Anke Precht: „Burnout und Erschöpfung geht in den seltensten Fällen auf Überarbeitung zurück“

Am 15. April 2026 erscheint im Trias Verlag das neue Buch “Der Burnout-Notfallkoffer – Raus aus der Erschöpfung, rein in die Kraft” (Link zum Buch siehe unten) von Anke Precht. Im Interview hat uns unsere Profilinhaberin aus dem Südwesten Deutschlands verraten, warum das Buch auch eine wichtige Lektüre für Personen im Leistungssport sein kann, die sich gerade ausgelaugt oder ausgebrannt fühlen.

Zum Thema: Mentale Gesundheit  

Anke, an wen richtet sich dein Buch “Der Burnout-Notfallkoffer” und an wen ausdrücklich nicht?

Das Buch richtet sich einerseits und hauptsächlich an Menschen, die von Burnout betroffen sind oder waren, und an Menschen, die sich chronisch erschöpft fühlen, aber irgendwie noch “funktionieren”. Außerdem an Therapeuten aus Medizin und Psychologie, die mit erschöpften Menschen arbeiten und selbst über den Tellerrand schauen möchten, um vielleicht umfassender behandeln zu können oder ihren Patienten praktische Tipps zu vermitteln.

Es ist ein Selbsthilfebuch. Das heißt auch, dass man selbst aktiv werden muss, und sei es in dem geringen Maß, das gerade aufgrund der vorhandenen Energie machbar ist. Wer sich nicht bewegen möchte und “behandelt” oder “geheilt” werden möchte, für den ist das Buch (noch) nicht geeignet. Es braucht also ein zumindest kleine Portion an Eigeninitiative und Entdeckergeist sowie Offenheit, denn es wird manches auszuprobieren gelten, bis man weiß, was einem am besten hilft. Es gibt nicht “den” Fahrplan, der für alle Betroffenen passt.

Was ist die Information in deinem Buch, welche die meisten Leser und Leserinnen überraschen dürfte?

Ich denke, am Überraschendsten wird für viele sein, dass Burnout und Erschöpfung in den seltensten Fällen von Überarbeitung herrührt. Es ist meist ein multifaktorielles Geschehen, in dem körperliche und psychologische Ursachen ineinandergreifen. Darum haben wir im Autorinnen-Team im Buch auch beide Bereiche gleichberechtigt Raum gegeben: Körperlichen Faktoren und psychologischen. Dazu kommt, dass viele Ansätze nicht klassisch sind. Es gibt Möglichkeiten, über den Körper zu heilen, selbst wenn zum Beispiel die behandelnden Ärzte gesagt haben, körperlich sei alles “in Ordnung”. Und psychologische Ansätze, die auf den ersten Blick völlig unlogisch daherkommen. Statt mehr Erholen mehr tun zum Beispiel – aber das Richtige, und im richtigen Maß.

Wie relevant ist der “Notfallkoffer” für den Sport und speziell den Leistungssport, so wie du ihn als Sportpsychologin kennst?

Wir erleben immer wieder Athleten, die ausbrennen. Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, und auch da wird meistens empfohlen, eine Pause zu machen. Die kann lang werden, wenn man nicht gleichzeitig schaut, was es braucht, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Das halte ich gerade für den Leistungssport für sehr wichtig. Denn wenn eine Phase der Erschöpfung zu lange andauert, ist die sportliche Karriere möglicherweise dahin.

Gleichzeitig haben Leistungssportler in solchen Momenten den meisten anderen Menschen gegenüber einen großen Vorteil: Sie sind es gewohnt, aktiv zu handeln, sich zu kümmern, etwas, das wichtig ist, auch durchzuziehen. Selbst an Tagen, an denen sie sich eigentlich nicht danach fühlen. Sie werden also auf jeden Fall gut damit arbeiten können und davon profitieren. Ich empfehle Sportlern nicht erst zu warten, bis sie richtig platt sind – sondern schon dann, wenn sie merken, dass sie einen ungewohnten “Hänger” haben.

Link zum Buch:

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Anke Precht
Anke Prechthttp://www.ankeprecht.de

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