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Lena Tessmer: Unwichtig von Amtswegen – Die Bedeutung der Sportpsychologie im DOSB-Nachwuchsleistungssportkonzept

Das Nachwuchsleistungssportkonzept 2020 des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) möchte die Qualität der kommenden Sportlergeneration sichern. Es soll transparent gemacht werden, was das Leistungssportsystem für den Nachwuchs tut und wie eine umfassende Ausbildung gewährleistet werden kann. Ich habe das Konzept hinsichtlich der Sportpsychologie unter die Lupe genommen und bin als Pädagogin, Sportpsychologin und Sportlerin enttäuscht.  

Zum Thema: Deutschlands Nachwuchs und die Sportpsychologie

Der Untertitel des Konzepts lautet „Unser Ziel: Dein Start für Deutschland“. Das hört sich persönlich an und ist sicher auch so gemeint. Deutschland möchte junge Talente für den Leistungssport begeistern. Persönlicher als dieser Untertitel wird es dann aber auch nicht mehr. Der Inhalt des Konzepts nimmt die Talentsichtung, die Rolle des Trainers, die duale Ausbildung, die wissenschaftliche Begleitung, die Eltern und die verschiedenen sportlichen Vereine/Verbände in den Blick. Die einzelnen Karrierestationen und verschiedene personellen Aufgaben werden beschrieben, aber wer damit letztendlich angesprochen wird, bleibt mir unklar.

Jetzt kann man sich fragen, ob das überhaupt wichtig ist? Ich finde keine eindeutige Antwort. Wenn die Antwort aber ist, dass es nicht wichtig ist, dann frage ich: Warum muss es das Konzept dann überhaupt geben?

Welche Rolle spielt die Sportpsychologie im Nachwuchsleistungssportkonzept

Keine. Okay, zugegeben, das stimmt nicht, aber die Erwähnung, die sie findet ist (fast) schlimmer als keine. Aber dazu später mehr. Erst einmal möchte ich einen längeren Abschnitt zitieren, der eingangs im Nachwuchsleistungssportkonzept unter der Überschrift B. Ziele des Nachwuchsleistungssports zu finden ist:

„Im Mittelpunkt des Nachwuchsleistungssports steht der Athlet/in, der/die sich freiwillig und mit zunehmender Leistungsbereitschaft und Kreativität Ziele steckt und diese anstrebt. Parallel dazu hat er/sie sich den Anforderungen einer nachhaltigen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung zu widmen, damit er/sie sowohl während als auch nach Beendigung seiner/ihrer leistungssportlichen Karriere befähigt ist, eigenverantwortlich ein sinnerfülltes Leben zu führen.“ (S. 8)

Sportpsychologen stellen sich die Nackenhaare auf

Hört sich gut an, oder? Der Athlet steht im Mittelpunkt und wird mit Hilfe vieler Werte – wie z.B. Freiwilligkeit, Kreativität und Strebsamkeit – im Leistungssportsystem ein sinnerfülltes Leben führen. Nur wie es dazu kommt und wie diese Werte vermittelt und erlernt werden, wird im Nachwuchsleistungssportkonzept nicht erwähnt. An dieser Stelle könnte die Sportpsychologie mit ihren Methoden, wie z.B. Zielsetzungs- und Visulisierungstraining sowie Motivations- und Emotionsregualtion Abhilfe leisten. Sie findet aber leider kaum Erwähnung. Die sportpsychologische Betreuung wird – neben vielen anderen Betreuungsangeboten – nach dem Konzept möglichst auf Basis „standardisierter Routineverfahren“ (S. 21) umgesetzt.

Sportpsychologische Betreuung als standardisiertes Routineverfahren? Jedem praktisch tätigen Sportpsychologen dürfte es jetzt die Nackenhaare aufstellen. Sportpsychologie ist keine Fließbandarbeit. Aktuell wird in der Berichterstattung der olympischen Winterspiele die Individualität der Athleten positiv gewürdigt. Diese wird auf individuelle Trainingsmethoden zurückgeführt. Die Sportpsychologie ist eine mögliche Trainingsmethode, die auf die Bedürfnisse und Herausforderungen des Athleten individuell angepasst sein muss, damit Deutschland bei olympischen Spielen Individualisten bejubeln kann. Im Nachwuchsleistungssportkonzept wurde dies leider nicht festgehalten.

Welche Rolle spielt das Nachwuchsleistungssportkonzept für die Sportpsychologie?   

Ich würde auch hier so gerne sagen „Keine“, aber ich glaube leider nicht, dass es stimmt. Wenn in einer zweijährigen Arbeitsphase (Beginn 11/2011) vier Expertengruppen ein solches Konzept erstellen und die Sportpsychologie dabei kaum bzw. keine Rolle spielt, dann hat das eine Aussagekraft über die Rolle, die der Sportpsychologie in der Nachwuchsarbeit zugeschrieben wird. Für die Unterstützung einer positiven Persönlichkeitsentwicklung wird lt. des Konzepts der Trainer in die Verantwortung genommen. Aber dass die Rollenanforderungen an den Trainer ohnehin schon zu umfassend sind, ist bekannt.

Wir haben in Deutschland mittlerweile Ansätze in der Nachwuchsarbeit, die hinsichtlich der Positionierung der Sportpsychologie nachahmungswürdig erscheinen. So hat z.B. der Olympiastützpunkt (OSP) Brandenburg an den Eliteschulen das Schulfach „Sportpsychologie“ etabliert. In einem Konzept, dass die bestmögliche Ausbildung von Nachwuchsathleten zum Ziel hat, sollte die Sportpsychologie zumindest theoretisch Erwähnung finden. Inwieweit die Standpunkte dies finanziell und organisatorisch umgesetzt bekommen, steht auf einem anderen Blatt. Aber ein Anfang wäre damit gemacht, indem die Wichtigkeit der Funktion der Sportpsychologie – insbesondere beim Nachwuchs – genannt wird.

Literatur: 

Kreisl, V. (2018): Ein Hoch auf Individualität im Leistungssport. Verfügbar unter: http://www.sueddeutsche.de/sport/olympia-ein-hoch-auf-individualitaet-im-leistungssport-1.3870569 (zuletzt aufgerufen am: 22.02.2018)

DOSB (2013): Nachwuchsleistungssportkonzept – Unser Ziel: Dein Start für Deutschland. Verfügbar unter: https://www.dosb.de/fileadmin/fm-dosb/arbeitsfelder/leistungssport/Konzepte/DOSB_Broschuere_NWS_Konzept_web.pdf (zuletzt aufgerufen am: 23.02.18)

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Dr. Hanspeter Gubelmann: Als Teamplayer im Einzelsport erfolgreich?

Ende Februar sorgte eine wunderbare Dokumentation im Schweizer Fernsehen für Furore: «Russi und Colombin – Das Duell» Zwei Skirennfahrer, eine Rivalität. Das legendäre Duell zweier Helden sorgte in den 70er-Jahren in der Schweiz für Emotionen und Schlagzeilen. Herzerfrischend offen beschreiben die beiden Skiasse von einst ihre damalige sportliche Rivalität. Beide wollten Sieg und Ruhm, ihre Wege zum Erfolg aber konnten unterschiedlicher nicht sein! Ein Lehrbeispiel auch aus sportpsychologischer Sicht zur Frage, wie im Einzelsport die Konkurrenzsituation im eigenen Team zu sportlichen Höchstleistungen führt.

Zum Thema: Wie interne Konkurrenz Einzelsportler antreiben kann

Im Mannschaftssport gilt es gleichermassen als Wissenschaft und Kunst, aus einer Gruppe von Einzelspielern ein funktionierendes und erfolgreiches Team zu formen. Dieses „Teambuilding“ basiert aus sportpsychologischer Sicht insbesondere auf der Entwicklung gemeinsamer Zielsetzungen, der Auswahl und Integration „passender Spieler“ (vgl. u.a. Chelladurai, 2007), der Weiterentwicklung personaler und sozial-kommunikativer Grundkompetenzen, einem aktiven Pflegen der Trainer-Spieler-Beziehung, dem Bestärken positiver Verhaltensweisen, einem frühzeitigen Erkennen und Lösen von Problemstellungen und einer vorbildlichen Grundhaltung des Trainers.

In unmittelbaren Kontakt mit diesen Ideen kam ich Mitte der 90er Jahren, als ich ein Studienjahr an University of Utah in Salt Lake City verbrachte und mich für die NBA zu interessieren begann. Damals waren es die Utah Jazz mit „Dreamteamer“ John Stockton und Karl Malone, die mit ihrer Kunst des Pick&Roll-Spiels den damaligen Branchenführer Chicago Bulls in Bedrängnis brachten. Während sich die beiden Jazz-Legenden auch ausserhalb des Spielfelds sehr freundschaftlich begegneten, war das Miteinander der beiden „Über-Bulls“ Dennis Rodman und Michael Jordan spannungsgeladen. Rodman meinte dazu: „On the court, me and Michael are pretty calm and we can handle conversation. But as far as our lives go, I think he is moving in one direction and I’m going in the other. I mean, he’s goin‘ north, I’m goin‘ south. And then you’ve got Scottie Pippen right in the middle. He’s sort of the equator.“

Ein besonderer Film

Was wäre passiert, hätten sich Rodman und Jordan als Einzelsportler in einem Nationalteam duelliert? Von dieser Art „Geschichte“ erzählt die SRF-Dokumentation «Russi und Colombin –  Das Duell» (verfügbar bis zum 8.3.2018, ggf. regionale Einschränkungen).

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Weitere Informationen

Ein Unruhestifter fordert den „Federer der 70er Jahre“

In diesem überaus spannend und informativ gestalteten «DOK»-Bericht schauen Bernhard Russi und Roland Collombin zurück auf ihre bewegte und verrückte Zeit als Topathleten im Abfahrtsrennsport. Sehr ehrlich und respektvoll schildern sie den Verlauf ihrer Karrieren – aber auch den Einfluss des „Anderen“ auf  die eigene Leistungsentwicklung. Beschrieben werden zwei „glorreiche Halunken“, beide leidenschaftliche Spitzensportler mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Herangehensweisen in Training und Wettkampf. Da der lebensfrohe und freiheitsliebende, zuweilen eigensinnige, unbekümmert auftretende Westschweizer, der im Training immer der letzte war. „Ich mochte keine Diszplin, ich war ein Dilettant. Der Trainer sagte immer, man solle es wie Russi machen. Nie sagte er, man soll es wie Collombin machen …aber ich gewann die Rennen!“ Dieser Bernhard Russi, der Federer der 70er Jahre, dürfte sich mitunter schwer getan haben mit der herausfordernden, leicht verrückt anmutenden Art seines Teamkollegen. Der Urner Vorzeigeathlet, trainingsfleissig und erfolgshungrig, bereitete sich jeweils minutiös auf seine sportlichen Ziele vor.

Als interesserter Zuschauer erhalte ich den Eindruck einer leistungsförderlichen, sportlichen Rivalität, die auf der Grundlage eines hohen gegenseitigen Respekts ausgetragen wurde.

Wir lernen gemeinsam, verschieden und erfolgreich zu sein!

Im Buch die „Simon Ammann, Andreas Küttel – Die ungleichen Zwillinge“ finden sich interessante Hinweise darauf, wie zwei charakterlich sehr unterschiedliche „Menschentypen“ als Einzelsportler einen gemeinsamen Weg an die Weltspitze finden können (S.139):

„Im Unterschied zu Ammann ist Küttel organisiert und strukturiert. Als ernsthafter und seriöser Schaffer ist er zuverlässig und berechenbar. Dies zeigt sich auch in seinem Streben nach Kontrolle und Sicherheit. Ammann hingegen ist chaotischer, sprunghafter und hat Flausen im Kopf. Seine Unbekümmertheit und sein unerschütterliches Selbstvertrauen erlauben ihm, einerseits loszulassen und andererseits Risiken einzugehen. (…) Gemeinsam ist den beiden, dass sie im Training grossen Wert auf Qualität legen und an sich selber, aber auch an ihr Umfeld, sehr hohe Ansprüche stellen. Beharrlich gehen sie ihren Weg. Sie scheuen sich nicht davor, nachzufragen, wenn ihnen etwas unlogisch erscheint, und kein Aufwand ist ihnen zu gross, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben. Diese Eigenschaft verbindet die beiden nicht nur, sondern erlaubt jedem auch, vom anderen zu profitieren. Im Laufe der Zeit realisierten beide, dass sich aus den Stärken des anderen Vorteile ergeben. Während Küttel durch Ammann immer wieder vor Augen geführt wurde, wie man mit einer gewissen Lockerheit erfolgreich sein kann, ist Ammann erst dank Küttel zum Spitzensportler geworden. Der Modellathlet hat im aufgezeigt, was es braucht, um an der Weltspitze erfolgreich zu sein.“

Psychologisch akzentuiertes Coaching

Auf der Grundlage sportwissenschaftlicher Erkenntnisse (vgl. Alfermann & Stoll, 2017) lassen sich aus diesen anekdotischen Berichten folgende Leitideen für die Betreuung von Einzelsportlerinnen und -sportlern im Teamrahmen ableiten. Aus Sicht des einzelnen Athleten heisst das:

  • Im Vergleich zum Anderen erkennen, was die eigenen besonderen Stärken sind;
  • Im Vorbild des anderen erkennen, welche Entwicklungsmöglichkeiten noch zu wenig ausgeschöpft sind;
  • Im täglichen (leistungsförderlichen) Vergleich das eigene Leistungspotential kontinuierlich erhöhen;
  • Den „gesunden Wettkampf“ untereinander pflegen und sich gegenseitig herausfordern;
  • Im erklärten Ziel, gemeinsam erfolgreich sein zu wollen;
  • Im respektvollen Umgang, insbesondere in einer mit Bedacht geführten Kommunikation (unter besonderer Berücksichtigung der nonverbalen Kommunikation!)

Am Ende seiner sportlichen Karriere beschrieb Andreas Küttel die über all die Jahre gewachsene Freundschaft „als Ehe-ähnlichen Zustand” mit einem ausgeprägten Rollenbewusstsein: „Wir unterscheiden uns sehr stark, und trotzdem verstehen wir uns sehr gut. Je nach Situation sind wir Trainingskollegen, Wettkämpfer oder Privatpersonen.“ Beide Athleten sind heute verheiratet und haben Kinder. Küttel ist heute promovierter Sportwissenschafter und lebt mit seiner Familie in Dänemark. Simon Ammann hat kürzlich ein Hotel im Toggenburg ersteigert und bereitet sich im „indian summer“ seiner Spitzensportkarriere auf die Zeit „danach“ vor. Ihre Freundschaft hat an weiteren gemeinsamen Facetten gewonnen.

 

 

Mehr zum Thema:

Freundschaft im Profi-Sport

 

Quellen:

Chelladurai, P. (2007). Leadership in sports. In G.Tenenbaum & R. C. Eklund (Eds.). Handbook of sport psychology (3rd ed., pp. 113–135). Hoboken, NJ: Wiley.

Alfermann, D. & Stoll, O. (2017) Sportpsychologie: Ein Lehrbuch in 12 Lektionen (5. Aufl.), Aachen u.a.: Meyer& Meyer.

Wälti, M. (2011). Simon Ammann, Andreas Küttel. Die ungleichen Zwillinge. Lenzburg: Faro.

https://www.srf.ch/play/tv/dok/video/russi-und-collombin—das-duell?id=0deff464-ded3-47d4-8541-17b64d0d52c8&station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7

amrodman – interview with basketball player Dennis Rodman – Interview Archived April 28, 2008, at the Wayback Machine., Mark Marvel, Feb. 1997, accessed September 1, 2008

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Prof. Dr. Oliver Stoll: Die Sinne schärfen sich (Streakrunning-Serie, Teil 3)

Feldversuch, wirklich angewandte Forschung oder einfach eine sportliche Herausforderung. Ganz egal wo die Gründe liegen, aber Prof. Dr. Oliver Stoll nimmt uns in seiner Streakrunning-Serie mit auf sein persönliches Abenteuer, welches er sich für das Jahr 2018 vorgenommen hat: Der sportpsychologische Experte will jeden Tag mindestens eine Meile laufen. Egal ob klirrende Minusgrade, leichte Zipperlein oder zum Beispiel Urlaube gute Gründe zur Rast liefern würden…

Zum Thema: Streakrunning-Serie, Teil 3

Nun ist also der Februar auch schon wieder vorbei. Und ich sitze vor meinem digitalen Lauftagebuch (www.jogmap.de) und schaue ungläubig auf die Zahlen und Grafiken. Ich sehe 59 Tage – und 60 Laufeinheiten – jeden Tag mindestens eine Einheit zwischen minimal 4,4 und maximal 25 Kilometern. Am 9. Februar 2018 war mir die eine Einheit (scheinbar) nicht genug. Meine eigener „Unglauben“ sagt schon viel über das aus, was gerade mit mir passiert. Ich achte schon darauf, dass ich mich jeden Tag laufend bewege, aber ich achte weder darauf, wann, noch wo, noch wieviel, noch wie oft. Zugegeben – das sind immer vergleichsweise kurze Distanzen. Im Durchschnitt sind das so um die acht km am Tag- und im Schnitt bin ich eher langsam unterwegs (so ungefähr sechs Minuten pro Kilometer), aber es ich war jeden Tag im Jahr 2018 laufen. Und das ganze summiert sich bis jetzt auf 459,19 Kilometer dieses Jahr und davon 217,53 Kilometer alleine im Februar. Das waren 60 Kilometer mehr als im Februar 2017. Aber da war ich auch ca. eine Woche krank. Dieses Jahr war ich noch nicht krank.

Und da bin ich auch schon beim ersten Thema, über das ich gerne ein paar Worte verlieren möchte: Ich war bis jetzt noch nicht krank. Ich neige ohnehin nicht dazu, schnell krank zu werden, aber ich habe bisher jedes Jahr, meistens im Januar oder im Februar mindestens einmal eine Erkältung. Dieses Jahr habe ich nicht mal den Anflug von „Rüsselpest“ oder die „trockene Bellerei“. Während bei mir an der Uni reihenweise die Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen, bin ich verschont geblieben. Nun – als Wissenschaftler weiß ich natürlich, dass ich diesen monokausalen Zusammenhang „Streakrunning führt zu stabiler Gesundheit“ nicht herstellen darf. Es gibt ja leider keinen „Kontrollgruppen-Oli“, der gerade nicht läuft und nur auf der Couch rumhängt. Es gibt gerade nur den „Experimentalgruppen-Oli“. Also der monokausale Zusammenhang ist damit verboten, aber „Glauben würde ich schon gerne daran“.

Erste Veränderungen 

Was hat sich noch verändert? Meine Sinne – sie funktionieren besser, oder anderes gesagt, ich nehme intensiver wahr und zwar sowohl nach innen, als auch nach außen. Ich kann Muskelspannungen sehr genau lokalisieren und spüren. Das aber leider auch, wenn ich nicht laufe. Und das ist mitunter im Februar das Problem gewesen. Ich steife gerade, vor allen Dingen in den unteren, Extremitäten total ein. Ich spüre einen ständigen, kleinen Muskeltonus“, vor allen Dingen in den Waden. Auch das ist für mich neu. Wenn ich früher mal wegen des Laufens muskuläre Probleme hatte, dann eher in den Oberschenkeln. Das hat sich nun alles nach unten verlagert. Ich weiß natürlich, dass ich mit Funktionsgymnastik etwas dagegen machen könnte, aber ganz ehrlich: Ich mag keine Funktionsdiagnostik. Also – habe ich beschlossen – ich lebe einfach damit. Das „in sich Hineinhören“ führt auch dazu, dass ich Kleinigkeiten manchmal überbewerte und sofort begonnen habe, mir Sorgen zu machen. Und diese Gedankenspirale zu durchbrechen ist dann schon ein harter Job, vor allen Dingen dann, wenn Du nicht immer Menschen um dich herum hast, die du mal fragen oder mit denen Du dich austauschen kannst. Bei meinen Arbeitskolleginnen und –kollegen reicht das Meinungsspektrum von „totalem Unverständnis“ („Du wirst schon sehen, was du davon hast. Du ruinierst dir deine Knie und deine Hüften“) bis zu großem Respekt („Mensch, Du quatscht ja nicht nur über Sport, du machst das ja auch jeden Tag“). Und dennoch gelingt mir dieses „Durchbrechen der Gedankenspirale“, spätestens dann, wenn in der Mittagspause meine Kollegen alle in die Mensa traben und ich auf die Peißnitz-Insel, auf der es jeden Tag so viel Neues zu entdecken gibt. Das Nutria, dass fett am Saale-Ufer sitzt und die letzten Grasreste frisst, wäre mir früher nie aufgefallen und auch nicht die kleinen Trailwege, die hoch auf die Klausberge führen und – wenn du oben mal stehen bleibst – einen atemberaubenden Blick über das Saaletal bis nach Kröllwitz eröffnen. Ich lerne nicht nur mich, sondern gleichzeitig auch die Stadt, in der ich arbeite, besser kennen.

Urlaubsentspannung in Lissabon

Berichten muss ich noch von zwei Erlebnissen. Als erstes vom ersten Familienurlaub (nach Lissabon), der anstand. Meine Frau und ich und unsere beiden Kinder wollten dem grauen Winter im Februar entfliehen. Generalstabsmäßig wurde meine Familie darüber informiert, dass ich ja nun – auch in Lissabon – jeden Tag wenigstens einmal laufen werde. Die Truppe war bis jetzt schon viel von mir gewöhnt, aber eben ausgerechnet im Urlaub! Nun – dieses Mal konnte ich mir dann einiges anhören. Und mal ehrlich: eigentlich haben sie Recht. Warum sollten die sich nach mir richten? Das ist meine Entscheidung mit dem täglichen Rumgerenne, also muss ich das machen, wenn ohnehin keiner mit mir rechnet. Da war natürlich wieder Disziplin gefragt. Nein – nicht ausschlafen, sondern sich um 6 Uhr leise aus dem Zimmer schleichen, wenn alle noch schlafen. Dann eben schon mal vorab die Stadt erkunden und im Anschluss nach dem gemeinsamen Frühstück, wie ein jahrelang erfahrener Lissabon-Stadtführer mit Insiderwissen und Abkürzungen zu den besten Spots angeben.

Ein besonderer Wettlauf

Oder am nächsten Tag eine Wette abschließen: Wer ist schneller draußen am Torre de Belem (ca. 7km von der Innenstadt entfernt)? Ihr mit dem Zug oder ich zu Fuß? Alles in allem ist meine Lauferei nicht groß aufgefallen. Klar, habe ich immer mal wieder ein paar Sprüche reingereicht bekommen. Die waren aber alle eher lieb gemeint. Und es war nicht so, dass mich meine Familie ärgern wollte – eher im Gegenteil.

Hier wackelte der Streak: Oberwiesenthal

Es gab einen einzigen Tag, da stand der „Streak“ auf der Kippe. Eine spontane Entscheidung, Ende Februar, an einem Samstag bei blauem Himmel und Sonnenschein – einem perfekten Wintertag – mal zum Fichtelberg zu reisen und Ski fahren zu gehen. Diese Entscheidung und die Folgen habe ich total unterschätzt. Gesagt – entschieden – getan! Skisachen zusammengepackt hingefahren und los ging es. Es war ein Traum-Ski-Tag. Vier Stunden lang sind wir dort die Pisten rauf und runter gefahren. Bis mir dann – so um 16 Uhr einfiel „Du musst ja heute noch laufen gehen“. Ein kurzes „in sich hineinhören“ signalisierte mir: Die Oberschenkel sind dicht – nichts geht mehr. Und schon ging das Gegrübele los. Setzt du dich erst mal, trinkst mal einen Glühwein, genießt die letzten Sonnenstrahlen. Die Mädels hatten sich sogleich ein Heißgetränk bestellt. Da gingen aber dann sofort die Alarmglocken los. Die Sache „vor sich herschieben“ führt garantiert zum Ende des Streaks, hämmerte mir mein „Gewissen“ ein. Und wieder einmal war Disziplin gefragt. Ich küsste also meine liebe Frau und sagte: „Bin gleich wieder da Süße“, nahm meine Ski und ging zum Auto auf den Parkplatz, zog mir meine Laufsachen an (die ich ja – das wisst ihr mittlerweile“ immer im Kofferraum mit mir führe“  und trabte mal locker los, ganz langsam, Schritt für Schritt, bis die Muskeln sich wieder erinnern an das laufen….in Richtung Oberwiesenthal-Zentrum, dann an den Pisten vorbei, hoch zum Hotel von Jens Weißflog (mit einer sensationellen Sicht auf das Winterskigebiet am Fichtelberg, hier geht es zu seinem aktuellen Insiderinterview mit ihm) bei untergehender Sonne und wieder zurück zum Auto mit dem Wissen, dass meine Mädels mir ganz sicher ein Heißgetränk mitgebracht haben. Tja, und da war es auch „vollbracht“. Aber – körperlich war ich so ziemlich komplett am Ende – Prokrastination hätte garantiert den Streak gebrochen! Diese ganze Sache hing mir dann noch drei Tage lang beim Täglichlaufen nach. Aber auch diese Muskelermüdung verschwand mit einer kleinen Reduzierung der täglichen Streckenlängen auf deutlich unter zehn Kilometer und ein Absenken der Geschwindigkeit auf sieben Minuten pro Kilometer und das auch schon nach drei Tagen.     

Der Lernfortschritt

Was habe ich also gelernt?

1.) Streakrunning ist nichts „Extremes“ – ich übererfülle sicherlich die WHO-Empfehlungen, dass sich doch bitte jeder fünfmal pro Woche mindestens eine halbe Stunde moderat intensiv, sportlich betätigen sollte (wenn man gesund bleiben möchte). Aber so sehr viel mehr ist das dann auch nicht, was ich gerade mache. Darüber muss ich mir keine Gedanken machen. Vielleicht müssen sich diejenigen Gedanken machen, die die WHO-Empfehlungen nicht umsetzen.

2.) Man ist überrascht, was alles so gehen kann, wenn man wirklich davon überzeugt ist und so eine Sache konsequent umsetzt. Wie schon angedeutet, ich laufe bezogen auf den Umfang mehr als zu „Wettkampfzeiten“ – und fühle mich aber körperlich wie mental, sehr viel ausgeglichener.

3.) Das spannendste ist zu beobachten, was sich alles verändert, weil es eben auch nicht so schnell geht, in dieser ansonsten brutal schnelllebigen Zeit. Es ist eher ein schleichender Prozess, der so etwas wie langsame Anpassung und Gewöhnung zulässt und man auch damit experimentieren darf. Damit meine ich nicht nur die muskuläre Anpassung, sondern auch das Entstehen von Gelassenheit, die entstanden ist, aber auch die geschärften Sinne und intensiven Wahrnehmungen.

Der kalte Winter scheint ja jetzt vorbei zu sein, wobei – die schönsten Läufe waren die in der Kälte bei blauem Himmel und Sonnenschein, nehmen wir mal den heutigen Tag mit -11 Grad raus. Es steht der Frühling vor der Tür, und ich kann es kaum erwarten weiter zu machen, dann aber mit kurzen Hosen und T-Shirt und wenn möglich so wie möglich mit meiner Frau.  

 

Mehr zum Thema:

Prof. Dr. Oliver Stoll: Streakrunning ist „Mentales Training“ (Streakrunning-Serie, Teil 1)

Prof. Dr. Oliver Stoll: Grenzenlose Gelassenheit (Streakrunning-Serie, Teil 2)

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Dr. René Paasch: Sind Leistungssportler für den Arbeitsmarkt geschaffen?

Alle vier Jahre stehen sie im Rampenlicht: Deutschlands beste Sportler kämpfen um olympische Medaillen. Doch nach kurzer Zeit holt der Alltag sie schnell wieder ein. Wer erfolgreich ist, erhält einen Sponsoringvertrag und es folgen ein paar Interviews und Einladungen zu Fernsehauftritte. Zum Überleben reicht dies aber selten. Für einen erfolgreichen Sportler stellt sich aber schon während seiner aktiven Laufbahn der Gedanke, wie nach dem Karriereende eine langfristige Lebensgrundlage gesichert werden kann. Diesbezüglich möchte ich Ihnen einige Anregungen liefern.

Zum Thema: Können Leistungssportler ihr Talent im Wirtschaftsleben gewinnbringend nutzen?

»Ich habe gesehen, wie schnell es im Leben gehen kann. Wenn Turnen kein Thema mehr ist, dann muss man auf eine gute Ausbildung zurückgreifen können.«

(Fabian Hambüchen, Silbermedaillengewinner Olympische Spiele, 2012)

Selbstverständlich werden Leistungssportler durch ihren Sport in ihrer Persönlichkeit anders geprägt als Gleichaltrige. Spannend ist jedoch zu ergründen, welche im Spitzensport erforderlichen bzw. erworbenen Fähigkeiten auf andere Bereiche des Lebens übertragen (Blinde & Greendorfer, 1985; Mayocchi & Hanrahan, 2000) und in der Wirtschaft aktiviert werden können. Eines der größten Hindernisse bei der Aktivierung ist die Tatsache, dass Sportler sich häufig ihrer übertragbaren Fähigkeiten gar nicht oder nur zum Teil bewusst sind (Danish, Petitpas & Hale, 1993). Zwar werden ihnen Fähigkeiten wie Zielstrebigkeit, Ausdauer und Belastbarkeit nachgesagt, die auch in der Wirtschaft erfolgversprechend sind. Aber die Frage, welche Sportlertypen welche übertragbaren Fähigkeiten für welche Jobprofile erwerben, ist bislang nur wenig erforscht. In explorativen Gesprächen mit 25 Personalchefs und führenden Personalberatern wurden zunächst unternehmensseitig wahrgenommene Chancen und Risiken für den Einsatz von Spitzensportlern in der Wirtschaft aufgenommen sowie mögliche Jobprofile für ehemalige Spitzensportler diskutiert. In einer anschließenden Online-Befragung mit 1.006 der ca. 3.800 von der Stiftung Deutsche Sporthilfe geförderten Top-Athleten in Deutschland wurden berufsrelevante Persönlichkeitsmerkmale erhoben, mit denen von über 7.700 Fachkräften und 117 EBS-Studenten verglichen sowie die in den Interviews aufgestellten Hypothesen getestet (Schmidt & Saller, 2013).

Die Studie zeigt auf, in welchen berufsrelevanten Persönlichkeitsdomänen Leistungssportler gut aufgestellt sind und in welchen sie sich weiter qualifizieren sollten, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere in der Geschäftswelt zu schaffen. Zudem verdeutlicht die Untersuchung relevante Unterschiede zwischen verschiedenen Sportlertypen. Die Ergebnisse belegen, dass es sich für Personalverantwortliche lohnt, bei der Nachwuchsrekrutierung auf die Leistungssportler zu achten. Hier die wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale von Leistungssportlern:

Engagiert, diszipliniert und mental stabil

Die Studienergebnisse zeigen, dass Spitzensportler Persönlichkeitsmerkmale aufweisen, die für den Aufstieg in einem Unternehmen förderlich sein können. So ließen sich für Sportler überdurchschnittliche Werte hinsichtlich Engagement (Wettbewerbsorientierung, Leistungsanspruch, Karriereorientierung), Disziplin (Planungsorientierung, Sorgfalt, Analyseorientierung) und Stabilität (Gelassenheit, Selbstbewusstsein, Stress- und Frustrationstoleranz) feststellen. Ein Indikator dafür, wie sich die starken Ausprägungen von Engagement und Disziplin positiv auf Bereiche außerhalb des Sports auswirken, ist die schulische Leistung. Diese Studie zeigt: Fast 10% der Spitzensportler schließen die Schule mit einem Notendurchschnitt von 1,5 und fast 20% mit 2,0 oder besser ab – und dies trotz der starken zeitlichen Belastungen durch ihren Sport.

Doch die ausgeprägten Persönlichkeitsmerkmale können im Beruf auch schwierig sein: Sportler sind meistens extrem zielstrebig und fokussiert auf ihren Sport. Die hoch ausgeprägte Leistungsorientierung hilft ihnen einerseits im Job, sie kann aber auch hinderlich sein, wenn sie davon abhält, auf dem Weg zum Ziel nach links und rechts zu schauen.

Geschlecht und Sportart

Zahlreiche soziodemographische Einflussfaktoren lassen deutliche Unterschiede zwischen Persönlichkeitseigenschaften von Leistungssportlern erkennen. Einige der Studienergebnisse entsprechen den allgemeinen Erwartungen, andere überraschen. Wie in der Gesamtbevölkerung sind auch bei Spitzensportlern Dominanz und Stabilität eher männliche Eigenschaften; die Sozialkompetenz ist bei Frauen stärker ausgeprägt. In Bezug auf Stabilität ist bei Spitzensportlern besonders groß. Dies ist insbesondere bei der Gruppe der Athletinnen unter 18 Jahren in der Stichprobe der Fall, die in ihrer Persönlichkeit häufig noch wenig gefestigt sind. Persönlichkeitsmerkmale variieren mit der jeweiligen Sportart. Während Kampfsportler tendenziell, d.h. bei schwacher statistischer Signifikanz, besonders leistungsmotiviert und dominant sind, weisen Präzisionssportler (z.B. Sportschützen) die höchsten Werte im Bereich Stabilität auf. Bei Geschwindigkeits- und Ausdauersportlern liegen die Werte im Bereich Kooperation und Sozialkompetenz tendenziell etwas niedriger. Nicht allzu überraschend ist der Unterschied in der Sozialkompetenz und Kooperationsbereitschaft zwischen Einzel- und Teamsportlern.

Unerwartet aber ist: Selbst Teamsportler können als gerade einmal durchschnittlich kooperativ im Vergleich zur Gruppe von Fachkräften bezeichnet werden. Die Vermutung vieler Personalchefs, Teamsportler seien ausgesprochen teamorientiert, bestätigt sich nicht. Lediglich Teamsportler, die in einem Sportspiel aktiv sind (also z.B. Hockey, Handball) weisen überdurchschnittlich hohe Werte bei Kooperation und Sozialkompetenz auf. Mit Hilfe einer Cluster-Analyse und Typisierung lassen sich aus den Ergebnissen des Persönlichkeitstests Segmente innerhalb der befragten Sportler abgrenzen.

Clusteranalyse Leistungssportler

Typ 1 (Einzelgänger)

zeichnet sich durch hohes Engagement und sehr hohe Disziplin aus. Sozialkompetenz und Kooperationsfähigkeit sind hingegen unterdurchschnittlich ausgeprägt.

 

Typ 2 (Kämpfer)

hat noch höhere Werte bei Engagement und Disziplin als der Einzelgänger. Gleichzeitig ist er jedoch hochgradig dominant, aber weniger persönlich stabil und weist dabei eine äußerst geringe Kooperationsfähigkeit auf.

Typ 3 (Teamplayer)

stellt das Gegenstück zum Kämpfer dar. Er erreicht auf den Skalen Engagement und Disziplin nur durchschnittliche Werte, die Dominanz ist besonders niedrig. Dafür ist seine Kooperationsfähigkeit stark ausgeprägt.

Typ 4 (Meister aller Klassen)

ist in allen Persönlichkeitsbereichen überdurchschnittlich. Er zeichnet sich durch hohes Engagement, hohe Disziplin, Kooperation, Sozialkompetenz und eine etwas überdurchschnittliche Dominanz und Stabilität aus.

Tab. 1.: Clusteranalyse Leistungssportler (Schmidt & Saller, 2013)

Spitzensportlertypen im Überblick

Schauen wir uns das im Detail an. Einen Überblick liefern Schmidt und Saller auf Basis der ausgewerteten Daten (Schmidt & Saller, 2013):

Typ: Einzelgänger 
Häufigkeit: 27 %

Beschreibung:  Äußerst leistungsmotiviert, diszipliniert und strebsam. Dabei weniger sozial kompetent und äußerst wenig an Teamarbeit interessiert. Wenig Interesse an Dominanz und Durchsetzung.

Besonders häufig bei: Einzelsportlern, insbesondere in Präzisionssportarten; Einzelkindern; Mittlerem Einkommenssegment; Berufswunsch in der Verwaltung oder beim Staatsdienst.

Besonders selten bei: Kapitänen; Spitzensportlern aus kinderreichen Familien; Spitzensportlern mit Top-Einkommen; Spitzensportlern mit Berufswunsch in der Beratung oder im Management.

Möglicher Beruf: Fachexperte

Typ: Kämpfer 
Häufigkeit: 16 %

Beschreibung: Leistungsmotiviert und einsatzbereit. Hochgradig dominant und bereit, sich jederzeit durchzusetzen. Niedriges Interesse an Kooperation. Relativ empfindlich und weniger emotional stabil.

Besonders häufig bei: Kraftsportlern; Spitzensportlern aus Großfamilien (vier oder mehr Geschwister); Niedrigeren Bildungsabschlüssen als Abitur; Spitzensportlern, die beim Beruf besonders auf die Vergütung achten (allerdings nur marginal häufiger)

Besonders selten bei: Sportspiel – Athleten; Mannschaftsspielern ohne Kapitänsamt (in einer Mannschaft mit Kapitän); Topverdienern

Möglicher Beruf: Interims-Manager

Typ: Teamplayer 
Häufigkeit: 28 %

Beschreibung: Am wenigsten ehrgeizig und leistungsmotiviert. Äußerst zurückhaltend und wenig dominant. Nur durchschnittlich diszipliniert. Stets auf Kooperation aus und äußerst mannschaftsdienlich.

Besonders häufig bei: Weiblichen Spitzensportlern; Teamsportarten; Spielsportarten; Mannschaftsspielern ohne Kapitänsamt (in einer Mannschaft mit Kapitän); Geringverdienern; Berufswunsch in der Verwaltung

Besonders selten bei: Kraftsportlern; Einzelkindern; Spitzensportlern, die beim Beruf besonders auf die Vergütung achten; Spitzensportlern mit Berufswunsch Management

Möglicher Beruf: Assistent der Geschäftsführung

Typ: Meister aller Klassen 
Häufigkeit: 29 %

Beschreibung: Überdurchschnittlich leistungsorientiert und diszipliniert. Äußerst sozialkompetent. Emotional sehr stabil und selbstbewusst. Nicht übermäßig »einzelbrötlerisch«, sondern setzt im richtigen Maße Team- und Einzelarbeit ein. Ausreichend dominant, um sich, wenn notwendig, durchzusetzen.

Besonders häufig bei: Männlichen Spitzensportlern; Ex-Kapitänen; Top-Verdienern; Spitzensportlern mit einem sehr hohen Selbstbewusstsein, später einen Job zu finden; Spitzensportlern mit Interesse an Berufen in Management, Marketing oder Beratung

Besonders selten bei: Einzelkindern; Pessimisten (die für sich wenig Jobchancen sehen); Spitzensportlern mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss; Spitzensportlern mit Interesse an Verwaltungstätigkeiten

Möglicher Beruf: Führungskraft im höheren Management

 

Anregungen für Leistungssportler & Unternehmen

Aufgrund der Studienergebnisse lassen sich in diesem Zusammenhang folgende Empfehlungen für Spitzensportler ableiten:

Duale Karriere nutzen

Eine nachgewiesene hohe Zielstrebigkeit und Disziplin hilft Sportlern, mit der Doppelbelastung fertig zu werden. Erfolgskritisch sind strukturierte Arbeitspläne, persönliche Zielvereinbarungen, die Fähigkeit zur Priorisierung und eine hohe Selbstdisziplin.

Situation bewusstmachen

Vielen Führungskräften und Ausbildungsleitern ist nicht bewusst, mit welchen körperlichen und mentalen Herausforderungen das Ausüben eines Spitzensports heutzutage auch außerhalb der Wettkampfzeiten verbunden ist. Eine offene und ehrliche Kommunikation über bestehende Anforderungen und benötigte Zeitkontingente sind daher notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche duale Karriere. Jeder Athlet ist selbst in der Verantwortung, sein Unternehmen oder seine Ausbildungsstätte ausreichend zu informieren und die Situation realistisch darzustellen.

Situative Verhaltensweisen  

Aus der Verhaltenspsychologie ist bekannt, dass es gerade im jüngeren Erwachsenenalter durchaus möglich ist, sich selbst Verhaltensvariabilität anzutrainieren, auch wenn sie nicht unbedingt den Persönlichkeitsmerkmalen entspricht. So können z.B. Menschen mit niedriger Dominanz Verhaltensweisen trainieren, um sich situativ erfolgreich gegen Widerstände durchzusetzen. Wichtigste Voraussetzung zum Aufbau von Verhaltensvariabilität ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion.

Netzwerk

Leistungssportler haben die Möglichkeit, schon in jungen Jahren exzellente Kontakte in Unternehmen und Verbände aufzubauen. Bei Sportlerbällen, Sponsoring-Events und ähnlichen Veranstaltungen haben Athleten hingegen die Möglichkeit, schon gute Kontakte aufzubauen. Fast alle Studenten und Absolventen unterschätzen die Bedeutsamkeit von Netzwerken bei der Suche nach dem Traumberuf. Die meisten Unternehmen stellen jedoch bedeutend lieber ehemalige Praktikanten oder gute Bekannte aus ihrem Netzwerk ein, anstatt die Unsicherheit der Suche auf dem freien Arbeitsmarkt auf sich zu nehmen.

Denkanstöße für Unternehmen und Ausbildungsinstitute

Spitzensportler wünschen sich für ein erfolgreiches Studium von Universitäten „Neue Studienformate“ wie kombinierte »on/offCampus« Angebote (Blended Learning), flexiblere Studienzeiten und besonders häufig Verständnis von Seiten der Betreuenden. Des Weiteren kann es sich für Unternehmen lohnen, gezielte Kooperationen mit Sportverbänden und -vereinen abzuschließen, die ambitionierte Leistungssportler zusammen bringen.

Fazit

Es ergeben sich konkrete Ansatzpunkte für die gezielte Rekrutierung von Spitzensportlern, deren Arbeitsplatzgestaltung in Form flexibler Teilzeitangebote sowie für Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber. Nicht zuletzt enthält die Studie Anregungen für Sportler und stellt die Bedeutung der dualen Karriere heraus. Die Studie zeigt auf, in welchen berufsrelevanten Persönlichkeitsdomänen Spitzensportler gut aufgestellt sind und in welchen sie sich weiter qualifizieren sollten, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere in der Geschäftswelt zu schaffen. Die Ergebnisse belegen, dass es sich für Personalverantwortliche lohnt, bei der Nachwuchsrekrutierung auf das Segment Leistungssport zu achten. Spitzensportler sind loyal und dankbar, wenn ein Arbeitgeber es ihnen ermöglicht, Sport und Beruf miteinander zu verbinden. Eine Investition in Verständnis und Flexibilität kann sich für den Arbeitgeber vor allem in den Jahren nach der aktiven Sportlerlaufbahn vielfach auszahlen.

 

Mehr zum Thema:

Prof. Dr. Oliver Stoll: Der Sport muss sich verändern

Literatur

  1. Blinde, E., & Greendorfer, S. (1985): A reconceptualization of the process of leaving the role of competitive athlete. International Review of Sport, 20, 87-93
  1. Mayocchi, L. & Hanrahan, S. (2000): »Transferable skills for career change«. In D. Lavallee, & P . Wylleman (Hrsg.): Career transitions in sport: International perspectives (S. 95-110). Morgantown, W.VA: Fitness Information Technology
  1. Danish, S., Petitpas, A. & Hale, B. (1993): Life development intervention for athletes: Life skills through sport. The Counseling Psychologist, 21, 352-385
  1. ISBS Research Series Issue 6, 01|2013: Kollege Spitzensportler Chancen für Wirtschaft und Athleten. Autoren: Prof. Dr. Sascha L. Schmidt und Thomas Saller

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Christian Bollmann – Der Unvergleichbare (#warum fragen wir nicht einfach die Besten – Episode 8)

Zu allererst der Zufall und dann mein Vertrauen in meinen Instinkt haben mich und den folgenden Spieler zusammengebracht und uns letztendlich dieses Interview ermöglicht.

Was war passiert? Bei einem meiner ersten Besuche bei den Lions im Jahr 2017 saß ich beim Training auf der Bank am Platz. Plötzlich kam ein junger Mann mit Krücken und offensichtlich einer Verletzung am Knie auf mich zu und setzte sich neben mich. Wir unterhielten uns und nach einiger Zeit fragte ich ihn, ob ich ihn für meine Reihe interviewen dürfte. In diesem Moment hatte ich keinen blassen Schimmer davon, wer dieser Mensch eigentlich war, der da neben mir saß. Er hätte ein Spieler sein können, ein Trainer oder nur ein Zuschauer. Aber ganz tief in mir war mir 100% klar, dass es genauso sein sollte. Erst viel später habe ich erfahren, dass dieser Mann von der Bank neben mir einer der Besten American Footballspieler in Deutschland ist.

Christian Bollmann, Wide Receiver bei den New Yorker Lions aus Braunschweig.

Schöne Sammlung

Seine bisherigen erfolge lesen sich wie in einem Buch:

2007 German Bowl Gewinner (Herren), 2008 Junioren Europameisterschaft, 2008 German Bowl Gewinner (Herren), 2009 3. Platz bei der Wahl zum Braunschweiger Sportler des Jahres, 2010 Europameister, 2011 5. Platz der Weltmeisterschaft, 2012 Tryout Detroit Lions NFL, 2013 German Bowl Gewinner, 2014 German Bowl Gewinner und 2. Platz beim Eurobowl, 2015 German Bowl sowie Eurobowl Gewinner, 2016 German Bowl sowie Eurobowl Gewinner, 2017 Eurobowl Gewinner sowie 2. Platz beim German Bowl.

 

Christian, wie bist du zum Football gekommen?

Ein guter Freund von mir und ich sind im Jahre 1999 auf die Lions aufmerksam geworden. Damals war ich zehn Jahre alt. Zu der Zeit waren die Lions sehr erfolgreich und waren dauernd in der Zeitung und im Radio. So entschlossen wir uns, mal ein Spiel anzuschauen. Gleich bei diesem Spiel wurden wir angesprochen, ob wir nicht auch Lust haben, Flag Football zu spielen. In der darauf folgenden Woche sind wir dann das erste Mal zum Hallen Training der Red Cubs 94 gegangen und seit dem bin ich dabei geblieben.

Was hat dich gehalten bei dieser Sportart?

Bereits bevor ich Football gespielt habe, habe ich andere Sportarten ausprobiert, wie z.B. Leichtathletik. Gleich beim ersten Flag Football Training war ich von dem super Teamgeist begeistert, der mich bis heute bei diesem Sport gehalten hat. Besonders ansprechend fand ich dabei, dass im Football viele verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Charakteren und Hintergründen zusammen kommen. So haben sich über die Zeit viele gute Freundschaften entwickelt. Ebenso hat mich die Atmosphäre bei meinem ersten Lions Spiel im Stadion so überzeugt, dass ich mir dachte: „Eines Tages will ich auch als Spieler auf diesem Feld stehen!“ Da ich sehr früh mit dem Footballspielen angefangen habe, habe ich dadurch auch wichtige Charaktereigenschaften wie Ehrgeiz und Disziplin vermittelt bekommen, die mir auch in anderen Bereichen meines Lebens enorm weitergeholfen haben.

Was macht deiner Meinung nach die spezielle Mentalität eines Spielers deiner Position aus?

Ein Wide Receiver muss immer da sein, wenn er gebraucht wird. Ein Spieler dieser Position wird häufig auf seine Produktivität reduziert. Es kann ein sehr einsamer und harter Job sein. Man muss in Bruchteilen einer Sekunde die richtige Entscheidung treffen und funktionieren. Man muss Misserfolge schnell verarbeiten können, da Fehler eines Wide Receivers (z.B. fallengelassene Bälle) sehr offensichtlich sind und immer heiß kritisiert werden. Daher muss ein Wide Receiver auch kritikfähig sein und mit dem Druck umgehen können, im Spotlight zu stehen. Man darf sich aber auch nicht von der ganzen Kritik unterkriegen lassen und muss Kritik, die einen weiterbringt, von der, die einen nur herunterzieht, unterscheiden können. Dazu gehört auch eine gute Portion Durchhaltevermögen. Auf meiner Position muss man versuchen, seinen Gegenspieler in jedem einzelnen Spielzug zu schlagen und auch wenn man seinen Job zu 100% richtig macht, den Gegner schlägt und die Route richtig läuft, kann es trotzdem sein, dass man nicht angespielt wird.

Zu der Mentalität eines Wide Receivers finde ich ein Zitat aus dem Buch „The ones who hit the hardest“ sehr passend:

„The job of receivers is inherently lonely. They line up at the edge of the field, endure hand-to-hand combat with the man covering them, run at full capacity for ten or twenty or thirty yards or more, and can only hope the quarterback sees them in the three seconds he has to unload the ball. They lack any control over their own destiny, unless they scream, jump up and down, and demand they get the ball, like a six-year-old.“

Was muss ein Spieler deiner Position charakterlich mitbringen?

Ein Spieler auf der Position des Wide Receiver sollte mentale Stärke mitbringen. Denn wenn mal ein Ball fallen gelassen wird, muss man es schnell vergessen um erfolgreich weiter machen zu können. Ein Wide Receiver muss sich seiner Verantwortung für den Erfolg des Teams stets bewusst sein und muss somit mental äußerst belastbar sein. Ich denke, dass zu einem guten Wide Receiver auch eine gewisse Portion Selbstbewusstsein dazugehört, um sich in der konkreten Spielsituation gegen seinen Gegenspieler aber auch gegen mögliche Konkurrenten der gleichen Position durchsetzen zu können. Gleichzeitig sollte jedoch der Teamerfolg an erster Stelle stehen und so muss man seinen persönlichen Erfolg auch einmal in den Hintergrund stellen können.

Was hast du selbst getan, um nicht nur deinen Körper sondern auch deinen Kopf immer wieder weiter zu trainieren?

Mir ist es wichtig, immer gut vorbereitet zu sein. Das bezieht neben der körperlichen auch auf die mentale Vorbereitung. Dazu gehört es, die Spielzüge richtig zu kennen und zu lernen. Außerdem hilft es mir sehr, Videomaterial aus den Trainingseinheiten oder vergangenen Spielen zu schauen und zu analysieren, um eigene Fehler zu entdecken und diese nicht zu wiederholen. Letzten Endes ist es vor einem Spiel immer wichtig, sich mit dem konkreten Gegner zu beschäftigen: „Was sind seine Stärken und Schwächen? Wie reagiert die Defense auf Spielzüge? Wie kann ich meine direkten Gegenspieler schlagen?“

Welches ist dein Glaubenssatz?

Ich habe eigentlich zwei Glaubenssätze:

Mein erster Glaubenssatz ist, dass sich harte Arbeit stets auszahlt. So bleibe ich immer motiviert durchzuhalten und kann mich anspornen mein Bestes zu geben. Das gilt für übergeordnete Lebensziele, aber auch für kleine Aufgaben, so wie die letzte Wiederholung im Fitnessstudio durchzuziehen.

Der zweite Glaubenssatz bezieht sich vielleicht nicht direkt auf Football, aber ich bin der Überzeugung, dass man seine Mitmenschen stets so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden möchte.

Wie motivierst du dich am besten? / Arbeitest du hier mit Videos oder Bildern?

Am Besten kann ich mich mit Bildern oder Videos aus vergangenen Spielen motivieren. Hier kann ich meine Fehler sehen, die ich nicht noch einmal wiederholen möchte, aber auch tolle Momente geben mir Motivation. An einem Spieltag hilft es mir, die richtige Musik zu hören. Ich brauche vor dem Spiel auch immer Zeit für mich, um mich am Besten auf das Spiel einzustimmen.

http://www.die-sportpsychologen.de/2015/03/26/elvina-abdullaeva-befluegelnde-musik/

Was würdest du jungen Spielern raten?

Ich finde am wichtigsten, immer POSITIV eingestellt zu bleiben. Junge Spieler sollten für Veränderungen offen sein aber auch Durchhaltevermögen mitbringen. Sie dürfen nicht gleich entmutigt sein, wenn sie nicht von Anfang an der „Go-To-Spieler“ sind. Es ist häufig schwer, als Bester und Ältester einer Jugendmannschaft in eine Herrenmannschaft zu kommen, wo man sich erst wieder neu beweisen muss. Dabei hilft natürlich eine gute Portion EHRGEIZ. Man muss gute körperliche und athletische Fortschritte in der Offseason machen, um auf sich aufmerksam zu machen. Letzten Endes ist es doch am wichtigsten eine HOHE LERNBEREITSCHAFT an den Tag zu legen, Tipps von erfahrenen Spielern anzunehmen und durch Übung immer besser zu werden.

Gibt es etwas, was du anders machen würdest, wenn du an einen einen bestimmten Moment deiner Karriere denkst?

Ja. Im Jahr 2011 hat sich eine Chance ergeben, ein Stipendium an einem College in den USA zu bekommen. Durch einige formale Fehler ist aus dieser Chance leider nichts geworden. Rückblickend hätte ich jedoch verbissener sein müssen, um mir diesen Traum zu erfüllen.

Was ist deiner Meinung nach der wichtigste Punkt, an dem die Sportpsychologie und Spieler deiner Position zusammenkommen?

Ich denke, dass die Sportpsychologie Wide Receivern dabei helfen kann, an ihrem Selbstvertrauen zu arbeiten. Besonders nach Verletzungen oder nach Phasen, in denen es mal nicht so gut läuft, muss man lernen, wieder in sich selbst uns seine Fähigkeiten zu vertrauen.

Was glaubst du, was dein Geheimnis ist, um so lange so erfolgreich zu spielen?

Es ist wichtig, sich jedes Jahr neu herauszufordern, um besser zu sein als im Vorjahr. Man  darf sich nicht auf seinen vergangenen Erfolgen ausruhen, sondern muss den Ansporn haben, besser zu sein als in der Vergangenheit. Das beginnt schon in der Offseason: Einerseits sollte man sich die Ziele setzen, körperlich schneller, stärker und besser werden wollen als in der vergangenen Saison. Anderseits sollte man auch versuchen das Spiel an sich und seine Taktiken noch besser zu verstehen. Die Offseason ist auch eine gute Gelegenheit, neue Trainingsmethoden von anderen Sportarten auszuprobieren, die einem vielleicht auch im Football weiterhelfen.

Denkst du Spieler deiner Position haben narzisstische Züge?

Ja, ich denke das sollten sie in einem gewissen Maße haben. Man muss von sich selbst überzeugt sein, da man immer im Rampenlicht steht. Man wird bei guten Spielzügen bejubelt und bei schlechten kritisiert. Ein Receiver ist keine Position, die im Hintergrund verschwindet. Da muss man die Aufmerksamkeit auch in einem gewissen Maße wollen und mögen.

http://www.die-sportpsychologen.de/2018/01/25/simon-gavanda-dr-gavanda-und-mr-hyde-warum-fragen-wir-nicht-einfach-die-besten-episode-6/

Muss ein Spieler deiner Position furchtlos sein?

In gewisser Weise muss jeder der American Football spielt, furchtlos sein. Auf die Position des Wide Receivers bezogen, sollte mal keine Angst vor dem Kontakt mit Gegenspielern haben. Wenn man versucht einen Ball zu fangen, muss man sich klar darüber sein, dass aus jeder Richtung ein Gegenspieler kommen kann, der einen versucht, daran zu hindern – da heißt es sich durchzusetzen und die Zähne zusammenzubeißen. Da hilft es auch nicht, vorher in Deckung zu gehen denn es schlägt so oder so ein und da ist es natürlich besser, wenigstens den Ball auch gefangen zu haben ;-).

Mit welcher anderen Position bist du am meisten verbunden?

Mit der des Quarterbacks. Dies hat für mich persönlich zwei Gründe:

Denn in meiner Zeit bei den Junior Lions habe ich diese Position selbst gespielt, bevor ich dann auch mal als Wide Receiver eingesetzt wurde. Die Position des Wide Receivers wollte ich schon immer spielen aber da zu Beginn meiner Jugendfootballzeit dringend ein Quarterback gebraucht wurde, musste ich diese Position spielen. Anfangs tat ich mich damit schwer, aber rückblickend habe ich dadurch ein breites Spielverständnis auch für andere Positionen bekommen können.

Die Position hat mir auch eine Einladung in Camps ermöglicht, um nach Schließung der NFL Europe einen möglichen Platz in einem Practice Squad der NFL zu bekommen. Ebenso musste ich schon das ein oder andere Mal über die Jahre bei den Lions als Quarterback einspringen, also denke ich dass ich mit dieser Position sehr verbunden bin.

Der zweite Grund ist, dass natürlich die Abhängigkeit eines Wide Receivers von dem Quarterback. Es ist unerlässlich, dass zwischen den beiden Positionen eine gute Verbindung und gegenseitiges Verständnis besteht.

http://www.die-sportpsychologen.de/2017/04/12/niklas-roemer-look-good-feel-good-play-good/

Ist deine mentale Vorbereitung bei einem schwachen Gegner dieselbe, wie bei einem Länderspiel?

Die Vorbereitung ist für mich im Grunde immer die Gleiche, aber natürlich bereitet man sich vor wichtigen Spielen noch etwas intensiver vor. Hauptsächlich muss man sich am Spieltag gut fühlen und dazu trägt es auch bei zu wissen, dass man gut trainiert hat und den Gegner in der Videovorbereitung gut studiert hat.

Hattest du schon einmal Angst vor einem Spiel? Wenn ja, wie konntest du diese überwinden?

Richtige Angst hatte ich noch nicht – aber sehr große Nervosität. Es war zwar nicht vor einem Spiel, aber vor dem Schritt vom Flag Football zum Tackle Football zu wechseln, da hatte ich sehr großen Respekt. Es gab auch zwei Situationen vor Spielen: Die erste Situation, in der ich sehr aufgeregt war, war vor dem Finale der EM 2010. Hier half mir Musik, um mich auf das Spiel zu konzentrieren. Dies hat sich auch mit zwei Touchdowns ausgezahlt. Das zweite Mal war vor dem Eurobowl-Finale in Innsbruck gegen die Raiders im Jahr 2016. Ich war die ganze Zeit sehr entspannt und auf einmal auf dem Weg zum Stadion kam sehr plötzlich die Nervosität. Auch hier hat es mir geholfen, mich zurückzuziehen, Musik zu hören und dabei noch einmal die Spielzüge zu visualisieren um mich wieder zu fokussieren.

Gab es in deiner Karriere Momente, in denen du dir sportpsychologische Hilfe gewünscht hättest?

Ich hatte in meiner Karriere Verletzungen, aufgrund derer ich gezwungen war, meinen Mitspielern von der Sideline aus zuzuschauen. Das fiel mir unheimlich schwer, weil es eine sehr ungewohnte Situation für mich war. Ich habe immer versucht, so schnell wie möglich wieder fit zu werden und konnte es nicht erwarten, wieder spielen zu können. Als dies dann jedoch der Fall war, habe ich nicht sofort wieder meine 100%ige Leistung abrufen können. Es gab zwar keinen konkreten Grund oder Gedanken, aber ich fühlte mich trotzdem so, als spiele ich mit einer „angezogenen Handbremse“. Ich denke schon, dass vor meiner Rückkehr zurück auf das Spielfeld eine sportpsychologische Hilfe durchaus hilfreich gewesen wäre.

Ist es deiner Meinung nach wünschenswert, dass sich die Sportpsychologie im deutschen Football fest etabliert?

Ich denke, dass es Sinn machen würde, um jungen und auch unsicheren Spielern das Football Spielen mental zu erleichtern. Außerdem ist es ein weiterer Schritt, die GFL auf ein besseres sportliches Niveau zu bringen und die Spieler etwas professioneller zu machen.

Natürlich benötigt nicht jeder Spieler einen Sportpsychologen und es wird bei einigen sicher auf Ablehnung stoßen, aber im Großen und Ganzen denke ich, dass alles was einen Spieler besser machen kann, auch den Sport letzten Endes besser macht.

 

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Simon Nussbaumer: Wie im Vorarlberg Spitzensport funktioniert

Was passiert, wenn sich ein Mentalcoach mit einem Olympiasieger, einem Sportpsychologen, sowie Vertretern aus der Sport-Verwaltung und der Wirtschaft trifft? Man philosophiert darüber, was denn für Athletinnen und Athleten, für Trainerinnen und Trainer, für Eltern, für Verbands- und Vereinsverantwortliche wichtig ist, um im Sport erfolgreich sein zu können.

Zum Thema: Werkschau – Wie in einer österreichischen Region eine Sportkultur erarbeitet wird (Teil 1) 

So geschehen im Olympiazentrum Vorarlberg. Und was daraus entstanden ist, sind so genannte fünf Erfolgsvoraussetzungen für den Vorarlberger Spitzensport: „Begeisterung“, „Mut“, „Wille“, „Eigenverantwortung“ und „Gespür“. Hinter diesen Erfolgsvoraussetzungen verbirgt sich eine bestimmte Haltung, ein bestimmtes „Mindset“, wenn man so will, eine bestimmte Kultur des Umganges und des Strebens nach Erfolg. Und genau daran wollen wir gemeinsam arbeiten: An einer neuen Sportkultur im Land Vorarlberg.

Aber hier lag auch schon die große Schwierigkeit: Wie gestaltet man einen Prozess, bei dem es um „Kulturentwicklung“ geht? Wir wissen, dass eine starke und identitätsstiftende Kultur in einem Unternehmen ganz entscheidend für den Unternehmenserfolg ist. Beispiele hierfür kennen wir zur Genüge, denken wir dabei nur an Unternehmen wie beispielsweise „Apple“ oder „Hewlett-Packard“. Aber wie lässt sich eine neue Kultur im Sport entwickeln?

Das „magische Dreieck des Sports“

Wir einigten uns darauf, klein anzufangen. Um damit einen ersten Impuls zu setzen und vor allem Erfahrungen zu sammeln. Wir setzten uns gemeinsam mit dem Vorarlberger Skiverband, einem Verband mit anerkanntem Leistungszentrum zusammen und überlegten uns, wie wir einen solchen Prozess starten könnten? Uns war schnell klar, dass wir an mehreren, unmittelbar an der Sportart beteiligten Personengruppen ansetzen müssen. Da kam uns das „magische Dreieck des Sports“ in den Sinn:

Das „magische Dreieck des Sports“

Wir entschieden uns, in einem ersten Schritt mit den Trainerinnen und Trainern des Vorarlberger Skiverbandes zu arbeiten, da diese in unmittelbarer Betreuung der Athletinnen und Athleten stehen und sie diese durch ihre Haltung und Trainingsphilosophie in ihrer Entwicklung ganz wesentlich beeinflussen. Insgesamt beteiligten sich 16 Trainerinnen und Trainer an diesem Prozess.

Erfolgsvoraussetzungen im Fokus

Mir ging es darum, eine Lernplattform zu schaffen und insbesondere eine Reflexion in Gang zu setzen, mit dem Ziel, abschließend Trainings- und Messmodelle an der Hand zu haben, die es uns ermöglichen, die fünf Erfolgsvoraussetzungen zu entwickeln und deren Ausprägung zu messen.

Möchte man einen solchen Prozess starten, dann können bei den Trainerinnen und Trainern gewisse „Ängste“ entstehen: „Nun wird die eigene Arbeit oder der eigenen Coaching-Stil in Frage gestellt“, „Jetzt müssen Kompetenzen abgegeben werden“ oder „Jetzt kommt noch mehr Arbeit auf uns zu“.

Logische Ängste und Bedenken 

Diese Ängste und Bedenken wahr- und auch ernst zu nehmen und diesen Raum zu geben, halte ich in diesem Zusammenhang für ganz entscheidend. Das ganze kann mit einem Veränderungsprozess verglichen werden. Dabei sollte folgendes berücksichtigt werden:

  • Die Führungskräfte des Fachverbandes müssen für dieses Projekt begeistert werden
  • Transparenz bei den Beteiligten durch Kommunikation schaffen
  • Die betroffenen Trainerinnen und Trainer ganz stark beteiligen
  • Nicht alle Lösungen bereits vorgeben
  • Eine Vision schaffen

Sensibilisieren für das Thema

Im Rahmen unseres Prozesses starteten wir mit einem sogenannten „Inspirations-Workshop“. Zu diesem Zweck luden wir vier Personen aus dem Sport, der Wirtschaft und der Kirche (!) ein, die eingeladen waren, ihre persönliche Sicht der fünf Erfolgsvoraussetzungen zu schildern. Dieser Schritt eignete sich aus meiner Sicht hervorragend, auf das Thema einzustimmen, zu sensibilisieren und Appetit auf den gemeinsamen Prozess zu machen.

Die erste Phase des Projektes ist mittlerweile abgeschlossen. Es liegen für alle fünf Erfolgsvoraussetzungen Mess- und Trainingsmodelle vor. Diese werden von den Trainerinnen und Trainern gegenwärtig auf Praxistauglichkeit getestet. Die Ergebnisse werden im Frühling gemeinsam zusammengetragen und wo notwendig Adaptierungen vorgenommen.

Das Projekt startet in die zweite Phase

Im Rahmen der 2. Phase des Projektes wird gegenwärtig für die Eltern der Athletinnen und Athleten ein Workshop-Design ausgearbeitet. Parallel dazu sind für die Weiterentwicklung der Coaching-Philosophie der Trainerinnen und Trainer mehrere Module geplant, die sich mit Themen wie bspw. „Teambuilding in Einzelsportarten“ sowie „Führen von sich selbst und Athletinnen und Athleten“ befassen werden.

Es bleibt also spannend! ☺ Und ich werde weiterhin berichten.

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Jürgen Walter: Schluss mit lustig

Für Sehenswertes bei den Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sorgten die Sportler nicht nur im Wettkampf, sondern auch privat. Im Netz machten einige mehr oder weniger witzige Clips die Runde. Ein – nicht zuletzt via BBC Sport – sehr bekannt gewordenes Video zeigt einen Schweizer Olympiaathleten in waghalsigen Missionen. Dabei handelt es sich um eine Hubwagenfahrt ein Parkdeck hinunter oder das seitliche Anhängen an eine Rolltreppe, um eine Etage hinaufzusteigen. Sind solche Aktionen wirklich noch Spaß, um sich mental auf den Wettkampf vorzubereiten, oder werden hier Grenzen überschritten?

Zum Thema: Wie viel Spaß ist erlaubt?

Spaß ist generell nie falsch, denn eine Tätigkeit aus intrinsischer Motivation durchzuführen, zeigt erst, dass der Sportler für seine Sportart lebt. Das vollkommene aufgehen in einer Tätigkeit, führt laut der Flow-Theorie von Csíkszentmihályi (1985) zu einem Flow-Zustand. In diesem ist der Sportler vollkommen fokussiert und konzentriert auf die eigentliche Aufgabe. Eben einen solchen Zustand sollten die Sportler natürlich auch im Wettkampf erreichen, da ein Flow-Erleben die ideale Performance ermöglicht (Csíkszentmihályi, 1985).

Die Vorteile von positiven Gefühlen auch in der Freizeit während sportlicher Wettkämpfe sind ersichtlich. Zum einen verbessert Spaß die Regeneration nach Wettkämpfen und hilft negative sportliche Ereignisse zu verarbeiten. Denn generell gilt, dass die Freude am Spiel die Furcht vor einem möglichen Misserfolg aufwiegt. Wird eine sportliche Situation spaßhaft durchlebt, so kann das nach dem ABC-Modell von Ellis (1957) die Gedanken an negative Situationen verändern. Daraus resultiert eine veränderte Konsequenz aus dem ein oder anderen negativen Erlebnis. Die Sportler lernen, wie ihre eigenen Gedanken wirken und schaffen es, sich weiterhin zu motivieren (Ellis, 1977). Trägt der Sportler diese positiven Gedanken in die Wettkampfsituation, steigert das die Wahrscheinlichkeit den Flow-Zustand zu erreichen. Dadurch kann das volle Leistungspotential in der Wettkampfsituation ausgeschöpft werden und die vorher gesetzten Ziele besser erreicht werden Somit ist Spaß sowohl innerhalb als auch außerhalb von Wettkampfsituationen nicht nur erlaubt, sondern zwingend notwendig  um mental stark zu sein und eine ideale Performance abzuliefern (Csíkszentmihályi, 1985).

Das Problem mit “zu viel Spaß”

Dass zu viel Spaß auch negative Seiten in Bezug auf den Wettkampf haben kann, ist ersichtlich. Einerseits führt „zu viel“ Spaß zu mangelnder Ernsthaftigkeit und Konzentration vor und in Wettkampfsituationen und führt dazu, in unpassenden Situationen zu leichtfertig zu werden. So kann ein Übermaß an Spielfreude etwa dazu führen, im Spiel mehr Risiko als nötig einzugehen und dadurch die Wahrscheinlichkeit von Gefährdungen und Verletzungen zu erhöhen. Ein gutes Beispiel ist das zu Beginn erwähnte Video auf Twitter.

Selbstverständlich sind bei Olympia nur die Topathleten des Landes vertreten, sodass sich keine Sorge über das Halten von Körperspannung, Kraft oder ähnlichem in solch waghalsigen Situationen gemacht werden muss. Trotzdem regen solche Aktionen zum Nachdenken an, wie viel Spaß erlaubt ist. Denn trotz allem gilt immer, der Spaß hört da auf, wo Sicherheitsbelange berührt sind. Es steigt die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls und dann ist Ende mit sportlicher (Höchst-)Leistung.

Fazit

Wie viel Spaß erlaubt ist, bleibt eine individuelle Frage. Die Sportler haben im Verlaufe ihrer Wettkämpfe eigene Rituale entwickelt mit Erfolgen, Misserfolgen und der Nervosität vor Wettkämpfen umzugehen, um ihre Leistung zu bringen. Daher lassen Sie die Sportler so viel Spaß haben wie sie wollen, wenn es ihnen dabei hilft, gut zu sein – wenn es drauf ankommt. Nur eins sollte immer im Fokus stehen: die Sicherheit. Dass Vorbeugen von Unfällen sollte für keinen Spaß der Welt vernachlässigt werden. 

 

Film „Praxis der Sportpsychologie“

Jürgen Walter ist im Sinne der Sportpsychologie auch zum Filmemacher geworden. Wenn Sie seine Dokumentation, die unter anderem im Bayrischen Rundfunk zu sehen war, auf DVD erhalten wollen, können Sie den Film (u.a. mit Mats Hummels) hier beziehen:

http://www.walter-sportpsychologie.de/aktuelle-filmprojekte-praxis-der-sportpsychologie.html

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Weitere Informationen

Quellen:

Ellis, A. (1977). The basic clinical theory of rational-emotive therapy. Handbook of rational-emotive therapy1, 3-34.

Csikszentmihalyi, M. (1985). Das Flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile: Im Tun aufgehen. Stuttgart.

BBC. (2018) Twitter. Verfügbar unter: https://twitter.com/BBCSport (17.02.2018).

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Johanna Constantini: Was moderne Sportpsychologen über soziale Medien wissen sollten

In meinem ersten Blog habe ich auf die Gefahren in der vermeintlich heilen Welt der sozialen Medien aufmerksam gemacht. Dabei stellt sich mir in der Praxis sehr oft die Frage, ob wirklich schon alle in dieser „neuen Welt“ angekommen sind? Denn viele von uns – aktuell noch der Großteil der Weltbevölkerung – zählt eben nicht zu der Generation „digitale native“, wie sie der Pädagoge und Manager im Bereich des E-Learnings, Marc Prensky, erstmals bezeichnet hat. Die Generation „digitale Ureinwohner“, allgemeiner bezeichnet als „Generation Y“ (Carrington, C., 2017) umfasst im Groben nämlich lediglich all jene, die um die Jahrtausend-Wende geboren wurden. Den Großteil meiner praktizierenden Sportpsychologie-Kollegen betrifft dieser Geburtszeitraum also ebenfalls nicht! Aus diesem Grund möchte ich meinen heutigen Blog den grundlegenden Informationen der bekanntesten und (zumindest im deutschsprachigen Raum) am meisten verwendeten Social Media Kanäle widmen.

Zum Thema: Soziale Medien und Nachrichtendienste im Überblick – Teil 1  

DAS soziale Netzwerk schlechthin heißt „facebook“, ehemals „thefacebook“ und wurde von dem Harvard Studenten Mark Zuckerberg im Jahr 2004 ursprünglich als Dating-Plattform gegründet. Im 2. Quartal 2017 zählte Facebook rund zwei Milliarden Nutzer, die die internationale Plattform zumindest einmal im Monat besuchen (heise online, 2017). Aber aufgepasst: Der Großteil der Inhaber eines Facebook-Profils klickt die Seite mehrmals am Tag an!

Die täglichen Nutzer von Facebook steigen weltweit an. © allthefacebook.de, 2018

Facebook

Es spielt sich auf Facebook also allerhand ab: Dank der ständig wachsenden Funktionen können über das soziale Netzwerk virtuelle Freundschaften geschlossen, Bilder geteilt, Nachrichten verschickt, Videos gepostet, Veranstaltungen erstellt, Produkte ge- und verkauft und weltweite Nachrichten gelesen werden. Auch für Athleten ist auf Facebook viel Interessantes dabei, so „folgen“ zahlreiche Sportler ihren Idolen über diverse „Facebook-Seiten“, „liken“ deren Beiträge und informieren sich über deren Ergebnisse. Federführend im Bereich der Sportler-Seiten auf Facebook ist übrigens der fünffache Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der Real Madrid Kicker zählt aktuell 122.586.763 Fans (Personen, die seine Seite „liken“).

Praxistipp: Aus Erfahrung weiß ich, dass Athleten Facebook gerne verwenden, weil sie dort vermeintlich ALLE Informationen bekommen. Angefangen von weltweiten Nachrichten, über den Leistungsstand der Sportkollegen dank Statusinformationen bis hin zu Neuigkeiten was Reglements betrifft.

Beschäftigt man sich jedoch auch als Sportpsychologe mit dem Kanal, so merkt man schnell wie Facebook die ausgespielten Inhalte aufgrund des eigenen Online-Verhaltens steuert (was sich übrigens nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Google und weitere Seiten bezieht). Auch sogenannte „Fake-News“ spielen dabei eine große Rolle. Durch Algorithmen besteht so die Gefahr der einseitigen Informationsaufnahme und Verarbeitung. Also: Augen auf, auch als Sportpsychologe – die Athleten werden für neue Sichtweisen und Inhalte dankbar sein.

Instagram – von moderner Bildsprache und vielen Täuschungen!

Um bei Cristiano Ronaldo zu bleiben, so zählt der sogenannte Hashtag #cristianoronaldo aktuell 51.599 Beiträge, die, gibt man sie unter instagram.com ein, eine ganze Bildergalerie gefüllt mit Inhalten des spanischen Fußballstars bereithalten. So funktioniert nämlich Instagram, ein seit 2012 zu der Facebook Inc. gehörende soziale Netzwerk. Das mit rund 500 Millionen täglicher Nutzer – 800 Millionen monatlich (September 2017, business.instagram.com) lebt von den Bildern seiner User, die je nach Inhalt mit verschiedenen Hashtags versehen werden. Mithilfe dieser Hashtags werden sie dann von anderen Usern gefunden, bestaunt und auch – wen wundert´s – beneidet. Und beneidet  deshalb, weil Instagram-Bilder meist einfach nur atemberaubend sind! Obwohl deren Fotomotive in der Realität meist anders ausgesehen haben. Sogenannten „Filter“ ermöglichen es Instagram-Usern nämlich, ihre Bilder und Videos so zu verändern, dass auch der tristeste Sportplatz wie das Olympische Stadion aussieht.

Eine Übersicht der „Instagram Stars“ mit den meisten Followern zeigt mit Cristiano Ronaldo schon an zweiter Stelle einen Sportler. © statista, 2018

Praxistipp: Vor allem in meiner sportpsychologischen Arbeit passiert es mir bei Gesprächen mit Sportlern, dass sich Neidgefühle auf Instagram-Bilder von Konkurrenten zurückführen lassen. Also – über die Filter sollte man Bescheid wissen, um sie in der Beratung gegebenenfalls FÜR seine Athleten einsetzen zu können! Oftmals hilft es auch, seinen Athleten die eigenen Augen als den besten aller Filter zu verdeutlichen. Viel zu oft wird meiner Meinung nach heute die (Handy)Kamera gezückt, bevor das gerade betrachtete Bild (eine schöne Landschaft oder ein Treffen mit Freunden) ins Gehirn und damit in unsere Erinnerung gelangt. Und gerade die macht unser Leben doch aus, oder?

Snapchat – vom schnellen senden & schnelleren löschen!

Mit dem Slogan „The fastest way to share a moment“ wirbt das soziale Netzwerk Snapchat, dass Ende 2017 mit 187 Millionen täglichen Nutzern ebenfalls die Millionenmarke knackte (statista, 2018). Über Snapchat ist es  möglich, Videos oder Bilder, die mit Texten versehen werden, zu verschicken, bevor sich die Inhalte nach wenigen Sekunden wieder „von selbst zerstören“. Nicht zuletzt, weil die meisten neuen Smartphones sogenannte „Screenshots“ oder Bildschirmfotos machen können, ist der Teil mit dem zerstören jedoch längst hinfällig geworden – es ist also durchaus möglich, Inhalte von Snapchat zu erhalten. Und davon werden auf der ganzen Welt täglich durchschnittlich 3,5 Billionen erzeugt (expandeddramblings.com, 2018). Die Schnelllebigkeit der Gegenwart wird mithilfe dieses sozialen Netzwerks dennoch sehr klar verdeutlicht: So wie wir kommunizieren, so leben wir. Schnell, sofort, überholt. Wir nehmen uns kaum mehr Zeit uns auszutauschen und das gerade Gesagte ist rasch vergessen – oder eben gelöscht.

Die Zahl der täglichen Snapchat-User stieg im vergangenen Jahr 2017 um 187 Millionen © statista, 2018

Praxistipp: Mein sportpsychologischer Tipp bezieht sich hier nicht nur auf das soziale Netzwerk Snapchat, sondern auf die allgemeine Tendenz der Schnelllebigkeit. Dagegen hilft es, mit den Sportlern sogenannte „Entschleunigungsstrategien“ zu erarbeiten und Achtsamkeit zu üben!  

Ausblick

In meinem nächsten Blog zum Thema „Chancen und Risiken sozialer Medien für die moderne Sportpsychologie“ möchte ich euch weitere Social Media Kanäle vorstellen und ebenfalls Strategien anführen, die ihr im Umgang mit euren Athleten einsetzen könnt. Sie gehören nämlich möglicherweise bereits zu den „digital natives“.  

 

Mehr zum Thema:

Johanna Constantini: Chancen und Risiken sozialer Medien für die moderne Sportpsychologie

Literatur

Carrington Clarke: Why are Millennials worried about the future? In: ABC News. 8. Februar 2017 (englisch, net.au [abgerufen am 22. Februar 2017]):

heise online: facebook melden 2 Milliarden Nutzer: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-meldet-2-Milliarden-aktive-User-3757367.html

https://business.instagram.com/blog/welcoming-two-million-advertisers/

https://www.statista.com/statistics/545967/snapchat-app-dau/

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Thorsten Loch: Die Stärken des Gegners klauen

Es gleicht einem Eishockey-Wunder. Vor rund 3000 Zuschauern im Kwangdong Hockey Centre bezwingt die DEB-Auswahl den Weltmeister Schweden sensationell in der Overtime mit 4:3. Damit stehen Deutschlands Eishockeycracks vor dem ersten Medaillen-Gewinn bei Olympischen Spielen seit 1976. Damals holte die Auswahl den dritten Platz und somit Bronze. Am kommenden Freitag ist Kanada der Halbfinalgegner und die Chancen auf Edelmetall sind so gut wie seit langen nicht mehr.

Zum Thema: Die „Verwandlung“ des Gegners

Es gibt Gegner, die man bewundert, gegen welche man sich keinerlei Chancen ausrechnet, von denen man annimmt, dass sie einfach besser sind. Das mag gerade auf das Team aus Schweden zutreffen, jedoch besteht die Problematik darin, dass man sich von Anfang an in eine innere Verteidigungshaltung begibt. Wenn man glaubt, dass das Spiel bereits auf dem Papier entschieden ist, wird es sehr unwahrscheinlich, dass man dem vermeintlichen Favoriten ein Bein stellen kann. Um eine Umwandlung in selbstbewusste Energie und Offensivgeist zu beschwören, schlagen Syer/Connolly (1978) in diesem Zusammenhang vor, sich das Selbstbewusstsein vom Gegner zurückzuholen.

Dies gründet auf einem bekannten Phänomen der Gefühlsübertragung. Das Beobachten und Interpretieren von Verhaltensweisen anderer, die bestimmte Emotionen bei einem selbst ankündigen, löst beim Beobachter ähnliche Gefühle aus. Beispielsweise löst ein weinendes Kind häufig das Gefühl von Mitleid aus, wohingegen antriebsstarke Vorbilder Unternehmungslust und Freude provozieren. Um Gefühle der Minderwertigkeit, der Unsicherheit und der Defensive zu überwinden, stellt man sich im entspannten Zustand einen Gegner vor, dem man sich unterlegen fühlt. Man beobachtet diesen, visualisiert besonders bewundernswerte Verhaltensweisen, stellt sich vor, wo deren Stärke liegen und woher deren Selbstbewusstsein rührt. Im Anschluss reflektiert man die eigenen Verhaltensmerkmale und vergleicht diese mit denen des Gegners. Besonders wirkungsvoll ist dieses Vorgehen, wenn man die Aufmerksamkeit auf die Stärken des Gegners lenkt, welche man nicht zu besitzen glaubt. Das sind dann jene Eigenschaften, die man dem Gegner überlässt und sich dann mental zurückholt.

Neue Selbsterfahrung

Auf diese Weise wird es dem Sportler möglich, die verloren gegangenen Eigenschaften, die man dem Gegner zuspricht, wieder zurück zu holen. Mittels dieser Methode wird es möglich, neue Selbsterfahrungen zu sammeln und man erkennt die Haltlosigkeit der eigenen Minderwertigkeitskomplexe.

Fazit: Es kommt immer wieder im Wettkampfsport vor, dass man sich einem schier unbezwingbar geglaubten Gegner gegenübersieht. Jedoch ist jeder darin gut beraten, nicht vorab sprichwörtlich die „Flinte ins Korn zu werfen“. Der Sieg der DEB-Auswahl gegen den Weltmeister ist nur ein Beispiel – stellvertretend für viele. Dieser Mannschaft ist dieser Form nun im Turnier alles zuzutrauen. Betrachtet man den Verlauf wird dies deutlich. Die ersten Minuten der Partie sahen alles andere als vielversprechend aus. Doch innerhalb von 1,5 Minuten gelingt es den Adlern, den Spielverlauf komplett auf den Kopf zu drehen. Auch der 3:3 Ausgleich Sekunden vor Schluss brachte die Deutschen nicht aus der Ruhe. Möglicherweise hat Patrick Reimer seinen Gegner umgewandelt und deshalb nach 90 Sekunden den Puck über die Linie befördert. Wer weiß ☺

Literatur:

Syer, J./Connolly, Ch.: Psychotraining für Sportler. Rowohlt-Verlag, Reinbeck 1987.

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Dr. René Paasch: Virtual Reality – Die Zukunft des Fußballs?

Kostenloses Internet ist für alle Fans bei erfolgreichen Vereinen wie Bayern München oder Borussia Dortmund längst Standard. Auf mehr als 1200 Bildschirmen können Bayern-Fans Statistiken und Fakten zum Spiel und eine Live-Matchday-Show verfolgen. Doch das ist erst der Anfang der Hightech-Innovationen in der Fußball-Bundesliga. Auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft soll Virtual Reality zukünftig noch intensiver im Training einsetzen.

Zum Thema: Virtual Reality im Fußball

Carlo Ancelotti saß bei der Fußball-Weltpremiere in einem abgedunkelten Raum. Plötzlich tauchten Jürgen Klopp und Diego Simeone auf den Plätzen neben dem Bayern-Trainer auf. Als lebensecht aussehendes Hologramm. „Schon ein bisschen verrückt. Ich hab‘ ja Raumschiff Enterprise geguckt und komme mir vor, als wäre ich nach München gebeamt worden“, befand Jürgen Klopp. Er wurde aus Liverpool zugeschaltet, Diego Simeone aus Madrid. Die beiden „Hologramm-Trainer“ beantworteten die Fragen der Journalisten ganz normal wie in einer Pressekonferenz, auch ihre Mimik und Gestik war klar zu erkennen. Klopp: „Ich schaue halt nur in eine Kamera“. Bayern-Trainer Ancelotti erkannte sofort den praktischen Nutzen: „Dadurch gewinnen wir Zeit. Wir können mehr Pressekonferenzen so machen.“

Tatsächlich hält die Technologie der Zukunft im Profifußball längst Einzug. Technisch ist es schon möglich, ganze Fußballspiele in Hologramme zu übersetzen und in Tausende Kilometer entfernte Stadien zu projizieren. Japan hatte bei seiner Bewerbung für die Fußball-WM 2022 genau das versprochen und wollte WM-Spiele so gleichzeitig in unterschiedlichen Stadien stattfinden lassen. Prof. Sascha L. Schmidt, Leiter des Center for Sports and Management (CSM) an der Otto Beisheim School of Management, sieht den Profifußball an der Schwelle zur dritten Phase der digitalen Transformation. „Hier halten das Internet der Dinge, Smart Wearables und Sensoren Einzug in die digitalen Arenen. Hinzu kommen Augmented und Virtual Reality, künstliche Intelligenz und Machine Learning.

Apps, VR-Brillen, Leistungsstatistiken in Echtzeit

Per Hologramm-Technik übertragene Spiele in Tausende Kilometer entfernte sind eine Möglichkeit. Der Fan wird sich künftig aber über weitere endlose Möglichkeiten freuen können, seine Lieblingsmannschaft zu verfolgen. So wird es über Apps, VR-Brillen oder spezielle Kontaktlinsen künftig möglich sein, die Leistungsstatistiken jedes einzelnen Spielers in Echtzeit abzurufen. Schon heute laufen die Spieler im Training mit GPS-Westen über den Platz, die ihre Laufwege genau aufzeichnen. Hautfolien könnten in Zukunft den Herzschlag messen, Spieler sogar einen Mikrochip verschlucken. Big Data ist nicht mehr wegzudenken aus dem Profifußball. Mikrokameras, Sensoren und Wearables nehmen jederzeit alle Leistungsdaten auf, Laufwege und Spielzüge werden über Drohnen erfasst und auswertbar gemacht. Das eröffnet beispielsweise im Transfergeschäft den Zugriff auf objektivierbare Parameter. In den USA sind einige der Zukunftstechnologien bereits Realität für die Sportfans. In der Stadion-App von Kansas City kann man Statistiken abrufen und sogar live die Halbzeit-Ansprache des Trainers live aus der Kabine verfolgen. Die Clubs werden sich immer mehr zu Digital-Häusern entwickeln. Es kommt heute mehr denn je darauf an, Data-Analytics in das Geschäftsmodell zu integrieren (siehe dazu auch: http://www.die-sportpsychologen.de/2015/12/17/prof-dr-daniel-memmert-kreatives-taktisches-entscheiden-im-fussball/) Im Bereich der sportlichen Entwicklung genauso wie in der Vermarktung und Internationalisierung.“ Schalke 04, der VFL Bochum und einige anderen deutsche Vereine haben sogar eine eigene E-Sports-Abteilung gegründet und sind dort mit Teams in verschiedenen Computerspielen unterwegs. Das Fußball-Geschehen spielt sich somit auch immer mehr abseits des eigentlichen Geschehens im Stadion ab.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft soll Virtual Reality zukünftig noch intensiver im Training einsetzen. Bei einem Pilotprojekt setzte der DFB 360-Grad-Videos ein, um Spielern typische Spielsituationen immer wieder vorzuspielen. Die stetigen Wiederholungen sollen die instinktive und intuitive Entscheidungsfindung verbessern und Routinen stärken. Außerdem soll die Methode die Konzentration fördern und Spielern die Möglichkeit geben, Erfolge wiederholt zu visualisieren. Das gleiche Prinzip wird seit rund zwei Jahren bei Teams der US-Basketball- und Football-Liga an. Zum Beispiel versucht der US-Basketballstar Andre Drummond, mit der VR-Brille Denkblockaden zu lösen, um seine miserable Freiwurfquote zu optimieren.

Tests der DFB-Akademie

Das Testvorhaben “Wahrnehmung und Entscheidungshandeln” wurde bereits im “Technology Lab” der DFB-Akademie getestet. Das folgende Video zeigt das Training beispielhaft. https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=UZaOd2l_35E. Das Training soll dann nicht mehr länger ausschließlich auf dem Spielfeld sondern via Virtual-Reality-Brille auch in der Umgebung einer künstlich erzeugten Realität stattfinden.

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Weitere Informationen

Auch die DFB-Teams sollen künftig vom Training unter neuesten technologischen Aspekten profitieren. Die Videos sollen zur Diagnostik und zur Schulung der kognitiven Fähigkeiten der Fußballspieler genutzt werden. Die Erkenntnisse könnten später auch in die tägliche Arbeit von Bundesligaklubs und deren Nachwuchsmannschaften einfließen. ‚Virtual Reality‘ ist ein hochspannendes Zukunftsthema. Aber auch immer mehr Deutsche tauchen in die virtuelle Realität ein. Das belegt eine repräsentative Umfrage, die das Markforschungsunternehmen Appinio im Auftrag von next Media im September 2017 durchgeführt hat. Rund 20 Prozent der Befragten planen für das kommende Jahr eine Anschaffung im privaten oder beruflichen Umfeld. Da acht Prozent aller Deutschen bereits eine VR-Brille besitzen, wird somit 2018 fast jeder dritte Deutsche die Technologie nutzen. VR stößt in Deutschland auf breites Interesse und der Trend wird laut der Umfrageergebnisse auch weiter anhalten: 83 Prozent der Befragten haben bereits eine Brille ausprobiert oder würden dies zumindest in Zukunft gerne tun. Unter denen, die eine Brille bereits probiert haben, wurden bei der Hälfte die Erwartungen erfüllt, bei 15 Prozent sogar übertroffen.

Fazit:

Die Technologie ´Virtual Reality‘ ist eine äußerst spannende, die noch am Anfang ihrer Entwicklung steht und viele Möglichkeiten bietet. Der Leistungssport, Unternehmen und Privatleute sollten nicht nur diese Möglichkeit mit begleiten, sondern nach deren Vorstellungen mitprägen. Es wird sehr spannend, interessant und herausfordernd, diese neuartige Technologie im privaten Umfeld, Trainingsalltag und unter Wettkampfbedingungen zu testen.

Wir von Die Sportpsychologen hatten bereits bei unserem Event Die rote Couch – Das Sportpsychologie-Barcamp die Möglichkeit in die virtuelle Realität abzutauchen.

 

Mehr zum Thema:

Prof. Dr. Daniel Memmert: Kreatives taktisches Entscheiden im Fußball

 

Literatur

http://www.nextmedia-hamburg.de/presse/studie-jeder-dritte-deutsche-besitzt-2018-eine-virtual-reality-brille/ (Zugriff am 14.02.2017)

http://strivr.com/ (Zugriff am 1402.2017)

https://www.beyondsports.de/ (Zugriff am 14.02.2017)

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