Nach dem Schlusspfiff sprechen viele über Tore, Taktik oder einzelne Stars. Die aktuelle Weltmeisterschaft hat jedoch noch etwas anderes sichtbar gemacht: Manche Mannschaften wirken selbst unter großem Druck erstaunlich geschlossen. Andere verfügen über ähnlich viel individuelle Qualität oder sogar mehr, wirken dennoch weniger stabil. Ein Indiz, was bei den erfolgreicheren Mannschaften auf ein funktionierendes Miteinander einzahlt: Nach Gegentoren wird weiter miteinander gesprochen, Fehler werden nicht mit Vorwürfen beantwortet und Verantwortung scheint auf mehrere Schultern verteilt zu sein. Bei mehreren Mannschaften entstand während der aktuellen Weltmeisterschaft der Eindruck, dass sie auch in schwierigen Spielphasen geschlossen auftraten. Zufall? Gute Führung? Oder steckt mehr dahinter?
Hinweis: Solche Beobachtungen ersetzen selbstverständlich keine wissenschaftliche Analyse und erlauben keine Aussagen über Ursache und Wirkung. Fußball bleibt ein komplexes Zusammenspiel technischer, taktischer, körperlicher, psychologischer und situativer Einflussfaktoren. Gerade deshalb lohnt sich die Frage, welche Erkenntnisse die Sportpsychologie für das Verständnis erfolgreicher Mannschaften bereithält.
Mehr zum Thema: Warum wirken manche Mannschaften unter Druck wie eine Einheit, während andere trotz hoher individueller Qualität weniger stabil erscheinen?
Die Sportpsychologie liefert darauf keine einfachen Erklärungen. Sie bietet jedoch theoretische Modelle und empirische Befunde, die helfen können, solche Beobachtungen einzuordnen. Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen fünf miteinander verbundene Konzepte: soziale Identität, geteilte Führung, kollektive Selbstwirksamkeit, Teamzusammenhalt und Teamresilienz. Sie erklären weder einzelne Spiele noch den Ausgang einer Weltmeisterschaft. Gemeinsam können sie dazu beitragen, Mannschaftsprozesse differenzierter zu verstehen.
Der Blick hinter das Ergebnis
Der Ausgang eines Fußballspiels wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Technische, taktische, körperliche und psychologische Faktoren wirken zusammen. Hinzu kommen situative Ereignisse während eines Spiels. Die Sportpsychologie erhebt deshalb nicht den Anspruch, sportlichen Erfolg durch einzelne Variablen zu erklären. Vielmehr versucht sie, Prozesse innerhalb von Mannschaften besser zu verstehen. Die folgenden Abschnitte greifen die eingangs formulierte Frage anhand ausgewählter sportpsychologischer Konzepte auf. Sie beschreiben keine Ursache-Wirkungs-Kette, sondern unterschiedliche, miteinander verbundene Perspektiven darauf, wie sich Mannschaften entwickeln und unter Druck gemeinsam handeln können.
Wer sind wir als Mannschaft?
Bevor Mannschaften gemeinsam handeln können, stellt sich eine grundlegende Frage: Verstehen sich die Spielerinnen und Spieler tatsächlich als Teil eines gemeinsamen „Wir“? Genau an diesem Punkt setzt die Social Identity Theory of Leadership an. Haslam, Reicher und Platow (2020) gehen davon aus, dass wirksame Führung nicht in erster Linie auf Autorität, Fachwissen oder persönlicher Ausstrahlung beruht. Entscheidend ist vielmehr, ob es gelingt, eine gemeinsame soziale Identität zu entwickeln. Führung bedeutet in diesem Verständnis vor allem, Orientierung zu geben und ein gemeinsames Verständnis davon zu schaffen, wofür die Mannschaft steht und welche Ziele sie verfolgt. Für die Praxis bedeutet das: Nicht alle müssen gleich denken. Entscheidend ist ein gemeinsames Verständnis der Ziele. Aus dieser Perspektive entsteht ein Team nicht allein dadurch, dass talentierte Einzelspieler gemeinsam auf dem Platz stehen. Entscheidend ist vielmehr, ob sie beginnen, sich als Teil einer gemeinsamen Aufgabe zu verstehen. Eine gemeinsame soziale Identität garantiert keinen sportlichen Erfolg. Sie kann jedoch helfen zu verstehen, warum Mannschaften unter Druck geschlossen auftreten.
Auch während der Weltmeisterschaft entstand bei einzelnen Mannschaften der Eindruck, dass ein solches gemeinsames Verständnis sichtbar wurde. Verantwortung schien geteilt, Kommunikation selbstverständlich und individuelle Fehler wurden gemeinsam aufgefangen. Solche Beobachtungen erlauben keine Aussagen über die tatsächliche soziale Identität innerhalb einer Mannschaft. Die Frage nach einer gemeinsamen Identität führt unmittelbar zu einem weiteren Aspekt erfolgreicher Mannschaften: Wie wird Verantwortung innerhalb eines Teams übernommen?
Wie entsteht gemeinsame Verantwortung?
Die Entwicklung einer gemeinsamen Identität beantwortet noch nicht die Frage, wie Verantwortung innerhalb einer Mannschaft übernommen wird. Genau hier setzt das Konzept des Shared Leadership an. Lange Zeit wurde Führung im Sport vor allem mit dem Trainer oder der Mannschaftskapitänin beziehungsweise dem Mannschaftskapitän verbunden. Die sportpsychologische Forschung zeichnet heute jedoch ein differenzierteres Bild. Shared Leadership versteht Führung als einen sozialen Prozess, an dem mehrere Mitglieder einer Mannschaft beteiligt sind. Je nach Situation übernehmen unterschiedliche Spielerinnen und Spieler verschiedene Führungsaufgaben – etwa durch taktische Orientierung, Kommunikation, emotionale Unterstützung oder Motivation. Führung wird damit weniger als Eigenschaft einzelner Personen verstanden als vielmehr als gemeinsame Ressource des Teams. Für Trainer bedeutet das, Verantwortung bewusst auf mehrere Schultern zu verteilen.
Fransen et al. (2014, 2015) konnten zeigen, dass wahrgenommene Athletenführung mit einer stärkeren Teamidentifikation sowie einer höheren kollektiven Selbstwirksamkeit verbunden sein kann. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Anzahl der Führungspersonen, sondern die Qualität der wahrgenommenen Führung innerhalb der Mannschaft. Die Befunde legen nahe, dass unterschiedliche Führungsrollen die Teamidentifikation fördern und das Vertrauen in die gemeinsame Handlungsfähigkeit stärken können. Im Fußball zeigt sich Führung häufig auch in kleinen Situationen des Spiels. Wer nach einem Gegentor Mitspieler aufrichtet, Verantwortung übernimmt oder aktiv kommuniziert, übernimmt häufig bereits Führung, auch ohne Kapitänsbinde. Ergänzend zeigen Fransen et al. (2015), dass sich verteilte Führung innerhalb von Mannschaften auch mithilfe sozialer Netzwerkanalysen untersuchen lässt.
Im Verlauf des Turniers zeigte sich bei einigen Mannschaften ein vergleichbarer Eindruck, dass Verantwortung nicht ausschließlich von einzelnen Führungspersonen übernommen wurde. Nach Ballverlusten wurde miteinander kommuniziert, nach Gegentoren aktiv der Austausch gesucht und Entscheidungen schienen häufig gemeinsam getragen zu werden. Ob dies tatsächlich auf geteilte Führung zurückzuführen war, lässt sich anhand von Fernsehbildern nicht beurteilen. Geteilte Verantwortung allein erklärt jedoch noch nicht, warum Mannschaften auch unter schwierigen Bedingungen an ihre gemeinsame Handlungsfähigkeit glauben. Damit rückt das Konzept der kollektiven Selbstwirksamkeit in den Mittelpunkt.
Gemeinsam an die eigene Stärke glauben
Geteilte Verantwortung allein beantwortet noch nicht die Frage, warum manche Mannschaften auch unter schwierigen Bedingungen an ihre gemeinsame Handlungsfähigkeit glauben. Genau an diesem Punkt setzt das Konzept der kollektiven Selbstwirksamkeit (Collective Efficacy) an. Bandura (1997) beschreibt kollektive Selbstwirksamkeit als die gemeinsame Überzeugung einer Gruppe, Herausforderungen durch gemeinsames Handeln erfolgreich bewältigen zu können. Gemeinsames Vertrauen entsteht meist im Trainingsalltag und nicht erst im Wettkampf. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Vertrauen einzelner Spieler in ihre eigenen Fähigkeiten, sondern die Überzeugung der Mannschaft, auch unter anspruchsvollen Bedingungen gemeinsam handlungsfähig zu bleiben. Eine systematische Übersichtsarbeit von Alves et al. (2021) fasst die bisherige Forschung zur kollektiven Selbstwirksamkeit im Fußball zusammen. Die Autorinnen und Autoren berichten, dass höhere Ausprägungen kollektiver Selbstwirksamkeit in verschiedenen Studien wiederholt mit Kommunikation, Motivation, Kooperation und sportlicher Leistung in Zusammenhang standen. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass die überwiegende Mehrzahl der Studien korrelative Forschungsdesigns verwendete. Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge, erlauben aber keine Aussagen über Ursache und Wirkung. Die Befunde von Fransen und Kolleginnen bzw. Kollegen (2014, 2015) ergänzen diese Perspektive. Sie legen nahe, dass wahrgenommene Athletenführung mit einer stärkeren Teamidentifikation und einer höheren kollektiven Selbstwirksamkeit verbunden sein kann. Zusammen betrachtet beschreiben die bisherigen Konzepte unterschiedliche Perspektiven auf Mannschaftsprozesse. Sie stellen jedoch keine gesicherte Ursache-Wirkungs-Kette dar.
Auch während der Weltmeisterschaft entstand bei einzelnen Mannschaften der Eindruck, dass Spieler nach Rückschlägen ruhig blieben, miteinander kommunizierten und gemeinsam nach Lösungen suchten. Solche Beobachtungen lassen sich wissenschaftlich nicht als Nachweis kollektiver Selbstwirksamkeit interpretieren. Gemeinsames Vertrauen zeigt sich nicht nur in Überzeugungen, sondern auch im konkreten Handeln einer Mannschaft. Damit rückt der Teamzusammenhalt als nächster Baustein der Mannschaftsentwicklung in den Mittelpunkt.
Gemeinsam handeln: Warum Teamzusammenhalt mehr ist als Harmonie
Eine gemeinsame Identität, geteilte Verantwortung und das Vertrauen in die gemeinsame Handlungsfähigkeit bilden wichtige Perspektiven auf Mannschaftsprozesse. Ob sich diese Prozesse im sportlichen Alltag zeigen, wird jedoch häufig erst im gemeinsamen Handeln sichtbar. An diesem Punkt setzt die Forschung zum Teamzusammenhalt (Team Cohesion) an. Teamzusammenhalt wird häufig mit Harmonie verwechselt. Die sportpsychologische Forschung beschreibt das Konzept differenzierter. Carron, Colman, Wheeler und Stevens (2002) unterscheiden zwischen der aufgabenbezogenen Kohäsion, also der gemeinsamen Ausrichtung auf sportliche Ziele, und der sozialen Kohäsion, die das zwischenmenschliche Miteinander innerhalb einer Mannschaft beschreibt. Beide Dimensionen können für die Entwicklung eines Teams bedeutsam sein. In ihrer Metaanalyse berichten Carron et al. (2002) einen moderaten positiven Zusammenhang zwischen Teamzusammenhalt und sportlicher Leistung. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass daraus keine eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen abgeleitet werden können. Ebenso ist denkbar, dass erfolgreiche Mannschaften im Verlauf einer Saison einen stärkeren Zusammenhalt entwickeln. Für Trainer bedeutet das: Ein gutes Mannschaftsklima allein reicht nicht aus. Ebenso wichtig ist die gemeinsame Ausrichtung auf sportliche Ziele. Diese Perspektive wird durch Leo et al. (2022) ergänzt. Die Autorinnen und Autoren fanden bei semiprofessionellen Fußballmannschaften Hinweise darauf, dass unterstützende und partizipative Führungsverhaltensweisen der Trainer mit höherem Teamzusammenhalt sowie einer stärkeren kollektiven Selbstwirksamkeit verbunden sein können. Die Befunde verdeutlichen, dass Führung, kollektive Selbstwirksamkeit und Teamzusammenhalt innerhalb eines Mannschaftsgefüges eng miteinander verknüpft sein können. Aus sportpsychologischer Sicht lässt sich Teamzusammenhalt als dynamische Eigenschaft einer Mannschaft verstehen, die sich im Verlauf gemeinsamer Erfahrungen entwickeln kann. Besonders deutlich wird seine Bedeutung häufig dann, wenn Mannschaften unter Druck geraten. Damit rückt die Teamresilienz als nächster Baustein der Mannschaftsentwicklung in den Mittelpunkt.
Wenn Druck zum Prüfstein wird
Bislang standen vor allem Prozesse im Mittelpunkt, die beschreiben, wie sich Mannschaften entwickeln können. Unter den Bedingungen einer Weltmeisterschaft stellt sich jedoch eine weitere Frage: Was geschieht, wenn Teams unter erheblichen Druck geraten? Rückschläge gehören zum Leistungssport. Entscheidend ist oft nicht, ob sie auftreten, sondern wie eine Mannschaft darauf reagiert. Gegentore, Verletzungen, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen oder unerwartete Spielverläufe lassen sich auch durch eine gute Vorbereitung nicht vollständig vermeiden. Interessant erscheint deshalb weniger, ob Belastungen auftreten, sondern vielmehr, wie Mannschaften gemeinsam mit ihnen umgehen. Morgan, Fletcher und Sarkar (2013) beschreiben Teamresilienz als einen dynamischen psychosozialen Prozess, durch den Mannschaften Belastungen gemeinsam bewältigen und ihre Leistungsfähigkeit unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten oder wiedererlangen können. Teamresilienz wird dabei ausdrücklich nicht als stabile Eigenschaft verstanden, sondern entwickelt sich im Zusammenspiel verschiedener sozialer und psychologischer Prozesse. Hinweise aus einer Fallstudie einer Rugby-Weltmeistermannschaft legen zudem nahe, dass gemeinsame Werte, Vertrauen und geteilte Verantwortung wichtige Bestandteile resilienter Teams sein können (Morgan et al., 2015). Die zuvor beschriebenen Konzepte bieten hierfür unterschiedliche Perspektiven. Eine gemeinsame soziale Identität kann Orientierung geben, geteilte Führung, Verantwortung verteilen, kollektive Selbstwirksamkeit das Vertrauen in die gemeinsame Handlungsfähigkeit stärken und Teamzusammenhalt die Zusammenarbeit fördern. Ob und in welchem Ausmaß diese Prozesse zur Bewältigung von Belastungen beitragen, hängt jedoch vom jeweiligen Kontext ab und lässt sich anhand einzelner Turniere nicht beurteilen. Gerade während der Weltmeisterschaft entstand bei einigen Mannschaften der Eindruck, dass Rückschläge nicht zwangsläufig zu sichtbarer Verunsicherung führten. Stattdessen wurde weiter kommuniziert, gemeinsam verteidigt und konsequent am Matchplan festgehalten.
Solche Beobachtungen ersetzen keine wissenschaftliche Analyse. Sie verdeutlichen jedoch, weshalb Teamresilienz eine hilfreiche Perspektive bieten kann, um Mannschaftsprozesse unter Druck differenzierter zu betrachten. Damit schließt sich der Kreis zur eingangs formulierten Leitfrage. Warum manche Mannschaften unter Druck wie eine Einheit wirken, lässt sich nicht mit einem einzelnen psychologischen Konzept beantworten. Vielmehr sprechen die bisherigen Erkenntnisse dafür, dass verschiedene soziale und psychologische Prozesse zusammenwirken können.
Welche Überlegungen ergeben sich daraus für die Praxis?
Die Weltmeisterschaft verdeutlicht, wie komplex Mannschaftserfolg ist. Technische Qualität, taktische Abläufe, körperliche Leistungsfähigkeit, individuelle Klasse und situative Ereignisse greifen im Spitzenfußball eng ineinander. Die Sportpsychologie beansprucht deshalb nicht, Turniererfolge zu erklären oder vorherzusagen. Sie kann jedoch dazu beitragen, soziale und psychologische Prozesse innerhalb von Mannschaften besser zu verstehen.
Die vorgestellten Konzepte laden dazu ein, Mannschaftsentwicklung nicht ausschließlich unter leistungsorientierten Gesichtspunkten zu betrachten. Ebenso relevant erscheint die Frage, unter welchen Bedingungen Spieler eine gemeinsame Identität entwickeln, Verantwortung übernehmen, Vertrauen in die gemeinsame Handlungsfähigkeit aufbauen und auch unter Belastung zusammenarbeiten können.
Für Trainer ergibt sich daraus weniger die Aufgabe, einzelne psychologische Methoden anzuwenden. Vielmehr könnte es sinnvoll sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die solche Entwicklungsprozesse begünstigen. Dazu gehören offene Kommunikation, nachvollziehbare Rollen, geteilte Verantwortung und eine Fehlerkultur, die Lernen ermöglicht. Ebenso hilfreich können gemeinsam entwickelte Teamwerte und klar definierte Verantwortlichkeiten sein. Welche Bedeutung diese Prozesse im Einzelfall tatsächlich haben, hängt vom jeweiligen Mannschaftskontext ab. Die Forschung liefert hierfür keine einfachen Rezepte. Sie bietet jedoch Orientierung, psychologische Aspekte als einen Baustein innerhalb eines komplexen Leistungsgeschehens zu verstehen.
Fazit
Große Fußballturniere faszinieren durch außergewöhnliche Leistungen, überraschende Ergebnisse und emotionale Momente. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass Mannschaftserfolg selten auf einen einzelnen Faktor zurückgeführt werden kann. Beobachtungen aus der Weltmeisterschaft zeigen, dass manche Teams unter Druck bemerkenswert geschlossen auftreten. Solche Eindrücke ersetzen keine wissenschaftliche Analyse, bieten jedoch einen Anlass, Erkenntnisse der Sportpsychologie einzuordnen. Die Forschung zu sozialer Identität, geteilter Führung, kollektiver Selbstwirksamkeit, Teamzusammenhalt und Teamresilienz beschreibt unterschiedliche, aber miteinander verbundene Perspektiven auf Mannschaftsprozesse. Sie erklärt nicht, warum eine Mannschaft Weltmeister wird oder ein Spiel gewinnt. Sie hilft jedoch, Leistungen differenzierter zu betrachten und den Blick über technische, taktische und körperliche Aspekte hinaus zu erweitern.
Erfolgreiche Mannschaften entstehen nicht allein durch individuelle Qualität. Sie entwickeln sich auch durch soziale und psychologische Prozesse, die über einen längeren Zeitraum wachsen und sich insbesondere unter Druck zeigen können. Vielleicht lohnt sich deshalb bei Fußballmannschaften nicht nur der Blick auf das Ergebnis, sondern auch auf die psychologischen und sozialen Prozesse, die sich über Wochen, Monate und Jahre entwickeln und ein Team gerade unter Druck stabilisieren können.

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Literatur
Alves, M. A. R., Lourenço, A., Lago, C., Santos, S., & Calmeiro, L. (2021). Collective efficacy in soccer teams: A systematic review. Psicologia: Reflexão e Crítica, 34, Article 18. https://doi.org/10.1186/s41155-021-00183-y
Bandura, A. (1997). Self-efficacy: The exercise of control. W. H. Freeman.
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Fransen, K., Coffee, P., Vanbeselaere, N., Slater, M. J., De Cuyper, B., & Boen, F. (2014). The impact of athlete leaders on team members’ team outcome confidence: A test of mediation by team identification and collective efficacy. The Sport Psychologist, 28(4), 347–360. https://doi.org/10.1123/tsp.2013-0141
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Fransen, K., Van Puyenbroeck, S., Loughead, T. M., Vanbeselaere, N., De Cuyper, B., Vande Broek, G., & Boen, F. (2015). Who takes the lead? Social network analysis as a pioneering tool to investigate shared leadership within sports teams. Social Networks, 43, 28–38. https://doi.org/10.1016/j.socnet.2015.04.003
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Morgan, P. B. C., Fletcher, D., & Sarkar, M. (2015). Understanding team resilience in the world’s best athletes: A case study of a rugby union World Cup winning team. Psychology of Sport and Exercise, 16, 91–100. https://doi.org/10.1016/j.psychsport.2014.08.007
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