Kommentar von Markus Gretz: Modric Angst vor dem Elfmeter

Luka Modric hätte in der Verlängerung gegen Dänemark das Achtelfinalspiel spät entscheiden können. Kurz vor Schluss der 2x15Minuten andauernden Ehrenrunde eines spielerisch zähen WM-Spiels stand Luka Modric am Elfmeterpunkt. Der Druck war groß, denn mit einem Treffer hätten die Kroaten ziemlich sicher das Elfmeterschießen vermieden und wären ins Viertelfinale eingezogen. Der quirlige Mittelfeldspieler konnte die Chance aber nicht nutzen und schenkte dem dänischen Torhüter Kasper Schmeichel mit einem schwachen halbhohen Schuss eine Parade und damit weiterhin die Chance aufs Elfmeterschießen und das Viertelfinale. 

Zum Thema: Warum man nach einem verschossenen Elfmeter nochmal schießen sollte

Nach mehreren Paraden im Elfmeterschießen und mit großem Druck stand Luka Modric kurze Zeit später wieder am Elfmeterpunkt vor Kasper Schmeichel. Warum sollte der Spieler, der eben schon verschossen hatte, sich nochmal in diese Situation bringen?

Psychologisch gesehen ist es die richtige Entscheidung, noch einmal zu schießen. Wenn der Spieler nun aus Angst nicht schießen würde, könnte dies verheerende Folgen für ihn haben. Wenn auf eine Angstreaktion eine Vermeidung folgt, spricht man in der Psychologie von negativer Belohnung oder negativer Verstärkung. Der Spieler kann sich dem negativen Gefühl entziehen, indem er der Situation ausweicht. Das kann aber dazu führen, dass die Angst beim nächsten Mal noch stärker wirkt und die Lösungsstrategie der Vermeidung ja eine Erleichterung, also eine Belohnung gebracht hat. Im schlimmsten Fall könnte ein ängstlicher Spieler in der Folge keinen Elfmeter mehr schießen. Luka Modric lief aber an und hämmerte den Ball selbstbewusst in die Mitte des Tores. Damit hat er den Fehler von der Verlängerung korrigiert und wird auch die nächsten Elfmeter ohne Angst schießen können. Vielleicht ja sogar schon beim Viertelfinale, am Samstag gegen die Gastgeber aus Russland.

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