Philippe Müller: Wie lassen sich Verletzungen aktiv verhindern?

Verletzungen werfen Sportler und Sportlerinnen oft schmerzhaft zurück. Immer wieder zerstören sie auch ganze Karrieren. Wie wertvoll wäre es, Sportverletzungen zu vermeiden? Klingt utopisch? Nein, es klingt nach einem lohnenswerten Ziel. Philippe Müller macht am Samstag, den 21. Februar 2026, in seinem Workshop die Verletzungsprävention zum Thema. Sein Auftritt ist Teil unseres Events “Muscle & Mind – Sicher begleitet zum Comeback” (jetzt letzte Tickets buchen, direkt zur Anmeldung).

Zum Thema: Verletzungsprävention

Philippe, worum geht es deinem Workshop (Starke Mauern bauen: Verletzungen vorbeugen)?

In meinem Workshop geht es darum, wie Verletzungsprävention ganzheitlich gedacht und umgesetzt werden kann. „Starke Mauern bauen“ steht dabei sinnbildlich für das Entwickeln stabiler körperlicher, psychischer und sozialer Schutzfaktoren. Wir beleuchten, wie Belastungssteuerung, mentale Strategien und Umfeldfaktoren zusammenwirken, um Verletzungsrisiken nachhaltig zu reduzieren. Ziel ist es, Prävention nicht als Einzelmaßnahme, sondern als interdisziplinären und biopsychosozialen Prozess zu verstehen

Von welchen Erfahrungen aus deiner praktischen Arbeit ist dein Workshop beeinflusst?

Der Workshop ist stark von meiner interdisziplinären Arbeit mit Physiotherapeut:innen und Ärzt:innen geprägt, in der deutlich wird, dass wirksame Prävention ein langfristiger Entwicklungsprozess ist. In der Praxis erlebe ich, dass Verletzungen oft dort entstehen, wo physische, psychische oder soziale Fähigkeiten noch nicht ausreichend aufgebaut sind. Prävention bedeutet deshalb, diese Kompetenzen systematisch und frühzeitig zu fördern. Genau dieses prozessorientierte Verständnis von Prävention bildet die Grundlage des Workshops.

Programm

Keynotes:

  • Kathrin Seufert: „Das wankende Haus: Verletzungen und Traumata als Erschütterung der Identität“
  • Prof. Dr. Andreas Schlumberger: „Was tun, wenn einzelne Steine aus der Mauer rausbrechen?“
  • PD. Dr. med. Christophe Lambert: „Wie wichtig ist die mentale Fitness für RTC (Return to competition)?“

Workshops:

  • Klaus-Dieter Lübke Naberhaus: Was verbirgt sich im Keller? Traumata im Sport
  • Kathrin Seufert: Trotz Baustelle, gedanklich schön und effizient wohnen
  • Ben Mansour/Tim Insberg /Yannik Adams (Sportwissenschaft): Return to competition (RTC) und seine Hürden
  • Klaus-Dieter Lübke Naberhaus und Philippe Müller: Fundamente stärken, Mauern sanieren, das Dach neu decken: Reha ganzheitlich gedacht
  • Michael Bröckelmann: Grenzen der Heilungsbegleitung 
  • Prof Dr. Oliver Stoll: In der Küche, im Wohnzimmer, im Flur – Welches Maß an Nähe und Distanz ist dir wichtig, um über Verletzungen zu sprechen
  • Philippe Müller: Starke Mauern bauen: Verletzungen vorbeugen
  • Kathrin Seufert und Prof Dr. Oliver Stoll: Trotz Baustelle, gedanklich schön und effizient wohnen

Podiumsdiskussion:

  • u.a. mit Miriam Butkereit (Silbermedaille Olympia 2024 in Judo)

Warum ist es aus deiner Sicht wichtig, dass die Sportpsychologie auch in der Prävention mitgedacht wird?

Aus meiner Sicht ist Sportpsychologie in der Prävention wichtig, weil Verletzungsrisiken nicht nur durch körperliche Faktoren entstehen, sondern auch durch Aufmerksamkeit, Stress, Motivation, Selbstregulation und den Umgang mit Belastung. Psychische Fähigkeiten tragen dazu bei, Belastungen besser zu steuern, Warnsignale wahrzunehmen und angemessen zu reagieren. Sie ergänzen damit die physischen und sozialen Komponenten der Prävention. Erst durch dieses Zusammenspiel entsteht ein stabiles Fundament für nachhaltige Verletzungsprävention.

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Philippe Müller
Philippe Müllerhttp://www.die-sportpsychologen.de/philippe-mueller/

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