Carolina Werner: “Ich hätte öfter Kontakt suchen müssen”

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Paul Kohlhoff und Carolina Werner (Foto privat)

Olympische Spiele sind für die Athleten eine hoch exklusive und absolut besondere Erfahrung. Allen voran die Premiere beim größten Sportfest der Welt hat eine spezielle Bedeutung. Nicht anders bei Paul Kohlhoff und Carolina Werner, die in Rio als jüngstes Team in der Bootsklasse Nacra 17 Mixed an den Start gingen. Für die beiden Sportler vom Kieler Yacht Club stand am Ende Platz 13 zu Buche. Welchen Wert diese Platzierung hat, wie sich Olympia anfühlt und wie die Sportpsychologie in besonderen Momenten helfen kann, erfragten die-sportpsychologen bei der 22-jährigen Carolina Werner.

Carolina Werner, was werden Sie ihren Enkeln von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro erzählen?

Mal schauen, was ich in meinem Leben noch erleben werde. Aber bisher kann ich kann sagen, dass Olympia in Rio für mich ein einzigartiges Erlebnis war. Ich denke, ich werde meine Enkel ermutigen, auch für ihren Sport zu leben.

Rein sportlich spiegelt der 13. Platz nicht unbedingt das Leistungsvermögen von Paul Kohlhoff und Ihnen wider. Was hat gefehlt, um am Ende noch weiter vorn zu landen?

Am Ende: Erfahrung und Konzentration.

Olympia ist für Athleten schon allein deshalb etwas besonderes, weil jede einzelne Sportart nicht in gewohnter Umgebung sondern auf ganz, ganz großer Bühne stattfindet. Wie hat sich das mental auf Sie persönlich und auch auf das Team, inklusive Trainer und Betreuer, ausgewirkt?

Da wir segeln, sind wir recht weit weg von Zuschauern und Tribünen. Man merkt jedoch, dass viel mehr Leute den Wettkampf verfolgen. Ich habe viele Nachrichten bekommen, was mich zum einen gefreut und zum anderen auch motiviert hat.

Mit Dr. René Paasch haben Sie seit zwei Jahren einen Sportpsychologen an ihrer Seite. Er fehlte allerdings in Rio und bereitete Sie bis zur Abreise dahingehend vor, dass Sie vor Ort die bestmögliche Leistung abrufen können. Gab es Situationen, wo Sie sich René vor Ort gewünscht hätten oder reicht in solchen Momenten auch eine stabile Skype-Verbindung aus?

Die Verbindung mit René war wie gewohnt über Skype. Im Nachhinein denke ich, dass ich öfter den Kontakt hätten suchen müssen, um mit verschiedenen Ereignissen umgehen zu können. Vor Ort waren wir allerdings sehr eingespannt, so dass nur für gelegentliche Skype-Gespräche Zeit blieb.

Welche persönliche Erinnerung haben Sie sich aus Rio mitgenommen und welche Bedeutung wird das olympische Erlebnis für Ihren weiteren sportlichen Werdegang haben?

Dieses olympische Erlebnis motiviert mich extrem, vier Jahre lang weiter zu arbeiten, um so etwas noch einmal erleben zu können. Es war ein unglaubliches Gefühl des Zusammenhalts im Dorf und es war toll, so viele Sportler kennenlernen zu dürfen. Ich hatte das Gefühl, mit allen die gleiche Sprache zu sprechen. Denn uns alle vereint der Sport.

 

 

Foto: privat

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