Felix Pik: “Im Unbekannten liegen oft verborgene Schätze”

Früher war die Welt für Sportpsychologen und Sportpsychologinnen vergleichsweise einfach: In der Kabine gab es einen Tipp von einem Mitspieler oder einer Mannschaftskollegin. Oder aus dem Trainerteam. Und dann wurde derjenige oder diejenige eben angerufen oder kontaktiert. Heute wollen SportlerInnen vor dem Erstkontakt möglichst viel über die Experten und Expertinnen erfahren. Ein gutes Mittel – zum Beispiel neben einem Profil bei Die Sportpsychologen (mehr Infos) – sind Podcasts. Wir haben uns mit Felix Pik, dem Macher des “SportPsych Radios” über das auch in der Sportpsychologie beliebte Medium Podcast unterhalten.

Felix Pik, warum sind Podcast aus deiner Sicht ein ideales Mittel, um sportpsychologische Inhalte zu relevanten Zielgruppen zu transportieren? 

Podcasts sind ein leicht zugänglicher, kostengünstiger Weg, um in sportpsychologische Themen einzusteigen. Ich glaube, dass Podcasts oft nicht nur zur Wissensvermittlung konsumiert werden, sondern auch eine Unterhaltungsfunktion erfüllen. Sie werden meist “nebenbei” gehört, bei der Busfahrt oder beim Aufräumen. Andere Medien, wie z.B. Blogeinträge oder Bücher erfordern viel mehr Aufmerksamkeit. Und außerdem funktioniert Sportpsychologie aus meiner Sicht besonders gut als Kommunikationsprozess von Mensch zu Mensch. Die Stimme eines*r Expert*in oder erfahrenen Sportler*in vermittelt so viel mehr als ein schwarz-weißer Text: Klingt die Person für mich sympathisch? Ist sie sicher in dem, was sie sagt? Kann ich ihr vertrauen? Emotionen, nachdenkliche Sprechpausen, das direkte Ansprechen der Hörer*innen – all das macht Podcasts unverwechselbar.

In den vergangenen zwei, drei Jahren hat es geradezu einen Boom an Sportpsychologie-Podcasts gegeben. Welches Alleinstellungsmerkmal hast du mit deinem Podcast-Projekt “SportPsych Radio” und glaubst du, dass es auch ein zu viel an Anbietern geben kann?

Für einen guten Podcast ist immer Platz. Es wird mit steigendem Angebot nur immer schwieriger für die Hörer*innen, den richtigen Podcast für sich selbst zu finden. Es ist wie mit einer großen Bibliothek: Ob man das richtige Buch ausgeliehen hat, weiß man erst, wenn man es liest.

Bei SportPsych Radio war es mir ein Anliegen, besonders auch über Randsportarten wie z.B. Voltigieren, Rudern oder Apnoetauchen zu sprechen. Im Unbekannten liegen oft verborgene Schätze.

Zum Schluss noch ein Tipp aus der Praxis: Was muss ein neuer Podcast zum Thema Sportpsychologie können oder machen, um noch ausreichend SportlerInnenohren zu erreichen? 

Gegenfrage: Was sind “ausreichend SportlerInnenohren”? Man muss an die Hörer*innen denken, die den Play-Button ins Ungewisse drücken: Als Podcaster*in ist man für einige Zeit Teil ihres Lebens. Es ist unsere Verantwortung, diese Zeit mit einem inhaltlichen und unterhaltsamen Mehrwert zu füllen. Außerdem glaube ich, dass die Audioqualität für einen guten Podcast wichtiger ist, als Manche vermuten mögen.

Zum Podcast: http://www.pikperformance.com/sportpsychologie-podcast.html

Foto: © Radio Event GmbH

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Mathias Liebing
Mathias Liebinghttps://www.torial.com/mathias.liebing

Redaktionsleiter bei Die Sportpsychologen und freier Journalist

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