Kathrin Seufert und Klaus-Dieter Lübke Naberhaus: Alarmsignal Verletzungshäufigkeit – Wie die Sportpsychologie hilft

Der alljährliche VBG-Report zu den Statistiken des Auftretens, der Verteilung und auch der Ursachen von Verletzungen in den vier Mannschaftssportarten Eishockey, Basketball, Handball und Fußball ist erschienen. Und das mediale Echo auf die Veröffentlichung der Verwaltungsberufsgenossenschaft ließ nicht lange auf sich warten. “Die VBG schlägt Alarm”, hieß es bei der Sportschau: „Fußballprofis sind im Vergleich mit anderen Sportarten Tabellenletzte, was ihre Gesundheit betrifft. Ein Grund dafür könnte der enorme Druck sein.“ Wenn wir die Verletzungshäufigkeit pro Person auf die Spielzeit umrechnen, dann fällt die Statistik doch nicht ganz so alarmierend für den Fußball aus.

Zum Thema: Der VBG Report und wo Vereine mit Hilfe der Sportpsychologie nachsteuern können

Bemerkenswert in der vorliegenden Analyse ist, wie unterschiedlich sich die Ausfallzeiten pro Verein darstellen. Erklärungsversuche fallen auch dem Präventionsexperten der VBG, Christian Klein, schwer. Der Erfolgsdruck könne ein Faktor sein, der nicht nur zu häufigen Trainerwechseln führt, sondern auch Neubesetzungen des gesamten Betreuerstabes inklusive der medizinischen Abteilung zur Folge haben kann. Zudem könne der Einsatz trotz oder frühzeitig nach Verletzungen ursächlich wirken. Nicht zuletzt sei auch die fehlende Prävention aufgrund der hohen körperlichen Belastung ein Thema.

Der VBG-Report sieht hier enormes Verbesserungspotential – es ist von einer möglichen Reduktion der Verletzungshäufigkeit von 75% Prozent die Rede. 

Prävention – das Kind nicht in den Brunnen fallen lassen

Ein Eishockeyprofi berichtete schon vor vielen Jahren, dass sein Körper sein Kapital sei und es gilt, ihn gut zu pflegen. Und hierzu gehört sicherlich, auch auf seinen Körper zu hören und viel in die Prävention zu investieren. Soll heißen: Die Vermeidung von Verletzungen und Erkrankungen müsse stärker im Alltag verankert werden.

Und hierzu gehören viele Bereiche. Neben dem körperlichen Training, dass ja nicht nur der Steigerung von Leistungsfähigkeit führen soll, sondern ebenso dem Erhalt von Leistungsfähigkeit durch Vermeidung von Verletzungen und Erkrankungen dient, spielen andere Faktoren eine wesentliche Rolle. Hierzu gehören unter anderem Ernährung, Schlaf, Flüssigkeitsaufnahme, athletische Vorbereitung auf allen Ebenen sowie ein gutes Regenerationsmanagement.

Optimierungsbedarf erkennen

Hier kommen neben den Athletiktrainern, Physiotherapeuten und Medizinern auch die Sportpsychologen ins Spiel. Die Vereine, die im Ranking weniger gut abgeschnitten haben und sich auf eine tiefergehende Analyse der oben genannten Unterschiede des Auftretens von Verletzungen einlassen, werden unter Umständen Optimierungsbedarf erkennen. Gerade, was das Zusammenspiel der Disziplinen betrifft.

Schließlich werden Sportler bereits auf vielen Ebenen professionell betreut. Ernährungsberatung, präventives Athletiktraining, hinzu kommt vielerorts die körperliche Pflege durch Massagen und Saunagänge. Weiterhin gehört die Aufklärung über Verletzungsmechanismen dazu, und dies alles parallel zum täglichen athletischen, technischen und taktischen Training.

Die sportpsychologischen Leistungen

Was machen aber in diesem Zusammenhang eigentlich die Sportpsychologen? Sie begleiten Prozesse wie Entspannungstrainings mit verschiedenen Techniken, z.B. dem autogenem Training, Yoga, Qi Gong oder Selbsthypnose. Sie klären über die Bedeutung eines ausreichenden und qualitativ guten Schlafes auf, sie kennen Techniken bei Schlafstörungen. Sie wissen darum, wie negativ sich Schlafstörungen auf die Verletzungswahrscheinlichkeit auswirkt, wenn dies über einen längeren Zeitraum andauert.

Damit nicht genug: Sie machen klar, wie wichtig die Emotionskontrolle im Wettkampf ist, um Situationen richtig einzuschätzen und ein zu hohes Risiko zu vermeiden, was zu eigenen Verletzungen als auch Verletzungen des Gegners führen kann. Und sie kennen die Bedeutung einer guten mentalen Wettkampfvorbereitung, wie sie z.B. die alpinen Abfahrer vor dem Start auf die Piste in Form von Imaginationen durchlaufen. Die Kenntnis der riskanten Passagen und die gute Vorbereitung darauf verhindert Stürze, die schwere Verletzungen zur Folge haben können.

Umgang mit Druck und Verletzungen

Sportpsychologen begleiten die Athleten im Umgang mit Druck, stellen Achtsamkeit her, mit Übungen, in denen die Athleten lernen, ihre Körper und ihren mentalen Zustand gut einzuschätzen. Damit Situationen vermieden werden, in denen sie sich selbst überschätzen. Und damit sie dem Trainer zurück melden können, wie es um Ihre Einsatzfähigkeit steht. 

Zusammen mit den anderen Professionen, die sich um das präventive Wohl der Athleten sorgen, ermöglichen sie eine realistische Einschätzung des Risikos, wenn ein nicht komplett fitter Spieler eingesetzt werden soll. Welche Einsatzzeiten sind vertretbar, wie sieht die optimale Wettkampfvorbereitung aus und wann ist ein Einsatz auch unter keinen Umständen vertretbar?

Eine Puzzlestück im System

Sportpsychologen begleiten auch die anderen Mitglieder des Stabes rund um die Athleten in ihren Umgang mit diesen heiklen Situationen, sind Sparringspartner der Trainer und coachen im besten Falle auch diesen dabei, gemeinsam gute Entscheidungen im Sinne der Athleten und des Vereines zu treffen.

Somit tragen Sportpsychologen und Kooperation mit allen anderen Mitgliedern dazu bei, Verletzungen und Erkrankungen zu verhindern, damit das von der VBG bezifferte Potential besser ausgeschöpft werden kann. Vielleicht haben die Vereine, deren Verletzungshäufigkeit geringer ist, dies erkannt und realisiert? Gern stehen wir – Kathrin Seufert (zum Profil) und Klaus-Dieter Lübke Naberhaus (zum Profil) sowie unsere auf ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilten Kollegen und Kolleginnen (zur Übersicht) – zur persönlichen Kontaktaufnahme bereit.

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Klaus-Dieter Lübke Naberhaushttp://www.integral-medizin.de

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