Björn Korfmacher: Was können wir vom neuen Stanley Cup Champion lernen?

Die NHL hat einen neuen Stanley Cup Champion. Die Carolina Hurricanes setzen sich souverän gegen die von vielen Experten favorisierten Vegas Nights durch. Nach 2006 gewinnen sie zum zweiten Mal die ikonische Sporttrophäe. Unmittelbar nach dem Gewinn des Stanley Cup hat Head Coach Rod Brind’Amour im Interview erwähnt, dass Eishockey der ultimative Teamsport“ sei. Mit Blick auf den Saisonverlauf seiner Carolina Hurricanes, kann man da kaum widersprechen.

Zum Thema: Warum echte Teams oft mehr erreichen als mit Superstars gespickte Zweckgemeinschaften

Sieht man sich in der besten Eishockeyliga der Welt um, findet man viele große Namen: McDavid, MacKinnon, Matthews, Makar, Hughes, Kucherov, Draisaitl, um nur einige zu nennen. Häufig spielen gleich mehrere von denen im selben Team. Ein Erfolgsrezept? 

Schauen wir nochmal auf den frisch gebackenen Stanley Cup Champion, die Carolina Hurricanes. Sie haben sich nicht nur auf ein, zwei Superstars verlassen:

  • Jede Reihe hat einen wichtigen Beitrag geleistet
  • Das System war größer als die Egos der Einzelnen
  • Nicht nur die Verteidiger haben defensiv gearbeitet – auch die Stürmer
  • Auch die Stars und Scorer haben mitunter die dreckige Arbeit gemacht

Aus der Perspektive der Sport- und Erfolgspsychologie ist das eine weitere Bestätigung bisheriger Annahmen. Superstars und Leistungsträger sind wichtig – aber große Meisterschaften gewinnt man nur mit kollektivem Einsatz, mit klarer Rollenverteilung und Vertrauen in jeden Einzelnen. Wir nennen das Kohäsion. 

Kohäsion – Stabilität im Teamgefüge

Kohäsion beschreibt, wie sehr sich Spieler einem gemeinsamen Ziel verbunden fühlen und als Gruppe funktionieren – je höher die Kohäsion, desto größer die Bereitschaft, füreinander einzustehen.

Auch wenn es verführerisch ist, auf Superstars zu setzen, sind Trainer, die ein erfolgreiches Team formen wollen, gut beraten, neben sportlichen Qualitäten auch Charakter, soziale Kompetenzen und Rollenakzeptanz zu berücksichtigen. Entscheidend ist, dass sich alle Teammitglieder als wertvoller Teil der Mannschaft erleben – unabhängig von ihrem Status.

Fazit

Erfolg wird nicht allein von Superstars geschaffen. Oft sind es die Spieler ohne große Namen, die Verantwortung übernehmen, sich kompromisslos in den Dienst der Mannschaft stellen und die unsichtbare, harte Arbeit leisten. Sie sind es, die am Ende den Unterschied machen. 

Hut ab vor Rod Brind’Amour und den Carolina Hurricanes – ein beeindruckendes Beispiel dafür, was echtes Teamwork bewirken kann. 

Du willst mehr wissen?

Die Sportpsychologen ist die größte Plattform für die Sportpsychologie im deutschsprachigen Raum. Lies in unseren über 1.500 Beiträgen oder nimm direkt Kontakt zu uns auf. Wir coachen, beraten, trainieren, bilden fort und helfen – denn über Erfolg im Sport wird nicht zuletzt im Kopf entschieden.

Mehr zum Thema:

Quelle

Carron, A. V. (1982). Cohesiveness in sport groups: Interpretations and considerations. Journal of Sport Psychology, 4(2), 123–138.

Views: 5