Neues Jahr, neues Glück… im Fitnessstudio. Wer kennt ihn nicht, den Vorsatz, endlich fitter zu werden und dieses Jahr wirklich sportlich durchzuziehen? In Summe führt das meist zu überfüllten Gyms am Jahresanfang, in denen man sich entweder um Geräte fast schon prügeln muss oder länger dafür anstehen muss, als die Übung an sich dauern würde. Nicht nur das führt bei vielen dazu, dass die anfängliche Motivation dann doch schnell wieder schwindet. Gerade für Neulinge oder Wiedereinsteiger birgt der Besuch im Fitnessstudio einige Hürden, die einen daran hindern, so richtig selbstbewusst ins Gym zu gehen und anzufangen. Gleiches gilt natürlich auch für Sporttreibende, die vielleicht mit ihrem Gewicht strugglen oder aber auch solche, die schon jahrelang Gewichte stemmen. Also woher kommt eigentlich diese Angst oder Unsicherheit, erhobenen Hauptes durchs Gym zu gehen und seine Übungen durchzuziehen?
Zum Thema: Hürden auf dem Weg zum regelmäßigen Sporttreiben im Fitnessstudio
Aus psychologischer Sicht spielen da (wie immer) viele unterschiedliche Faktoren zusammen. Was viele nicht wissen: Hinter dieser Unsicherheit im Gym stecken gut erforschte psychologische Mechanismen.
Kennst du den sogenannten Spotlight-Effekt? Dazu folgende Situation als Beispiel: Du gehst durchs Gym und fühlst dich eigentlich gerade im Moment wohl. Dein Training war gut und du machst dich auf den Weg zur Umkleide. Plötzlich fällt dir deine Trinkflasche aus der Hand und springt natürlich so ungünstig auf, dass sich der gesamte Inhalt auf dem Boden ausbreitet. Sofort schießt dir in den Kopf „Wie peinlich, hoffentlich hat das niemand gesehen. Bestimmt gucken gerade alle und lachen mich aus.“ Und da ist sie auch schon wieder: die Angst vor Bewertung durch andere. Und das anfänglich gute Gefühl in Bezug auf das eigene Training auf einmal überschattet durch eine negative Gedankenspirale. Dieser besagte Spotlight-Effekt ist ein Wahrnehmungsfehler, durch den man denkt, dass die Aufmerksamkeit aller in sozialen Situationen ausschließlich auf einen selbst gerichtet ist, vor allem wenn einem ein Fehler passiert – man steht also bildlich gesprochen im Scheinwerferlicht. Tatsächlich sind die meisten Menschen im Gym aber in Gedanken bei ihrem eigenen Training – oder bei ihrer eigenen Unsicherheit.
Selbst- und Fremdwahrnehmung
Ein weiterer Faktor, der die Hemmschwelle häufig ansteigen lässt, ist der Unterschied zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Wir selbst nehmen uns eigentlich immer anders wahr als es Außenstehende tun. Und diese eigene Wahrnehmung ist meist deutlich (selbst)kritischer und negativer geprägt, wodurch man sich dann letztendlich nur selbst das Leben schwer macht.
Zusätzlich verstärkt wird dieser kritische Blick auf sich selbst in vielen Fällen durch permanente Vergleiche, die man bewusst oder unbewusst von sich selbst mit anderen Personen anstellt. Dabei spielt auch Social Media eine große Rolle, besonders in der Fitness- und Gym-Bubble. Man wird täglich mit scheinbar perfekt gestählten Körpern konfrontiert, die gefühlt 24/7 im Fitnessstudio verbringen, sich ausschließlich ausgewogen ernähren und einen vermeintlich perfekten gesunden Lebensstil führen. Wenn man dann selbst ins Gym geht und vielleicht nicht direkt aussieht wie ein Fitness-Influencer oder Bodybuilder, fragt man sich schnell, wieso man überhaupt trainiert. Auch dann kann man sich schnell in negativen Gedankenkreisen verlieren. Der Gym Besuch wird dann vom eigentlichen Motivations- und Selbstbewusstseins-Boost zum Katalysator für Frust und Selbstzweifel.
Tipps und Tricks
Die gute Nachricht: mit ein paar kleinen Tipps und Tricks kann das Fitnessstudio auch zu einem safe space werden und der Neujahrsvorsatz bleibt kein one hit wonder, sondern wird zur regelmäßigen Routine der Selbstfürsorge.
Tipp Nr. 1: Schnapp dir einen Workout Buddy – so kann man sich gegenseitig pushen und fühlt sich automatisch sicherer in einer neuen Umgebung voller unbekannter Gesichter.
Tipp Nr. 2: Such dir etwas, was dir Spaß macht – egal, ob Kurse, Hanteltraining oder Cardio; wenn man etwas mit Freude tut, fällt es einem leichter dranzubleiben und man fühlt sich auch wohler dabei.
Tipp Nr. 3: Noch kein Meister ist vom Himmel gefallen – auch diejenigen, die vielleicht schon top in Form sind, haben mal klein angefangen.
Tipp Nr. 4: Miste auf Social Media aus – am besten jedem Account entfolgen, der einem nicht gut tut und nur noch die Inhalte konsumieren, die ein gutes Gefühl vermitteln und motivieren.
Tipp Nr. 5: Raus aus dem (selbstkreierten) Spotlight – jeder ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass man von anderen viel weniger wahrnimmt als man denkt.
Und zu guter letzt: Just Do It. Weniger denken, mehr machen. Denn Selbstvertrauen entsteht nicht durchs Nachdenken – sondern durchs Tun.
Viel Spaß und gutes Gelingen dabei!

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