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Elvina Abdullaeva: Das starke “Ich” trainieren

Was raubt dir vor Beginn des Wettkampfs deine Energie? Was nimmt dir die wertvollen Kräfte ab, die du für deine sportliche Performance brauchst? Die Angst vorm Verlieren? Ja,… zum Teil. Aber das ist nur ein Stückchen von der Wahrheit. Das wichtigste, was dir die Energie raubt, ist die Ungewissheit, weil du nicht weißt, wie der Wettkampf ausgeht: Ob du ein Tor machst, ob du verlierst oder gewinnst? Es entsteht vor dem Wettkampf eine große Frage in deinem Kopf: „Mit welchem Ergebnis wird das hier für mich ausgehen?“

Zum Thema: Emotionsregulation vom Start. Tricks der Profis.

Wenn du in die Zukunft springen und das Ergebnis herausfinden könntest, die Frage wäre nicht mehr relevant. Und du wärst viel ruhiger und entspannter. Dadurch, dass du dich aber nicht in die Zukunft beamen kannst, bleibt die Unsicherheit. Und folglich taucht die Frage „Klappt es oder klappt es nicht?“ so früh auf und beschäftigt dich so stark, dass sie die ganze Energie auffrisst, die du für deine Leistung brauchst.

Warum verliert man so viel Energie? Das menschliche Gehirn ist so aufgebaut. Es ist dafür verantwortlich, auf die für dich so bewegende Frage, eine Antwort zu geben. Stell dir vor: Es kommt eine solche Fragestellung auf. Der Prozess der Antwortfindung ist gestartet. Es gibt eine kleine Stimme, die dir sagt: „Ja, du schaffst das“. Es gibt eine andere Stimme, die lauter behauptet: “Nein, schaffst du nicht!“. Wir Menschen neigen aus dem natürlichen Überlebensmechanismus dazu, uns negative Information besser als positive zu merken. Glaubst du nicht? Stell dir vor, zehn Experten haben deine Leistung bei einem Wettkampf eingeschätzt. Neun von denen Kritiken sind positiv, und nur eine ist negativ. Du wirst dich viel mehr mit dieser einen negativen beschäftigen. So versuchen wir uns von der Gefahr zu schützen.

Viele Folgefragen

Aber zurück zu unserer Situation vom Start: Genauso wie nur eine negative Einschätzung, beschäftigt sich das Gehirn mit deiner negativen Antwort “Nein, du schaffst es nicht“ viel mehr. Diese Wahrscheinlichkeit „Du wirst versagen“ erzeugt viele andere Fragen. Und zwar, wie genau werde ich versagen? Was werde ich falsch machen? Wie wird der Trainer reagieren, wenn ich verliere? Und das Gehirn wird von allen diesen Fragen überfordert.

Aus einer quälenden Frage entstehen viele andere genauso quälende Fragen. Der Arbeitsspeicher des Gehirns ist mit der Informationsverarbeitung massiv beschäftigt. Dieser Prozess raubt sehr viel deiner Energie, die du durch Regenerierung und Erholung für deinen kommenden Wettkampf gesammelt hattest.

Die Störfrage als ein Computervirus

Wie kannst du dich vor diesem nutzlosen Energieverbrauch schützen? Diese Ausgangsfrage  „Schaffe ich es überhaupt?“ parasitiert nach gleichem Prinzip wie ein Computervirus. Die Frage untergräbt deine mentale Stabilität genauso wie nur ein Computervirus das ganze System. Und nun, was machen wir, wenn wir einen Virus haben? Virus entfernen! Das Gleiche muss man auch mit dieser Virusfrage machen. Wir blockieren und heben diese Frage “Schaffe ich es überhaupt?“ auf. Aber wie macht man das denn? Mit einem willentlichen Befehl zu sich selbst. Das läuft nämlich in Form eines innerlichen Gesprächs zwischen deinem starken und schwachen „Ich“ (Piatkowski, 2016).:

  1. Es kommt also eine Frage vom schwachen „Ich“: „Schaffe ich es überhaupt?“

Du setzt hier deinen Willen ein und antwortest: “Ja, ich schaffe, weil…!“ und gibst eine Begründung, die für dich stimmig ist. z.B. weil ich schon mehrmals in gleichen Situationen gewonnen habe, auch gegen einen stärkeren Gegner. Oder: Weil mein Trainer sagt, dass ich ein sehr guter Spieler/Sportler bin.

2) Diese Behauptung bezweifelt dein schwaches „Ich“ und sagt: „Wie kommst du überhaupt darauf, dass du es schaffst?“

Hier gibst du eine zweite willentlich autoritäre Antwort von starkem „Ich“: “Weil ich so entschieden habe!“

3) Das schwache „Ich“ rebelliert wieder: “Wie kommst du darauf? “

Und du gibst deine letzte unwidersprüchliche Antwort: „Weil ich…..“ und gibst wieder eine für dich eine stimmige Begründung.

Drei einfache Antworten, die du dir mit Hilfe deines Willens selber als Befehl gibst, helfen dir, die eine quälende Frage aufzuheben.

Keine Garantie, aber erhöhte Wahrscheinlichkeit

Wichtig: Keiner gibt dir eine Garantie, dass der Wettkampf so ausgehen wird, wie du dir selbst es versprochen hast. Aber mit diesen willentlichen Antworten sparst du deine wertvolle Energie unmittelbar für den Auftritt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich an, dass du gute Leistung zeigst.

Du wirst für diesen Moment der Gott, der Machthaber, für dich selbst und steuerst dich so wie du es brauchst. Aber denke daran, unbedingt so eine Antwort bzw. realistische Begründung  zu geben, warum du es schaffst. Wenn du mit dir zu streiten beginnst und hinterfragst, ob du die Wahrheit sagst, erzeugt das nur noch mehr Fragen. Denk daran, du machst selber deine eigene Wahrheit. Es wird so sein, wie du gesagt hast. Und versuch, dich an diese Antwort zu halten:

 

  • starkes “Ich”: “Du  schaffst das, weil…”
  • schwaches “Ich”: “Aber was, wenn ich einen Fehler mache?”
  • starkes “Ich”: “Du schaffst das. Ich habe mich so entschieden. Und Punkt!“

 

Viel Erfolg!

Besten Dank an eine der renommierten Sportpsychologen in Russland Tatiana Svidlova für die Idee und Inspiration!

Michele Ufer: Macht den Coaching-Quickie!

Dr. René Paasch: Selbstgespräche machen Beine

Prof. Dr. Oliver Stoll: Gute Selbstgespräche

Quelle:

Piatkowski, D. (2016).Unmöglich. Bekämpfe dein Ego. Lebe ohne Grenzen. e-bookowo.pl

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Prof. Dr. Oliver Stoll: Bedarfsfremd oder falsch?

Dieser Blog-Beitrag entstammt mal wieder aus einer einstündigen Lauf-Trainingseinheit, auf der ich bei schönstem Wetter, herrlich reflektieren (und laufen) konnte. Und nun will ich aber mit euch diskutieren – aber dazu am Ende des Textes mehr.

Zum Thema: Wissenschaft – Lehrbücher – Ratgeberbücher – Sportpsychologische Beratung

Ich bin ja nun schon seit 30 Jahren „im Geschäft“ und ich habe schon viel erlebt! Ich habe wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften publiziert. Ich habe Lehrbücher für Studentinnen und Studenten geschrieben. Ich habe Ratgeberbücher veröffentlicht und ich berate und betreue Athletinnen und Athleten in ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung. Die Frage, die ich mir heute gestellt habe ist, was denn davon am meisten „Wirkung“ erzielt?

Mir ist natürlich klar, dass man diese Frage nicht pauschal beantworten kann. Es kommt eben immer darauf an, eine Passung zwischen der Anforderung (also der aktuell angefragten Situation) und den Möglichkeiten (also den individuellen Bedürfnissen der Personen) herzustellen. Auch hier könnte man „per se“ meinen, dass dies nur und ausschließlich über eine individuelle Beratung und Betreuung von Individuen gehen kann. Das würde ich so aber nicht unbedingt unterschreiben. Manche Athletinnen und Athleten scheuen den Kontakt zu einem Sportpsychologen, weil sie sich unsicher sind, was auf sie zukommt, wenn sie einem solchen Experten kontaktieren. Ich denke, wir müssen, nach wie vor, auch hier immer noch für viel Information und Transparenz sorgen.

Literatur als Impuls, aber nicht mehr?

Manchmal reicht ja auch hier einfach nur ein „neuer Impuls“, den sich ein Athlet leicht über ein gutes „Ratgeberbuch“ holen kann. Solche Ratgeberbücher sind jedoch oft sehr „allgemein“ gehalten. Manchmal „gaukeln“ sie eine mögliche Lösung vor, die aber in Wirklichkeit, dann doch keine ist. Individuelle Lösungen sind eben individuell – und dafür ist eben auch der „Preis“ ein höherer als für ein Ratgeberbuch.

Kommen wir zu der Frage der Bedeutung von Wissenschaft und Lehrbüchern. Wissenschaft versucht (neue) wissenschaftliche Fragen durch empirische Studien zu lösen (zumindest gilt dies für mich als ein empirisch-analytisch arbeitender Wissenschaftler). Lehrbücher versuchen dieses, in Einzelstudien ermittelte Wissen und den bislang vorliegenden theoretischen Grundlagen zu reflektieren und dann für Studierende so zusammenzufassen, dass daraus ein „Bildungs-Mehrwert“ entsteht. Ich denke, dass dies in unserem Feld der Sportpsychologie auch ganz gut funktioniert.

Falsche Fragen und Wissen vorbei am Bedarf?

Was aber bleibt – aus meiner Sicht – ist eine Lücke zwischen Wissenschaft/Lehrbüchern und Ratgeberbüchern/Sportpsychologische Beratung. Warum gelingt es den sportpsychologischen Akademikern nicht, den sportlichen Praktikern ihre Erkenntnisse zu vermitteln? Und warum gelingt es den Praktikern im Sport nicht, den sportpsychologischen Forscherinnen und Forschern die richtigen Fragen zu stellen? Natürlich habe ich darüber nachgedacht und einige Gedanken entwickelt. Mich interessieren aber Eure Gedanken zu dem hier angerissenen Problemfeld. Ich würde mich freuen, wenn wir eine anregende Diskussion hierzu entwickeln können.

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Thorsten Loch: Kampfzone Pressebereich

Sichtlich angefressen kam der Mannheimer Coach Sean Simpson in die Katakomben nach dem bitteren Viertelfinalaus seiner Adler gegen den Serienmeister aus Berlin. Unwissend der Tatsache, dass die TV-Kamera bereits lief, raunzte Simpson den Reporter an, bevor dieser überhaupt eine Frage stellen konnte. Mit dieser verbalen Entgleisung reiht sich der Coach in eine lange Liste der ¨legendären¨ Ausraster von Cheftrainern ein und ist damit in guter Gesellschaft. Nahezu jeder kennt die Wutrede des ehemaligen Bayern-Trainers Goivanni Trappatoni (¨Spielen wie eine Flasche leer¨) oder die ¨Weißbieraffäre¨ von Rudi Völler. Legendär ist auch Jürgen Klopps Anranzer an den sogenannten “Seuchenvogel” vom SWR.

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass Simpson nicht der Erste und auch nicht der Letzte sein wird, mit dem die Pferde durchgehen und somit der Presse hervorragendes ¨Futter¨ liefert.

Zum Thema: Ärgerbewältigung nach emotionalen Spielgeschehen

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Weitere Informationen

Wie eingangs dargestellt, sind emotionale Entgleisungen nach Wettkämpfen eher die Ausnahme. Jedoch steht die Frage im Raum, weshalb diese dennoch hin und wieder vorkommen? Dieser Beitrag verfolgt das Ziel, zunächst einmal das Rollenverständnis von Trainern im Spitzensport darzustellen, um im Anschluss anhand des prozessorientierten Ärgermodells von Schwenkmezger (1999) die Entstehung von Ärger zu verstehen und schlussendlich mit diesem Wissen handlungsunterstützende Strategien abzuleiten und dem interessierten Leser/-in mit an die Hand zugeben.

Zum Rollenverständnis des Trainers

Nach Bette (zitiert nach Mayer/Hermann, 2014) nimmt der Trainer eine Schlüsselposition im Hochleistungssport ein. Neben einer hohen Machtposition gehört die Entwicklung der Sportler ebenfalls zu seinen Aufgaben. Zusätzlich ist der Trainer vielfältigen äußeren Erwartungen  ausgesetzt, was dazu führt, dass sich die Arbeit des Trainers in erster Linie nach kurzfristigen, sportlichen Erfolgen ausrichtet. Aus diesen Überlegungen heraus ergeben sich für Bette (1984) folgende Besonderheiten:

  1. Erfolgs- und Wettbewerbsorientierung im Hochleistungssport

Der Spitzensport genießt großes öffentliches Interesse, was auch Ansprüche und Erwartungen beinhaltet und somit soziale Kontrolle über Trainer und Sportler darstellt. Durch diese Erwartungen zeichnet sich ein Bild eines erfolgreichen Trainers über die Erfolge seiner Sportler   aus. Der Trainer ist also in der unangenehmen Situation, den heiß umkämpften Erfolg nur über andere, die Sportler, erreichen zu können (Bette, 1984).

  1. Öffentlichkeit des Rollenhandelns

Aufgrund der Massenmedien erfreuen sich Athleten wie Trainer einer großen Bekanntheit. Diese Präsenz in den Medien kann als lästig und aufdringlich, aber auch als angenehm und karrierefördernd empfunden werden. Dabei werden Trainer oft als Knotenpunkt zwischen Medien und dem Athleten oder dem Team betrachtet. Sie stellen somit besonders nachgefragte Ansprechpartner dar. Es wird Insiderwissen eingefordert und ihre Handlungen werden analysiert und bewertet. Daraus folgt, dass der Trainer sich eine Überprüfung seiner Arbeit gefallen lassen muss, das heißt, sein Wissen und die hieraus abgeleiteten (oder auch nicht abgeleiteten) Maßnahmen werden permanent, oft auch von Laien, hinterfragt. Dabei wird die Beurteilung des Wettkampfes, des Sieges oder der Niederlage, die Trainerarbeit häufig auf eine Dimension (Erfolg oder Misserfolg) reduziert. Exklusives Wissen oder pädagogisch-psychologische Fähigkeiten zählen relativ wenig oder sie werden einfach mit dem Erfolg gleichgesetzt. Für den Trainer im Hochleistungssport kommt es eigentlich nicht primär darauf an, zum Beispiel pädagogisch-psychologisch gut zu arbeiten. Es gilt vielmehr, bei einigen wenigen Wettkämpfen möglichst viel Erfolg zu erzielen.

  1. Fristigkeit des Rollenhandelns

Die Position des Trainers ist somit von ständigen Erfolgsmeldungen abhängig. Sportler und somit auch ihre Trainer stehen permanent unter Erfolgs- und Zeitdruck. Im Falle von anhaltendem Misserfolg reagiert das System durch Austausch des Rollenträgers. Der Trainer wird entlassen, ein anderer eingestellt, ohne dass darüber hinaus eine Änderung eintreten müsste     (Mayer/Hermann, 2014).

Gemessen an diesen Besonderheiten des Rollenverständnis des Trainers, verwundert es nicht, dass diesen sprichwörtlich der Kragen platzt. Eine entscheidende Frage sollte sein, wie es zu unterschiedlichem Ausmaß von Ärger kommt, was jeder individuell bei der Entstehung von Ärger ¨falsch¨ macht, wie jemand situationsabhängig den richtigen Ärgerausdruck anwenden kann und dieser intra- und interindividuell bewertet wird (Dusi, 2005).

Theoriemodell Ärger

Spielberger et al. (1985) schafft eine gute theoretische Grundlage analog zu seinen Forschungsergebnissen zur Angst in Form der Unterscheidung eines Zustands- und Eigenschaftsträgers (State/Trait). Hinsichtlich des Ärgerausdrucks konnte er drei voneinander unabhängige Faktoren definieren und nachweisen (siehe Tab. 1).

Anger – In Unterdrückung von Ärger bzw. Nichtäußern von ärgerlichen Gefühlen.
Anger – Out Ausdruck von Ärger anderen Personen oder Objekten gegenüber in Form von physischen Angriffen und verbalen Attacken.    
Anger – Control Kontrolle des Ausdrucks von Ärger oder Äußerungen in sozial angemessener Weise.

Tab. 1

Auf diesem theoretischen Fundament entwickelte Schwenkmezger und Mitarbeiter (1999) ein integratives Ärgermodell, dass die Entstehung von Ärgerstress erklärt, die Ärgerrolle bei pathogenen Prozessen darstellt und darüber hinaus geeignete Wege zur Bewältigung dieser Ärgerstressoren aufzeigt. Im Modell wird vor allem die Rolle der Kognitionen bei der Entstehung und Verarbeitung des Ärgers deutlich, die zu einer Bewertung des Ärgerverhaltens und Einschätzung auf Effektivität führt und dadurch die Entwicklung individueller Ärgerverarbeitungsstile fördert. Abbildung 1 zeigt das Modell in der linken Hälfte, wobei auf der rechten Seite der Versuch unternommen wurde, dieses theoretische Gebilde mit Inhalt anhand des Beispiels Simpson zu verdeutlichen.

Abbildung 1

Interventionsmöglichkeiten

Mit dem Ärgerbewältigungstraining liefert Schwenkmezger et al. (1999) auch gleich eine Vorgehensweise, wie mit dem Konstrukt Ärger umgegangen werden kann. Dazu empfiehlt er folgendes praktisches Vorgehen:

Edukation und Aufklärung: Das Ärger auch eine wichtige Funktion hat, sollte bewusst gemacht werden.

Entspannung: Das Erlernen von Grundlagenfertigkeiten (Beckmann/Elbe, 2005), sprich einer Entspannungstechnik ist für den situationsdäquaten Umgang mit Ärger wichtig ist, da Ärgererleben und Entspannung inkompatibel sind.

Selbstbeobachtung und Selbsterfahrung: Über Selbstbeobachtung (z.B. mittels eines Ärgertagebuchs) soll es in ärgerrelevanten Situationen, die Rolle der Gedanken, der Körperreaktionen, der körperlichen Anspannung und der sozialen Umgebung als relevante Bausteine der Entstehung und Aufrechterhaltung von Ärger analysieren.

Kognitionstraining: Typische ärgerrelevante Gedanken sind hohe Erwartungen, vorschnelle externale Ursachenattribuierung, Generalisierungen und Verletzungen eigener Ansprüche. Hier besteht die Möglichkeit eigene ärgerrelevante Gedanken zu hinterfragen und in Form eines problemlösezentrierten Vorgehens zu ersetzen und einzuüben.

Interaktions- und Kommunikationstraining: Geeignete kommunikative Ärgerbewältigungsstile (insbesondere Ich-Botschaften) im Rollenspiel einüben.

Individuelles Anwendungstraining: Es gibt keine Patentrezepte im Umgang mit Ärger, vielmehr ist das Erleben von flexiblen Strategien mit einem breiten Verhaltensrepertoire notwendig.

Fazit

Wir konnten aufzeigen, dass die Trainer im Hochleistungssport von Besonderheiten des Systems bestimmt werden und deren Arbeit auf erfolgreich oder nicht erfolgreiche Wettkämpfe reduziert wird. In diesem Zusammenhang interessiert es niemanden, welche Arbeit außerhalb des Wettkampfes (innerhalb des Trainingsalltages) geleistet wird. Tatsächlich ist partiell das Gegensätzliche sogar der Fall. Es kam sogar vor, dass Spitzentrainer ihre Position verloren, weil sie zu pädagogisch-psychologisch gearbeitet haben. Aus diesen Überlegungen heraus wird deutlich, unter welchem Zeit- und Erfolgsdruck die heutigen Trainer stehen. Somit wird fühlbar, welche Emotionen, je nach Spielausgang in dem Trainer hochkommen und entsprechend adäquat verarbeitet werden (siehe Ärgermodell Schwenkmezger) müssen. Dies gelingt im Gros den Trainern sehr gut.

In der Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen können individuelle Bewältigungsstile entwickelt werden. Teils wird so genanntes Kommunikationstraining in den Trainerausbildungen angeboten (vgl. DFB Fussballlehrer Hannes Weisweiler Akademie). Und somit wird möglicherweise auch schon eine Antwort auf die Frage gegeben bzw. es verwundert nicht mehr, dass viele Trainer in den unmittelbaren Interviews nach dem Spielgeschehen, sich in die altbekannten Floskeln stürzen, um sich selbst zu schützen und zu verhindern, dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt, wie im zu Beginn genannten Fall des Eishockeytrainers.

 

Literatur:

Bette, K. H. (1984). Die Trainerrolle im Hochleistungssport. Sankt Augustin: Richarz.

Dusi, D. (1998). Ärgerbewältigung. Evaluation eines Ärgerbewältigungstrainings für klinische Gruppen (ÄBT-KG) im stationären Setting. Frankfurt a.M.: Lang.

Hermann, H.D., Mayer, J. (2014) Make them go. Was wir vom Coaching für Spitzensportler lernen können. Hamburg: Murmann Verlag.

Schwenkmezger, P., Steffgen, G., Dusi, D,. (1999). Umgang mit Ärger. – Ärger- und Konfliktbewältigungstraining auf kognitiv-verhaltenstherapeutischer Grundlage. Göttingen: Hogrefe.

Spielberger, C.D., Johnson, E.H., Russel, S., Crane, R.J., Jacobs, G., Worden, TJ. (1985). The experience and expression of anger: Construction and validation of an Anger Expression SCale. In M.A. Chesney & R.H. Rosenman (Eds.), Anger and hostility in cardiovascular and behavioral disorders. (pp. 5-30). New York: Hemisphere.

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Markus Gretz: Rituale im Basketball

Vor jedem Spiel wirft LeBron James Magnesiapulver in die Luft und sein ehemaliger Teamkollege Dwanye Wade macht Klimmzüge am Korb. Ist das nur Show oder haben Rituale auch eine Wirkung auf die Sportler? Machen Rituale sportpsychologisch Sinn oder ist das alles nur Aberglaube?

Zum Thema: Was passiert sportpsychologisch bei einem Ritual?

Rituale sind vor allem in Sekten und Religionen ein wichtiger Bestandteil. Aber auch im Sport sind Rituale weit verbreitet. Im Basketball gibt es zahlreiche Sportler, die sich mit einem bestimmten Ritual auf jedes Spiel vorbereiten oder die vor jedem Freiwurf dieselbe Routine durchlaufen. Mannschaften kommen in ein Huddle zusammen und rufen immer denselben Spruch oder machen eine bestimmte Geste. Diese Rituale sind teilweise individuell, werden aber manchmal auch teamübergreifend oder sogar sportartübergreifend durchgeführt. Im Sport soll damit aber keine übernatürliche Kraft gnädig gestimmt werden. Die Rituale haben für die Sportler meist eine andere Bedeutung.

So unterschiedlich wie die Rituale und Routinen sind, so unterschiedlich ist auch ihre Wirkung zu beurteilen. Manche Spieler nutzen Rituale vor allem, um sich zu beruhigen. Andere Spieler wollen sich durch ein Ritual eher aufpushen. Mannschaftsrituale werden hauptsächlich genutzt, um das Teamgefühl zu stärken und manchmal versuchen Mannschaften auch den Gegner durch Rituale zu verunsichern und selbstsicher aufzutreten (vgl. Sahra Schramm, „Mach den Haka!“:

Sarah Schramm: Mach den Haka!

Routinen und der Einfluss auf Emotionen

Wenn ein Spieler also beispielsweise vor jedem Spiel in die Hände klatscht und seine Schuhe abwischt, hat dieser Spieler vermutlich die Absicht mit hoher Energie (Fokus und Einsatz) ins Spiel zu gehen. Das Abwischen der Schuhe ist sogar funktional und hilft ihm auf dem Spielfeld nicht zu rutschen. Da dieses Ritual jedoch vor jedem Spiel ausgeführt wird, hat es noch eine andere Wirkung, die ich im Zusammenhang mit Freiwurfritualen verdeutlichen will.

Routinen haben einen starken Einfluss auf Emotionen. Durch ein gewohntes Ritual vor jedem Freiwurf erhält der Spieler das Gefühl der Kontrolle über die Situation. Es fühlt sich für den Spieler gut an, eine gewohnte Handlung auszuführen. Vor allem in Situationen, die ungewiss und aufregend sind, kann ein Ritual helfen, die Nervosität zu regulieren. Wichtig ist dabei allerdings, dass das Ritual schon Monate oder Jahre lang trainiert werden muss, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Das Ritual muss mit positiven Situationen verknüpft sein, um die positive emotionale Reaktion hervorzurufen. Wird ein Ritual nur vor schwierigen aufregenden Freiwürfen mit hohem Stresslevel durchgeführt, kann ein Ritual sogar entgegengesetzt wirken und noch mehr Aufregung hervorrufen. Bei einer sportpsychologischen Intervention werden Rituale deshalb oft erst im Zusammenhang mit Entspannungsverfahren trainiert, bevor man das Ritual in das sportliche Training integriert.

Technik stabilisieren

Rituale helfen aber auch Techniken zu stabilisieren. Unternimmt ein Spieler vor jedem Freiwurf dieselbe sportmotorisch unzweckmäßige Handlung gibt ihm diese Handlung ein zusätzliches Gefühl der Routine. Der kommende Freiwurf fühlt sich wie jeder vorher im Training geworfene Freiwurf an. Das Gehirn stellt durch das Trainieren der immer selben Bewegungsabfolge eine einfache Verknüpfung zu der darauffolgenden Bewegung her und kann diese noch einfacher abrufen. Dirk Nowitzki soll beispielsweise vor jedem Freiwurf ein Lied summen. Diese Melodie ist durch tausende von Wiederholungen im Training und im Spiel so sehr mit der darauffolgenden Freiwurftechnik verknüpft, dass die Technik anschließend stabiler und leichter ausgeführt werden kann.

Das Trainieren eines Rituals macht also sportpsychologisch und durchaus auch rational Sinn, wenn es richtig eingesetzt wird. Bei manchen Sportlern, die einen Talisman küssen oder reiben ist teilweise auch ein Teil Aberglaube im Spiel, der aber ähnlich wie ein medizinisches Placebo unbewusst wirken und natürlich auch die oben beschriebenen rationalen Wirkungen hervorrufen kann. Rituale sind aber auch nicht für alle Sportler geeignet. Spieler mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung, die also die eigene Kontrolle über die Situation als hoch einschätzen, profitieren weniger von Ritualen als Sportler, für die die Situation unkontrollierbar erscheint.

Von Aktivierung bis zur Beruhigung

Praxis Tipp: Um Rituale zu entwickeln ist es wichtig, individuell auf den Sportler und die Situation abgestimmte Bewegungen und Handlungen auszuwählen. Der Sportler muss sich mit seinem Ritual wohlfühlen. Außerdem sollte das Ritual je nach Zielstellung entwickelt werden. Springen wäre eine Beispielhandlung, um sich eher zu aktivieren, während die Augen zu schließen eher beruhigend wirkt.

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Weitere Informationen

Quellen:

Schippers, M. C., & Van Lange, P. A. (2006). The Psychological Benefits of Superstitious Rituals in Top Sport: A Study Among Top Sportspersons1. Journal of Applied Social Psychology, 36(10), 2532-2553.

Weigelt, M., & Steggemann, Y. (2014). Training von Routinen im Sport. Kognitives Training im Sport, 8, 91.

Cotterill, S. (2010). Pre-performance routines in sport: Current understanding and future directions. International review of sport and exercise psychology, 3(2), 132-153.

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Thorsten Loch: Totgesagte leben länger

Die folgende Blogidee kam mir Anfang März. Ich verfolgte ein Junioren-Bundesligaspiel und fühlte mich an das legendäre „Miracle of Istanbul“ zwischen dem FC Liverpool und dem AC Mailand aus dem Jahr 2005 erinnert. Ähnlich diesem denkwürdigen Finale bot das Juniorenspiel über die 90 Minuten Spielzeit die gesamte Bandbreite von emotionalen Höhepunkten und Tiefschlägen. Insbesondere die beiden Trainer stachen von allen Protagonisten besonders heraus und tauchten förmlich in einem Wechselbad der Gefühle zwischen Euphorie und Hilflosigkeit. Womit sich mir die Frage aufdrängt, ob die erlebte Hilflosigkeit wirklich sein muss?

Zum Thema: Was spielt sich in den Köpfen der Spieler ab und wie kann der Trainer Einfluss auf seine Schützlinge nehmen, wenn der Wettkampf zu kippen droht?

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Weitere Informationen

Der leistungsorientierte Wettkampfsport lebt von seiner Spannung und Dynamik. Fortwährend entwickeln sich neue unerwartete Situationen, die eine hohe Anpassungsleistung von allen Beteiligten verlangen. Gelingt die flexible Einstellung auf sich laufend ändernde Konstellationen im Wettkampfgeschehen (z.B. Zweikämpfe), kann hieraus ein besonderer Konzentrationszustand (vgl. Grau et al., 1990) erwachsen, der in seiner höchsten Ausprägung bis zur Selbstvergessenheit im Wettkampf führen kann. Umgangssprachlich wird dieser Zustand des „Spielrauschs“ oder „in einen Rausch spielen“ immer dann als Erklärung herangezogen, wenn Spielsportmannschaften außergewöhnliche Leistungen erzielen, wie die famose Aufholjagd der Engländer. Das Team aus Mailand spielte wie aus einem Guss und führte schnell 3:0. Csikszentmihalyi (1982) machten diesen Zustand als einer der Ersten zu seinem Forschungsinteresse und prägt den Begriff „Flow“, welcher sich im sportlichen Kontext einstellt, wenn die gestellten Aufgaben mit der für ihre Bewältigung notwendigen Fertigkeiten übereinstimmend erlebt werden.

Plötzliches Gegentor, Platzverweise, Fehlentscheidungen & Co.

Welche Möglichkeiten stehen Trainer und Spieler zur Verfügung, wenn wie nun einmal wie aus dem Nichts der „Faden reißt“ und der eben noch erlebte Flow verloren geht? Bleiben wir bei dem Champions League Finalspiel der Saison 2004/05. Die Rossoneri bestimmten in der ersten Halbzeit nach Belieben und führten „nur“ mit drei Toren. Die Entscheidung schien bereits mit dem Pausenpfiff gefallen und niemand glaubte an die Wende. Dies blieb auch bis zur 54 Minute so. Mit dem Mut der Verzweiflung gelang es dem damaligen Kapitän der „Reds“ Steve Gerrard, einen langen Ball zu verwerten. Ab diesem Zeitpunkt wendete sich das Blatt um 180°. Es schien so, als hätte Rafael Benìtez in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Dieser Anschlusstreffer ist aus sportpsychologischer Perspektive insofern sehr interessant, weil dieser Treffer nicht nur Wirkung auf das englische Team hatte. Ab diesem Zeitpunkt konnte man deutlich erkennen, dass das bis dato dominierende Team aus Mailand völlig den Faden verlor. Mit aller Anstrengung stemmten sich die Italiener gegen die drohende Niederlage, aber sich aus diesem Tief selbst zu befreien gelang ihnen nicht.

Reframing

Hat der Trainer die Möglichkeit, während des Wettkampfes mit seinen Athleten in Kontakt zu treten? Zum Beispiel in der Halbzeitpause?

Thorsten Loch: Richtige Worte für die Pause

Aber ja: Ein Trainer kann mit situationsangepasstem Coaching versuchen, den Sportler bei der neuerlichen Konzentration auf das Spielgeschehen zu unterstützen (Syer/Connolly, 1987). Neben einfach und knapp formulierten Anweisungen, ist es besonders wichtig, dass sie die Aufmerksamkeit der Sportler zentrieren oder sogar Überraschungen hervorrufen, so dass die Spieler sie als Signal für das Umschalten von Versagens- auf Erfolgserwartungen deuten kann. Eine Möglichkeit beschreibt Gauron (1984) mit der sogenannten „Technik der Neuausrichtung“ (reframing). Bei dieser Technik nimmt man eine andere Perspektive oder Sichtweise ein und stellt sich seiner vermeintlichen Schwäche oder Schwierigkeit. Fast jeder negative Gedanke kann in ein anderes Licht gerückt oder anders interpretiert werden, so dass er dem Athleten hilft, anstatt ihn zu hindern (Leisinger, 2008). Durch die Neuausrichtung soll nichts heruntergespielt werden. Vielmehr soll der negative Gedanke zum eigenen Vorteil genutzt werden. Wenn ein Athlet beispielsweise den Satz sagt: „Ich hab ein ungutes, komisches Gefühl, wenn ich an die bevorstehende zweite Halbzeit denke“, dann kann er diesen neu ausrichten und z.B. wie folgt umformulieren „Ich bin aufgeregt und fühle mich bereit“. Der positive Selbstgesprächstyp sieht eine Herausforderung in jedem Problem und nicht ein Problem in jeder Herausforderung (Zinsser et al., 2006).

Fazit

Jeder kennt die Situation, ganz gleich ob als Aktiver oder Zuschauer. Eine unvorhersehbare Aktion stellt den bis dahin gelaufenen Verlauf völlig auf den Kopf. Die spielbestimmende Mannschaft verliert den Faden und gibt das Spiel aus der Hand. Viele Sportler und auch Trainer stehen dieser, zugegebenermaßen nicht selten vorkommenden Situation, oftmals hilf- und ratlos gegenüber. Doch dies muss nicht zwingend sein. Die Technik der Neuausrichtung ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die die angewandte Sportpsychologie den Beteiligten bietet, um adäquat mit solchen Situationen umzugehen. Ein Sportpsychologe kann dabei helfen, entsprechende Fertigkeiten gemeinsam mit Spielern und/oder Trainern zu entwickeln. Es bleibt reine Spekulation, ob und wie Benìtez in der Halbzeit seine Worte gewählt hat. Was wir jedoch wissen ist, dass es ihm gelang sein Team neu auf die zweite Halbzeit einzustellen und dies mit Erfolg, wie wir in dieser eindrucksvollen Nacht in Istanbul erleben durften.

 

Literatur:

Grau, U., Möller, J., Rohweder, N. (1990) Erfolgreiche Strategien zur Problemlösung im Sport. Die drei Seiten einer Medaille. Philippka Verlag, Münster.

Gauron, E.F. (1984). Mental training for peak performance. Lansing, NY: Sport Science Associates.

Leisinger, M. (2008) Selbstgesprächsregulation im sportlichen Kontext. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Syer, J., Connolly, C. (1987) Psychotraining für Sportler. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg.

Zinsser, N., Bunker, L. & Williams, J.M. (2006) Cognitive Techniques for improving Performance and Building Confidence. In J. M. Williams, (Ed.). Applied sport psychology: Personal growth to peak performance (5th ed., pp. 349–381). Mountain View, CA: Mayfield

 

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Dr. René Paasch: Ziele und Motivation

Liebe Trainer und Trainerinnen, aus Ihrer eigenen Erfahrung wissen Sie, wie schwierig es sein kann, eine Mannschaft auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören. Oft stehen Hindernisse im Weg, die auf den ersten Blick kaum oder nur mit viel Erfahrung auszumachen sind. Dieser Beitrag soll Ihnen helfen, genau diese Klippen bei Ihren Sportlern zu erkennen, so dass Sie am Ende individuell darauf reagieren können.  

Thema: Was sollten Sie berücksichtigen, um sportliche Ziele Ihrer Spieler bzw. Spielerinnen und Mannschaft zu erreichen?

Beabsichtigt ein Sportler bzw. Sportlerin oder Mannschaft bessere Leistungen oder Ziele im Training und Wettkampf zu erreichen (bspw. taktische Veränderungen, Schussqualitäten, Reaktionsfähigkeit, Champions League, DFB-Pokal u.v.m.) können hierfür unterschiedliche Anlässe verantwortlich sein. Prinzipiell lassen sich solche Anlässe in zwei Kategorien unterscheiden: Sportler bzw. Sportlerinnen oder Mannschaften deren äußere Einflüsse und Ziele auferlegt werden, können dazu führen, dass sie nur aktiv werden, wenn Strafen drohen. Beispielsweise könnten verpasste Trainingseinheiten dazu führen, dass man im nächsten Spiel auf der Ersatzbank sitzen muss oder Straftraining für die Mannschaft angesetzt werden. Manchmal lassen sich Sportler bzw. Sportlerinnen oder Mannschaften durch sinnvolle Argumente überzeugen. Dies passiert, wenn z.B. Informationen über den Sinn und Zweck der Vorgaben des Trainers von außen an sie herangetragen werden. Sie können solche Argumente  Nachvollziehen, selbst dann wenn sie glauben, dass diese Aussagen des Trainers nicht den eigenen Bedürfnissen entsprechen.

Innere Einflüsse hingegen liegen für den Fall vor, dass der Sportler bzw. die Sportlerinnen beabsichtigen Änderungen vorzunehmen, weil sie sportliche Ziele verfolgen oder weil ihnen der Leistungssport Spaß macht. Neben dem Spaß kann ein weiterer innerer Anlass für eine Sportabsicht sein: Immer dann wenn Sport einen persönlich wichtigen Zweck erfüllt, der durchaus außerhalb des Sports liegen darf (Zugehörigkeit, persönliche Kontakte). Auch hier kommen sinnvolle Argumente für das Sporttreiben zum Tragen, allerdings spiegeln diese Argumente die Bedürfnisse der betroffenen Sportler/innen bzw. Mannschaften wider.

Zusammenspiel zwischen inneren und äußeren Einflüsse

Das Zusammenspiel zwischen inneren und äußeren Einflüsse drückt sich in der Selbstkonkordanz aus. Mit diesem Fachbegriff sind die Merkmale gemeint, die sich mit der formulierten Absicht verbinden. So lassen sich also Absichten hinsichtlich ihrer Selbstkonkordanz unterscheiden und die Höhe der Selbstkonkordanz gibt Auskunft darüber wie sehr eine gefasste Absicht den eigenen Interessen und Wertvorstellungen einer Person bzw. Mannschaft entspricht, was für Ihre praktische Arbeit sehr wichtig ist. Das von Sheldon und Elliot (1999) eingeführte Selbstkonkordanz-Modell beschreibt Zusammenhänge zwischen der Auswahl, der Verfolgung und dem Erreichen von Zielen. Selbstkonkordanz wird definiert als das Ausmaß, in dem Ziele den authentischen Interessen und Werten einer Person/Sportler/Sportlerin/Mannschaft entsprechen. Hintergrund der im Selbstkonkordanz-Modell beschriebenen Zusammenhänge ist die Beobachtung, dass Sportler auch Ziele wählen und verfolgen, die nicht unbedingt den eigenen Interessen entsprechen. Je mehr ein Ziel die persönlichen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse widerspiegelt, desto selbstkonkordanter ist dieses Ziel. Diese „Qualität“ eines Ziels beeinflusst zum einen direkt Prozesse bei der Zielverfolgung und Zielerreichung. Zum zweiten sind Effekte der Selbstkonkordanz zu erwarten, die sich auf die psychologischen Konsequenzen (z.B. Wohlbefinden, Zufriedenheit) der Zielerreichung beziehen. In ihrem Modell (Abbildung 1) verbinden Sheldon und Elliot (1999) diese zwei unterscheidbaren Prozesse miteinander.

 

Abb. 1: Selbstkonkordanz-Modell nach Sheldon und Elliot (1999).

Der erste Prozess beschreibt den Einfluss der Selbstkonkordanz auf die Zielerreichung. Demnach löst ein Ziel mit hoher Selbstkonkordanz eine nachhaltigere Anstrengungsbereitschaft bei der Zielverfolgung aus. Die Verbindung zwischen Zielerreichung und Wohlbefinden erklärt sich in diesem Modell durch den zweiten Teilprozess. Die Zielerreichung führt vor allem dann zu bedürfnisbefriedigenden Erfahrungen und dadurch zu höherem Wohlbefinden, wenn ein Ziel mit hoher Selbstkonkordanz erreicht wird. Dies wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine zukünftige Zielerreichung. Die Selbstkonkordanz beschriebenen Prozesse und Zusammenhänge konnten bereits auf der Grundlage mehrerer Studien überprüft und bestätigt werden (Sheldon & Kasser, 1998; Sheldon & Elliot, 1998; Sheldon & Elliot, 1999) Seelig & Fuchs, 2006). Sheldon und Elliot konnten den Einfluss der empfundenen Selbst- oder Fremdregulation bereits auf der Ebene der Zielauswahl beobachten, ohne dass eine entsprechende Handlung bereits durchgeführt sein muss. Auf diese Weise reicht bereits die bloße Formulierung einer entsprechenden Zielintention aus, um die Selbstkonkordanz eines Ziels beschreiben, einschätzen und messen zu können.

Die Rolle der Motivation

Was sollten Sie nun jetzt beachten und wie können sie die Selbstkonkordanz verbessern? Schauen wir uns dazu verschiedene Motivationsmodi an:  

Innere Motivation liegt vor, wenn ein Sportler bzw. Sportlerin ein Ziel selbst auswählt und verfolgt („Ich beabsichtige Leistungssport zu treiben, weil ich davon leben möchte“).

Verfolgt er/sie ein Ziel aufgrund der Überzeugung, dass es mit eigenen übergeordneten Wertevorstellungen übereinstimmt, spricht man von identifizierter Motivation („Ich beabsichtige Leistungssport zu treiben, weil ich talentiert bin und erfolgreich sein möchte“). Weil bei beiden Absichten die getroffene Zielauswahl auf eigenen Interessen beruht, wird die Begründung der Zielverfolgung als internal gesteuert.

Introjizierte Motivation liegt vor, wenn die Zielauswahl und Zielverfolgung auf Wertvorstellungen basiert, die zwar als sinnvoll akzeptiert werden, die aber nicht den eigenen Werten entsprechen. Die Übernahme fremder Wertvorstellungen führt dazu, dass sich Sportler bzw. Sportlerinnen und Mannschaften zur Zielverfolgung verpflichtet fühlen und dass eine potenzielle Nicht-Erfüllung solcher Ziele mit Angst einhergeht („Ich beabsichtige Sport zu treiben, weil ich sonst den Trainer und die Mannschaft enttäusche“).

Bei der äußeren Motivation kommt es lediglich aufgrund äußerer Anreize oder Zwänge zur Auswahl eines Ziels („Ich beabsichtige Sport zu treiben, weil meine Eltern, mich dazu drängen.“).

Für eine generelle Einschätzung der Selbstkonkordanz schlagen Sheldon und Elliot (1999) vor, die oben genannten Anregungen immer wieder in Gespräche nachzufragen und entsprechend anzupassen, indem die Summe der äußeren und der introjizierten Motivation von der Summe der intrinsischen und identifizierten Motivation abgezogen werden. Die Gesamtbetrachtung repräsentiert somit eine vereinfachte Abschätzung eines ursprünglich viergliedrigen Motivationsmusters.

Nach dieser Betrachtung könnten Sie dann Ihre Ziele nach den nun folgenden Methoden Schritt für Schritt umsetzen:

Sarah Schramm: SMARTe Ziele im Rugby

Dr. René Paasch: Per Woop zum Saisonziel

Fazit

Dieser Beitrag sollte Sie bestärken, ihre Spieler/innen und Mannschaften, in ihren Zielen voranzubringen. Viele Hindernisse existieren in den persönlichen Werten und Motivationsmodi. Das ist der Ort, wo Sie  eingreifen können und auch sollten.

Literatur

  • Seelig, H., Göhner, W., Mahler, C. & Fuchs, R. (2006). Selbstkonkordanz und Sportteilnahme: Längsschnittliche Überprüfung zweier konkurrierender Kausalstruktur-Modelle. In B. Halberschmidt & B. Strauss (Hg.), Elf Freunde sollt ihr sein? (S. 126). Hamburg: Czwalina.
  • Sheldon, K. M., & Kasser, T. (1998). Pursuing personal goals: Skills enable progress but not all progress is beneficial. Personality and Social Psychology Bulletin, 24, 1319–1331.
  • Sheldon, K. M. & Elliot, A. J. (1998). Not all personal goals are personal: comparing autonomous and controlled reasons for goals as predictors of effort and attainment. Personality and Social Psychology Bulletin, 24, 546-557.
  • Sheldon, K. M. & Elliot, A. J. (1999). Goal striving, need-satisfaction, and longitudinal well-being: The self-concordance model. Journal of Personality and Social Psychology, 76, 482-497.

Internet:

Link: http://www.die-sportpsychologen.de/2015/10/21/sarah-schramm-smarte-ziele-im-rugby/

Link: http://www.die-sportpsychologen.de/2016/08/01/dr-rene-paasch-per-woop-zum-saisonziel/

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Prof. Dr. Oliver Stoll: Der Flatrate-Ansatz

Sportpsychologisches Arbeiten reduziert sich nicht rein auf die „face-to-face“-Betreuung von Athleten oder „Vor-Ort-Beratung“ von Funktionären und Trainern. Das Berufsfeld des praktisch arbeitenden Sportpsychologen kann durchaus weiter gefasst werden. Wie schon in einem meiner jüngeren Blog-Beiträge erwähnt, eröffnet uns das World Wide Web noch weitaus größere Möglichkeiten. In der Praxis kommen aktuell auf Basis neuer technischer Möglichkeiten immer mehr sportpsychologische Nutzungsszenarien hinzu.  

Zum Thema: Sportpsychologe als Teil eines „Experten-Teams“

Einen innovativen Weg gehen jetzt die Organisatoren des jährlich stattfindenden Ultralangstreckenlaufes entlang der alten Mauergrenze um ehemals West-Berlin – dem sogenannten Mauerweglauf, der sich über 100 Meilen, also 160 Kilometer erstreckt. Dieser – mittlerweile in “Ultralauf-Kreisen“ schon zum Kult-Lauf gewordene Sport-Event – bietet in diesem Jahr einen ganz besonderen Service für seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Jeder gemeldete Läufer bzw. Läuferin hat die Möglichkeit, sich bei Bedarf an Experten zu wenden, wenn ein bestimmtes Informationsbedürfnis oder sogar ein größerer Betreuungs-oder Beratungsbedarf vorliegt. Dieser Service ist kostenmäßig schon in die Startgebühr integriert.  

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Weitere Informationen

Zur Event-Homepage: http://100meilen.de/mit-dem-100meilen-expertenteam-erfolgreich-ins-ziel/

Beratung und Betreuung im Fokus

Abgedeckt werden hier die Bereiche Training, Ernährung und Psychologie. Aus meiner Sicht kann dies für uns Sportpsychologen auch bei anderen Lauf-Großveranstaltungen ein durchaus interessantes Tätigkeitsfeld werden, sofern dies von den Organisatoren so berücksichtigt wird und von den Läuferinnen und Läufern auch angenommen werden sollte.  Sicherlich haben solche Online-Beratungsangebote auch ihre Nachteile – siehe den unten verlinkten älteren Blogbeitrag von mir.

Dennoch ergeben sich hier durchaus interessante Interaktions- und Kommunikationswege, die ja dann auch durchaus vor Ort am Tag vor dem Wettkampf oder im Ziel mit einem persönlichen Treffen kombiniert werden. Mitunter können sich auch so längere Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten ergeben. Ich bin schon sehr gespannt auf die Kontakte, die sich in diesem Zusammenhang ergeben werden.

Prof. Dr. Oliver Stoll: Athleten online beraten?

 

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Dr. Michele Ufer: Gestärkt aus der Krise kommen

Jeder Mensch durchlebt Krisen. Woran liegt es aber, dass manche Sportler in Krisenzeiten ins Straucheln kommen, während andere relativ schnell und souverän durch schwierige Zeiten navigieren und sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen?

Zum Thema: Erfolgsfaktor psychische Widerstandskraft

Ein Zauberwort, das in diesem Kontext seit einigen Jahren ziemlich en vogue ist, lautet Resilienz. Unter Resilienz bzw. psychische Widerstandskraft wird allgemein die Fähigkeit verstanden, Krisen zu bewältigen und sie durch persönliche und soziale Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen (Schumacher et al., 2005). Sie gilt als zentraler Erfolgsfaktor auf dem Weg zu mentaler Gesundheit und Leistungsfähigkeit, auch im Sport (Hosseini, S. A. & Besharat, M. A., 2010).

Nun werden Sie sich womöglich fragen, wie man denn die psychische Widerstandskraft eines Sportlers trainieren/entwickeln kann, um Krisen bzw. stressreiche Situationen zukünftig besser zu meistern? Genau das war eine der Fragen, zu der ich kürzlich auf einem Kongress Antworten bzw. Studienergebnisse vorgestellt  habe (Ufer, 2017).

Mentale Strategien

Und, was meinen sie, welche mentalen Strategien könnten die Resilienz positiv beeinflussen? Im Rahmen einer Untersuchung mit Ausdauersportlern zeigten sich positive Zusammenhänge zwischen Resilienz und den folgenden sieben sportpsychologischen Strategien:

  • Selbstgespräche
  • Emotionale Kontrolle
  • Automatismen
  • Visualisierung
  • Aktivierung
  • Negative Kognition
  • Aufmerksamkeitskontrolle

Dass heißt, je mehr/öfter die oben genannten Strategien eingesetzt werden, desto resilienter scheinen die Athleten zu sein. Gute Argumente also für mentales/sportpsychologisches Training, das vor dem Ernstfall einsetzt.

Katrin und Michael Täger: “Tanzen ist am Ende einfach auch Kopfsache!”

Messbare Resilienz?

Wie man die genannten Skills situationsadäquat entwickeln und perfektionieren kann, erfahren Sie unter anderem im Buch „Mentaltraining für Läufer. Weil Laufen auch Kopfsache“ (Ufer, 2016). Aber was, wenn Sie sind gar kein Läufer sind? Macht nix. Das Buch wird mittlerweile auch erfolgreich in anderen Sportarten eingesetzt.

Weitere Details zu den Forschungsergebnissen und darüber, wie man Resilienz messen kann und wie sich resiliente von weniger resilienten Athleten in ihrer Persönlichkeit unterscheiden, erfahren Sie auf meiner Webseite unter http://www.michele-ufer.de/index.php?id=61&items=611

Wichtige Einflussfaktoren

Und bei alldem vergessen wir bitte nicht, dass auch das Umfeld bzw. Team und die Führungskultur einen entscheidenden Einfluss auf die psychische Widerstandskraft eines Athleten ausübt. Davon handelt einer der nächsten Beiträge. Bis dahin können Sie ja erstmal an ihrer persönlichen Resilienz feilen.

Thorsten Loch: Richtiges Handeln in der Krise

 

Literatur

Hosseini, S. A., & Besharat, M. A. (2010). Relation of resilience with sport achievement and mental health in a sample of athletes. Procedia-Social and Behavioral Sciences, 5, 633-638

Schumacher, J, Leppert, K, Gunzelmann, T, Strauß, B, & Brähler, E. (2005). Die Resilienzskala – Ein Fragebogen zur Erfassung der psychischen Widerstandsfähigkeit als Persönlichkeitsmerkmal. Zeitschrift für klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 53, 16–39

Ufer. M. (2016). Mentaltraining für Läufer. Weil Laufen auch Kopfsache ist. Aachen: Meyer & Meyer

Ufer, M. (2017): Von der (Extrem-)Sportpsychologie lernen: Resilienz-Diagnostik & -entwicklung. Poster Session beim Kongress Coaching heute: Zwischen Königsweg und Irrweg, Hochschule für angewandtes Management, Erding

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Dr. René Paasch: Mentale Frische im Fußball

Viel Positives konnte Niko Kovac Trainer von Eintracht Frankfurt dem äußerst schmeichelhaften 1:0 über Arminia Bielefeld im DFB-Pokal Viertelfinale nicht abgewinnen. Abgesehen von 15 guten Anfangsminuten präsentierte sich die Eintracht so, wie in den drei Spielen zuvor: ängstlich, mit teils haarsträubenden Fehlern im Defensivverhalten und vorne ohne Power und Durchschlagskraft (Kicker 3.3.2017). In diesem Zusammenhang spricht Kovac von fehlender mentaler Frische. Doch was ist eigentlich mentale Fitness im Leistungssport Fußball? Ich nehme diesen Ball auf und erkläre anhand von praktischen Tipps, wie Sie als Trainer Ihre Schützlinge mental fit machen können. 

Zum Thema: Mit mentalem Training zu mehr mentaler Frische im Fußball!  

Als Fußballer bzw. Fußballerin mental fit zu sein, drückt sich für mich wie folgt aus: Wach und konzentriert sein, positiv denken, kreativ, selbstmotivierend, kommunikationsstark, Entscheidungen treffen, entspannt und selbstbewusst, sich Anforderungen stellen. Mentale Fitness im Leistungssport ist somit eine kontinuierliche Pflege des Arbeitsspeichers. Es gibt also gute Gründe für die Steigerung der „Mentalen Fitness“, denn die geistigen Anforderungen in der Arbeitswelt und im Leistungssport steigen stetig an. Bspw. verdoppelt sich alle fünf bis sieben Jahre das weltweit verfügbare Wissen und 80% der heute angewandten Technologien werden in zehn Jahren durch neue ersetzt sein. Wir müssen daher auf Unvorhergesehenes reagieren (Fraunhofer Institut, 2009). Somit sind Umstrukturierungen an der Tagesordnung. Wie belastend wir bestimmte Situationen empfinden, hängt nicht nur von objektiven Kriterien ab, sondern auch wie wir auf solche Situationen mental vorbereitet sind. Es macht daher Sinn, die mentale Fitness genauso zu trainieren, wie die sportmotorischen Fähigkeiten. Denn wer mental fit ist und in anspruchsvollen Situationen schnell Lösungsstrategien entwickeln kann, ist weniger anfällig für geistige Ermüdung.

Mit dem nun folgenden Programm sollen Sie mentales Training durchführen, sodass in Stresssituationen die eigenen spielerischen Möglichkeiten abgerufen werden können. Dem Spieler bzw. Spielerin soll es möglich sein, das Spiel der gegnerischen Mannschaft und der Einzelakteure analytisch zu „lesen“, die Aufmerksamkeit auf den Ball zu richten, um die Absichten des Gegners möglichst früh zu antizipieren. Dazu muss die genetisch vorprogrammierten angstauslösenden Reaktionen des Körpers außer Kraft gesetzt werden. Das Großhirn muss die Kontrolle über Gefühle wie Angst und Ärger gewinnen. Mentales Training kann dabei behilflich sein, die Selbstregulation zu stärken. Das nun folgende Programm soll Ihnen dabei Unterstützung bieten:

Ø  Gedankenstopp mit individueller Wortwahl

Ø  Achtsamkeitstraining

Ø  Handlungs- und Unterbrechungsstrategie

Ø  Gedankliche Vorstellung von Bewegungsabläufen

Ø  Aufbau von Selbstvertrauen durch Erinnerung an eigene Erfahrungen, stellvertretende Erfahrungen, sprachliche Überzeugung und Imaginative Erfahrungen

Ø  Emotionale und kognitive Vorbereitung auf die nächsten Spiele

Gedankenstopp mit individueller Wortwahl

Ein „Gedankenstopp“ ist ein speziell ausgewähltes Wort, das die Spieler/innen innerlich zu sich sagen, um die Kontrolle über das eigene Handeln wieder herzustellen. Es handelt sich also um eine Form der Handlungssteuerung durch „innere Instruktionen“. Sieh dazu folgende Texte:

Prof. Dr. Oliver Stoll: Gute Selbstgespräche

Dr. René Paasch: Selbstgespräche machen Beine

Jeder Fußballer bzw. Fußballerin ist einzigartig. Deshalb braucht jeder einen Gedankenstopp mit einem ausgewählten Wort, welches ganz speziell auf sie oder ihn abgestimmt ist. Das individuelle Wort muss folglich eine Analyse der persönlichen und emotionalen Individualitäten vorausgehen. Dies geschieht im Gespräch mit dem Trainer bzw. Sportpsychologen. Hier einige praktische Anregungen für den Fußball:

Das bemerke ich an mir (körperlich/emotional) Gedankenstopp (Wortwahl)
Ich bin nervös

 

ruhig
Ich ärgere mich über mich selbst

 

ruhig
Meine Bewegungen sind hektisch

 

ruhig und langsam
Ich habe Bauchschmerzen Ruhig atmen, du schaffst das
Ich spiele viel zu vorsichtig

 

Mutig spielen
Ich will keine Fehler machen

 

Aktiv spielen (Hier und Jetzt)

Tab 1. Gedankenstopp mit ausgewählten Worten (Paasch, 2017)

Achtsamkeitstraining

Damit die Spieler/innen auf sich selbst hören, d.h. dem Gedankenstopp mit Wortwahl gehorchen, müssen die starken Gefühle reduziert werden. Dies kann durch Achtsamkeitstraining geschehen. Achtsamkeit wird definiert als ein nicht bewertender Fokus der eigenen Aufmerksamkeit auf die augenblickliche Erfahrung. Das Ziel dabei ist ein Verweilen im Hier und Jetzt ohne die empfundenen Gefühle, Gedanken oder Wahrnehmungen zu bewerten. Die klassischen sportpsychologischen Techniken (z.B. Selbstgesprächsintervention) basieren auf der Annahme, dass die Fähigkeit zur Kontrolle der eigenen Zustände Voraussetzung für die optimale Leistung ist. Achtsamkeitsbasierte Techniken haben viele Parallelen zu den etablierten sportpsychologischen Methoden. Näheres gerne über den Link:

Dr. René Paasch: Der Trend zur Achtsamkeit

Handlungs- und Unterbrechungsstrategie 

Die dritte Anregung wird als „Handlungs – und Unterbrechungsstrategie“ bezeichnet. Wenn die Nervosität vor und während des Spiels steigt (zittert die Hand, ängstliche Gedanken), dann ist es wichtig, diese ungünstige Entwicklung gezielt zu unterbrechen. Ziel ist es, das schwierige Handeln zu unterbrechen und ganz neu anzusetzen. So, als würde das Spiel gerade erst beginnen. Dabei helfen die ersten beiden Elemente. Man spricht während der gedanklichen Pause innerlich den speziellen Gedankenstopp mit individueller Wortwahl ganz gezielt mit tiefer Ein- und Ausatmung. Sie werden sehen, dass sich die Herztätigkeit beruhigt und eine klare Sicht entstehen kann.

Gedankliche Vorstellung von Bewegungsabläufen

Einige Forderungen im Fußball sind schwierig auszuführen, wie die sehr schnellen Beinbewegungen und Reaktionszeiten. Der Ball muss zu jederzeit schnell verarbeitet und entsprechend  passgenau unter Gegnerdruck weitergeleitet werden können. Entsprechend hoch ist der Trainingsaufwand. Im Wettkampf leidet die Bewegungsausführung umso mehr, je stärker die Emotionen eine Rolle spielen. In vielen Fällen wird die Bewegung nicht mehr vollständig ausgeführt. Es passiert auch, dass in kritischen Situationen plötzlich „falsche“ Bewegungen zum Vorschein kommen. Deshalb ist es wichtig, ein präzises inneres Bild der Ausführung eines bestimmten Passes zu besitzen. Das mentale Training besteht darin, für ein oder zwei besonders erfolgreiche taktische oder technische Ausrichtungen gedankliche Vorstellungen zu erzeugen. „Gelernt“ werden diese gedanklichen Vorstellungen, indem man die Augen schließt, in einer besonders langsamen „Zeitlupe“ den Ball auf sich zukommen lässt und danach Sekundenbruchteil für Sekundenbruchteil die eigene Bewegung wie in einer Superzeitlupe rein gedanklich ausführt.

Untersuchungen mit dieser Form des mentalen Trainings zeigen, dass die gedanklichen Vorstellungen ganz automatisch Verbindung mit den an der Bewegung beteiligten Muskeln aufnehmen. So kann man in der Vorbereitungsphase die eigene Bewegungssteuerung durch gedankliche Vorstellung der Bewegungsabläufe optimieren. Man kann auch während der Pause, die Augen schließen und in Zeitlupe die taktischen Vorgaben oder technischen Fertigkeiten gedanklich ausführen. Dies bewirkt nachweislich, dass die Bewegungen weniger verkürzt werden und dass weniger „falsche“ Bewegungen vorkommen. Ich lege bspw. das Gewicht bei meinen Sportlern bzw. Sportlerinnen auf besonders erfolgreiche Handlungen, weil diese in besonderem Maße mit Selbstvertrauen gekoppelt sind. Natürlich können alle für ein Spiel wichtigen Bewegungen auf diese Weise unterstützt und gefördert werden.

Aufbau von Selbstvertrauen

Nichts verleiht eine so große mentale Stärke wie gewonnene Spiele. Und nichts zehrt so sehr am Vertrauen an sich selbst wie viele verlorene Wettkämpfe. Selbstvertrauen ist der große Gegenspieler der Angst. Wer mit der Überzeugung in eine Begegnung geht, dass er genügend Kompetenzen für einen Sieg und gute Leistung hat, wird völlig anders agieren als jemand, der an seinen Fähigkeiten zweifelt. Deshalb geht es beim hier vorgestellten mentalen Training darum, das Gefühl zu stärken, dass man etwas kann. In der Psychologie nennt man dies „Fähigkeitskonzept“. Damit ist die Überzeugung gemeint, für die Sportart wichtige Fähigkeiten zu besitzen. Die emotionale Entsprechung hierfür ist ein positives Selbstwertgefühl. Da auch absolute Weltklassefußballer immer wieder an sich selbst zweifeln, ist es sicherlich für jedermann gut, das eigene Selbstvertrauen systematisch zu stärken. Wie Ihre Schützlinge die Erinnerung an eigene Erfahrungen, stellvertretende Erfahrungen, sprachliche Überzeugung, Imaginative Erfahrungen u.v.m. trainieren können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten:

Dr. René Paasch: Selbstvertrauen im Fußball

Dr. René Paasch: Selbstwirksamkeit im Fußball

Emotionale und kognitive Vorbereitung auf die nächsten Spiele

Je plötzlicher eine Emotion auftaucht, umso schwerer kann man sie kontrollieren. Deshalb besteht dieses Programm darin, sich möglichst rechtzeitig auf die besonderen Gegebenheiten des nächsten Spiels einzustellen. Stellt man sich die Anreise zum nächsten Wettkampfort vor, das Betreten des Spielfeldes, die Zuschauer, die gegnerischen Spieler bzw. Spielerinnen, deren besondere Spielweise usw., dann beginnt es schon, das Gedankenkarussell und das Kribbeln in der Bauchgegend. Die ersten Zweifel tauchen auf, ob man es schaffen kann, die ersten Ängste werden spürbar. Hier ist es förderlich, bei der Vorstellung des nächsten Spiels mit der Atementspannung (8 Sekunden Ein- und Ausatmen) zu arbeiten und innerlich den Gedankenstopp mit individueller Wortwahl zu sprechen. Je häufiger der nächste „Angstgegner“ mit ruhiger Atmung, den abgestimmten Gedankenstopp verknüpft wird, umso mehr verliert er seine Bedeutung.

Fazit: 

Mit diesen wirkungsvollen Anregungen können Sie die Mentale Fitness ihrer Spielerinnen bzw. Spieler stärken. Einige Bereiche sind ganz allgemeiner Art (zum Beispiel die Atementspannung und die Handlungs- und Unterbrechungsstrategie) oder ganz speziell auf die Spielerin bzw. den Spieler zugeschnitten (z.B. Gedankenstopp, Bewegungsabläufe, Selbstvertrauen stärken). So könnten Sie vorgehen: Erst entwickeln Sie mit Ihren Spielerinnen bzw. Spielern eine schriftlich niedergelegte individuelle Bewegungsvorschrift und ein Wort für den Gedankenstopp. Der Bewegungsablauf sollte im Sinne eines „Drehbuches“ mit eigenen Begriffen beschrieben werden. Dann folgt die Bewegungsvorschrift im Selbstgespräch. Die richtige Bewegungsvorschrift muss man flüssig auswendig aufsagen und sich vorstellen können. Parallel dazu üben Sie immer wieder die Atementspannung und Achtsamkeit im Hier und Jetzt. Erklären Sie dabei die Zusammenhänge und Wirkungsweisen des Mentales Training. Anschließend arbeiten Sie die Knotenpunkte heraus. Wenn man den Bewegungsablauf auswendig beschreiben kann, muss er in wenige Phasen zerlegt und durch Knotenpunkte markiert werden. Danach folgt die Kinästhetisch-rhythmische Kodierung. Die Knotenpunkte sollten nach Möglichkeit in einem individuellen Kurz-Code übersetzt werden. Die vierte Stufe ist dann die, die man im Training und Wettkampf praktizieren kann. Üben Sie die o.g. Punkte so oft wie möglich, sodass der Nutzung für gezeigte Leistung und Mentaler Fitness greifen können. Viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung.

Wie immer: Meine Kollegen und ich stehen Ihnen immer hilfreich zur Seite, wenn Sie sportpsychologische Aspekte in Training und Wettkampf ausprobieren wollen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf: Zu den Profilseiten

http://www.die-sportpsychologen.de/die-sportpsychologen-2/

Literatur

BMWI, 2007 und Fraunhofer Institut, 2009

http://www.die-sportpsychologen.de/2015/05/22/prof-dr-oliver-stoll-macht-der-selbstgespraeche/

http://www.die-sportpsychologen.de/2016/11/09/dr-rene-paasch-beine-machen-mit-selbstgespraechen/

http://www.die-sportpsychologen.de/2017/02/28/dr-rene-paasch-selbstvertrauen-im-fussball/

http://www.die-sportpsychologen.de/2015/08/25/dr-rene-paasch-selbstwirksamkeit-im-fussball/.

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Dr. Hanspeter Gubelmann: Wie weiter(bilden)?

In der Schweiz gilt die Doktrin des lebenslangen Lernens. Wer weiterkommen will muss zeigen, dass er sich permanent weiterbildet. Berufsbegleitende Weiterbildungslehrgänge boomen. Big business! Die CH-Bevölkerung gibt dafür jährlich 5.3 Milliarden Franken aus. Deutlich mehr „verkauft“ als früher wird auch im Bereich so genannter „zertifizierter mentalpower“-Ausbildungen. Der Dschungel undurchsichtiger Psycho-Angebote ist gross, Orientierungshilfe entsprechend gefragt.

Zum Thema: Warum das Jahr 2017 besondere Möglichkeiten bietet

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich mehr über die Sportpsychologie erfahren und kompetent beraten werden möchte“? Spricht man die Fragestellerin auf bisherige Recherchen zum Thema an, höre ich meist: „Ich habe mal im Internet gegoogelt … und fühlte mich ziemlich überfordert.“ Hilfe tut also Not, gerade wenn es um die Beantwortung dieser Schlüsselfrage im Feld der angewandten Sportpsychologie geht. Das gestiegene Informationsbedürfnis trifft die Sichtweise des Fachverbandes. Die SASP (Swiss Association of Sport Psychology) formuliert im ersten Zweckartikel ihrer Statuten: Die SASP (…) ist Plattform für Weiterbildung, Gedanken- und Erfahrungsaustausch (…) Sie will Verbände und Öffentlichkeit über Möglichkeiten der Sportpsychologie informieren und (…) Verbände und Einzelpersonen in Fragen der Sportpsychologie beraten. Als ehemaliger SASP-Präsident ist meine Antwort auf die Eingangsfrage deshalb meist folgende:

  1. Der Besuch der SASP-Homepage (www.sportpsychologie.ch) vermittelt einen ersten Überblick und ist bei der Orientierung zweckdienlich.
  2. Die Kontaktaufnahme mit der verantwortlichen Kontaktperson unter info@sportpsychologie ist bei spezifischen Fragestellungen hilfreich.
  3. Konsultation der Liste „Fachpsychologen für Sportpsychologie FSP“. Diese beinhaltet der Koordinaten der ausgewiesenen und entsprechend ausgebildeten ExpertInnen.

Standards und hoher Anspruch an Qualität

Kürzlich wurde ich eingeladen, im Rahmen des Weiterbildungscurriculums Sportpsychologie am Sportwissenschaftlichen Institut der Uni Bern ein Referat zum Thema „Swiss Association of Sport Psychology – Aufgaben, Ziele und Aktivitäten eines ehrenamtlich geführten Fachverbandes“ zu halten. Die Adressaten waren rund ein Dutzend Teilnehmer, mehrheitlich Psychologinnen, die nach Abschluss ihrer postgradualen Weiterbildung (DAS Sportpsychologie, Uni Bern) den Fachtitel „Fachpsychologe für Sportpsychologie FSP“ erlangen können.

Angesprochen auf die Positionierung der angewandten Sportpsychologie in der Schweiz, insbesondere auf Anliegen der Qualitätssicherung, der Fortbildung und der Forderung einer noch stärkeren Professionalisierung im Berufsfeld, verwies ich auf zwei Notwendigkeiten. Dem Einhalten hoher Gütemassstäbe im Rahmen der eigenen Tätigkeit als Sportpsychologe sowie der Einhaltung der Fortbildungspflicht, wie sie von der Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) vorgegeben wird. Einer Sportlerin, die bei einem Fachpsychologen um Unterstützung nachfragt, sind demnach folgende Informationen zur eigenen Beratungskompetenz zwingend mitzugeben (vgl. Seiler, 2003):

– Transparenz – Was, warum und wie?

– Verantwortung – Leitlinien setzen, Abgrenzung ansprechen!

– Fortbildung – Blick in die Karten erlaubt!

– Vernetzung – Teamwork und Kooperation!

– Sportbezug – Fachkenntnis als Voraussetzung!

http://die-sportpsychologen.ch/2015/12/21/dr-hanspeter-gubelmann-zum-image-problem-der-schweizer-sportpsychologie/

Fortbildung ja – aber wo finde ich passende Angebote?

Die FSP-Forderungen zur Fortbildungspflicht sind klar und werden auch im Psychologieberufe-Gesetz verlangt. SASP-Mitglieder müssen jährlich 80 Stunden (2 Arbeitswochen) in den reglementarisch beschriebenen Fortbildungsformen (Kongresse, Kurse usw.) absolvieren. Das scheint viel zu sein, zudem sind Angebote und Kursmöglichkeiten häufig eher spärlich und manchmal auch nicht einfach zu finden.

Für Fortbildungsinteressierte ist 2017 ein vielversprechendes Jahr. Besonders hervorzuheben gilt es die asp-Jahrestagung (asp2017.ch) vom 25.-27. Mai in Bern. Das Praxisprogramm mit insgesamt 12 Workshops bietet ein inhaltlich buntes Angebot mit hochkarätigen Referenten. Die Themenspanne reicht von verschiedenartigen Supervisionsangeboten, Betreuungsbeispielen in spezifischen Sportbereichen (Elterncoaching, Karrierebegleitung, Sportsucht), Workshops mit Anwendungsbeispielen in Sportarten (Tennis, Fussball) bis hin zur „Arena – Sportpsychologie Schweiz“, die berufspolitische Visionen und Ziele thematisieren und diskutieren wird. Will sich die „Sportpsychologie Schweiz“ (und damit jedes Mitglied!) auch 2017 weiter profilieren, ist der Besuch dieser Tagung ein absolutes „must“!

Zur Anmeldung: ASP-Jahrestagung vom 25.-27. Mai 2017 in Bern

 

 

 

 

 

http://die-sportpsychologen.ch/2016/07/18/dr-hanspeter-gubelmann-wer-soll-es-sein-mentaltrainer-oder-sportpsychologe/

 

Quellen:

http://die-sportpsychologen.ch/2015/12/21/dr-hanspeter-gubelmann-zum-image-problem-der-schweizer-sportpsychologie/

http://die-sportpsychologen.ch/2016/07/18/dr-hanspeter-gubelmann-wer-soll-es-sein-mentaltrainer-oder-sportpsychologe/

http://www.beobachter.ch/arbeit-bildung/aus-und-weiterbildung/artikel/weiterbildung_keine-zukunft-trotz-diplom/

http://www.sgsm.ch/fileadmin/user_upload/Zeitschrift/52-2004-2/3-2004-2.pdf

https://www.psychologie.ch/fileadmin/user_upload/dokumente/Bildung/fortbildung/Erlaeuterungen_zum_Fortbildungsprotokoll_de.pdf

https://www.psychologie.ch/fileadmin/user_upload/dokumente/Bildung/fortbildung/Fortbildungsprotokoll_2017_de.pdf

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