Der frühere deutsche Spitzentriathlet und Marathonläufer Falk Cierpinski war für mich der erste Ausdauersportler aus dem obersten Regal, mit dem ich zusammenarbeiten durfte. 2013 war das. Damals kontaktierte mich Falk über Facebook. Er kämpfte bei längeren Distanzen mit wiederkehrendem Seitenstechen. Über Jahre hatte er schon einiges unternommen – diverse Ärzte konsultiert und es sogar mit einem sogenannten Wunderheiler probiert. Zu mir kam er dann mit richtig Druck auf dem Kessel: In weniger als zwei Monaten wollte er beim Berlin-Marathon die Qualifikationszeit für die Europameisterschaft laufen. Davon war unter anderem auch die Fortführung wichtiger Sponsorenverträge abhängig. In meinen sportpsychologischen Beratungsräumen in Leipzig hat er kürzlich bei unserer ersten öffentlichen Abendveranstaltung sehr offen davon berichtet.
Zum Thema: Die besondere Vorbereitung von Falk Cierpinski beim Berlin Marathon 2013
Die Situation war schon verrückt. Denn nach dem Lehrbuch würde ich ein halbes Jahr ansetzen, um das genannte Problem in den Griff zu bekommen. Diese Zeit hatten wir aber nicht, insofern startete eine sehr intensive Zeit. Sehr hilfreich, um das Vorhaben überhaupt seriös angehen zu können, war die Tatsache, dass Falk bereits einige Erfahrung mit mentalen Techniken wie Entspannungsverfahren hatte und er konnte seine Aufmerksamkeit, Gedanken und Selbstgespräche sehr gut kontrollieren. Hier mussten wir also nicht bei Null anfangen. Dennoch wurde immer klarer, dass ich neben einer sehr intensiven Vorbereitung mit Hilfe der Drehbuch-Technik (eines für den Fall ohne Seitenstechen, ein zweites, sollte sich der Schmerz tatsächlich wieder melden) einen besonderen Kniff anwenden muss: Die Super-Gau-Methode.
Dahinter steckt die Überlegung, einen Sportler mit den schlimmsten Folgen zu konfrontieren, die ein mögliches Fehlverhalten oder Misslingen einer Aufgabe nach sich ziehen könnten. Auf das Motiv des „Worst-Case-Szenario“ greife ich zugegeben selten zurück. Denn es besteht die Gefahr, dass sich die Situation stark verkompliziert.
Konkret habe ich damals Falk gefragt, ob ihn die Menschen, die er liebt, ihn weniger lieben würden, wenn er in Berlin versagen sollte? Wichtig dazu: In der Zwischenzeit hatte ich mir ein Bild von seinem privaten Umfeld gemacht und wusste, dass er stabile Strukturen um sich herum hatte. Ein „DNF“ (Did not finish) hätte natürlich Konsequenzen für sein Leben gehabt, aber es hätte ihn nicht den Boden unter den Füßen weggezogen. Falk sagt in Leipzig dazu: „Mir wurde in dem Moment klar, dass in meinem Leben weitergehen würde. Privat sowieso, auch beruflich hatte ich ja einen klaren Plan.“
Im Ergebnis ging Falk so entspannt wie lange nicht mehr in ein Marathonrennen. Davon konnte ich mich am Renntag selbst, morgens um 6 Uhr, im Läuferhotel überzeugen. Kurz gesagt: Da hat sich einer tierisch auf den Lauf gefreut und sich gewundert, warum die anderen so angespannt aus der Wäsche gucken. Da wusste ich, dass wir trotz der kurzen Zeit der Zusammenarbeit vieles richtig gemacht haben.
FalkCierpinski und Prof. Dr. Oliver Stoll in voller Länge
Wenn ihr wissen wollt, wie Falk Cierpinski das Rennen erlebt hat und ob seine Schmerzen wiederkamen, dann hört euch gern den Mitschnitt unseres Gesprächs am 30. Januar 2020 in Leipzig an:
Falk Cierpinski
Leipzig, 30. Januar 2020
Prof. Dr. Oliver Stoll
Impressionen von der Veranstaltung am Donnerstag, 30. Januar 2020, mit Falk Cierpienski und Prof. Dr. Oliver Stoll in Leipzig
Das nächste Event: Freitag, 28. Februar 2020 mit der Ex-Handballnationaltorhüterin Katja Kramarczyk
Haben Sie manchmal Selbstzweifel? Oder Sie stellen Ihr Können in Frage? Solche Gefühle das eigene Leben zu wenig im Griff zu haben, können als sehr beeinträchtigend empfunden werden. Hier lernen Sie Strategien und Techniken, um diese Gefühle selbstständig und nachhaltig zu verändern. So stärken Sie Ihre Selbstsicherheit massgelblich.
In den vergangenen Jahren lässt sich wohl nicht nur in Österreich – und damit meinem persönlichen Heimatland – sondern auch in Deutschland und der Schweiz beobachten, dass die Coaching-Branche einen stetig wachsenden Berufszweig darstellt. Es scheint zudem so, als gäbe es für beinahe jedes Problem, jede Herausforderung und jede Frage die eigens dafür vorgesehene Coaching-Lösung. In diesem wahrhaften Dschungel an Beratungsangeboten ist es alles andere als einfach, sich aus Athletensicht sowohl für die richtige Beratung, als auch für den passenden Coach zu entscheiden. In der Sportpsychologie sind schießlich sowohl Psychologen, Sportpsychologen sowie Motivations- und Mentalcoaches als auch Sportwissenschaftler mit Zusatzausbildung tätig, weshalb sich die Herausforderung der richtigen Wahl immer wieder bestätigt. Doch bei allem, was wir sind und dank welcher Ausbildung wir uns auch immer Coach oder Berater nennen dürfen, sollten wir uns nicht vor allem selbst immer wieder fragen, ob wir denn kompetent genug sind?
Zum Thema: Qualitätsmanagement in der Sportpsychologie
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Ein Grund mehr sich diese Frage zu stellen, ist jener, dass die Sportpsychologie in den meisten Fällen keine Leistung ist, die von jenen Athleten in Anspruch genommen wird, bei denen aktuell alles glatt läuft, die vielmehr von einem Erfolg zum nächsten jagen. Davon abgesehen, dass sich immer mehr Mannschaften sinnvollerweise für eine langfristige Begleitung entscheiden, sind es vor allem akut belastete Einzelathleten, die einen Sportpsychologen kontaktieren. Auf welchen die Wahl fällt, ist meist weniger von Ausbildungen, als vielmehr von Empfehlungen, örtlichen Gegebenheiten und womöglich auch von finanziellen Belangen abhängig.
Da unsere Athleten also selten Unterschiede zu machen scheinen, wenn es um die Ausbildungsskala geht und vielmehr nach anderen Kriterien entscheiden, müsste die Einschätzung der Kompetenz bei uns selbst beginnen, oder nicht?
Die eigenen Grenzen kennen
Wir sollten kritisch mit uns umgehen. Weil es eben jene Labilität unser aller Klienten ist, die wir keinesfalls ausnutzen sollten. Eine Situation, die unseren eigenen Stolz zwar ideal bedient – ja, wir werden gesucht, gefunden und gebraucht – unseren Kunden bei falscher Behandlung jedoch teuer zu stehen kommen kann.
Es soll nicht meine Intention sein, einem bestimmten Berufszweig – egal ob Psychologe, Coach oder Sportwissenschaftler, die allgemeine Kompetenz in der sportpsychologischen Beratung abzusprechen. Alleine schon deshalb nicht, weil zu einer professionellen und damit kompetenten Betreuung weit mehr zählt als die berufliche Qualifikation. Neben Empathie, der Einhaltung der Berufsethik sowie der Fähigkeit, theoretisches Wissen mit praktischen Ansätzen zu vereinen, gilt es vor allem, die eigenen Grenzen zu kennen.
Kritische Fragen
„Steht der Athlet vor Herausforderungen, denen ich mich nicht gewachsen fühle?“, „Spüre ich, dass ich mit meinem Latein am Ende bin und meinen Kunden besser bei einem Kollegen aufgehoben fühle?“, „Habe ich das Gefühl, zwischen meinem Kunden und mir stimmt die Chemie schlichtweg nicht?“
Fakt ist: Wir alle können nicht alles können. So wie es Sportarten geben mag, mit denen sich der eine mehr und der andere weniger identifizieren wird, so gibt es auch Herausforderungen, die dem einen Berater liegen, während der andere Coach sich dabei überfordert fühlt. Vor allem den Grenzgang zwischen der Arbeit an den gesunden, leistungsbezogenen Anteilen des Athleten und Symptomen einer dauerhaften Erschöpfung oder gar depressive Tendenzen dürfen wir in unserem Tätigkeitsfeld nicht übersehen.
Denn am Ende ist Experte nur derjenige, der sich selbst zu fragen traut: „Bin ich denn kompetent genug?“
Es gibt Menschen die nichts aus der Bahn zu werfen scheint. Sie verzweifeln nicht an Niederlagen oder medialen Aussagen, sondern wachsen sogar daran. Was unterscheidet diese Personen von denjenigen, die mit Rückschlägen oder Niederlagen hadern und manchmal sogar daran zerbrechen? Das Zauberwort lautet Resilienz: Manche Menschen sind immun gegen Angriffe von außen. Haben solche Stehaufmännchen einfach Glück gehabt, weil ihnen diese hilfreiche Fähigkeit in die Wiege gelegt wurde, oder kann jeder lernen, resilient zu sein?
Eine grobe Einführung in die Welt der Sportpsychologie, mit Inhalten, was Sportpsychologen leisten können und was nicht. Es soll klar werden, dass für jeden etwas dabei sein kann und dies auch über den Sport hinaus. Wir erfahren, was wir für Themen wie Zielsetzung, dem Umgang mit Stress und der Motivationsbildung aus dem Sport ableiten können.
Angst vor dem Abstieg, jede Menge Psycho-Spielchen, destruktive kreisende Gedanken und Verbal-Attacken – vor dem Saisonende im Kampf um den Klassenerhalt oder um den so zwingend nötigen Aufstieg sind die Nerven aller Beteiligten ziemlich gespannt. Aussagen und Gedanken wie „Ängste in den Füssen“, „Angstgegner rückt näher“ oder „Spiel um das Überleben“ u.v.m. prägen die Gedanken von Verantwortlichen, Angestellten und Spielern in Krisensituationen. Wie ist es möglich, in solchen schweren Zeiten, seine Gedanken positiv zu steuern? Dieser wichtigen Fragen möchte ich für Sie beleuchten und Ihnen meine Erfahrungen zur Verfügung stellen.
Zum Thema: Wege zum positiv denkenden Spieler in schwierigen Zeiten
Um die 86 Milliarden Neurone müssen ständig miteinander kommunizieren, damit der Mensch fühlen, handeln und denken kann. In Millisekunden finden in tausenden Zellen komplexe chemische und elektrische Prozesse statt – für eine einzige sinnvolle Handlung. Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihre Spieler zu einem gemeinschaftlichen und sinnvollen Verhalten bewegen. Die Schwierigkeit dabei: Die Mannschaft besteht aus einer Milliarde Spieler und Sie haben nur einen Bruchteil einer Sekunde Zeit. Aussichtslos, oder? Doch im Kopf funktioniert das unentwegt und mit einer beeindruckenden Erfolgsquote. Damit kleinste Handlungen oder Emotionen möglich werden, müssen die Nervenzellen im Gehirn zusammenarbeiten und miteinander kommunizieren. Stellen Sie sich jetzt mal vor welche Auswirkungen dauerhafte negative Gedanken im Sport und Leben haben…?
Unser Gehirn wirkt wie ein Magnet für negative Erfahrungen und wie ein Sieb für positive. Es hat eine ausgeprägte negative Tendenz. Das heißt, es verbindet sehr schnell negative Kognitionen im Gehirn.
Das Gehirn ist dagegen relativ uneffektiv, wenn es darum geht, positive Zustände zu speichern (Fredrickson, 2004). Obwohl dies die wichtigste Quelle von innerer Zufriedenheit und Stärke ist. Leider ist das Gehirn nicht gut, im Umgang mit diesen positiven Kräften und braucht deshalb Ihre Unterstützung.
Aber vorsichtig! Die beliebte Aufforderung, positiv zu denken, ohne Änderungen vorzunehmen, kann auch nach hinten losgehen: Gerade Sportler mit einem wenig ausgeprägten Selbstbewusstsein, denen die Technik eigentlich helfen soll, profitieren nicht davon, wenn sie sich beispielsweise auf Sätze wie „Ich bin ein genialer Kicker“ konzentrieren. Besser sei es, sich auf ganz konkrete Eigenschaften der Betroffenen zu konzentrieren und diese statt der stark verallgemeinerten Statements hervorzuheben (Wood, Perunovic, Lee, 2009). Eine solche Aussage könne Diskrepanzen zwischen dem eigenen Verhalten und intern angestrebten Standards hervorheben, etwa „Ich bin zwar ein genialer Kicker, aber nicht so genial, wie ich sein könnte.“ Dazu kommt noch, dass Sportler dazu neigen, an einem einmal geschaffenen Selbstbild festzuhalten, selbst wenn es negativ ist. Dadurch entstehe unbewusst ein Widerstand. Es ist daher konstruktiver, konkretere Statements zu verwenden, wie etwa „Ich bin gut darin, den Ball in die Tiefe zu spielen,“ die dem eigenen Selbstbild entsprechen. Nicht nur das! Offenbar sorgt allein die Erwartung einer negativen Erfahrung oder einem Gedanken für eine Art vorsorglichen Pessimismus (Galak, Meyvis, 2011). Wer immer nur an die schlechten Seiten einer Tätigkeit denkt, (Abstiegskampf, schlechte Spiele) der verliert irgendwann gänzlich die Kraft und den Mut weiterzumachen. Wie lässt sich dieses Dilemma lösen? Um beim Beispiel im Fussball zu bleiben: Hier sollte man sich womöglich noch mehr auf die Gegenwart konzentrieren oder an vergangene Erfolge erinnern. Wo lief es gut, was hat funktioniert, wie fühlte man sich nach dem Erfolg? Dadurch fokussiert man sich weniger auf die unangenehmen Aspekte und erreicht seine Etappenziele vermutlich leichter.
Wege zum positiv denkenden Spieler
Erinnern Sie sich vor dem Training oder beim Schlafengehen bewusst an drei positive Begebenheiten, die Ihnen während des Tages widerfahren sind. Oder nehmen Sie sich am Tag 20 Minuten eine Auszeit, in der Sie nichts tun, außer kontrolliert zu atmen und ruhig auf Ihren Körper und Ihre Gedanken zu horchen (Siehe auch Trend zur Achtsamkeit: den Link finden Sie unter dem Text). Diese Übungen modellieren graduell unser Gehirn um. Es steht also in unserer Macht, das Gehirn zum Positiven zu verändern. Jeder kann sich ein Dutzend Mal jeden Tag die Zeit nehmen und innerlich bei einem erhebenden Erlebnis verharren. Sei es ein netter Moment mit den Teamkollegen, der freundliche Blick eines Zuschauers, der Jubel im Stadion oder das Glücksempfinden nach einem Erfolg am Wochenende. Wer auf diese Weise das Positive beachtet, trainiert das Gehirn darauf, seine Aufmerksamkeit vermehrt auf die schönen Inhalte des Sports zu richten. Wenn wir vorübergehende mentale Erfahrungen in bleibende neuronale Strukturen nachhaltig verwandeln wollen, sollten wir die nun drei grundlegenden Schritte beachten und anwenden:
Der erste Schritt besteht darin, eine positive Erfahrung zu machen. Wir müssen zunächst einen positiven mentalen Zustand aktivieren. Meistens machen wir solche Erfahrungen bereits und müssen nur bemerken, dass wir uns in diesem Moment gut fühlen (bspw. Training, Wettkampf, Alltag). Oder es gibt Gelegenheiten, bei denen wir Positives erleben könnten, das direkt vor unserer Nase liegt (Abschlussspiel, Torschusstraining). Zu anderen Zeiten können wir solche positiven Erfahrungen uns auch ganz bewusst machen. Der erste Schritt ist also, ein positives Erlebnis zu haben.
Beim zweiten Schritt verankern wir diese mentalen Zustände, die wir aktiviert haben im Gehirn. Dabei sorgen wir dafür, dass die Erfahrung andauert (Spüren, Erfahrungswerte sammeln). Zudem erkennen wir, in welcher Weise diese Erfahrung für uns persönlich relevant ist. Dies sind Möglichkeiten, um dafür zu sorgen, dass Neuronen in Ihrem Gehirn zusammen aktiviert werden, sodass sie sich in der Folge miteinander verbinden.
Im dritten Schritt beeinflussen wir die Systeme der Erinnerung, so dass sie besonders empfänglich für das Positive werden. Viele Sportler haben diese Methode in Ihrer Karriere schon oft angewendet. Wenn Sie an erfolgreiche Spiele, Titelgewinne oder gelungene Aktionen denken, sehen Sie den Jubel der Fans – Fahnen die schwingen, Freudengesänge u.v.m. –, die fast wie in einer tiefen Erfahrung in ihren Gedanken auftauchen. Auch wir alle kennen solche Momente, die wir uns einprägen – die Geburt eines Kindes oder einfach nur ein besonderer Moment, in dem etwas Bedeutungsvolles geschehen ist. In solchen Momenten sagen wir uns: „Das möchte ich gerne festhalten, sodass es in mir erhalten bleibt.“.
Es gibt noch einen weiteren Schritt, den wir zusätzlich tun können. Wir nutzen die Kraft der Erinnerung, um negative Inhalte mit positiven Inhalten zu füllen. So kommt das Positive in das Negative, und das Gute beruhigt, löst und ersetzt möglicherweise sogar das Schlechte. Das ist ein sehr wichtiger und wirkungsvoller Schritt. Für die soeben beschriebenen Schritte steht die Abkürzung HEAL „Übersetzt: Heilen“. Eine positive Erfahrung machen (Have), sie vertiefen und erweitern (Enrich), sie in uns aufnehmen und verinnerlichen (Absorb) und sie mit negativen Inhalten verknüpfen/überschreiben (Link).
Fazit
Positives Denken fördert die mentale und körperliche Gesundheit. Dabei ist positives Denken mehr als ein illusorisches Wunschdenken. Es geht nicht darum, negative Gedanken zu unterdrücken und lediglich durch positive zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, negative Gedanken und Gefühle in sportlichen Krisen zu akzeptieren und positive Gedanken und Gefühle zu fördern. Achtsamkeitstraining oder die Methode HEAL von Hanson kann Ihnen dabei behilflich sein.
Fredrickson, B. L. 2004 Gratitude, like other positive emotions, broadens and builds. In The psychology of gratitude (ed. R. A. Emmons & M. E. McCullough), pp. 145–166. New York: Oxford University Press.
Galak, J., Meyvis, T., (2011): The Pain Was Greater If It Will Happen Again: The Effect of Anticipated Continuation on Retrospective Discomfort. Journal of Experimental Psychology: General, Vol. 140, No. 1, 63–75
Hanson, R. (2019): Das resiliente Gehirn. Wie wir zu unerschütterlicher Gelassenheit, innerer Stärke und Glück finden können. Arbor Verlag, SBN-13: 9783867812245
Hanson, R. (2013): Denken wie ein Buddha: Gelassenheit und innere Stärke durch Achtsamkeit – Wie wir unser Gehirn positiv verändern. ISBN-13: 9783424152036
Die Fähigkeit, sich Bewegungen (oder auch Spielzüge im Sportspiel) vorzustellen, ist eine zentrale Fähigkeit, die Athleten ausbilden müssen, um besser zu werden. In diesem Vortrag werden weitere grundlegende, psychische Fähigkeiten thematisiert, die notwendig sind, damit eine Leistungsoptimierung über Mentales Training im Sport gelingen kann. Darüber hinaus wird dann auf einzelne Techniken eingegangen, die zu diesem Feld des psychologischen Trainings gehören. Im Detail sind das folgende Verfahren: Subvokales Training, Verdecktes Wahrnehmungstraining sowie Ideomotorisches Training und der PETTLEP-Ansatz (In Fortführung des Themas: Mentales Training für Fortgeschrittene).
Der Mann muss es wissen. Als gestandener Bundesliga-Coach, der neben der TSG 1899 Hoffenheim auch den Hamburger SV betreute und aktuell erfolgreicher Trainer des 1. FC Köln ist, weiß Markus Gisdol um die in seinem Job auftretenden Herausforderungen. Bereits 2010 berichtet er in diesem Zusammenhang als damaliger Trainer der zweiten Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim in einem Interview von seiner Zusammenarbeit mit Bernhard Peters, der damals u.a. für die Weiterentwicklung der Coaches verantwortlich war. Gisdol spricht von einem „Training für Trainer“, das u.a. die „Mannschaftsführung“ sowie den „Umgang mit verschiedenen Situationen“ thematisiert. Allein die Tatsache, dass sich die TSG nicht allein mit der Talentförderung, sondern auch der gezielten Weiterentwicklung der Coaches auseinandersetzt, zeigt die Komplexität dieses Berufs.
Zum Thema: Entwicklung von Fußballtrainern unter sportpsychologischen Gesichtspunkten
Die Komplexität des Trainerdasein drückt sich beispielsweise in der Vielfalt an Rollen aus, in die ein Chefcoach situationsspezifisch schlüpfen muss. Zunächst ist er der Experte schlechthin in seinem Fachbereich und versucht sein Wissen zwecks bestmöglicher Weiterentwicklung der Spieler effektiv zu vermitteln. Dabei „spielt“ er mal den knallharten Diktator, der klare Anweisungen gibt, welche die Fußballer umzusetzen haben, mal ist er der Animateur, der die Spieler zum freudvollen und kreativen Spielen auffordert. In anderen Momenten hingegen fungiert der Trainer als Pädagoge, der versucht, erzieherisch auf die Spieler einzuwirken. In bestimmten Situationen dagegen, beispielsweise nach Misserfolgserlebnissen, bedarf es der Rolle des Freundes und/oder des Psychologen, der versucht, mittels Empathie und Feingefühl Emotionen und Motivation zielgerichtet zu beeinflussen.
Die Nachwuchsabteilung des Halleschen FC hat die Leistungsressource des Trainercoachings erkannt, sodass ich als sportpsychologischer Berater des Nachwuchses an der Weiterentwicklung der Coaches arbeite. Eine Säule im Rahmen des Trainercoachings stellt dabei die gezielte Auseinandersetzung und Reflexion des eigenen Coachingverhaltens dar. Um dieses Vorhaben systematisch und strukturiert umzusetzen, begleite ich in meiner Funktion jedes Team (U10 – U19) innerhalb von zwei Wochen bei mindestens vier Einheiten und einem Spiel. Die vorrangige Zielstellung besteht dabei in der Optimierung des Coachingverhaltens, des Trainings- bzw. Spieltagsablaufs unter (entwicklungs)psychologischen Gesichtspunkten sowie in einer Möglichkeit zur Selbstreflexion. Als neutraler Außenstehender nehme ich im Rahmen der systematischen Trainings- und Spielbeobachtung eine Vogelperspektive ein, mache mir Notizen und fertige Videoaufnahmen zu folgenden Beobachtungsaspekten an:
Beobachtungsaspekte in der Trainerbeobachtung
Körpersprache (Welche Signale sendet der Trainer mit meiner Körpersprache aus? Wie wirkt er auf andere?)
Feedbackverhalten (Welche Art von Rückmeldungen gibt er Spielern?)
Spielereinbezug (In welchen Situationen bezieht der Trainer die Spieler interaktiv in Fragestellungen und Thematiken mit ein?)
Aufmerksamkeitslenkung (Inwieweit gelingt es dem Trainer, die Aufmerksamkeit der Spieler im Rahmen von Feedbacks, Übungserklärungen etc. erfolgreich zu binden?)
Konfliktumgang (Wie geht er mit innerhalb der Mannschaft auftretenden Konflikten um?)
Beziehungsgestaltung (Welche Mittel zum Aufbau, Gestalten und Pflegen von Beziehungen zu den Spielern nutzt er im Rahmen eines Trainings/Spiels?)
Führungsstil (Welche Art von Führungsstil wählt der Trainer?)
Kommunikation innerhalb des Trainerteams (In welchen Situationen kommuniziert der Trainer auf welche Art und Weise innerhalb des Trainerteams?)
Organisatorischer Ablauf (Wie gestaltet er die Trainingsabläufe unter psychologischen Gesichtspunkten?)
Sonstige Auffälligkeiten
Im Spiel werden diese Beobachtungsaspekte ergänzt durch
die Ansprache vor und nach dem Spiel sowie Halbzeitansprache (Wie gestaltet der Trainer diese unter psychologischen Gesichtspunkten?)
Trainertätigkeiten im Laufe des Spieltags (Welche Abläufe wählt er? Welche persönlichen Inhalte im Rahmen des Gesamtablaufs sind dem Trainer wichtig?)
Janosch Daul
Master-Student der Angewandten Sportpsychologie (Uni Halle/Saale)
Auf Basis der in den Einheiten und im Spiel gemachten Notizen sowie Videoaufnahmen erstelle ich einen detaillierten Feedbackbogen für die möglichst zeitnah im Anschluss an die beobachteten Trainings bzw. das beobachtete Spiel anstehenden Reflexionsgespräche. Dabei erläutere ich zunächst die bereits genannten Zielstellungen des Gesprächs und gebe dem Trainer mittels gezielt herausgearbeiteter Videoszenen zunächst die Möglichkeit zur Selbstreflexion in Bezug auf die aufgeführten Beobachtungsaspekte. Der dem jeweiligen Trainer zur Verfügung gestellte Feedbackbogen dient als Grundlage für das Gespräch. Dieser ist unterteilt in Beobachtungsaspekt, Beobachtung und Fazit/Tipps. Das Beobachtungsfeld bezieht sich auf konkrete Wahrnehmungen in Bezug auf den jeweiligen Aspekt, die im Reflexionsgespräch mithilfe der Videoszenen für dem Trainer visuell ersichtlich konkretisiert werden. Die Rubrik „Fazit/Tipps“ gibt meine Meinung in Bezug auf das Beobachtete wieder, die ich mit dem Trainer ebenso diskutiere wie erste Anregungen und Tipps. Dabei handelt es sich um eine Wahrnehmung aus psychologischer Sicht, die sich nicht zwangsläufig mit der Meinung des Trainers decken muss. Entscheidend ist für mich, dass der Trainer die aus seiner Sicht relevanten Leistungspotenziale identifiziert, sich mit diesen bewusst auseinandersetzt und darauf aufbauend eigeninitiativ oder mithilfe von weiteren Face-to-Face-Coachings mit mir an diesen Aspekten arbeiten kann.
Gern stehen meine Kollegen von Die Sportpsychologen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Janosch Daul) bereit, entsprechende Beobachtungen auch bei eurem Verein durchzuführen. Nehmt gern entsprechend Kontakt auf.
Sportlicher Erfolg basiert nicht nur auf momentaner physischer und psychischer Leistungsfähigkeit. Für eine längerfristige Karriere – nicht nur im Spitzensport – ist die psychische Gesundheit von zentraler Bedeutung. Der Workshop vermittelt wichtiges Knowhow und vielfältige Beispiele für eine selbständige Umsetzung.
Wie Sie mit Mentaltraining Ihre größten Ziele unterstützen. Ob Sport oder Business: Dieser Vortrag ist voll mit sofort umsetzbaren Tipps und Tricks, die Sie garantiert weiterbringen! 60 Minuten bis Halbtagsworkshop.
Zielgruppe
Sportler, Trainer, Funktionäre Unternehmer
Inhalt:
Mentaltraining, sportpsychologische Techniken und Methoden für die Praxis in Beruf und Sport