Philippe Müller: Eine nachhaltige Reha ist ein Zusammenspiel

Eine nachhaltige Rehabilitation entsteht erst durch ein Zusammenspiel verschiedener Disziplinen, erklärt Philippe Müller am Samstag, den 21. Februar 2026, im Workshop-Teil unseres Events “Muscle & Mind – Sicher begleitet zum Comeback” (jetzt letzte Tickets buchen, direkt zur Anmeldung). Was wir darunter zu verstehen haben, erklärt er vorab im Interview. 

Philippe, worum geht es im Workshop (Fundamente stärken, Mauern sanieren, das Dach neu decken: Reha ganzheitlich gedacht), den du zusammen mit Klaus-Dieter Lübke Naberhaus umsetzt?

In unserem Workshop betrachten wir Rehabilitation im Sinne eines biopsychosozialen Ansatzes, bei dem der Mensch als ganzheitliches Wesen im Mittelpunkt steht. „Fundamente stärken, Mauern sanieren, das Dach neu decken“ steht dabei sinnbildlich für das Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Ebenen, die nicht getrennt, sondern gemeinsam gedacht und behandelt werden sollten. Wir zeigen auf, wie ganzheitliche Reha nur durch das Zusammenführen verschiedener Perspektiven gelingen kann. Ziel ist es, Interprofessionalität nicht nur zu verstehen, sondern aktiv zu lernen und im beruflichen Alltag zu leben.

Programm

Keynotes:

  • Kathrin Seufert: „Das wankende Haus: Verletzungen und Traumata als Erschütterung der Identität“
  • Prof. Dr. Andreas Schlumberger: „Was tun, wenn einzelne Steine aus der Mauer rausbrechen?“
  • PD. Dr. med. Christophe Lambert: „Wie wichtig ist die mentale Fitness für RTC (Return to competition)?“

Workshops:

  • Klaus-Dieter Lübke Naberhaus: Was verbirgt sich im Keller? Traumata im Sport
  • Kathrin Seufert: Trotz Baustelle, gedanklich schön und effizient wohnen
  • Ben Mansour/Tim Insberg /Yannik Adams (Sportwissenschaft): Return to competition (RTC) und seine Hürden
  • Klaus-Dieter Lübke Naberhaus und Philippe Müller: Fundamente stärken, Mauern sanieren, das Dach neu decken: Reha ganzheitlich gedacht
  • Michael Bröckelmann: Grenzen der Heilungsbegleitung 
  • Prof Dr. Oliver Stoll: In der Küche, im Wohnzimmer, im Flur – Welches Maß an Nähe und Distanz ist dir wichtig, um über Verletzungen zu sprechen
  • Philippe Müller: Starke Mauern bauen: Verletzungen vorbeugen
  • Kathrin Seufert und Prof Dr. Oliver Stoll: Trotz Baustelle, gedanklich schön und effizient wohnen

Podiumsdiskussion:

  • u.a. mit Miriam Butkereit (Silbermedaille Olympia 2024 in Judo), Bernd Berkhahn, Bundestrainer Schwimmen

Von welchen Erfahrungen aus deiner praktischen Arbeit ist der Workshop beeinflusst?

Der Workshop ist stark von meiner täglichen interdisziplinären Arbeit mit Physiotherapeut:innen und Ärzt:innen geprägt, in der ich erlebe, wie wertvoll unterschiedliche Perspektiven für eine ganzheitliche Rehabilitation sind. Als Dozent im Masterstudiengang Sportphysiotherapie an der ZHAW bringe ich gezielt die psychosozialen Aspekte ein und sehe, wie wichtig deren Integration in die klinische Praxis ist. Auch mein PhD als Psychologe in einer sportmedizinischen Forschungsgruppe, mit Fokus auf einen biopsychosozialen und interdisziplinären Ansatz, beeinflusst den Workshop maßgeblich. Diese Erfahrungen zeigen mir immer wieder, dass eine nachhaltige Reha nur im echten Zusammenspiel der Professionen gelingen kann.

Warum ist es aus deiner Sicht wichtig, dass die Sportpsychologie auch im Rehabilitationsprozess nach Sportverletzungen mitgedacht wird?

Aus meiner Sicht ist die Sportpsychologie ein wichtiger Baustein im Rehabilitationsprozess, weil Sportverletzungen nicht nur den Körper, sondern immer auch psychische und soziale Ebenen betreffen. Gedanken, Emotionen, Motivation und das Umfeld beeinflussen wesentlich den Umgang mit der Verletzung, die Therapieadhärenz und den Return-to-Sport. Sie ergänzt damit die medizinischen und physiotherapeutischen Maßnahmen sinnvoll. Erst im Zusammenspiel aller Disziplinen entsteht das Gesamtmosaik einer wirklich ganzheitlichen Rehabilitation.

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Philippe Müller
Philippe Müllerhttp://www.die-sportpsychologen.de/philippe-mueller/

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