Cristina Baldasarre: Vom Sport lernen

Es ist immer wieder erstaunlich und schön zu erfahren, wie Techniken und Tools aus dem Sport – richtig angewandt – in anderen Gebiete gewinnbringend transferiert werden können. Entspannungstechniken sind hierfür ein sehr gutes Beispiel. Dabei ist es nicht schwer, den Wissenstransfer aus dem Sport in die Schule zu meistern.

Zum Thema: Entspannung im Schulalltag

Das Verständnis dafür, dass viel Training auch viel Erholung/Entspannung benötigt, ist im Sportumfeld schon längst bekannt und auf eine ausgeglichene Erholungs-Belastungs-Bilanz wird zum Glück viel Wert gelegt. Aus dem Sportbereich kennen wir Entspannungsverfahren, die physisches aber auch psychisches Erleben von Gelassenheit und Entspannung zum Ziel haben. So kommen wir am Wort Psychohygiene nicht vorbei und daran, dass solche Techniken stressmindernd wirken und zur Prophylaxe von Übertraining und Burnout dienen. Somit, meiner Meinung nach, ein Imperativ für alle Sportler, Trainer und ihr Betreuungsumfeld. Bei diesen Übungen wird eine gezielte Fokussierung auf das Hier und Jetzt gelernt und jede Entspannungsübung ist gleichzeitig auch eine Achtsamkeitsübung. Die dadurch errungene Verbesserung des Wohlbefindens stärkt zudem auch gleich noch die Selbstwirksamkeit.

So entstand meine Idee des Kurses Entspannung im Schulalltag, den ich mittlerweilen schon zum fünften Mal durchführe. Meine Beobachtungen ergaben sich aus unterschiedlichsten Situationen zu Hause mit meinen Kindern und in der Lernpraxis mit den Sportlern und Schülern, mit denen ich zusammenarbeite.

Kennen Sie Ihre Schüler?

Genannte Problemstellungen endeten immer wieder in ähnlichen Interventionsansätzen und so lag es auf der Hand, den Wissenstransfer aus dem Sport in den Leistungsbereich Schule herzustellen:

Kennen Sie SchülerInnen mit Konzentrationsproblemen?
Sind gewisse SchülerInnen manchmal innerlich unruhig?
Kennen Sie SchülerInnen mit Angst- oder Wutzuständen?

In der Schule und insbesondere bei Prüfungssituationen entscheiden nicht selten die Emotionen über das Ergebnis, sprich: über die Note. Ganz genau gleich wie im Sport auch. Das Erleben bestimmter Emotionen kann dazu führen, dass Schüler nicht jederzeit in der Lage sind, ihr Leistungspotential voll abzurufen, zu nutzen und umzusetzen.

Erste Fortschritte nach kurzer Übungszeit

Es ist erwiesen, dass regelmässig angewandte Tiefenentspannung sich positiv auf die körperliche und emotionale Befindlichkeit auswirkt (V. Speck, 2013). Dadurch werden günstigere Lern- und Prüfungsvoraussetzungen geschaffen, die Konzentrationsfähigkeit verbessert sich und das Bewältigen von schwierigen Situationen fällt leichter. Schon nach einer kurzen Übungszeit lernen die Kinder sich besser wahrzunehmen, sie werden ausgeglichener und selbstbewusster. Die Zielgruppe spricht bereits Kinder ab dem Kindergartenalter an, also ab ca. fünf Jahren und ist nach oben unbegrenzt.

Die Progressive Muskelrelaxation nach E. Jacobson (1934) ist eine altbekannte Entspannungsmethode, die sich auch für Kinder und Jugendliche sehr gut eignet. Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem durch willentliche Ansteuerung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung erreicht wird. 
Ergänzend können altersentsprechende Gedanken- und Phantasiereisen dazu dienen, diesen Zustand einzuleiten oder auch zu verstärken.

Kursangebot im August

Ich biete eine allgemeine Einführung in die Theorie und Praxis der Progressiven Muskelrelaxation. Im Zentrum stehen das Erlernen der spezifischen Technik, das eigene Erleben der Methode sowie die konkrete Umsetzung in den eigenen Schulalltag. Dabei erhalten die Teilnehmer ein kompaktes sowie konkretes Vorgehen mit praktischen Übungen, Arbeitsblättern und CD-Beispielen für Ihre spezifische Anwendung im Schulalltag.

Link zu ZAL Ausschreibung

 

Literatur

Speck, V. (2013). Training progressiver Muskelentspannung für Kinder. (2.Aufl.). Hogrefe.

 

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