Kyle Varley: “Ich versuche, Sportler in ihrer Sprache abzuholen”

Bei Die Sportpsychologen ist es unser Ziel, dass wir das fachliche Wissen für den Sport übersetzen. So, dass es verstanden wird und angewandt werden kann. Kyle Varley ist voll auf dieser Wellenlänge unterwegs. Und so freuen wir uns, den jungen Schweizer, der insbesondere in Zürich und Winterthur aktiv ist (zur Profilseite), neu in unserem Netzwerk zu begrüßen. Um ihn bestmöglich vorzustellen, haben wir ihn mit drei Fragen konfrontiert:

Kyle, du arbeitest mit unterschiedlichen Sportlern und Sportlerinnen zusammen. Aus dem Fußball, aus dem Floorball, auch aus Individualsportarten. Wie unterscheidet sich denn deren Herangehensweise an die Sportpsychologie und wie versuchst du, dem gerecht zu werden?

Generell würde ich sagen, dass sich meine Arbeitsweise eher aufgrund der Persönlichkeit der Athleten, als wegen ihrer Sportart ändert. Unterschiedliche Charakter haben unterschiedliche Bedürfnisse. Genau deshalb ist die Auftragsklärung am Anfang so wichtig, weil der Eine eher Tipps, Tools und Tricks braucht, während sich die Andere eher gedankenanregende Fragen wünscht. Was aber durch die Sportart diktiert wird ist die Sprache des Athleten. Unterschiedliche Sportarten bringen unterschiedliche Begriffe und Redewendungen mit. Deshalb versuche ich, den Sportler mit seiner Sprache abzuholen. 

Für dich ist Sportpsychologie Leidenschaft, was du mit den Kollegen und Kolleginnen im Netzwerk teilst. Was treibt dich aber ganz persönlich an?

Die Sportpsychologie vereint den Sport, eine lebenslange Passion von, mit der Zusammenarbeit mit Menschen, was ich schon immer bereichernd gefunden habe. Es kommt immer wieder vor, dass ich nach einem langen Arbeitstag fast mehr Energie habe als zu Beginn. Dies zeigt mir, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe. Weil das Berufsfeld auch noch sehr jung ist, gibt es mir die Freiheit, mir den Job so zu gestalten, wie es mir am besten passt. Etwas in diesem Bereich zu entwickeln treibt mich noch weiter an.

Was war das schönste Kompliment und die spannendste Kritik, die du bislang entgegengenommen hast?

Die schönsten Komplimente sind für mich oft die von Junioren, die durch unsere Zusammenarbeit gelernt haben, mit ihrer Angst oder Nervosität umzugehen. Jedes Mal wenn ich eine solches Kompliment bekomme, sehe ich ihnen an, wie sie ihre Freude für den Sport wieder neu entdecken. Dann habe ich das Gefühl, nachhaltig etwas geleistet zu haben.

Die spannendste Kritik, die mir je jemand mitgeteilt hat, war, dass ich in den Beratungen zu schnell gesprochen habe. Das Feedback war, dass ich damit den Athleten anstecke und er so sich nicht genügend Zeit nehmen konnte, seine Gedanken völlig auszuformulieren. Diese Kritik hat mir sehr im Umgang mit Sportler*innen geholfen um ihnen genügend Zeit und Raum zu lassen, sich richtig auszudrücken.

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