Lisa König: Ein Plan B lenkt von Plan A ab! Stimmt, oder stimmt nicht?

Wie bei jeder Binsenweisheit, ist natürlich auch an dieser etwas dran. Konzentriert man sich nicht voll und ganz auf eine Sache, kann man nicht zu 100% erfolgreich sein. Wenn man länger darüber nachdenkt, kann ein Plan B jedoch Sicherheit geben und das gefürchtete, viel beschriebene „Loch nach der Karriere“ vermeiden. Nicht selten sieht man Sportler*innen, die neben ihrem täglichen Training noch studieren, eine Ausbildung machen oder in anderen Bereichen hospitieren um sich so auf ihre Zeit nach dem Sport vorzubereiten. Viele übernehmen später einmal Trainer- und Managerpositionen oder setzen sich für die Nachwuchsförderung ein. Wie wichtig ein Plan B ist, habe ich auch in eigener Sache erfahren dürfen.

Zum Thema: Karriereplanung im Leistungssport

„Es kann nichts schiefgehen. Das einzige, was passieren kann, ist, dass die Dinge einen anderen Verlauf nehmen als geplant.“

Stephan Sarek

Dieses Zitat von Stephan Sarek, einem deutschen Schriftsteller, ist ein Gegenbeispiel zur Aussage in der Überschrift. Und natürlich hat er Recht: wir können nicht jede Kleinigkeit beeinflussen und den Lauf der Dinge zu 100% vorausplanen. Zu den jüngsten Beispielen dafür zählt die Corona-Pandemie Anfang des Jahres, in deren Folge sowohl große Sportveranstaltungen als auch kleine, regionale Wettkämpfe abgesagt wurden und die Sportler*innen plötzlich ohne Ziele dastanden, auf die sie hinarbeiten konnten. Für viele stellte sich die grundlegende Frage, wofür sie eigentlich trainieren? Für die meisten war das sicherlich nicht existenzbedrohend, aber für einige Profisportler*innen stand plötzlich alles auf dem Spiel: Sponsoren- und Prämiengelder von Wettbewerben fielen weg, Olympia rückte auf unbestimmte Zeit in weite Ferne und sie mussten für sich neue Ziele und Alltagsroutinen entwickeln. 

Aber nicht nur historische Ereignisse wie eine Corona-Pandemie können solche krassen Karrierehürden mit sich bringen. Eine Verletzung oder eine Krankheit haben die Kraft, im schlimmsten Fall, zu einem abrupten Karriereende zu führen, ohne dass man sich darauf vorbereiten kann. Genau deshalb ist ein Plan B (C, D, E, …) so unerlässlich!

Früh übt sich, wer mal seine Zukunft planen will

Ein Plan B schafft Sicherheit, sowohl psychisch (man fühlt sich vorbereitet) als auch finanziell (man plant für die Zukunft). Man kann so das berühmt berüchtigte „Loch“ nach der aktiven Karriere vermeiden, wird abgefangen und kann sich einen fließenden Übergang zum Leben nach dem Leistungssport erarbeiten.

An Sportschulen wird schon früh auf eine solide Ausbildung neben dem Sport Wert gelegt. Als junge*r Sportler*in ist es ratsam, ernsthaft Zeit in die Schule, Praktika oder eine Ausbildung zu investieren. Professionelle Hilfen hierbei bieten in diesem System die Laufbahnberater*innen an den Sportschulen und Olympiastützpunkten. Denn so erfolgreich man als Newcomer*in auch ist, „das Einzige was passieren kann, ist, dass die Dinge einen anderen Lauf nehmen als geplant.“

Eigene Erfahrung

Das musste ich selbst als frisch gebackene Abiturientin und Skilangläuferin erfahren. Ein paar Titel und sehr gute Platzierungen im Jugendbereich verhalfen mir leider nicht in einen höheren Kader des Verbandes. Also musste ich mich umentscheiden und nutzte meinen Plan B in der Hinterhand: Dank meines guten Abiturs und sportlicher Leistungen, sowie rechtzeitiger Planung und Englischtests flog ich ein paar Monate später nach Amerika. Dort lief ich weitere vier Jahre für eine Langlauf-Universitätsmannschaft, schloss einen Bachelor in Psychologie ab und hatte eine unvergessliche Zeit.

Lisa König

Sportarten: Ski Nordisch, Ausdauersportarten, Volleyball, American Football, Basketball, Golf etc.

Kontakt:

+49 (0)151 563 652 30

l.koenig@die-sportpsychologen.de

Zum Profil: https://www.die-sportpsychologen.de/lisa-koenig/

Das alles klappte, weil ich Unterstützer hatte. Eltern und Trainer natürlich ganz vornweg. Aber ganz wichtig zum Aufstellen eines Plan B sind auch die Lehrer*innen, Vereine, Sportpsychologen*innen, Manager*innen, Universitäten, Laufbahnberater*innen, NLZ- Berater*innen, das Arbeitsamt, die Betriebe, und und und. Das System um eine*n Sportler*in herum kann sehr gute Unterstützung und Ressourcen bieten, um die Karriere nach der Karriere zu planen. 

Karriereübergang mit Unterstützung

Wir Sportpsychologen*innen können mit euch an der Nutzung eurer Ressourcen arbeiten und euch beim Karriereübergang begleiten, beraten und unterstützen. Wir helfen euch, Ängste und Unsicherheiten zu reduzieren und an neuen Routinen in schwierigen Zeiten zu arbeiten. Ihr könnt nie früh genug anfangen, für die Zukunft zu planen! 

Nehmt also gern Kontakt zu meinen Kollegen*innen (zur Übersicht) oder zu mir persönlich auf (zur Profilseite von Lisa König).

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