Harold Kreis: “Unser Ziel ist das bestmögliche Ergebnis”

Das Olympische Eishockeyturnier wird eines der Highlights der Spiele 2026 in Italien, so sind sich alle Experten und Expertinnen einig. Der Grund: Beim Turnier in Mailand laufen für alle NHL-Stars der teilnehmenden Nationalteams auf. Bundestrainer Harold Kreis kann also ein Team um Weltstar Leon Draisaitl bauen und sieht sich vor dem Turnier mit großen Erwartungen konfrontiert. Kurz vor der Abreise nach Italien hatte Prof. Dr. Oliver Stoll den Bundestrainer der DEB-Auswahl in seiner heimischen Küche zu Gast. Es ging um Leistungsdruck, Vorfreude, die Zimmerbelegung, olympische Ablenkungen und Floorball, den kleinen Bruder des Eishockeys. Und natürlich um Ziele.

Zum Thema: Ziele, Rollen und Motivation im Eishockey

In einer schwierigen Situation steckt Kreis schon vor dem Beginn des Olympischen Turniers. Denn sobald die acht Nordamerika-Akteure der DEB-Auswahl in Mailand ankommen, muss der Bundestrainer acht Spieler nach Hause schicken. Acht Spieler, die bis dahin die Vorbereitung absolviert haben und für die der Traum vom Olympischen Turnier platzt. Im Interview erklärt Kreis, wie im Team mit dieser Situation umgegangen wird. 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Oliver Stoll und Harold Kreis kennen und schätzen sich seit Jahren. So kam auch das Treffen in der Küche des Leipziger Sportpsychologen zustande. Im Kreis des Nationalteams war Stoll wiederum noch nicht aktiv – für den DEB ist Dr. Tom Kossak im Umfeld des Nationalteams und der Junioren im Einsatz. Insofern gelingt es Stoll, aus einer  Außenperspektive auf die bevorstehenden Herausforderungen zu blicken. Im Interview macht er den Umgang mit der Erwartungshaltung der Öffentlichkeit zum Thema und geht auf den “Zauber der Spiele” ein, der sich im Olympischen Dorf durch die Präsenz diverser Sportstars anderer Disziplinen schon einmal auswirken kann. Dazu stellt Stoll, der als Sportpsychologe die deutsche Floorball-Nationalmannschaft betreut, interessante Parallelen zwischen Eishockey und der artverwandten Sportart Floorball zur Diskussion (zum Interview).

Im Hintergrundgespräch macht Kreis deutlich, dass auch er sich persönlich auf einen besonderen Wettbewerb freut. Kreis: “Es wird ein phantastisches Turnier”. Als DEB-Spieler nahm er selbst an den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary, also in seiner kanadischen Heimat, teil. Seine Rolle sieht er nun als Trainer vor allem darin, den Rahmen für das richtige Miteinander im Team zu setzen. Wichtig ist ihm der Anspruch, gemeinsam gutes Eishockey zu spielen, etwas miteinander zu erleben und nicht zuletzt auch Spaß zu haben. Die Gefahr, dass es zwischen den NHL- und DEL-Profis nicht passen könnte, sieht er nicht. Kreis: “Wir wissen von unseren NHL-Spielern, dass sie so viel wie möglich DEL-Matches schauen. Sie sind wirklich gut informiert und nicht selten verbindet die Spieler durch eine gemeinsame Vergangenheit, etwa in unseren Jugendnationalteams, auch gute Freundschaften.”    

Kreis gilt als Freund der Sportpsychologie und stellt heraus, dass es ihm gerade das Modell der Selbstbestimmungstheorie angetan habe. Demnach – oder besser nach Edward L. Deci und Richard M. Ryan – werde menschliches Wachstum, Motivation und Wohlbefinden gefördert, wenn Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit berücksichtigt werden. Kreis gibt den Rahmen vor und setzt gleichzeitig auf die intrinsische Motivation der Spieler. 

Interessant ist, dass Kreis bei den Olympischen Spielen seine eigene Rolle als Trainer in Teilen neu interpretieren wird. Seitdem er seit März 2023 das Amt innehat, war er an der Bande vor allem ein Beobachter. Die Auswechslungen haben für die Defensive Alexander Sulzer und Serge Aubin für die Offensive übernommen. Hinzu kommt mit Jamie Kompon von den Florida Panthers ein weiterer Assistenztrainer mit umfangreicher NHL-Erfahrung. Was sich für Kreis während Olympia ändert und welche Gründe das hat, verrät der Bundestrainer hier:

Versiert formuliert Kreis das sportliche Ziel für das Olympische Turnier: “Unser Ziel ist das bestmögliche Ergebnis.” Und wir von Die Sportpsychologen hoffen, dass der Weg dahin für das Team, alle Beteiligten und die deutschen Eishockey-Fans ein besonders eindrucksvoller wird.

Wie sind für Dich da!

Die Sportpsychologen ist die größte Plattform für die Sportpsychologie im deutschsprachigen Raum. Lies in unseren über 1.500 Beiträgen oder nimm direkt Kontakt zu uns auf. Wir coachen, beraten, trainieren, bilden fort und helfen – denn über Erfolg im Sport wird nicht zuletzt im Kopf entschieden.

Neues Buch von Prof. Dr. Oliver Stoll: Mentaltraining im Eishockey, Ein Handbuch für Praktiker

Hier mit persönlicher Widmung bestellen: o.stoll@die-sportpsychologen.de

via Thalia: Link

Mehr zum Thema:

Views: 15

Mathias Liebing
Mathias Liebinghttps://www.torial.com/mathias.liebing
Redaktionsleiter bei Die Sportpsychologen und freier Journalist Leipzig Deutschland +49 (0)170 9615287 E-Mail-Anfrage an m.liebing@die-sportpsychologen.de