Philippe Müller: Orientierungslauf – Laufen mit Köpfchen

Am ersten Augustwochenende starten die Wettkämpfe der 35. Orientierungslauf-Weltmeisterschaft in Lettland. Um in den WM-Tagen erfolgreich zu sein, sind nebst einer guten physischen Verfassung auch viele psychologische Komponenten von Bedeutung. Jede Disziplin stellt unterschiedliche Anforderungen an die Psyche. In den weiteren Beiträgen, jeweils vor den betreffenden Rennen, werde ich die disziplinspezifischen psychologischen Komponenten beleuchten.

Zum Thema: Welche Anforderungen stellt der Orientierungslauf an die Psyche?

Obwohl fast jeder schon einmal von dieser Sportart gehört hat, zählt sie zu den Randsportarten. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern besitzt der Orientierungslauf in der Schweiz gewisse Popularität. Dies wohl auch dadurch, dass die eidgenössischen Athletinnen und Athleten seit Jahren zur Weltspitze zählen.

Um erfolgreich Orientierungslauf zu betreiben, sind, nebst einem guten Laufvermögen, viele psychologische Komponenten von Bedeutung. Zum einen sind es die spezifischen OL-Techniken wie zum Beispiel Kartenlesen, Arbeit mit dem Kompass, Routenwahl und zum anderen Selbstregulationsmechanismen vor, während und nach dem Wettkampf. Spannend wird es, wenn man die sportpsychologischen Anforderungen der einzelnen Disziplinen miteinander vergleicht. Denn jede Sparte stellt die Sportlerinnen und Sportler vor neue Herausforderungen.

Wettkampfstrategie und Routenwahl (Entscheidungsfindung)

Es gibt nie ein und dasselbe Rennen. Sowohl die Karten mit den Posten als auch die Lokalitäten ändern immer aufs Neue. Während sich zum Beispiel ein Gebiet durch einen dichten Wald mit vielen unpassierbaren Abschnitten kennzeichnet, gibt es anderseits Regionen mit vielen offenen Flächen. Dementsprechend muss die Wettkampfstrategie auf jedes Terrain angepasst und festgelegt werden.

In engem Zusammenhang mit dem Gelände steht die Routenwahl. Anspruchsvolle Gebiete benötigen mehr Zeit, um die beste Route identifizieren zu können. Auch je nach Beschaffenheit der Topographie sind bestimmte Strukturen zu bevorzugen oder zu meiden. Steile Anstiege mögen manchmal die direkteste, jedoch nicht die schnellste Route sein. Somit ist es bei der Entscheidungsfindung von zentraler Bedeutung, die relevanten Merkmale zu erkennen.

Selbstregulationsmechanismen

Auch im OL-Sport muss gegen viele verschiedene mentale Herausforderungen gekämpft werden. Diese können zum Beispiel die Verarbeitung von Fehlern, die Emotionskontrolle beim Überholt werden, die positive Selbstregulation bei Ermüdungserscheinungen, oder auch die Aufmerksamkeitslenkung zwischen den Posten sein.  

In den kommenden Tagen werde ich einige Texte zum Thema beisteuern. Wenn ihr Orientierungslauf betreibt oder euch dafür interessiert, nehmt gern Kontakt auf. Ihr könnt auch spezielle Themenwünsche äußern oder Fragen zu Herausforderungen stellen, bei denen sportpsychologische Unterstützung vielleicht helfen kann. Hier geht es zum Profil von Philippe Müller:  

https://www.die-sportpsychologen.de/philippe-mueller/

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