Lisa König: Wie unterschiedlich Therese Johaug und Katherine Sauerbrey mit Druck umgehen

Mit Druck umgehen. Dies ist für viele Sportlerinnen und Sportler ein ständiger Begleiter. Insbesondere dann, wenn die Augen der Öffentlichkeit auf einen gerichtet sind. Wie ist es dann eigentlich erst, wenn man sich sogar im Fokus der Augen der Weltöffentlichkeit wähnt? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, da jeder Athlet für sich einen individuellen Weg – natürlich gern mit Hilfe der Sportpsychologie – erarbeiten muss. Wie unterschiedlich dabei allein die Ausgangslagen sein können, zeigt das Skiathlon-Rennen bei den Olympischen Spielen, bei dem für mich eine junge deutsche Außenseiterin und eine erfahrene Favoritin im Blickfeld waren.

Zum Thema: Umgang mit Druck 

Bei der ersten olympischen Entscheidung der Skilangläuferinnen gab es gleich zwei Premieren. Zum einen durfte Katherine Sauerbrey ihr erstes Rennen bei ihren ersten Spielen bestreiten. Die 24-Jährige vom SC Steinbach-Hallenberg (Shoutout in die Heimat) sicherte sich nach einer gelungenen Tour de Ski eines der letzten Tickets für Peking. Vielleicht etwas unerwartet, aber sicherlich nicht weniger verdient! Mit einem 13. Platz wurde sie beste deutsche Starterin. Geholfen hat ihr, abgesehen von ihrer guten körperlichen Form, vielleicht auch die geringen Erwartungen, die an sie gestellt worden sind. Denn wenn der Druck von Medien und Zuschauern (also von außen) und auch der Druck, den man sich selbst macht (also von innen) im Rahmen bleibt, dann ist weniger Stressregulation nötig, um seinen Körper auf das optimale Niveau zu bringen.

Auf der anderen Seite holte Therese Johaug ihren ersten Olympia-Einzelsieg, nachdem sie schon 2014 in Sotschi mit der Staffel ganz oben stand. Die Norwegerin war für die Spiele 2018 in Pyeongchang wegen eines Dopingvergehens gesperrt und hatte demnach acht (!) Jahre Zeit, sich auf Peking vorzubereiten. Die Erwartungen und der Druck, den sie verspürte und den sie regulieren musste, war unvergleichbar höher, wenn wir das mit der Ausgangslage von Katherine Sauerbrey vergleichen.

Geheimnis Aktivierung

Nun sind die Rahmenbedingungen der beiden Sportlerinnen völlig unterschiedlich, jedoch haben beide die gleiche Aufgabe: Ihre Aktivierung so zu regulieren, dass sie körperlich und mental startbereit sind. Es geht darum, nicht zu aufgedreht zu sein und auf der anderen Seite nicht zu entspannt in den Wettkampf zu gehen. Viele Sportlerinnen und Sportler lösen dies intuitiv – viele verschenken hier aber wichtige Prozentpunkte, um wirklich im optimalen Aktivierungszustand an den Start gehen zu können.

Emotionen, Druck, unerwartete Ereignisse, Stress oder sogar lediglich die Tatsache, dass man bei einem olympischen Wettkampf alles auf eine Karte setzen muss, können die Leistung dann negativ beeinflussen. Jede Sportlerin hat eine optimale Zone der Aktivierung („Individual Zone of Optimal Functioning“ – Hanin) und sollte Entspannungs- bzw. Aktivierungsverfahren erlernen, um sich zu regulieren und diese zu erreichen. Meine KollegInnen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Lisa König) helfen gern auf diesem Weg, und zwar Olympioniken, denjenigen, die es mal werden wollen oder allen anderen SportlerInnen mit herausfordernden Zielen.

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Lisa König
Lisa König

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