Hendrik Goetzendorff: „Esportler gehören auf die rote Couch“

Sportpsychologen und Mentaltrainer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Spieler, Trainer und Funktionäre aus dem E-Sports aufgepasst: Am Samstag, den 25. November, lockt „Die rote Couch – Das Sportpsychologie-Barcamp“ in das Leistungszentrum von Penta Sports in Berlin. Diese Konferenz bringt Sportpsychologen und E-Sportler zusammen (Link: zur Online-Anmeldung).

Wir haben Hendrik Goetzendorff zum Barcamp befragt. Der frühere Profi-E-Sportler (u.a. viermaliger Deutscher Meister im CS) ist mittlerweile einer der Inhaber von Penta Sports.

Hendrik, gehören E-Sportler auf die rote Couch?

Natürlich! Esportler betreiben Wettkampf auf höchstem Niveau und unter extremer Stresszufuhr. Da im Esport weniger der körperliche Zustand, sondern viel mehr die mentale Stärke Spiele entscheidet, ist die rote Couch von den Sportpsychologen hier genau richtig angesiedelt.

Ganz im Ernst, warum ist die Sportpsychologie auch im E-Sport ein wichtiges Werkzeug für die Leistungsoptimierung?

Die Spieler erfahren die gleichen Situationen wie klassische Sportler. So wird ebenfalls in Stadien vor tausenden Zuschauern mit Live-Übertragungen im Fernsehen und Internet gespielt. Durch die immer stärkere Professionalisierung und das Wachstum des Esports baut sich für die Spieler ein noch nie dagewesener Druck auf. Mit diesem Druck müssen die Spieler nicht nur fertig werden, sondern Nervosität und Anspannung in Leistung umwandeln können. Sportpsychologen können dabei helfen, sich vor wichtigen Turnieren oder gar einzelnen Spielern mental aufzubauen. Das gilt nicht nur für den einzelnen Spieler, sondern auch für das gesamte Team. Dazu können die Psychologen dafür sorgen, dass Spieler besser mit Niederlagen umgehen können. Dazu ist es immer wieder interessant, mit Menschen aus dem klassischen Sport zusammenzuarbeiten. Denn oft lernen hier beide Seiten noch dazu und sorgen für exzellente Ergebnisse.

Management von PENTA 2016: Felix Gräbeldinger, Manuel Mahlich, Andreas Schaetzke, Hendrik Goetzendorff (von links nach rechts)

Nutzt ihr sportpsychologische Experten bereits für eure Trainingsarbeit und die Turniere? Oder ist das Barcamp eine Möglichkeit, dass ihr euch „echte“ Sportpsychologen mal genauer anschauen wollt?

Wir nutzen die Beratung von Sportpsychologen bereits, um unsere Spieler zu unterstützen. Allerdings sind wir noch nicht so weit ein eigenes Team um unsere eigentlichen Esporteams herum aufzubauen. Für uns ist es das nächste große Ziel, unseren Teams auf Events nicht mehr nur Coach und Manager bereitzustellen, sondern auch Psychologen, Physios und Co.

Wie ist das Barcamp angelegt: Eine geschlossene Veranstaltung für eure Spieler, Trainer und Manager oder ist es für die gesamte E-Sportsszene offen?

Wir haben mit dem Esport-Leistungszentrum, kurz ELZ, in Berlin eine Location geschaffen, die dem Esport in Deutschland zum Schritt auf das nächste Level helfen soll. Selbstverständlich ist deswegen das Barcamp für alle offen.

Was wünscht du dir konkret von der Veranstaltung?

Ich wünsche mir wie vorher bereits erwähnt, dass es eine aktive Diskussion zwischen Esportlern und Sportpsychologen aus dem klassischen Sport gibt und somit beide Seiten voneinander lernen. Denn Sportpsychologie in den Esport zu bringen, wird meiner Meinung nach nur funktionieren, wenn man die Eigenschaften von Esportlern darauf adaptiert.

 

Anmeldung

Online-Anmeldungen sind bis zum Donnerstag, den 23. November, möglich. Sollte das Event schon ausgebucht sein, wird an dieser Stelle informiert.

Preise

50 EUR Studenten (bitte Nachweis anfügen)
75 EUR Sportler
100 EUR Sportpsychologen*, Mentaltrainer, Trainer, Funktionäre, Unternehmer und Journalisten

*Profilinhaber von Die Sportpsychologen erhalten einen Rabatt

Mehr Informationen zum Event:

Die rote Couch – Das Sportpsychologie Barcamp – 25.11.2017 in Berlin

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