Die Rugby-WM geht in die entscheidende Phase. Wie befürchtet, sind die außereuropäischen Favoriten unter sich: Den Weltmeistertitel machen die Teams Südafrika, Neuseeland, Argentinien und Australien unter sich aus. Schon jetzt lässt sich aber festhalten, dass das Mega-Spektakel der Sportart viele neue Fans gebracht hat und zudem Anschauungsunterricht für die deutsche Nationalmannschaft lieferte, die in der 7er Variante noch von der Olympia-Teilnahme träumt. Lernen können die deutschen Talente dabei auch von den kleinen und amateurhaft strukturierten Rugby-Nationen.
Zum Thema: Zielsetzung, aber richtig.
Zielsetzungstraining ist eines der größten Tools, welches Sportpsychologen zu Verfügung steht. Hierbei geht es darum mit realistischen aber herausfordernden Zielen den Sportler zu motivieren. „Wer ein Ziel hat, kann sich motivieren“(Paul Kunath).
Grundsätzlich ist Zielsetzung auf längere Sicht angelegt. Zunächst sollten Sportler ihre persönlichen Ziele nennen, die dann vom Trainer, Sportpsychologen und Angehörigen hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit überprüft werden. Danach ist es wichtig, den Zielen eine Hierarchie zu geben. Es sollten ein Hauptziel und auf dem Weg dahin mehrere Teilziele festgelegt werden. Damit ein Ziel seinen Zweck erfüllt, sollte es nach dem Smart-Prinzip aufgebaut sein. Smart steht hierbei für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert (Engbert, 2011). Zudem sollten mögliche Hindernisse und Ideen zu deren Bewältigung eingeplant werden (Alfermann & Stoll, 2007).
Drei Arten von Zielen
Dabei gibt es drei Arten von Zielen: Ergebnisziele, Handlungsziele und Leistungsziele. Ein Ergebnisziel kann die Platzierung bei einem Wettkampf sein, hier steht also der Vergleich mit Gegner im Vordergrund. Das Handlungsziel sagt aus, wie an die Aufgabe herangegangen wird, dabei steht die eigene Qualität im Fokus. Das Leistungsziel wird durch seine Messbarkeit definiert und bezieht sich auf die ganz persönliche angestrebte Leistung (Engbert, 2011).
Als in der Vorrunde die Amateure von Uruguay auf die Übermacht der Fidschis trafen, konnte das Ziel der Südamerikaner nicht gewinnen heißen. Allein der äußerliche Vergleich ist eindeutig: Die Fidschis gehören zu den Top Ten der Welt und sind im Durchschnitt deutlich größer und schwerer. Zu der körperlichen Überlegenheit kommt, dass Uruguay seit zwölf Jahren keinen Versuch mehr bei einer WM gelegt hatte. Dies sollte sich ändern, sogar im Vorrundenduell der beiden ungleichen Konkurrenten. Letztlich haben weder Fidschi noch Uruguay die Endrunde der WM erreicht – allerdings war Uruguay insofern erfolgreich, dass sie das eigene Ziel von einem Versuch bei einer WM erreicht haben.
Deutschland auf dem Weg nach Rio?
Ebenso hat die deutsche Nationalmannschaft individuelle Ziele, auch wenn diese in einem ganz anderen Bereich liegen. Ähnlich wie in Uruguay ist Rugby in Deutschland noch Amateursport. Doch besonders in der Variante des 7er Rugbys geht die Entwicklung stetig bergauf. Die DRV Auswahl ist derzeit in Down Under unterwegs. Eingerahmt in verschiedene Trainingslager starteten sie unter anderem beim internationalen Rugby Turnier Noosa Sevens in Australien. Solche Maßnahmen bieten besten Voraussetzungen, seine Ziele zu überprüfen und zu aktualisieren. Natürlich liegt die große Hoffnung auf der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio, doch sollte die DRV VIIer Auswahl sich nicht unter Druck setzen lassen und nur auf dieses hohe Ziel hinarbeiten. Vielmehr sind an dieser Stelle Handlungsziele angebracht, so dass die Spieler bei jedem Einsatz die Leistung zeigen, die sie sich vornehmen. Wenn die Taktik und Technik dementsprechend umgesetzt wird, können sie am Ende unabhängig vom Ergebnis mit ihrer Leistung zufrieden seien. Der nächste Test dafür steht beim Central Coast Sevens am 25. und 26. Oktober an. Ich bin mir sicher, dass die Jungs auf dem angestrebten Weg nach Rio neben einigen Hindernissen auch vielen persönlichen Erfolgen begegnen werden. Der Vorrundengruppensieg beim Noosa Sevens und der damit verbundene souveräne Einzug ins Halbfinale, in dem gegen Topfavorit Neuseeland beim 10:17 nur zwei Meter zur Sensation fehlten (siehe Text des Deutschen Rugby Verbandes), dürfen ohne weiteres als Erfolge zählen.
Quellen:
Engbert, K. (2011). Mentales Training im Leistungssport. Ein Übungsbuch für den Schüler- und Jugendbereich. Stuttgart: Neuer Sportverlag.
Alfermann, D. & Stoll, O. (2007). Ein Lehrbuch in 12 Lektionen. Sportwissenschaft studieren. Aachen: Meyer & Meyer.
Depressionen und Angstzustände seien bei Profi-Fußballern stark verbreitet. Jeder Dritte habe psychische Probleme. Diese Informationen machten Anfang Oktober medial die große Runde – die Internetangebote von ARD und ZDF berichteten, selbst das Handelsblatt widmete sich dem Thema online. Die erwähnten Texte sind im Wortlaut sehr ähnlich und gehen auf Agenturmeldungen zurück, die eine am 6. Oktober veröffentlichte Studie der FIFPro, der weltweiten Spielervereinigung, zitieren.
Klare Kritik an der aktuellen Studie
Der Profi-Fußball macht also krank? „Quatsch“, dachte Prof. Dr. Oliver Stoll und ging der Studie auf den Grund. In seinem aktuellen Blog-Beitrag ordnet er die wissenschaftliche Arbeit von FIFPro-Chefmediziner Vincent Gouttebarge ein und kritisiert die Medien hinsichtlich eines unkritischen Umgangs mit Studien und Forschungsarbeiten: Macht Fußball depressiv?
Wo endet der Aufgabenbereich des Sportpsychologen?
Spätestens seit dem Suizid von Robert Enke im November 2009 ist das Thema Depression in Deutschland massenöffentlich geworden. Wie viel sich am Umgang mit psychischen Erkrankungen insbesondere im Profi-Fußball geändert hat, bleibt schwer zu bewerten. Größeren Anlass zur erneuten Diskussion bot im Vorjahr der Suizid des Profifußballers Anders Biermann. Katharina Petereit widmete sich am 21. Juli 2014 dem Thema und arbeitet dabei insbesondere heraus, an welche Stelle der Einflussbereich der Sportpsychologie endet: Zum Tod von Andreas Biermann
Wie reagieren (Amateur)Trainer richtig?
Wie können Sportpsychologen in ihrer praktischen Arbeit helfen, Symptome von psychischen Erkrankungen wie Depressionen zu erkennen? Diese Frage stellte Elvina Abdullaeva am 1. August 2014 in ihrem Beitrag für die-sportpsychologen.de, der allen voran Trainern und Übungsleitern im Amateursport beim Identifizieren von möglicherweise gefährdeten Personen helfen soll: Depression erkennen lernen
Sonderfall Verletzung
Laut der FIFPro-Studie seien Sportler besonders gefährdet, an einer Depression zu erkranken, wenn Verletzungen vorlägen. „Spieler, die drei oder mehr Verletzungen erlitten hatten, haben demnach zwei- bis viermal so viele mentale Probleme“, schreibt sportschau.de. Wie die Sportpsychologie Athleten bei der Bewältigung von Sportverletzungen helfen kann, machte Philippe Müller im Oktober zum Thema von die-sportpsychologen.de. Aus seinem Beitrag wird deutlich, dass Aktive in dieser Situation oft auf sich allein gestellt sind: Verletzungen bewältigen
Eines steht fest: Die veröffentlichte Studie der FIFPro lädt zur weiteren und tieferen Auseinandersetzung mit dem Thema Depressionen und psychische Erkrankungen ein. Diese Auseinandersetzung wird auch immer wieder auf die-sportpsychologen.de stattfinden.
Anfang Oktober ließ eine Meldung bei www.sportschau.de meine Aufmerksamkeit schlagartig ansteigen. Es wurde gemeldet, dass eine Studie gezeigt habe, dass jeder dritte Fußballer gefährdet sei, an einer Depression zu erkranken. Als Quelle wurde die unten genannte Publikation genannt, die ich dann auch relativ schnell auf der Website der FiFPro – das ist der Internationale Profi-Fußballspieler-Verband – finden konnte. Als ein in der Sportpraxis aktiver Sportpsychologe konnte ich mir das nur schwer vorstellen und als Wissenschaftler wurde ich neugierig.
Zum Thema: Ist jeder dritte ehemaliger Fußballprofi depressionsgefährdet?
Nach einer ersten Lektüre der unten genannten Publikation wurde mir schnell klar, dass wir es hier offensichtlich mit dem Versuch von „Stimmungsmache“ zu tun haben. Wobei mir nicht sofort greifbar war, in welche Richtung die Reise gehen sollte. Was fiel mir also auf? Erstens handelt es sich bei der unten genannten Quelle um ein nicht veröffentlichtes Manuskript. Es gab, Stand Anfang Oktober, keinen Hinweis darauf, in welcher wissenschaftlichen Zeitschrift dieser Beitrag erscheinen solle. Ob dieses Manuskript tatsächlich veröffentlicht wird, muss sich wohl erst noch zeigen, denn es handelt sich um einen wissenschaftsmethodisch eher „schwach“ einzustufende Studie. Es ist eine Querschnittstudie, die mit mehr oder weniger gut validierten Fragebögen (insgesamt 249) ehemalige Fußballprofis bezogen auf ihre Risikoverhaltensweisen (z.B. Alkoholkonsum, Tabak-Konsum, Essgewohnheiten, Schlafgewohnheiten) sowie auf ihre Stresswahrnehmung, ihre Ausprägung hinsichtlich Ängstlichkeit und Depressionsneigung und erlebte kritische Lebensereignisse befragt hat. Es wurden dann mithilfe von statistischen Zusammenhangsanalyse, die erwarteten positiven Zusammenhänge – insbesondere die von dem Journalisten genannte 35% Prävalenz für die Ausbildung einer Depressionserkrankung – gefunden. Diskutiert werden die Daten von den Autoren der Studie eben auch eher in Richtung „Karriereübergang und Karriereende“ von Fußballern und der Forderung, hier mehr Aufmerksamkeit seitens des Unterstützersystems einzufordern. In diesem Punkt hat der frühere französische Profi-Kicker Dr. Vincent Gourtebage natürlich vollkommen Recht: Nach dem Vorbild der deutschen Olympiastützpunkte sollte auch der Fußball auf professionell ausgebildetes Personal setzen, um den Athleten eine gute Karrierebegleitung inklusive des Übergangs nach dem Laufbahnende zu ermöglichen.
Was aber ist nun mein Problem?
1.) Es handelt sich um eine Querschnittstudie, die keinesfalls einen monokausalen Zusammenhang zulässt. Das bedeutet, dass sich hier nur zeigen lässt, dass bestimmte Ausprägungen in gleicher Weise zusammenhängen („steigt das eine, steigt auch das andere“). Keinesfalls aber lässt sich dies so interpretieren, dass professioneller Fußball zu einer Depressionserkrankung führt.
2.) Es handelt sich um eine ausgesprochen selektive Stichprobe – eben: ehemalige Fußballer. Große Teile der Stichprobe sind erst kürzlich aus dem Leistungssport ausgestiegen. Somit stellt sich für mich eher die Frage, ob genau dieser Aspekt diesen oben genannten Zusammenhang moderiert und nicht der Beruf des Fußballspielers.
3.) Aufgrund dieser Tatsache verbietet sich ein Vergleich mit Normwerten aus der nicht professionell fußballspielenden Bevölkerung. Man würde für einen Vergleich eine vergleichbare Stichprobe aus den Normwerten benötigen (also z.B. Personen, die erst kürzlich aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und die was Status und gesellschaftliche Stellung vergleichbar sind). Dies zeigt eben auch, dass es sich bei der Stichprobe (höchstwahrscheinlich) um eine nicht repräsentative Stichprobe von Fußballprofis handelt.
4.) Und nicht zuletzt kann man trefflich darüber diskutieren, wie gut die Auswahl der genutzten Fragebögen war. Aber an dieser Stelle möchte ich jetzt keine weitere, tiefere, wissenschaftliche Diskussion führen.
Die Rolle der Journalisten
Interessant ist aus meiner Sicht eigentlich weniger die Tatsache, dass die Autoren, also die Kollegen Wissenschaftler, diese Studie so durchgeführt und zusammengeschrieben haben. Dr. Vincent Gourtebage et al. sind sich der methodischen Schwächen ihrer Studie bewusst und beschreiben diese in ihrem Manuskript auch. Was aber treibt einen ARD-Journalisten der Plattform www.sportschau.de an, diese Studie sehr prominent auf dieser Seite zu platzieren und diese Daten eben genau so zu deuten, dass man als Informationskonsument ohne wissenschaftliche Ausbildung annehmen muss, dass Profi-Fußballer zumindest zu 30% gefährdet sind, an einer Depression zu erkranken? Liegt hier eine nicht ausreichende wissenschaftlich fundierte Ausbildung der Journalisten zu Grunde? Oder ist es eben nur das „Platzieren eines Themas“, welches garantiert öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt? Oder aber ist die Begründung in der Tatsache zu suchen, dass sich die Produktionsbedingungen bereits radikal geändert haben: Fehlende zeitliche und personelle Ressourcen für Recherche sowie gefühlter zeitlicher Druck durch das Medium Internet sind vielleicht mitverantwortlich, dass möglicherweise fehlerhaft konstruierte Agenturmeldungen relativ unkritisch für die eigenen Publikationen übernommen werden.
Journalisten haben meines Erachtens eine sehr mächtige Position. Sie können mit ihren Publikationen die öffentliche Meinung beeinflussen und ich bin mir manchmal nicht sicher, ob sich die Journalisten dieser ethisch-moralische Verpflichtung, die sie gegenüber der Öffentlichkeit haben, immer bewusst sind. Unter dem Strich bin ich sehr gespannt, wie mit dem Thema nun weiter umgegangen wird. Selbstverständlich würde es mich freuen, wenn im Profi-Fußball die Sensibilität gegenüber psychischen Erkrankungen weiter steigt. Fade und bedenklich finde ich aber den Beigeschmack, dass dazu offenbar die Depression zur Volkskrankheit unter Fußballern erklärt werden muss. Denken wir hier nämlich mal weiter, heißt das nichts anderes als das Leistungs- und Hochleistungssport per se psychisch krank mache.
Literatur
Gourtebarge, V., Aoki, H., Kerkhoffs, G.M. (in press). Prevalence and determinants of symptoms related to mental disorders in retired male professional footballers.
Träumt nicht jeder junger Sportler einmal davon, in ausverkauften Hallen und Stadien zu spielen? Doch der Weg an die Spitze ist geprägt von zahlreichen Herausforderungen, die es zu meistern gilt, erfordert eisernen Willen und oftmals auch das Quäntchen Glück. Verletzungen, schulische und berufliche Ausbildung sind nur ein paar Beispiele, die für Sportler und deren Eltern von Bedeutung sind. Auch für den Fall, dass die Nachwuchssportler das gesteckte Ziel nicht erreichen, sollten sie trotzdem auf eine Zeit zurückblicken können, die Spaß gemacht hat und die – auch für das spätere Leben – viele positive Erfahrungen vermittelt hat. Dabei nehmen die Elternteile des jungen Sportlers in der (persönlichen und sportlichen) Entwicklung ihres Kindes eine zentrale Rolle ein. Es geht um den Anspruch, sein Kind richtig zu beraten und Fehler zu vermeiden.
Zum Thema: Die Rolle von Eltern, deren Kinder im Leistungssport verankert sind.
Viele Eltern sind dabei erstmals mit einem für sie neuen Umfeld konfrontiert, denn der (Nachwuchs-)Sport ist ein sehr vielfältiger und komplexer Bereich, der weit über Tore schießen, Punkte erzielen oder das Aufstellen einer neuen Bestmarke hinausgeht. Eine (beratende) Begleitung der Kinder durch die Eltern wird oftmals dann schwierig, wenn grundlegendes Wissen nicht vorhanden und wegen der Breite des Spektrums auch sehr schwer erfassbar ist. Weil es in erster Linie nicht um den Leistungssport, sondern vielmehr um die positive Entwicklung des Kindes gehen sollte, wäre es wesentlich, dass die Kinder Spaß am Sport haben. Diesen sollte man ihnen nicht – etwa durch übermäßigen Druck – nehmen. Wenn das Kind mit großem Spaß bei der Sache ist und Leidenschaft für die gewählte Sportart entwickelt, kann sich der Weg zum Leistungssport ergeben, aber erzwingen lässt er sich nicht.
Die sportliche Karriereentwicklung als interaktiver Prozess
Mit dem Beginn einer sportlichen Aktivität wird ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt, der in hohem Maße von unterschiedlichen Sozialisationspartnern beeinflusst wird, welche die Entwicklung des Nachwuchssportlers im Rahmen des Systems Sport wesentlich mitbestimmen. Insbesondere dann, wenn sich eine leistungssportliche Karriereentwicklung abzeichnet, gewinnen die Verhaltensmuster der an der Karriere beteiligten Personengruppen an Bedeutung. Allen voran die Eltern können aktiv dazu beitragen, dass sich die Kinder in und mit ihrem Sport wohlfühlen und weiterentwickeln. An dieser Stelle sei betont, dass noch weitere Personengruppen wie Freundeskreis, Lehrer usw. die Entwicklung mit beeinflussen, nur wird sich im Folgenden auf die Eltern-Kind-Beziehung beschränkt.
Psychologisches Verlaufsmodell der sportlichen Karriere
Ein zentrales Modell, welches die psychischen Anforderungen bei der sportlichen Karriereentwicklung in den Vordergrund rücken, ist das von SAMELA. Es basiert auf den Arbeiten von BLOOM, der einzelne Studien über die Karriereentwicklung von 120 hochtalentierten Amerikanern/-innen aus den Bereichen Sport, Wissenschaft und Kunst zusammenführte. Diese Personengruppe galt als herausragend auf ihrem Fachgebiet gegenüber Gleichaltrigen und können als Beispiel herangezogen werden, für das erfolgreiche Durchlaufen der verschiedenen Karrierestufen. Befragt wurden die jungen Talente selbst, als auch jene Personen, denen im Rahmen der Entwicklung ein hohes Maß an Einfluss zugeschrieben wird. Dazu zählen die Eltern als zentrale Personen im familiären Netzwerk, als auch Mentoren, Betreuer und Ansprechpartner im jeweiligen Fachgebiet. SAMELA stellte fest, dass zwar jede Disziplin ihrer eigenen zeitlichen Struktur folgt, jedoch es unübersehbare Parallelen in der Entwicklung gibt. Im Allgemeinen lassen sich drei Phasen unterscheiden:
die Phase des Beginns,
die Phase der Entwicklung und
die Phase der Meisterschaft.
SABOROWSKI und WÜRTH haben diese Karrierephasen mit den klassischen Konzepten der sportlichen Karriereentwicklung aus trainingswissenschaftlicher Sicht in Verbindung gebracht. Im Weiteren wird sich auf die Phase der Entwicklung beschränkt und beschrieben.
Phase der Entwicklung
In dieser Phase hat das Kind bereits eine Bindung zu seinem Sport aufgebaut, Wettbewerbe rücken zunehmend in den Vordergrund und die leistungssportliche Karriere und Professionalisierung der sportlichen Tätigkeit werden forciert, z.B. auch von Seiten des Vereins oder des Trainers.
Abbildung 1: Die Beziehung von Eltern und Kind in der Entwicklungsphase (In Anlehnung an Würth, 2001)
Hier zeichnen sich Eltern dadurch aus, dass sie das Potential ihres Kindes erkennen und realistisch einschätzen lernen. Eine Förderung der sportlichen Karriere des Kindes wird in dieser Phase oft notwendig und auch oft von den Kindern explizit gewünscht. Abbildung 1 bildet die komplexe Wechselbeziehung zwischen Eltern und Kindern in dieser Phase ab. Im Vergleich zu Phase des Beginns kristallisiert sich die verstärkte Wettbewerbsorientierung heraus. Eltern werden nun von ihren Kindern auch als wichtige Ratgeber gesehen, die sie nicht nur finanziell und emotional unterstützen. Vor allem Väter gelten in dieser Phase als erwünschte Mentoren, die Tipps zum Training geben können und die jetzt auch direktives Verhalten zeigen dürfen. Letzteres äußert sich zum Beispiel darin, dass sie ihre Kinder an Trainingszeiten erinnern, sie aktiv und durchaus mit sanftem Druck auch dann zum Training bewegen, wenn die Kinder eigentlich keine Lust dazu verspüren. Auch Mütter liefern einen wesentlichen Beitrag, dass der Leistungssport in das Familienleben integriert wird, indem sie etwa den Familienalltag so strukturieren, dass der Sport Platz hat, z.B. durch die Anpassung von Essenszeiten. Insgesamt sorgen die Mütter in dieser Phase vor allem für den emotionalen Rückhalt, während die Väter als sportbezogene Ratgeber und Förderer auftreten.
Fazit:
Auch wenn in den Medien gelegentlich Fälle von ¨Tennis-Vätern¨ oder „Eiskunstlauf-Müttern¨ diskutiert werden, sei an dieser Stelle festgehalten, dass die meisten Eltern sehr vernünftig und vorausschauend auf die sportliche Entwicklung ihrer Kinder achten. Väter und Mütter bemühen sich in der Regel, alles „richtig zu machen¨ – und so manche unerwünschte Entwicklung in der Eltern-Kind-Beziehung lässt sich eher auf die Unkenntnis der zugrundeliegenden Wirkmechanismen denn auf die ¨Böswilligkeit¨ von Kind oder Elternteil zurückführen. Sollte die Eltern-Kind-Beziehung weniger idealtypisch ausgeprägt sein, also der junge Sportler weniger Unterstützung von Mutter und Vater erfahren als nötig, sind Sportpsychologen auch in der Lage, über Eltern-Coachings effektiv Einfluss zu nehmen.
Literatur:
Brabant, M./Brandner, C./Urink, S. (2011). Mein Kind im Sport. Linde Verlag: Wien.
Saborowski, C. (2002). Der sportliche Karriereverlauf von Kindern und Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der Einflusses der Trainerinnen und Trainer. Eine Längsschnittstudie von 1997-2000 in Sachsen. Unveröffentlichte Dissertation, Universität Leipzig.
Samela, J. H. (1994). Phases and transitions across sports careeres. In D. Hackforth (E.d), Psycho-social issues and interventions in elite sports (pp. 11-28). Frankfurt: Lang.
Würth, S. (2001). Die Rolle der Eltern im sportlichen Entwicklungsprozess von Kindern und Jugendlichen. Lengerich: Pabst Science Publisher.
Auge in Auge mit dem Gegner und schon beginnt die Unsicherheit. Diese Situation kennen viele Sportler. Dabei lässt sich ein selbstsicheres Verhalten ganz einfach trainieren und einüben. Wie dies in Perfektion aussieht, lässt sich aktuell in Großbritannien beobachten.
Zum Thema: Selbstsicherheit gegenüber dem Gegner
Bis Ende Oktober läuft in England die Rugby WM. Womöglich ist bis zum Finale ein außergewöhnliches Spektakel zu beobachten, welches das Team aus Neuseeland zelebriert. Jeweils vor Spielbeginn stellen sich die sogenannten All Blacks in einer Formation auf und geben ihren Haka (= Tanz) zum Besten. Diese traditionelle Art des Tanzes dient den Mãori im Kriegsfall dazu, den Gegner einzuschüchtern und den Zusammenhalt des Volkes zu stärken.
Für die einzelnen Spieler hat es die einfache aber wichtige Aufgabe, die Angst vor dem Gegner zu mindern. Das selbstbewusste Auftreten und die bedrohlichen Gesten und Laute stärken die Selbstsicherheit und vermeiden so eine soziale Unsicherheit, die im Umgang mit dem Gegner auftreten kann (Stoll, 2010).
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Ganz grundsätzlich gilt: Auch ohne Worte kann jeder Sportler seinen Standpunkt deutlich machen. Körpersprache überwindet dabei die Probleme von gesprochener Sprache. Schulterbreit stehen ist die Normalposition für den Menschen und sagt noch nicht viel aus, zeigt aber, dass die Person keine Angst hat und der Situation offen gegenübersteht. Wenn dazu der Oberkörper und der Kopf aufgerichtet sind, werden Optimismus und Tatendrang ausgedrückt. Ein hängender Kopf und runder Rücken geben der Person eher eine negative und ängstliche Erscheinung (Krüll & Schmid-Egger, 2012).Die Position der Arme hat noch mehr Aussagekraft. So sind gekreuzte Arme eher ein Zeichen von Zurückhaltung und Schüchternheit, die Person möchte sich hinter den Armen verstecken und sich schützen. Sind die Arme jedoch in die Hüften gestemmt, signalisiert dies Entschlossenheit (Argyle, 2013). Die Haltung, die eingenommen wird, überträgt sich im Ergebnis auf die eigene Gemütslage und kann den Standpunkt nach außen untermauern.
Ein persönliches Haka für jeden
Nicht jeder Sportler muss also vor dem Wettkampf einen Tanz aufführen. Oft reichen schon kleine Gesten oder die Aufnahme von Blickkontakt zum Gegner, um ein selbstsicheres Verhalten zu zeigen. Die Beherrschung der eigenen Mimik und Körperhaltung führt zu einem noch selbstbewussteren Auftritt (Stoll, 2010). Das kann jeder ganz einfach zu Hause vorm Spiegel üben. Sich aufrichten und großmachen, die Muskel anspannen und sich Stark fühlen. Durch dieses sichere Auftreten wird das Selbstbewusstsein gestärkt und mögliche Ängste vorm Gegner treten in den Hintergrund. Also Kopf hoch, Brust raus und der Gegner kann dir nichts mehr anhaben!
Quellen:
Argyle, M. (2013). Körpersprache und Kommunikation. Paderborn: Jungerfermanverlag
Krüll, C. & Schmid-Egger, C. (2012). Körpersprache: Wahrnehmen, erkennen, deuten. Berlin: Beck-Kompakt.
Stoll, O. (2010). Trainingsverfahren zur Leistungsoptimierung auf der Basis von Emotion und Motivation. In: O. Stoll, I. Pfeffer & D. Alfermann (Hrsg.), Lehrbuch Sportpsychologie. Bern: Huber.
Florian Reus und Michele Ufer haben mehr als eine Gemeinsamkeit. Unverkennbar ist dabei allerdings die Liebe der beiden für das Laufen über Ultra-Distanzen. Am Wochenende des 10. und 11. Oktober 2015 führen Ihre Wege im Zuge der 3. Auflage des Events „TrailDorado – Die legendäre 24h Trailrunning Party“im nordrhein-westfälischen Arnsberg nun zusammen.
Während Ufer als Organisator des Events aktiv ist, wird Reus als Stargast bei der integrierten Deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Trailrunning (TRA) vor Ort sein. Pikant: Reus, amtierender Weltmeister im 24-Stundenlauf, konnte sich kürzlich in Griechenland einen Lebenstraum erfüllen: Ihm gelang es erstmalig, den Spartathlon, das vielleicht wichtigste Rennen in seiner Disziplin, zu gewinnen.
Der Weg nach Ansberg lohnt aber nicht nur wegen der beiden Protagonisten, die für die-sportpsychologen.de im Rahmen von Insiderberichten exklusive Einblicke in ihre Sportart lieferten (Florian Reus über die Angst vor dem Glücksgefühl, Michele Ufer: „Nur die ersten Kilometer läuft der Körper“), sondern insbesondere wegen des Programms des TrailDorado, welches nicht zuletzt aus sportpsychologischer Sicht einige Highlights bietet: Die-Sportpsychologen.de empfiehlt die Teilnahme von Herzen!
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Sportpsychologische Forschung im Trail-Running Bereich ist aktuell eher noch eine Seltenheit. Nach einer ersten Studie zu Teilnahmemotiven von Trail-Läufern im Jahr 2014 im Rahmen der Zugspitz-Trailrun-Challenge (siehe hierzu auch den die-sportpsychologen.de-Beitrag, Trend Trail-Running), wollten Prof. Dr. Stoll und Christin Janousch im Folgejahr im Rahmen einer etwas umfangreicheren Studie nicht nur etwas über die Motive von Trail-Läufern wissen, sondern auch über deren Persönlichkeitseigenschaften, deren Selbstvertrauen sowie ihrer Ausprägung hinsichtlich des Aufsuchens besonderer, mitunter risikoreichen Situationen („Sensation-Seeking“). Im Ergebnis entstand eine Master-Thesis, die von Christin Janouch, Zweitautorin dieses Beitrages, verfasst wurde. Die Ergebnisse werden hier in Kurzform zusammengefasst.
Für die-sportpsychologen.de berichten: Prof. Dr. Oliver Stoll und Christin Janouch
Trail-Running ist das ausdauernde Laufen unter erschwerten Bedingungen auf Pfaden oder im Gelände (Beck, 2015). Diese können breit genug für mehrere Läufer sein, als sogenannter Single-Trail, jedoch aufgrund der Beengtheit auch nur einem Läufer Platz bieten. Chase und Hobbs (2010, S.5) beschreiben vier charakteristische Merkmale, die eine Trailstrecke kennzeichnen sollten. Die Strecken sollten demnach (1) nicht asphaltiert sein, (2) natürliche Hindernisse aufweisen, die es während des Laufens zu bewältigen gilt (Wurzeln, Steine, Schlamm, Eis, Schnee, Laub usw.), (3) eine signifikante Zahl an Höhen- und Tiefenmetern beinhalten und (4) landschaftliche Ausblicke bereithalten. Laut Beck (2015) stellt das Traillaufen an den Sportler zudem besondere Anforderungen hinsichtlich Ausdauerfähigkeit, Konzentration und Koordination, da sich der Läufer an ständiges wechselndes und mitunter unwegsames Gelände anpassen muss. Außerdem ist das Trailrunning durch Geländeanstiege und damit durch die Bewältigung einer bestimmten Anzahl an Höhenmetern gekennzeichnet und unterliegt witterungsbedingten Streckenunterschieden. Die Laufzeiten können daher nicht oder nur in Relation gesetzt mit denen klassischen Straßenrennen verglichen werden (mitunter 50-100% mehr Trailzeit für die gleiche Distanz). Da Trails häufig abseits der Städte durch Wald, über Wiesen und Gebirgspfade führen, verweisen sowohl Beck (2015) als auch Chase und Hobbs (2010) auf eine besondere Nähe zur Natur und auf das Naturerlebnis als Teil der Laufeinheit oder des Laufwettkampfes. Repke und Wischniewski (2011) fassen in ihrem Buch zahlreiche Erfahrungsberichte von erfolgreichen Trailläufern zusammen. Dabei wird deutlich, dass aufgrund der Besonderheit der Wettkampf-Austragungsorte, die Teilnehmer häufig lange Anreisen und hohe Trainingsumfänge realisieren müssen und sich zudem vermehrt risikobehafteten Strecken- und Witterungskonditionen aussetzen. Dies muss zwangsläufig zu einer außerordentlichen Hingabe für diese Sportart führen, was sowohl für den Wettkampf als auch für den Trainingsbereich gilt. Auch Seiler-Runge, Schmidt und Fischer (2015) verweisen auf dieses besondere Engagements, welches zur Realisierung von Trailläufen notwendig ist und welches über ein normales Laufen auf Asphalt und in Städten hinausgeht.
Prof. Dr. Oliver Stoll als „Salomon-4-Trails“ Teilnehmer 2015 (Foto: Sportfotograf Lowres)
Die Grundlage unserer Studie – Teilnehmer der „Salomon 4-Trails“
Wir entschieden uns als Rahmen für die Studie die „Salomon-4-Trails“, einem Vier-Etappen-Lauf“ über die Alpen. Hier rekrutierten wir die Probanden für die Studie. Im Jahr 2015 fand der Salomon 4-Trails Lauf vom 8.-11. Juli statt, wobei knapp 600 Teilnehmer vermeldet wurden (Albrecht, 2015b). Alle Austragungsorte des „Salomon-4-Trails“ befinden sich im Berchtesgadener und im Salzburger Land. Der Lauf selbst beinhaltet dabei mehrere Etappen (jeweils rund 40km), welche über vier Tage absolviert werden. Die Etappenorte gehen von Berchtesgaden über Bad Reichenhall, Ruhpolding und Lofer bis zur Maria Alm als Etappenziel. Dabei gilt es für die Teilnehmer eine Gesamtstrecke von knapp 150 Kilometern zu absolvieren. Auf dieser Strecke müssen die Läufer zudem über 8.000 Höhenmeter bewältigen (Albrecht, 2015c). Damit erfüllt der „Salomon-4-Trails“ die eingangs des Kapitels erarbeiteten vier Kennzeichen des Traillaufens (nicht asphaltiert, natürliche Hindernisse, Höhenmeter und landschaftliche Ausblicke).
Das Hauptanliegen der Studie
Das Hauptanliegen unserer Studie bestand in der Exploration und Identifikation sensation seeking-, motiv-, selbstwirksamkeits- und persönlichkeitsbezogener Besonderheiten von Trailrunningsportlern. Hierbei soll mit Hilfe einfacher, beschreibender Betrachtungen, aber auch durch die Überprüfung ausgewählter, wissenschaftlicher Hypothesen ein „Trailläufer-Profil“ erstellt werden.
Was haben wir versucht zu „messen“?
Motive: Wir sprechen von Motiven in der Psychologie als „überdauernde Wertungsdispositionen“, also umgangssprachlich ausgedrückt, von Gründen, die für unsere Handlungen von außerordentlicher Bedeutung sind. Gründe, um zu laufen, kann es viele geben: Anerkennung, Gesundheit, Zusammensein mit Gleichgesinnten, oder auch das Genießen der Natur.
Sensation Seeking: Das psychologische Konstrukt Sensation Seeking kann als Verhaltenstendenz verstanden werden. Laut Zuckerman (1994) ist diese gekennzeichnet durch das Bedürfnis vielfältige, komplexe und neue Erfahrungen zu machen, die zudem durch eine gewisse Intensität gekennzeichnet sind. Es ist davon auszugehen, dass z.B. ein Trail-Runner eine Bereitschaft aufweist zu Gunsten dieser Erfahrungen Risiken einzugehen, welche physischer, sozialer, finanzieller bis hin zu gesetzlicher Art sein können. Personen mit der hoch ausgeprägten Persönlichkeitseigenschaft des Sensation Seeking zeichnen sich folglich durch das Aufsuchen risikoreicher Situationen aus, bei denen sie im Vergleich zu anderen wenig ängstlich, dafür aber positiv emotional agieren und reagieren (Hackfort, 2001). Das Phänomen Sensation Seeking unterliegt dabei der Grundüberzeugung, dass Menschen unterschiedliche optimale Erregungsniveaus aufweisen und so durch ein unterschiedliches Stimulationsbedürfnis gekennzeichnet sind (Hagenah, 2001).
Selbstwirksamkeit: Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung (kurz Selbstwirksamkeit) wurde von Banduras (1977) im Rahmen seiner sozialen Lerntheorie als Merkmal der Verhaltenskontrolle erstmalig vorgestellt. Sygusch (2007) definiert die Selbstwirksamkeit als: „ [… ] die Überzeugung einer Person, durch eigene Kompetenzen neue oder schwierige Anforderungen erfolgreich bewältigen zu können.“ Allgemeinsprachlich wird für dieses psychologische Konstrukt auch die Bezeichnung „Selbstvertrauen“ genutzt.
Persönlichkeit: Unter diesem Begriff verstehen wir hier grundlegende und situationsüberdauernde Einstellungen, die unser Verhalten maßgeblich beeinflussen. Wir gehen davon aus, dass es insgesamt fünf Bereiche gibt (die sogenannten „Big-Five“, in die sich unsere Persönlichkeit aufgliedern lässt (Neurozitismus – dahinter versteckt sich so etwas wie die emotionale Stabilität“, Extraversion, also „sich und sein Verhalten gerne nach außen tragen wollen“, Offenheit für Neues, also so etwas wie Offenheit und Neugierde neuer Erfahrungen gegenüber, die Verträglichkeit, dahinter versteckt sich inwiefern ich in der Lage bin, eigene Interessen zurückstellen zu können und mich sozial akzeptabel zu verhalten und die Gewissenhaftigkeit – das ist so etwas wie Zuverlässigkeit, Disziplin und ein nachhaltiges Kümmern, um Sachen, die persönlich von Bedeutung sind ).
Entsprechend der bisherigen Ausführungen, motivationale Zugänge, Selbstwirksamkeit, Persönlichkeit und Sensation Seeking im Sport, wurden geeignete, wissenschaftlich anerkannte Fragebogenverfahren gesucht. Dabei wurde sich für die folgenden vier Fragebögen entschieden:
(1) motivationale Zugänge: MOMS (Ogles und Masters, 1993); inklusive der Erweiterung um die Naturdimension (TrailMOMS von Jungk, 2014)
(2) allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung: SWE (Schwarzer und Jerusalem, 1999)
(3) Persönlichkeitsinventar: NEO FFI (Costa und McCrae, 1992)
(4) Sensation Seeking: SSS-V (Zuckerman, Eysenck und Eysenck ;1978)
Diese vier Einzelinstrumente wurden in Form eines Online Fragebogens zusammengefügt und um soziodemografische Angaben, beispielsweise zum Alter, Geschlecht, Trainingsumfang, Marathonbestzeit zu einem Gesamtfragebogen ergänzt.
Unsere Stichprobe
An der Befragung nahmen insgesamt 32 Läuferinnen und Läufer, mit einem Durchschnittsalter von 39,56 Jahren teil. 20 Teilnehmer gaben ihre bisherige Bestzeit über 42km an, wobei die schnellste Zeit bei 167 Minuten (2:47 h) lag und die langsamste Zeit mit 420 Minuten (7h) angegeben wurde. Die durchschnittliche Bestzeit über 42km betrug etwa 235 Minuten (3:55h). Zum Geschlecht machten insgesamt 25 Probanden eine Angabe, wovon 18 Läufer männlichen Geschlechts waren. Bezüglich der Lauferfahrung im Stadtmarathon (Wettkampf) konnten die Läufer (N=20) auf durchschnittlich fünf absolvierte Läufe zurückgreifen, während es bei der Wettkampferfahrung Trailrunning rund 32 Läufe waren. Nach Streichung eines Extremwerts ergab sich für N=21 Probanden ein Erfahrungswert im Wettkampf Trailbereich von fast zehn Läufen (MW=9,75). Bei Addition beider Wettkampftypen (Stadt und Trail) liegt die durchschnittliche Wettkampferfahrung von N=22 Probanden bei etwa 13 Wettkämpfen. Bezüglich der jährlichen Trainingsumfänge betrug die Spannweite von N=17 Teilnehmern, die diese Angabe tätigten, zwischen 230km und 4000km. Der durchschnittliche Trainingsumfang lag bei diesen Läufern bei 1778 km jährlich.
Zentrale Ergebnisse
Beginnen wir mit den Motiven. Auf der Basis einer ersten beschreibenden Analyse erfährt das Motiv „Naturerleben“ mit dem Mittelwert 5,53 die höchsten Ausprägungen. Damit spielt das Naturerleben im Mittel demnach eine große Rolle hinsichtlich der Teilnahme an solchen Laufveranstaltungen. Das Motiv des Selbstwerts erfährt mit einem Mittelwert von 5,02 (spielt große Rolle) die zweithöchsten Ausprägungen innerhalb der Stichprobe und kann ebenfalls als dominantes Motiv angesehen werden. Das Motiv der Gewichtsregulation stellt ein untergeordnetes Motiv für die Läufer dar. Mit einem Mittelwert von 2,8 (spielt geringe Rolle) erfährt dieses Motiv zudem die geringsten Ausprägungen innerhalb der Stichprobe. Die folgende Abbildung verdeutlicht die beschriebenen Ergebnisse grafisch. Zudem kann die Bedeutsamkeit der Motivdimensionen in aufsteigender Reihenfolge nachvollzogen werden.
Persönlichkeit und Selbstvertrauen: In einer ersten Studie zum Thema Persönlichkeit von Ultralangstreckenläufern aus unserer Arbeitsgruppe (Stoll & Rolle, 1997) konnten wir keine signifikanten Unterschiede zu Persönlichkeitsausprägungen der nicht ultra-laufenden Normalbevölkerung nachweisen. Wir fanden lediglich bedeutsame Unterschiede hinsichtlich der (funktionalen, gesundheitsfördernden) Stressbewältigungsstrategien. Wie nahmen an, dass die Selbstwirksamkeit (also das Selbstvertrauen) Zusammenhänge mit mindestens zwei Persönlichkeitsbereichen aufweisen müsste. Wir erwarteten einen positiven Zusammenhang mit der Dimension Extraversion („Wer viel Selbstvertrauen hat, zeigt dies auch gern“) und einen negativen Zusammenhang mit Neurozitismus („Wer Selbstvertrauen hat, ist emotional stabiler“). Eine Korrelationsanalyse unserer Daten konnte diese erwarteten Zusammenhänge bestätigen.
Sensation Seeking: Wir konnten unsere Stichprobe aufteilen in diejenigen, die sehr hoch in dieser Eigenschaft ausfallen (Das sind diejenigen, die eher risikoreiche und aufregende Verhaltensweisen suchen) und in diejenigen, die hier eher niedrig ausgeprägt sind. Eine Analyse möglicher Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen bezogen auf die Teilnahmemotive ergaben in einer ersten beschreibenden Analyse in 9 von 10 Dimensionen Unterschiede in den Mittelwerten der jeweiligen Motivausprägungen (siehe folgende Abbildung). Neben den unterschiedlichen Ausprägungen der Mittelwerte wird ersichtlich, dass sich für beide Gruppen ein unterschiedliches Ranking der Bedeutsamkeit der einzelnen Motivdimensionen ergibt. So erfahren die Motive Anerkennung, Gewichtsregulation und Wettkampf bei den Low Sensation Seekern die geringste Bedeutung, während bei den High Sensation Seekern die Motive Anerkennung, Gewichtsregulation und psychische Gesundheit die geringsten Rollen einnehmen. Auch in den ersten drei Topboxen finden sich Ranking-Unterschiede. Während bei den Low Sensation Seekern das Naturerleben, die allgemeinen Gesundheit und der Selbstwert die Führungspositionen einnehmen, fällt das allgemeine Gesundheitsmotiv der High Sensation Gruppe deutlich (auf Platz 6) zurück. Als bedeutendste Motive der High Sensation Seeking Gruppe ergeben sich folglich die persönliche Zielerreichung, der Selbstwert und das Naturerleben. Das Selbstvertrauen unterscheidet sich im Übrigen ebenfalls in diesen beiden Gruppen. Wie erwartet zeigen die High-Sensation-Seeker hier höhere Ausprägungen.
Um die zentrale Frage nach motiv- und persönlichkeitsbezogenen Besonderheiten von Trailrunningsportlern zu beantworten, hat Janouch (2015) die Ergebnisse der Analysen in einem explorativen „Trailläufer-Profil“ grafisch veranschaulicht (siehe folgende Abbildung). Trailläufer sind demnach in höherem Maße extrovertiert als neurozitistisch und zeigen Zusammenhänge beider Persönlichkeitsdimensionen mit der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung (also dem Selbstvertrauen). Dabei hängt das Selbstvertrauen positiv mit den Extraversions- und negativ mit den Neurotizismusausprägungen zusammen. Teilnahmemotive von Trailläufern sind in erster Linie das Naturmotiv und das Motiv des Selbstwerts, während das Motiv der Gewichtsregulation lediglich eine untergeordnete Rolle spielt. Außerdem unterscheiden sich High und Low Sensation Seeking Trailläufer in dem Ausmaß ihres Selbstvertrauens.
Blick in die (Forschungs-)Zukunft
Ziel unserer Studie war die Exploration und Identifikation persönlichkeits- und motivbasierter Besonderheiten von Trailläufern. Da das Traillaufen als relativ neue Sportart in der sportpsychologischen Forschung bisher nur wenig wissenschaftliche Beachtung gefunden hat, sollte die Arbeit zudem einen Grundstein für weitere Forschungsarbeiten liefern. Diesem Anspruch konnte die Entwicklung eines Trailläufer-Profils in weiten Teilen gerecht werden. So wurden zunächst motivationale Besonderheiten, wie die dominante Stellung des Naturmotivs und des Selbstwerts, sowie die untergeordnete Bedeutung des Motivs der Gewichtsregulation herausgearbeitet. Diese könnten zur Klärung der Frage beitragen, weshalb das Traillaufen immer größeren Zuspruch innerhalb der Läuferszene, aber auch bei Quereinsteigern findet. Persönlichkeitsspezifisch wurde nicht nur die Überlegenheit der Extraversionseigenschaft gegenüber dem Neurotizismus herausgefunden, sondern auch ein möglicher Hinweis auf weitere, offensichtlich wichtige und relevante Persönlichkeitseigenschaften (Gewissenhaftigkeit und Offenheit) für die Sportart Traillaufen gegeben. Für die Erarbeitung einer Persönlichkeitsstruktur von Trailläufern werden somit erste Hinweise gegeben, die es in weiteren Forschungsarbeiten zu erweitern und zu vervollständigen gilt. Gleiches gilt für die beiden Konstrukte des Sensation Seeking und des Selbstvertrauens. Auch hier liefert die Studie erste Hinweise zur für weitere Forschung. So konnten für die Trailläufer Unterschiede in der Ausprägung des Selbstvertrauens zwischen „High-„ und „Low-Sensation-Seekern“ identifiziert werden. Außerdem zeichneten sich Unterschiede zwischen beiden „Sensation-Seeking-Typen“ hinsichtlich deren Teilnahmemotiven ab.
Einige der Ergebnisse können auch einen praktischen Beitrag für die Sportart Traillaufen leisten. So könnte das Wissen, um die Teilnahmegründe dieser speziellen Laufklientel für die Veranstalter eine wichtige Marketingquelle darstellen. Außerdem könnten Austragungsorte besser gewählt, sowie die Betreuung vor, während und nach dem Wettkampf optimiert werden, wenn die Bedürfnisse der Teilnehmer bekannt sind. Hier könnten die quantitativen Ergebnisse durch qualitative Arbeiten (bspw. Interviews) ergänzt werden. Auf längere Sicht könnten dieser und weitere wissenschaftliche Forschungsbeiträge dazu beitragen, das Traillaufen (als noch relativ junge Sportart) langfristig in der Laufszene zu etablieren. Weitere, vertiefende Arbeiten sollten folglich an die gefundenen Ergebnisse anknüpfen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik Traillaufen ausbauen.
Literatur:
Albrecht, U. (2015). Deutschland größtes Trailrun-Event!. http://www.zugspitz-ultratrail.com/. Zugriff am 14. August 2015.
Albrecht, U. (2015b). SALOMON 4 TRAILS 2015- 4 Tage Trailrunning pur! http://www.4trails.com/. Zugriff am 17. August 2015.
Albrecht,U.(2015c).Streckenübersicht.http://www.4trails.com/Strecken/StreckenÜber-sicht.aspx. Zugriff am 17. August 2015.
Beck, H. (2015). Das große Buch vom Ultra-Marathon. Ausrüstung, Trainingspläne, Ernährung, Erfahrungsberichte (Erw. Neuaufl.). München: Copress Sport.
Chase, A.W. & Hobbs, N. (2010). The ultimate guide to trail running. Everything you need to know about equipment, finding trails, nutrition, hill strategy, racing, avoiding injury, training, weather, safety (2nd ed.). Guilford, Conn.: Falcon Guides.
Hagenah, J. (2001). Zum Zusammenhang zwischen Sensation Seeking, Sportmotiven und sportlichen Freizeitaktivitäten. In R. Seiler, D. Birrer, J. Schmid & S. Valkanover (Hrsg.), Sportpsychologie: Anforderungen, Anwendungen, Auswirkungen; proceedings (S. 182–184). Köln: bps-Verlag.
Janouch, C. (2015). Trailrunning: Motivationale Zugänge und Persönlichkeitsstrukturen von Trailläufern. Master-Thesis. Halle (Saale): Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Kommunikation, Medien & Sport, Department Sportwissenschaft.
Jungk, P. (2014). Teilnahmemotive von Trail-Läufern. Bachelor-Thesis. Halle (Saale): Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Kommunikation, Medien & Sport, Department Sportwissenschaft.
Ogles, B. & Masters, K.S. (1993). The developement of an instrument to measure motivation for marathon running: the Motivation of Marathoners Scale (MOMS). Research Quarterly for Exercise and Sports, 64 (2), 134–143.
Repke, S. & Wischniewski, D. (2011). Trail running. Die neue Art zu laufen (Delius Klasing Sport) (1. Aufl.). Bielefeld: Delius Klasing.
Schwarzer, R. & Jerusalem, M. (Hrsg.). (1999). Skalen zur Erfassung von Lehrer- und Schülermerkmalen. Dokumentation der psychometrischen Verfahren im Rahmen der Wissenschaftlichen Begleitung des Modellversuchs Selbstwirksame Schulen. Berlin: Freie Universität Berlin.
Seiler-Runge, S., Schmidt, M. & Fischer. (2015). Faszination Trailrunning. Ein Pra-xisbuch für Einsteiger und Ambitionierte (neue Ausg). Stuttgart: Neuer Kunstver-lag/Neuer Sportverlag.
Sygusch, R. (2007). Psychosoziale Ressourcen im Sport. Ein sportartenorientiertes Förderkonzept für Schule und Verein (Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, 160). Schorndorf: Hofmann.
Stoll, O. & Rolle, J. (1997). Persönlichkeitsprofile und habituelle Streßbewältigung bei Ultralangstreckenläufern. Sportwissenschaft, 27 (2), 161–176.
Hackfort, D. (2001). Psychologische Aspekte des Freizeitsports. In H. Gabler, J. Nitsch & R. Singer (Hrsg.), Einführung in die Sportpsychologie. Teil 2: Anwendungsfelder (S. 207–236). Schorndorf: Hofmann.
Zuckerman, M., Eysenck, S. & Eysenck, H.J. (1978). Sensation seeking in England and America: Cross-cultural, age, and sex comparisons. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 46, 139–149.
Zuckerman, M. (1994). Behavior expressions and biosocial bases of sensation seek-ing. New York: Cambridge University Press.
Borussia Mönchengladbach steckt in der Krise. Nach einer hervorragenden Vorsaison, welche die Fohlen mit der direkten Champions League-Qualifikation zurück auf die große europäische Bühne führte, läuft seit Saisonbeginn wenig bis nichts zusammen. Die Borussia ist mit vier Niederlagen aus vier Bundesligaspielen Tabellenletzter und hat unter der Woche auch die Auftaktpartie in der Champions League beim FC Sevilla verloren. Am Samstag steht nun das ohnehin bedeutungsbeladene Rhein-Derby beim 1.FC Köln an. Dr. René Paasch hat die schwierige Situation bei Borussia Mönchengladbach von außen beobachtet und Muster erkannt, um auf dieser Basis mögliche Lösungsansätze herauszuarbeiten, die Vereinen in vergleichbaren Situationen helfen können.
Zum Thema: Was tun in der Krise?
Haben Sie den Auftritt der Borussia in Sevilla gesehen? Sicher haben sie bemerkt, wie mutig, motiviert und willensstark der Bundesliga-Tabellenletzte die schwierige Auswärtsaufgabe beim spanischen Spitzenteam Sevilla anging. Kurzum: Coach Lucien Favre und sein Trainerteam machen viel richtig. Allerdings ist die Gesamtsituation schon sehr komplex geworden. Erschwerend kommt hinzu, dass nun aufgrund der Belastungen der bevorstehenden englischen Wochen kaum Zeit bleibt, um intensiv über das normale Trainingspensum hinaus mit der Mannschaft zu arbeiten. An welchen Stellschrauben kann grundsätzlich in solchen Situationen gedreht werden? Wie können auch Teams weit unterhalb der Bundesliga auf ähnliche Situationen reagieren?
Der Perspektivenwechsel
Niederlagen haben bekanntlich eine sehr wertvolle Komponente. Genau hier liegt ein Schlüssel, in dem bei der Betrachtung der gemachten Fehler nicht der Fokus auf das Versagen gelegt wird, sondern konsequent auf die Verbesserung und Weiterentwicklung der Individual- oder Teamleistung. Fehler sollten also positiv in eine handlungsförderlichen Perspektive und in konkrete Ziele umgewandelt werden: „Was kann ich daraus lernen, was können wir besser machen und wie können wir als Mannschaft geschlossener auftreten?“ Siehe auch (siehe auch Dr. René Paasch: Führung und Teamentwicklung im Fußball). Denn eine defizitorientierte Sichtweise und Fehlerzuweisung, würde jetzt die Mannschaft weiterhin schwächen. Demgegenüber stärkt die positive Herangehensweise das Wohlbefinden der einzelnen Akteure im Team.
Schwerstarbeit für den Trainer
Schwerstarbeit kommt in einer krisenhaften Situation auf den Trainer zu. Denn speziell das Gespräch mit dem Coach ist für die Akteure sehr wertvoll. In diesem Zusammenhang kann der Trainer seinen Spielern Stärken und Fähigkeiten aufzeigen. Weiterhin sollte der Trainer die Mannschaftsgespräche fördern, in welchem die Spieler sich gegenseitig aufbauen und wertschätzen. Sie müssen jetzt lernen, störende innere und äußere Einflüsse besser auszublenden, sich abschotten und den Tunnelblick aufsetzen. Je intensiver die Mannschaft im medialen Fokus steht, desto schwieriger wird dies allerdings. Wir können vermuten, dass im Moment kaum ein Interview in Mönchengladbach das Thema Krise unberührt lässt.
Der Umgang mit der Angst
Um die Angst vor weiteren Niederlagen zu dämpfen und so handlungsfähig wie möglich zu bleiben, gibt es verschiedene Methoden. Ein Schlüssel kann in einer exzellenten Trainingswoche und vielen gelungenen Aktionen liegen, die Selbstvertrauen schenken (siehe auch Dr. René Paasch: Selbstwirksamkeit im Fußball). Ebenso können wir uns durch Entspannungstechniken (siehe auch Sebastian Reinold: Entspannt durch Meditation) oder die Konzentration auf eine positive Körperhaltung auf Erfolg trimmen. Gedanklich sollte der verunsicherte Sportler lernen, sich auf seinen Stärken zu konzentrieren und an sich zu glauben. Hervorragende Methoden sind das Training der inneren Gespräche (siehe auch Prof. Dr. Oliver Stoll: Gute Selbstgespräche) und die unmittelbare Wettkampfvorbereitung (siehe auch Prof. Dr. Oliver Stoll: Fokus auf das Wesentliche).
Kopf hoch, Schultern tief und Brust raus
Eine dominante Ausstrahlung erzeugt unterwürfiges Verhalten beim Gegenüber. Das ist ein unterbewusster, aber ein ganz starker Effekt, den Mannschaften trotz Niederlagenserien trainieren sollten. Eine interessante Studie in diesem Zusammenhang ist das „Nonverbale Verhalten im Fußball“ (Furley, Memmert, Dicks, 2012). Es konnte erstmals aufgezeigt werden, dass die Körpersprache, den Gegenüber manipulieren und gleichzeitig Stärke signalisieren kann. Dies ist in allen Spielsituation relevant, auch wenn der Gegenspieler es nicht bewusst wahrnimmt. Teams sollten daher versuchen, im Alltag, im Training und im Wettkampf stets selbstbewusst aufzutreten (Kopf hoch, Schultern tief und Brust raus), so dass sich dieses Verhalten automatisieren kann.
Literatur:
Furley, P., & Schweizer, G. (2013, iFirst). The expression of victory and loss: Estimating who’s leading or trailing from nonverbal cues in sport. Journal of Nonverbal Behavior. DOI: 10.1007/s10919-013-0168-7
Einmal Gold hat der US-Amerikaner Matt Emmons in Athen 2004 bereits geschossen. Im Kleinkaliber-Liegendkampf ist der seinerzeit 23 Jahre alte Junioren-Weltrekordler seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Jetzt führt er auch im Finale des Dreistellungskampfes – nach neun der zehn Finalschüsse – mit 3,0 Ringen Vorsprung. Wer soll ihm jetzt noch den Sieg streitig machen? Emmons legt an, zielt und trifft. Aber die Trefferanzeige gibt eine Null an. „Ich habe geschossen“, gibt der sichtlich ratlose Emmons zu Protokoll. Alle glauben an einen Patronenfehler und eine Wiederholung des Schusses, ehe die Jury den unglaublichen Fehler aufklärt.
Zum Thema: Aktivationsregulation, Stress und Stressbewältigung
Emmons schoß auf die Bahn des Österreichers Christian Planer und somit wird dieser Schuss mit einer Null bewertet. So etwas hat es wohl noch nie im Schießsport gegeben, erst recht nicht im letzten Schuss eines Olympia-Finals. Mit den Folgen das Emmons, dem eine lächerliche 7,2 zu Gold gereicht hätte, nur der Achte und letzte Platz bleibt.
Emmons geht auch 2008 in Peking an den Start und wird wieder zum tragischen Helden. Im Dreistellungskampf führt er vor dem letzten Schuss mit 3,3 Punkten Vorsprung. Und abermals gibt er das Gold aus der Hand. Lediglich eine 4,4 schießt Emmons im letzten Versuch und rutscht auf Rang vier ab. Zuvor hatte kein Schütze im Finale eine schlechtere Wertung als 7,7 erzielt.
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Was ist geschehen? Wie kann es dazu kommen, dass Sportlern in entscheidenden Wettkämpfen eher Fehler passieren als im Training? In den bisherigen Ansätzen zum Stressgeschehen bzw. Stressbewältigung im Sport zeigen sich deutliche Parallelen zu der allgemeinpsychologischen Zugangsweise. Der kognitionspsychologische Ansatz von Lazarus (1966) und Lazarus und Launier (1981) sieht den Prozess der Stressbewältigung als Äquilibrationsprozess eines in Ungleichgewicht geratenen psycho-physischen Zustandes. Durch Beanspruchung kommt es zu einer Änderung des individuellen (Normal-)Zustandes, und dies kann zu einem psychophysischen Ungleichgewicht (Stressreaktion) führen. Begünstigt wird dieser Prozess der Entstehung nach Eberspächer (2007) zusätzlich durch die folgenden Punkte:
Wettkampfsituationen sind nicht wiederholbar, sie sind einmalig.
Wettkampfsituationen gehen immer (bewusst oder unbewusst) mit einer Prognose einher, einer Vorhersage, über das erwartete Ergebnis, was vor allem daran zu erkennen ist, dass Athleten nach dem Wettkampf erfreut, enttäuscht, frustriert o.ä. sind.
Aus Wettkampfsituationen folgen immer Konsequenzen, sei es in materieller, psychologischer oder ideeller Hinsicht.
Im Gegensatz zu Personen des alltäglichen Lebens, stellt sich die Frage des effektiven Copings im leistungssportlichen Kontext jedoch ganz anders dar. Hier bemisst sich das erfolgreiche Bewältigen einer kritischen Situation im Handlungserfolg (Stoll/Ziemainz, 2002).
Aktivationsregulation, Stress und Stressbewältigung
Der Sportler versucht nun, die an ihn gestellten Anforderungen mit Hilfe interner Regulationsprozesse zu bewältigen. Die Bewältigung kann zum einen dazu führen, dass eine Wiederherstellung des leistungsförderlichen Zustandes und die Lösung der Anforderung erfolgt. Eine Passivität gegenüber den Prozessen zur Optimierung der psycho-physiologischen Funktionslage kann die Ursache für einen „suboptimalen psycho-physiologischen Zustand“ (Eberspächer/Hermann/Kallus, 1993, S. 237) vor und während der nächsten Belastung sein, mit der Folge einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit für die nachfolgende Belastung. Unter Zuhilfenahme von adäquaten Bewältigungsstrategien kann dieses Ungleichgewicht beseitigt werden. Bei Bewältigung handelt es sich somit um einen Vorgang, in welchem die Belastung reduziert wird. Das muss sich nicht immer in sichtbarem Verhalten äußern. Auch über Vorstellungen, Umbewertungen und Neuinterpretationen kann Belastung gemindert werden, obwohl sich objektiv die Situation nicht verändert hat (Stoll/Ziemainz, 2002). Nach Schlicht (1989) können die Bewältigungsbemühungen auf folgende Belastungsepisoden gerichtet sein:
1.) auf den belastenden Reiz, auf die Wahrnehmung der Reizbeschaffenheit oder
2.) auf den Bewertungsvorgang.
Schlicht leitet in diesem Zusammenhang Handlungsregeln für situationsangemessenes Verhalten ab. Eine (allgemeine) Regel lautet, „dass man aktiv einflussnehmend in solchen Situationen bewältigen sollte, die überhaupt kontrollierbar und durch eigenes Handeln regulierbar sind. Passives Bewältigen (z.B. Abwarten, Zögern usw.) ist Situationen angemessen, die von sich aus an belastender Wirkung einbüßen (Wandlungswahrscheinlichkeit), ungewiss und mehrdeutig sind und die eigenen Bewältigungsressourcen überfordern“ (Schlicht 1989).
Schleusentechnik nach Eberspächer
Als bildliches Modell für den Zusammenhang zwischen Anspannung, Spannungsregulation und Spannungsausgleich kann die Schleuse (Eberspächer, 2009) hilfreiche Dienste leisten. Eberspächer versteht hierunter eine Phase zwischen zwei Belastungen, die entsprechend der zur Verfügung stehenden Zeit für Regenerations- und Erholungsvorgänge der hervorgerufenen Beanspruchung und der gezielten Spannungsregulation genutzt werden kann. Zentrale Bedeutung erlangt diese Phase als psycho-physiologischer Ausgangszustand für eine erneute Belastung, auf die „die Folgeeffekte der vorausgegangenen induzierten Beanspruchung und die zur Verfügung stehenden Ressourcen wirken“ (Kallus/Erdmann, 1994, S. 48). Die Schleuse kann also dazu genutzt werden, um das leistungsfördernde Niveau wiederherzustellen. Abhängig von den zur Verfügung stehenden Zeitraums besitzt die Schleuse eine andere Funktion für die Optimierung der sportlichen Leistungsfähigkeit:
Spannungsregulation: die Dosierung der Spannung auf dem Anspannungs-Entspannungs-Kontinuum (Eberspächer, 2009)
Spannungsausgleich: einen bewusst gestalteten Wechseln von Anspannung und Entspannung
Beide Funktionen bedingen sich, sind dennoch voneinander abzugrenzen. Insbesondere bei kürzeren Pausen, wie bspw. im Dreistellungskampf, reicht der Zeitraum für autonom ablaufende Wiederherstellungsprozesse eines organismischen Gleichgewichtszustandes aufgrund des erhöhten Aktivationsniveaus nicht aus. Folglich kommt der psychischen Steuerung im Sinne einer Spannungsregulation eine wichtige Funktion für die Schaffung eines optimalen Vorstartzustandes der nachfolgenden Belastungen zu. Die Regulation ist unmittelbarer Teil der Wettkampfsituation, welche die systematische Dosierung des Aktivationsniveaus für die optimale Leistungsfähigkeit sowohl vor der anstehenden Belastung als auch zwischen zwei Belastungen vorsieht. Die Vorbereitung einer Belastung wird daher um die Nachbereitungsfunktion für die nächste Belastung ergänzt. Je kürzer die Pause, umso wichtiger erscheint die aktive Beeinflussung, für die nach Eberspächer (1990) sechs kognitiven Fertigkeiten zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch die Aktivationsregulation, die erlernt, trainiert und optimiert werden kann.
Fazit
Sportler stehen im Allgemeinen häufiger in beanspruchenden Situation als Normalbürger. Auf der Basis des transaktionalen Modells wird Stress als ein sich entwickelnder Zustand verstanden, der in negativen Belastungswirkungen endet (z.B. Konzentrationsverlust, Ärger, Wut) bzw. aus dem sich eine Minderung der individuellen Handlungsfähigkeit ergibt, wenn dieser nicht adäquat bewältigt wird (vgl. Schlicht, 1989). Mittels kognitivem Fertigkeitstraining wie bspw. Selbstgesprächsregulation, können Sportler sich selbst regulieren, um auf eine leistungsfördernde Wettkampfspannung zu gelangen.
Literatur:
Eberspächer, Hans (2007). Mentales Training – Das Handbuch für Trainer und Sportler. 7. Auflage. Copress Verlag: München
Eberspächer, Hans (2009). Ressource Ich – Stressmanagement in Beruf und Alltag. 3. Auflage . Carl Hanser Verlag: München.
Eberspächer, H., Hermann, H.-D. & Kallus, K.W. (1993). Psychische Regeneration und Erholung zwischen Beanspruchungen. In J.R. Nitsch & R. Seiler (Hrsg.), Bewegung und Sport:
Psychologische Grundlagen und Wirkungen (Bd. 1, S. 237-241). Academia: Sankt Augustin.
Kallus, K. W. & Erdmann, G. (1994). Zur Wechselbeziehung zwischen Ausgangszustand, Belastung und Erholung. In R. Wieland-Eckelmann, H. Allmer, J. Otto & K. W. Kallus (Hrsg.), Arbeit und Erholung. Studien zur Aktivierung, Belastung und zum Arbeits-Erholungszyklus (S. 46-67). PVU: Weinheim.
Lazarus, R.S. (1966). Psychological stress and the coping process. New York: McCraw-Hill.
Lazarus, R.S. & Launier, R. (1981). Streßbezogene Transaktionen zwischen Personen und Umwelt. In J.R. Nitsch (Hrsg.), Stress, Theorien, Untersuchungen, Maßnahmen (S.213-260). Huber Verlag: Bern, Stuttgart, Wien.
Schlicht, W. (1989). Belastung, Beanspruchung und Bewältigung. Erster Teil: Theoretische Grundlagen. Sportpsychologie, 3(2),10-17.
Stoll, O./Ziemainz, H. Stress und Stressbewältigung im Sport – Theoretische Überlegungen zur Anwendung allgemeinpsychologischer Stresstheorien auf sportpsychologische Fragestellungen im Leistungssport. Übersichtsartikel.
Im Sport gehört die Suche nach Grenzen dazu. Oft geht dies mit dem Bruch von Gewohnheiten einher, nicht selten entstehen dadurch neue Disziplinen, manchmal sogar ganze Sportarten und für den Aktiven selbst öffnen sich neue Welten. Stellen Sie sich mal vor, liebe Ausdauerathleten, Sie werden über Nacht vom Individual- zum Mannschaftssportler.
Zum Thema: Transalpine Run – Das Etappenrennen über die Alpen aus sozialpsychologischer Sicht
Auch wenn es längere und schwierige Trail-Läufe gibt, so bleibt der Transalpine Run (TAR), der am ersten Sonntag im September endete, für den geneigten Trail-Runner wohl das Maß aller Dinge. Die Fakten sind schnell zusammengefasst: 8 Etappen, insgesamt 268,3, km von Oberstdorf nach Sulden, alleine 16.310 Höhenmeter im Anstieg und 14.532 Höhenmeter im Abstieg. Drei Länder, Acht Orte. (http://www.transalpine-run.com/).
Trail-Running – eigentlich eine Individualsportart! Warum sollte man diese Sportart aus einer sozialpsychologischen Sicht betrachten? Die Antwort auf diese Frage liegt in dem speziellen Rennformat dieses Wettkampfes. Denn man darf am TAR nur als „Paar“ teilnehmen. Psychologen reden hier eher von „Dyaden“, denn „Paar“ kann ja alltagssprachlich betrachtet auch ganz anders interpretiert werden. Gestartet werden darf also als „Team“, entweder als reines Männer- oder reines Frauenteam oder aber auch als Mixed-Team. Immer zwei Personen am Start, und jeden Tag, acht Tage lang und man muss auch immer gemeinsam am (Tages-)Ziel ankommen. Und schwupp – schon wird aus einer Individualsportart plötzlich etwas „ganz anderes“.
Weitgehend unerforschtes Terrain
Ursprünglich ist diese Idee des Veranstalters aus Sicherheitsüberlegungen entstanden. Läuft man zu zweit, kann man auch besser aufeinander aufpassen, insbesondere auch in gefährlichen Passagen. Das Resultat ist nun eine Sportart, die ich persönlich, als Wissenschaftler und auch als Trail-Runner, hochspannend finde. Forschung hierzu liegt nämlich noch keine vor. Ja – es gibt natürlich Forschung zur Funktion von sozialer Unterstützung im Leistungskontext (siehe hierzu auch Schunk, 1995, oder die Arbeiten der Arbeitsgruppe von Ralf Schwarzer in dem achtziger Jahren). Und es gibt einiges weniges zu sportpsychologischen Fragestellungen im Trail-Running (Jungk, 2014, Janouch, 2015 – Link zu unseren Blog-Beiträgen), aber es gibt eben noch nichts in diesem Zusammenhang.
Wovon ist aus rein psychologischer Sicht auszugehen? Der Haupteffekt von sozialer Unterstützung in Leistungskontexten ist grundsätzlich positiv für die im Team agierenden Individuen. Dabei spielt der sogenannte „Puffereffekt“ eine zentrale Rolle. Soziale Unterstützung wirkt stresspuffernd, d.h. dass die Auswirkungen einer Belastung gedämpft werden bzw. verschwinden – zumindest in den Wahrnehmungen der im Team agierenden Läuferinnen und Läufer. Dieser Effekt lässt sich auch durch meine 100 km-Erfahrung in Biel, bei dem mich meine Lebensgefährtin Frauke immer wieder aufgebaut hat, gut belegen (siehe hierzu auch www.einmalwarichinbiel.de).
Unterstützung, wenn es passt
Was versteckt sich nun aber eigentlich hinter dem Begriff der „Sozialen Unterstützung“? Wir unterscheiden dabei die sogenannte emotionale von der instrumentellen Unterstützung. Die eher emotional gefärbte, soziale Unterstützung zeichnet sich dadurch aus, dass positive Gefühle, persönliche Nähe und Vertrauen beim Problemlösen wahrgenommen werden. Zumeist geschieht dies über Gespräche, gegenseitige Ermutigung, einem wahrgenommenen Rückhalt und konstruktive Rückmeldung bzw. aktivem Zuhören während des Laufens. Instrumentelle Unterstützung zeichnet sich durch direktes praktisches helfen aus, etwa durch das Helfen beim Vorlaufen im Downhill, in Klettersteigpassagen, beim Aushelfen mit Nahrung und Wasser oder bei der Orientierung im Gelände.
Dass also soziale Unterstützung beim Laufen im Team helfen kann, liegt auf der Hand, aber ob es das immer tut, steht auf einem anderen Blatt Papier. Voraussetzung dafür ist nämlich, dass „die Chemie stimmt“. Geht man von falschen Voraussetzungen aus oder hat man jeweils andere Ziele (spezifische Laufzeiten, erwarteter Podestplatz, Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit, etc.), dann kann eine solche „Verbindung auf Zeit“ ganz schön schwierig und äußerst belastend werden. Möchte man also dafür sorgen, dass die Teilnahme am TAR nicht in einem Albtraum endet, dann bereitet man diesen – auch mit Hinblick auf das Laufen im Team – gut vor, d.h. man sucht sich seinen Partner gut aus, trainiert hin und wieder gemeinsam, spricht sehr offen und ehrlich über Möglichkeiten und Grenzen und plant diesen Event auch möglichst gemeinsam. Beachtet man dies, dann liegen die Karten gut für ein emotionsreiches Finish in Sulden im schönen Südtirol nach gemeinsam zurück gelegten knapp 270 Kilometern über den Alpenhauptkamm. Für Individualsportler ist es eine außergewöhnliche Erfahung.
Literatur
Janouch, C. (2015). Trailrunning: Motivationale Zugänge und Persönlichkeitsstrukturen von Trailläufern. Master-Thesis. Halle (Saale): Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Kommunikation, Medien & Sport, Department Sportwissenschaft.
Jungk, P. (2014). Teilnahmemotive von Trail-Läufern. Bachelor-Thesis. Halle (Saale): Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Kommunikation, Medien & Sport, Department Sportwissenschaft.
Schunk, D. H. (1995). Self-efficacy, motivation, and performance. Journal of Applied Sport Psychology, 7 (2), 1125137.
Schwarzer, R. (1985). Social support and stress: Causal models. In R. Schwarzer (Hrsg.), Stress and social support (S. 227-238). Berlin: Freie Universität Berlin.
Schwarzer, R. & Leppin, A. (1988). Social support: The many faces of helpful social interactions. International Journal of Education Research, 12 (3), 333-345.
Schwarzer, R. & Leppin, A. (1989). Sozialer Rückhalt und Gesundheit. Göttingen: Hogrefe.