Dr. Christian Reinhardt: Entspannung für harte Jungs

Im Kampfsport wimmelt es nur so von ganz harten Jungs. Die Klischees kennen wir alle. Wer sich aber für die Menschen hinter den kantigen Erscheinungen interessiert, der weiß, was da für normale bis sensible Typen dahinterstecken. Nicht von ungefähr bin ich auf die Entspannungstechnik des Floatings erst durch den amerikanischen Mixed Martial Arts-Kommentator Joe Rogan aufmerksam geworden. Ein Werkzeug, was ich bis heute Kampfsportlern empfehle, mancher gestressten Fußballerseele ans Herz lege und auch selbst regelmäßig nutze. 

Zum Thema: Die Entspannungstechnik Floating 

Als Joe Rogan, der bekannte UFC-Kommentator und Comedian, vor Jahren in seinem Podcast vom Floating berichtete, löste er damit einen echten Hype unter US-amerikanischen MMA-Athleten aus. In Deutschland ist der Trend unter Kampfsportlern nur bedingt angekommen – hierzulande treffen sich rund um die Floatingtanks vornehmlich Workaholics auf Sinn- und Entspannungssuche.

Aus eigener Erfahrung kann ich unterstreichen: Floating ist ein überragendes Erlebnis! Einzigartig insofern, dass es außerhalb von Weltraummissionen nirgendwo mehr Reizarmut geben dürfte. Vielleicht kurz zur Erklärung: Ein Floating-Tank ist nichts anderes als eine große und meist überdachte Badewanne, die mit Wasser und einer besonderen Salzugabe gefüllt ist. Das Gemisch ist deckungsgleich mit der Haut-Außentemperatur, was euch weder Kälte noch Wärme empfinden lässt. Damit schwindet das Gefühl für die eigenen Körpergrenzen. Der Salzgehalt führt dazu, dass ihr wie schwerelos in der Wanne schwebt. Je nach Ausführung der Anlage lässt sich die Wanne mit einem Deckel schließen, so dass ihr zudem völlige Dunkelheit erlebt. Die Idee dahinter: Floating ermöglicht eine völlige Reizdeprivation. Euer Gehirn kann in dieser meist einstündigen Phase von keinerlei Reizen erreicht werden, die sonst in unserem Alltag auf uns einströmen. Mehr noch: Laut seriösen Untersuchungen werdet ihr sogar durch die Ausschüttung von Endorphinen belohnt!

Der Reset-Knopf

Mehr Infos zu Dr. Christian Reinhardt: https://www.die-sportpsychologen.de/christian-reinhardt/

Einer meiner Sportler, die ich betreue, hat es so auf den Punkt gebracht: “Für mich ist das wie der Reset-Knopf meines inneren Computers. Ich fahre mein System komplett herunter und steige dann rundum erholt wieder ein.” Ich selbst wende die Technik übrigens auch an. Unregelmäßig zwar, aber ich bin jedesmal von der tief erlebten Entspannung, der danach deutlich verbesserten Schlafqualität und nachhallenden Erholung beeindruckt. Dabei will ich nicht unerwähnt lassen, dass ich bei der ersten Anwendung einige Probleme hatte, mich auf das Setting einzulassen. Aber nach 15 Minuten Fremdeln konnte ich loslassen.

Für Sportler, allen voran Kampfsportler, bietet das Floating ein besonderes Plus: In der Schwerelosigkeit treten Schmerzen, die bei vielen Aktiven zu steten Begleitern geworden sind, fast komplett in den Hintergrund. 

Sinnvolle sportpsychologische Erweiterung 

Aus sportpsychologischer Perspektive gebe ich meinen Aktiven noch eine besondere Hausaufgabe mit. Undzwar sollen die Sportler die Zeit im Floating-Tank immer mal wieder nutzen, um Visualisierungen anzuwenden. Dieses Umfeld, welches äußere Reize minimiert bis gänzlich eliminiert, bietet dafür eine hervorragende Spielfläche.

Wer seine Floating-Erfahrung mit meinen Kollegen (zur Übersicht) oder mir (zum Profil von Dr. Christian Reinhardt) teilen oder um die sportpsychologische Ebene erweitern möchte, der darf gern Kontakt aufnehmen. Persönlich kann ich, wie deutlich gemacht, diese Entspannungstechnik nicht zuletzt Kampfsportlern empfehlen. Vielleicht denkt ihr als Teamsportler aber auch an diesen Text zurück, wenn ihr als Mannschaft zu Weihnachten eurem Trainer ein besonderes Geschenk machen wollt. 

Mehr zum Thema:

Print Friendly, PDF & Email

Aufrufe: 357