Cristina Baldasarre: Bewegungsvorstellungstraining für Kinder

Bewegungsvorstellungstraining ist wertvoll. Punkt. Und dies gilt nicht nur für Erwachsene, sondern genauso für das Training mit Kindern und Jugendlichen. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass Kinder anders denken. Was Trainer und Übungsleiter wissen sollten und inwiefern Eltern hilfreich sein können, fasse ich in diesem Blog-Beitrag zusammen.

Zum Thema: Was für das Bewegungsvorstellungstraining mit Kindern wichtig ist

Mehr Infos zu Cristina Baldasarre: https://www.die-sportpsychologen.de/cristina-baldasarre/

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Denn Kinder haben eine andere Wahrnehmung, eine andere Vorstellungskraft und ein anderes Denken. Also sollte sich auch die sportpsychologische Arbeit und das ganze Umfeld anhand dieser eigenen Gesetze orientieren.

Aus Forschung und Praxis wissen wir, dass Kinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren die Stufe der konkreten Denkoperationen erreicht haben (Piaget). Hinzu kommt, dass Heranwachsende in dieser Altersspanne einen ausgeprägten Bewegungsdrang aufweisen (Weineck). Und genauso klar ist es, dass sich Kinder mit ambitionierten Training und auch ohne entwickeln, aber ihre Entwicklung verläuft besser, wenn ihre Situation optimal durch Spezialisten wie Trainer, Eltern, Funktionäre und Sportpsychologen gestaltet wird. Wichtig ist dabei, dass die Kinder ein motivierendes Umfeld haben, das viele Erfolgserlebnisse ermöglicht und das alternative Trainingsvarianten einführt.

Rhythmus, Echtzeit und Zeit nehmen

Zu diesen anderen Trainingsvarianten gehört nicht zuletzt das Bewegungsvorstellungstraining (BVT). Aber worauf müssen Trainer und Übungsleiter achten?  Aus meiner Erfahrung ist bei Kindern der Rhythmus ein sehr wichtiger Faktor. Für die Implementierung im Training heisst das, dass ich Vorstellungen in “Echtzeit” empfehlen würde. Nehmen wir das Beispiel Eiskunstlauf: Hier bedeutet dies, dass die Kinder ihre Drehungen und Bewegung zu der Original-Musik im Ohr nochmals durchgehen sollten. Wie auch beim reinen Bewegungslernen, welches im Normalfall mehr Wiederholungen als bei älteren Sportlern nach sich zieht, braucht die Wissensvermittlung im Zweifel mehr Zeit.

Wie Kinder denken, haben wir vor einigen Monaten in einer Multi-Media-Story hinsichtlich des Aspekts Motivation versucht, herauszuarbeiten. Ich empfehle Trainern und Übungsleitern gern einen Blick auf unsere Geschichte. Wer darüber hinaus mehr zur Anwendung der Sportpsychologie im Kinder- und Nachwuchssport wissen möchte, kann gern zu den betreffenden Experten unseres Netzwerks (zu den Profilen) oder zu mir persönlich Kontakt (zum Profil von Cristina Baldasarre) aufnehmen:

Zur Multi-Media-Story: Link

Mehr zum Thema:

Literatur:

Weineck, J. (2003). Optimales Training. Ballingen: Spitta Verlag.

Gubelmann, H. (1998). Geistiges Probehandeln motorischer Fertigkeiten: Eine quasi-experimentelle Felduntersuchung zum Mentalen Training mit Jugendlichen im Schulturnen. GFS-Schrift Nr. 18, ETH: Zürich.

Gubelmann, H. & Stoll, O. (im Druck). Optimierung der Bewegungsvorstellung und der Aufmerksamkeitsregulation. In: K. Staufenbiel, M. Liesenfeld & B. Lobinger (Hrsg.). Angewandte Sportpsychologie im Leistungssport. 204-220. Göttingen: Hogrefe.

Holmes, P.S., & Collins, D.J. (2001) The PETTLEP Approach to Motor Imagery: A Functional Equivalence Model for Sport

Psychologists. Journal of Applied Sport Psychology, 13 (1), 60-83.

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