Andreas Meyer: Selbstregulation im Leistungssport

Im Leistungssport stößt der Sportler regelmäßig an seine Grenzen. Sowohl physiologisch, kognitiv, emotional als auch sein Verhalten betreffend, ergeben sich Zustände, welche die Leistungserbringung des Athleten negativ beeinflussen können. Unter Selbstregulation versteht man die gezielte Beeinflussung dieser Zustände durch den Sportler selbst. Er lernt durch Methoden, seine Ressourcen besser zu nutzen und auch in schwierigen Situationen darauf zurückgreifen zu können. Somit kann der Athlet beispielsweise Angstsituationen überwinden, seine Konzentration fördern oder seine Motivation aufrechterhalten und hierdurch seine Leistungsbereitschaft optimieren.

Zum Thema: Angstsituationen überwinden, Konzentration, Motivation und Leistungsbereitschaft verbessern

Dabei unterscheidet man zwischen Selbstregulation und Selbstkontrolle. Das Ziel von Selbstkontrolle ist die Abwehr von störenden Einflüssen, die häufig mit Anstrengung verbunden ist. Dies kann bei längerfristigem Einsatz die intrinsische Motivation negativ beeinflussen. Selbstregulation hingegen setzt an der Basis an und ist nicht auf die Hemmung unerwünschter Aktivitäten fokussiert, sondern auf das Abrufen von erlernten und unterstützenden Prozessen auf physiologischer, emotionaler, kognitiver und verhaltensorientierter Basis.

Unreflektierte selbstregulative Prozesse laufen unbewusst ab und enden in „naiven“, nicht zielgerichtete Handlungen. Diese können helfen, aber können sich aber im schlimmsten Fall kontraproduktiv auf die Leistung des Sportlers auswirken. Außerdem sind die „naiven Regulationsmechanismen“ häufig anfällig gegenüber Drucksituationen. Deshalb ist eine bewusste, strukturierte und zielgerichtete Selbstregulation langfristig die bessere Alternative.

Selbstregulierung steuern

Um zielgerichtet zu handeln, ist eine Auseinandersetzung mit der Thematik der Steuerung von Selbstregulationsprozessen nötig. 

Zu Beginn sollte klar sein, welche psychologischen Aspekte in der Sportart überhaupt relevant oder leistungsbestimmend sind? Was sollte ich als Sportler mitbringen, um in der Sportart erfolgreich zu sein? Wann war ich erfolgreich und was habe ich da an Eigenschaften mitgebracht? Dazu kommen die sogenannten Zubringereigenschaften. Eine Zubringereigenschaft unterstützt meine leistungsbestimmenden Faktoren. Experten können dabei helfen, für die leistungsfördernden Aspekte die betreffenden Zubringereigenschaften in Form von Methoden zur Entwicklung der unterstützenden Fertigkeiten zuzuordnen.

SOLL- und IST-Zustand

Anschließend analysiert der Sportler seinen aktuellen IST-Zustand und überlegt, an welchen Stellen er auf die leistungsbestimmenden Faktoren Zugriff hat und wo er sich noch verbessern kann. Hierzu muss er über einen guten Zugang zu sich selbst verfügen, damit er die Prozesse, die in ihm ablaufen, erkennen und interpretieren kann.

Durch einen Vergleich des SOLL- und IST-Zustandes ergeben sich Punkte, an denen der Sportler arbeiten kann. Hieraus resultiert dann auch die Zielsetzung. Diese integriert nicht zuletzt die Reflexion, ob ich die Ressourcen bereits besitze und eventuell nur nicht genügend einsetze oder ob ich die Ressource für mich noch erarbeiten sollte? Die Relevanz der einzelnen Aspekte sollten dabei beachtet werden.

Beispiel aus der Praxis

Ein Golfer analysiert in seiner Sportart die leistungsbestimmenden Faktoren und kommt zu dem Entschluss, dass ruhig bleiben bei Fehlern für ihn in der Sportart sehr relevant ist. Zubringereigenschaften für dieses „ruhig bleiben“ sind für ihn positive Selbstgespräche oder Entspannungsmethoden zwischen den Schlägen.

Methoden unter Druck abrufen

Im Ergebnis entsteht die Aufgabe, eine Strategie zu planen, damit ich den Zugriff auf meine Ressourcen verbessere und das bewusste Einsetzen (auch in Drucksituationen) erlerne. Dazu überlege ich mir, um welche Methoden ich mein Repertoire erweitern bzw. welche Tools und Fertigkeiten ich mir aneignen sollte?

Genauso wie beim körperlichen Training müssen diese Methoden anschließend trainiert werden, damit sie auch unter Druckbedingungen stabil abgerufen werden können.

Das Monitoring

Durch Monitoringmaßnahmen wird regelmäßig überprüft, ob der Sportler gelernt hat, auf diese neu erworbenen Ressourcen zurückzugreifen. Zeigt sich eine Verbesserung, so kann fortgefahren werden. Ist dies nicht der Fall, so sollten die Methoden und Interventionen erneut betrachtet und gegebenenfalls angepasst werden.

Am Ende eines festgelegten Zeitraums steht ein erneuter SOLL-IST-Vergleich, um weitere Potentiale aufzudecken, an denen der Athlet weiterarbeiten kann.

Andreas Meyer

Diplom Sportwissenschaftler (DSHS Köln), Sportpsychologischer Experte (asp)

Sportarten: Leichtathletik, Petanque, Triathlon, Klettern, Fussball, Schiedsrichter, Reitsport und andere Sportarten

Kontakt:

a.meyer@die-sportpsychologen.de

+49 (0)178 688 372 1

Zur Profilseite: https://www.die-sportpsychologen.de/andreas-meyer/

Die Umsetzung mit Die Sportpsychologen

Im Idealfall hilft ein Sportpsychologe/Sportpsychologischer Experte dem Sportler durch diesen Steuerungsprozess, denn dieser wird in vielen Situationen schnell an seine Grenzen stoßen. Meine Kollegen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Andreas Meyer) stehen gern bereit, den Prozess am Laufen zu halten, den Sportler in die richtige Richtung zu lenken und erfolgsversprechende Methoden zu vermitteln.

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