Maria Senz: „Ach, ist der Rasen schön grün“ (Loriot)

Es gibt Menschen, die lesen aus der Hand. Und es gibt Sportler, die lesen aus dem Grün. Grün lesen bedeutet, die Bodengegebenheiten so zu erfassen, dass der Ball durch einen gezielten Schlag auf die Reise geschickt wird und damit in einer bewusst gespielten Kurve das Loch erreicht. Golf – eine Sportart in der Natur, die weit mehr fordert als nur lässig auf dem Schläger zu lehnen, den Trolley spazieren zu fahren oder Divots in den Rasen schlagen.

Zum Thema: Mentales Training im Golf

Golf ist höchste Präzision, Konzentration, Koordination und vor allem extreme Ruhe in Körper und Geist. Jede kleinste Fehlbewegung führt zu Störungen im Bewegungsablauf und schlägt sich exponentiell auf den Ball nieder. Die Wahl des Eisens, die Art des Schlags, das Berücksichtigen des Windes in Richtung und Stärke haben ebenso Einfluss auf die Flugbahn des Balls und fordern höchste Flexibilität in deinen Schlägen. Die Herausforderung: locker und flexibel in der Muskulatur bei gleichzeitiger Präzision im Kopf.

Auf den ersten Blick erscheint mir Golf vergleichbar mit der Idee eines Zen-Gartens oder dem Abenteuer einer Walz – idyllisch und intuitiv. Völlig frei von Wettbewerbsgedanken nimmst du die Kraft der Natur in dir auf. Die Geräusche, die Aussichten und der frische Wiesenduft fließen direkt in deinen Bewegungsablauf. Entspannt umfassen deine Hände den Schaft des Eisens. Locker und vielfältig in deinen Schlägen, bei gleichzeitigem Fokus auf dein Ziel, den Ball in wenigen Schlägen einzulochen. Ein Gefühl von Tiefenentspannung breitet sich in dir aus und du bist komplett geerdet.

Der Wettbewerb im Kopf

Der zweite Blick: Sobald der Wettbewerb im Kopf dazu kommt, entsteht Leistungsdruck, Anspannung, Nervosität. Eine Belastung, die sich wie ein Schatten über die Idylle legt. Es wird ernster und überlegter. Gedanken wie „Ich muss das Loch in weniger Schlägen schaffen als meine Gegner.“ blockieren deine Lockerheit, schmälern dein Sichtfeld und stören deinen Fokus. Deine Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt, schlimmstenfalls kommt es zur Handlungsunfähigkeit – sogenannten Yips.

Wie kannst du dem entgegenwirken?

(1)       Nutze deinen Atem – grundsätzlich ein einfaches und effektives Mittel, um dich zu fokussieren, zu befreien, zu beruhigen, zu aktivieren, …

Beispiel: Während deine Hände den Schaft umschließen und du mit dem Schläger eins wirst, kannst du bewusst tief ein- und ausatmen, um die Verschmelzung zu fühlen und dich zu beruhigen.

(2)       Etabliere Routinen – speichere bewusst verschiedene Bewegungsabläufe oder assoziiere bestimmte Gefühle mit Bewegungsabläufen und ruf sie dir im passenden Moment ab.

Beispiel: Nutze den Durchschwung oder das Waggling, um dich von vorherigen Fehlern zu befreien.

(3)       Melodien im Kopf – Lassen Bilder lebendig werden und erzeugen bestimmte Gefühle, die sich in dein Körpererleben übertragen.

Beispiel: Ein Twist vor jedem Turnier lockert dich und der Ohrwurm begleitet dich den ganzen Tag.

(4)       Nutze die Zeit – zum Beruhigen, Fokussieren, Konzentrieren, Nachdenken, Vermessen, Rechnen, Beobachten, Justieren, Fühlen, …

Beispiel: Am Weg von Schlag zu Schlag oder Loch zu Loch.

Diese und weitere individuelle Ansätze sind mit sportpsychologischem Coaching umsetzbar.

Zusammenarbeit

Wenn du sportpsychologisch arbeiten willst, lass uns gern starten. Ich habe einen kleinen Fragebogen entwickelt, der die Grundlage unseres unverbindlichen Erstgesprächs darstellen kann. Füll den Bogen also gern aus und lass uns beginnen: >>LINK<<

Und zum Abschluss eine beliebte Entspannungsübung nach einem Course: Rasenstücke einsammeln, wieder einsetzen und festtreten. Viel Freude…

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Maria Senzhttp://www.co-senz.de
Sportarten: Beachvolleyball, Volleyball, Kitesurfen, Leichtathletik