Pro und Contra: Super Bowl trotz Armbruch – Darf die Sportpsychologie Athleten wie Thomas Davis helfen?

Es ist die große Geschichte vor dem 50. Super Bowl am Sonntag, den 7. Februar, in Santa Clara, Kalifornien: Wird Thomas Davis von den Carolina Panthers trotz eines kürzlichen Armbruches im Spiel der Spiele (7.2. ab 23:15 Uhr live in SAT.1 und im Livestream auf ran.de) auflaufen?

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Thomas Davis im NFL-Interview nach dem Armbruch (per Klick auf das Foto zum Video), Bildquelle: NFL

Die beiden Sportpsychologen Dr. Hanspeter Gubelmann und Philippe Müller liefern sich auf der Grundlage des aktuellen Falles einen wissenschaftlichen Schlagabtausch. Während der erfahrene Gubelmann in seinem Beitrag “Pro Thomas Davis“ die Position vertritt, dass der Athlet bei einer entsprechenden sportmedizinischen Freigabe spielen soll, plädiert Müller aus ethischen Gründen gegen einen Einsatz des Linebackers der Panthers (“Contra Thomas Davis“).

Grenzen und die Möglichkeiten der Sportpsychologie

In der Diskussion geht es um die Möglichkeiten und die Grenzen der Sportpsychologie. Gubelmann und Müller beleuchten hintergründig „die Fähigkeit, sich ungeachtet der Wettkampfbedingungen an seiner oberen Leistungsgrenze zu bewegen“ zu können (Loehr 2001, S.20) und das Potenzial der mentalen Stärke. Demgegenüber stellen sie die Frage, ob eine sportpsychologische Intervention in einem Verletzungsfall wie dem von Thomas Davis überhaupt Sinn macht? Wenn ja: was kann die Angewandte Sportpsychologie zum Gelingen beitragen? Wenn nein: worin gründen die Bedenken, die für den Abbruch eines solchen Unterfangens sprechen?

Wichtig dabei: es nicht die Aufgabe der Angewandten Sportpsychologie darüber zu richten, welche Entscheidung der Athlet zu fällen hat. Stattdessen will sie als Dienstleister dem mündigen Athleten und seinem Trainer ein breites Argumentarium für eine selbständige und selbstverantwortliche Lösungsfindung anbieten. Die pointierten Stellungnahmen der beiden Sportpsychologen Hanspeter Gubelmann (“Pro Thomas Davis“) und Philippe Müller (“Contra Thomas Davis“) zielen deshalb nicht darauf ab zu klären, welche der beiden Positionen richtig oder falsch ist. Vielmehr soll aus dem Kontrast der Argumentationen die Idee einer nach den spezifischen Umständen gewichteten «passenden Lösung» sichtbar werden!

Unabhängig davon ob aus sportpsychologischer Sicht mehr Argumente dafür oder dagegen sprechen, wird zum Schluss der Coach über den Einsatz von Thomas Davis entscheiden müssen. Und dann werden wieder neue Gesichtspunkte zum Tragen kommen. Es sind nicht nur die individuellen Wünsche von Bedeutung. Er muss die beste Entscheidung für das gesamte Team treffen. Denn Davis spielt nicht nur auf dem Feld eine wichtige Rolle, sondern hat auch als Leitfigur neben dem Platz eine unterstützende Vorbildwirkung. Durch seinen unbändigen Einsatz- und Aufopferungswillen kann er eine Motivation für das ganze Team sein. Von einem Einsatz während des gesamten Spieles über einen Teileinsatz bis hin zur moralischen Unterstützung auf der Reservebank sind die Optionen, zwischen welchen sich der Trainer entscheiden muss.  

Dr. Hanspeter Gubelmann: Pro Thomas Davis

Wäre Dr. Hanspeter Gubelmann der Sportpsychologe von Thomas Davis, er würde ihm dazu raten, dieses Karriere-Highlight aktiv zu erleben. Welche Voraussetzungen er allerdings stellt und welche Methoden Anwendung finden können, erklärt er in seinem Blog-Beitrag:

Dr. Hanspeter Gubelmann: Pro Thomas Davis

 

Philippe Müller: Contra Thomas Davis

Natürlich hat die Sportpsychologie die Mittel, einem Athleten wie Thomas Davis ins Trikot zu verhelfen. Aber ist das nötig und ist dies ethisch vertretbar? Philippe Müller betrachtet den möglichen Einsatz des Linebackers der Carolina Panthers aus einem kritischen Blickwinkel und sieht Gefahren. Zum Blog-Beitrag:

Philippe Müller: Contra Thomas Davis

 

 

 

Fotoquelle: Fotolia

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