Jens Weißflog: Mit meinem Trainer konnte ich nicht darüber reden

Schwere Prellungen waren die eine Folge, die Jens Weißflog nach dem schlimmsten Sturz seiner Karriere spürte. 18 Jahre alt war der Skispringer als er bei der Skiflug-WM 1983 in Harrachov stürzte. Eine “Mörderschanze” sei das damals gewesen, erklärte Weißflog kürzlich dem Sportmagazin NoSports.

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Was war passiert? “Kurz vor mir sprang Horst Bulau, der Führende im Gesamtklassement, und stürzte ab. Ich hörte, wie er unten im Tal mit Tatütata abtransportiert wurde. Ich hatte schlagartig die Hosen voll. Auf der Bahn war es wie im freien Fall. Im Flug kamen mir die Skier in einem affenartigen Tempo entgegen. Es fühlte sich an, als würde ich aus einem Hochhaus springen.” Dann kam sein dritter Sprung, den er für NoSports noch einmal genau rekapitulierte: “Beim dritten Sprung aber hing gleich der Skier unten. Hochziehen war bei dem Tempo unmöglich, also war klar, dass ich abstürzen würde. Ich drehte mich also im Flug auf die Seite, weil es mir angenehmer schien, als auf Bauch oder Gesicht zu landen. Doch der starke Luftdruck sorgte dafür, dass ich am Ende auf den Rücken stürzte. Es fühlte sich an, als sei ich zerbrochen. Die Luft war sofort weg. Ich schlug auf und wurde ein paar Mal unkontrolliert in die Luft geschleudert. Brille weg, Skier weg, die Eisenbindung war halb rausgerissen, da können Sie sich vorstellen, was für Kräfte wirkten. Ich wollte aufstehen, aber es hat mich gleich wieder umgehauen.”

Neben den Verletzungsfolgen hatte Weißflog noch ein weiteres Andenken an den Sturzflug von Harrachov im Gepäck: Immer wieder bekam er in den Wochen und Monaten danach in Stresssituationen ein Druckgefühl in der Brust. Mit seinen Trainern oder sogar dem Leipziger Sportpsychologen Dr. Rolf Frester, der Weißflog und seine Teamkameraden hin und wieder betreute, konnte der damals 18-Jährige nicht darüber sprechen. Wie er sich selbst zu helfen wusste und welche Rolle unbewusst angewandte sportpsychologische Methoden spielten, erklärt Weißflog exklusiv im Interview mit Die Sportpsychologen:

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