„Im Padel kommt es stark auf die Technik an.“ Mit diesem Satz hat sich vermutlich jeder schon mal konfrontiert gesehen, der sich in irgendeiner Weise mit dieser Sportart beschäftigt hat. Und natürlich hat das auch seine Berechtigung. Worauf es aber mindestens genauso ankommt, um auf dem Court erfolgreich zu sein, sind die eigene Aufmerksamkeit sowie der Umgang mit Druck.
Gerade im Padel können diese Faktoren sogar über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ein Match ist geprägt von kurzen Ballwechseln – eine Achterbahn der Emotionen ist meistens vorprogrammiert. Direkte Reaktionen sind sofort sichtbar und können mitunter den nächsten (technischen) Fehler begünstigen. Das führt schnell zu einem hohen Einfluss der eigenen Gedanken auf den nächsten Punkt oder die nächste Aktion.
Zum Thema: Unter Druck verlieren viele Spieler nicht ihre Technik — sondern ihre Aufmerksamkeitssteuerung.
Padel ist also ein sehr druckreicher und fehleranfälliger Sport. Dass Fehler passieren, lässt sich natürlich nicht vermeiden, geschweige denn kontrollieren. Was aber sehr wohl in der eigenen Kontrolle liegt, ist die bewusste Entscheidung, wie man mit Druck und Fehlern umgehen will. Besonders relevant ist dabei die Steuerung der eigenen Aufmerksamkeit, denn: In Druckmomenten richten Spieler ihre Aufmerksamkeit oft auf Dinge, die sie eben nicht kontrollieren können.
Aufmerksamkeitsfresser:
• Spielstand
• mögliche Niederlage
• Bewertung anderer
• Konsequenzen
• „Wir dürfen jetzt nicht verlieren“
• Gegner
• vergangene oder potenzielle Fehler
Drei Sekunden nach dem Fehler entscheiden oft über die nächsten drei Punkte.
Am Beispiel von Fehlern lässt sich sehr gut skizzieren, wie diese die Aufmerksamkeit und den Fokus negativ beeinflussen können.
Dieser richtet sich dann nämlich auf den vergangenen Punkt und mögliche Konsequenzen. Infolgedessen kommt es zu Selbstkritik und Angst vor dem nächsten Fehler. Dadurch entsteht meist simultan ein Gefühl von Kontrollverlust. In solchen Momenten geht es also darum, den Fokus wieder zurück auf das zu lenken, was man selbst kontrollieren kann und in der eigenen Hand hat. Das kann z.B. folgendes sein:
• nächste bewusste Entscheidung,
• Positionierung,
• Atmung,
• Routine,
• Kommunikation,
• Mut,
• Körpersprache
Der Kreis der Kontrolle
Als extrem starker Anker kann dabei der „Kreis der Kontrolle“ dienen. Dieser hilft dabei, gedanklich einzuordnen, was innerhalb des Kreises und somit der eigenen Kontrolle liegt und was im Gegensatz dazu außerhalb des Kreises und dementsprechend außerhalb der eigenen Kontrolle liegt. Er fungiert also quasi wie ein kurzer Check, worüber es sich „lohnt“ Gedanken zu machen und worauf man somit seine Aufmerksamkeit lenken sollte.
Das ist im Padel unglaublich relevant, weil enge Situationen oft nicht technisch, sondern attentional kippen.
So könnte deine Padel-Match-Routine aussehen:
1. Fehler passiert
2. Aufmerksamkeit kippt
3. Kontrollverlust entsteht mental
4. Reset-Routine = Rückkehr in den Kontrollkreis
Feedback
Probiert diese Routine gern aus und notiert eure Gedanken dazu. Nehmt damit Kontakt zu meinen Kollegen oder Kolleginnen in eurer Nähe (zur Übersicht) oder zu mir (Profil von Nathalie Klingebiel) auf.
Mehr Interesse an Padel? www.padel-wissen.de

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