Patrick Finke: Sportpsychologie? Damit habe ich noch nie gearbeitet! (Warum fragen wir nicht einfach die Besten? Episode 3)

Sportarten: American Football, Fußball, Basketball, Handball, Baseball

Es ist mir in den vergangenen Wochen sichtlich schwer gefallen, mich ganz bewusst an die Ausarbeitung der vielen tollen Gespräche mit wundervollen Spielern zu setzen, die ich seit dem Frühjahr getroffen habe. Warum? Weil ich das letzte so bewegende Interview mit Dennis Zimmermann mit all den damit verbundenen Eindrücken erst einmal für mich einordnen musste. Und irgendwie wollte ich mit einer bewussten Stille all die Worte ehren, die wir gemeinsam auf Papier gebracht hatten.

Dennis Zimmermann: NO REGRETS! (Warum fragen wir nicht einfach die Besten? Episode 2)

Und so kam es, dass ich mich erst nach einem erneuten Treffen mit Dennis wieder an meinen Schreibtisch setzte, um die neue Geschichten aufzuschreiben.

Geschichten, wie die, des einzig noch aktiv spielenden deutschen Akteurs der NFL Europe, die 2007 eingestellt wurde. Dem Quarterbackjäger des besten Teams Europas – der New Yorker Lions Braunschweig.

Für die-sportpsychologen.de berichtet:

Patrick Finke (Interview: Miriam Kohhaas, zur Profilseite von Miriam)

Wie bist du zum Football gekommen?

In der Oberschule hat mein bester Kumpel jeden aus der Klasse gefragt, ob sie mal zum Training mitkommen wollen – alle, bis auf mich. Daraufhin habe ich dann selbst gefragt. Es hörte sich ziemlich cool an und ich fragte ihn, ob ich denn nicht auch mal hingehen könnte. Daraufhin antwortete er, dass das vielleicht nicht so eine gute Idee sei und Football nicht so gut zu mir passen würde.

Zu dieser Zeit hatte ich eine schwere Knieverletzung, ich hatte einen Tumor im Knie und war ziemlich lädiert. Aber es wurmte mich, dass er so von mir dachte und so blieb ich hartnäckig, besorgte mir die Adresse, fasste all meinen Mut zusammen und fuhr selbst zum Training der Berlin Thunderbirds, zum Flag Football. Von dort an habe ich mich kontinuierlich weiter entwickelt.

Was macht deine Position charakterlich aus?

Meine Position würde ich mit einem Löwen vergleichen. Wir sind immer auf der Jagd – der Jagd nach dem Ball. Defense Liner sind im Kopf „kranke Typen“, die jedem Stück Fleisch hinterherjagen, das einen Ball in der Hand hat. Ich will den Gegenüber auf jeden Fall umhauen und das Battle gewinnen. Seit 1999 habe ich diese Position komplett zu Meiner gemacht. Ab und zu hatte ich seitdem noch mal die Seiten gewechselt. Die rechte Seite ist ja nicht gleich der linken Seite. Auf der rechten Seite hat man den besten Offense Tackle, weil es die ungeschützte Seite des QB‘s ist.

Warum Defense?

Ich habe gemerkt, dass es mir mehr Spaß macht, jemanden zu jagen und zu hitten. Ich habe hier ein klareres Ziel, als den Ball in die Endzone zu bringen. Die Wahrscheinlichkeit eines Hits ist auch viel höher.

Meine persönliche Lieblingsposition ist allerdings die des Runningback, weil ich aus einer Zeit komme, in der es auf dieser Position große Vorbilder gab, die mich sehr geprägt haben.

Miriam Kohlhaas: Ein Hoch auf die dicken Jungs!

Welchen Preis hast du gezahlt?

Ich habe durch Football meine Schule, meine Ausbildung und auch viele Freunde und meine Familie vernachlässigt. Ich habe mich auf meine Karriere gestürzt und es war ein sehr hoher Preis, den ich damals dafür bezahlt habe.

Auch jetzt investiere ich noch sehr viel Zeit. Fünfmal in der Woche gehe ich ins Fitnessstudio, dazu gehe ich laufen und und habe dreimal in der Woche Teamtraining.

Aus beruflichen und privaten Gründen habe ich 2012 drei Jahre Pause gemacht und habe in dieser Zeit Flag Football gespielt. Ende 2015 habe ich mich entschlossen, ein Comeback in der GFL zu starten. Vor den ersten Spielen musste ich mich mental auf den Kontakt vorbereiten. Ich habe gehofft, dass das Können von damals immer noch da ist. Natürlich war das nicht ganz einfach, aber ich wollte auf dem gleichen Level starten, auf dem ich 2012 aufgehört hatte.

Warum hast du diese Bürde nach deiner dreijährigen Pause noch einmal auf dich genommen? Was war deine Motivation?

Es ist ein super Sport, der mir so viel Spaß macht. Man hat eine tolle Zeit über Jahre mit den Jungs. Ich habe ja nicht aufgehört, weil ich mich verletzt habe. Ich stand beruflich an einem Scheideweg und musste mich dringend weiterbilden. Im letzten halben Jahr der Klausurphase bin ich zum Tryout gegangen und habe mich kontinuierlich darauf vorbereitet.

Irgendwie kommt man nicht los. Auch dieses Jahr hatte ich eigentlich gesagt, ich gehe in „Altersteilzeit“. Am Ende der Saison merkt man seinen Körper immer mehr und die notwendige Regenerationszeit wird immer länger.

Aber der Gedanke, mit den Jungs da draußen Spaß zu haben, motiviert einen immer wieder. Dieses Jahr allerdings soll wirklich mein letztes Jahr sein. Ich sehe viele junge Talente und kann getrost sagen: 21 Jahre – das reicht.

Geht es ganz ohne Football weiter? Oder vielleicht als Coach?

Ich bin jemand, der erst einmal abschalten muss. Ich habe mich bereits im Flag Football als Coach probiert. Ich bemerkte dabei allerdings sehr schnell meine Ungeduld. Wenn die Spieler das nicht direkt so aufnehmen, wie ich es sage, dann möchte ich es am liebsten selbst machen. Bevor ich es zehnmal erkläre, will ich lieber selbst ran.

Der Trainerbereich ist für mich deshalb so schwierig, weil man so viel Toleranz und Ausdauer braucht. Eigentlich genau wie unser Headcoach, der emotional so sehr dabei ist. Dann wird er wütend, weil er es uns Spielern schon so oft erklärt hat, dass ich mich selbst in diesem Moment frage, was stimmt denn mit uns Spielern nicht? Sind wir unkonzentriert oder haben wir uns in den Jahren unser Kurzzeitgedächtnis schon so sehr geschrottet!?

Da sehe ich einfach die meisten Probleme: Wenn man mal streng wird, weil man selbst so hohe Ansprüche hat. Denn eigentlich wünsche ich mir, dass keiner enttäuscht oder eingeschnappt ist.

Aber ganz ohne Football wird es für mich sehr schwer. Seit 2006 gab es nur ein Jahr, in dem ich nicht auf der „roten Wiese“ gewesen bin. In diesem Jahr bin ich nicht mit der Mentalität des damaligen Trainers zurechtgekommen und habe noch einmal bei den Berlin Rebels unterschrieben. Und obwohl es ein tolles Jahr war, so hat mir der Zusammenhalt mit den Jungs hier gefehlt. Ich bin hier eine Ikone – manchmal kommen Jungs auf mich zu und erzählen mir, welch große Ehre es sei, mit mir zu spielen und dass sie damals wegen mir mit dem Football angefangen haben. Aber es wird Zeit diese große Bürde abzugeben – ich möchte nicht nur 50 Jahre alt werden, sondern gesund auch älter. Es wird also Zeit.

Hat sich deine Vorbereitung in den Jahren verändert?

Es hat sich über die Jahre drastisch verändert. Früher liefen auf Premiere Football Geschichten von Legenden hoch und runter und jeden Abend vor einem Spiel hat man einfach nur Football geschaut. An dem Morgen des Spiels habe ich Kopfhörer aufgesetzt und mich total konzentriert. Mit den Jahren ist das wesentlich entspannter geworden. Ich schaue mir noch immer die „Big Hit Videos“ der NFL vor einem Spiel an, aber es ist weniger geworden. Das einzige, was mich noch immer sehr motiviert, ist die Zeit in unserem Stadion. Die Fans, wie sie beim Einlauf kreischen und jubeln, wenn man eine gute Aktion gemacht hat – das ist noch immer ein super Gefühl.

Früher habe ich zudem einen Liter Wasser am Abend zuvor, sowie einen Liter Wasser am Morgen des Spieltages getrunken. Milchprodukte am Spieltag vermieden, dann konnten die Vitamine besser wirken. Zudem hat der Coach damals gesagt, drei Tage vor dem Spiel keinen Sex und so war das dann für uns gesetzt. Auf Alkohol verzichte ich zudem allgemein so gut es geht. Je älter man wird, umso länger braucht der Körper um sich zu regenerieren.

Die Ansprache von Al Pacino im Film „Any given Sunday“ höre ich mir immer noch vor dem Spiel an und schaue zudem noch die besten Passrush Videos aller Zeiten. Diese handvoll Dinge haben mich immer begleitet. Menschen wie Lawrence Taylor sind große Ikonen für mich. Sie sind an einigen Stellen gestrauchelt, blieben aber sowohl im Sport als auch nach dem Sport Menschen, die viel geleistet haben.

Durch meine Familie hat sich der Tag auch enorm geändert. Ich versuche so fokussiert wie möglich zu sein aber mit Kindern ist das natürlich schwierig.

War deine Vorbereitung stets dem Gegner und dem Spiel angepasst?

In normalen Spielen in der Saison war mir der Gegner egal, meine Motivation war es, immer meine eigene Bestleistung zu zeigen.

In Endspielen ist immer eine höhere Motivation gefragt. Es könnte immer das letzte Spiel sein. Da stachelt man sich selbst an, da ist man von sich aus noch höher motiviert. Die Coaches motivieren einen bei Highlight-Games auch mehr.

Hast du selbst je mit sportpsychologischen Elementen gearbeitet?

Noch nie! Ich hatte immer das Gefühl, meine bestmögliche Motivation gefunden zu haben.

Früher war mein Ziel, in die NFL zu kommen. 2015 bei meinem Comeback habe ich mir dieses Ziel noch einmal neu gesteckt. Ich denke, wenn man im besten Team in der höchsten Liga spielt, dann muss das Ziel immer noch höher sein, damit man noch mehr und noch härter an sich arbeitet als sowieso schon.

Allerdings war ich einer der ersten Spieler, der sich sehr akribisch auf den Gegner vorbereitet. Ich studiere ihn. Seine Bewegungen, seine Technik, seine Spielzüge. Und auch meine Leistung schaue ich mir direkt am gleichen Abend nach unseren Spielen schon auf den Videos an und analysiere.

Genau wie z.B. Niklas Römer als Spieler der Offensive gehe ich meine Spielzüge vorab im Kopf immer und immer wieder durch. (Anmerkung der Redaktion: Dies ist sehr wohl eine sportpsychologische Technik, nämlich die der Visualisierung)

Niklas Römer: Look good – feel good – play good (Warum fragen wir nicht einfach die Besten? Episode 1)

Was sind deine Ziele?

Unaufhaltsame Spieler, die man erst einmal aufhalten muss.

Und ich möchte der beste Spieler der Liga sein. Jeder, der mich sieht, soll sich denken – das wird ein anstrengender Tag heute.

Das Kapitel NFL Europe?

Durch die unterschiedlichen Mentalitäten in dieser Liga ist es mir nicht gelungen, meine Fähigkeiten zu verbessern – so kam es mir damals vor und ich war extrem frustriert und habe mich gefühlt, wie auf einem Abstellgleis. Die amerikanischen Spieler waren nicht wirklich besser, aber sie mussten spielen, damit sie genug Videomaterial hatten, damit es die Vereine in Amerika sehen konnten.

Da habe ich meine eigene Leistungssteigerung nicht sehen können und war wie gefangen in diesem System. Ich war so gefrustet, da habe ich oft auch noch ein, zwei Tage nach einem Spiel länger abends ein Bier getrunken anstatt Videoanalysen zu machen. Diese Zeit war zwar auch cool, unter dem Strich habe ich mental viel für mich mitgenommen.

Dann kam ich zurück in die GFL – mit der aufgebauten Leistung war man wie ein Superstar, das hat mich wieder aufgebaut. Da habe ich als junger Kerl sehr erfahrene Stammspieler auf der Position verdrängt. Ich hab auch versucht, mich immer mehr in die Herzen der Fans zu arbeiten.

2005 habe ich dann meine Frau kennengelernt und bin hier sesshaft geworden.

Was waren düstere Momente deiner Karriere?

Teilweise war die Zeit in der NFL Europe auch schwierig. Zumindest war es schwierig, die Motivation hoch zu halten, weil man sich nicht wahrgenommen gefühlt hat. Da habe ich viel Zeit gebraucht, um das Positive zu sehen.

Aber auch als es 2009-2011 bei den Lions den großen Umbruch gab. Da standen wir kurz vor dem Abstieg und eigentlich wussten wir alle nicht genau, woran es wirklich lag. Im Nachhinein, so glaube ich, standen wir alle unter einem immensen Druck. Da wurde es schwierig Motivation aufzubringen, um zum Training zu kommen, um dort nur angeschrien zu werden. Die Coaches haben ihren Druck auf uns Spieler weitergegeben.

Das Einzige, was mich immer an schweren Tagen motiviert hat, war meine eigene Statistik, die ich hoch halten wollte. Deshalb habe ich ganz wenige Spiele verpasst in meiner Karriere. Sogar am Tag nach meiner Hochzeit stand ich schon wieder auf dem Platz mit meinen Jungs.

Warum bist du kein Spieler der Nationalmannschaft?

Das habe ich immer boykottiert. 2001 habe ich zum ersten Mal in der Jugend-Natio gespielt. Damals sind wir nach Glasgow gereist.

Die meisten Coaches kamen allerdings aus NRW und so wurden die Spieler aus der Gegend bevorzugt. Da habe ich mich sehr geärgert. Seit 2001 habe ich dann jedes Jahr die Einladung zur Herren-Nationalmannschaft erhalten.

Irgendwann habe ich gesagt, dass wenn ich für mein Vaterland spiele, dann aber nicht, wenn ich finanziell noch drauf zahlen muss. Wenn ich zum Tryout quer durch Deutschland reise, mir dafür extra Urlaub nehme usw., und dann nicht genommen werde, weil irgendwem meine Nase nicht passt, dann ist es mir das Ganze nicht wert. Da fehlt(e) mir die Wertschätzung! Man geht ja auch nicht zur Arbeit und bringt sein eigenes Geld mit.

Für mich ist es deshalb auch so, dass nicht unbedingt die besten Spieler aus Deutschland in der Nationalmannschaft spielen. Ich weiß, dass andere Top-Spieler das genauso sehen.

Dieses Thema wurde schon des Öfteren mit dem Verband besprochen, aber da ist wenig Veränderungswille zu sehen. Zwischenzeitlich kam dann sogar soweit, dass nicht mehr mit dem eigenen Teamhelm spielen erlaubt war – die Kosten stiegen also sogar noch weiter.

Für mich steht eines fest: Wenn wir mit den Braunschweig Lions antreten würden, würden tatsächlich die besten Spieler Deutschlands und sogar Europas spielen. Unsere deutschen Mitspieler bringen so viel Erfahrung mit, das ist schon etwas Besonderes.

Kannst du deine hohen Ansprüche an dich selbst in deiner Freizeit ablegen?

Man ist da reingeboren. Man will bei jedem Spiel gewinnen. Keiner möchte Zweiter werden – der Zweite ist der erste Verlierer. Mit mir ist es sicher schwierig in der Freizeit eine Competition zu führen. Da habe ich oft ziemlich rechthaberisches Verhalten und es muss einfach gut laufen.

Ich war schon immer so. Wenn ich als 5-Jähriger auf einen Baum klettern wollte und der Ast war zu hoch, dann habe ich so lange nach einer Möglichkeit gesucht dort hochzukommen, bis ich sie gefunden hatte. Daher ein Motto in meinem Kopf – mache das Unmögliche einfach möglich. Wenn mir jemand sagt, es geht nicht, dann ist das meine größte Motivation.

Was würdest du einem jungen Spieler raten?

Üben, üben, üben und wiederholen. Viel Einsatz mitbringen, viel Freizeit opfern dafür, dass man immer mehr Erfahrungen macht. Mit 21 Jahren Spielerfahrung rundet das sicher mein Spiel ab aber die 18 Jahre auf meiner Position machen wirklich alles aus.

Nimm dir Zeit und lass dir Zeit! Übe Feinheiten wie deinen Stand etc. in jedem einzelnen Training.

Bring den unbedingten Willen mit, dich weiterentwickeln zu wollen.

Ich gucke mir nach jedem Spiel meine Starts an. Wie komme ich am schnellsten nach vorne und versuche diese kontinuierlich zu verbessern.

Meine schnellste Zeit sind 2,5 Sekunden bis zum Quarterback. Das ist NFL Niveau.

Arbeite den Blockschlitten kaputt.

Wer will, kann es erreichen!! Er muss allerdings viel investieren!

Da ich aber auch Vater eines 17-jährigen Sohnes bin, würde ich jungen Menschen raten, sich auch weiter auf die Schule zu konzentrieren. Die Schule sollte sogar der Hauptfokus sein. Irgendwann ist man Mitte 30 und weiß nicht mehr, wie man dann seine Familie ernähren soll. Wenn die Grundsteine gelegt sind, steht jedem die Tür offen, besonders dann wenn er mit dem Sport aufhört.

Was waren die wichtigsten Sätze, die du in den letzten Jahren gehört hast?

Jeder Coach, mit dem ich gearbeitet habe, hat mir gesagt:

Du bist ein großes Talent – nutze es!

Gib dein Bestes da draußen. Wenn du verlierst, dann verlierst du halt. Aber verliere aufrecht! Selbst wenn wir verlieren, müssen wir nicht mit geducktem Kopf den Platz verlassen. Wir sind zusammen nur so stark, wie das schwächste Glied der Kette.

Das wiederum hat mich immer sehr motiviert, weil ich eben nie das schwächste Glied sein wollte, sondern eines der Stärksten.

Denkst du, dass die Sportpsychologie ein fester Bestandteil der Footballwelt sein sollte?

Die Psychologie ist in unserem Sport sehr, sehr wichtig. Viele junge Spieler kriegen auf einmal diesen Hype und denken, sie sind ganz oben angekommen. Dann merken sie plötzlich: Sie spielen aber gar nicht. Dann beginnen Fragen im Kopf – liegt das an mir? Was kann ich tun? Was mache ich falsch? Und es beginnt eine Schleife. Ich versuche, auf die Spieler zuzugehen und ihnen Tipps zu geben. Ich versuche, sie wieder einzufangen und mache mir Gedanken darüber.

Da sehe ich es als sehr sinnvoll an, wenn man einen Sportpsychologen fest im Team hat! Ich sehe einfach zu oft diese Spieler, die aufgrund fehlender Spielzeit dann sogar mit dem Sport aufhören oder das Team verlassen, obwohl sie sehr talentiert sind. Weil sie sich selbst die Zeit nicht geben wollen, weil sie zu ungeduldig sind und sich selbst nicht genug vertrauen. Diese Spieler müssen immer wieder neu motiviert werden, brauchen Zuspruch und Tipps ihre Leistungen kontinuierlich zu halten oder weiter auszubauen.

Die Presse macht Druck, die Fans haben Erwartungen, die Coaches und man selbst ja auch noch.

Für unser Team würde ich mir wünschen, dass man ein, zwei Gespräche vor der Saison, ein, zwei Gespräche nach der Saison und während der Saison einen festen Ansprechpartner hat, den man dann schon kennt und zu dem man Vertrauen hat.

 

Miriam Kohlhaas zu Patrick Finke:

Patrick, mit dir hatte ich mein entspanntestes Interview überhaupt. Ich erinnere mich gerne daran, wie wir auf irgendeiner Bank in der Sonne in Braunschweig saßen und du mir Rede und Antwort gestanden hast. Und du hast mir gezeigt, dass mir ein Vollprofi gegenüber sitzt. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch als Interviewpartner.

So warst du der einzige Spieler, der lieber völlig unvorbereitet und ohne vorherige Fragen meinerseits sprechen wollte – und trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb war es toll.

Am meisten hat mich beeindruckt, dass du Grenzen und Hindernisse nie akzeptiert hast und sie sogar stets zu deinem größten Motivator gemacht hast.

Kein Baum war zu hoch, kein Eis zu dick, keine medizinische Diagnose zu schlimm. Als dir Menschen sagten, Football sei nichts für dich, bist du erst Recht zum Training gegangen. Wenn die Leute um dich herum sagten, dass man ab 30 Jahren keine körperlichen Höchstleistungen mehr haben kann, dann hast du einen drauf gesetzt und machtest es zu deinem Ziel in die NFL zu kommen. Der schlimmste Schicksalsschlag in deinem Leben, als dein Bruder mit deinem besten Freund im Auto tödlich verunglückt ist, war dein größter Antrieb. Damals hast du in diesem Sport am meisten Halt gefunden. Da hast du dir gesagt – jetzt will ich noch besser werden.

Sicherlich war diese sehr besondere Eigenschaft der Grund, warum du überhaupt den Weg zu dieser Sportart gefunden hast und auch der entscheidende Grund dafür, dass du über so viele Jahre so erfolgreich geblieben bist.

Für dich gibt es einfach nie ein Limit, das dich begrenzt!

Und diese Eigenschaft ist so bemerkenswert fantastisch, dass ich sie mir für jeden Menschen wünschen würde.

Was ist, wenn es nur die Grenzen in unserem eigenen Kopf sind, die uns halten, wo wir gerade sind? Wo wärt ihr jetzt gerade, wenn es keine Limits gäbe? Wenn keine Angst, keine Moral und keine falschen Glaubenssätze in unserem Leben uns zurückhalten würden?

Frei nach dem Motto:

Ob du glaubst, du kannst es, oder ob du glaubst, du kannst es nicht. Du wirst vermutlich Recht haben.

 

All ihr fantastischen Defense Liner, all ihr wundervollen Spieler da draußen: Macht euch frei von den Grenzen, die ihr euch in euren Gedanken erschaffen habt und handelt, als gäbe es NO LIMITS AT ALL!

#nolimits

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