Prof. Dr. Jana Strahler: “Wir wollen wissen, welche Fortbildungsangebote gebraucht werden”

Im Programm der asp Tagung 2022 in Münster ging dieser Punkt unter. Am Rande der jährlichen Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie hat sich eine Arbeitsgruppe erstmalig getroffen, die zukünftig im Bereich Gesundheitssport neue Wege gehen will. Wir haben dazu mit asp-Vize Präsidentin Prof. Dr. Jana Strahler gesprochen.

Prof. Dr. Jana Strahler, im asp-Vorstand verantwortest du als Vize-Präsidentin den Bereich Gesundheitssport. Warum ist genau dieser Arbeitsbereich im sportpsychologischen Kontext so wichtig und wird dennoch nur allzu gern übersehen?

Bewegungsarmut und ein hohes Maß an Sitzzeit sind heutzutage mit die wichtigsten Risikofaktoren für verschiedene körperliche und psychische Erkrankungen: Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Beschwerden und Schmerzen im Muskel-Skelett-System aber auch Schlafstörungen oder depressive Störungen. Das ist nicht nur mit persönlichem Leid verbunden sondern bedeutet auch gesamtgesellschaftlich einen hohen Kostenfaktor.

Sport bzw. allgemein Bewegung und ein aktiver Lebensstil fördern die Gesundheit. Menschen, die sich regelmäßig körperlich-sportlich bewegen, das zeigt die Forschung, sind körperlich und psychisch gesünder. Gesundheitssport bringt Menschen in Bewegung und verfolgt das Ziel, die individuelle Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern.

Ziel des Bereichs Gesundheit innerhalb der asp ist es u.a. die Forschung zu bewegungsbezogener Prävention und Gesundheitsförderung zu unterstützen. 

Wie gestaltest du deine Arbeit im asp-Vorstand und welche Rolle spielt dabei die Arbeitsgruppe, die kürzlich formiert wurde?

Im asp-Vorstand haben wir seit längerer Zeit die Idee, unsere Forschungs- und Transferaktivitäten im Bereich der sportpsychologischen Fragen von Gesundheit stärker zu koordinieren. Hierzu haben wir die verschiedenen gesundheitsorientierten Arbeitsgruppen unter den asp-Mitgliedern zu einer „Interessengruppe: Sportpsychologie und Gesundheit“ eingeladen. Im Rahmen der diesjährigen asp-Tagung in Münster fand ein erstes Vernetzungstreffen statt, was neben dem breiten Interesse unserer Mitglieder auch den Wunsch zu Vernetzung, Koordination von sinnvollen Forschungs- und Transferfeldern bzw. Weiterbildungsangeboten, das Ziel einer stärkeren Positionierung der Sportpsychologie bei nationalen und internationalen Bemühungen deutlich gemacht hat. Wir koordinieren hier nun die nächsten Schritte.

Welche konkrete Ziele verfolgst du in den kommenden Monaten oder Jahren und wie können SportpsychologInnen, SportlerInnen, TrainerInnen oder andere dir dabei helfen?   

Als Ressort Gesundheit setzen wir uns dafür ein, dass die sich asp als Repräsentation sowohl der angewandt arbeitenden Sportpsycholog:innen und als Verband aller Teildisziplinen (Gesundheitssport, Spitzensport, Rehasport, Schulsport etc.) versteht. Unser erster Schritt dahin ist die Gründung der Interessengruppe. Weiteres Ziel sind der Ausbau und Erweiterung der Curricula im Bereich Gesundheitspsychologie – hier rufen wir auf, Ideen beizusteuern bspw. welche Weiterbildungsangebote gewünscht sind. Darüber hinaus etablieren wir ein umfassenden Expert:innen-Datenbank, die der Vernetzung nach „innen“ und „außen“ dient, also zu wichtigen Stakeholdern wie Krankenkassen oder in die Politik. Darüber hinaus streben wir die Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden an, zu denen wir deutliche Interessenschnittmengen haben, wie beispielsweise der AG Sportpsychiatrie innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie.

Kontakt zur asp: Vorstand

Foto: Silvia Wolf Fotografie

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Mathias Liebing
Mathias Liebinghttps://www.torial.com/mathias.liebing

Redaktionsleiter bei Die Sportpsychologen und freier Journalist

Leipzig Deutschland

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