Johanna Constantini: Generation-Gap Social Media?

Beinahe jeder kennt sie, die populären Social Media Kanäle: TikTok, Youtube, Instagram, Snapchat und Facebook. Aber auch der Messaging Dienst Whatsapp erfreut sich großer Beliebtheit. Und das über Generationen hinweg. Wider Erwarten sind es schließlich auch nicht nur im Sport „die Jungen“, die sich heute tagein, tagaus in den Weiten des World Wide Web tummeln. Die ihre Bilder mithilfe ihrer Kanäle um die ganze Welt schicken, stetig auf der Jagd sind nach den meisten Likes. Vielmehr sind es eben auch die Jungen, vor allem jene um die 20. Doch es sind auch die älteren Generationen, die ihre Kommunikation über die vergangenen Jahre mehr denn je ins Netz verlagern. Und auch im Sport geht kaum etwas, ohne dabei online zu sein. So werden Trainings getrackt, Wettkampfsiege gepostet, Resultate per Message versandt und die Konkurrenz fortwährend beobachtet. 

Zum Thema: Vom Umgang mit Social Media im Sport

Zu Konflikten kommt es im Umgang mit sozialen Medien im Trainingsalltag meist dann, wenn Regeln nicht klar kommuniziert wurden. Oder das Thema Medien noch gar nicht direkt zur Sprache gebracht werden konnte. 

Entsprechend habe ich für TrainerInnen, SportlerInnen und Eltern einige Tipps zusammengefasst:

1. Mediennutzung ansprechen

Medien und ihre Nutzung spielt eine immer größer werdende Rolle. Grund genug, sie in vielerlei Lebensbereichen zur Sprache zu bringen. So sollte die Nutzung von Medien, das Postingverhalten während Trainings oder auch Wettkampfwochenenden vorab angesprochen werden. Nur im Austausch miteinander kann verdeutlicht werden, was sich AthletInnen wünschen und wie TrainerInnen diesen Wünschen gerecht werden können. Welche Anliegen von Trainerseite besonders wichtig sind und wie AthletInnen darauf am besten eingehen können.

Tipp: TrainerInnen könnten das Gespräch mit AthletInnen suchen und konkret nach Zielen im Umgang mit deren Sozialen Medien Kanälen fragen. Gibt es eine Strategie hinter ihrem Postingverhalten, wie stellt sich ihre Zielgruppe dar? Von welchen Erfahrungen berichten AthletInnen auf diese Fragen?

2. Regeln als Team festlegen

Sind die einzelnen Anliegen und Bedürfnisse erst geklärt und gibt es womöglich auch externe Vorgaben, wie beispielsweise die festgelegten Postings pro Tag für etwaige Sponsoren, so empfiehlt es sich, gemeinsame Regeln festzulegen. Als Team, egal ob im Mannschaftssport oder für EinzelathletInnen. Ein Team gibt es im Sport immer, ganz egal, ob es sich dabei um TrainerInnen und BetreuerInnen rund um den Sportler, oder um große Mannschaften handelt. Besonders hier gilt es, in ausführlichen Gesprächen Regeln zu finden, die für alle akzeptabel und lebbar sind.

Tipp: Regeln könnten sich auf das Training beziehen aber auch für andere gemeinsame Tagespunkte, wie Besprechungen, das gemeinsame Mittagessen unterwegs oder die Fahrt zu Wettkämpfen gelten. 

3. Zeit einplanen

Genauso wie für das tägliche Training und die Regeneration sollte auch die Zeit für Medien in den Sportleralltag eingeplant werden können. Sofern möglich – abseits bereits angesprochener Zusatzvorgaben durch Sponsoren – empfiehlt es sich, den AthletInnen im Sportalltag dafür konkrete Zeitfenster zu bieten, die für Posts und Kommunikation genutzt werden können. 

Tipp: Zeiten sollten gemeinsam so eingeplant werden, dass sie auch tatsächlich so eingehalten werden können. Es empfiehlt sich eine Testphase auszusprechen, um aus praktischen Erfahrungen lernen zu können, was tatsächlich umsetzbar ist.

Wertschätzung und Verständnis füreinander 

Autor Erik Qualman meinte einst “We don’t have a choice on whether we do social media, the question is how well we do it?” Und weil wir alle – egal ob jung oder alt, egal ob TrainerIn oder AthletIn – versuchen, uns in der Welt der Medien zurecht zu finden, so tun wir gut daran, unsere gegenseitigen Zugänge verstehen zu wollen. Sie vor allen Dingen nicht vorschnell zu verurteilen. Natürlich, der eine postet mehr, einer anderen Athletin ist der eigene Kanal weniger wichtig. Es gibt auch im Sport Unterschiede in der Nutzung von Medien. Es gibt Bedürfnisse, die hinter Postingverhalten stecken und es gibt Zugänge, die es gegenseitig zu verstehen gilt. Um erst so zu gemeinsamen Lösungen kommen zu können.

Mehr zum Thema:

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