Maria Senz: Erwartungshaltungen – realistische und eigenständige Annahmen treffen

Im Sport sind wir umgeben von Erwartungen. Dies betrifft sowohl Erwartungen von anderen – also zum Beispiel TrainerInnen, MitspielerInnen, FunktionärInnen, JournalistInnen oder auch Fans – als auch unsere eigenen. Und diese ziehen und zerren an uns, ohne dass die meisten von uns gelernt haben, mit unseren Erwartungen richtig und zielführend umzugehen. Wer will, kann hier versuchen, damit anzufangen.

Zum Thema: Umgang mit Erwartungen im Sport

Wie kannst du deinen Standpunkt zu Erwartungshaltungen herausfinden? Einfache Antwort: Durch Fehler! Durch Fehler kann ein kritischer Geist seine eigene Handlungsweise erforschen, erkannte bereits Benjamin Franklin (1706-1790). Du möchtest die Quelle deiner Annahmen entdecken und ebenso die künftig realistischen herausfinden? Und dabei am liebsten aus einem Ozean an Möglichkeiten mit Vielfalt und Tiefgang schöpfen? Dazu bedarf es Fehler und Selbstreflexion durch Hinterfragen.

Was passiert also, wenn ich eine erwartende Haltung einnehme?

Ich treffe Annahmen…

Ich habe ein Bild vor Augen…

Ich fokussiere mich…

Ich enge meinen Blick ein auf das…

…, wie jemand zu sein hat oder wie etwas sein soll.

Kurzum: Ich versteife mich auf etwas in der Zukunft, basierend auf meiner Erziehung, meiner Erfahrung, der gesellschaftlichen Norm, Informationen usw. aus der Vergangenheit. Und was ist die Folge davon? Nicht selten Enttäuschung, Trauer, Frust, … Denn: Erwartungen schränken meine Möglichkeiten ein. Erwartungen schmälern meinen Blick. Erwartungen lähmen mich. Erwartungen machen mich handlungsunfähig. 

Die externe und interne Erwartungshaltung

Suchen wir aber nach den Ursachen: Was ist die Quelle? Was führt mich zu diesen Annahmen, zu diesem Bild, zu diesem Blick?

Eine realistische Auseinandersetzung mit deinen Erwartungen und Möglichkeiten kann damit beginnen, dass du dir folgende Fragen stellst. Dabei ist in externe und interne Erwartungshaltung zu unterteilen:

Die externe Erwartungshaltung meint die von dir wahrgenommene Erwartung aus deinem Umfeld:

  •  Wer nimmt dir gegenüber eine erwartende Haltung ein?
  • In welchen Situationen nimmst du das wahr?
  • Welche Erwartungen sind das?
  • Woher weißt du das?
  • Woran merkst du das an dir?
  • Was macht das mit dir?

Demgegenüber zielt die interne Erwartungshaltung auf die von dir ausgestrahlten Erwartung ab:

  •  Welche Situationen beschreiben deinen Tag?
  • Wer ist dabei involviert?
  • In welchen dieser Situationen erwartest du etwas?
  • Von wem?
  • Was erwartest du?
  • Wie kommunizierst du das?
  • Wovon hängt es ab, dass du etwas erwartest?
  • Welche Erwartungen hast du an dich?

Eine kleine praktische und bunte Übung

Daraus ergeben sich unterschiedliche Erwartungshaltungen – abhängig von deinen erlebten Situationen. Jetzt wird’s bunt! Skizziere deine unterschiedlichen Erwartungen in Form von farbigen Messlatten in eine Hochsprunganlage. Unterscheide dabei auch hier:

(1) Wie hoch sind deine wahrgenommenen Erwartungshaltungen aus deinem Umfeld? 

  • je Situation eine Messlatte

(2) Wie hoch ist deine ausgestrahlte Erwartungshaltung an:

  • dein Umfeld in den verschiedenen Situationen? 
  • je Situation eine Messlatte
  • dich persönlich?

Stell dir abschließend folgende Fragen:

  • Wie wirkt das Bild auf dich?
  • Was ist dein erster Impuls?
  • Was sind deine nächsten Handlungsschritte?
  • Mit welchem startest du?
  • Wann startest du?

Je klarer und größer dein Sichtfeld, desto vielfältiger der Ozean. Gern helfen meine KollegInnen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Maria Senz) dir auf deinem Weg, mit Erwartungen gut umzugehen.

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Maria Senz
Maria Senzhttp://www.co-senz.de
Sportarten: Beachvolleyball, Volleyball, Kitesurfen, Leichtathletik