Katharina Petereit: Uneingeschränkt mental stark

Anfang März fanden die nationalen Winterspiele der Special Olympics in Willingen statt, bei welchem im Rahmen des Healthy Athletes Programms die neue Disziplin Strong Minds angeboten wurde. Hierbei geht es um das psychische Wohlbefinden der Athletinnen und Athleten – durch unterschiedliche Übungen und Strategien sollen die Ressourcen zur Bewältigung von belastenden Situationen gestärkt werden.  

Zum Thema: Zur praktischen Umsetzung von sportpsychologischen Interventionen bei Menschen mit Behinderung 

Strong Minds ist unter den sieben Disziplinen des Gesundheitsprogramms diejenige, die die sportpsychologische Unterstützung der Athletinnen und Athleten beinhaltet. Strong Minds soll dazu dienen, den Athletinnen und Athleten Übungen an die Hand zu geben, die sie in belastenden und stressreichen Situationen selbstständig anwenden können. An den unterschiedlichen Stationen können die Sportlerinnen und Sportler unter anderem Atemübungen, das Entwickeln von positiven Bildern und Übungen mit dem Stressball erlernen. Die Vermittlung und Anleitung der Übungen findet individuell und angepasst an die Voraussetzungen der Athletin/des Athleten statt.

Mehrwert für die eigene sportpsychologische Arbeit

Ich habe bei den Winterspielen als Helferin beim Strong Minds Programm mitgewirkt und bei der Durchführung auch immer meine eigene sportpsychologische Arbeit reflektiert. Die Arbeit mit den Athletinnen und Athleten hat mir gezeigt, dass eine individuelle Herangehensweise und eine immer wieder neue Art und Weise der Vermittlung von sportpsychologischen Interventionen unabdingbar sind. Ohne Frage bleiben das Gerüst und das Ziel der Übung immer gleich, aber die Methode muss flexibel bleiben und ständig angepasst werden. Kreativität und Einfallsreichtum sind hierbei zwei wichtige Punkte. In der Praxis ist es erforderlich, das Ziel der Übung/der Einheit zu benennen und den Weg dorthin flexibel gestalten zu können. Ich habe durch das Strong Minds Programm ein weiteres Mal gemerkt, wie wichtig es ist, auch bei der Umsetzung von sportpsychologischen Interventionen offen und anpassungsfähig zu sein. Bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung werden einem schnell Grenzen gesetzt, wenn man einem strikten Plan folgt und nicht in der Lage ist, sensibel und flexibel zu reagieren. Bei Sportlerinnen und Sportlern ohne Einschränkung werden solche Grenzen vielleicht nicht immer bewusst und man versucht möglicherweise Strategien und Übungen zu vermitteln, die bei der Athletin/dem Athleten nicht funktionieren. Aber man macht das so, weil man gelernt oder gelesen hat, dass die und die Intervention bei der und der Problemstellung helfen kann. Ich habe dabei meine Arbeit reflektiert und mir in jedem Fall vorgenommen, noch individueller zu arbeiten.

Erfahrungsaustausch als Erfahrungsgewinn

Der Erfahrungsaustausch bei den Winterspielen und insbesondere beim Strong Minds Programm war sehr wertvoll und bereichernd. Die Heterogenität von Sportlerinnen und Sportlern und die herausfordernde und sogar manchmal auch schwierige Arbeit stellen einen großen Erfahrungsgewinn dar. Durch die unterschiedlichen Perspektiven der Helfer, Koordinatoren und Experten und den stetigen Austausch wird die Qualität des Programms durchaus gefördert und sichergestellt.

An dieser Stelle rege ich im Rahmen unseres Netzwerkes und darüber hinaus einen Erfahrungsaustausch über die sportpsychologische Arbeit mit Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung an und würde mich über Rückmeldungen diesbezüglich sehr freuen. Zudem wird aktuell nach einem Titel für das Strong Minds Programm in leichter Sprache in Deutsch gesucht!

 

Weiterführende Links:

http://specialolympics.de/sport-angebote/healthy-athletesR-gesunde-athleten/

http://specialolympics.de/sport-angebote/healthy-athletesR-gesunde-athleten/strong-minds/

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