Kathrin Seufert: Als Profi, einfach mal loslassen. Geht das überhaupt?

Die Sommerpause im Fußball. Für die Fans die wohl längste Zeit im Jahr, für die Spieler die einzige Zeit, sich einmal zu entspannen. Wie ist in der kurzen Zeit aber eine echte Erholung möglich? Sollten die Kicker dort nicht auch einfach mal die Sau rauslassen? Sich mal weg vom Fußball bewegen? Abschalten, Runterfahren, Loslassen? Die Freizeit genießen? Aber wie kann es eigentlich gelingen, trotz beruflicher Verpflichtungen und täglichem individuellem Training in der Sommerpause die letzte Saison hinter sich zu lassen und mit voller Energie und aufgeladenem Akku in die neue Serie und die anstehenden Trainingslager zu starten?

Zum Thema: Wie Fußball-Profis Sommer- und Winterpausen richtig nutzen können

Eines steht fest, eine Musterlösung gibt es hierfür nicht. Was aber klar ist, dass ein jeder in der Sommerpause die Gedanken auch mal weg vom Fußball bekommen sollte. Wie jeder Arbeitnehmer, sollten auch die Fußball-Profis Zeit haben, auszuspannen, Zeit mit ihren Familien zu verbringen und auch mal Dinge zu tun, die im Saisonverlauf eher die Ausnahme sein können.

Was da ein jeder benötigt, um die Gedanken auch mal weg lenken zu können, muss individuell herausgefunden werden oder sich mit Hilfe von sportpsychologischer Arbeit angeeignet werden. Dem Kopf als Schaltzentrale unseres Körpers muss – wie dem Körper auch – Regeneration gegönnt werden. Zu einer Regeneration kann auch gehören, sich Nahrungsmittel zu genehmigen, welche während der Saison als Leistungssportler eher tabu sind. Doch auch hier sollte der Kopf ein klein wenig weiter denken…

Drohende Quittung

Zu viel oder mehr ungesundes Essen und zwangsläufig weniger sportliche Betätigung können sich auf der Waage widerspiegeln. Das überschüssige Gewicht und die damit verbundenen Konsequenzen des Vereins und der Presse lassen nicht lange auf sich warten. Das im besten Fall gerade auf “0“ gesetzte Stresslevel des Athleten wird schon zu Beginn der Vorbereitung wieder strapaziert. 

Also sich besser gar nichts gönnen und weiter täglich Sport treiben? Auch nicht der richtige Weg! Nur Verzicht und Belohnungsaufschub verhindern Glücksgefühle und hemmen die Stimmung. Zudem bringen sie nicht das Gefühl, wirklich mal entspannt zu haben und den Fußball für ein paar Tage Fußball sein zu lassen. 

Mehr Infos zu Kathrin Seufert: https://www.die-sportpsychologen.de/kathrin-seufert/

Belohnungen sind ein Muss

Eine Empfehlung ist daher, sich gezielt, punktuell und bewusst im Urlaub zu verhalten. Belohnungen für die abgelaufene Saison in Form von einem tollen Dinner, der Urlaub an den schönsten Stränden der Welt oder einfach Zeit mit der Familie ist da sicherlich eine gute Grundlage. Aber wieso nicht mal festhalten, was einem ganz persönlich in Erinnerung geblieben ist, bezüglich der letzten Saison. Mit dem Notieren dieser Highlights und Tiefpunkte wird Platz für neue Erfahrungen gemacht. 

In dem Zusammenhang ist es auch sinnvoll sich noch mal selbst zu reflektieren und zu ergründen, wie man es während der Saison schafft, nach einer Niederlage beispielsweise abzuschalten. Das Aufräumen im Kopf, das Reflektieren der Geschehnisse und des innerlichen Vorbereitens ist wie das Spa für die Seele.

Neuer Anlauf im Winter?

Also gönnt euch bewusst, belohnt euch für das, was ihr geleistet habt und räumt eure Köpfe als die Schaltzentrale eurer Handlungen auf. Lebt eine befreite aber gewissenhafte Zeit, ohne das runde Leder. Verbannt es nicht ganz aus euren Köpfen, sondern habt es immer ein wenig im Hinterkopf, um bösen Überraschungen beim Start in die Vorbereitung vorzubeugen.

Wem das bei der jetzigen Sommerpause nicht gelungen ist, kann die kurze Winterpause nutzen, um erste Versuche zu unternehmen. Meine Kollegen (zur Übersicht) und ich (zum Profil von Kathrin Seufert) helfen euch gern dabei, mental frisch und frei wieder ans Werk zu gehen.

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