform bewusst falsche Schiedsrichterentscheidungen trifft. Durch Trainings solcher Art kann nicht nur der Einsatz der Ärgerroutine gefestigt werden, sondern auch überprüft werden, wie leistungsfähig ein Spieler hinsichtlich einer funktionalen Ärgerbewältigung bereits ist.
Alfermann, D. & Stoll, O. (2007). SPORTPSYCHOLOGIE-Ein Lehrbuch in 12 Lektionen (2. Aufl.). Aachen: Meyer & Meyer.Croos-Müller, C. (2011). Kopf hoch- das kleine Überlebensbuch. Kösel: München.
Nichts ist für Athleten frustrierender, als verletzungsbedingte Pausen einlegen zu müssen. Keine Frage, dass sich nach dem ersten Schock ein Gefühl der Nutzlosigkeit im Kopf der Sportler breit macht. Nicht nur, weil der Alltag normalerweise voll und ganz auf dem Sport aufbaut, sondern auch, weil digitale Medien in dieser Beziehung oft keineswegs zur Besserung der Stimmung verletzter Sportler beitragen.
Zum Thema: Was moderne Sportpsychologen vom Umgang mit sozialen Medien wissen sollten! (Teil 9)
Ganz im Gegenteil: Verletzungsbedingte Pausen, die ohnehin schon zu depressiver Verstimmung bei Athleten führen können, bedingen oftmals vor allem gehäufte Mediennutzung. Und Mediennutzung meint hier vorrangig die Beschäftigung mit sozialen Medien. Schließlich steht den Sportlern durch abgesagte Trainings und Wettkämpfe meist mehr Zeit zur Verfügung. Zeit, um die digitalen Newsfeeds vermeintlicher Konkurrenten zu durchforsten, um Ergebnisse von Sportkollegen in sozialen Medien nachzulesen, ohne die Wettkämpfe in der Realität mitverfolgen zu können.
Dadurch, dass sowohl die reale Anwesenheit bei Training und Wettkampf, als auch eigene Postings aufgrund von fehlenden Inhalten wegfallen, besteht die Gefahr der „passiven Nutzung digitaler Medien“ während Verletzungspausen umso mehr. Im Gegensatz zum aktiven Posten in sozialen Medien – das mit einer Steigerung des Zugehörigkeitsgefühls einhergeht – fördert die passive Nutzung digitaler Medien das Gefühl von Einsamkeit (Burke et. al. 2009). Passive Nutzung bedeutet das alleinige „Ablesen“ der Informationen, die digital zur Verfügung gestellt werden.
Zugehörig oder einsam? Beispiel zur aktiven & passiven Nutzung digitaler Medien während Pausen
Beispiel: Facebook bietet Inhalte und News diverser virtueller Freunde (Siege und Platzierungen vermeintlicher Konkurrenten), die das soziale Netzwerk aufgrund des Surfverhaltens des Profilinhabers (verletzter Sportler) auswählt.
Als Sportpsychologe sollte man sich dieses Phänomen bewusst machen, sobald man mit verletzten und pausierenden Athleten arbeitet. Neben dem gesteigerten Gefühl der Einsamkeit führt die vorwiegend passive Nutzung digitaler Medien zudem zur sogenannten „pluralistischen Ignoranz“. Die Leistungen anderer werden tendenziell besser bewertet, als die eigenen Erfolge (Chou & Edge, 2012). In Verletzungsphasen können sich derartige negativen Gefühle ebenfalls verstärken, da Erfolge generell ausbleiben.
Sportpsychologische On- und Offline-Strategien auf dem Weg aus der Verletzungskrise
Besonders während Zwangspausen ist sportpsychologisches Know-How in punkto Mediennutzung gefragt. Nicht nur, um mit Athleten während Verletzungsphasen so konstruktiv wie möglich mental zu trainieren, sondern auch, um geeignete On- und Offline-Strategien entwickeln zu können. Dabei ist es aus sportpsychologischer Sicht wichtig, über Phänomene wie pluralistische Ignoranz oder den Zusammenhang zwischen verbrachter Zeit auf Facebook und dem Aufkommen depressiver Symptome (Steers, Wickham and Acitelli, 2014) Bescheid zu wissen, um vor allem offline an Ressourcen und Stärken weiterarbeiten zu können. Schließlich sollten wir als Sportpsychologen stets darauf bedacht sein, unsere Athleten in Balance zu bringen. Online wie offline.
Tipps zu sportpsychologischen Interventionen während verletzungsbedingter Pausen:
Online und Offline Zeiten hinterfragen (ggf. Zeitpläne erstellen)
Psychoedukation zu den Auswirkung digitaler und sozialer Medien
Erarbeitung alternativer Trainingspläne (ggf. exakte Zeiten für mentale Trainings festlegen)
Abklärung der Erwartungen während verletzungsbedingter Pausen
Burke, M., Marlow, C., & Lento, T. (2009). Feed me: Motivating newcomer contribution in social network sites. In Proceedings of the 27th International Conference on Human Factors in Comput- ing Systems (pp. 945–995). New York, NY: ACM. Burke,
Chou, H.-T. G., & Edge, N. (2012). “They are happier and having better lives than I am”: The impact of using Facebook on perceptions of others’ lives. CyberPsy- chology, Behavior & Social Networking, 15, 117–121.
Steers, Wickham and Acitelli, 2014: Seeing everyone else´s highlight reels: How Facebook Usage is linked to depressive symptoms, Journal of Social and Clinical Psychology, Vol. 33, No. 8, 2014, pp. 701-731
Irgendwie fällt mir das heute schwer! Nein, nicht das Laufen, sondern darüber zu schreiben. Warum soll ich über etwas schreiben, dass so selbstverständlich ist, wie das Essen, das Trinken, das Schlafen, das Zähneputzen, das zur Arbeit gehen und das wieder nach Hause kommen? Und vor allen Dingen frage ich mich, ob das wichtig ist und ob man das überhaupt thematisieren muss? Ich könnte mich da ganz leicht rausreden und sagen, dass ich mir eben das tägliche Laufen zum 1.1.2018 vorgenommen habe, und das meinem Lieblings-Journalisten in einem Gespräch mal kurz angedeutet habe und er – und nach dem Gespräch darüber natürlich auch ich – also WIR beschlossen haben, diese Aktion im Rahmen eines Blogs einer breiteren Öffentlichkeit zum Besten zu geben.
Damit habe ich mich zu diesen monatlichen Beiträgen „verpflichtet“. Und so bin ich nun mal. Wenn ich etwas zugesagt habe, dann halte ich mich in der Regel auch dran. Es ist nicht so, das Mathias Liebing mir an dieser Stelle böse wäre, wenn ich ihm sagen würde: „Hör mal zu Mathias, diesen Monat mal nicht, mir fällt gerade nichts dazu ein. So wichtig ist es ja auch nun eigentlich auch nicht. Vielleicht dann wieder im November!“ Aber ich fühle mich mit meiner Zusage Anfang des Jahres schon irgendwie verpflichtet. Machen wir es also kurz diesen Monat – zumindest das Thema „Streakrunning“.
Wen es wirklich interessiert, wie viel, welche täglichen Distanzen ich in welcher Intensität gelaufen bin, der möge sich das hier anschauen: https://runalyze.com/athlete/OliverStoll
Neue Ziele?
Aber über Laufen im Großen und Ganzen zu schreiben, das macht mir natürlich nach wie vor – und auch immer wieder und wieder – sehr viel Spaß! Dabei haben mich im Oktober zwei Themen ganz besonders beschäftigt. Zum einen ist es das Thema „Laufen im Herbst“ und zum zweiten ist es das Thema „Gemeinsame Ziele für das kommende Jahr 2019“.
Das Laufen im Herbst hat etwas „Unwirkliches“. Um das nachzuvollziehen, muss man natürlich zu Zeiten laufen gehen, in denen man ansonsten eher am Frühstückstisch sitzt. Zwei Aspekte sind mir aus diesem Grund in ganz besonderer Erinnerung. Zum einen habe ich zu Beginn des Monats eine dreitägige „Trail Running-Ausbildung“ für Studierende der Universität, an der ich arbeite, im Harz durchgeführt, an der (zu meiner Überraschung) 15 Studierende Interesse hatten – ich dachte die spielen lieber Fuß-, Volley- oder Basketball oder gehen, wenn sie schon mal „nach draußen müssen“, bestenfalls mal Alpin Skifahren. Und zum anderen hatten wir ja die Umstellung zur Winterzeit, die mich – weil ich im Oktober ja auch wieder mit der Lehre an der Uni begonnen habe, dazu „zwang“, meine Lauferei so zwischen 8 und 9 Uhr vormittags zu absolvieren.
Abbildung: Vormittägliches Laufen im Oktober
Die Hoffnung kommt
Das Laufen im Herbst hat seinen ganz besonderen Reiz. Ich muss jetzt nicht über das Farbenspiel der bunten Blätter berichten, die nun alle von den Bäumen gefallen sind, denn dieses grandiose Schauspiel der Natur kann man auch bestaunen, wenn man später draußen unterwegs ist. Was mich besonders in „seinen Bann gezogen hat“ ist der Übergang zwischen Nacht und Tag. Also etwas, das wir eigentlich jeden Tag erleben können und dennoch viel zu wenig bewusst wahrnehmen. Die Nacht geht, der Tag kommt. Die Dunkelheit und somit das „Bedrohliche“ verschwindet und die Helligkeit, „die Hoffnung“, kommt. Wir alle leben in diesem zirkadianen Rhythmus, ohne uns über die psychischen Effekte genau dieses Rhythmus bewusst zu sein. Viele unserer körperlichen Funktionen und Organe haben sich seit vielen Jahren darauf eingestellt. Wir nehmen das einfach so hin und denken nicht weiter darüber nach. Auch unsere Psyche kennt dies natürlich. Nachts ziehen wir uns zurück (um zu schlafen), tagsüber öffnen wir uns, werden aktiv und gehen nach draußen. Es ist ein täglicher Kreislauf, den wir zumeist einfach so hinnehmen ohne darüber zu staunen. Ich habe in diesem oft gestaunt, am zumeist kühlen morgen, schon die Handschuhe überstreifend, um dann in die morgendliche Dämmerung loszulaufen, die frische Luft, tief in meine Lunge einatmend, den Wald um mich herum zu genießen, im Wettkampf mit der Natur den herabfallenden Eicheln auszuweichen, die mich dann doch manchmal trafen und dieser gedämpften Ruhe zuzuhören, dass das Laufen auf dem dicken Laubteppich und zumeist der tiefhängende Nebel ausstrahlt. Solcherlei Erfahrungen hatte ich auch mit meinen Studierenden rund um den Brocken und auch darauf viele, denn wir sind zumeist früh losgelaufen, um genau diese intensiven Erfahrungen erleben und genießen zu können. In der Reflektion dieser Erlebnisse mit den Studierenden habe ich erfahren, dass dies sehr eindrückliche und individuell sehr emotionale Spuren bei uns allen hinterlassen hat.
Abbildung: Auf dem Brockengipfel an einem Morgen im Oktober
Kommen wir nun zum Thema „Gemeinsame Ziele für das Jahr 2019“. Das ist vielleicht etwas, was in diesem Jahr zwischen meiner Frau und mir zu kurz gekommen ist. Ich habe zu Beginn des Jahres festgelegt, dass ich täglich laufen werde und dabei nicht wirklich Rücksicht auf die Bedürfnisse von Frauke gelegt (das habe ich ja auch in meinen vorigen Blog-Beiträge immer mal wieder thematisiert). Das mache ich – nein, das machen wir – im kommenden Jahr besser. Aus diesem Grund haben wir uns dieses Jahr auch schon frühzeitig darüber unterhalten und wir haben ein wirklich tolles Saison-Highlight für uns gefunden, nämlich die Salomon 4-Trails (www.4trails.net). Diesen 4-Tage Lauf über Teile der Alpen habe ich alleine schon mal 2015 durchgezogen. Damals war Frauke an der letzten Etappe als Supporter an der Strecke mit dabei. Im kommenden Jahr werden wir das Ding gemeinsam laufen und darauf freue ich mich schon sehr. Im Vergleich zu 2015, an dem dieser Lauf auch bisher zum letzten Mal durchgeführt wurde, hat der Veranstalter einiges verändert. Zum einen sind die Distanzen mit 21 bis 26 Kilometer pro Tag bei zu überwindenden 2100 bis 2600 Höhenmetern nicht mehr ganz so hart wie 2015, aber einen Aspekt möchte an dieser Stelle noch einmal ganz besonders herausstellen. Der Veranstalter, also „Plan B“, hat in seiner Ausschreibung zwei Formen angeboten, nämlich „Trail-Running“ und „Hiking“ und damit geht Plan B in der Szene völlig neue Wege. Ich denke, das ist ein lohnenswertes Experiment!
Finish or No Finish
Was ist der Unterschied, bezogen auf diese 4-Trails-Ausschreibung“ zwischen Trail-Running und Hiking? Es gibt eigentlich nur einen einzigen Unterschied, nämlich die fehlende Altersklassen-Wertung. Alles andere bleibt gleich. Die Strecken, die Voraussetzungen, das mitzuführende Material, die Cut-Off-Zeiten, die Finisher-Urkunde, Finisher Medaille und Finisher-Shirt, wenn man das geschafft hat, die Melde-Gebühr und auch der Service unterwegs – alles bleibt gleich – es ist lediglich die AK-Wertung, die beim Hiking fehlt – also hier zählt nur „Finish or No Finish“.
Ich habe Plan B in der Vergangenheit auch schon hart kritisiert wegen der „Höher, schneller, weiter-Philosophie”, die ich jahrelang bei diesen Wettkämpfen beobachtet habe, was dazu geführt hat, dass sich viele, teilweise auch unerfahrene Läuferinnen und Läufer gnadenlos überschätzt und somit in gefährliche Situationen gebracht haben. Heute möchte an dieser Stelle Plan B mal ein Kompliment für dieses „Experiment“ aussprechen, denn es lädt auch eher unerfahrene Läufer ein und garantiert einen sicheren Lauf für jedermann und vielleicht führt ja auch dies zu einem Umdenken in der Trail-Runner-Szene. Seien wir doch mal ehrlich! Unter den gegebenen Bedingungen der Ausschreibung lohnt sich eine Anmeldung zu „Trail-Running“ bestenfalls für 50 bis 60 Athleten, die dann auch wirklich die gesamte Strecke durchlaufen und die um einen Platz auf dem „Treppchen“ wettkämpfen. Der Rest der Läuferinnen und Läufer könnte sich bequem bei den „Hikern“ anmelden, denn hier geht es nur um das Finish und es wird neben den Laufanteilen natürlich auch weite Strecken gewandert (eben Hiking). Ein Blick in die aktuelle Starterliste zeigt mir jedoch, dass wir in unseren Köpfen lange noch nicht soweit sind, denn von den 450 Startplätzen sind schon 220 weg, davon fallen 213 Meldungen auf Trail-Running und 7 auf Hiking.
Streak-Zukunft bleibt offen
Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Saison 2019, und davon wieder auf viel mehr Kilometer mit meiner Frau. Und darüber hinaus auch auf eine Trail-Running Camp im Vorfeld der 4-Trails mit unserem befreundeten Paar Sven und Inge und auf mittlerweile schon zwei geplante Trail-Running-Ausbildungs-Camps mit meinen Sportstudierenden im Harz.
Was das tägliche Laufen in 2019 betrifft, dazu habe ich noch keine Entscheidung getroffen. Vielleicht mache ich das, vielleicht auch nicht. Es ist ja kein Zwang, sondern eine Leidenschaft. Das Laufen gehört eben einfach zu mir, wie so vieles andere auch. Nicht mehr – und auch nicht weniger.
Prof. Dr. Oliver Stoll kennenlernen?
Im Rahmen von „Die rote Couch – Das Sportpsychologie-Barcamp“ am 3. und 4. November 2018 in Leipzig wird Prof. Dr. Oliver Stoll zusammen mit dem Ausdauerathleten Jens Nähler, der 2019 beim Spartathlon starten und vom Sportpsychologen Stoll darauf vorbereitet wird, eine Session halten.
Das große Vorbild Fußball hat es bereits getan, auch andere Sportarten, wie zum Beispiel Tennis passen ihre Wettkampfregeln entsprechend der Altersklasse an. Nun will auch der Deutsche Basketballbund (DBB) nachziehen und die wenigen bereits bestehenden Regeln vereinfachen und vereinheitlichen. Abseits der vielen technischen und taktischen Neuerungen, die die neuen Regeln mit sich bringen, möchten mein Kollege Markus Gretz (zum Profil) und ich (zum Profil von Johannes Wunder) diese Thematik aus sportpsychologischer Sicht genauer beleuchten.
Zum Thema: Sportpsychologische Veränderungen im Minibasketball durch neue Verbandsvorgaben
Für den Deutschen Basketballbund ist eines klar: mehr Kinder sollen die Liebe zur Sportart Basketball finden. Seitdem nun auch flächendeckend im Schulsportbereich gearbeitet und in vielen Vereinen bereits ab der Altersklasse U8 gespielt wird, hat sich der DBB für umfassende Neuerungen und ein einheitliches Minibasketball-Regelwerk entschieden. Die Regeln werden ab der Saison 2019/2020 verpflichtend und betreffen die Altersklassen U8 bis U12.
Nachfolgend sind die wichtigsten Punkte kurz dargestellt:
kleinere/leichtere Bälle
niedrige Körbe (2,60m)
reduzierte Spieleranzahl (3vs3 bzw. 4vs4)
keine Tabelle bzw. ohne angezeigten Punktestand (U8 & U10)
jedes Kind muss 2 von 8 Perioden spielen (8-10min)
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Der DBB erhofft sich hierdurch natürlich einen Mehrwert in den Kategorien Technik/Bewegungsausführung, technisch-taktische Handlungen/motorisches Lernen sowie Belastung/Beanspruchung. Ein für uns wesentlicher Bestandteil ist zweifelsohne aber die Kategorie Selbstwert/Motivation.
Es lohnt sich, vor allem folgende Punkte sportpsychologisch unter die Lupe zu nehmen:
Steigende Motivation – für uns an zentraler Stelle und deshalb auch unsere „Nummer 1“ in diesem Listing. Speziell meinen wir jene Motivation, die durch die Faktoren niedrige Körbe und kleinere/leichtere Bälle ausgelöst wird. Wenn Kinder das erste Mal mit einem Basketball in Berührung kommen und dieser wie in vielen Schulen noch üblich, ein Herrenball ist, mit dem dann auch noch auf einen regulären Korb geworfen werden soll, bleiben Erfolgserlebnisse aus. Das zentralste Ziel im Basketball ist aber der erfolgreiche Korbabschluss. Kein Kind wird es zu Beginn verstehen, dass auch gute Verteidiger wichtig sind – nein, jeder Spieler möchte treffen, so wie im Fußball die meisten Kinder Stürmer sein und Tore schießen wollen. Durch die niedrigeren Körbe und leichteren Bälle gibt es von Beginn an mehr Treffer, mehr Erfolgserlebnisse, mehr Freude und dadurch mehr Motivation.
Steigende Verantwortung und Umgang mit Fehlern – mit der neuen Regelung, dass die Kinder sowohl in reduzierter Spieleranzahl auf dem Feld stehen, als auch mindestens zwei Perioden spielen müssen, entsteht bei vielen Kindern ein neues Bewusstsein. Ein Bewusstsein, in dem jedes Kind auf dem Platz maßgeblich am Erfolg beteiligt ist, niemand kann sich „verstecken“, wie es des Öfteren vorkommt, wenn der „U10-Starspieler“ den Ball nicht an seine 4 Mitspieler abgeben will oder soll. Zudem weiß jedes Kind, dass es Spielminuten bekommen wird, egal wie gut oder schlecht es am Wettkampftag drauf ist – egal ob es schon zwei Saisons spielt oder erst vor wenigen Wochen begonnen hat. Die Zeiten, wo ein Trainer ein Kind auswechselt, weil es in seinen Augen nicht gut spielt, scheinen hierdurch zumindest eingebremst. Es entsteht so eine Fehlerkultur, die nur zu begrüßen ist. Kinder dürfen und sollen Fehler machen und das ohne Versagensangst und Druck von Trainern, Eltern und Mitspielern. Dies wird zusätzlich dadurch begünstigt, dass der Spielstand und das Spielergebnis in den Hintergrund gerät und nicht mehr angezeigt wird. Ohne Tabelle gibt es kein Verliererteam mehr und keinen Tabellenletzten, für den es in der nächsten Saison schwer wird, eine Mannschaft zu stellen, weil die Kinder nicht mehr Letzter werden wollen.
Lernen am Modell durch Vorbilder – Viele Kinder haben Vorbilder aus ihrem Sport. Das können gestandene Bundesligaprofis, aber auch Spieler aus der Herrenmannschaft im eigenen Verein sein. Vielleicht sogar der Euroleague oder NBA-Star. Letztendlich wird es durch die neuen Vorgaben für Kinder viel leichter, den Vorbildern nachzuahmen. Korbwurfbewegungen oder Pässe gelingen einfacher, wenn die Voraussetzungen, mit niedrigeren Körben und weniger Gegenspielern, stimmen. So ist endlich die natürlichste Art des Lernens durch die Kinder möglich. Die Kinder lernen nicht mehr nur weil ihnen ein Trainer vorschreibt, wie sie etwas machen sollen, sondern sie können das ausprobieren, was sie an ihrem Vorbild in der Arena oder auf Youtube sehen. Dieses natürlich kindliche Lernen ermöglicht mehr Kreativität und Eigenverantwortung in der sportlichen Entwicklung.
Johannes Wunder, ebenfalls hauptamtlicher Trainer und für die Leitung der Schulprojekte beim BBC Coburg zuständig, stellt sich vermehrt die Frage, welche Hilfsmittel die Sportpsychologie bietet, um sowohl Lehrkräften als auch Trainern im Schulsport die tägliche Arbeit zu erleichtern?
Markus Gretz, hauptberuflicher Jugendtrainer und Nachwuchskoordinator bei den scanplus baskets Elchingen, leitet in seinem Verein ein Schulprojekt, bei dem er über einen Zeitraum von fünf Wochen den Sportunterricht in einer Klasse begleitet und dabei den Schülern und Lehrern die Sportart Basketball näherbringen möchte. Immer wieder wird er von den Lehrern gefragt, wie es ihm gelänge, die Schüler mit so viel Begeisterung über den gesamten Zeitraum motiviert halten zu können?
Als Abschluss des ersten (Un)Konferenztages von „Die rote Couch – Das Sportpsychologie-Barcamp“ können wir von Die Sportpsychologen am Samstag, den 3. November, ein echtes Highlight präsentieren: Sportpsychologe und Erfolgsautor Dr. Michele Ufer liest zwischen 18 und 19 Uhr unter der kontroversen Fragestellung „Wie viel Kopf steckt in den Füßen? Über Motivation, Mentales Training und intelligente Grenzerfahrung“ aus seinen bislang veröffentlichten Büchern.
Am Sa., 3.11. 2018, können ab 17.45 Uhr für 10 EUR Eintrittskarten für die Lesung gekauft werden (Achtung, der Betrag von 10 EUR wird bei einem Buchkauf vor Ort verrechnet)
Location
Die Lesung sowie das Event “Die rote Couch – Das Sportpsychologie-Barcamp” findet im „Noch besser leben“ in Leipzig statt. Der Zugang erfolgt über den Eckladen (Ecke Merseburger Straße/Karl-Heine Straße). Anreisende mit PKW können im Umfeld der Karl-Heine-Straße parken.
Adresse: Noch besser leben, Merseburger Str. 25, 04229 Leipzig-Plagwitz
Die Lesung: “Wie viel Kopf steckt in den Füßen? Über Motivation, Mentales Training und intelligente Grenzerfahrung”.
Der erfolgreiche Extremsportler und international gefragte Experte für Sport- und Managementpsychologie Dr. Michele Ufer liest aus seinen (Bestseller-) Büchern. Er entführt die Zuhörer zu außergewöhnlichen Laufabenteuern rund um den Globus und in die Welt des mentalen Trainings. Außerdem steht er Rede und Antwort zu den Themen Motivation, mentale Stärke und große Ziele.
Dr. Michele Ufer läuft den Marathon am Mount Everest oder 250 Kilometer in der Wüste, dem Amazonas-Regenwald oder am winterlichen Polarkreis. Beim heimischen Silvesterlauf geht er lieber spazieren, mit einem Prosecco in der Hand. Ufer ist einer der erfolgreichsten Extremläufer Deutschlands – und Sportpsychologe, Mentalcoach und Managerberater. Einblicke in die Erlebnisse und Erfahrungen, die er mit seiner sportlichen Höchstleistung bei weltweiten Laufabenteuern verbindet, zeigt nicht nur seine Lesung. Ufer ist „ein Typ“, der es versteht, seine Zuhörer in den Bann zu ziehen. Etwa, wenn er bei 60°C auf einem Ergometer in der Sauna trainiert und gleichzeitig die „heißeste Vorlesung Dortmunds“ hält oder sich im Kühlhaus eines Frostprodukte-Herstellers auf seine extremen Herausforderungen vorbereitet.
Am 3.11.2018 findet im Rahmen des Sportpsychologie-Barcamps “Die rote Couch” ab 18:00 Uhr im „Noch besser leben“ die Lesung „Wie viel Kopf steckt in den Füßen? Über Motivation, Mentales Training und intelligente Grenzerfahrung“ von Dr. Michele Ufer statt. Dabei wird er auch aus seinem soeben erschienenen neuesten Werk „LIMIT SKILLS. Die eigenen Grenzen respektieren, testen, überwinden“ lesen. In seinem neuen Buch geht Ufer folgender Frage nach: Wie können wir unsere Leistung steigern, wie an die eigenen Grenzen gehen, diese erweitern und überwinden, ohne uns früher oder später in Burnout, Erschöpfung, Verletzungen oder Tod zu navigieren? Dr. Michele Ufer distanziert sich dabei von gängigen Motivationssprüchen und geht mit 20 hochkarätigen Gästen aus Sport und Wirtschaft auf Spurensuche.