Thorsten Loch: Sportpsychologe, der Multi-Leistungssportler

Kürzlich fand unser zweites Barcamp „Die rote Couch“ im Bochumer Ruhrstadion statt. Thematik? Natürlich des Deutschen liebstes Hobby: Fussball. Mit von der Partie waren eine Menge von sehr interessanter und engagierter Menschen. Sportpsychologen, Mentaltrainer, Trainer oder Berater. Ob Student oder Professor, die Bandbreite war beträchtlich und es fehlte nie an spannendem Gesprächsstoff. Am frühen Sonntagnachmittag endete die Veranstaltung und den vielen Gesichtern war abzulesen, dass die Köpfe voll mit neuen Gedanken und/oder Anregungen war, die erst einmal verdaut werden mussten. Meiner selbstverständlich mit inbegriffen.  

Zum Thema: Muss einer in der Praxis tätige Sportpsychologe zwangsläufig Profisportler gewesen sein, um gute Arbeit zu leisten?

Auf der Heimfahrt hatte ich – u.a. Dank eines Staus – die Möglichkeit, meine Gedanken zu sortieren und die vergangenen zwei Tage in aller Ruhe Revue passieren zu lassen. Aufgrund des Austausches und der Offenheit von Peter Hyballa, konkretisierte sich die Fragestellung in mir, welche mich schon einen längeren Zeitraum beschäftigte. Was benötigt ein in der Praxis tätiger Sportpsychologe, neben der fachlichen Kompetenz zwingenderweise, um den Sportlern/Trainern behilflich zu sein? Muss ein Sportpsychologe, der für einen Fussballclub arbeitet auch zwangsläufig Fussballprofi gewesen sein? Ist dies überhaupt ein Vorteil oder gar ein Nachteil? Für Martin Meichelbeck, ehemaliger Bundesligaprofi und heutiger Sportpsychologe für Greuther Fürth, steht fest: Ich sehe es in meiner Arbeit als Vorteil an, selbst Profi gewesen zu sein, weil es mir den Zugang zu den Spielern erleichtert. Sie wissen, dass ich alles, was sie erleben, auch irgendwie durchgemacht habe”.  (https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/820149/fuerths-sportpsychologe-meichelbeck-darum-steht-sportpsychologie-abseits.html)

Bedeutet dies, dass jeder Sportpsychologe am besten jede von ihm betreute Sportart selbst ausgeführt hat? Sozusagen der Sportpsychologe als „Multi-Leistungssportler“?

Der Sportpsychologe als „Multi-Leistungssportler“?

Das einzige, was jetzt klar ist, ist, daß es draußen dunkel ist. (Winfried Schäfer)

Wir sehen, dass diese Frage nicht leicht zu beantworten sein wird und ein Goldstandard wird es dafür wohl auch nicht geben. Fakt ist jedoch, dass der Sportpsychologe dazu im Stande sein muss, verständlich und in aller Kürze Lösungsmöglichkeiten anbieten können. Dazu sagt Peter Hyballa:

Hieraus ergibt sich die Frage, was sind somit die aufdrängenden Fähigkeiten? Ein Schlüsselpunkt wird sicherlich die Kommunikation sein. Der Sportpsychologe muss die Sprache der Sportler sprechen können. Sich sprachlich flexibel auf den jeweiligen Gesprächspartner einstellen zu können, scheint ein Vorteil zu sein. Darüber hinaus wäre es sicherlich von Nutzen die formellen und informellen Normen der Sportart zu kennen.

Fazit

Die eingangs gestellte Frage anschaulich zu beantworten, gleicht dem Versuch die berühmte Stecknadel im Heuhaufen zu finden. Zum einen scheint es durchaus ein Vorteil zu sein, sich in der jeweiligen Sportart bestens auszukennen, damit die zu betreuenden Sportler und Trainer leichter den Eindruck gewinnen können, man weiß wovon man spricht. Auf der anderen Seite kann es aber auch durchaus erfrischend sein, einen Vergleich zu anderen Dingen zu ziehen, um die zu betreuenden Personen einen Spiegel vors Gesicht zu halten.

Wie wir sehen gibt es noch viele weitere Argumente für die eine oder anderen Seite. Mich persönlich würde es interessieren wie Ihr dazu steht? Welche Erfahrungen habt Ihr selbst als Sportpsychologe oder Sportler/Trainer gemacht? Über eine Nachricht würde ich mich sehr freuen. Einen kleinen Tipp habe ich dennoch. Seid authentisch in Eurem Tun und vermeidet den Sitzplatz neben den Torhütern und ihren Taschen. Oder besser, macht die Erfahrung und berichtet mir

Kontakt zu Thorsten Loch aufnehmen? Hier entlang: 

Thorsten Loch

Mehr zum Barcamp:

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